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Taiwan Aktuell #559 20.12.2012
 

Taiwan Aktuell #559 20.12.2012

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Taiwan bei Klimakonferenz in Doha

Taiwan bei Klimakonferenz in Doha
Taiwan bei Korruptionsindex 2012 auf Rang 37
Leihmutterschaft erneut in der Diskussion
Eierproduktion nach EU-Standards

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    Taiwan Aktuell #559 20.12.2012 Taiwan Aktuell #559 20.12.2012 Document Transcript

    • Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Chi Republik China Herausgeber: Karl C.Y. Cheng, Chefredakteur: Bo-Sung Hsu Redaktion: Helga Doppler Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Büro München - Presseabteilung Sonnenstraße 25, 80331 München, Tel: 089-271 19 58, Fax: 271 32 02 Email:helga.doppler@gmx.net, Internet: www.taiwanembassy.org.de Taiwan bei Klimakonferenz in Doha Taiwan bei Korruptionsindex 2012 auf Rang 37 Leihmutterschaft erneut in der Diskussion Eierproduktion nach EU-Standards Politik Taiwan bei Klimakonferenz in Doha Der Minister der Behörde für Umweltschutz Yeh Shin-cheng hat am 07. Dezember 2012 bei der UN-Klimakonferenz in Doha, Katar, Taiwans politische Maßnahmen gegen die globale Erwärmung vorgestellt. Mit seinem Informationsstand im Qatar National Convention Center zeigte Taiwan vom 26. November bis zum 07. Dezember während der gesamten Dauer der 18. Sitzung der Teilnehmer der UN-Klimarahmenkonvention sowieNr. 559 15.12.2012 des achten Treffens im Rahmen des Kyoto-Protokolls Präsenz. Präsentiert 21. Jahrgang wurden die politischen Richtlinien für Klimaschutz sowohl der Regierung als ISSN 0945-618X auch der Privatwirtschaft Taiwans. Außerdem wurden die Errungenschaften
    • 2für eine nachhaltige Entwicklung, eine Grüne Wirtschaft, die Erschließung erneuerbarerEnergien und die Reduzierung von Kohlendioxidemissionen vorgestellt.“Wir sind bereit unser Fachwissen mit anderen Nationen zu teilen im Kampf gegen die weltweiteErwärmung,“ sagte Yeh in einer Rede mit dem Titel: “Energietechnologien und politischeMaßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels in Taiwan und zur Anpassung an seineFolgen“.“Taiwan ist ebenfalls ein Opfer des Klimawandels. Doch wir stellen auch Technologien bereitund ergreifen politische Maßnahmen mit denen man sich dem Klimawandel anpassen kann,“erklärte Yeh.Laut der Behörde für Umweltschutz waren die Delegierten bei der Klimakonferenz interessiertan der Art wie in Taiwan Subventionen eingesetzt werden, um Grüne Energien zu fördern, umFachpersonal auszubilden und um Programme zu schaffen, die anderen Ländern bei derBewältigung der Probleme, die sich aus den Klimaveränderungen ergeben, helfen können.Nick Dunlop, der Generalsekretär des Klimaparlaments, nannte in diesem Zusammenhang dieEntwicklung des nationalen “smart grid network“ in Taiwan, eines sogenannten intelligentenNetzwerks, das den genannten Bereichen zugute kommt. Das Klimaparlament ist eineVereinigung von Parlamentsabgeordneten aus Europa und zahlreichen Entwicklungsländern,die sich für eine schnellere Energiewende zu erneuerbaren Energien engagieren.Nach Berichten der in Taipeh ansässigen Central News Agency wurde bei der UN-Konferenzaußerdem von 40 Nationen eine Erklärung unterzeichnet, die die Bedeutung der nachhaltigenLebensmittelsicherheit unterstreicht. Das Dokument beschreibt u.a. wie in Taiwanvegetarischen Mahlzeiten