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2profitieren würden. Außerdem könnten die Ressourcen des Ostchinesischen Meeresgemeinsam friedlich genutzt und entwickelt ...
3Taipeh hatte sich mit Tokio im Vorfeld über die geplante Erklärung Mas in Verbindung gesetzt.Präsident Ma machte sie dann...
4Fischereiprodukten aber auch Treibstoff berechnet. Er lag um knapp ein Prozent über dem Wertdes Vorjahres.Der Preisanstie...
5Handel betrug im Jahr 2011 insgesamt 67,2 Milliarden US$ (umgerechnet ca. 54,7 MilliardenEuro). Das ist ein Plus von 8,6 ...
6Das Yimin Fest geht auf die Kämpfe im 18. Jahrhundert zurück, als die Hakka in derkaiserlichen Armee dienten, um lokale A...
7KurzmeldungenDiplomaten begeistert von Taiwan. Nachdem bereits der schwedische Gesandte in Taiwan,Henrik Bystrom, der stä...
8Hsia-ling, der Athletin die Glückwünsche von Präsident Ma Ying-jeou. Am 29. Juli hatte dieGewichtheberin Hsu Shu-ching be...
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Taiwan Aktuell #551 15.08.2012

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Themen u.a.: Konflikt um Diaoyutai Inseln, Verbraucherpreise, Hakka-Festival. Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Republik China (Taiwan). Herausgegeben von der Taipeh-Vertretung München.

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  1. 1. Zweiwöchentliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Chi Republik China Herausgeber: Karl C.Y. Cheng, Chefredakteur: Bo-Sung Hsu Redaktion: Helga Doppler Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Büro München - Presseabteilung Sonnenstraße 25, 80331 München, Tel: 089-271 19 58, Fax: 271 32 02 Email:doppler@mail.gio.gov.tw , Internet: http://www.roc-taiwan.de Positive Reaktionen auf Präsident Mas Friedensinitiative Verbraucherpreise steigen im Juli TIFA-Gespräche sollen wieder aufgenommen werden Yimin Festival der Hakka Politik Positive Reaktionen auf Präsident Mas Friedensinitiative Präsident Ma Ying-jeou hat in einer Initiative zur Friedenssicherung im Ostchinesischen Meer alle Nationen, die die Diayutai Inseln für sich beanspruchen, aufgerufen, ihre Streitigkeiten über die Frage, wer die Hoheitsgewalt über die Inseln hat, beizulegen und stattdessen gemeinsam die Ressourcen des Ostchinesischen Meeres zu erschließen. In Japan, das die Inseln neben Festlandchina und Taiwan ebenfalls beansprucht, werden die Eilande als Senkaku Inseln bezeichnet. Taiwans Außenminister Timothy Yang hatte am 07. August 2012 die InitiativeNr. 551 15.08.2012 zur Friedenssicherung im Ostchinesischen Meer als einen Vorschlag 20. Jahrgang bezeichnet, von dem alle beteiligten Parteien durch Frieden und Stabilität ISSN 0945-618X
  2. 2. 2profitieren würden. Außerdem könnten die Ressourcen des Ostchinesischen Meeresgemeinsam friedlich genutzt und entwickelt werden, wobei Taiwan auch die Möglichkeit habe,die Beziehungen zu seinen Nachbarn zu verbessern.Am selben Tag hatte Yangs japanischer Amtskollege Außenminister Koichiro Gemba erklärt,Japan wolle die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Taiwan in der Angelegenheit der Inselnnicht ausschließen, auch wenn Tokio Taiwans Ansprüche auf die Hoheit über die DiayutaiInseln nicht akzeptiere.“Die Äußerungen Koichiro Gembas stimmen teilweise mit unserem Vorschlag, dieMeinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Diayutai Inseln friedlich und vernünftig zu lösen,überein,“ erklärte ein Vertreter des Außenministeriums von Taiwan ebenfalls am Dienstag, den07. August.Den Vorschlag Präsident Mas zur gemeinsamen Nutzung der Inseln hat der japanischeAußenminister im Rahmen einer Pressekonferenz in Tokio positiv aufgenommen und als eineMöglichkeit zur Friedenssicherung in der Region bezeichnet, hieß es aus TaiwansAußenministerium.Außerdem wolle Japan nicht das freundschaftliche Verhältnis, das