Vertrauen online

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    Vertrauen online - Presentation Transcript

    1. Vertrauen online … … Weshalb ist Vertrauen problematisch? Wie wird Vertrauen online geschaffen? Tina Guenther, Barcamp Ruhr 2 Essen, 28./29. März 09
    2. Gliederung
      • Das ‚Social Web‘ – 4 Aspekte des neuen Netz
      • Weshalb ist soziale Partizipation im Netz vertrauensrelevant?
      • Wie wird Vertrauen online konstituiert?
      • Wie man Vertrauen online erforschen kann
    3. 1. Das ‚Social Web‘
      • „ Web 2.0“ is technology-driven: weblogs, wikis, RSS, AJAX, SNS, Open APIs. Web 2.0 is a self-organizing technology organizing (static) content into dynamic flows, growing in size and functionality.
      • „ Web 2.0“ is a global open public loosely coupled to nation states with more thatn 1.4 billion participants. Discursive public, open space for formation of social movements, highly differentiated into sub-publics.
      • „ Web 2.0“ is a global world of knowledge in forms of content, code and meta-data ready for distribution, remix and recombination.
      • „ Web 2.0“ is a business-model building on user generated content, digital footprints, relational information, metadata.
      • Global collaborative project deeply rooted in capitalism
    4. Plattformen
    5. Partnerwahl Privatkredit
    6. Partnerwahl Liebe, Partnerwahl & Heiratsmarkt
    7. Identitäts- schnipsel
    8. Gezwitscher
    9. Profile, Kontakte
    10. Spielfiguren
    11. Meetings Links: Republica 08 Berlin, rechts Identitycamp 08 Bremen
    12. 2. Vertrauensrelevanz
      • Naives Vertrauen vorausgesetzt, könnte jeder Nutzer online Geld anlegen, shoppen, Geschäfte machen, Wissen tauschen, mit anderen Menschen kooperieren und die Vorzüge gemeinschaftlicher Assoziation etwa in Social Networks genießen. Jeder könnte seine Reputation, berufliche und private Beziehungen und seine Identität online „managen“. Es könnte jeder alle Funktionen nutzen, sämtliche Beziehungen und Aktivitäten online abbilden. Über negative Konsequenzen bräuchte man nicht nachzudenken. Doch über Sicherheit wird nicht zu unrecht diskutiert – diese naive Haltung kann sich als gefährlich erweisen.
      • Weshalb wird Vertrauen im Internet zum Problem?
    13. 2. Vertrauensrelevanz
      • Akteure : Akteure treten mit anderen Akteuren in eine Beziehung ein, in der sie Vertrauensgeber und Vertrauensnehmer sind, z.B. Nutzer & Nutzer, Nutzer & Provider, Provider & Provider, Nutzer und Provider.
      • Erwartungen : Vertrauen konstituiert eine Beziehung, in der Akteure konkrete Erwartungen aneinander richten, also für beide Seiten etwas auf dem Spiel steht, z.B. eine komplexe Online-Identität, neue Beziehungen
      • Verletzbarkeit : Vertrauensbeziehungen schaffen für beide Seiten eine Verletzbarkeit. Mögliche Schädigungen können wirtschaftlicher, sozialer und psychischer Art sein.
    14. 2. Vertrauensrelevanz
      • Unsicherheit : Unsicherheit über mögliches Scheitern der Vertrauensbeziehung [Projekt] lässt sich nicht durch mathematische Operationen ‚wegrechnen‘.
      • Agency : Niemand geht eine Vertrauensbeziehung ein, um Schädigungen und Verletzungen zu erleiden, auch nicht im Netz. Ausschlaggebend sind positive Erwartungen. Man erwartet Erfolge, nicht Niederlagen oder Rückschläge.
      • (Doppelte) Einbettung : Vertrauensbeziehungen sind sowohl in Normen beim Provider und im Netz (Netiquette) eingebettet als auch in Institutionen und soziale Systeme offline (z.B. Bildung, Professionen, Staat, Wirtschaft, Recht).
    15. Provider A Provider B Nutzer A Nutzer B 2. Vertrauensrelevanz Developer A Developer B Quelle: Möllering 2006 + Ergänzungen Allgemeine Internetöffentlichkeit Welche Akteure haben es miteinander zu tun?
    16. 2. Vertrauensrelevanz
      • Wer ins Netz geht, könnte Schädigungen erleiden. Trotz vielfältiger Maßnahmen bleibt Unsicherheit über mögliche Schädigungen bestehen. Vertrauen online lässt sich nicht reduzieren auf …
      • Technologie [Infrastruktur, Datenübertragung]
      • Kalkulation [Reputationssyssteme (z.B. Punkte)]
      • Usability [perfektes, nutzerfreundliches Design]
      • ‚ Perfektes‘ Set von Regeln und Rollen in Online-Community
      • Kontrolle und Überwachung durch Provider [Monitoring]
      • Politische Regulierung [Zugangssperren, Zensur]
    17. 3. Wie wird Vertrauen online konstituiert?
      • Von Vertrauen online könnte man sprechen, wenn
      • ... eine Vertrauensbeziehung mit best. Verlauf gegeben ist
      • … die auf rationaler Wahl, Routine und Reflexivität gründet
      • … die verbleibende Verletzlichkeit und Unsicherheit aufhebt
      • … als ob eine mit Spannung behaftete Situation bereits zu einem guten Ende gekommen wäre
      • … wobei Vertrauensgeber und Vertrauensnehmer positive Erwartungen an ein mehr oder minder spezifisches Gegenüber (Generalisierter Anderer) richten, aufrechterhalten und regelmäßig erneuern
