Taiwan Aktuell #567, 15.04.2013
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Taiwan Aktuell #567, 15.04.2013

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Taiwan und Japan einig über Fischgründe

Taiwan und Japan einig über Fischgründe

Präsident Ma fordert Zurückhaltung von Nordkorea

Innovative Wirtschaft

Geschlechtergleichheit auf Vormarsch

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Taiwan Aktuell #567, 15.04.2013 Taiwan Aktuell #567, 15.04.2013 Document Transcript

  • Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Chi Republik China Herausgeber: Karl C.Y. Cheng, Chefredakteur: Bo-Sung Hsu Redaktion: Helga Doppler Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Büro München - Presseabteilung Sonnenstraße 25, 80331 München, Tel: 089-271 19 58, Fax: 271 32 02 Email:helga.doppler@gmx.net, Internet: www.taiwanembassy.org.de Taiwan und Japan einig über Fischgründe Präsident Ma fordert Zurückhaltung von Nordkorea Innovative Wirtschaft Geschlechtergleichheit auf Vormarsch Politik Taiwan und Japan einig über Fischgründe Taiwan und Japan haben am Mittwoch den 10. April 2013 ein bilaterales Abkommen zur Nutzung von Fischgründen im Ostchinesischem Meer geschlossen. Die beiden Länder haben seit 1996 17 Jahre lang über dieses Thema verhandelt, bei der nun 17. Konferenz konnte endlich ein Konsens gefunden werden. Die Verhandlungen wurden von Seiten Taiwans von dem Vorsitzenden der dem Außenministerium unterstehenden Gesellschaft für Ostasiatische Beziehungen Liao Lioy-yi und auf japanischer Seite von Mitsuo Ohashi, LeiterNr. 567 15.04.2013 des Verbandes für den Austausch der De-facto-Botschaft Japans in Taiwan, 21. Jahrgang ISSN 0945-618X
  • 2geführt. Außerdem waren Vertreter der Außenministerien der beiden Länder sowie derFischereibehörden und der Küstenwache in die Gespräche eingebunden.Frühere Verhandlungen über die Fischgründe waren wegen der beiderseitigenSouveränitätsansprüche auf die Diaoyutai Inseln, auf die auch Festlandchina Anspruch erhebt,immer wieder gescheitert. Beim jetzt geschlossenen Abkommen wurden die umstrittenenterritorialen Ansprüche auf die Inselgruppen komplett außen vor gelassen.Die Verhandlungsführer haben dabei jedoch klar gestellt, dass die Souveränitätsansprüche derRepublik China (Taiwan) weiter bestehen bleiben und nicht verhandelbar sind. Die Regierungwerde aber ganz im Sinne von Präsident Ma Ying-yeou die Politik der friedlichen undlangfristigen Zusammenarbeit mit Japan weiter verfolgen sowie eine kontinuierlich positiveEntwicklung in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern anstreben.Präsident Ma Ying-jeou hatte in einer Initiative zur Friedenssicherung im Ostchinesischen Meeralle Nationen, die die Diaoyutai Inseln für sich beanspruchen, Anfang August 2012 aufgerufen,ihre Streitigkeiten über die Frage, wer die Hoheitsgewalt über die Inseln hat, beizulegen undstattdessen gemeinsam die Ressourcen des Ostchinesischen Meeres zu erschließen. (s.TAIWAN AKTUELL Nr. 551) Sicher hat diese Initiative den entscheidenden Anstoß dafürgegeben, dass das Fischereiabkommen jetzt erfolgreich abgeschlossen wurde.Mit dem Abkommen werden für Taiwans Fischer die Fischgründe im Umfeld der umstrittenenDiaoyutai Inseln um ca. 4530 Quadratkilometer ausgedehnt. In dem gesamten Meeresgebietvon 7400 Quadratklometern können nun sowohl taiwanische wie auch japanische Fischerungehindert fischen, so der