Your SlideShare is downloading. ×
Evangelische Kirche St.Peter Partenheim
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Thanks for flagging this SlideShare!

Oops! An error has occurred.

×
Saving this for later? Get the SlideShare app to save on your phone or tablet. Read anywhere, anytime – even offline.
Text the download link to your phone
Standard text messaging rates apply

Evangelische Kirche St.Peter Partenheim

885
views

Published on


0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
885
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1
Actions
Shares
0
Downloads
1
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

Report content
Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
No notes for slide

Transcript

  • 1. EvangelischeKircheSt.PeterPartenheim
  • 2. Im Herzen von Partenheim liegt dieEvangelische Kirche St. Peter. Sie giltals eine der kulturhistorisch bedeu-tendsten in ganz Rheinhessen. DieUrsprünge der Kirche stammen ausdem 13. Jahrhundert, sie ist das ältes-te heute noch bestehende Bauwerk inPartenheim.Die Kirche bildet den Mittel- und Aus-gangspunkt von vielen Begegnungenan vielen Orten und zu unterschied-lichen Zeiten, die das allsonntäglicheZusammensein im Gottesdienst er-gänzen. Viele lebendige Steine beglei-ten die Menschen Partenheims durchalle Alterstufen, durch Freude undLeid, Trauer und Hoffnung.Im Wechsel mit der Schwesterge-meinde Vendersheim feiert die Evan-gelische Kirchengemeinde den evan-gelischen Gottesdienst in St. Peterjeden Sonntag um 9:00 oder 10:15Uhr. Kinder treffen sich dort zum Kin-derkirchentreff oder zum Krabbelgot-tesdienst.Vielen lebendigen Steinen in unsererKirche im Dorf begegnen Sie beimGebet, Zuhören, Aussteigen, Entspan-nen, Suchen und Finden, bei Gemein-schaft und Gespräch - im Gemeinde-leben.Die steinernen Steine der evangeli-schen Kirche St. Peter Partenheimerzählen Ihnen ihre Geschichte aufden nächsten Seiten in diesem kleinenHeft.Pfarrer Harald Esders-WinterbergGrundrissneuzeichnung von 1991
  • 3. Die evangelische KircheSt. Peter in PartenheimGeschichtlichesPartenheim wird im Jahre 757 n. Chr.erstmals in dem Ausdruck curia dePattenheimo urkundlich erwähnt.Über eine dörfliche Struktur oder garüber einen schon vorhandenen Kir-chenbau ist uns aus dieser Zeit nichtsbekannt, wenig auch über den Vor-gängerbau unserer heutigen Kirche.Dabei handelt es sich um eine roma-nische Kirche aus dem 13. Jahrhun-dert, die 1435 abbrannte. Erhaltengeblieben aus dieser Zeit sind die Un-tergeschosse des romanischen Turmsmit seinen beiden Innenräumen unddie starken Friedhofsmauern, die aufeine Wehrkirche schließen lassen.Bedeutsam für die Geschichte unse-rer Kirche war ein Ereignis währenddes Brandes, das als Legende über-liefert und auf einem Relief links ne-ben der heutigen Eingangstür darge-stellt ist.Die Legende erzählt, dass am Tageder Kreuzauffindung, am 3. Mai 1435Feueralarm die Bewohner von Par-tenheim aufschreckte. Die Kirchebrennt!Alle Versuche, das Feuer zu löschen,scheitern. Fassungslos und verängs-tigt stehen Pfarrer und Gemeindevor dem brennenden Gotteshaus. Daspringt ein mutiger Knecht in die Kir-che, rettet unter Einsatz des eigenenLebens die unversehrte Monstranzund das Hostienbüchsle und über-reicht beides kniend dem Priester.In Latein steht dieses Ereignis -leiderfast unleserlich- auf dem Relief:„Anno domini MCCCCXXXV in die in-ventionis sancte crucis combusta fuithaec ecclesia et solum sacramentumremansit intactum.