Grundlagen Und Praxis Der Anti Aging Medizin

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Das ist ein Vortrag, den Dr. Clarence P. Davis im Rahmen einer Vortragsreihe am Universitaetsspital Zuerich im Jahre 2003 zum Thema Theorie und Praxis der Anti-Aging Medizin gehalten hat.
Der Vortrag ist auf einem sehr hohen Niveau und richtet sich ausschliesslich an professionelle Leser mit fundierten Vorkenntnissen.

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Grundlagen Und Praxis Der Anti Aging Medizin

  1. 1.
  2. 2. Grundlagen und Praxis der Anti-Aging Medizin<br />Dr. Clarence P. Davis<br />Bergstrasse 8<br />CH-8702 Zollikon<br />
  3. 3. swissestetix<br />Themen<br />Was ist Altern?<br />Weshalb altern wir?<br />Diagnose von altersbedingten Veränderungen<br />Prävention von altersbedingten Veränderungen<br />Was ist therapeutisch möglich?<br />
  4. 4. swissestetix<br />WHO-Definitionen desActive-Aging<br />Active-Aging<br />Process of growing older without growing old through the maintenance of physical, social and spiritual activities throughout a lifetime<br />Men, Ageing and Health; WHO 1998<br />
  5. 5. swissestetix<br />WHO-Definitionen des Alterns<br />Alterungsprozess (normales Altern)<br />Universelle biologische Veränderungen, die mit fortschreitender Zeitdauer auftreten und nicht durch Krankheiten oder Umweltfaktoren beeinflussbar sind<br />Prozess des Alterns (pathologisches Altern)<br />Veränderungen, die stark durch Umwelteinflüsse, Lifestyle und Krankheiten beeinflusst werden. Letztere können selbst in Zusammenhang mit Alterungs-prozessen stehen, oder durch Alterungsprozesse verändert werden, sind aber nicht durch Alterungs-prozesse hervorgerufen.<br />
  6. 6. swissestetix<br />Was ist Altern?<br />Alterungsprozess <br />Universelle biologische Veränderungen<br />Programm<br />Prozess des Alterns<br />Veränderungen, die stark durch Umwelteinflüsse, Lifestyle und Krankheiten beinflusst werden<br />Abnützung und Verbrauch<br />Programm-Theorien<br />Stochastische-Theorien<br />
  7. 7. swissestetix<br />Alterungsprozesse entstehen auf dem Boden unzureichender Reparations-mechanismen bei konstanter Schädigung <br />Stochastische Theorien <br /><ul><li>Abnahme der Reparaturmechanismen
  8. 8. Akkumulation zerstörerischer Verletzungen</li></ul>Zellab-fallak-<br />kumu-<br />lation<br />Lebens-<br />rate<br />Wear und Tear<br />Freie Radikale<br />Cross-linking<br />Error-Cata-<br />strophe<br />Order to Disorder<br />Glykosylierung<br />
  9. 9. swissestetix<br />Theorie der freien Radikale <br />Aggressive Sauerstoffradikale (O2-, OH-, H2O2) greifen die Zelle und/oder Zellwand an und führen dort zur Bildung neuer aggressiver Sauerstoffradikale (Kettenreaktion)<br />Antioxidantien können die Lebensspanne von Würmern und Mäusen um bis zu 30% verlängern<br />Freie Radikale<br />Harman D; J Gerontol 1956<br />Rose M.R.; Int J Org Evol 1984<br />
  10. 10. swissestetix<br /><ul><li>Die nichtenzymatische Glykosylierung bestimmter Proteine im Körper führt zur Bildung und Anhäufung bleibender Quer-verbindungen, die für den im Alter auftretenden Elastizitäts- und Funktions-verlust typisch sind
  11. 11. Menschen mit hohen Blutzuckerspiegeln altern besonders schnell Komplikationen beim Diabetes mellitus können auch als Zeichen einer vorzeitigen Organalterung interpretiert werden.</li></ul>Glykosylierung<br />AGE-Theorie(Advanced Glycosylation Endproducts)<br />Kristal B; Gerontal Biol Sci 1992<br />
