Hausmitteilung4. Juni 2012                                                                                                ...
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Der Spiegel 2012 23 mit grosser Hells Angel Reportage
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  1. 1. Hausmitteilung4. Juni 2012 Betr.: Titel, Cannes, Fußball-EMH at Israel jene U-Boote mit Nu- klearwaffen bestückt, die in Kielgebaut und aus dem Bundeshaushaltmitfinanziert wurden? Hat die deut-sche Regierung gewusst, dass sie da-mit die atomare Aufrüstung Israelsunterstützt? Diesen Fragen ging einSPIEGEL-Team um Holger Stark, 42,und Mitarbeiter Ronen Bergman, 39,über Monate nach. Die Recherchen ZIV KOREN / POLARISbelegen, dass die israelische Marinedie Boote als Abschussrampen fürAtomwaffen nutzen kann. Und hoch-rangige deutsche Regierungsmitarbei-ter offenbarten, ihnen sei klar gewe- Bergman, Stark im U-Boot in Haifasen, wozu die Boote taugen. Starkwar überrascht, dass israelische Militärs ihm als erstem ausländischen Reporterden Zutritt zu einem der Boote gewährten. Die Marinesoldaten gestatteten Bergmanund ihm einen Blick durch das Periskop und auf Navigationspapiere – aber nichtauf die Decks 2 und 3, wo Torpedos und Marschflugkörper lagern. Als Stark einenOffizier nach nuklearen Gefechtsköpfen an Bord fragte, sagte der nur: „Wenn ichdiese Frage beantworte, komme ich in den Gulag“ (Seite 20).E s ist die Wiederkehr des immer Gleichen: Stars laufen mit perfektem Lächeln über den roten Teppich, und am Ende der Festspiele gibt es die Goldene Palmefür den angeblich besten Film. Im Verborgenen, in den Katakomben des Festspiel-hauses, erlebte SPIEGEL-Reporter Alexander Smoltczyk, 53, ein anderes Cannes –den Marché du Film, den „Maschinenraum der Kinowelt“, wie Smoltczyk dieMesse nennt. Er begleitete Martin Moszkowicz, 54, Vorstand der Constantin FilmAG, durch eine Welt der Rechtehändler, Produzenten und Verleiher, die nichtweniger besessen und durchtrieben sind als die Bösewichte ihrer Filme; „großesKino“, sagt Smoltczyk (Seite 68).D ie deutsche Nationalmannschaft gilt wegen ihrer talentierten Offensivspieler als einer der Favoriten der Fußball-Europameisterschaft – doch in der Vertei-digung offenbarte sie zuletzt Schwächen. „Die Defensive ist die Problemzone“,sagt SPIEGEL-Redakteur Jörg Kramer, 50, der mit den Kollegen Dirk Kurbjuweit,49, und Maik Großekathöfer, 40, aus Polen und der Ukraine berichten wird. Kramerporträtiert in diesem Heft die Innenverteidiger Holger Badstuber und Mats Hum-mels. Schon beim Spiel am Samstag gegen Portugal erwartet die deutsche Defensive schwere Arbeit: Ihr steht Stürmer- star Cristiano Ronaldo von Real BORIS STREUBEL / ACTION PRESS / DER SPIEGEL Madrid gegenüber. „Ronaldo will sich bei der EM zum Weltfußballer GREGOR SCHLÄGER / DER SPIEGEL des Jahres küren“, sagt SPIEGEL- Autor Cordt Schnibben, 59, der die Rekordjagd beschreibt, die sich Ro- naldo und Lionel Messi, sein Rivale vom FC Barcelona, in den spani- schen und europäischen Clubwett-Großekathöfer, Kurbjuweit, Kramer bewerben liefern (Seiten 108, 116).Im Internet: www.spiegel.de D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2 3
  2. 2. In diesem Heft TitelDeutsche Schiffe, israelische Atomwaffen –die geheime Kooperation ............................... 20 DeutschlandPanorama: Merkel will Rettungsschirmfür Spanien / Bundestagswahl ohne Termin /Tragischer Tod in Nigeria ............................... 15Energiewende: Der Umstieg auf Wind- undSonnenstrom wird zur sozialen Frage ............ 34Interview mit Umweltminister Peter Altmaierüber die Kosten des Atomausstiegs ................ 37Opposition: SPD und Grüne uneins überEuro-Bonds .................................................... 40Parlament: Das Brandzeichen für Pferdespaltet die schwarz-gelbe Koalition ................ 42First Lady: Wie die Lebensgefährtin denBundespräsidenten erdet ................................ 44Kommentar: Die Sehnsucht der Muslime ....... 46Finanzpolitik: Wie Bundestagsabgeordnetedas permanente Krisen-Geschäft bewältigen ... 48Naturschutz: Der Kampf um einen neuenNationalpark in Nordrhein-Westfalen ............ 52Sozialpolitik: Hilflose Menschen werden Wer zahlt die Rechnung? Seiten 34, 37 CAROLINE SEIDEL / DPAvon ihren Betreuern ausgebeutet ................... 54 Weil sich viele Haushalte die steigenden Stromkosten nicht leistenKriminalität: Die mafiösen Strukturen können, wird die Energiewende zur sozialen Frage. Die schwarz-gelbeder Hells Angels ............................................. 58 Koalition streitet, wie Geringverdiener entlastet werden können.Kinderbetreuung: Kita-Platz oderSchadensersatz – die Rechtsansprücheder Eltern ....................................................... 62Thüringens Bildungsminister ChristophMatschie (SPD) kritisiert das Betreuungsgeld ... 63 First Lebensgefährtin GesellschaftSzene: Prinz Charles als DJ / Warum Männer Seite 44jetzt Schlumpfmützen tragen ......................... 66Eine Meldung und ihre Geschichte – über Daniela Schadt gab ihren Beruf als Politik-Journalistin auf, als ihr Mann Präsi-einen südafrikanischen Professor, der dent wurde. Nun hat sie mehr Einfluss als je zuvor. Selbst das schwierigewegen eines Schlaglochs Entschädigung Verhältnis zwischen Joachim Gauck und der Kanzlerin könnte sie entspannen.von seiner Regierung einklagt ........................ 67Filmindustrie: Wie die Produzenten inder Unterwelt von Cannes dealen .................. 68Ortstermin: In Eisenach schlagen sich diedeutschen Burschenschaften .......................... 74 Wirtschaft Gierige Helfer Seite 54Trends: Verkehrsminister Ramsauer will Mehr als 1,3 Millionen Deutsche entscheiden nicht mehr frei über ihr Leben,Mautsystem ausschreiben / DGB-Chef fordert sondern stehen unter Betreuung. Viele werden gegen ihren Willen ins HeimStärkung der Rechte von Haushaltshilfen / abgeschoben oder von ihren angeblichen Unterstützern ausgenommen.Rösler will für Opel kämpfen ......................... 76Investoren: Pensionskassen, Fonds undVersicherungen wissen kaum noch,wo sie ihr Geld sicher anlegen sollen ............. 78Altersvorsorge: Verbraucherschützerattackieren die Allianz wegen unrentabler Aufklärung statt PornoRiester-Renten ................................................ 