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Standortentscheidungen in einer globalen Welt
Inhaltverzeichnis
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1. Ziel der Arbeit
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mobiler und IT-Technologien ermöglichen Distanzen überwinden, das kann
Standortswahl wesentlich beeinflussen.
Eine allge...
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Bestimmung der Transportkosten, zweite - Arbeitskosten und dritte -
Agglomerationswirkungen. Dabei wird angenommen, dass...
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Als Kritikpunkt am Modell von Weber lässt sich nennen, dass hier eine zu einseitige
Betrachtung auf die Kostenseite vorg...
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Standortsfaktoren im Gegenteil müssen von den Entscheidungsträgern subjektiv
geschätzt werden.11 Damit betrachtet Hansma...
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Die Arbeitsgruppe BESTAND entwickelt eine weitere Standortfaktorensystematik...
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3. Analyse zur Relevanz von Standortfaktoren
Mit der zunehmenden Entwicklung der Informations- und
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Computergrafiken.“19 Das hilft neue unternehmerische Tätigkeitsfelder zu
erschließen und früher vernachlässigte Wirtscha...
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dem Arbeitsmarkt vorhanden sein, um steigende Bedarf des Arbeitsgebers zu
decken.
Ein weiterer Faktor ist, das Fachperso...
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Industriegesellschaft) die Quantität zählte, ist aktuell Qualität von höchster
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Wenn man die Ergebnisse der Analyse von Tank (sehe Tabelle 3) näher betrachtet,
wird deutlich, dass Agglomerationsbedar...
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Steuern und Gesetzgebung. Mehrere wissenschaftliche Studien bestätigen die
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Standorttheorie lassen sich verschiedene untersuchte Einflussbereiche der
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Bankhofen, U. (2001): Industrielles Standortmanagement. Aufgabenbereiche, Entwicklungstendenzen
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Standortentscheidungen in einer globalen welt

  1. 1. 1 Standortentscheidungen in einer globalen Welt Inhaltverzeichnis Einleitung 1. Ziel der Arbeit 2. Entwicklung der Standorttheorien und Ansätze 2.2. Standortstheorie von Weber (1909) 2.3. Standortbestimmungslehre von Behrens (1972) 2.4. Standortsystematik wurde von Hansmann (1984) 2.5. Standortfaktorensystematik von BESTAND (2004) 3. Analyse zur Relevanz von Standortfaktoren 4. Bedeutung von einzelnen Standortsfaktoren 4.2. Produktionsfaktoren 4.3. Wirtschaftsfaktoren 4.4. Rahmenbedingungsfaktoren 4.5. Umgebungsfaktoren 5. Fazit 6. Literaturverzeichnis Einleitung Die Standortswahl gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Unternehmens, weil es sämtliche Produktionsprozesse und Entwicklungschancen stark beeinflussen kann. „Die Wahl eines neuen Produktionsstandorts wird durch zahlreiche Einflussfaktoren bestimmt, die sich teilweise im Lauf der Zeit deutlich ändern.“1 Moderne Wirtschaft ist durch die Globalisierungsprozesse geprägt. „Globalisierung bedeutet also die Zunahme der Intensität und der Reichweite transnationaler wirtschaftlicher Austauschbeziehungen und dadurch auch die Intensivierung des Wettbewerbs durch eine Vergrößerung der Märkte bis hin zum Entstehen globaler Märkte.“2 Es verschwinden Grenzen und Barrieren, die Arbeitskräfte werden immer 1 http://www.mckinsey.de/downloads/publikation/buecher/2006/buecher_hgp_leseprobe.pdf 2 Politik & Unterricht (2003), S.4