Generaldirektor von Taiwans Fischereiagentur, James Sha.Künftig können Taiwans Fischereibetriebe südlich des 27. Grads nördlicher Breite sowie ineinem angrenzendem Gebiet von 12 bis 24 Seemeilen auf Fischfang gehen. AußenministerDavid Lin sagte, dass die 12-Meilen-Zone um die Inseln nicht Bestandteil desFischereiabkommens seien. Das Abkommen solle von einer gerade ins Leben gerufenengemeinsamen Kommission jährlich einmal überprüft werden. Falls notwendig werde dieKommission aber auch häufiger zusammen kommen, um mögliche Schwierigkeiten zudiskutieren und Lösungen auszuarbeiten.Beide Seiten zeigten sich erfreut über den Abschluss der Verhandlungen und sehen darin einenweiteren Meilenstein der guten bilateralen Beziehungen, die weiter ausgebaut werden sollenund nun von einem belastendem Faktor befreit wurden. Ein besonderer Erfolg ist dasAbkommen auch für Präsident Ma Ying-jeou, dessen Initiative für Frieden in der Region undgemeinsame Nutzung der Ressourcen in dem Gebiet der Diaoyutais geraume Zeit ignoriertworden war. Für Taiwan waren die Fischereirechte immer wichtiger als der Besitz der Inselnselbst.Nun ist Präsident Ma ein Geniestreich gelungen, er hat die Fischereirechte vertraglich zugesichert bekommen und muss keine Souveränitätsansprüche über das Territorium derDiaoyutai Inselgruppe dafür aufgeben.(eB) TAIWAN AKTUELL Nr. 567 15.04.13
  • 3Präsident Ma fordert Zurückhaltung von NordkoreaPräsident Ma Ying-jeou hat Nordkorea am Montag, den 08. April 2013, zur Selbstbeherrschungaufgefordert und hinzugefügt, Taiwan würde jede Handlung ablehnen, die den Frieden in derRegion beschädigen könnte.Die Sprecherin des Präsidentenbüros Lee Chia-fei erklärte, Ma habe den Generalsekretär desNationalen Sicherheitsrats Jason Yuan angewiesen, ihm die Maßnahmen zu erläutern, die dieRegierung treffen sollte, um den wachsenden Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel zubegegnen.Als nordostasiatisches Land hat Taiwan die Situation auf der Koreanischen Halbinsel genaubeobachtet und würde sich jeder Handlungsweise entgegen stellen, die den Frieden in derRegion gefährden könnte, zitierte Lee den Präsidenten. Ma mahnte von Nordkorea zurSelbstbeherrschung an und forderte, das Land solle danach streben, das Problem auf demWeg eines friedlichen Dialogs zu lösen, anstatt die Spannungen in der Region weiteranzuheizen.Der Präsident gab diese Erklärung anlässlich eines Treffens mit Vizepräsident Wu Den-yih undPremierminister Jiang Yi-huah am Montag Vormittag ab im Rahmen dessen GeneralsekretärYuan um eine Einleitung von Maßnahmen der Regierung gebeten worden war, um denMilitäraktionen Nordkoreas zu begegnen. Yuan erklärte, die Regierung der Republik Chinastehe in engem Kontakt mit den Regierungen der USA, Japans und Südkoreas und fügte hinzu,der Nationale Sicherheitsrat, das Verteidigungsministerium und das Außenministerium sowiedie Behörde für Nationale Sicherheit hätten Krisenzentren für den Notfall eingerichtet.Taiwan könnte von den Entwicklungen auf der Koreanischen Halbinsel in Mitleidenschaftgezogen werden, erläuterte Ma, da diese direkte Auswirkungen auf die Sicherheit und diewirtschaftliche Stabilität der Region haben könnten.Der Präsident forderte die Vertretung Taiwans in Südkorea auf, die dort ansässigentaiwanischen Staatsbürger sowie die zahlreichen Touristen aus Taiwan, die das Land bereisen,durch regelmäßige Updates zur Situation auf dem neuesten