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Bronislaw Malinowski (1884 - 1942)  <ul><li>zählt gemeinsam mit A. R. Radcliffe-Brown zu den Begründern der britischen Soz...
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Sir Karl Popper (1902- 1994) Kritischer Rationalismus <ul><li>Kritisiert Theorem der Verifikation von Aussagen    Hauptwe...
Malinowski-  Das Skelett: die Dokumentation objektiver Daten Malinowski geht davon aus, dass &quot; das   starre Skelett d...
Malinowski-  Das Fleisch: Teilnahme und Deskription des sozialen Lebens <ul><li>. Dem &quot;Skelett der Stammesorganisatio...
Malinowski-  Der Geist: die Sammlung charakteristischer Erzählungen Neben dem Skelett und dem Fleisch sollte auch noch der...
Nicht-positivistische Wissenschaftstheoretische Paradigmen <ul><li>Wilhelm Dilthey  (1833-1911)  Natur/Geisteswissenschaft...
Literatur <ul><li>Barth, F. et al (2005) One Discipline, Four Ways: British, German, French, and American Anthropology. Ch...
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  • GB: Torres Straits Expedition (1898 – 1899): Etablierung der Anthropologie an britischen Universitäten am Beginn des 20. Jhdts  viele der Lehrenden hatten naturwissenschaftlichen Hintergrund u. nicht geisteswissenschaftlichen  hatte Auswirkungen auf die Entwicklung von ethnographischen Techniken Unter diesen Figuren einer der wichtigsten Alfred Cort Haddon : Zoologe – Meeresbiologe - Leiter der Torres Straits Expedition in Ozeanien Bereits 1888 Feldforschung in der Torres Strait – nahm anthropologische Fragebögen mit sich, um indigene Bräuche zu dokumentieren (Notes and Queries u. Frazers Fragebogen „ Questions on the Customs, Beliefs and Languages of Savages “ 1887) – die nachfolgenden Publikationen darüber brachten ihn in den Mainstream der Anthropologie im 19. Jh brachte naturwissenschaftl. Forschungsmethoden mit sich 1898 erneute Expedition in die Torres Strait  wichtig für die Entwicklung Ethnographischer Techniken [Urry 1984: p. 45]  „to study the anthropology, psychology, and sociology of „savage“ peoples by making careful inquiries in situ“ (Barth et al. 2005: 11) Haddon rekrutierte Forschergruppe, die wenig bis gar keine Erfahrung mit der Anthropologie hatten, bestehend aus Linguisten (Sidney Ray), Psychologen (W.H.R. Rivers u. Assistent Mc Dougall), Anthropologen (Anthony Wilkin – für Photographien), Charles Samuel Myers – Musik, Pathologe (Charles Seligman – später chair of Ethnology at the University of London from 1913 to 1934 wikipedia) Torres Strait – Expedition als Wendepunkt für die Anthropologie : Art u. Weise d. Wissenschaft veränderte sich von Datenextraktion aus schriftlichen Quellen hinzu eigenhändigen Erhebung der Daten durch die Wissenschaftler vor Ort durch indigene Informanten àdadurch Produktionsfläche von Falschinformation, Missinterpretationen, Ignoranz durch Mittlerpersonen radikal reduziert Objekt d. anthropologischen Forschung nicht mehr Kultur generell, sondern spezielle lokale Gesellschaften Neuerungen in der Methodologie: Rivers genealogische Methode; Kinship terms Aus Expedition gingen 2 Schlüsselfiguren für die nächste Generation d. Anthropologie  in GB hervor: W.H.R. Rivers (Genealogische Methode) u. Charles G. Seligman; beide jedoch nicht anthropologisch ausgebildete Wissenschafter [Barth et al. 2005: 15f] [Urry 1984: 46ff] Problem der Methode zentral für Rivers u. seine