  2. 2. 2 mobiler und IT-Technologien ermöglichen Distanzen überwinden, das kann Standortswahl wesentlich beeinflussen. Eine allgemeine Theorie der Standortswahl fehlt bis heute und wird auch in der Zukunft weiterhin ausbleiben, weil wirtschaftliche Entwicklungen immer neue Herausforderungen stehlen. Deswegen ist es wichtig, beurteilen inwieweit klassische Theorien benutzt werden können und ob es ein Bedarf an einem neuen Ansatz besteht. „Chancen und Risiken von Auslandsinvestitionen mit dem Zielsystem des Unternehmens in Einklang zu bringen, die verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen festzulegen und die Veränderungsfähigkeit des Unternehmens einzuschätzen, sind wichtige Aufgaben des Topmanagements zu Beginn der Entwicklung einer Globalisierungsstrategie.“3 1. Ziel der Arbeit Es gibt verschiedene Ansätze und Modelle, die Standortswahlvorgehen anhand von unterschiedlichen Faktoren beschreiben. Jede Entwicklungsphase der Wirtschaft von Agrargesellschaft, Industrialisierung bis E-Business-Gesellschaft hat eigene Theorien und Modelle für Standortswahl entwickelt. In der vorliegenden Arbeit wird versucht festzustellen, welche Standortsfaktoren sind maßgebend für moderne Wirtschaft. Hierzu werden vorerst die klassischen Ansätze, die bei der Standortswahl relevant sind, erläutert. Anhand von bestehenden Theorien der Standortswahl wird ihr Zusammenhang mit der Wirtschaftsentwicklung analysiert und es werden die wichtigsten Faktoren bestimmt, die moderne Standortswahl beeinflussen können. Der abschließende Teil befasst sich mit den Schlussfolgerungen. 2. Entwicklung der Standorttheorien und Ansätze 2.1. Standortstheorie von Weber Die erste Beschreibung des optimalen Standortes wurde 1909 von Alfred Weber erstellt. „Er betrachtet ein Ein-Betriebs-Unternehmen, das nur ein einziges homogenes Gut unter Verwendung zweier Rohstoffmaterialien produziert.“4 Er sah ein Unternehmen als ein dreidimensionales System. Erste Determinante - 3 http://www.mckinsey.de/downloads/publikation/buecher/2006/buecher_hgp_leseprobe.pdf 4 Bathelt/Glückler (2002), S.125
  3. 3. 3 Bestimmung der Transportkosten, zweite - Arbeitskosten und dritte - Agglomerationswirkungen. Dabei wird angenommen, dass: 1. Die Rohstoffstandorte sind bekannt. 2. Die räumliche Konsums Verteilung ist bekannt. 3. Das Transportsystem ist homogen. 4. Die Verteilung von Arbeitskräften ist bekannt, die Arbeitskräfte sind unbegrenzt verfügbar bei einen bestimmten Lohnhöhe. 5. Die Einheitlichkeit des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Systems wird unterstellt.5 Als erster Schritt erfolgt die Bestimmung des Transportkostenminimalpunkts, als Weiteres – eine optimale Betriebsstandortswahl unter Einbezug von Arbeitskosten. Weber hat darauf hingewiesen, dass es branchentypische Unterschiede bei der Standortswahl von Bedeutung sind: „ A. Weber weist auf branchenspezifische Unterschiede in der Bedeutung der Arbeitskosten für die industrielle Standortwahl hin. Die Ablenkbarkeit eines Industriebetriebes vom Transportkostenminimalpunkt zu einem Standort niedriger Arbeitskosten wächst mit steigendem Arbeitskoeffizienten“ 6 Bei der Wahl des Standortes nach Weber spielt das Gewinnmotiv eine entscheidende Rolle. Der Grundsatz der Theorie von Weber besteht daran, ein optimales