“ (Im Jahre desHerrn 1435 am Tage der Kreuzauffin-dung brannte die Kirche nieder undallein das Heilige Sakrament blieb un-versehrt.)Diesesgroße„PartenheimerWunder“verbreitete sich schnell im Umlandund lockte, wie Wunder in der dama-lien Zeit an vielen Orten, viele Gläubi-ge an; Kranke, mit Kummer Beladene,oer solche, die auf ein kleines persön-liches Wunder hofften. Partenheimentwickelte sich zu einem beliebtenWallfahrtsort mit guten Einnahmenund musste seine Kirche schnellstenswieder aufbauen. Die beiden Parten-heimer Adelsgeschlechter, die Herrenvon Partenheim und die Herren vonWallbrunn begannen schon kurz nachder Brandkatastrophe mit dem Neu-bau des Chores und wurden dabei vonAdelsgeschlechtern der umliegendenOrtschaften unterstützt, so dass derChorraum schon um 1450 fertig ge-stellt war. Aus dieser Zeit stammenwohl auch die Chorfenster mit denprächtigen Glasgemälden, die heuteim Darmstädter Landesmuseum zubewundern sind.Blick von Norden auf ChorGedenktafel des HostienwundersBlick von Osten auf Kirche und Schloss
  • 4. Anno 1586, so erzählt es die ChronikderGemeinde,wurdedieKircheevan-gelisch. Bis in jene Tage zog sich derBau des Langhauses hin. Es bestehtaus einem dreijochigen Mittelschiffund nur einem Seitenschiff auf derSüdseite mit ebenfalls drei Jochen.Diese enden in quer zum Hauptschiffgestellten Giebeldächern.In diesem baugeschichtlichen Zu-sammenhang wurde auch der Turmaufgestockt, der 1747 um ein wei-teres Stockwerk und eine barockeTurmhaube erhöht wurde. Auf die ge-nannte Jahreszahl weist ein Ecksteinan der Außenkante des Turmes hin.Über der Uhr an der Nordwand sinddrei Wappen dargestellt, die heuteim Partenheimer Ortswappen zusam-mengefasst sind.Die Kirche Par-tenheims bliebvielen Kriegs-wirren und sichveränderndenHerrschaftenzum Trotz, mitAusnahmeeiner kleinenAnnekdote zuAnfang des 18.Jahrhunderts,bis heute spiri-tuelle Heimatder evange-lischen Christinnen und ChristenPartenheims.InnenraumHeute betreten wir das Langhaus derKirche durch einen Seiteneingang vonSüden her und stehen in einem nied-rigen Seitenschiff. Linkerhand führteine mit rotem Sandstein eingefassteTür zur Orgelempore, eine schmalezweite Tür führt rechterhand durcheinen Verbindungsraum in den ältes-ten Teil des Gotteshauses: die Turm-kapelle. Beide Räume werden heuteals Sakristei genutzt.In der Turmkapelle finden wir an derOstwand eine gemalte Kreuzigungs-gruppe (Maria und Johannes unterdem Kreuz), wahrscheinlich das Al-tarbild der ehemaligen Kapelle. Eslassen sich deutlich Verbindungen zurmittelrheinischen Tafelmalerei nach1400 erkennen, so dass das Gemäldeim frühen 15. Jahrhundert, also vordem Brand, entstanden sein dürfte.Ursprünglich war der gesamte Kir-chenraum ausgemalt, doch ver-schwand die Originalausmalung imJahre 1874 unter einer Neuausma-lung. Erst bei Restaurierungsarbeitenim Langhaus (1967) und im Seiten-schiff (1993/94) wurden die Decken-malereien wieder entdeckt und mitviel Mühe und Kosten freigelegt.So befinden sich an der Decke desSeitenschiffes die lateinischen Kir-chenväter Ambrosius, Hieronymus,Blick auf Eingangstor und KirchturmHauptportalDurchgang zum KirchturmKreuzigungsgemälde der Turmkapelle