Informationsstand zu halten.In der ersten Aprilwoche hatte der Präsident den Nationalen Sicherheitsrat aufgefordert, einBehörden übergreifendes Treffen zur Situation auf der Koreanischen Halbinsel abzuhalten unddabei angeordnet, dass die Minister für Verteidigung, Äußere Angelegenheiten und Wirtschaftsowie die Leiter weitere betroffener Behörden die Situation genauestens im Auge behaltensollen.Das Außenministerium erklärte gesondert, man beobachte die Entwicklung auf derkoreanischen Halbinsel genau und habe Nordkorea aufgefordert Zurückhaltung zu zeigen undin einen friedlichen Dialog zum Abbau der Spannungen zu treten. “Die Republik China hat sichdem Frieden und der Stabilität in Nordostasien verpflichtet,“ hieß es aus demAußenministerium. “Jedes destabilisierende Verhalten wird nicht gutgeheißen.“ TAIWAN AKTUELL Nr. 567 15.04.13
  • 4Die Regierung Nordkoreas hatte jüngst provozierende Erklärungen abgegeben und den“Kriegszustand“ mit Südkorea erklärt sowie den USA mit einem atomaren Angriff gedroht.Südkoreanische Medien hatten berichtet, Nordkorea werde möglicherweise um den 10. Aprileine Rakete starten.Nordkorea hatte vorher zu einer Evakuierung der Auslandsvertretungen im Land aufgefordertund erklärt, man könne nach dem 10. April die Sicherheit der Botschaften nicht mehrgewährleisten. Außerdem wurde ausländischen Staatsbürgern nahegelegt, zur eigenenSicherheit das Land zu verlassen.Das Außenministerium Taiwans rät von Reisen nach Nordkorea ab.(rti/taito/tt) WirtschaftInnovative WirtschaftIn Taiwan sind vor allem die Zweige der IT-Produktion, des Maschinenbaus und derSchwerindustrie starke Säulen der Wirtschaft. Entsprechend entfallen über 30 Prozent desBruttoinlandsprodukts auf die Industrie, 65 % auf den Dienstleistungssektor und lediglich nurnoch 1,5 % in dem ehemaligen Agrarstaat auf den Bereich Landwirtschaft. Taiwan gehört vordiesem Hintergrund inzwischen zu den 25 größten Volkswirtschaften und den 15 wichtigstenHandelsnationen weltweit.Das gesamte Wirtschaftsumfeld Taiwans profitiert vor allem von seiner Nähe zu Festlandchinaund nicht zuletzt auch durch das Wirtschaftsrahmenabkommen ECFA zwischen Taiwan unddem Festland, das im Jahr 2010 in Kraft getreten ist (TAIWAN AKTUELL berichtete mehrfach).Dass 90 % aller Notebooks und Smartphones aus Taiwan kommen, ist weitgehend bekannt.Weniger bekannt dagegen ist die Tatsache, dass auch der taiwanesische Gesundheitssektorinternational eine zunehmend wichtige Rolle einnimmt. Zu diesem Ergebnis kam dasGesundheitsresearch-Unternehmen Adamant Biomedical Investments. Als ein relevantes, wennauch zunächst unspektakulär erscheinendes Beispiel wurde dabei die Kontaktlinsen-Branchegenannt.Brillenersatz aus Taiwan sei ein Verkaufsschlager in China, erklärte das Investmenthaus. Dietaiwanesische Kontaktlinsenmarke Ginko etwa kontrolliere gut 41 Prozent des chinesischenKontaktlinsen-Marktes. „Made in Taiwan“ gilt im Nachbarland China als renommiertesGütesiegel. Dass ein Unternehmen oder ein Produkt aus Taiwan als Marke in Erscheinung tritt,sei allerdings eher ungewöhnlich. Bei einem Großteil der Hersteller handele es sich umsogenannte Original Equipment Manufacturers OEM, zu deutsch Erstausrüster, die nur alsProduzenten auftreten, jedoch nicht als Vertreiber und Händler. Hierzu gehöre auch St. Shine, TAIWAN AKTUELL Nr. 567 15.04.13