  12. 12. swissestetix<br />AGE-Theorie(Advanced Glycosylation Endproducts)<br />Jacot L; J Ocul Pharmacol Ther 1998<br />
  13. 13. swissestetix<br /><ul><li>„Tod entsteht dadurch, dass ein ausge-laugter Organismus sich nicht immer von Neuem regenerieren kann“
  14. 14. Altern könnte durch fortschreitende genetische Zerstörung, die dann akkumuliert, hervor-gerufen werden</li></ul>Wear and Tear-Theorie <br />Wear und Tear<br />August Weismann; 1882<br />
  15. 15. swissestetix<br />Theorie der Error-Catastrophe <br />Mit zunehmendem Alter treten immer mehr Fehler in der Aminosäurensequenz der Proteine auf, was schliesslich zum Zelltod führt.<br />Bsp. Kataraktbildung durch Anhäufung von Krystallinprotein in der Linse<br />Biologische Altersbestimmung durch Messung von d-Aspartat im Zahnschmelz<br />Error-Cata-<br />strophe<br />Orgel LE; Proc Natl Acad Sci USA 1963<br />Orgel LE; Proc Natl Acad Sci USA 1970<br />
  16. 16. swissestetix<br />Programm-Theorien<br /><ul><li>Genetische Kontrolle</li></ul>Altern unterliegt einer genetischen Kontrolle<br />Natürliche Selektion: Lebewesen in der Natur erleben das Alter nicht. Ihre Genstruktur könnte durch Mutationen, die nicht korrigiert werden, alteriert sein<br />Pleiotroper Antagonismus: Gene, die sich im reproduktiven Alter günstig auswirken, haben danach negative Effekte<br />Ökologische Nischensicherung: Durch das Fehlen extrinsischer Faktoren, könnten Gene bevorzugt werden, die den Altersablauf verlangsamen, damit eine grössere Zahl von Nachkommen generiert und versorgt werden kann<br />Immun-theorien<br />Telo-mere<br />Neuro-endo-krine<br />Bioclock<br />Ver-erbung<br />Moleku-largene-tik<br />Todes- und Long-life- Gene<br />
  17. 17. swissestetix<br />Telomeren-Theorie<br />Verlust der Telomere führt zu chromosomaler Instabilität (Zelltod)<br />Keim- und Tumorzellen besitzen Telomerase, wodurch die Zellen unsterblich werden<br />Telo-mere<br />Fossel M; JAMA 1998<br />
  18. 18. swissestetix<br />Molekulargenetische Theorien <br />Altern ist ein biologisch aktiv gesteuerter Prozess<br />Hemmung der Suppression von Genen, die Prozesse verursachen, die mit dem Alterungsprozess zu tun haben (Hayflick Limit)<br />Zusammenhang mit der reproduktiven Phase<br />Freischaltung supprimierter Gene<br />Moleku-largene-tik<br />Hayflick L; Gerontology 1985<br />
  19. 19. swissestetix<br />Bioclock-Theorien<br />Zellen besitzen eine zeitlich abgestimmte Regulationsmöglichkeit den eigenen Alterungsprozess zu beeinflussen<br />Expression wachstumsfördernder oder hemmender Faktoren<br />clk-1 bei C. elegans<br />Bioclock<br />Murakami S; Genetics 1996<br />
  20. 20. swissestetix<br />Todes- und Longlife Gene <br />Gewisse Gene führen zu einer Verlängerung oder Verkürzung der Lebensspanne (unterschiedliche Mechanismen)<br />age-1, daf-, ced- und viele mehr bei C. elegans<br />Indy (i‘m not dead yet) bei Drosophila<br />Todes- und Long-life- Gene<br />Lakowski B; Science 1996<br />Rogina B; Science 2000<br />
  21. 21. swissestetix<br />Hereditäre Theorien <br />Chromosomale Aberrationen führen zu prämaturem Alterungsprozess<br />Werner-Syndrom (Chromosom 8)<br />Helicase<br />Down-Syndrom (Chromosom 21)<br />Amyloid-Precursor Protein<br />Morbus Alzheimer (4 unterschiedliche Gene)<br />Presenilin 1 (Chromosom 14)<br />Presenilin 2 (Chromosom 1)<br />Apolipoprotein E (Homozygotie für E4)<br />Chromosom 19<br />Ver-erbung<br />