82Internet: Fünf Lehren aus FacebooksBörsenfiasko .................................................. 85 S. 138Handel: Schlecker-Insolvenzverwalter Während der sexuellenArndt Geiwitz rechnet mit dem Management Revolution in den siebzi-des Unternehmens ab .................................... 86 ger Jahren schien es, alsBildung: Elektronische Schultafeln für rede eine ganze Gesell-deutsche Klassenzimmer ................................ 88 schaft ständig über Sex. Heute wird er nur noch Ausland gezeigt – auf Litfaßsäulen,Panorama: Verzögerung des 9/11-Prozesses im Internet, in Musik-in Guantanamo / Der georgische videos. Das Aufklärungs-Oppositionsführer Iwanischwili will denPräsidenten in Tiflis stürzen ........................... 90 buch „Make Love“ einesSyrien: Assads Geister-Armee ........................ 92 Berliner Verlags will HEJI SHINEssay: Warum die Weltgemeinschaft Liebespaar in „Make Love“ alles zeigen und alles an-trotz der Massaker im Syrien-Konflikt nicht sprechen.militärisch eingreifen kann ............................. 964 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  3. 3. Griechenland: Der Schriftsteller Nikos Dimou über die Angst der Griechen, aus Europa hinausgeworfen zu werden .......... 98 Vatikan: In der Arrestzelle des Papstes ......... 100 Euro-Raum: Irland, Europas angeblicher Musterschüler, ist noch lange nicht gerettet ... 102 Global Village: In Chennai lässt ein indischer Ingenieur eine Motorradlegende aus Großbritannien neu produzieren ............ 105 Sport Szene: Dirk Nowitzki über seinen Entschluss, bis 2014 bei den Dallas Mavericks zu bleiben / Klinikum Aachen richtet Hotline für psychisch erkrankte Sportler ein ............. 107 Euro 2012: Stürmerstar Cristiano Ronaldo und seine Jagd nach dem Goldenen Ball ...... 108 Warum Holger Badstuber und Mats Hummels, die besten Innenverteidiger der Bundesliga, im Nationalteam so schwer zusammenfinden .... 116 Assads Blutsauger Seiten 92, 96 Wissenschaft·Technik JOHN CANTLIE / GETTY IMAGES Prisma: Bakterien besiedeln Babys Mit Schattenmilizen, die wohl auch für das Massaker in Hula verant- schon vor der Geburt / wortlich sind, versucht das Regime in Damaskus, seine Macht zu retten. Windmühle produziert Trinkwasser ............. 120 Doch die „Schabiha“, die Geister, hat es nicht mehr unter Kontrolle. Computer: Wie gefährlich ist der neue Spionagevirus „Flame“? ............................... 122 Höhlenforschung: Die bizarren Wetterverhältnisse in U-Bahn-Tunneln ......... 125 Denkmalschutz: Wie sich die vom Zerfall bedrohten Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern retten lassen ...... 126Verrat im Vatikan Automobile: Beim Ausdauerrennen von Seite 100 Le Mans starten erstmals Spritsparautos ...... 129Der eine sitzt im Gefängnis, der andere lässt sich feiern: Papst Benedikts KulturKammerdiener Paolo Gabriele und der Journalist Gianluigi Nuzzi Szene: Amerikanische TV-Serie „Girls“ überhaben einen Skandal ausgelöst, der die katholische Kirche erschüttert. das desillusionierte Leben von vier New Yorker Frauen / Berliner Ausstellung zur Ästhetik und Psychologie moderner Stadionbauten ... 130 Kunst: Eine Vorabbesichtigung der 13. Documenta in Kassel ............................... 132Feuriger Supervirus Seite 122 Debatte: Das maschinenhafte Menschenbild der Piraten ............................. 136Moskauer Software-Experten haben einen besonders trickreichen Computer- Sexualität: „Make Love“, ein Aufklärungsbuch für die Generation Porno .............................. 138virus enttarnt: „Flame“ spionierte Rechner im Nahen Osten aus. Ist das Bestseller ..................................................... 140ferngesteuerte Spähprogramm eine neue Waffe im Cyberkrieg gegen Iran? Psychologie: Die französische Historikerin Elisabeth Roudinesco im SPIEGEL-Gespräch über Sigmund Freud und den Niedergang der Psychoanalyse ........................................ 142Kunst ist Buchkritik: Der doppelbödige Roman „Tony & Susan“ des Amerikaners Austin Wright ............................................... 146Chefsache Seite 132 MedienDie Documenta in Kassel gilt Trends: Böser Brief von Verleger Nevenseit Jahrzehnten als weltweit DuMont / Niggemeiers Medienlexikon ......... 147wichtigste Kunstschau, am TV-Stars: Schwächelnde Quoten machenSamstag startet die 13. Aus- RTL-Titan Dieter Bohlen angreifbar ............. 148gabe. Deren Leiterin, die Verlage: Weshalb der Erbstreit um dasAmerikanerin Carolyn Vermögen von Axel Cäsar Springer neuChristov-Bakargiev, will erst- entflammen könnte ...................................... 150 OLIVER MARK / AGENTUR FOCUSmals ein Millionenpublikumnach Kassel locken. Sie zeigt Briefe ............................................................... 6Schockierendes, Unterhalt- Impressum, Leserservice .............................. 152sames, Tiefsinniges – und Register ........................................................ 154illustriert vor allem eines: Documenta-Chefin Christov-Bakargiev Personalien ................................................... 156ihre eigene Weltanschauung. Hohlspiegel / Rückspiegel ............................. 158 Titelbild: Fotos imago, Getty images, Ziv Koren / Laif (2) D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2 5
  4. 4. Briefe Tod“, einen Freitod, wählen und recht- zeitig ausführen. Die Voraussetzungen „Leben in der Gewissheit, dass ich hierfür zu schaffen (Erreichbarkeit von Medikamenten, Selbsthilfegruppen, Ent- sterben muss, vielleicht qualvoll: tabuisierung u. a.) ist ein überfälliges Pro- jekt gerade der alternden Gesellschaft. eine ungeheuerliche Zumutung. ANNE MODERSOHN, ZEISKAM (RHLD.-PF.) Gut, dass Ihr Artikel der Verdrän- Klar, ich habe auch Angst vor einem elen- gung entgegenwirkt und Solidarität den Sterben, aber Angst vor dem Tod habe ich nie empfunden. Den Tod erwar- mit Sterbenden fördert.“ te ich mit einer gewissen freudigen Neu- gier, denn er wird mir endlich beantwor- HELMUT SCHLEICHER, OBERHAUSEN ten, wer denn nun recht hat, die Atheis- SPIEGEL-Titel 22/2012 ten oder die Gläubigen. MANFRED SCHWARZ, PADERBORNNr. 