zwischen Taipeh und Tokiobestehe, durch die Unstimmigkeiten über die Diayutai Inseln getrübt sehen. Die japanischeRegierung sei der Meinung, man könne entsprechende Richtlinien für eine Zusammenarbeitfinden. Eine solche Entwicklung sei wichtig für die Erhaltung von Frieden und Stabilität imOstchinesischen Meer, erklärte Gemba.Der japanische Außenminister fügte allerdings auch hinzu, dass die Möglichkeit einerKooperation nur dann bestehe, wenn Taiwan seine Hoheitsansprüche auf die Inselgruppeaufgebe. Eine solche Option lehnte der Außenminister Taiwans ab. Yang erklärte, die DiayutaiInseln, die ungefähr 170 Kilometer nordöstlich vor Taiwan liegen, seien ein unumstrittener undinhärenter Teil des Staatsgebiets der Republik China.“Die Regierung der Republik China versteht aber auch, dass die Streitigkeiten zu denHoheitsansprüchen über die Inselgruppe nicht auf die Schnelle gelöst werden können,“ sagteYang und fügte hinzu, als ein erster Schritt zur Lösung des Problems wäre denkbar, dassThinktanks und halboffizielle Stellen einen Gedankenaustausch über die Pläne zurZusammenarbeit anstrengen sollten.Präsident Ma hatte am Sonntag, den 05. August, eine Fünf-Punkte-Erklärung abgegeben undalle beteiligten Seiten aufgefordert, keine feindseligen Schritte in der Angelegenheit zuunternehmen. Mas Vorschlag beinhaltet, die Streitigkeiten beizulegen und den Dialogfortzuführen, die international gültigen Gesetze zu achten und die Auseinandersetzungen auffriedlichem Weg auszuräumen, einen Konsens zu einem Verhaltenskodex im OstchinesischenMeer zu finden und Richtlinien für eine Zusammenarbeit bei der Nutzung und Entwicklung derRessourcen des Ostchinesischen Meeres zu schaffen. TAIWAN AKTUELL Nr. 551 15.08.12
  3. 3. 3Taipeh hatte sich mit Tokio im Vorfeld über die geplante Erklärung Mas in Verbindung gesetzt.Präsident Ma machte sie dann im Rahmen der 60-Jahr-Feier zum Friedensvertrag zwischen derRepublik China und Japan öffentlich. Bisher hat sich Japan noch nicht auf dem diplomatischenWeg zu der Initiative Präsident Mas geäußert. Die Bemerkungen des japanischenAußenministers waren soweit der erste Hinweis darauf, wie Tokio den Vorschlag bewertet.Das Außenministerium hoffe, dass alle betroffenen Parteien ihre Differenzen beilegen, dieAngelegenheit mit einem pragmatischen Ansatz angehen und Wege zur Zusammenarbeitfinden werden damit die Ressourcen der Region gemeinsam genutzt werden können, erklärteYang abschließend.(taito/cp/tt) WirtschaftVerbraucherpreise steigen im JuliLaut den am 06. August 2012 veröffentlichen Statistiken der Regierung von Taiwan war im Juli2012 der Verbraucherpreisindex im Land um 2,46 Prozent höher als im Vergleichsmonat desVorjahres. Dies ist der stärkste Anstieg des Verbraucherpreisindexes seit vier Jahren.Volkswirte und Experten zeigten sich von dem deutlichen Anstieg überrascht. Sie hatten imVorfeld der Veröffentlichung der Daten lediglich mit einem Anstieg von 1,87 Prozent gerechnet.Für das Gesamtjahr geht Taiwans Generaldirektion für Budget, Rechnungswesen und Statistikdavon aus, dass die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent steigen werden.Ein Großteil des Preissteigerungen ist auf die schweren Regenfälle im Juli zurückzuführen, diegroße Schäden in der Landwirtschaft angerichtet haben und damit empfindliche Ernteausfälleverursacht haben, was wiederum die Obst- und Gemüsepreise in die Höhe trieb. Teilweisewaren Obst und Gemüse um ein Drittel bzw. 20 Prozent teurer als im Vergleichsmonat desVorjahres. Insgesamt sind die Lebensmittelpreise im Juli 2012 um sechs Prozent gegenüber2011 gestiegen.Einen weiteren Preisauftrieb gab es durch eine 4,3-prozentige Preisanhebung desBenzinpreises und die neuen, seit Juni geltenden Stromtarife. Durch diesen deutlichenInflationsanstieg wird der Handlungsspielraum der Notenbank Taiwans bei ihrer Bekämpfungder Konjunkturabkühlung eingeschränkt. Die taiwanische Notenbank rechnet auch in denkommenden Monaten mit einer weiterhin steigenden Inflationsrate. Es wird erwartet, dass in derzweiten Jahreshälfte der Preisanstieg hauptsächlich durch wetterbedingte Faktorenhervorgerufen wird.Der annualisierte Kernverbraucherindex, auch als Kerninflationsrate bezeichnet, wird ohneBerücksichtigung der starken Preisschwankungen bei Produkten wie Obst, Gemüse, TAIWAN AKTUELL Nr. 551 15.08.12