erfolgreich eingeführt und Gemeinden mit einem niedrigenKohlendioxidausstoß gefördert werden.Das unterzeichnete Schriftstück fordert im Rahmen der Kampagne gegen den Klimawandeldazu auf, der Lebensmittelsicherheit, der Bio-Landwirtschaft, gentechnisch unverändertenFeldfrüchten sowie der Vermeidung einer Intensivlandwirtschaft mehr Aufmerksamkeit zuwidmen. Zu den Nationen, die diese Erklärung unterzeichnet haben, zählen Armenien, Gambia,Georgien, Marokko, Myanmar, Nigeria, Panama, Papua Neuguinea, die Philippinen, Slowenien,Swasiland und der Jemen.Taiwaner bei Klimakonferenz zum Fokuspunkt gewähltBei der UN-Klimakonferenz in Doha wurde der Taiwaner Chang Liang-Yi zum sogenanntenFokuspunkt der UNFCCC YOUNGO für die südliche Halbkugel gewählt. Chang Liang-Yi ist derVorsitzende der Taiwan Youth Climate Coalition Association.Insgesamt kamen Vertreter von Jugendorganisationen aus 12 Ländern der südlichen Halbkugelzusammen und wählten Chang Liang-Yi zum sogenannten Fokuspunkt. Im Rahmen der Wahltraf Chang auch mit dem UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zusammen. TAIWAN AKTUELL Nr. 559 15.12.12
    • 3Da Taiwan kein Mitglied der Vereinten Nationen ist, konnte die taiwanische Delegation nicht anden offiziellen Versammlungen der Klimakonferenz teilnehmen. Dass Chang trotzdem zumVertreter der Jugendlichen gewählt wurde, zeigt, dass Taiwan international als wichtiger Partneranerkannt ist.(taito) WirtschaftTaiwan bei Korruptionsindex 2012 auf Rang 37Im diesjährigen Korruptionswahrnehmungsindex (CPI, Corruption Perception Index) vonTransparency International rangiert Taiwan weltweit auf Rang 37. Der CPI bewertet Länder aufeiner Skala von Null (hochgradig korrupt) bis Einhundert (sehr sauber).In Ostasien liegt Taiwan mit 61 von 100 Punkten auf Rang vier. In der Region liegt Taiwanhinter Singapur mit 87 Punkten, Hongkong mit 76 Punkten und Japan mit 74 Punkten aber vorSüdkorea mit 56 Punkten.Insgesamt wurden in diesem Jahr 176 Länder analysiert. Dabei wurde das erste Mal die 100Punkte Skala angewandt. Im Gegensatz zur bisherigen 10er Skala könne man mit der 100erSkala die einzelnen Unterindizes und die Veränderungen der einzelnen Länder detaillierterdarstellen, so Transparency International.Im vergangenen Jahr hatte Taiwan in der 10er Skala 6,1 Punkte von 10 Punkten erhalten unddamit Rang 32 von insgesamt 182 Ländern belegt. Yeh I-Jan von Transparency InternationalChinese Taipei sagte dazu, dass man die beiden Jahre nicht vergleichen könne, da durch diegeänderte Methodologie, die auf den Index angewendete wurde, ein Vergleich der beidenPlatzierungen nicht akkurat wäre. “Was wir sagen können ist, dass wir dieses Jahr keineRückschritte gemacht habe,“ beruhigte Yeh.Den ersten Platz auf der diesjährigen Rangliste teilten sich mit jeweils 90 Punkten Dänemark,Finnland und Neuseeland. Zu der guten Bewertung ihrer Korruptionsbekämpfung trügen dergute Zugang zu Informationen und klare Regeln für öffentliche Amtsträger bei, hieß es.Ebenfalls sehr hohe Wertungen erhielten Schweden 88, die Schweiz 86, Australien undNorwegen je 85 und Kanada 84. Deutschland belegte mit 79 Punkten Rang 13, und die VRChina kam mit 39 auf Platz 80. Den letzten Platz belegten mit jeweils nur acht PunktenAfghanistan, Nordkorea und Somalia.Bevor ein Land oder Gebiet in den Index aufgenommen wird, muss es von mindestens dreiunabhängigen Institutionen bewertet werden. Die Bewertungen dokumentieren die Meinungenunterschiedlicher Gruppen zu verschiedenen korruptionsrelevanten Aspekten im jeweilsbewerteten Land. TAIWAN AKTUELL Nr. 559 15.12.12