  • 5. Gregor und Augustinus, denen dieSymbole der vier Evangelisten bei-gegeben wurden mit Namen und um-laufenden Schriftbild.Außerdem sehen wir an der Süd-wand Christus mit Schwert und Lilieals Weltenrichter in der oberen Bild-hälfte, darunter die Auferstehendenund zuunterst die Verdammten, dievon Teufeln dem Höllenrachen zuge-trieben werden. Über dem Eingangein Bild der Katharina von Alexandria,leider nur noch schwer erkennbar.Vom Seitenschiff treten wir ins Haupt-schiff. Zwei Achteckpfeiler trennendie beiden dreijochigen Schiffe.Von den Pfeilern gehen Scheidbögenaus,diederDeckeihreprägendeFormgeben. Die Bögen münden in Schluss-Steinen, von denen die vorderen zweijeweils von einem Sonnenkranz ein-gefasst sind, der dritte Schluss-Steinträgt einen Christuskopf, er allerdingsnur von der Orgelempore aus zu se-hen ist.Das Hauptschiff fällt durch seine nochimmer reiche Bemalung auf. Das Ge-wölbe überziehen Ranken, die auf dasgroße Interesse der damaligen Zeit anPflanzen, insbesondere an Heilpflan-zen hinweisen. Aus ihnen heben sichim Langhaus deutlich 13 Medaillonsmit den Brustbildern Christi und der12 Apostel hervor. Jede Apostelfigurist gekennzeichnet mit ihrem Namenund Symbol und einem Schriftband,das Worte aus dem Glaubensbe-kenntnis trägt:Petrus mit Schlüssel, Andreas mitSchrägkreuz, Jacobus der größerein Pilgertracht, Johannes mit Kelchund Schlange, Thomas mit Lanze, Ja-cob der Kleine mit Keule, Philipp mitKreuzstab, Bartholomeus mit Messer,Mattheus und Mathias mit Beil, Si-monus mit Säge sowie Thaddeus miteiner Palme geben den Rahmen fürdie zeitgenössige Version des Aposto-licums:Die Westwand der Kirche mit demehemaligen Hauptportal war ur-sprünglich mit einer Reihe von Chris-tusszenen bemalt. Die Fresken sindnicht mehr gut erhalten, die Gethse-maneszene, die Gefangennahme Jesuund ein Fragment der Auferstehungsind noch zu erkennen.Das jüngste GerichtChristus und Apostel im HauptschiffTransscription des DeckenfreskoKräuterdarstellung mit kostbarem blau
  • 6. Am besten erhalten haben sich dieMalereien an der Nordwand desLanghauses. Ganz links finden wireine Verkündigungsszene (eine zwei-te an der Chorwand hinter der Kan-zel), ganz rechts eine Pietà im Rosen-kranz, von Engeln gehalten. Dabeizwei kniende Stifterfiguren.In der Wandmitte zu beiden Seitendes Gewölbedienstes sieht man in jezehn rot eingerahmten Feldern Sze-nen aus dem Alten Testament; linksdie Darstellung der zehn Plagen, dieGott den Ägyptern auferlegte, damitder Pharao das Volk Israel auswan-dern ließ (2. Mose 7 ff):Verwandlung des Nilwassers in Blut,Froschplage, Mückenplage, Bremsen-plage, Viehseuche, Blattern (Pocken),Hagel, Heuschreckenplage, Finster-nis, Tod der Erstgeburt.Rechts die Zehn Gebote (2. Mose 20),dargestellt jeweils in ihrer Übertre-tung:1. Du sollst keine anderen Götterhaben neben mir - Anbetung desgoldenen Kalbes.2. Du sollst den Namen Gottes nichtunnützlich führen - Landsknechtschwört falsch vor einem Bildstock.3. Du sollst den Feiertag heiligen - EinMann hackt am Sonntag sein Feld.4. Du sollst Vater und Mutter ehren -Kinder schlagen ihre Eltern.5. Du sollst nicht töten - Ein Mann er-schlägt einen anderen.6. Du sollst nicht ehebrechen - EinPaar betreibt Ehebruch.7. Du