  4. 4. 4Fischereiprodukten aber auch Treibstoff berechnet. Er lag um knapp ein Prozent über dem Wertdes Vorjahres.Der Preisanstieg der ersten sieben Monate des Jahres belief sich bei den Verbraucherpreisenauf 1,6 Prozent, die Großhandelspreise dagegen legten nur leicht um knapp 0,2 Prozent zu.Paradoxerweise waren im Juli die Großhandelspreise sogar um 1,7 Prozent zurück gegangen.Grund dafür waren die nachgebenden Preise für Rohmetalle und chemische Materialien.(rti)TIFA-Gespräche sollen wieder aufgenommen werdenPräsident Ma Ying-jeou hat seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Gespräche zumRahmenabkommen für Handel und Investitionen (Trade and Investment Framework Agreement,TIFA) zwischen Taiwan und den USA sobald wie möglich wieder aufgenommen werdenkönnen. Die Verhandlungen zu dem Vertragswerk waren in den letzten fünf Jahren ausgesetztworden.Ma gab diese Erklärung ab, als er am Montag, den 06. August 2012, Jose W. Fernandez, denstellvertretenden Außenminister der USA für wirtschaftliche und unternehmerischeAngelegenheiten, im Präsidentenbüro in Taiwan empfing. Fernandez ist der ranghöchsteVertreter des US-amerikanischen Außenministeriums, der Taiwan in den letzten Jahren besuchthat. Das Ziel seiner Reise war, die Werbetrommel für das Programm SelectUSA zurInvestitionsförderung von US-Präsident Barack Obama zu rühren.“Unsere Legislative hat am 25. Juli die Nachträge zum Gesetz für Lebensmittelhygieneverabschiedet, die den zulässigen Grenzwert von Rückständen des WachstumshormonsRactopamin in aus den USA importiertem Rindfleisch auf zehn Teile pro Milliarde festlegen,“sagte Ma. [Ractopamin verhindert, dass Rinder viel Fett ansetzen und macht so das Fleischbesonders mager, Anm. d. Red.] “Wir hoffen, dass die TIFA-Verhandlungen wieder auf Kurskommen und dadurch für Taiwan die Voraussetzungen geschaffen werden, um dertranspazifischen Partnerschaft innerhalb der nächsten acht Jahre beizutreten und an derregionalen wirtschaftlichen Integration in Asien teilhaben zu können,“ so Präsident Ma weiter.Ma betonte ausdrücklich, dass Taiwan im höchsten Maße an einer Teilnahme an SelectUSAinteressiert sei. “Die Zahlen vom Ministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten belegen, dassseit Ende April dieses Jahres Taiwan in 5 112 Projekten in den USA Investitionen tätigt miteinem Gesamtwert von 13 Milliarden US$ (ca. 10,6 Milliarden Euro). Diese Summe macht 19Prozent aller Investitionen unseres Landes im Ausland aus und ist der zweitgrößteInvestitionsumfang Taiwans in einem einzigen Land,“ erläuterte Ma.“Die USA sind unser drittgrößter Handelspartner und umgekehrt sind wir der zehngrößteHandelspartner der USA,“ so Ma. Was die Exporte von landwirtschaftlichen Erzeugnissenangeht, ist Taiwan sogar der sechstgrößte Abnehmer der Vereinigten Staaten. “Der bilaterale TAIWAN AKTUELL Nr. 551 15.08.12