Ort zu finden, an dem das Gesamt-Kilometer-Aufkommen minimal ist. Diese Theorie eignet sich ausschließlich für Produktionsunternehmen. Aus heutiger Sicht kann diese Theorie nicht mehr konsequent angewendet werden, weil viele Annahmen nicht mehr gegeben sind. Die Grundannahme von Webers, dass es ein einheitliches wirtschaftliches und politisches System vorliegt, ist nicht mehr gültig wie auch unbegrenzte Verfügbarkeit von Arbeitskräften bei bestimmter Lohnhöhe. „Von grundsätzlicher Natur ist der Einwand, dass die Theorie A.Webers wegen ihrer unzureichenden Einbindung in die allgemeine Wirtschaftstheorie keine wirtschaftliche, sondern nur eine technische Standortbestimmung gibt.“7 5 Schätzl (2003), S.38 6 Schätzl (2003), S.45 7 Schätzl (2003), S.47
  4. 4. 4 Als Kritikpunkt am Modell von Weber lässt sich nennen, dass hier eine zu einseitige Betrachtung auf die Kostenseite vorgenommen wird.8 Insbesondere Absatzseite wurde vernachlässigt. 2.2. Standortbestimmungslehre von Behrens Aufgrund der Webers Theorie entwickelt Behrens eigenen betriebswirtschaftlichen Ansatz. Behrens betrachtet Standortsfaktoren als ein System von mehrdimensionalen Variablen.9 Standortsfaktoren werden in drei Funktionsbereiche untergeordnet: Beschaffung, Fertigung und Absatz und unter der Berücksichtigung von Rentabilitätsgrad bewertet, Tabelle 1. Diese Arbeit ist zur empirisch-realistischen Standorttheorien zu zählen. Gütereinsatz / Beschaffung Beschaffungspotential: Betriebsraum Anlagegüter Arbeitsleistungen Fremddienste Materialien und Waren Kredit Leistungen des staatlichen Verbandes Beschaffungskontakte Transformation/Fertigung Geologische Bedingungen Klimatische Verhältnisse Technische Agglomeration Absatz Absatzpotential: Bedarf Kaufkraft Absatzkonkurrenz Absatzagglomeration Herkunfts-Goodwill Staatliche Absatzhilfen Absatzkontakte Tabelle 1: Standortsfaktoren nach Behrens10 2.3. Standortsystematik von Hansmann Eine moderne Standortsystematik wurde von Hansmann erstellt, Tabelle 2. Er teilte Standortfaktoren auf qualitative und quantitative. Quantitative Standortsfaktoren können direkt als Beitrag zum Unternehmenserfolg betrachtet werden, qualitative 8 vgl. Bankhofen (2001) 9 vgl. Bea et al. (2004) 10 Jaeck (1972), S.210
  5. 5. 5 Standortsfaktoren im Gegenteil müssen von den Entscheidungsträgern subjektiv geschätzt werden.11 Damit betrachtet Hansmann nicht nur die Faktoren, die feststehen, sondern solche, die für jeden Entscheidungsträger unterschiedlich ausfallen. Alle oben genannten Ansätze haben ihre Schwachstellen, sie beschränken sich hauptsächlich auf den Umfeldfaktoren und vernachlässigen unternehmensspezifische Prozesse und Netzwerkbedarf. Tabelle 2: Standortfaktoren nach Hansmann12 Quantitative Standortfaktoren Qualitative Standortfaktoren - Transportkosten der Produkte vom Standort zu den Absatzmärkten - Anschaffungsauszahlungen für Grundstück einschließlich Erschließung - Anschaffungsauszahlung für die Errichtung des Gebäudes - Standortsabhängige Personalauszahlungen - Beschaffungsauszahlungen für Materialien - Standortsabhängige Finanzierungsauszahlungen - Regionale Förderungsmaßnahmen der öffentlichen Hand (Investitionszuschüsse, Sonderabschreibungen, Finanzierungshilfen) - Grund- und Gewerbesteuer - Gewinnsteuer - Grundstück (Lage, Form, Bodenbeschaffenheit, Erweiterungsmöglichkeiten, Umweltauflagen, etc.) - Verkehrslage des Grünstücks (Verbindung zum Personen-und Güterverkehrsnetz) - Arbeitskräftebeschaffung (Bevölkerungsstruktur und Ausbildung, Arbeitskraftreserven, Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt) - Absatzbereich (Kaufkraft der Region, Konkurrenzverhältnisse) - Allgemeine Infrastruktur des Standorts (Bankverbindungen, Wohnraum, Bildungs- und Kultureinrichtungen, landschaftliche Lage). 11 vgl. Hansmann (1974) 12 vgl. Hansmann (1974)