  • 5einer der größten Kontaktlinsenhersteller Taiwans, der einen Marktanteil von 35 Prozentinnehat.Die positive Entwicklung der Kontaktlinsenbranche ist nur ein Beispiel dafür, dass Taiwan zueiner hochentwickelten, exportorientierten Marktwirtschaft avancierte, die sich ständig imwahrsten Sinne des Wortes neu erfindet. Hier sollen einige der innovativen Produkte aus demerfolgreichen Zusammenwirken von Design und Technologie genannt werden, die in Taiwanneu vorgestellt wurden:Komfortable Betten sind für bettlägerige Patienten ein sehr wichtiger Faktor, um Druckstellenund -geschwüre zu vermeiden. In Taiwan wurde jetzt das intelligente druckempfindliche Luftbettentwickelt. Es handelt sich dabei um ein Produkt, bei dem ein Druckmessfühler mit voneinander unabhängigen Luftkissen verbunden ist. Die Druckmesssonde ermittelt den Druck vonden verschiedenen Körperpartien und lässt dann die Luft in den Kissen entsprechendzirkulieren, damit dort wo es besonders notwendig ist der Druck abgemildert wird. Das Systemhat auch eine Alarmvorrichtung, die Signal gibt, wenn der Patient aus dem Bett gefallen ist.Auch im Rahmen des Zusammenwirkens von Design und Technologie wurde einSensorensystem von zwei Universitäten in Taiwan entwickelt, dass die Seerettung erleichternwird. Hätte Pi in dem Film life of Pi ein solches intelligentes Gerät gehabt wäre sein Schicksalanders verlaufen. Das Rettungsteil aus Plastik und EVA Schaum ist mit einer nachhaltighergestellten Antenne versehen, womit das Problem der Empfangsstörungen zwischen vonSolarzellen und Antennen gelöst ist. Das Rettungsbrett sendet Signale, die dasRettungspersonal direkt empfangen kann.In Europa sind aufgrund der hohen Arbeitskosten Golfcaddies auf den Plätzen kaum nochanzutreffen. Doch wer will eine 20 Kilo schwere Golftasche rumschleppen. Ein in Taiwanentwickelter Roboter kann das übernehmen. Das Teil hat ein Sensorsystem, das Hindernisseaufspüren kann. Außerdem kommt drahtlose Technologie zum Einsatz um Entfernungenabzuschätzen und um zu kommunizieren. Der Roboter passt sich dem Gelände an und folgtdem mit einem Sender ausgerüstetem Golfer. Nach der Golfrunde kann er zusammen gefaltetwerden und bequem im Auto verstaut werden.Noch eine Neuheit für das Golfspielen. Mit dem Cloud Computing den Abschlag optimieren.Das Gerät ist mit einen dünnen bewegungsaufzeichnenden Modul ausgerüstet (ein G-Sensor,ein Gyro, eine drahtlose Datenübertragung und Datenspeichermodul), damit werden die Datendes Abschlags aufgezeichnet und mit dem Abschlag eines Weltklassegolfspielers verglichen.Ein App auf dem Smartphone wird dann die vorgeschlagenen Änderungen ur Optimierung desAbschlags anzeigen. Damit ist es jetzt jedem Golfer möglich wann und wo auch immer eineTrainingsstunde mit einem internationalen Pro zu absolvieren.(Industrial Technology Research Institute) TAIWAN AKTUELL Nr. 567 15.04.13
  • 6 GesellschaftGeschlechtergleichheit auf VormarschAuch heute noch werden in Taiwan traditionell Söhne bevorzugt und Töchter sind eher nicht sosehr geschätzt, was sich in dem zahlenmäßigem Vergleich von Geburten von Mädchen undJungen zeigt. Die Statistiken sagen jedoch auch aus, dass sich langsam ein Wandel in derGesellschaft hinsichtlich der Bevorzugung von männlichen Nachkommen vollzogen hat:So kamen im Jahr 2000 noch auf 100 neu geborene Mädchen 109 neu geborene Knaben, imJahr 2012 lag das Verhältnis dann bereits bei 100 zu 107,4. In den USA und Europa beträgtdas Verhältnis 100 zu 103 bis 100 zu 