  5. 5. 5Handel betrug im Jahr 2011 insgesamt 67,2 Milliarden US$ (umgerechnet ca. 54,7 MilliardenEuro). Das ist ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 und ein Beleg dafür wie festunsere Handelsbeziehungen verflochten sind,“ führte der Präsident weiterhin aus.Angesichts derart enger Geschäftsverbindungen drängte Präsident Ma die USA, die TIFA-Gespräche mit Taiwan wieder aufzunehmen und erinnerte in diesem Zusammenhang daran,dass Taiwan in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Handelsabkommen mit anderenLändern unterzeichnet habe, darunter das Rahmenabkommen zur wirtschaftlichenZusammenarbeit (ECFA) mit China wie auch ein Investitionsabkommen mit Japan.Fernandez seinerseits bezeichnete Taiwan als einen der wichtigsten Akteure in dererfolgreichen Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung Asiens. Er erklärte, er wolle beiseinem Besuch in Taipeh die Möglichkeiten ausloten, wie die Handelsbeziehungen zwischenTaiwan und den USA noch weiter verbessert werden können. Das Programm desstellvertretenden Außenministers sah u.a. vor, sowohl US-amerikanische Unternehmen mitNiederlassungen in Taiwan zu besuchen, als auch Betriebe aus Taiwan, die in den USAunternehmerisch tätig sind.Unabhängig davon erklärte der Vizeminister des taiwanischen Wirtschaftsministeriums, FrancisKuo-hsin Liang, seine Behörde werde im Oktober dieses Jahres ein Büro eröffnen, das dieZusammenarbeit in verschiedenen Bereichen der Industrie zwischen Taiwan und den USAfördern werde. Die zunächst anvisierten Felder für die Zusammenarbeit beinhalten z.B. dieGrüne Energie und solche Industrien, in denen die Wahrung geistiger Eigentumsrechte relevantist, erläuterte Liang.(taito/tt) GesellschaftYimin Festival der HakkaDie Abteilung für Angelegenheiten der Hakka der Verwaltung von Neu Taipeh Stadt, demfrüheren Landkreis Taipeh, wird im Gebiet der Kreisstadt Banciao vom 18. bis 20. August 2012das Yimin Kulturfestival abhalten.Das jährlich stattfinde Fest der Bevölkerungsgruppe der Hakka, die einen Anteil von mehr als15 Prozent an der Bevölkerung Taiwans ausmachen, diente in seiner ursprünglichen Form derHuldigung des Mutes und der Tapferkeit der Ahnen. Das Yimin Fest, das während dessogenannten “Geistermonats“ gefeiert wird und dessen genauer Termin sich nach demMondkalender richtet, trägt auch die Bezeichnung Fest der “hungrigen Geister“, denn demVolksglauben nach kommen im Geistermonat die Seelen der Ahnen auf die Erde zurück undmüssen mit Papiergeld und anderen Opfern beschwichtigt werden. TAIWAN AKTUELL Nr. 551 15.08.12
  6. 6. 6Das Yimin Fest geht auf die Kämpfe im 18. Jahrhundert zurück, als die Hakka in derkaiserlichen Armee dienten, um lokale Aufstände niederzuschlagen. “Yimin" war dabei einEhrentitel, den Hakka-Kämpfern vom chinesischen Kaiser verliehen wurde. Nach dem Toddieser Kriegshelden, begannen die Menschen damals Tempel und Schreine für sie zu errichtenund Schweine als Opfer darzubieten, wobei es die fettesten Schweine sein mussten, die zufinden waren.Dieser Brauch, der bis heute bei den Hakka Sitte ist, entsetzt jedes Jahr wieder Tierschützer,die die Zwangsmast der Schweine als Tierquälerei betrachten. “Früher war alles ganz anders,aber mittlerweile ist das hier zu einer Industrie geworden. Damals wurden die Schweine ganznormal großgezogen, und dann wurden sie geopfert, unabhängig davon, wie groß oder klein siewaren. Heute ist das Ganze eher zu einem Wohlstandswettbewerb geworden, zu einerAngelegenheiten bei der man sich gut in Szene setzen kann, die aber nichts mehr mit Kultur zutun hat. Ich finde das alles schrecklich – je größer die Schweine sind, desto toller sehen sieangeblich aus. Alle wollen sie das Schwein mit dem höchsten Gewicht haben, doch wie esdiesem dabei geht, ist ihnen egal,“ klagt Chen Yu-mei von der Umwelt- undTierschutzgesellschaft Taiwans.Bei den großen Festen werden die geopferten Riesenschweine, die auch als “heilige Schweine“bezeichnet werden, auf Lastwagen zur Schau gestellt. Die toten Tiere sind dabei aufgespannt,ausgestopft, mit einer Ananas in der Schnauze dekoriert und bunt bemalt. Etwa 700 Schweinewerden jedes Jahr zu diesem Fest geopfert. Die Familie, die das größte und gewichtigsteMastschwein schlachtet und opfert, kann im nächsten Jahr besonders viel Glück und