  6. 6. 6 2.4. Standortfaktorensystematik von BESTAND Die Arbeitsgruppe BESTAND entwickelt eine weitere Standortfaktorensystematik, die obengenannte Sachgebiete berücksichtigen kann. „Hier wird unterstellt, dass es nicht möglich ist, nur aufgrund der Produktions- und Marktfaktoren einen Standort richtig zu bewerten.“13 Die Performancefaktoren bezeichnen die wichtigsten Punkte, die für Erreichung der strategischen Ziele des Unternehmens von besonderer Bedeutung sind. Die bestehenden und benötigten Netzwerke und Kooperationen werden unter Kategorie „Netzwerkbedarf“ aufgelistet. Diese Kategorie zeigt, welcher Aufwand zum Ausbau der Netzwerke zu leisten ist. Abbildung 1: Standortfaktorensystematik nach BESTAND 14 „Systematiken zu den Standortfaktoren geben Hinweise, welche Standorteigenschaften möglicherweise in die taktische Standortplanung einbeziehen sind.“15 13 http://www.rueckverlagerung.de/Standortfaktorensystematiken.html 14 Kinkel (2004), S.53 15 Zäpfel (2004), S.146
  7. 7. 7 3. Analyse zur Relevanz von Standortfaktoren Mit der zunehmenden Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie verlieren viele Standortsfaktoren an ihre Bedeutung. Besonders geografische Lage und Entfernung spielen immer geringere Rolle. „..die Geschwindigkeit des Wandels der Wirtschafts- und Wettbewerbsstrukturen hat sich deutlich erhöht: weltweit fallen Handelsbarrieren, große Handelszonen entstehen, Güterströme verlaufen global und orientieren sich weniger an nationalstaatlichen Grenzen.“16 Steigender Datenverkehr fördert die Globalisierung der Wirtschaft. Standortswahl in der vernetzten Welt wird nicht mehr nur durch traditionelle Standortsfaktoren bestimmt, obwohl sie auch infolge der historischen Entwicklung ihre Einflüsse haben. „Die Qualität der Infrastruktur, die Verfügbarkeit von Kapital oder die Qualifikation und Flexibilität von Arbeitnehmer ist von je her wichtigen Attributen eines Standortes.“ 17 Aber die Entwicklung der IT-Technologien ist nicht der wichtigste Grund, die der modernen Standortswahl beeinflusst. In den 80-en Jahren wurden mehrere Unternehmen ins Ausland verlagert wegen niedriger Lohnkosten und unternehmensfreundliche Umgebung. Es entstanden inzwischen hoch spezialisierte Produktionsballungsgebiete. Die Produktionsanlagen für Elektrotechnik und Maschinenbau in Asien (Korea, Malaysia, Taiwan, Philippinen) haben einen spezifischen Arbeitsmarkt mit dem hoch differenzierten Qualifikationsangebot ausgebildet. Es entstanden Wirtschaftsstandorte mit stärkerer räumlicher Konzentration. “So konzentriert sich das Banken- und Versicherungssegment auf wenige westeuropäische Städte wie London, Frankfurt am Main und Paris. In den USA ist das Silicon Valley als Wachstumsregion mit hoher Dynamik bekannt.“18 Es verdeutlicht, dass internationale Arbeitsteilung auf den technischen Fortschritt baut. Moderne IT-Technologie ermöglicht Dienstleistungen, die in der Vergangenheit nicht international handelbar waren jetzt global anbieten. „Solche Tätigkeiten, die nun oft aus dem traditionellen Wertschöpfungsgefüge ausgegliedert werden, sind beispielsweise Ticket-Services, einfache Texterfassungstätigkeiten, Callcenter- Aufgaben, Übersetzungen und das Erstellen von Bauzeichnungen oder 16 Heng et al (2002), S.3 17 Heng et al (2002), S.4 18 Heng et al (2002), S.4