sollst nicht stehlen - Ein Mannnimmt etwas aus einer Truhe.8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden- Ein Zeuge schwört falsch vor demRichter.9. Du sollst nicht begehren deinesNächsten Weib - Dargestellt ist einPaar.10. Du sollst nicht begehren deinesNächsten Habe - Ein Mann strecktdie Hand aus nach dem Geld seinesNachbarn.Vom Langschiff führt eine Stufe un-ter dem Triumphbogen hindurch inden höher gelegten Chor. Von allenBauteilen der Kirche ist der Chor derbedeutendste. Er zeigt seine ganzeSchönheit erst im Innenraum, derfast wie ein Zentralraum wirkt. Wän-de und Decke sind von tiefen Kehlengegliedert. Daraus entspringen diesternförmig angeordneten Rippendes Deckengewölbes. Sie laufen alleAufgang zur OrgelemporeLinks: Die zehn PlagenRechts: Die zehn Gebote
  • 7. beziehungsvoll im Schlussstein zu-sammen, dessen Mitte eine Darstel-lung des Namenspatrons der Kirche,des Petrus mit mächtigem Himmels-schlüssel einnimmt.Die gesamte Decke, die das Himmels-gewölbe symbolisiert ist wieder mitHeilkräutern bemalt. Ausdrucksvolle,„typisch rheinhessische“ Köpfe, dä-monische Fratzen und Steinblumenmarkieren die Schnittpunkte der Rip-pen.Zwei tragende Konsolen werden vonprachtvollen Figuren zweier musi-zierender Engel mit reichen, faltigenGewändern und weit ausgebreitetenLocken und Flügeln geschückt.Die Fenster und ihre Maßwerke stei-gern sich von verhältnismäßig einfa-chen zweiteiligen Öffnungen an denSeitenwänden bis zum vierteiligenEngel mit LyraEngel mit Laute
  • 8. Mittelfenster zu immer größeremFormenreichtum mit wirbelartig an-geordneten Fischblasenornamenten.Nach der Überführung der restaurie-rungsbedürftigen Glasgemälde mitden Stifterwappen ins Landesmuse-um Darmstadt füllen seit 1906 Glas-malereien von Benz und Rast ausDarmstadt die Fenster.Ihre Formen fügen sich harmonischdem Maßwerk ein, und ihre Far-bigkeit entspricht in etwa der derspätgotischen Originale, so dass dieLichtverhältnisse im Chor angenehmausgeglichen sind.Von der Wandausmalung gebliebenist ein großer Christopherus, der mitdem Christuskind auf der Schulter ei-nen wilden Fluss durchquert.Christopherus gehört, in der katho-lischen Heiligenwelt zu den 14 Not-helfern, die vor allem in Zeiten derPest große Bedeutung fanden. Ausdem Kreis dieser Heiligen ist sonstnur noch Katharina über dem Eingangerhalten.InnenausstattungVon der ehemaligen reichen Aus-stattung kamen die besten Stücke inMuseen, so wie die spätgotischenStifterfenster und ein um 1520 vonunbekannten Meistern angefertigtenHochaltar, einem Flügelaltar mit e-hemals 16 Bildtafeln. Vier dieser Ta-feln befinden sich heute im MainzerLandesmuseum, eine davon zeigt dieRettung des Allerheiligsten - das „Par-tenheimer Wunder“ - ein deutlichesZeichen, wie wichtig den Gläubigendiese Legende war!In der Kirche geblieben ist die spätgo-tische, sehr farbig ausgemalte hölzer-ne Kanzel mit ihren reichen Schnitze-reien und das Triumphkreuz aus demEnde des 15. Jahrhunderts.Auf der Empore über dem Westein-gang steht eine schöne Barockorgel,gebaut im Jahre 1783 von dem Hof-orgelbauer Johann Georg Geib.GrabtafelnGrabmäler in Kirchen halten in derRegel die Erinnerung an die Verstor-benen der Adelsgeschlechter des Or-tes wach, die oft Patronatsherren desGotteshauses waren und das Rechthatten, sich in der Kirche bestatten zulassen.In Partenheim handelt es sich dabeium die Familien von Partenheim, vonWallbrunn, von Bolanden, die im be-nachbarten Schloss lebten, das durcheinen inzwischen zugeschütteten un-Fenster ‚Ein feste Burg‘Die Fenster des ChoresSpätgotische Kanzel von Eberhard Falkner