Segenerwarten. Letztes Jahr brachte das "Siegerschwein" laut Medienberichten ganze 960 Kilogrammauf die Waage.Heutzutage ist das Züchten von Riesenschweinen zu einem landwirtschaftlichen Industriezweiggeworden. Die Familien, die an dem Festival teilnehmen wollen, kaufen die Schweine inÜbergröße bei speziellen Züchtern. Für ein Schwein, das über 600 Kilogramm wiegt, beginntder Preis bei 600 000 NT$, das sind umgerechnet ca. 16 300 Euro.In den nur zwei bis drei Jahren, die ein solches Megaschwein lebt, erhält es spezielles,besonders eiweißreiches Futter. Die Züchter betonen, dass sie darauf achten, dass die heiligenSchweine die bestmögliche Behandlung erhalten. Wenn es heiß ist, werden die Tiere mitWasserfächern gekühlt, und sie erhalten reichlich Futter. Der Haferbrei, den sie bekommen, dasTrinkwasser und das Umfeld in dem sie leben werden genauestens überwacht. IhreBehandlung unterscheidet sich vollkommen von der normaler Mastschweine auf einem Hof.Aller Kritik zum Trotz verteidigen die Hakka das Fest als wichtigen Teil ihres kulturellen Erbesund ihres Brauchtums. Auf dem Land, wo sonst nicht viel los ist, ist das Yimin Festival einEreignis zu dem sich die Verwandten treffen und viele Menschen kommen, um am Tempelfestteilzunehmen und um die heiligen Schweine zu bestaunen. Das Festival endet jedes Jahr miteinem großen Gelage bei dem alle Besucher eine Scheibe Schweinefleisch essen.(eB) TAIWAN AKTUELL Nr. 551 15.08.12
  7. 7. 7KurzmeldungenDiplomaten begeistert von Taiwan. Nachdem bereits der schwedische Gesandte in Taiwan,Henrik Bystrom, der ständige Vertreter der Niederlande, Menno Goedhart und der BotschafterEl Salvadors, Francisco Ricardo Santana, nach ihrer Pensionierung ihren Wohnsitz in derRepublik China beibehalten haben, wird auch der scheidende Vertreter der Vereinigten Staaten,William A. Stanton, in Taiwan bleiben. Die Behörden des Landes haben jedem dieserausländischen Diplomaten sofort eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erteilt und sindstolz darauf, dass sich die Insel einer solchen Beliebtheit erfreut. Stanton hatte erklärt, er liebeTaiwan besonders wegen seiner freundlichen Menschen, wegen der hervorragenden Kücheund auch wegen des Klimas. Er wird nach seiner Pensionierung an der American TaipehSchool Literatur unterrichten und wird sich eigenen Aussagen zufolge weiter für die BelangeTaiwans und seine Beziehungen zu den USA engagieren.Somalische Piraten lassen Fischerboot aus Taiwan frei. Die Besatzung eines taiwanischenFischerbootes, die sich gut anderthalb Jahre in der Gewalt von somalischen Piraten befundenhatte, ist von ihren Entführern freigelassen worden. Der Kapitän aus Taiwan sowie die 13Besatzungsmitglieder aus China und zwölf weitere aus Vietnam kamen nach der Zahlung einesLösegeldes am Dienstag, den 17. Juli 2012, endlich frei, teilte das Außenministerium Taiwanseinen Tag nach der Befreiung der Geiseln mit. Das Fischerboot war am 25. November 2010 vorMadagaskar gekapert und die Besatzung nach Somalia verschleppt worden. Seit demZusammenbruch der Staatsgewalt in Somalia ist das Gebiet zu einer Hochburg für Piratengeworden, die bis weit in den Indischen Ozean hinein ihr Unwesen treiben. Nach derFreisetzung der Besatzung des tawanischen Fischkutters wurde die Mannschaft von einemchinesisches Marineschiff nach Tansania gebracht. Über Höhe und Provenienz derLösegeldzahlung lagen bis auf weiteres keine Angaben vor.Medikamente für 22 Jahre hat sich ein Patient, der Mitglied bei der NationalenKrankenversicherung Taiwans (NHI) ist, im Jahr 2012 verschreiben lassen. Der Mann, der anBluthochdruck, Herzschwäche und Asthma leidet, machte sich wegen seines gesundheitlichenZustands derart Sorgen, dass er in Eigenregie die Dosen seiner Medikamente ständig erhöhte.Um überhaupt an derart viele verschreibungspflichtige Arzneien