  8. 8. 8 Computergrafiken.“19 Das hilft neue unternehmerische Tätigkeitsfelder zu erschließen und früher vernachlässigte Wirtschaftsstandorte wieder interessant zu machen. Bei der Verlagerung von Produktionsstandorten ist ein weiterer Standortsfaktor wie „Enabling Technologies” wichtig. Er zeigt, ob die technische Entwicklung den Anforderungen des Unternehmens entspricht. Vor allem technische Infrastruktur soll auf gutem Niveau sein und die Qualifikation der Arbeitnehmer den Mindestanforderungen entsprechen. Die Entwicklungsstufe einer Region spielt als Standortsfaktor oft eine entscheidende Rolle. Dabei sind gute Rahmenbedingungen und Infrastruktur auch von großer Bedeutung. „In der jüngeren Vergangenheit haben manche Unternehmen ihre Buchhaltungen, das Setzen und Layouten von Zeitschriften und die Datenerfassung (z.B. die Schreibarbeiten beim Erstellen von Telefonbüchern) in großem Umfang aus den Industrieländern nach Indien, China oder Osteuropa ausgelagert.“20 Schwellenländer, die früher aus wirtschaftlicher Sicht wegen ihrer rückständigen Entwicklung uninteressant erscheinen, können jetzt ihre Chancen verbessern. Als Hindernis für ökonomischen Entwicklungsprozess werden die institutionellen Rahmen gesehen, die nur durch langwierige gesellschaftliche und politische Reformen zu beseitigen sind. Die verbreitete Annahme, dass für IT-Unternehmen Standortswahl weniger bedeutend ist, wird nicht durch empirische Daten belegt. „Die meisten Bereiche der IuK-Technik und der IuK-Dienstleistungen in Deutschland weisen eine relativ hohe Beschäftigungskonzentration auf. Gut 70% der IuK-Beschäftigten arbeiten in den zwanzig größten deutschen Ballungsräumen wie München, Berlin, Rhein-Main, Köln/Bonn oder Stuttgart.“21 Es bestehen zweifelslos Gründe, die moderne Standortswahl starker beeinflussen als traditionelle Faktoren, wie natürliche Ressourcen und Kapital. Als wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit wird zunehmend Personalfaktor gesehen. Menschliche Ressourcen spielen immer wichtigere Rolle. Es soll eine Auswahl von entsprechend ausgebildetem Personal auf 19 Heng et al (2002), S.6 20 Heng et al (2002), S.6 21 Heng et al (2002), S.8
  9. 9. 9 dem Arbeitsmarkt vorhanden sein, um steigende Bedarf des Arbeitsgebers zu decken. Ein weiterer Faktor ist, das Fachpersonal einen flexiblen Arbeitsmarkt sucht, dass Alternativen bieten. Deswegen ziehen Arbeitskräfte in die spezialisierten Ballungsgebiete. Universitäten sind zu einem wichtigen Standortfaktor geworden, weil sie nachhaltig ein hoch qualifiziertes Personal bieten, wie auch günstige Start-ups Beschäftigungen. Aspekten der Lebensqualität, wie Kultur und Sportangebot spielen bei der Standortswahl auch eine wichtige Rolle. In moderner Welt bilden Freizeit- und Vergnügungsmöglichkeiten ein bedeutender Entscheidungsfaktor für junge und kreative Menschen. „Die Brookings Institution hat für die USA einen starken Zusammenhang zwischen dem Erfolg städtischer Regionen im Hightech-Sektor und dem Toleranzgrad des Umfeldes festgestellt.“22 Die Vorteile der Ballungsgebiete überwiegen bei der Ortswahl oft die Nachteile, wie überlastete Infrastruktur und etc. Bei der Wahl des Standortes wird auch die Etablierung des Unternehmens berücksichtigt. Die gut etablierten Unternehmen stellen andere Voraussetzungen als Start-ups. Die Standortswahl für ein etabliertes Unternehmen ist oft mit dem Kostsenkungsfaktor verbunden, es können z.B. steuerliche Vorteile sein. Nur wenn Standortswechsel erhebliche Kostenersparnisse bieten kann, werden enormen Umzugskosten aufgewogen. Deswegen sind gut etablierte Unternehmen weniger standortswechselbereit. Start-up-Unternehmen im Gegenteil sind mit Steuer nicht überbelastet und können sich für eine Standortswahl frei entscheiden. 