22/2012, Ein gutes Ende – Wege zu Welch ein wunderbarer Artikel, den ich Meiner 91-jährigen, hinscheidenden Mut-einem würdevollen Sterben als palliativ behandelnder Unfallarzt the- ter war von einem Palliativmediziner der matisch-medizinisch-ästhetisch ergreifend Verzicht auf Essen und Trinken empfoh-Mit freudiger Neugier und als krebskranker alternder Leser ein- len worden. Hunger und Durst machten ihr aber sehr wohl zu schaffen. SolangeKompliment für das Anpacken dieses Staat und Kirche dem Einzelnen dasTabuthemas und die vielseitige Recher- Recht verweigern, selbst über Zeitpunktche dazu. Sehr einfühlsam geschrieben und Art des Sterbens zu entscheiden, istund hilfreich für die eigene Wegfindung. der Weg zu einem würdevollen Sterben DIETER FRIEDRICH DUWE, HAMBURG noch nicht zu Ende gegangen! CLAUDIA MAIGNÉ, MÜHLTAL (HESSEN)Der sanfte und rechtzeitige Tod ist derWunsch der Lebenden. Wenn die Zeit ge-kommen ist, wollen die meisten Sterben- ARCHIVO TERZANI Nr. 21/2012, SPIEGEL-Gespräch mit demden, die bei klarem Verstand sind, nur Nobelpreisträger Daniel Kahneman übernoch eines: leben. Ich gehe besser davon die Tücken intuitiven Denkensaus, dass für mich dasselbe gilt.WOLF-PETER WEINERT, BAD BEVENSEN (NIEDERS.) Schriftsteller Terzani, Sohn in der Toskana 2004 Was kostet der Ball?Spuren hinterlassen und nicht nur Staub, fach vorbildlich durchdacht und geschrie- Wir haben uns die halbe Nacht gestrittenGutes tun, auf das man zurückblicken ben fand. Viele andere Leser werden und geprügelt. Sollten Sie nicht umge-kann, wenn nichts mehr geht, darauf ach- auch geweint haben. hend bekanntgeben, wie viel der Baseballten, dass das Letzte, was ein Sterbender DR. PETER WAGEMANN, kostet, tragen Sie die Scheidungskosten.ertastet, nicht die kalte Wand ist in einem DEUTSCH EVERN (NIEDERS.) INGRID UND VOLKER FLEIG,dunklen Zimmer, sondern eine Hand, die HÖRGERSDORF (BAYERN)ihn hält. So kann das Sterben für beide Das Anspruchsdenken des Menschen darfein Gewinn sein. nicht so weit gehen, das erstrebenswerte Dieser Bericht war ebenso lehrreich wie GERLINDE DORMEIER, SOLMS (HESSEN) Ziel eines würdevollen Sterbens mit der verblüffend. Lehrreich, weil er eine an- maßlosen Forderung nach einem Recht schauliche, fast spielerische EinführungAm Taj Mahal überfielen meinen Freund auf präzise langjährige Vorhersehbarkeit in die Psychologie beziehungsweise in dieauf einer Weltreise plötzlich rasende des eigenen Todes zu verwechseln. Diese menschlichen Verhaltensweisen gibt. Ver-Kopfschmerzen, er brach die Reise ab Kenntnis würde kaum ein Leben sinnvol- blüffend, wie man mit einer vermeintlichund kehrte zurück nach Würzburg. Dia- ler und glücklicher machen. simplen Rechenaufgabe auch Menschengnose: Hirntumor, inoperabel. Jedoch mit KERSTIN SCHWANZER, BAD NAUHEIM (HESSEN) mit einem sicherlich akzeptablen IQ (Stu-der Möglichkeit, schmerzfrei zu leben bis denten) in Verlegenheit bringt oder siezum Ende. Er flog wieder nach Indien Wenn so viele Menschen Angst vor Siech- aufs Glatteis führt. Hoffentlich bin ichund vollendete seine knapp zwei Monate tum und Fremdbestimmtheit haben: Da- mit meiner Antwort nicht auch durchge-lange Reise, veranstaltete nach seiner gegen könnte man etwas tun. Nämlich fallen. Sie lautet: Der Ball kostet 5 Cent.Rückkehr in Deutschland eine Abschieds- mit Überlegung einen wirklich „guten GÜNTER RIEMER, MÜNSTERparty und starb einige Wochen später. ERICH STEGER, SCHWAIG (BAYERN)Wer die Betreuung pflegebedürftiger An- Diskutieren Sie im Internetgehöriger nicht nur Fremden überlässt www.spiegel.de/forum und www.facebook.com/DerSpiegelund hinter die Kulissen sehen kann,macht mit Ärzten, Pflegediensten und ‣ Titel Soll Deutschland Israel bei der AtomrüstungHeimen Erfahrungen, die wertvoller sind helfen?als alle Beschreibungen. Er lernt, zwi- ‣ Energiewende Wie teuer darf der Verzicht auf Stromschen Heuchelei und echter Fürsorge zu aus Kernkraftwerken werden?unterscheiden. Und er erfährt, was ihnerwartet, wenn er alt und dement wird. ‣ EM Ist Cristiano Ronaldo der beste Spieler der Welt? ANNEMARIE FISCHER, WIELENBACH (BAYERN)6 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  5. 5. BriefeNr. 21/2012, Ultras provozieren deutsche nehmen zu müssen. Auswahl des Lese-Profi-Clubs zeichens, Diskussion eines jeden Satzes mit Lektor und Korrektor, OrganisationPöbel für den Soundtrack von zig Lesungen und Talkshows, Über- setzungen ins Englische und Japanische?Die Kickerei ist zu einem Programman- Daran ist doch bei jemandem, der im Ni-gebot geworden, das mit Casting-Shows schenbereich schreibt, nicht zu denken –und Volksmusik konkurriert. Die Gefah- trotz hervorragender Rezensionen!renzone ist das Stadion. Doch die Besu- TONIO GAS, HANNOVER Dieser Bericht ist in seiner schnörkellos ehrlichen Darstellung wunderbar ein- drucksvoll. Ich habe Kriminalhörspiele geschrieben, immerhin 52. Fast alle nachts. Die Dunkelheit und Stille der LARS BARON / GETTY IMAGES Nacht verstärkten das Gefühl grenzen- loser Freiheit der Phantasie. Ich kann Fer- dinand von Schirachs schriftstellerische Offenbarung nur bewundern und unter- schreiben. Das gilt auch für das, was er über repräsentative Demokratie schreibtBengalische Feuer im Düsseldorfer Stadion – absolut treffend. DR. WILFRIED OTTERSTEDT, BREMENcher der Arenen sind DFL, Sky und ARDso ziemlich egal. Der Pöbel hat für den Es bleibt bei der Tatsache, dass sich auchSoundtrack zum Event zu sorgen. Dass das menschengemachte Weltnetz dendie Ultras sehr viel Energie in die Choreos ebenso menschengemachten geltendenstecken und ihren Verein bedingungslos Gesetzen einschließlich des Urheberrechtsbei Heim- und Auswärtsspielen unterstüt- zu unterwerfen hat. Im Übrigen bin ichzen, rückt in den Hintergrund. Bei ARD es allmählich leid, konstruierte Beispieleund ZDF werden die teuer ersteigerten von ach so armen 15-Jährigen zu lesen,TV-Übertragungen mit gewaltiger Unter- die sich den neuen Walser-Roman nichtstützung der Radioprogramme hochge- leisten können! Wie wäre es mit Borgen?jazzt. Die Bolzerei bekommt einen völlig Stadtbücherei? Zeitungenaustragen? Oderüberhöhten Stellenwert. Denn es wird Verkauf des Smartphones?vergessen, worum es eigentlich geht: Um HANS GREGOR NJEMZ, KIEL22 Männer, die in kurzer Hose über eineWiese rennen. Man kann den Irrglauben, dass das Urhe- RALF ALBERS, OSNABRÜCK berrecht vor allem Verbraucher benach- teilige, nicht genug bekämpfen. Sonst gibtAuch wenn in Ihrem Artikel wenigstens es in wenigen Jahren nur noch Büchermal auf die Choreos und die eben nur von einigen Spinnern. Welcher vernünf-durch die leidenschaftliche Präsenz derUltras unvergleichliche Stimmung in denKurven hingewiesen wird, läuft es wiederauf die 600 Gewaltdelikte und 400 Ver-letzten hinaus. Dabei bleiben die „Ge- ISOLDE OHLBAUM / LAIFwaltbereiten“ unter sich, und mein Mit-gefühl mit herumstolzierenden Termina-toren in Uniform hält sich in Grenzen.Man muss nicht in die Kurve; wer Kir-chentags-Atmosphäre mag, kann nachWolfsburg fahren, aber ein Stadion ohne Autor SchirachUltras wäre wie Formel 1 heute: hochpro-fessionell, keimfrei und stinklangweilig. tige Mensch nimmt (bei allem Idealismus) STEPHAN SUTTKA, KNEITLINGEN (NIEDERS.) den Aufwand des Schreibens eines Buchs auf sich, wenn schließlich alles für lau ist und der kostenlosen Unterhaltung einigerNr. 