  • 9. terirdischen Gang mit der Kirche ver-bunden war.Ältestes Werk in Partenheim ist dieaus Mitte des 15. Jahrhunderts stam-mende Grabplatte des EberhardStoltz von Gaubickelheim an der Ost-wand. Der Ritter steht in voller Rüs-tung mit aufgeschlagenem Visier aufzwei Hunden. Diese Darstellungsartfolgt dem seit dem 11. Jahrhundertentwickelten Typus des Grabdenk-mals, das den Toten in der charak-teristischen Erscheinung seines ge-sellschaftlichen Standes wiedergibt.Dem gleichen Typus gehört auch dasGrabmal für Kuno von Wallbrunn ander Nordwand unter der Empore an,obwohl es fast 100 Jahre jünger ist.Das markante Porträt und die kräftigmodellierte Rittergestalt erinnert andie Bildhauerkunst Hans Backoffensin Mainz.Gegen Ende des 16. Jahrhunderts ent-stand das Grabmal mit Bildinschriftfür Hans Reinhart von Wallbrunn, dassich auffallend von den übrigen un-terscheidet.Ein architektonisches Gehäuse mitkorinthischen Säulen über Engels-konsolen, die einen zurückspringen-den Querbalken tragen, umschließtdie fast barock wirkende, ungemeinselbstbewusste Ritterfigur. Die mo-dische Halskrause über der dekora-tiven Rüstung bildet den Sockel fürden leicht in Richtung Altar gedreh-ten schmalen Kopf. Zu Füßen desVerstorbenen gibt eine sorgfältiggearbeitete Inschrift in ovalem Rah-men Auskunft über Lebensdaten undStand des Dargestellten. Wir findendieses Grabmal an der Südwand desSeitenschiffes.Die übrigen, seit 1967 in der Kircheaufgestellten Gedenkplatten zeigenornamentale Motive und die Wap-pen der Familie von Wallbrunn, dieim Bereich der alten Kirche ihre letz-te Ruhestätte fand. Trotz des gestör-ten ehemaligen Zusammenhangs undder Ortsveränderung der meistenDenkmäler bleibt in der Partenhei-mer Kirche der alte Gedanke der Fa-miliengrablege noch spürbar.Der schlichte Sandsteinaltar und dasGeib-Orgel von 1783Epitaph für Hans Reinhart von Wallbrunn Taufbecken und Altar von 1961/1987
  • 10. Taufbecken sind dem Kirchenraumangepasste Werke des 20. Jahrhun-derts.GlockenIm Turm der Partenheimer Kirche be-finden sich 3 Glocken. Ihr Klang ent-spricht den Tönen H, A und Fis.Die kleine Glocke ist 252 kg schwerund trägt den Namen „Lutherglocke“.Als Inschrift trägt sie in der Mitteneben einer Abbildung Luthers denText: „Eine feste Burg ist unser Gott“,im Unterrand: „umgegossen aus, deralten Glocke“ aus dem Jahre 1791 imJahr 1949, Evang. Gemeinde Parten-heim“.Die mittlere Glocke ist 366 kg schwerund trägt den Namen „Gedächtnis-glocke“. Sie trägt folgende Inschrift:„Unseren Gefallenen zum Gedächt-nis“ und weiter unten: „Die alte starbfür Deutschlands Wehr, die neueklingt zu Gottes Ehr“ Ev. KGM Parten-heim 1949“.Die große, alte Glocke aus dem Jahre1765 ist 758 kg schwer. Die Chronikvon 1948 berichtet: „Die schönsteWeihnachtsfreude war die Rückkehrder alten großen Glocke aus Ham-burg, die am 3. Feiertag unter Anteil-nahme der gesamten Bevölkerungfeierlich eingeholt wurde. Ihr zumGruß läutete noch einmal, zum letz-ten Mal, die alte zersprungene kleineGlocke aus dem Jahr 1791.