4. Bedeutung von einzelnen Standortsfaktoren 4.1. Produktionsfaktoren „Zu den Produktionsfaktoren zählen in erster Linie sämtliche für die Produktion anfallenden Kosten z.B. für Löhne und Energie, die Infrastruktur, das Humankapital und der benötigte Arbeitsraum.“23 Menschliche Ressourcen spielen eine zentrale Rolle in vielen Modellen, aber wenn für die ersten Modelle (Agrargesellschaft, 22 Heng et al (2002), S.8 23 Bodenmann (2005), S.43
  10. 10. 10 Industriegesellschaft) die Quantität zählte, ist aktuell Qualität von höchster Bedeutung. 4.2. Wirtschaftsfaktoren Wirtschaftliches Umfeld kann für Unternehmen sehr große Bedeutung haben. „In der heutigen Forschung zur regionalen Mikroökonomie und Standorttheorie spielen die Ansätze zu den Agglomerationsvorteilen, räumliche Cluster und dem Milieuansatz eine zunehmend wichtige Rolle.“24 Die Agglomerationseffekte geben den Unternehmen die Möglichkeit externe und interne Ersparnisse zu bekommen. Die Stückkosten pro Produktionseinheit können in diese Weise gesenkt werden. Deswegen suchen insbesondere neu gegründete Unternehmen Regionen mit hoher Konzentration an ökonomischen Aktivitäten. „Damit können unter anderem Kosten für die Beschaffung, Absatz, Forschung und Entwicklung minimiert werden.“ 25 Die Agglomerationseffekte werden in den ökonomischen Strukturanalysen berücksichtigt, z.B. in Shift-Share-Analyse. In der Tabelle 3 wird die Bedeutung von Agglomeration für verschiedene Unternehmen der Dienstleistungsbranche dargestellt. Tabelle 3 : Agglomerationsvorteile im Dienstleistungsbranche26 24 Frey et al (2002), S.74 25 Bodenmann (2005), S.46 26 Bodenmann (2005), S.49
  11. 11. 11 Wenn man die Ergebnisse der Analyse von Tank (sehe Tabelle 3) näher betrachtet, wird deutlich, dass Agglomerationsbedarf besonders stark bei den regional orientierten Unternehmen besteht, während international orientierte Unternehmen in ihrer Standortswahl frei sind. „Zudem hängt der Agglomerationsbedarf von Unternehmen, und somit der Stellenwert der entsprechenden Standortfaktoren – stark von der Größe, der Produktion und dem Spezialisierungs- bzw. Diversifizierungsgrad der Unternehmung ab.“ 27 Auch E-Bussiness Unternehmen sind an wirtschaftliche Agglomerationen gebunden, es bestätigen die Forschungsergebnisse von Henderson (2003), Rosenthal und Strange (2003). Mit der zunehmenden Verbreitung von Internet stellt sich die Frage, ob die Bedeutung von Distanz mit der Zeit abnehmen wird. „Dohse et al. (2005) führten hierzu eine empirische Untersuchung in Deutschland durch und stellten fest, dass eine Marginalisierung der räumlichen Distanz kaum zu erwarten ist.“28 Die sinkenden Infrastrukturkosten bewirken aber räumliche Verlagerung. • Dienstleistungsunternehmen, die sich mit digitaler Datenverarbeitung beschäftigen, sind standortsunabhängiger geworden und verlagern ihre Aktivitäten aus Kostengrunden in billigere Produktionsstandorte, wie China und Indien. • High-Tech-Unternehmen sind im Gegenteil an hochentwickelte Industrieorte gebunden. Der Einfluss von Distanz wird sich somit verändern – aber nicht bedeutungslos werden. „Der Einfluss der räumlichen Lage bestehender Netzwerke bezüglich Lieferanten, Kunden und Beschäftigte wird im Standortwahlverhalten von bereits bestehenden Firmen gut sichtbar: neue Standorte sind in der Regel nicht allzu weit vom bestehenden Standort entfernt.“ (Lutter,1980; Sedlacek, 1994 und Pellenbarg, 2005).29 4.3. Rahmenbedingungen Staatlichen Einfluss auf das Standortverhalten ist sehr bedeutend. Siebert (2000) nennt in seiner Arbeit zwei Faktoren, die bei der Standortswahl wichtig sein können: 27 Bodenmann (2005), S.48 28 Bodenmann (2005), S.51 29 Bodenmann (2005), S.52