21/2012, Urheberrecht / Bestseller- Online-Freaks dient?autor Ferdinand von Schirach über die OLIVER BLUM, NÜRNBERGMühen, ein Buch zu schreiben Schade, dass Herr Schirach seinen beacht-Blutsauger gegen Edelfedern lichen Essay über das Schreiben mit einer doch recht unreflektierten BetrachtungHerr von Schirach leidet auf einem hohen zur direkten Demokratie einleitet. Es istNiveau! In meinem Bereich, dem wissen- einfühlbar, dass die Aktivitäten und Er-schaftlichen Schreiben, habe ich schon folge der Piraten in Deutschland geeignetGlück gehabt, nicht noch die Druckkos- sind, Abwehrreaktionen zu generieren.ten für meine Habilitationsschrift über- Daraus aber zu folgern, dass repräsenta-10 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  6. 6. Briefetive Demokratien besser funktionieren ren. Deshalb wird dies auch an Hochschu- Schwester vernichtete – und zu deutlich„als jede andere Staatsform, die wir ken- len gelehrt. Und nun kommt bei uns eine milderen, wenngleich noch immer aus-nen“, ist kühn. Die Schweiz hat es mit Horde von Ignoranten, Laien und grünen sagekräftigen Urteilen kommen.diesem System immerhin fertiggebracht, Fundamentalisten und glaubt, dies hier FRIEDRICH KINZ, WEIMARwährend der Finanzkrise ihre Gesamt- innerhalb kürzester Zeit komplett umbau-schulden zu senken, im Gegensatz zu den en zu können. Der Artikel beschreibt nur„besser funktionierenden“ Ländern wie den Anfang vom Chaos. Nr. 21/2012, Der schwierige Versuch,Deutschland, Japan, USA und Österreich. DIPL.-ING. MICHAEL HEUBERGER, in einem boomenden Hamburger Viertel DR. ALFRED TROESCH, ZOLLIKON (SCHWEIZ) SELIGENPORTEN (BAYERN) den Straßenstrich zu verbietenNr. 21/2012, Die Energiewende gerät ins Nr. 21/2012, Im Ehrenmord-Fall Arzu Özmen Stundenhotels zu WohnraumStocken, bevor sie richtig gestartet ist wurden fünf Geschwister verurteilt – Mir ist die ganze Aufregung über die Pro- doch welche Rolle spielte der Vater? stituierten am Hansaplatz unverständlich.Lobbyismus contra Zukunft Diese waren schon zu meiner SchulzeitZunächst muss man fordern, dass die de- In Hot Pants ins Männercafé? vor über 60 Jahren ortsansässig. Damalszentrale Stromerzeugung in Zukunft im Die Äußerungen des jesidischen Gelehr-Vordergrund steht, damit die Macht der ten sind an Unverfrorenheit und Anma- ULRICH GEHNER / TEAMWORK / DER SPIEGELvier Stromriesen E.on, RWE, EnBW und ßung nicht zu überbieten. Wer in einemVattenfall aufgebrochen wird. Der Aus- Staat mit freiheitlich-demokratischerbau der Netze von Nord nach Süd sollte Grundordnung und dem festgeschriebe-entlang von Autobahnen und Schienen- nen Selbstbestimmungsrecht der Frau le-strängen erfolgen. Damit können lang- ben will, hat dieses auch anzuerkennen.wierige Planfeststellungsverfahren und Was würde der Geistliche wohl sagen,Bürgerproteste eingeschränkt werden. wenn westliche Touristinnen in seinem FELIX KÖTTING, HAVIXBECK (NRW) Herkunftsland sich in Spaghetti-Top und Hot Pants ungeniert in ein MännercaféDa sollen irgendwelche Provinzfürsten, setzen würden mit der Rechtfertigung: Hansaplatz in Hamburgdie fast alle Jura studiert haben und somit „Man kannte unsere Gepflogenheiten, alsLaien darstellen, die jeder für sich Lob- man uns Touristen einreisen ließ“? gab es in St. Georg noch drei Schulen,byisten für ihr Bundesland sind, gemein- ANNE ESSMANN, BERLIN heute leidet die einzige unter Schüler-sam einen sinnvollen Masterplan für die mangel. Kein Mensch hat sich damals am Jeder Mensch sollte nicht nur vor dem Straßenstrich gestört. Gesetz das Recht auf freie Entfaltung ha- DETLEF M. HARTMANN, HAMBURG ben, sondern auch in seinem familiären Umfeld. Diese Urteile sollten eine Signal- Nur weil Verstöße gegen die Sperrgebiets- wirkung haben, damit junge Frauen ein verordnung in St. Georg über Jahre nicht selbstbestimmtes Leben führen können. verfolgt wurden, besteht noch lange nicht ANNE FLÖTER, POTSDAM das Gewohnheitsrecht auf einen Verstoß. ARMIN WEIGEL / DPA Als Anwohner begrüße ich es, wenn Stun- Danke für diesen ausführlichen und, so- denhotels in Wohnraum umgewandelt weit ich es beurteilen kann, ausgewoge- werden und der Hansaplatz zukünftig nen Bericht. Danke vor allem dafür, dass Kindern als Spielplatz dient statt derStromtrasse Sie das Unwort „Ehrenmord“ mit dem aggressiven Prostitution als Laufsteg. vorangestellten „sogenannt“ relativieren. DIRK GARZ, HAMBURGkommenden Generationen ausarbeiten? HANS MENDE, HAMBURGDaran glaube ich nicht. Genau dies sind Ich bin keine Vertreterin feministischerdie Situationen, in denen ich an die Vor- Auch wenn es beim Vater, der sich über Weltanschauung, aber diese Frauen sindteile einer Technokratie denke. Es geht sein Zeugnisverweigerungsrecht freuen weder alle „arme“ Mädchen noch allehier nicht um einzelne Länder, es geht darf, nicht für einen Schuldspruch reichen drogenabhängig, noch kriminell. Sie leis-um die komplette Bundesrepublik. sollte: Ein deutsches Gericht sollte (euro- ten, genau betrachtet, in der Tat einen PATRICK KULINSKI, MAGSTADT (BAD.