  22. 22. swissestetix<br />Der Thymus spielt eine Schlüsselrolle im neuro-hormonal-immunologischen Netzwerk<br />Hormonelle Kontrolle der ZNS-Immunkommunikation via Thymosine über den Hypothalamus, was zu Veränderungen in der Hormonproduktion der NNR und der Hypophyse führt<br />Thymusinvolution wirkt als Trigger für den graduellen Rückgang des homeostatischen Potentials<br />Lymphoide Organe und Lymphozyten besitzen Rezeptoren für Hormone und werden durch ihre Wirkung massgeblich beeinflusst<br />Störungen in der Immunkompetenz<br />Neuroendokrine- und Immuntheorien<br />Immun-theorien<br />Neuro-endo-krine<br />Grossman CJ; Science 1985<br />Goya RG, Gerontology 1999<br />
  23. 23. swissestetix<br />Was ist Altern? <br />Verminderung von Detoxifikationskapazitäten<br />Veränderung der Rezeptor-Expression<br />Das Altern ist im Wesentlichen eine Folge der Abnahme inter- und intrazellulärer Signalprozesse, die letztlich ein Resultat der genetischen und extrinsischen Alterungsprozesse darstellen.<br />Anstieg der Aktivität der Matrix-Metalloproteinasen<br />Verminderung der Reparaturenzyme der DNS<br />Vitaminmangel<br />Abnahme der G-Protein-Koppelung<br />Verringerung der antioxidativen Kapazität<br />Verminderung der 30S-Ribosomen<br />Verminderung des intrazellulären Calciums<br />Verringerung der Proteinkinasen<br />Abnahme der Zykline (c-AMP)<br />Anstieg der Tyrosinkinase<br />Anstieg von Cortisol<br />Hormonrückgang (interzellulärer Messangerrückgang)<br />Verminderung der Suppressor-Gen-Expression<br />Änderung der Rezeptorsensibilität<br />
  24. 24. swissestetix<br />Klinische Konsequenz <br />LQ<br />Zeit [y]<br /><ul><li>Alterungsprozesse werden also durch eine Dysbalance der Protektionsmechanismen aufrechterhalten.
  25. 25. Eingriffe von Aussen können zur Wiederherstellung des homeostatischen Potentials führen, den Alterungsprozess verlangsamen und zur Prävention altersbedingter Erkrankungen beitragen.</li></ul>Frailty Margin<br />Morbidity Compression<br />†<br />
  26. 26. swissestetix<br />Symptome des Alterns<br />Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit<br />Verringerung des mentalen Antriebs, depressive Verstimmung<br />Abnahme der kognitiven Leistung bzw. der Konzentration<br />Abnahme der Muskelmasse und –kraft<br />Zunahme der Fettmasse<br />Abnahme der Knochendichte<br />Abnahme der Körpergrösse, Rundung des Rückens<br />Nachlassen der Funktion aller Sinnesorgane<br />Nachlassen von Libido und Potenz<br />Veränderung der Haut<br />
  27. 27. swissestetix<br />Probleme der Diagnose<br />Anti-Aging heisst in erster Linie Vorbeugung und Verhütung von altersbedingten Erkrankungen<br />Viele Krankheiten sind zum Zeitpunkt der Diagnose noch nicht manifest<br />Parameter sind gesucht, die auf spätere Erkrankung hindeuten können<br /><ul><li>Biomarker des Alterns
  28. 28. Biomarker, die verschiedene Körperfunktionen erfassen, sollten Rückschlüsse auf Alterungsprozesse erlauben</li></ul>Biologisches Alter<br />Chronologisches Alter<br />
  29. 29. swissestetix<br />Diagnostik: H-Scan<br />H-Scan<br />H-Scan<br />
  30. 30. swissestetix<br />Diagnostik: Biomarker<br />
  31. 31. swissestetix<br />Diagnostik<br />Biomarker<br />Anamnese<br />
  32. 32. swissestetix<br /><ul><li>ZNS-Veränderungen
  33. 33. Hirnatrophie
  34. 34. Demenz
  35. 35. Verminderung der katecholen Syntheserate
  36. 36. Depression
  37. 37. Verminderung der dopaminergen Syntheserate
  38. 38. Parkinson
  39. 39. Verminderung des Phase-4 Schlafes
  40. 40. Insomnie
  41. 41. Andere degenerative Veränderungen
  42. 42. Verminderte Glucose-Homöostase
  43. 43. Diabetes mellitus