“Die beiden neuen Glocken wurdenam 6. April 1949 im Beisein etlicherGemeindeglieder gegossen. Wörtlichaus der Chronik: „Am 12. April be-reits erfolgte die feierliche Einholungder beiden Glocken vom BahnhofJugenheim aus. Bis dahin waren sieper Lastkraftwagen gekommen undauf festlich geschmückte Pferderollenumgeladen worden. Unter Glocken-geläut kamen die neuen Glocken inPartenheim an.“ Seit dem 24. April1949 läuten damit wieder alle dreiGlocken der Kirche in Partenheim undmahnen zum Frieden!Der Namensgeber der Kirche: PetrusDie Figur des Apostels Petrus ist eineüberaus schillernde Persönlichkeit.Zwischen bedingungsloser Hingabeund Verrat spannt sich die Persönlich-keit des Petrus in den Berichten desNeuen Testamentes.Er wurde gemeinsam mit seinem Bru-der Andreas, der zuvor schon Jüngervon Johannes dem Täufer war, vonJesus berufen. Beim Wandel auf demSee Genezareth zeigte sich Petrus‘Glaube als zögerlich: er wollte demauf dem Wasser gehenden Jesus fol-gen, bekam aber Angst zu versinken;nach seiner Rettung bekannte er miteinem Kniefall: “Du bist in WahrheitGottes Sohn”Zusammen mit Johannes und Jakobuswar Petrus bei der Verklärung Jesudabei. Bei der Fußwaschung fühlteer sich nicht würdig, sich von Jesusdie Füße waschen zu lassen. NachUnter der HauptglockeLutherglocke von 1949Blick in das Glockengestühl
  • 11. der Gefangennahme Jesu schlug er inseinem Eifer dem Diener des Hohen-priesters, ein Ohr ab. Wenig späterverleugnete er Jesus drei Mal, nochehe der Hahn krähte. Petrus war auchder erste männliche Zeuge der Aufer-stehung Jesu.Jesus forderete Petrus beim Fischzugauf, von nun an “Menschenfischer”zu sein. Nach seinem Bekenntnis inCäsarea wurden Petrus “die Schlüsseldes Reichs der Himmel” übergeben- in der Volksüberlieferung bewachter deshalb die Himmelstür. Jesusbezeichnete Simon als “Fels” - grie-chisch: “pétros” - auf dem er seineKirche bauen wolle.Kranke wurden vom Schatten des vor-über gehenden Petrus geheilt. Petrusbekehrte mit dem Hauptmann Cor-nelius den ersten Nicht-Juden zumChristentum und wurde von einemEngel Petrus auf dem Gefängnis be-freit.Die Meinungsverschiedenheit mitPaulus über die Mission bei Judenund Heiden wurde beim Apostelkon-zil ausgeglichen. Petrus hatte zusam-men mit dem “Herrenbruder” Jako-bus die Führung der Gemeinden inJerusalem inne und begründete diechristliche Mission, er wird in allenneutestamentlichen Apostelkatalo-gen an erster Stelle genannt.Kulturgeschichtlich steht Petrus invielem heute an Stelle des römischenGottes Janus, der als himmlischerSchlüsselinhaber galt und an der Him-melspforte sass.Die Partenheimer Kirche St. Peter von1435 ist mit ihren vielen architekto-nischen und kunsthistorischen Im-pulsen der Baumeister ihrer Zeit vomNiederrhein bis Straßburg und vonTrier bis Nassau ein einmaliges Klein-od voller spiritieller Kraft und Leben-digkeit. Heute und in Zukunft.Vordergasse 4855288 Partenheim06732/8988www.partenheim-evangelisch.deevangelisch@partenheim.deSpendenkonto:MVB 271251043 BLZ 55190000Redaktion:Hiltrud Runkel, Horst Runkel,Andrea Seebold, Sylvia Winterberg,Harald Esders-WinterbergFotos:Horst Runkel, Harald Esders-WinterbergDruck www.rainbowprint.de© 2010Evangelische KirchengemeindePartenheimKreuz, Ende 15. JahrhundertSchlussstein mit Petrusdarstellung