-WÜRTT.) päischen Wertvorstellungen gemäß) in Dienst an der Gesellschaft. Hinter vorge- der Lage sein, Sirin und Osman Özmen haltener Hand würden wohl viele Män-In Deutschland ist es inzwischen so, dass auch in ihrer Rolle als Opfer des gleichen ner dieser Aussage zustimmen. Natürlichnur noch investiert wird, wenn Subven- abscheulichen Systems zu sehen, das ihre gibt es sie, die dunkle Seite der Prostitu-tionen fließen. Die Industrie blockiert so tion, die es zu eliminieren gilt, aber daslange, bis die Politik Milliarden locker- Gewerbe nicht weiter zu differenzierenmacht. Der Lobbyismus zerstört alle zu- kommt einem Denkfehler gleich. Sexar-kunftsweisenden Entscheidungen. beiterinnen üben einen Beruf aus, und es HENNING SIMON, WUPPERTAL besteht eine Nachfrage – ob uns das nun passt oder nicht. Wozu sollen wir sie alsoEnergieversorgung ist technisch und wirt- an den Rand drängen? SEDA HAGEMANN / LZ.DEschaftlich eine Wissenschaft für sich. Es SANDRINE HOELTGEN,werden Investitionsgüter konzipiert mit ESCH-ALZETTE (LUXEMBURG)einer Lebensdauer von 30 und mehr Jah- Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe – bitte mitren, zu erheblichen Kosten und mit dem Anschrift und Telefonnummer – gekürzt und auch elek-Ziel, für eine Volkswirtschaft eine sichere tronisch zu veröffentlichen. Die E-Mail-Anschrift lautet:und bezahlbare Versorgung zu garantie- Brüder Özmen im Gerichtssaal leserbriefe@spiegel.de12 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  7. 7. Panorama Deutschland ROBERT SCHLESINGER / PICTURE ALLIANCE / DPA Merkel, Schäuble EURO-KRISE sorgen könne. In der vergangenen Woche musste das Land bei Anleiheplatzierungen 6,7 Prozent an Zinsen bieten. Bei Spanien soll unter diesen Größenordnungen waren Portugal und Irland im vergangenen Jahr unter den Rettungsschirm geschlüpft, auch auf Druck der übrigen Euro-Staaten. Guindos ließ Schäuble den Schirm jedoch abblitzen. Sein Land könne die Mittel allein aufbrin- gen, erklärte der Spanier. Zudem wolle er zunächst abwarten, auf welchen tatsächlichen Finanzbedarf Unternehmensbera- ter kommen, die derzeit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolf- die spanischen Kredit- Spanische Staatsanleihen gang Schäuble (beide CDU) wollen Spanien unter den euro- institute durchleuchten. Rendite zehnjähriger Papiere, päischen Rettungsschirm EFSF drängen. Nach Einschätzung Experten der Bundesre- in Prozent 6,5 der beiden ist das Land allein nicht in der Lage, die Schieflage gierung rechnen damit, seiner Banken zu beheben. Diese Linie verabredeten Merkel dass die spanische Ban- und Schäuble Anfang vergangener Woche. Mit dem Schritt kenwirtschaft eine Kapi- 6,0 will die Bundesregierung die Gefahr eindämmen, dass sich talspritze in Höhe von 50 die Euro-Krise nach einem möglichen Ausscheiden Griechen- bis 90 Milliarden Euro lands in den angeschlagenen südlichen Ländern der Wäh- benötigt. Madrid hatte in rungsunion verschärft. Vorigen Mittwoch setzte Schäuble den vergangenen Wochen 5,5 den spanischen Wirtschaftsminister Luis de Guindos bei des- mehrmals Geld für seine sen Besuch in Berlin unter Druck. Spanien müsse sich Geld Banken außerhalb des bis- vom Rettungsschirm besorgen, um damit das Kapital seiner herigen Rettungsverfah- 5,0 Banken aufzupolstern, forderte der Deutsche. Die Schwierig- rens gefordert. Das hatte Quelle: Thomson Reuters Datastream keiten des Finanzsektors führten dazu, dass Spanien sich nur die Bundesregierung ab- noch zu steigenden Zinsen Geld an den Finanzmärkten be- gelehnt. Jan. Febr. März April Mai GEISELNAHM E freiung des im Januar entführten kriminalamt hat Spezialisten nach Mitarbeiters des Mannheimer Bau- Nigeria geschickt, die den Fall unter- Tragisches Ende konzerns Bilfinger Berger. Sein Auf- enthaltsort war nicht be- kannt. Bei dem Zugriff töte- suchen sollen. Im Zusammenhang mit der Geiselnahme war im März eine Video-Bot-Der in Nigeria getötete Deutsche ten die Militärs vier Boko- schaft aufgetaucht. DarinEdgar Fritz R. starb offenbar bei dem Haram-Kämpfer. Die Sicher- forderten Mitglieder derVersuch einer Sondereinheit der heitskräfte fanden die Leiche Terrororganisation al-QaidaArmee, hochrangige Mitglieder der von Edgar Fritz R. an Hän- im islamischen Maghrebislamistischen Sekte Boko Haram den und Füßen gefesselt. die Freilassung der infestzunehmen. Die Operation in der Der Körper war mit Stich- Deutschland inhaftiertenMillionenstadt Kano galt nach Er- wunden übersät. Außerdem Ehefrau des Anführers der AFPkenntnissen der deutschen Sicher- hatte er eine Schussverlet- Sauerland-Gruppe, Fritzheitsbehörden jedoch nicht der Be- zung am Kopf. Das Bundes- Geisel Edgar Fritz R. Gelowicz. D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2 15
  8. 8. Panorama A F G H A N I S TA N - A B Z U G Wenige Visa für Helfer Die Bundesregierung will afgha- nischen Angestellten der Bundes- wehr nach dem Abzug der Sol- daten Ende 2014 nur restriktiv Schutz gewähren. Besonders un- ter den knapp 500 Dolmetschern gibt es massive Ängste, dass die Taliban die ehemaligen Helfer der ausländischen Soldaten be- drohen und Rache an ihnen neh- WOLFGANG KUMM / DPA men könnten. Zunächst müsse ge- klärt werden, „in welchen Fällen eine Gefährdung überhaupt vor- liegen könnte“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung an den grünen Abgeordneten Hans- Bundeswehrsoldat in einem Trainingscamp für afghanische Polizisten Christian Ströbele, erst dann kön- ne man „situationsangemessen“ über Lösungen für die soge- Hilfestellung geben. Bei gefährdeten Mitarbeitern gebe es nannten Ortskräfte nachdenken. Grundsätzlich sei beabsich- den Willen, diese nach dem Abzug der Bundeswehr nach tigt, die Betroffenen „in ein neues Beschäftigungsverhältnis Deutschland zu holen. Die Zahl der Visa für die Ortskräfte in Afghanistan zu überführen“, dabei wolle die Regierung soll aber möglichst klein gehalten werden. URHEBERRECHT übten die Branchenvertreter am ver- Problem nach Ansicht der Branchen- gangenen Mittwoch massive Kritik. vertreter nicht. „Leutheusser-Schnar- Spiel auf Zeit „Im Koalitionsvertrag steht, dass das Urheberrecht reformiert werden soll, aber die zuständige Ministerin hat bis- renberger versteckt sich hinter EU- Richtlinien, statt das Problem auf na- tionaler Ebene anzugehen“, sagt Alex-Wegen der Verschleppung der Urhe- her nichts getan“, sagt Jürgen Doetz, ander Skipis vom Börsenverein desberrechtsreform gerät Bundesjustiz- Präsident des Verbands Privater Rund- Deutschen Buchhandels. Teilnehmernministerin Sabine Leutheusser-Schnar- funk und Telemedien. „Wir fordern, zufolge rechtfertigte Leutheusser-renberger (FDP) unter Druck. Bei ei- dass sie noch vor der Sommerpause Schnarrenberger ihr Abwarten auchnem Treffen der Ministerin mit der etwas auf den Tisch legt.