  44. 44. Verminderter Thyroxin-Metabolismus (und Produktion)
  45. 45. Schilddrüsendysfunktion
  46. 46. Verminderung der Lungen- und Thoraxelastizität
  47. 47. Dyspnoe / Hypoxie
  48. 48. Herz- und Gefässveränderungen
  49. 49. Reduktion der arteriellen Compliance
  50. 50. Anstieg des BD mit LVH
  51. 51. MI
  52. 52. Synkopen
  53. 53. Verminderte beta-adrenerge Antwort
  54. 54. Verminderte kardiale Antwort bei Stress (HMV)
  55. 55. Herzversagen
  56. 56. Progressive atheromatöse Gefässveränderungen
  57. 57. Mangelhafte Antwort bei Druckveränderungen
  58. 58. Durchblutungsstörungen
  59. 59. Veränderungen des muskuloskelettalen Apparates
  60. 60. Verminderung der Magermasse/Muskulatur
  61. 61. Funktionelle Beeinträchtigungen
  62. 62. Verminderung der Knochendichte
  63. 63. Osteopenie/Osteoporose
  64. 64. Hämatologisch/immunologische Veränderungen
  65. 65. Verminderung der Markreserve
  66. 66. Anämie
  67. 67. Verminderung der T-Zell Funktion
  68. 68. Malignome
  69. 69. Veränderung der B- und T-Zell Funktion
  70. 70. Autoimmunerkrankungen
  71. 71. Allgemein degenerative Prozesse
  72. 72. Erhöhung des Körperfettanteils
  73. 73. Adipositas
  74. 74. Reduktion der Wasserspeicherkapazität
  75. 75. Anorexie</li></ul>Alterungsprozesse werden durch eine Dysbalance der Protektionsmechanismen aufrechterhalten.<br />Krankheiten des Alters sind i.d.R. degenerativer Natur (&gt;90%)<br />Homeostenose (Verminderung des homeostatischen Potentials<br />Spezifische Probleme<br />
  76. 76. swissestetix<br />Diagnostik<br />Körperliche Untersuchung<br />Labor<br />Anamnese<br />Biomarker<br />Radiologie<br />Endgültige Diagnose <br />und<br /> Therapiekonzept<br />
  77. 77. swissestetix<br />Allgemeines Therapiekonzept<br />Äussere Therapie<br />Innere Therapie<br />Lifestyle-Massnahmen<br />Therapie<br />
  78. 78. swissestetix<br />Lifestyle-Massnahmen<br />Ernährung<br />Aufbau / Erhalt<br />Nahrungsrestriktion<br />Reduziert metabolische Rate / oxidativen Stress<br />Verbessert Insulinsensitivität<br />Reduziert Blutlipide / Blutdruck<br />Mediterrane Diät (Trichopoulou A; NEJM 2003)<br />Viel Fisch<br />Viele ungesättigte FS / wenig gesättigte FS<br />Viel Gemüse<br />Mässiger Alkoholkonsum<br /><ul><li>Muskeltraining
  79. 79. Reduziert Sarkopenie und damit Verbesserung des Frailty Indexes
  80. 80. Bewegung („low impact“)
  81. 81. Reduktion des Frakturrisikos (Osteoporose?)
  82. 82. Gymnastik
  83. 83. Kardiovaskuläre und antidiabetogene Bewegung
  84. 84. Jogging / Walking</li></ul>Vermeidung<br />
  85. 85. swissestetix<br />Lifestyle-Massnahmen<br />Screening-Untersuchungen<br />Koloskopie<br />Prostatauntersuchung<br />Gynäkologische Untersuchung<br />Kardiovaskuläres Screening<br />Vermeidung von Noxen<br />Raucherentwöhnung<br />Vermeidung von Umweltnoxen<br />Vermeidung<br />
  86. 86. swissestetix<br />Mediterrane Diät<br />Regelmässige körperliche<br />Betätigung<br />Wein in Massen<br />wenige Male<br />pro Monat<br />wenige Male<br />pro Woche<br />täglich<br />Früchte<br />
  87. 87. swissestetix<br />Innere Therapien<br />Antioxidative / entzündungshemmende Therapien<br />Hormonersatztherapien<br />Spezifische symptom- oder krankheitsbezogene Therapien<br />
  88. 88. swissestetix<br />Hormone<br />Pflanzenstoffe<br />Nahrungsergänzungen<br /><ul><li>Vitamin A
  89. 89. Vitamin E
  90. 90. Vitamin C
  91. 91. Selen
  92. 92. GPx
  93. 93. Mangan / Kupfer / Zink
  94. 94. SOD
  95. 95. Glutaminsäure / Cystein / Glycin
  96. 96. Glutathion