  12. 12. 12 Steuern und Gesetzgebung. Mehrere wissenschaftliche Studien bestätigen die Bedeutung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. „Aus der Auswertung von 1025 Rückmeldung lässt sich schließen, dass für Ostschweizer KMUs der Einfluss von gesetzlichen Rahmenbedingungen, die administrativen Verfahren sowie die fiskalischen Belastungen am wichtigsten bewertet werden.“ 30 4.4. Umgebungsfaktoren Es sind Entscheidungsfaktoren, die neulich sehr bedeutsam geworden sind. Besonders in den letzten Jahren berücksichtigen die Arbeitskräfte neben Lohnvorteile auch Wohnortsfaktoren. Eine gute Wohnqualität ist besonders für hochqualifizierte Arbeitnehmer wichtig. 5. Zusammenfassung Mit der Entwicklung der Informationsgesellschaft verschiebt sich zunehmend die Bedeutung von klassischen Standortsfaktoren. Wenn im 19. Jahrhundert sprachen die niedrigen Transportkosten und Verfügbarkeit von Produktionsressourcen für eine Standortswahl, sind es heute vielmehr menschliche Ressourcen, die im Mittelpunkt stehen und Entwicklungsstand im jeweiligen Gebiet. Es ist nicht abzusehen, dass viele Unternehmen nutzen vorhandene Niedriglohnangebote, aber besonders innovative und komplizierte Arbeitsprozesse werden in naher Zukunft nicht in Richtung Schwellenländer mit niedrigen Kosten verlegt, sondern werden sich an bestehenden Ballungszentren konzentrieren. „Insbesondere wissensintensive, komplexe Wirtschaftsprozesse, die auf intensive Abstimmung der einzelnen Arbeitsprozesse bauen, werden sich mittelfristig sogar noch stärker als bisher in den Zentren der hochentwickelten Industrieregionen ballen.“31 Also niedrige Lohkosten sind keines Falls ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Standortes, aber wenn wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Infrastruktur und menschliche Ressource vorhanden sind, kann es durchaus gute Voraussetzungen für eine Standortswahl versprechen. „Gleichwohl besteht für fortschrittsfreundliche Schwellenländer mit einem vertrauenswürdigen institutionellen System und guter 30 Bodenmann (2005), S.54 31 Heng et al (2002), S.11
  13. 13. 13 technischer Infrastruktur die Chance, rasch näher an hoch entwickelte Industrieregionen heranzukommen.“32 Eine wesentliche Voraussetzung bei der Standortsplanung ist die Tätigkeit des Unternehmens. Je komplizierter und rohstoffabhängiger ist Produktion, desto beschränkter wird die Standortswahl. Im Gegenteil weniger anspruchsvolle Tätigkeiten können bei der Standortswahl fast weltweites Angebot nutzen. „Vor allem bei weniger komplexen Prozessen, die über geografische Distanzen hinweg einfach zu koordinieren sind, ermöglichen moderne IuK-Technologien im Herstellungsprozess weltweite Lohndifferenziale besser zu nutzen.“ 33 Die Tabelle 4 zeigt die wichtigsten Theorien und Modellen zur Standortwahl von Unternehmen. Tabelle 4: Einflussgrößen der Standortswahl von Unternehmen34 Während sich die ersten Theorien noch mit einigen wenigen wichtigen Standortfaktoren wie Ressourcen, Transportkosten, Markt beschäftigten, zeigen moderne Ansätze ein strukturiertes Vorgehen. „Seit den Anfängen der 32 Heng et al (2002), S.11 33 Heng et al (2002), S.11 34 Bodenmann (2005), S.36