zu kommen, wurde er 2010insgesamt 344mal in verschiedenen Krankenhäusern vorstellig, wo er vorgab, sein Rezeptverloren zu haben, und so Medikamente für 8 134 Tage bei korrekter Dosierung erhielt.Nachdem diese Praxis aufgeflogen war, verdonnerte die NHI den Mann zuInformationsgesprächen über die Verschwendung von NHI-Mitteln. Die Therapie scheint gewirktzu haben: Im Jahr 2011 wurde der Mann nur noch 173mal im Krankenhaus vorstellig undhortete Medikamente für nur noch 4 019 Tage.Eine zweite Medaille für Taiwan konnte die Taekwondo-Kämpferin Tseng Li-cheng am 09.August 2012 bei den olympischen Spielen in London erringen. In der Klasse bis 57 Kilogrammverlor Tseng das Halbfinale gegen die spätere Olympiasiegerin aus Großbritannien Jade Jonesmit 10-6. Sie konnte sich dann aber gegen die finnische Athletin Suvi Mikkonen mit 14-2durchsetzen und sicherte sich die Bronzemedaille. Die Medaille Tsengs ist das erste Edelmetallfür Taiwan in dieser Gewichtsklasse seit Taekwondo im Jahr 2000 erstmals als olympischeSportart zugelassen wurde. Nach ihrem Sieg übersandte die Ministerin des Rats für Sport, Tai TAIWAN AKTUELL Nr. 551 15.08.12
  8. 8. 8Hsia-ling, der Athletin die Glückwünsche von Präsident Ma Ying-jeou. Am 29. Juli hatte dieGewichtheberin Hsu Shu-ching bereits eine Silbermedaille für Taiwan erringen können.Aufgrund von Taiwans besonderer Situation treten die Sportler/innen bei den OlympischenSpielen nicht unter der Nationalitätenbezeichnung Republik China sondern als “Chinese Taipei“an. Hätte ein Sportler oder eine Sportlerin aus Taiwan eine Goldmedaille gewonnen, so hätteauch nicht die Nationalhymne aus dem Jahr 1937 sondern nur das Flaggenlied des Landeserklingen können.Der Vizepräsident der Republik China, Wu Den-yih, ist am 13. August 2012 zu einem 12-tätigen Staatsbesuch via Los Angeles und New York in die Dominikanische Republikaufgebrochen, einem der diplomatischen Verbündeten Taiwans. Der Vizepräsident nimmt am16. August an der Amtseinführung des designierten Präsidenten der Dominikanischen RepublikDanilo Medina teil, bei der er Präsident Ma Ying-jeou vertreten wird. Die Delegation derRepublik China, die von Wu geleitet wird, umfasst Vertreter des Außenministeriums, derKommission für Angelegenheiten der Überseechinesen sowie anderer zentralerRegierungsbehörden. Den scheidenden Präsidenten der Dominikanischen Republik, LeonelFernandez, wird Wu im Rahmen seines Besuchs ebenfalls noch einmal treffen. Daneben sindder Besuch einiger Kooperationsprojekte beider Länder geplant sowie die Begleitung derEröffnung einer Einrichtung zur Berufsbildung. Neben der Dominikanischen Republik wird Wuauch noch nach Belize reisen, einem weiteren Verbündeten Taiwans in der Karibik. Dortmöchte der Vizepräsident Premierminister Dean Barrow zu seiner Wiederwahl im März diesesJahres gratulieren und sich im Anschluss über die von der Republik China unterstütztenProjekte informieren. Am 24. August wird Wu nach Taiwan zurückkehren.Veranstaltungskalender“EDEN – Im Garten des Außergewöhnlichen“JEAN BOGGIO FOR FRANZvom 04.05.-07.10.2012 im Porzellanikon Selb, Werner-Schürer-Platz 1Kontakt: 09287-918000, www.porzellanikon.orgTäglich 10-17 Uhr (außer montags) sowie nach VereinbarungFührungen nach Voranmeldung (auch fremdsprachig)In Europas größtem Spezialmuseum für Porzellan, dem Porzellanikon in Selb, ist die einzigartigeSonderausstellung des taiwanischen Porzellanunternehmens Franz Chen auf einer Fläche von800 Quadratmetern in einer ehemaligen Porzellanfabrik der Weltmarke Rosenthal zu sehen.Abkürzungen:(cp) = China Post (cna) = Central News Agency (tn) = Taiwan News (tt) = Taipei Times(ten) = Taiwan Economic News (taito) = Taiwan Today (rti) = Radio Taiwan International(eB) = eigener Bericht TAIWAN AKTUELL Nr. 551 15.08.12

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