  97. 97. CoQ10 / a-Liponsäure / L-Carnitin
  98. 98. Verminderung der mitochondrialen Schädigung
  99. 99. Verbesserung des mitochondrialen Metabolismus
  100. 100. Carotinoide
  101. 101. Flavonoide
  102. 102. Isoflavone
  103. 103. Verminderung der Zellproliferation
  104. 104. in vitro Hemmung der Tumorangiogenese
  105. 105. Hemmung der Tc-Aggregation
  106. 106. E2-Modulation
  107. 107. Ca. 30‘000 Weitere
  108. 108. Melatonin
  109. 109. Hydroxyl-Scavenger
  110. 110. Flavine / Porphyrine
  111. 111. DHEA
  112. 112. Hemmung der NADPH-Oxidase</li></ul>Vitamine<br />Spurenelemente<br />Antioxidative Therapien<br />
  113. 113. swissestetix<br />Radikalentgiftung<br />SOD<br />GPx<br />O2-.<br />H2O2<br />H2O<br />GSH<br />GSSG<br />Fe2+/3+<br />Cu1+/2+<br />CAT<br />OH.<br />H2O + O2<br />Modifizierte Lipoproteine<br />Lipidperoxidation<br />DNA-Schäden<br />
  114. 114. swissestetix<br />Oxidiertes LDL-Cholesterin<br />Supplementation erhöht Tocopherolgehalt in LDL-Cholesterin<br />Vitamin E Gehalt in LDL-Cholesterin steigert oxidative Resistenz<br />oxLDL korreliert mit der Schwere des akuten Koronarsyndroms<br />Reduktion nicht fataler MI<br />Stephensen NG; Lancet 1996<br />Ehara S; Circulation 2001<br />Tsimikas S; Circulation 2001<br />Jialal I; Arterioscler Thromb Vasc Biol. 1995 <br />
  115. 115. swissestetix<br />Hormonersatztherapien<br />Ersatz der NNR-Hormone<br />Ersatz der hypophysären Hormone<br />Ersatz anderer Hormone<br />
  116. 116. swissestetix<br />Hormonelle Veränderung im Alter<br />Erlöschen der Ovarialfunktion um das 50. Lebensjahr<br />Östrogene Gestagene<br />Nachlassen der adrenalen Dehydroepiandrosteron-<br />sekretion (DHEA) <br />Menopause<br />Progrediente Verminderung des Testosterons<br />Andropause<br />Adrenopause<br />Progressiver Wachstumshormonmangel<br />Somatopause<br />Abnahme der Melatonin-Amplitude und Abnahme der nächtlichen Melatonin-Peaks<br />
  117. 117. swissestetix<br />DHEA<br />C-19 Steroid<br />Bildung in der Zona reticularis der NNR<br />Rasche Sulfatisierung zu DHEAS (1:500)<br />Hormon mit der grössten Verbreitung im Körper<br />Peak Produktion: 35-50mg/Tag<br />Steroidpool für periphere Konversion<br />Androgene<br />Östrogene<br />
  118. 118. swissestetix<br />DHEAS: Verlauf<br />[mg/dl ]<br />500<br />400<br />300<br />200<br />100<br />Alter [y]<br />10<br />20<br />30<br />40<br />50<br />60<br />70<br />80<br />
  119. 119. swissestetix<br />Biologische und physiologische Wirkung<br />DHEA(S) haben keinen eigenen Rezeptor<br />Wirken v.a. als Proandrogene für intrakrine Hormonmetabolisierung<br />Neurosteroide (werden sowohl in der NNR als auch im Gehirn gebildet)<br />GABA-A Rezeptor<br />Hemmende Wirkung<br />Sigmarezeptor<br />Steigerung der Noradrenalinausschüttung<br />NMDA-sensitive Glutamatrezeptor<br />Verstärkung des Ca2+-Einstroms<br />
  120. 120. swissestetix<br />Biologische und physiologische Wirkung<br />Verbesserung der Immunität<br />Zunahme der T-Zellaktivität<br />Zunahme der NKC-Aktivität<br />Stimulation der GH und IGF-1 Bildung<br />Steigerung der Muskelmasse und Abnahme der Fettmasse beim Mann<br />Hemmung der G6PDH und NADPH<br />Verminderung der Karzinogenese<br />Regulation der Blutlipide<br />Senkung des Cholesterins / Lipoprotein (a)<br />
  121. 121. swissestetix<br />Symptome der Adrenopause<br />Chronische Müdigkeit, körperlicher und geistiger Leistungsabfall<br />Immuninsuffizienz<br />Mangelhaftes Stresscoping<br />Gewichtszunahme, insbesondere viszeral und subkutan<br />Hauttrockenheit, nachlassende Körperbehaarung, Hautatrophie<br />Muskelatrophie<br />Sexuelle Inappetenz<br />Depressionen<br />