  14. 14. 14 Standorttheorie lassen sich verschiedene untersuchte Einflussbereiche der Standortwahl bezeichnen: i) die Produktionsfaktoren (inkl. Lage- bzw. Grundrente, Bodenpreis, Humankapital, Produktionskosten und somit der Preis des Endproduktes), ii) das wirtschaftliche Umfeld (Zentralität, Erreichbarkeit, interne und externe Agglomerationseffekte), iii) staatliche Eingriffe sowie iv) die Umwelt bzw. die Wohnqualität.“35 Allgemein ist festzustellen, dass die Einflussfaktoren je nach wirtschaftlichem Entwicklungsstand und Wirtschaftsgebiet unterschiedlich gewichtet werden. Es werden zunehmen auch neue Faktoren berücksichtigt, wie Umwelt und Wohnqualität. Zusammenfassend können alle beschriebenen Faktoren in vier Gruppen aufgeteilt werden: • Produktionsfaktoren (Produktionskosten, Ressourcen) • Wirtschaftsfaktoren (Agglomeration, Infrastruktur) • Rahmenbedingungen (Recht, Politik) • Umgebungsfaktoren (Wohnqualität, Umwelt) Um alle wesentlichen Standortsfaktoren berücksichtigen zu können, werden entsprechende Variablen und Indikatoren angesetzt, sehe Tabelle 5. Standortsfaktor Variable Indikator Produktionsfaktoren Lohnkosten Ressourcen Umsatzkosten Durchschnittliche Einkommen Rohstoffkosten Marktpreis Wirtschaftsfaktoren Infrastruktur Agglomeration Entwicklungsstand Transportkosten Bevölkerungsdichte Patentenzahl Raumbedingungsfaktoren Steuer Gesetz Steuersatz Behandlung Verfahren Umgebungsfaktoren Wohnqualität Umweltqualität Immobilienpreise, Miete Lärmschutz, etc. Tabelle 5: Standortsfaktoren, Variablen, Indikatoren 35 Bodenmann (2005), S.35
  15. 15. 15 Lieteraturverzeichnis Bankhofen, U. (2001): Industrielles Standortmanagement. Aufgabenbereiche, Entwicklungstendenzen und problemorientierte Lösungsansätze, Deutscher-Universitäts-Verlag, Wiesbaden Bathelt, H., Glückler, J. (2002): Wirtschaftsgeographie. 2. Auflage, Stuttgart Bea, F. X. et al. (2004): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre 1. Grundfragen. 9. Aufl., Lucius und Lucius, Stuttgart Bodenmann, B. (2005): Modelle zur Standortwahl von Unternehmen. Arbeitsbericht Verkehrs- und Raumplanung 336, Zürich Frey, R.L. und S. Schaltegger (2002): AREA Access to Regional Economic Approaches. Wirtschaftswissenschaftliches Zentrum WWZ, UNI Basel, Basel Hansmann, K.-W. (1974): Entscheidungsmodelle zur Standortplanung der Industrieunternehmen. Gabler Verlag, Wiesbaden Heng, S., Schaaf J. (2002): Economics. Standortwahl in der vernetzten Welt - kein Ende der Distanz, Deutsche Bank Research, Jg.30, Frankfurt am Main Jaeck H.-J. (1972): Marketing und Regional Science. Betriebswirtschaftliche Schriften, Heft 58, Dunckler&Humbolt, Berlin Kinkel, S. (2004): Erfolgskritische Standortfaktoren ableiten – eine erfahrungsbasierte Auswahlhilfe. In: Kinkel, Steffen (Hg): Erfolgsfaktor Standortplanung. In- und ausländische Standorte richtig bewerten, Berlin Politik & Unterricht (2003): Globalisierung. Aspekte einer Welt ohne Grenze. Jg.29, Villingen- Schwenningen Schätzl, Ludwig (2003): Wirtschaftsgeographie 1 Theorie, 9. Auflage, Paderborn Zäpfel, G. (2004): Taktisches Produktions-Management , 2 Auflage, Oldenburg Wissenschaftsverlag, Oldenbourg Internetquellen: http://www.rueckverlagerung.de/Standortfaktorensystematiken.html. Stand: 22.12.12 http://www.mckinsey.de/downloads/publikation/buecher/2006/buecher_hgp_leseprobe.pdf.

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