Generation von Anthropologen – nur durch klare Methodologie u. systematische Terminologie konnte Anthropologie als eine eigenständige Wissenschaft etabliert werden  Betonung von Wissenschaft, Methodologie u. Terminologie resultierte in neuer Ausgabe der notes &amp; queries (fertig gestellt 1912), mit essentiellem Beitrag von Rivers; neue Ausgabe verlangt auch nach einem professionellem methodischen Training für Leute, die anthropologische Forschung ausführen Expeditionen u. Surveys Hauptquelle für neue ethnographische Informationen dieser Zeit (weitere brit. Expeditionen auf malayische Halbinsel, Zentralafrika, Westaustralien, Melanesien]  Regionale Studien „survey work“  trug zu Verständnis spezifischer Regionen bei u. ermutigte zur Entwicklung von kulturgeschichtlichen Studien u. Diffusionismus, die zu dieser Zeit sehr verbreitet waren Wie Boas in den USA in den 1890ern, realisierte auch die britische Anthropologie, dass Studien von einzelnen Kulturen reichere Darstellungen anderer Kulturen erzeugen, als die meisten „survey works“, die oftmals oberflächlich blieben. Hierbei wichtig waren die Arbeiten von Missionaren u. Administratoren, die sich für lange Zeiträume in einzelnen Gesellschaften aufhielten u. detaillierte Ethnographien erzeugten. 1904 schlug Haddon einen neuen Ansatz für Feldforschung vor, der „exhaustive studies of limited groups of people, tracing all the ramifications of their genealogies in the comprehensive method adopted by Dr Rivers for the Torres Straits Islanders and for the Todas” (Haddon 1905: 478). Am Ende der 1. Dekade d. 20. Jhds wurden die ersten britischen in Anthropologie ausgebildeten Ethnographen zur Durchführung intensiver Feldforschungen ausgesandt. Unter diesen Anthropologen befand sich auch Bronislaw Malinowski. „ It would appear, therefore, that all the leading anthropologists in Britain who trained students in anthropology had agreed by 1910 that fieldwork was essential part of a career in the subject and that intensive fieldwork by individuals for extended periods was best strategy for further research“ (Urry 1984: 48).
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    1. 1. VO Einführung in die Methoden der Kultur- und Sozialanthropologie 3.Einheit Boas, Malinowski & Ausgewählte wissenschaftstheoretische und methodische Grundlagen der empirischen Sozialforschung
    2. 2. Boas <ul><li>Vergleichbarkeit wird extrem erschwert bis unmöglich </li></ul><ul><li>Kulturen als eigenständige Einheiten, die primär aus sich selbst heraus verstanden werden müssen </li></ul><ul><li>Der von Boas etablierte historische Partikularismus ist: </li></ul><ul><li>partikularistisch & relativistisch, nicht universalistisch </li></ul><ul><li>das Vorgehen induktiv, nicht deduktiv </li></ul><ul><li>und diachron, nicht synchron </li></ul>
    3. 3. NW-Coast Amerikas <ul><li>Haida, Klingit, Kwakiutl </li></ul><ul><li>Seßhaft </li></ul><ul><li>Dörfer </li></ul><ul><li>Aneignende Wirtschaftsform </li></ul>
    4. 4. Aboriginies Australiens <ul><li>Jäger und Sammler </li></ul><ul><li>einfachste materielle Kultur </li></ul><ul><li>Komplexe Sozialorganisation </li></ul><ul><ul><li>Kariera (4 Heiratsklassen, Heiratsbeziehungen bleibt über Generationen gleich) </li></ul></ul><ul><ul><li>Aranda (8 Heiratsklassen, alternatierende Generationen) </li></ul></ul><ul><ul><li>Sprache </li></ul></ul>