“ Ein Zei- damit, dass es innerhalb der FDP bis-Deutschen Content Allianz, einem Zu- tungsbeitrag der Ministerin zum The- lang keine einheitliche Position zumsammenschluss von Medienanbietern, ma am vorigen Donnerstag löst das Urheberrecht gebe. PA R T E I E N genkommen“, schreibt SPD-Fraktions- geschäftsführer Thomas Oppermann an Qual des Wahltermins Bundesinnenminister Hans-Peter Fried- rich (CSU). Auch aus Kostengründen sei das einheitliche Datum geboten:Zwischen Regierung und Opposition „Ein zusätzlicher Wahltermin in Bayernbahnt sich eine Auseinandersetzung dürfte deutlich über 10 Millionen Euroum den Termin für die Bundestagswahl kosten, und Tausende von ehrenamt-2013 an. Die SPD fordert, die Wahl lichen Wahlhelfern müssten zwei Sonn-bereits am 15. September anzusetzen, tage opfern“, so Oppermann. CSU-dem ersten Sonntag nach Ende der Chef Horst Seehofer bevorzugt einSommerferien in allen Ländern. Damit Datum, das mindestens zwei Wochenkönnten Bundestag und bayerisches nach der eigenen Landtagswahl liegt, PONIZAK / CAROParlament am selben Tag gewählt wer- da er sich so bessere Chancen ausrech-den. „Dies würde dem sicher von allen net. Den Termin stimmt das Innenmi-Parteien getragenen Ziel einer mög- nisterium üblicherweise mit dem Bun-lichst großen Wahlbeteiligung entge- Plenarsaal des Bundestags destag und den Ländern ab.16 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  9. 9. Deutschland Studierende aus dem Ausland QUERSCHNITT Anteil in Prozent im Wintersemester 2010/11 Berlin Hauptstadt-Bonus Mecklenburg- 13,0 Saarland 11,8 Bremen Vorpommern Berlin zieht Studenten aus Schleswig- 11,5 aller Welt an. Im Winter- Holstein 4,8 Branden- semester 2010/2011 war dort 5,5 burg 9,3 der Anteil von Studierenden Thüringen 6,6 aus dem Ausland höher als in Baden- allen anderen Bundesländern. Bayern 7,3 9,2 Württem- berg Besonders beliebt sind die Kunstwissenschaften, hier 8,8 Sachsen betrug der Anteil bundes- Rheinland- 7,5 weit 12,4 Prozent. Erst dann Pfalz 7,5 8,6 folgte das Ingenieurwesen. Nordrhein- 7,5 7,9 Hessen Westfalen 7,8 Sachsen- Hamburg Nieder- Anhalt Quelle: Statistisches Bundesamt 2012 sachsen GRÜNE 2017 wird das ehrgeizige Ziel ange- strebt, dass Deutschland 0,7 Prozent Entwicklungshilfe statt seiner Wirtschaftsleistung für die Ent- wicklungshilfe einsetzt. Eine Erhö- Hartz IV hung der Hartz-IV-Sätze auf 420 Euro, vom grünen Parteitag 2007 beschlos- sen, wird dagegen zurückgestellt. InDie Grünen wollen im Fall einer Re- einem ersten Schritt soll der Regelsatzgierungsbeteiligung im Bund die Ent- von derzeit 374 Euro auf 391 Euro er-wicklungshilfe ausdehnen, dafür aber höht werden. Insgesamt wollen diebei der Erhöhung der Hartz-IV-Sätze Grünen im Haushaltsjahr 2014 rundsparen. Das geht aus einem Zwischen- zwölf Milliarden Euro zusätzlich aus-bericht der Projektgruppe „Prioritä- geben, wenn sie regieren könnten. Imten“ für die Bundestagsfraktion her- Gegenzug sollen unter anderem „öko-vor. Danach soll der Bund allein im logisch schädliche Subventionen“ ab-Jahr 2014 zusätzlich 1,7 Milliarden gebaut, das Ehegattensplitting gekapptEuro für internationale Klima- und und der Spitzensteuersatz auf 49 Pro-Entwicklungsprojekte ausgeben. Bis zent erhöht werden. BETREUUNGSGELD nisterium von FDP-Chef Philipp Rös- ler am vergangenen Freitag eine Ge- Rösler bremst sprächsrunde im Familienministerium von Kristina Schröder (CDU). Bei dem Treffen sollten Einwände gegen dieDie schwarz-gelbe Koalition streitet umstrittene Sozialleistung ausgeräumterbittert über das Betreuungsgeld. So werden. Wie bereits mitgeteilt wordenboykottierte das Bundeswirtschaftsmi- sei, werde seitens des Wirtschaftsres- sorts „Leitungsvorbehalt eingelegt“, heißt es in einem Schreiben. „Dieser Vorbehalt kann nur auf Minister-Ebene aufgelöst werden.“ Deshalb sehe das Wirtschaftsressort „derzeit keine Not- wendigkeit“ für ein Gespräch auf Ebe- ne der Abteilungsleiter oder Staats- sekretäre. In dem Brief macht Röslers Haus mehrere Bedenken gegen das AXEL SCHMIDT / DAPD Projekt geltend. Vor allem verlangt es Klarheit über die zu erwartenden Kos- ten und fordert, das Gesetz erst im Au- gust und nicht schon im Januar nächs-Rösler ten Jahres in Kraft zu setzen. D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2 17
  10. 10. Deutschland Panorama GORLEBEN Schlüssel in der Hand JULIAN STRATENSCHULTE / DPA Erkundungsbergwerk Gorleben Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich bei ihrer Aussage Hand“, heißt es dazu warnend in einem Vermerk des Kanz- vor dem Gorleben-Untersuchungsausschuss auf Fragen zu leramts. Um dem zu entgehen, müsse sich die Erkundung – möglichen Tricksereien der früheren Regierung Kohl einstel- auch „unter Inkaufnahme erhöhter Risiken“ – auf Areale im len. Dabei geht es um sogenannte Salzrechte am geplanten Besitz der Bundesregierung beschränken, so die Empfehlung atomaren Endlager. Neu aufgetauchte Akten des Kanzleramts von Mitarbeitern der damaligen Bundesumweltministerin Mer- von 1997 zeigen, dass Experten der damaligen Regierung die kel. Erst für den tatsächlichen Ausbau des Salzstocks zum Erkundung der Lagerstätten ursprünglich nur für machbar Endlager solle sich die Regierung die entsprechenden Rechte hielten, wenn private Salzrechte-Inhaber enteignet würden. beschaffen. Für Sylvia Kotting-Uhl, grüne Obfrau im Unter- Ansonsten könnten die Erkundungsstrecken geologisch „nicht suchungsausschuss, ist damit klar, dass Merkel bewusst „Risi- optimal durchgeführt werden“. Für eine solche Enteigung ken und Abstriche bei der Sicherheit in Kauf nahm, als sie hätte jedoch das Atomgesetz geändert werden müssen, was sich für eine reduzierte Gorleben-Erkundung entschied“. Die nur mit Zustimmung des Bundesrats möglich ist. „Die SPD Kanzlerin soll Ende September als letzte Zeugin des Ausschus- hätte damit auf jeden Fall den Schlüssel für Gorleben in der ses vernommen werden. MODE V E R FA S S U N G S S C H U T Z Auf rechts gedreht Nicht ohne RichterDie klassischen Waren- und Versand- Nach dem Ermittlungsdesaster gegen STEFAN BONESS / IPONhäuser in Deutschland sind sich uneins die Zwickauer Neonazi-Terroristenüber den Umgang mit der bei Neo- fordert der ehemalige brandenburgi-nazis beliebten Textil- und Schuhmar- sche Verfassungsschutzchef und heuti-ke Lonsdale. Rechtsextremisten tragen ge Bundesanwalt Hans-Jürgen Förstergern Shirts des britischen Herstellers, Konsequenzen für die Geheimdienste.weil