    • 4Chai Sung-li, der Ehrenvorsitzende der in Taipeh ansässigen Chinese Association for HumanRights, gab zu bedenken, dass inländisch durchgeführte Umfragen gezeigt haben, dass dieÖffentlichkeit der Meinung ist, Gemeindevertretungen, Kommunalverwaltungen und dasJustizwesen seien im Wesentlichen korrupt. Deshalb, so Chai, könne der CPI kein akkuratesAbbild der realen inländischen Zustände geben, da die Institutionen, die die Untersuchungendurchführen, wenig Möglichkeiten haben, einen guten Einblick in die Situation vor Ort zuerhalten.(cp/rti/tt/taito) GesellschaftLeihmutterschaft erneut in der DiskussionDie Frage der Leihmutterschaft ist in Taiwan wieder in den Fokus der öffentlichen Diskussiongekommen, als kürzlich die Nachricht auftauchte, dass eine sehr prominente Familie, und zwardie des früheren Vizepräsidenten Lien Chan, drei neue Familienmitglieder mit der Hilfe von zweiLeihmüttern bekommen hat.Leihmutterschaft ist in Taiwan, wie auch in Deutschland, nach wie vor verboten. Liens TochterHui-sin hatte sich in den USA, wo die Praktik erlaubt ist, die Leihmütter für ihren Kinderwunschgesucht. Das Thema Leihmutterschaft ist in Taiwan nicht neu, und auch die Regierungbeschäftigt sich mit der Frage einer Legalisierung bereits seit geraumer Zeit.Unklar ist, ob es sich um einen Zufall handelt, dass die auf Kabinettsebene angesiedelteGesundheitsbehörde Taiwans gerade jetzt, da die Nachricht über Liens Tochter publik wurde,bekannt gegeben hat, dass die Regierung bald eine Konferenz einberufen werde, um dasThema Leihmutterschaft zu diskutieren mit dem Ziel, den Legalisierungsprozess bald möglichstauf den Weg zu bringen.Ein Gesetzesentwurf zur Legalisierung der Leihmutterschaft war zum ersten Mal im Jahr 2004vorgelegt worden und enthielt 40 Regulierungen. Seitdem sind nach Angaben des Büros fürGesundheitsförderung in der Gesundheitsbehörde zwei Dutzend Konferenzen zu dem Themaabgehalten worden. Bis jetzt konnten die Fachleute jedoch keinen Konsens über diegrundlegenden Fragen zur Leihmutterschaft erzielen.Die Experten konnten sich bisher weder über die Frage der Samen- und Eispende einigen nochüber die Rechte, die einer Leihmutter, den biologischen Eltern und den Kindern, die durch einesolche Praxis geboren werden, eingeräumt werden sollten. Die Gesundheitsbehörde will bei derkommenden Konferenz darüber diskutieren, ob diese Fragen durch ein Gesetz zurLeihmutterschaft geregelt werden sollen oder ob sie über eine Reihe anderer neuer Gesetzebeantwortet werden müssen. TAIWAN AKTUELL Nr. 559 15.12.12
    • 5Der Behördenleiter Kung Hsien-lan erklärte, die Gesundheitsbehörde werde versuchen so baldwie möglich den Konsens, der im September dieses Jahr erreicht worden war, festzuschreiben.Dieser besagt, dass unfruchtbaren Paaren vom Gesetzgeber das Recht eingeräumt werdensollte, Kinder mit Hilfe einer Leihmutter zu bekommen.Der Standpunkt der Gesundheitsbehörde ist klar: Sie ist fest dazu entschlossen das Verbot derLeihmutterschaft aufzuheben, selbst dann, wenn noch nicht alle Implikationen und möglichenProbleme – sowohl gesetzliche wie auch moralische – völlig ausdiskutiert und einvernehmlichreguliert wurden.Die Gesundheitsbehörde mag vollkommen lobenswerte Gründe für ihre Bemühungen haben,unfruchtbaren Paaren