    5. 5. Torres Straits Expedition (1898 – 1899) <ul><li>Forschergruppe bestehend aus Linguisten, Psychologen, Anthropologen, Musikwissenschafter, Pathologen, Zoologen </li></ul><ul><li>Expedition als Wendepunkt in der britischen Sozialanthropologie: </li></ul><ul><ul><li>Verankerung von Feldforschung in anthropologischer Ausbildung </li></ul></ul><ul><ul><li>Objekt d. Forschung nicht mehr Kultur generell, sondern spezielle lokale Gesellschaften </li></ul></ul><ul><ul><li>Neuerungen in der Methodologie: Rivers´ genealogische Methode; Kinship terms </li></ul></ul><ul><ul><li>Rivers u. Seligman (beide naturwissenschaftlich ausgebildet) als Schlüsselfiguren in der Ausbildung der nächsten Generation brit. Sozialanthropologen </li></ul></ul>
    6. 6. Bronislaw Malinowski (1884 - 1942) <ul><li>zählt gemeinsam mit A. R. Radcliffe-Brown zu den Begründern der britischen Sozialanthropologie . </li></ul><ul><li>Sein Bekanntheitsgrad reicht weit über das Fach hinaus, so greift u.a. S. Freud auf Malinowskis Arbeiten zurück. </li></ul><ul><li>Malinowski gilt als der Initiator der modernen ethnographischen Datenerhebung und des Funktionalismus als theoretische Strömung innerhalb der Sozialanthropologie. </li></ul>
    7. 7. B. Malinowski <ul><li>In Krakau geboren </li></ul><ul><li>Studierte Mathematik, Physik und Philosophie </li></ul><ul><li>dann in Leipzig Psychologie bei W. Wundt </li></ul><ul><li>London Anthropologie bei E. Westermarck und C.G. Seligmann </li></ul><ul><li>Argonauten des westlichen Pazifiks (1922) </li></ul><ul><li>Trobriand Inseln (PNG) - Kula </li></ul><ul><li>Grundlage der modernen Feldforschung </li></ul>
    8. 8. Die Grundzüge des (strukturalen) Funktionalismus sind: <ul><li>richtete sich gegen die spekulativen Rekonstruktionen der Evolutionisten und die vergleichende Methode der armchair-anthropologists </li></ul><ul><li>Im Gegensatz zu Franz Boas ist der Funktionalismus  ahistorisch (synchron) eingestellt, da die historische Perspektive nur bei Vorhandensein exakter schriftlicher Belege angestrebt werden kann </li></ul><ul><li>Organismusanalogie : die Gesellschaft wird mit einem biologischen Organismus verglichen, in dem die einzelnen Organe zusammenwirken müssen (Funktion ), um den Erhalt des gesamten Körpers (Struktur) sicherzustellen </li></ul><ul><li>Gesellschaften bzw. ihre Teile streben nach Ordnung (Equilibrium) und verlaufen nach bestimmten Mustern; der harmonische Zustand ist relativ stabil, Konflikte tendieren zu einem neuerlichen Equilibriumszustand </li></ul>
    9. 9. Die Grundzüge des (strukturalen) Funktionalismus sind: <ul><li>Ziel ist das Herausfinden von Gesetz- bzw. Regelmäßigkeiten des sozialen Lebens im naturwissenschaftlichen Sinne </li></ul><ul><li>die Kulturtheorie von Bronislaw Malinowski leitet die wesentlichen Institutionen als Kulturreaktionen auf menschliche Grundbedürfnisse ab (obsolet) </li></ul><ul><li>Im strukturellen Funktionalismus (Radcliffe-Brown) im Mittelpunkt der Forschungen stehen die sog. Institutionen als Kristallisationspunkte (nach Durkheim); </li></ul>