der groß aufgedruckte Marken- Neonazis auf einer Demo in Berlin Er möchte, dass sogenannte V-Leutename die Buchstabenfolge NSDA ent- künftig erst nach einer „Zulassung“hält, die an Hitlers Partei erinnert. Ga- Jahren“ nicht mehr. Neckermann so- durch einen Richter rekrutiert werdenleria Kaufhof hat schon im Jahr 2000 wie der Otto-Versand mit seinen Töch- dürfen. Förster erhofft sich dadurch ei-Lonsdale aus dem Warenhaus- und tern Baur und Schwab verkaufen nen „Zuwachs an Legitimität und An-Online-Sortiment entfernt, „da der demgegenüber die Produkte weiterhin, sehen“ von Geheimoperationen. Zu-Ruf der ,rechten Nähe‘ diese Marke denn der Hersteller habe sich glaub- dem diene das Verfahren einer „Dis-schon damals begleitet“ habe, so ein würdig von rechtem Gedankengut ziplinierung nach innen“, weil die Ver-Sprecher. Auch Karstadt führt das La- distanziert und engagiere sich seit fassungsschützer wüssten, dass ihre Ar-bel nach eigenen Angaben „schon seit Jahren gegen rechte Gewalt, heißt es. beit überprüft würde.18 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  11. 11. TitelKommandozentrale eines israelischen „Dolphin“-U-Boots: „Deutschland kann stolz sein, die Existenz des Landes gesichert zu haben“ Made in GermanyDie Bundesrepublik exportiert U-Boote nach Israel, über deren technische Ausrüstung seit Jahren spekuliert wird. Experten in Deutschland und in Jerusalem bestätigennun: Die Schiffe sind mit Atomsprengköpfen bewaffnet. Und Berlin weiß das seit langem.20 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  12. 12. ZIV KOREN / POLARIS / LAIFD er Stolz der israelischen Marine sagt: „Willkommen auf der ‚Tekuma‘, will- der Gang zu einer Kommandozentrale, wiegt sanft in der Dünung des Mit- kommen auf meinem Spielzeug.“ deren Arbeitsplätze um ein Periskop telmeers, auf der Wasseroberfläche Er schiebt einen Riegel zurück und öff- gruppiert sind. Der Seemann bleibt ste-spiegelt sich die Silhouette des Karmel-Ge- net den Kühlschrank. Zucchini lagern hen und zeigt auf eine Reihe von Bild-birges. Wer auf die „Tekuma“ möchte, dort, eine Palette Joghurtbecher und eine schirmen, neben denen Firmenschildermuss am Pier des Hafenbeckens von Haifa Zwei-Liter-Flasche Cola light. Die „Teku- von Siemens und von der Bremer Elek-einen Steg aus Holz passieren, um in einen ma“ ist erst im Morgengrauen von einer tronikschmiede Atlas angeschraubt sind.Tunnelschacht zu steigen, der in das In- geheimen Mission zurückgekehrt. „Combat Information Center“ nennennere des U-Boots führt. Der für Besucher Der Marineoffizier, dessen Namen die die Israelis die Kommandozentrale, siezuständige Marineoffizier, ein sehniger Militärzensur unter Verschluss hält, führt ist das Herzstück des U-Boots, in demMann in den Vierzigern, der seine Augen die Besucher vorbei an ein paar Kojen, sämtliche Informationen zusammenlau-hinter einer Ray-Ban-Sonnenbrille ver- entlang an Gestängen aus Stahl. Die Luft fen und alle Operationen geleitet werden.birgt, federt die Stufen hinab. Als er das riecht verbraucht wie im Wohnzimmer Von zwei Ledersesseln aus wird das SchiffUnterdeck erreicht, dreht er sich um und einer Männer-WG. Mitschiffs weitet sich gesteuert, es sieht aus wie im Cockpit ei- D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2 21
  13. 13. Titelnes Kleinflugzeugs. Ein rot leuchtendes gen. In ungewöhnlicher Offenheit waren Doch nun räumen ehemalige deutscheDisplay zeigt an, dass der Kiel derzeit hochrangige Politiker und Soldaten des Spitzenbeamte die atomare Dimension7,15 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Judenstaates nun aber bereit, über die Be- erstmals ein: „Ich bin von vornherein da- „Das alles ist in Deutschland gebaut deutung der deutsch-israelischen Rüs- von ausgegangen, dass die U-Boote nu-worden, nach israelischen Vorgaben“, tungskooperation und über Deutschlands klearfähig sein sollen“, sagt Hans Rühle,sagt der Marineoffizier, „auch die Waf- Rolle zu sprechen, wenn auch zumeist un- Ende der achtziger Jahre Chef des Pla-fensysteme.“ Die „Tekuma“ ist 57 Meter ter der Bedingung der Anonymität. „Am nungsstabs im deutschen Verteidigungs-lang und 7 Meter breit, ein in THW-blau Ende ist es ganz einfach“, sagt der israe- ministerium. Auch Lothar Rühl, seiner-gestrichenes Prunkstück an Präzisions- lische Verteidigungsminister Ehud Barak, zeit Staatssekretär auf der Hardthöhe, hatarbeit made in Germany, genauer: Präzi- „Deutschland hilft, Israels Sicherheit zu nie daran gezweifelt, dass „Israel auf densionsarbeit, die zum Atomwaffeneinsatz verteidigen. Die Deutschen können stolz Schiffen Nuklearwaffen stationiert“. Undgeeignet ist. darauf sein, die Existenz des Staates Israel Wolfgang Ruppelt, in der entscheidenden Denn die Unterseeboote bergen tief in für viele Jahre gesichert zu haben.“ Phase Rüstungschef im Verteidigungsmi-ihrem Inneren, auf Deck 2 und 3, ein Ge- Andererseits lag über der Recherche, nisterium, gibt an, ihm sei sofort klar ge-heimnis, das selbst in Israel nur wenige soweit sie in Israel stattfand, der Bann wesen, dass die Israelis die Schiffe alsEingeweihte kennen: nukleare Spreng- der Zensur. Zitate von israelischen Ge- „Träger für Waffen wollten, die ein klei-köpfe, klein genug, um auf einen Marsch- sprächspartnern mussten dem Militär nes Land wie Israel an Land nicht statio-flugkörper montiert zu werden, aber ex- ebenso vorgelegt werden wie die Bilder nieren kann“. Noch deutlicher werdenplosiv genug, um einen Atomschlag mit des Fotografen. Nachfragen nach den nu- deutsche Spitzenbeamte im Schutz derverheerenden Folgen auszuführen. Dieses klearen Fähigkeiten Israels, an Land oder Anonymität: „Die Boote dienten von An-Geheimnis zählt zu den bestgeschützten zu Wasser, sind tabu. Und Deck 2 und 3, fang an vornehmlich dem Zweck der nu-der modernen Militärhistorie. Wer in Is- dort, wo die Waffen lagern, blieben dem klearen Ausrüstung“, sagt ein zuständigerrael offen darüber spricht, riskiert eine Besucher verschlossen. Ministerialer.hohe Gefängnisstrafe. In der Bundesrepublik ist die militäri- Die Flugkörper für die Kernwaffen-Op- Recherchen des SPIEGEL in Deutsch- sche Aufbauhilfe bei den U-Booten seit tion, so sagen es Insider, sind in der israe-land, Israel und den USA, bei noch am- rund 25 Jahren umstritten, sie beschäftig- lischen Waffenschmiede Raphael