zu genetisch eigenen Kindern verhelfen zu wollen, doch in dieser heiklenAngelegenheit bedarf es einer umsichtigen Vorgehensweise.Schon immer war es eine stark verwurzelte chinesische Tradition, dass eine Person – und zwaraus dem väterlichen Familienzweig – Nachkommen haben muss (selbstredend Söhne), um denFamiliennamen weiterzugeben. In früheren Zeiten war es für einen Mann durchaus üblich, sicheine zweite Frau oder sogar mehrere weitere Frauen zu nehmen, falls die erste Frau ihm nochkeinen Sohn geboren hatte. Möglicherweise hatten Männer damals auch noch ganz andereGründe dafür, mehr als eine Frau zu haben, doch das ist ein Thema, das an anderer Stellebehandelt werden muss.Angesichts dieser Tradition dürfte das Konzept der Leihmutterschaft in der chinesischen bzw.taiwanischen Gesellschaft nicht als eine außergewöhnliche oder befremdliche Praxisangesehen werden.Ungeachtet dieses Hintergrunds unterscheidet sich das moderne heutige Taiwan jedochfundamental von jener Gesellschaftsform, in der die Frauen den Männern nicht gleichgestelltwaren und in der es ihre Hauptaufgabe war Kinder zu gebären, um die Familienlinie ihresMannes weiterzutragen und den Namen zu bewahren.In einer modernen Gesellschaft sind wir verpflichtet, uns mit den feministischen, finanziellen,gesetzlichen und moralischen Dimensionen auseinander zu setzen, wenn es darum geht, eineFrau als bloßes “Vehikel“ zu benutzten, um das Kind einer anderen Person auszutragen und ihrdabei die biologische (falls nicht sogar genetische) und psychologische Verbindung mit demKind versagt, sobald man es ihr nach der Geburt wegnimmt.Es gibt zu viele ungelöste Probleme und unbeantwortete Fragen, die angesprochen werdenmüssen, bis hin zu der Überlegung, ob nicht der Begriff ’biologisch’ neu interpretiert werdenmuss, und zwar dahin gehend, ob er nicht im Gegensatz zu ’genetisch’ steht.Ein Parlamentsabgeordneter hat die Behauptung aufgestellt, dass über 5 000 unfruchtbarePaare in Taiwan illegal die Hilfe von Leihmüttern gesucht hätten, weil es ihnen finanziell nichtmöglich gewesen sei, sich legal in einem anderen Land eine Frau zur Erfüllung ihresKinderwunsches zu beschaffen. Die Gesundheitsbehörde will mit ihrem Vorstoß versuchen, TAIWAN AKTUELL Nr. 559 15.12.12
    • 6diesen “Schwarzmarkt“ zu stoppen, um beiden in der Praxis der Leihmutterschaft involviertenParteien mehr Schutz und Sicherheit zu geben.Zu Bedenken gilt jedoch, dass das Gesetz zur Leihmutterschaft seit acht langen Jahren demParlament ohne Ergebnis vorliegt und dies sicher nicht ohne Grund. Wir wollen in der Sachekeine Partei ergreifen, doch wir bitten die Regierung einfach nur darum, die Gesetzgebung indiesem Fall nicht zu übereilen.(cp)Eierproduktion nach EU-StandardsDie Shih An Farm in Kaohsiung Stadt im Süden Taiwans ist der erste Legebetrieb in Asien, dertiergerechte Standards für die Produktion von Eiern erfüllt wie sie auch in der EuropäischenUnion vorgeschrieben sind. Der Legebetrieb hat vergrößerte, sogenannte “ausgestaltete“ Käfigefür die Hennen eingeführt, was sich positiv sowohl auf die Gesundheit der Tiere wie auch aufdie Qualität der Eier auswirkt. Das Legeumfeld, in dem die Hennen nun leben, hat Bestnotenerhalten.Bereits im Juli dieses Jahres sind die Betreiber der Farm von der Société Générale deSurveillance (SGS), einem international tätigem Schweizer Warenprüfkonzern und der TaiwanSociety for Agricultural Standards für ihren Einsatz ausgezeichnet worden dieLegebedingungen in der Eierproduktion tiergerechter zu gestalten. Chen Bao-ji, Minister desRats für Landwirtschaft der Republik China, erklärte lobend, die Shih An Farm sei führend beiden Bemühungen, die traditionelle Hennenhaltung in Taiwan internationalen Standardsanzugleichen. Er bezeichnete die auf der Farm eingeführten Maßnahmen als einen “wichtigenMeilenstein auf dem Weg zu einer tiergerechten Hühnerhaltung.