107. Bevölkerungswissenschaftler bezeichnen dasnatürliche Geschlechterverhältnis beim Menschen mit 106 Geburten von Knaben auf 100Geburten von Mädchen. Damit hat sich das Geschlechterungleichgewicht in Taiwan fast dennatürlichen Verhältnissen angepasst und ist auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahrenangekommen.Zwar hat sich in der modernen Gesellschaft Taiwans der Bedarf an männlichen Arbeitskräftenfür schwere körperliche Arbeit in der Landwirtschaft größtenteils überlebt, dennoch wünschensich viele Paare, gerade wenn nur ein Kind geplant ist, einen Sohn der besser als eine Tochterdie traditionellen Sitten, wie die Fortführung des Familiennamens erfüllen kann. TaiwansGeburtenrate war übrigens 2011 weltweit mit 0,9 Kind pro Frau die niedrigste. Bereits seit demJahr 2000 versucht die Regierung durch verschiedene Kontrollmaßnahmen die vorgeburtlicheGeschlechterbestimmung und die daraus resultierenden Schwangerschaftsabbrücheeinzudämmen.Das staatliche Gesundheitsamt hat 2011 eine Untersuchung durchgeführt, um herauszufinden,welche Haltung die Familien zum Geschlecht ihrer Nachkommen und zur Kontrolle derprenatalen Geschlechterauswahl entwickelt haben. Heraus kam dabei, dass 91 Prozent derBefragten und 89 Prozent der Frauen, die gerade entbunden hatten, die Politik der striktenKontrolle von vorgeburtlicher Geschlechterauswahl befürworten. 71 Prozent der Befragtenerklärten, dass sie keine Präferenz hinsichtlich des Geschlechts ihrer Nachkommen hegen. Beieiner Befragung unter Frauen, die gerade ein Kind zur Welt gebracht hatten, erklärten 53Prozent, dass es den Schwiegereltern egal sei ob sie einen Enkel oder Enkelin bekommen (indiesem Zusammenhang muss man wissen, dass die Schwiegereltern für Frauen in Taiwanimmer noch von großer Bedeutung sind und sie oft sogar mit ihnen nach ihrer Heirat zusammenleben Anm. d. Redaktion).Nach der Auswertung dieser Umfrage sieht es ganz so aus, dass es bei demGeschlechterbewusstsein in Taiwan allgemein Fortschritte gab, doch Frauen erhalten von derVerwandtschaft in der Regel immer noch mehr Unterstützung für den männlichen Nachwuchs. TAIWAN AKTUELL Nr. 567 15.04.13
  • 7Chiou Shu-ti, Generaldirektorin des Büros für Gesundheitsförderung und Prävention appelliertan künftige Eltern, sie sollten jedes Kind als ein Geschenk des Himmels ansehen, ob Jungeoder Mädchen, jedes Leben sei wertvoll und kostbar. Die geschlechtsdiskriminierendeEinstellung früherer Generationen sollte n Taiwan bald gänzlich Geschichte sein.Auch im Bereich der Gleichstellung der Geschlechter hat Taiwan in den letzten Jahrenbedeutende Fortschritte gemacht. In dem 2012 veröffentlichten Index fürGeschlechtergerechtigkeit rangiert Taiwan auf dem weltweit viertbesten Platz, gab Präsident MaYing-jeou im letzten Jahr im Rahmen eines Treffens mit der Nationalen Frauenvereinigung derRepublik China bekannt.Unter den 34 Ländern und Gebieten im asiatisch-pazifischen Raum, hat Taiwan als erstes Landden bezahlten Erziehungsurlaub für beide Elternteile eingeführt. Dadurch können Kinder unterdrei Jahren nun von Mutter und Vater angemessen betreut werden.