    10. 10. B. Malinowski - Methode <ul><li>Mit Leichtigkeit ließen sich hoch geachtete, wissenschaftlich ausgewiesene Arbeiten anführen, in denen uns pauschale Verallgemeinerungen vorgelegt werden, aus denen wir aber nicht im geringsten erfahren, aufgrund welcher tatsächlichen Beobachtungen die Verfasser ihre Schlüsse gezogen haben. Kein besonderes Kapitel, kein Abschnitt ist dem Versuch gewidmet, die Bedingungen zu beschreiben, unter denen Beobachtungen gemacht und Informationen gesammelt wurden. Ich bin der Meinung, daß nur solche ethnographischen Quellen von zweifelsfreiem wissenschaftlichen Wert sind, in denen klar die Grenze gezogen werden kann zwischen den Ergebnissen direkter Beobachtung , Berichten und Interpretationen der Eingeborenen auf der einen Seite und den Schlußfolgerungen des Autors , die sich auf dessen gesunden Menschenverstand und sein psychologisches Einfühlungsvermögen stützen, auf der anderen Seite.&quot; (Malinowski 1979: 24f) </li></ul><ul><li>Trennung von Beobachtung und Interpretationen der Eingeborenen </li></ul><ul><li>Trennung von Daten und Analyse </li></ul>
    11. 11. Malinowski- Probleme des Felddeinstieges Schwierigkeit Beziehung mit dem Feld aufbauen. Das Ergebnis, das sich dabei einstellt, beschreibt Malinowski mit einem &quot; Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung &quot; und der Unmöglichkeit, in &quot; eine wirkliche Berührung mit den Eingeborenen zu kommen oder mich mit irgendwelchem Material zu versorgen. Ich erlebte Perioden der Mutlosigkeit, während derer ich mich im Romanlesen vergrub, ähnlich einem Mann, der im Anfall tropischer Depression und Langeweile zu trinken beginnt. &quot; (Malinowski 1979: 26f) Weißen vor Ort keine Hilfe für die Feldforschung , mangelnde Kenntnis der lokalen Sprache , die daraus resultierende Unmöglichkeit zu lokalen Interpretationen aus der Sicht der Eingeborenen zu kommen.  Beobachtungen bleiben totes Material
    12. 12. Malinowski- Das Geheimnis der Feldforschung <ul><li>Er fasst die methodischen Prinzipien in drei Bereichen zusammen: </li></ul><ul><li>den wissenschaftlichen Zielen und Kriterien, </li></ul><ul><li>den Arbeitsbedingungen vor Ort und </li></ul><ul><li>den Methoden ds Sammelns, Aufbereitens und Sicherns der Daten . </li></ul><ul><li>&quot; Zuerst muß der Forscher natürlich wirklich wissenschaftliche Ziele haben und die Kriterien und Wertmaßstäbe moderner Ethnographie kennen. Zweitens sollte er sich gute Arbeitsbedingungen schaffen, das heißt hauptsächlich, er sollte ohne andere Weiße direkt unter den Eingeborenen leben. Schließlich muß er eine Reihe besonderer Methoden des Sammelns, Aufbereitens und Sicherns seines Belegmaterials anwenden. &quot; (Malinowski 1979: 28) </li></ul>
    13. 13. Malinowski- passive & aktive Methoden &quot;Aber der Ethnograph muß nicht nur sein Netz am rechten Ort auswerfen und auf das warten, was sich darin fängt. Er muß aktiver Jäger sein, das Wild in sein Netz hineintreiben und ihm in seine unzugänglichen Verstecke folgen. Dies führt uns zu den aktiveren Methoden, ethnographische Zeugnisse zu erlangen.&quot; (Malinowski 1979: 30) Feldforschung beschränkt sich nicht nur auf passive Beobachtung im Sinne eines &quot;deep hanging round&quot;. Es kommen vielmehr, im Sinne einer Methodentriangulation , unterschiedliche methodische Verfahren, wie z.B. Interviews und gezielte Befragungen zum Einsatz. Ethnographie beruht somit auf dem flexiblen Einsatz verschiedener methodischer Strategien .
    14. 14. Malinowski- Die Suche nach Ordnung und Gesetzmäßigkeiten Das primäre Ziel der Feldforschung ist, nach Malinowski, allgemeine Gesetz- und Regelmäßigkeiten des sozialen Zusammenlebens und der kulturellen Phänomene zu identifizieren. Auch hier kommt eine positivistische Grundorientierung zum Ausdruck, deren primäres Erkenntnisinteresse auf Erklärungen in Form allgemeiner Gesetzmäßigkeiten abstellt. Das starre Skelett des Stammeslebens muß zuerst ermittelt werden.&quot; (Malinowski 1979: 32f; eigene Hervorhebungen)