  122. 122. swissestetix<br />Klinische Wirkung der DHEA-Substitution<br />Allgemeine Wirkung auf Befindlichkeit<br />Anstieg der physischen und psychischen Befindlichkeit<br />Signifikanter Anstieg der sexuellen Appetenz bei Frauen<br />Signifikante Reduktion depressiver Stimmungen sowie Angstgefühle bei Frauen<br />Verbesserung der ED<br />Psychogen<br />Hypertonie<br />Morales AJ; J Clin Endocrinol Metab 1995<br />Arlt W; NEJM 1999<br />Reiter WJ; Urol Res 2001<br />
  123. 123. swissestetix<br />DHEA und Sexualität<br />Signifikante Effekte von 50 mg/d DHEA während 4 Monaten in 24 Frauen mit adrenaler Insuffizienz in einer randomisierten doppelblinden placebokontrollierten Studie.<br />
  124. 124. swissestetix<br />Klinische Wirkung der DHEA-Substitution<br />Immunologische Wirkung<br />Stimulation der IL2-Produktion sowie IL2-Rezeptor Expression<br />Senkung der IL6-Produktion<br />Steigerung der Zellzytotoxizität<br />Reduktion der frühzeitigen O2-Aufnahme in Monozyten<br />Yen SS; Ann N Y Acad Sci 1995<br />Casson PR; Am J Obstet Gynecol 1993<br />Meikle AW; J Steroid Biochem Mol Biol 1992<br />Suzuki T: Clin Immunol Immunopathol 1991<br />
  125. 125. swissestetix<br />Klinische Wirkung der DHEA-Substitution<br />Kardioprotektion<br />Ein DHEAS Spiegel &lt; 140 mg/dl ist beim Mann mit einem 3.3 fachen Risiko für ein letales kardiovaskuläres Ereignis und einem 3.2 fachen Risiko für einen letalen MI assoziiert<br />Reduktion von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Lipoprotein (a)<br />Verbesserung der Insulinsensitivität und Abfall von HBA1c<br />Hohe DHEA Spiegel verringern das Risiko einer Restenose nach Graftimplantation<br />Barrett-Connor E; NEJM 1986<br />LaCroix AZ; Circulation 1992<br />Barrett-Connor E, Circulation 1995<br />Nestler JE; J Clin Endocrinol Metab 1988<br />Diamond P, J Endocrinol 1996<br />Bates GW; Ann N Y Acad Sci 1995<br />
  126. 126. swissestetix<br />Klinische Wirkung der DHEA-Substitution<br />Günstige Effekte auf das Knochen-Remodelling<br />Erhöhung des Osteokalzins und der knochenspezifischen AP<br />Reduktion der urinären N-Telopeptide <br />Umwandlung zu Androgenen und Östrogen <br />Makrophagenhemmung durch Senkung der IL6-Produktion<br />Präosteoblastenanregung durch Erhöhung der IL-2 Produktion<br />Stimulation der HG und IFG-1 Bildung<br />Gordon CM; J Clin Endocrinol Metab 2002<br />Labrie F; J Clin Endocrinol Metab 1997<br />Cormier C; Joint Bone Spine 2001<br />Martel C; J Endocrinol 1998<br />
  127. 127. swissestetix<br />Nebenwirkungen der DHEA-Substitution<br />Selten bei niedriger Dosierung<br />In hoher Dosierung oder vaginal<br />Akne<br />Hirsutismus<br />Alopezie<br />
  128. 128. swissestetix<br />Zusammenfassung<br />Altern: Jede irreversible Veränderung der lebenden Substanz als Funktion der Zeit<br />Altersverzögerung (Smart-Aging) bedeutet in erster Linie Vorbeugung und Vermeidung von Krankheit („morbidity compression“)<br />Verschiedene Therapieansätze haben unterschiedliche Wirkungs-/Risiko-Profile. Endgültige Therapieschemata bleiben vorerst ausser Reichweite.<br />
  129. 129. swissestetix<br />Zukunft der Anti-Aging Medizin?<br />Die Versprechungen sind gross, die Datenlage (z.T.) dünn<br />Forderung nach kontrollierten Studien<br />Strikte Qualitätskontrolle<br />Evidenzbasierte Konzepte<br />

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