(eB)KurzmeldungenAuf dem Forschungsschiff “Sonne“ untersuchen deutsche und taiwanische Wissenschaftlerfünf Wochen lang Methanhydrate im Boden des südchinesischen Meeres vor Taiwan. DieLeitung der Expedition vom 30. März bis zum 03. Mai 2013 hat Prof. Dr. Christian Berndt vomHelmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Die Expedition ist der vorläufige Höhepunkteiner schon sechs Jahre währenden Zusammenarbeit zwischen taiwanischen und deutschenForschern. Eine zweite Fahrt im Juni mit einem neuen Forschungsschiff aus Taiwan wird dieArbeiten fortsetzen. Das deutsche Bundesforschungsministerium finanziert das Projekt mit 1,2Millionen Euro, Taiwan steuert weitere knapp 300 000 Euro bei. „Eine Nutzung vonGashydraten ist nur vernünftig, wenn wir das System verstehen. Deshalb freuen wir uns überdie Gelegenheit, mit Kollegen aus Taiwan gemeinsam an diesem Thema arbeiten zu können“,erklärte Professor Berndt das gemeinsame Projekt.Tom Cruise in Taiwan. Drei Tage war der amerikanische Superstar Tom Cruise in Taiwan, umseinen neuen Sciencefiction-Film Oblivion zu promoten. Cruise war mit einem Privatjet nachTaipeh gekommen. Am Samstag hatte er vor der Premiere seines Films ein Lokal besucht, woer kleine gedämpfte Teigtaschen aß und Karten und Tüten signierte. Über 2000 begeisterteFans erwarteten ihn am roten Teppich. Die Medien vor Ort wie die Fans äußerten sichbegeistert über den Schauspieler, den sie als bodenständig und ernsthaft bezeichneten. Cruisewidmete den Fans zwei Stunden vor der Premiere und signierte Autogrammkarten amlaufenden Band. Taiwan war die einzige Station in Asien auf seiner Werbetour. Es freut michsehr hier zu sein, versicherte Cruise, der Taiwan zum dritten Mal besuchte. Zum Abschied amFlughafen formte er mit beiden Händen ein Herz. Vielleicht hängt Cruise’s Vorliebe für Taiwanauch damit zusammen, dass Scientology in Taiwan seit 2003 die volle Anerkennung alsreligiöse gemeinnützige Kirche genießt.Am Tag des Kindes haben Politiker in Taiwan die Stollenschuhe angezogen und ein Matchgegen das Team der Taipei City Little League ausgetragen. Der Erziehungsminister als erster TAIWAN AKTUELL Nr. 567 15.04.13
  • 8Werfer vergab gleich im ersten Inning 3 Punkte, der Ersatzspieler Jiang Yi-huah schlug sich imwahrsten Sinne des Wortes ganz gut, doch der Innenminister, Lee Hong-yuan vermasselte aufder Home Plate alles, sodass die Seniors das Spiel mit 5 zu 12 verloren. Interessant auch wasbei einer Umfrage nach dem Traumberuf unter 8000 Jugendlichen zum Tag des Kindes herauskam: Baseballspieler, Flugbegleiter und Feuerwehrmann. Die früheren Traumberufe wie Anwalt,Lehrer oder Arzt sind ins Hintertreffen geraten und gar der Wunsch Politiker oder Präsident zuwerden sind von den Wunschlisten der Jugendlichen verschwunden. Dis hängt sicher auchdamit zusammen, dass die Eltern heute weniger Einfluss auf die Berufsvorstellungen ihrerKinder nehmen.VeranstaltungshinweisKlavierrecital von Temu Yukan (Kang Huang)Ludwig van BeethovenSuite de Danzas Criollas von Alberto GinasteraKompositionen aus TaiwanSamstag 20. 4. 2013 18:00 UhrGasteig, Kleiner KonzertsaalRosenheimer Str. 5, 81667 MünchenEintritt: € 10.--, erm. € 6.--Klavier und Gesang von Temu Yukan (Kang Huang)Frühlingsklänge aus Arkadien auf der Ilha FormosaSo. 21. 4. 2013, 17.00 UhrIngolstadtBürgerhaus"Neuburger Kasten"Fechtgasse 6, 85049 IngolstadtAnmeldung erbeten. uliou@taiwanverein.deKostenbeitrag: € 8.--Abkürzungen:(cp) = China Post (cna) = Central News Agency (tn) = Taiwan News (tt) = Taipei Times(ten) = Taiwan Economic News (taito) = Taiwan Today (rti) = Radio Taiwan International(fotai) = Focus Taiwan (tnen) = Taiwan New Economy Newsletter (eB) = eigener Bericht TAIWAN AKTUELL Nr. 567 15.04.13