    15. 15. Positivismus <ul><li>Die vier zentralen Grundannahmen des Positivismus können wie folgt zusammengefasst werden: </li></ul><ul><li>Auguste Comte (1798-1857) </li></ul><ul><li>1) Es existiert eine einzige Art von Wirklichkeit; </li></ul><ul><li>2) Die einzige Erkenntnisquelle ist die sinnliche Erfahrung; </li></ul><ul><li>3) Der Positivismus geht von der Einheit der Wissenschaft aus (Methodenmonismus) und </li></ul><ul><li>4) lehnt alle nicht-deskriptiven, d.h. metaphysischen Aussagen ab. </li></ul>
    16. 16. Neopositivismus <ul><li>Wiener Kreis (1922-1936), einer Gruppe von WissenschaftstheoretikerInnen (Rudolf Carnap, Otto Neurath, Kurt Gödel, Moritz Schlick, u.a.), geprägt. </li></ul><ul><li>Er fügt den Grundannahmen des klassischen Positivismus die mathematische Logik, sowie - in Anlehnung an Ludwig Wittgenstein - die Sprachkritik, hinzu. </li></ul><ul><li> Sinnkriterium. Diesem zufolge wurden nur solche Aussagen als sinnvoll akzeptiert, die sich empirisch verifizieren lassen. Empirisch nicht verifizierbare Aussagen, z.B. über Gott, Engel oder Geister, waren demnach empirisch sinnlos, metaphysisch und nicht wissenschaftlich angesehen </li></ul>
    17. 17. Sir Karl Popper (1902- 1994) Kritischer Rationalismus <ul><li>Kritisiert Theorem der Verifikation von Aussagen  Hauptwerk &quot;Logik der Forschung&quot; (1935) </li></ul><ul><li>&quot;alle Aussagen einer empirischen Wissenschaft&quot; - sofern sie unzutreffend sind - &quot;prinzipiell an der Erfahrung scheitern können&quot; (Popper 1971: 15). </li></ul><ul><li>D.h. sie müssen auch falsifizierbar sein </li></ul><ul><li>&quot;Morgen wird es regnen oder nicht regnen.&quot; wahr und empirisch überprüfbar aber nicht falsifizierbar und deshalb wissenschafltich unbrauchbar. </li></ul><ul><li> Positivismus und Kritischer Rationalismus vertreten einen  Methodenmonismus , d.h. egal ob Naturwissenschaften oder Sozial- und Geisteswissenschaften, die methodischen Zugänge zur Wirklichkeit sind im Grunde die gleichen, auch in den Sozialwissenschaften besteht der Fortschritt der Erkennntis in einer zunehmenden Annäherung an eine objektiv existierende Welt. </li></ul><ul><li>steht im Gegensatz zum Methodendualismus , der davon ausgeht, dass sich die methodischen Zugänge zur Wirklichkeit in den Sozial- und Geisteswissenschaften von jenen der Naturwissenschaften unterscheiden. </li></ul>
    18. 18. Malinowski- Das Skelett: die Dokumentation objektiver Daten Malinowski geht davon aus, dass &quot; das starre Skelett des Stammeslebens (...) zuerst ermittelt werden (muss). Dieses Ideal bringt an erster Stelle die Verpflichtung mit sich, eine vollständige Übersicht über die Phänomene zu geben und nicht das Sensationelle und Einzigartige, schon gar nicht das Lustige und Wunderliche herauszulesen. &quot; (Malinowski 1979: 33) Es geht hierbei um eine systematische und umfassende Dokumentation einzelner Fälle , die dazu dienen, Ordnungsprinzipien, Regeln und Regelmäßigkeiten die diesen Fällen zugrunde liegen, zu identifizieren . Es geht also um das Sammeln von konkreten Belegmaterialien aus dem generalisierende Schlüsse gezogen werden können.