      • … um die positive Auflösung tatsächlich zu ermöglichen.
    18. Source: Möllering 2006 + Ergänzungen 3. Wie wird Vertrauen online konstituiert? [Einbettung in Offline-Wirklichkeit auf allen Ebenen] Akteur Nutzer/ Interaktion Akteur Struktur Organisationen Struktur … Institutionen
    19. 3. Analytisches Konzept: Vertrauensrad
      • Rationale Wahl
      • Nutzen, Interessen
      • Indikatoren der Vertrauenswürdigkeit
      • Routinemodell
        • Selbstverständlichkeit
        • Natürliche Anschauung
        • Isomorphie
        • Institutionen [Regeln, Rollen, Routinen bzw. ‘gute Praxis’]
        • Systemvertrauen
      • Aufhebung der Spannung!
        • ‘ Als ob’, Rahmung der Situation, Fiktion
        • ‘ Just do it’, Annahme einer positiven Lösung
        • Der ‘Sprung des Glaubens’
      • Reflexivität
      • Erfahrung, Prozess
      • Erneuerung & Bestätigung
      • Rückgriff auf Vertrautes
      • Strukturation
      Quelle: Möllering 2006
    20. 3. Wie wird Vertrauen online konstituiert?
      • Rationale Entscheidung : Vertrauensgeber schließt auf Grundlage von Kriterien der Vertrauenswürdigkeit und von Signalen des Vertrauensnehmers Wette auf dessen Vertrauenswürdigkeit ab und richtet Entscheidung daran aus. Kriterien: Gutwilligkeit, Kompetenz, Integrität. Jederzeit besteht Möglichkeit, „auszusteigen“ (Rechtsweg).
      • Routinemodell : Vertrauen ist die natürliche Anschauung im Alltag, erleichtert Bewältigung alltäglicher Situationen. Isomorphie bedeutet, dass es wenige First-Mover, viele Institutionen (Regeln, Rollen, Routinen, Verfahren) fördern Vertrauen. Charakteristisch für Systemvertrauen: Jeder Einzelne vertraut, weil alle anderen Teilnehmer ebenfalls vertrauen.
    21. 3. Wie wird Vertrauen online konstituiert?
      • Reflexion : Prozessperspektive – Lernprozess. Vertrauensgeber durchläuft Stufen von ‚naivem Vertrauen‘ hin zum ‚aktivem Vertrauen‘ des intensivem Informations- austauschs mit Vertrauensnehmer. Er reflektiert sein Handeln, tauscht Erfahrungen mit anderen aus. Beispiele: Ego-Googeln, „Identitätsmanagement“ & “Reputations- management“ bei Provider, Austausch mit Peers.
      • Glaubenssprung : Aufheben der Unsicherheit über mögliche Beschädigung durch Zuversicht, dass Geschäft mit Erfolg abgeschlossen wird, dass Online-Identität zu positivem Ergebnis führt. Aufrechterhaltung positiver Erwartungen auch bei Rückschlägen. Beispiel: eigenes Online-Projekt starten, soziale Netzwerke aufbauen, Reputation aufbauen, positionieren.
    22. 3. Wie wird Vertrauen online konstituiert?
      • Erfahrung : Wer sich auf Soziales Leben online einlässt, ist mit Erfahrung der Unsicherheit konfrontiert, bis kritische Situation (potenzielle Beschädigung) nicht mehr besteht. Im Geschäftsleben besteht Unsicherheit bis Geschäft abgewickelt ist, z.B. ein Kredit zurück gezahlt ist. Bei Online-Identität besteht diese Unsicherheit lebenslang.
      • Ermöglichung : Jeder Nutzer, Provider, Entwickler, jede Organisation und jede Institution kann aktiv zu einem vertrauenswürdigen Internet beitragen: durch Vertrauen, Partizipation, Verantwortung. Wer selbst vertraut und Regeln „installiert“, schafft günstige Voraussetzungen für alle Teilnehmer. Wer als „Cassandra“ unheilvolle Prognosen verbreitet, trägt selbst zu ihrer Bewahrheitung bei.
    23. 4. Wie man Vertrauen online erforschen kann Welche Anzeichen der Vertrauenswürdigkeit? Was macht ‚gute Praxis‘, aus? Regeln? Rollen? Nutzungspraktiken? Informationsaustausch? Haltung gegenüber Unsicherheit? Aufhebung? Wie wird Vertrauen in der Praxis erlebt? Welches Verhalten ist Ausdruck von Vertrauen? Quelle: Möllering 2006 Vertrauen praktizieren Vertrauens- erfahrung Sprung des Glaubens Reflexivität Routinemodell Rationale Wahl Leitfragen Elemente
    24. 4. Vertrauen online erforschen?
      • Online-Befragung [standardisiert Onlinebefragung, selbst rekrutierend oder mit Einladung der Befragten]
      • Experimentaldesign [mit Software der Onlinebefragung]
      • Leitfadeninterviews mit Experten [z.B. face-to-face, telefonisch, Online-Telefonie nutzen]
      • Fallstudienuntersuchung [z.B. Befragung, Beobachtung]
      • Blog/Forum [Fragen an Besucher richten, aktuellen Forschungsstand präsentieren, Rückkanal für Feedback]
      • Barcamp als Erhebungsmethode [Offene Einladung, Präsentationen, Gruppendiskussion, Leitfadenbefragung]
      • Kombination oder Abfolge mehrerer Erhebungsmethoden
    25. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dieser Inhalt ist mit einer Creative Commons Lizenz nach deutschem Recht geschützt.

    + Tina GuentherTina Guenther, 8 months ago

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    Vertrauen als Zielsetzung und Strategie für ein ve more

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