“Hsieh Wen-feng, Leiter der Shih An Farm, erklärte kürzlich in einem Interview gegenüberTaiwan Today: “Der Leitgedanke unserer Arbeit ist es, eine gesunde Ernährung der Menschendurch ungefährliche und qualitativ hochwertige Produkte sicher zu stellen. Wenn wir dasmachen, dann übernehmen wir auch Verantwortung dafür das Wohl der Tiere zu verbessern.“Laut Hsieh hat die Farm eine Gesamtfläche von 62 943 Quadratmetern. Im vergangenen Jahrsind umgerechnet 26,3 Millionen Euro investiert worden, um auf 35 622 Quadratmetern dieherkömmlichen Legebatterien durch ausgestaltete Käfige zu ersetzen, die den EU-Standardsentsprechen.Die neuen Käfige bieten den Legehennen neben einem Futtertrog und Wasserspender mehrPlatz, die Möglichkeit zum Scharren und Krallenabwetzen sowie Sitzstangen in einem Vorder-und einen abgetrennten Hinterbereich für die Eiablage. Jeder der vergrößerten Käfige misst2,45 mal 1,25 Meter und beherbergt 30 bis 40 Hennen. Damit hat der einzelne Vogeldurchschnittlich mindestens 750 Quadratzentimeter Platz, das ist drei- bis viermal soviel wie inder konventionellen Käfighaltung. Zwei der acht Hühnerhäuser sind bereits im Jahr 2011 auf dieerweiterten Käfige umgerüstet worden. Dort leben nun 120 000 Hennen, die täglich 100 000 Eierlegen. Die übrigen sechs Hallen sollen noch bis zum Ende dieses Jahres vergrößert werden. TAIWAN AKTUELL Nr. 559 15.12.12
    • 7Um die Produktion unbedenklicher und hochwertiger Eier sicherzustellen, werden auf der ShihAn Farm Maschinen aus Europa und den USA eingesetzt, die eine Produktion ohneVerschmutzung erlauben. Hsieh fügte hinzu, der komplette Produktionsprozess, von derAufzucht der Hühner bis zur Verpackung der Eier, sei automatisiert.Auch auf die sonst übliche Praxis, die Hennen durch einen sieben bis 14-tätigen Futterentzugzu einer gleichzeitigen Mauser anzuregen, wird auf der Shih An Farm verzichtet. Dieerzwungene Mauser führt bei den Tieren zu einer höheren Eierproduktion und größerem Profit.Ebenfalls verzichtet wird auf die Gabe von Medikamenten. Kranke oder schwache Hühnerwerden aussortiert, erklärte Hsieh.Die Legehennen seien zwischen 25 und 80 Wochen alt, auch das trage zur Qualität der Eierbei, so Hsieh. Das Futter der Tiere besteht aus Ginseng und fermentierten japanischenSojabohnen unter Beimischung des Glänzenden Lackporlings, ein Pilz, der für Menschen zwarungenießbar ist, in der chinesischen Medizin jedoch als Heil- und Stärkungsmittel zum Einsatzkommt.“All diese Faktoren führen zu gesunden Tieren und einer hohen Eierqualität,“ erläuterte Hsieh.