    19. 19. Malinowski- Das Fleisch: Teilnahme und Deskription des sozialen Lebens <ul><li>. Dem &quot;Skelett der Stammesorganisation„ fehlt allerdings &quot;Fleisch und Blut&quot;, welche die Wirklichkeit des menschlichen Lebens veranschaulichen. </li></ul><ul><li>die Regeln und Ordnungen sind ihrer &quot;Exaktheit dem wirklichen Leben fremd, das niemals starr irgendwelche Regeln befolgt&quot;. (Malinowski 1979: 41) </li></ul><ul><li>Diese Regeln müssen durch teilnehmende Beobachtung ergänzt werden, welche veranschaulicht, wie etwas durchgeführt wird aber auch ermöglicht, immer auftretende Ausnahmen darzustellen. </li></ul><ul><li>Dabei handelt es sich um Phänomene, die &quot; in ihrer vollen Wirklichkeit beobachtet werden müssen&quot;. (Malinowski 1979: 42f) Diese nennt Malinowski die Imponderabilien des wirklichen Lebens und typischen Verhaltens, welche dokumentiert und aufgezeichnet werden müssen. </li></ul><ul><li>Dabei ist es notwendig &quot; daß dies nicht in Form der Registrierung oberflächlicher Einzelheiten geschieht, wie ungeübte Beobachter dies gewöhnlich anstellen, sondern in dem Bemühen, in die Geisteshaltung einzudringen, die in ihnen ihren Ausdruck findet. &quot; (Malinowski 1979: 43) </li></ul>
    20. 20. Malinowski- Der Geist: die Sammlung charakteristischer Erzählungen Neben dem Skelett und dem Fleisch sollte auch noch der Geist, d.h. &quot;die Anschauungen, Meinungen und Äußerungen der Eingeborenen&quot; (Malinowski 1979: 46) festgehalten werden. „ Das dritte Gebot der Feldarbeit lautet also: Ermittle die typischen Formen des Denkens und Fühlens, die den Institutionen und der Kultur einer bestimmten Gemeinschaft zugehören und formuliere die Ergebnisse in der überzeugendsten Weise.“ (Malinowski 1979: 47) Um die Anschauungen, Meinungen und Äußerungen der Untersuchten überzeugend zu dokumentieren, ist es notwendig, deren Aussagen wortwörtlich zu zitieren sowie Begriffe aus der Klassifikation der Eingeborenen zu verwenden. Hier stellen sich wieder die Notwendigkeit der Sprachkenntnisse und Probleme der Übersetzung. Malinowski bezeichnet dieses linguistische Material auch als Corpus Inscriptionum , welcher die Grundlage für unterschiedliche Interpretationen ist.
    21. 21. Nicht-positivistische Wissenschaftstheoretische Paradigmen <ul><li>Wilhelm Dilthey (1833-1911) Natur/Geisteswissenschaften </li></ul><ul><ul><ul><ul><li>nomothetisch/ ideographisch </li></ul></ul></ul></ul><ul><ul><ul><ul><li>erklären / verstehen </li></ul></ul></ul></ul><ul><li>Hermeneutik : die &quot;Kunst&quot; des Verstehens und der deutenden Auslegung von Texten, Verhaltensweisen und Kulturmustern. </li></ul><ul><li> Gadamer, Habermas (Sinnkritik), Geertz </li></ul><ul><li>Pragmatismus: Charles S. Peirce, William James, John Dewey, George Herbert Mead. </li></ul><ul><li>die Bedeutung einer Sache liegt in den Konsequenzen, die sich aus dem praktischen Handeln ergeben. Diese Konsequenzen müssen erfahren werden und diese Erfahrung sei immer perspektivisch geprägt. Die handlungspraktischen Konsequenzen, d.h die Bedeutung welche Phänomene für die Handelnden haben, werden somit zum Wahrheitskriterium innerhalb des Pragmatismus. </li></ul><ul><li>Phänomenologie (griech. phainomenon „Sichtbares, Erscheinung“; logos „Rede, Lehre“) ist die Lehre bzw. Untersuchung der Erscheinungen, des Phänomens als Gegebenes im Gegensatz zum Logos, der Zugangsart. </li></ul><ul><li>Edmund Husserl (1859-1938) </li></ul>
    22. 22. Literatur <ul><li>Barth, F. et al (2005) One Discipline, Four Ways: British, German, French, and American Anthropology. Chicago und London: University of Chicago Press </li></ul><ul><li>Boas, Franz. 1896. &quot;The limitations of the comparative method in anthropology.&quot; Science 4(November):901-8. </li></ul><ul><li>Gingrich, Andre; Richard Fox (eds.) (2002) Anthropology, by comparison. London. Routledge </li></ul><ul><li>Malinowski Bronislaw (1979) Argonauten des westlichen Pazifiks. Frankfurt/Main: Syndikat. p.11-48 (Pflicht!) </li></ul><ul><li>Urry, J. (1984) A history of field methods. In: Ellen, R.F. (ed.) Ethnographic Research. A Guide to General Conduct. London [u.a.]: Academic Press. p. 35-61. (Pflicht!) </li></ul><ul><li>Tylor, Edward B. 1994. On a Method of Investigating the Development of Institutions; Applied to Laws of Marriage and Descent. In The Collected Works of Edward Burnett Tylor. Journal Articles 1863-1900 . London: Routledge. [1889] </li></ul>
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