“Wenn man ein Ei unserer Hennen aufschlägt, merkt man, dass das Eiweiß nicht so flüssig istund das Eigelb viel fester und dunkler ist als bei konventionellen Batterieeiern. Außerdemschmecken unsere Eier auch besser und kräftiger,“ lobte Hsieh die Erzeugnisse der Farm.Die Qualität der Eier und die besseren Lebensbedingungen der Hennen haben natürlich ihrenPreis. Ein Ei der Shih An Farm kostet 10 bis 12 NT$, das sind umgerechnet 26 bis 31 Euro-Ct.und damit das Zwei- bis Dreifache eines Eis aus konventioneller Käfighaltung. Doch die Kundenschreckt dieser Preis nicht ab, und die Eier finden reißenden Absatz, erzählte Hsieh stolz.Tierschützer in Taiwan haben schon seit langem tiergerechtere Bedingungen in derEierproduktion gefordert. Die Einführung der ausgestalteten Käfige seien zwar ein kleinerSchritt in diese Richtung, doch auch sie gewährleisten nicht, dass die Hennen einige ihrergrundlegenden Bedürfnisse artgerecht befriedigen können, wie beispielweise ausgiebigesFlügelschlagen oder Sandbaden, kritisierte die nichtstaatliche Environment and Animal Society(EAST).Die statistischen Erhebungen der Tierschutzorganisation zeigen, dass 99 Prozent der 36,5Millionen Legehennen Taiwans noch immer in konventionellen Käfigen ihr Dasein fristenmüssen. Nur einige wenige Eierproduzenten halten ihre Hennen nicht in Käfigen. Insgesamtgibt es in Taiwan drei Betriebe, die sich für Bodenhaltung entschieden haben und siebenweitere, die mit Freilandhaltung arbeiten. EAST ruft deshalb die Konsumenten auf, nur solcheEier zu kaufen, die unter tiergerechten Bedingungen produziert worden sind. Nur so könnten dieanderen Eierproduzenten dazu angehalten werden, auch ihre Betriebe umzustellen.Diesen Forderungen entgegnet Hsieh Wen-feng von der Shih An Farm, eine käfigfreie Haltungvon Legehennen sei für Taiwan nicht geeignet, da die Insel zu wenig Platz biete und die Gefahrbestünde, dass sich die Hennen durch Zugvögel mit der Vogelgrippe infizieren würden.(taito) TAIWAN AKTUELL Nr. 559 15.12.12
    • 8KurzmeldungenKlassentreffen endet tödlich. Ein geplantes Klassentreffen einer 22-köpfigen Seniorengruppeaus Neu Taipeh Stadt hat mindestens 13 Teilnehmern das Leben gekostet. Der Reisebus derGruppe war am 09. Dezember 2012 im Nordwesten Taiwans 300 Meter tief in eine Schluchtgestürzt. Die alarmierte Tourismusbehörde und das Verteidigungsministerium entsandtenmehrere Rettungsteams, die acht Verletzte bergen konnten. Zwei weitere Personen galtenvorerst noch als vermisst. Auch wenn die Untersuchungen zur Unfallursache noch andauern,vermutet die Autobahnmeisterei, dass die Straße durch Regenfälle rutschig geworden war undder Bus deshalb von der Fahrbahn abkam. Technisch soll das Fahrzeug einwandfrei gewesensein. Die Behörden hoffen, dass der Busfahrer, der das Unglück verletzt überlebt hat, Angabenzum Unfallhergang machen kann.Taiwan glänzt bei internationalen Leistungsstudien für Grundschüler. Die kürzlichveröffentlichten Ergebnisse der Studien Timss (Trends in International Mathematics andScience Study) und Iglu (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) bewerten dieFähigkeiten von Grundschülern in den Fächern Lesen und Mathematik sowie in denNaturwissenschaften. Dabei erreichten die Grundschulkinder aus Taiwan in Mathe denneunten, beim Lesen den vierten und in den Naturwissenschaften den sechsten Rang. ZumVergleich: Deutsche Grundschüler kamen auf die Plätze 17, 16 und 17. Die Ergebnisse derLeistungsstudien legen nahe, dass die Grundschulausbildung in Taiwan eine der bestenweltweit ist. Wir wünschen unseren Lesern frohe und erholsame Weihnachtstage!Abkürzungen:(cp) = China Post (cna) = Central News Agency (tn) = Taiwan News (tt) = Taipei Times(ten) = Taiwan Economic News (taito) = Taiwan Today (rti) = Radio Taiwan International(fotai) = Focus Taiwan (eB) = eigener Bericht TAIWAN AKTUELL Nr. 559 15.12.12