gebauttierenden und ehemaligen Ministern, bei te Öffentlichkeit und Parlament. Die worden. Es handle sich um eine Weiter-beteiligten Militärs, Rüstungsingenieuren Kanzlerin fürchtet die gesellschaftliche entwicklung des Marschflugkörpers vomsowie Geheimdiensten lassen nun keinen Debatte – so, wie sie Literaturnobelpreis- Typ „Popeye Turbo SLCM“, die eineZweifel mehr: Mit Hilfe der maritimen träger Günter Grass mit einem israelisch- Reichweite von etwa 1500 Kilometern ha-Technik aus Deutschland ist es Israel ge- kritischen Gedicht zuletzt neu entfachte. ben sollen und mit einem bis zu 200 Kilo-lungen, sich ein schwimmendes Atomwaf- Angela Merkel besteht auf Geheimhal- gramm schweren Gefechtskopf Iran er-fen-Arsenal zuzulegen. Aus U-Booten tung, sie will nicht, dass Details des Deals reichen könnten. Die nukleare Ladungsind A-Boote geworden. publik werden. Bis heute beharrt die Bun- stammt aus der Negev-Wüste, wo Israel Nie zuvor durften ausländische Jour- desregierung darauf, über die Ausrüstung seit den sechziger Jahren in Dimona ei-nalisten auf eines der Kampfschiffe stei- mit Atomwaffen nichts zu wissen. nen Reaktor und eine unterirdische An-Die Geheimwaffe Brennstoffzellenanlage zur direktenDeutsche U-Boote für Israel Gewinnung elektrischer Energie aus Wasserstoff und Sauerstoff Periskope und AntennenAntriebsstrang Elektromotor Tanks mit Wasserstoff und Sauerstoff Mannschaftsräume,„Dolphin“-Klasse Kombüse, Speiseraum,Länge: 57,3 m Duschen, ToilettenBreite: 6,8mHöhe: 12,7 m (mit Turm) AkkusDrei U-Boote dieses Typswurden 1999 und 2000 Dieselmotoren Technischeran Israel ausgeliefert, und Generatoren Leitstand, Maschinen- Kommando-damals noch mit einem zentralekonventionellen diesel- kontrollraum Akkuselektrischen Antrieb. Waffenkammer für Torpedos, Marschflugkörper und Seeminen22 D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2
  14. 14. lage zur Plutoniumgewinnung betreibt. Wie ausgereift die israelischen Marsch- flugkörper sind, ist umstritten. Deren Ent- wicklung ist ein komplexes Projekt, öf- fentlich ruchbar wurde nur ein einziger Test, den die Israelis vor der Küste Sri Lankas durchgeführt haben sollen. Die U-Boote sind die militärische Ant- wort auf die Bedrohung in einer Region, WOLFGANG KUMM / DAPD „in der es keine Gnade für die Schwachen gibt“, wie Verteidigungsminister Barak sagt. Sie sind eine Versicherung gegen die Urangst der Israelis, dass „die Araber uns morgen schlachten könnten“, wie es der Staatsgründer David Ben-Gurion for- Staatspräsidenten Peres, Gauck*: Teil der deutschen Staatsräson? mulierte. „Nie wieder“, das war die Leh- re, die Ben-Gurion und andere aus Auschwitz zogen: „Nie wieder lassen wir uns wie Lämmer zur Schlachtbank füh- ren.“ Mit Kernwaffen ausgerüstet, sind die U-Boote ein Signal an jeden Gegner, dass der Judenstaat selbst im Fall eines ato- maren Angriffs nicht völlig wehrlos wäre, sondern mit der ultimativen Vergeltungs- waffe zurückschlagen könnte. Die U-Boo- te sollten „garantieren, dass der Feind sich nicht verlockt fühlt, präventiv mit nichtkonventionellen Waffen zuzuschla- gen, und doch ungestraft davonkommt“, so hat es der israelische Admiral Avraham Bozer ausgedrückt. GETTY IMAGES Atomare Zweitschlagskapazität heißt diese Variante eines Wie-du-mir-so-ich- Dir, in der Hunderttausende Tote mit ebenso vielen Opfern vergolten würden. Regierungschefs Merkel, Netanjahu 2011: „Der hört ohnehin nicht zu“ Es ist eine Strategie, wie sie die USA und März 2008 in einer Rede vor der Knesset„Dolphin-II“-Klasse Russland im Kalten Krieg praktizierten, bekannte? „Das heißt, die Sicherheit Is-Ein U-Boot ist noch in Bau, eines in Erprobung, ein indem sie stets einen Teil ihres nuklearen raels ist für mich als deutsche Bundes-drittes wurde vor kurzem bestellt. Dieser Typ ist mit Arsenals auf U-Booten in Bereitschaft kanzlerin niemals verhandelbar“, erklär-68m Länge deutlich größer als die Vorgänger. Er hielten. Für Israel, das so groß wie Hessen te Merkel vor den Abgeordneten. Dieverfügt über eine zusätzliche Sektion zur Aufnahme ist und mit einem atomaren Schlag aus- Tücken einer solchen bedingungsloseneines Brennstoffzellenantriebs, der die Boote von gelöscht werden kann, ist die Absiche- Solidarität hat der neue Bundespräsidentder Außenluft unabhängig macht und so Tauch- rung seines Drohpotentials existentiell. Joachim Gauck bei seinem Antritts-fahrten bis zu mehreren Wochen ermöglicht. Zugleich trägt das nukleare Arsenal dazu besuch in Jerusalem in der vergangenen bei, dass Staaten wie Iran, aber auch Sy- Woche angesprochen: „Ich will mir nicht rien und Saudi-Arabien angst- und neid- jedes Szenario ausdenken, das die Bun- voll auf die atomaren Kapazitäten Israels deskanzlerin in enorme Schwierigkeiten blicken und ihrerseits den Bau von Nu- bringt, ihren Satz, dass die Sicherheit Is- klearwaffen erwägen. raels deutsche Staatsräson ist, politisch Umso mehr stellt sich für die Bundes- umzusetzen.“ republik die Frage nach ihrer weltpoliti- Für die Bundesregierung gilt von jeher schen Verantwortung. Darf Deutschland, eine ungeschriebene Lex Israel, die in- das Land der Täter, Israel, dem Land der zwischen ein halbes Jahrhundert und alle Opfer, beim Aufbau einer Atomwaffen- Regierungswechsel überdauert hat und streitmacht helfen, die geeignet ist, Hun- die der damalige Bundeskanzler Gerhard derttausende Menschenleben auszulö- Schröder 2002 auf den Punkt brachte: schen? „Ich will ganz unmissverständlich sagen: Fördert Berlin fahrlässig ein Wettrüsten Israel bekommt das, was es für die Auf- in Nahost? Oder muss Deutschland viel- rechterhaltung seiner Sicherheit braucht.“ leicht sogar, als historische Verpflichtung aus den Verbrechen der Nationalsozialis- Franz Josef Strauß und der Beginn ten, eine Verantwortung übernehmen, die „Teil der Staatsräson“ geworden ist, wie der Rüstungskooperation Zehn Torpedorohre (davon sechs mit Kaliber 533 mm, vier mit Kaliber 650 mm). Statt mit Druckluft werden Torpedos oder Marschflug- die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Wer dieser Logik folgt, ist oft auch bereit, körper durch ein Hydrauliksystem hinaus- das Rüstungsexportrecht zu verletzen. katapultiert. Ein Abschuss erfolgt dadurch * Vergangene Woche beim Besuch der Holocaust-Ge- Seit Konrad Adenauer schummelten deut- nahezu lautlos. denkstätte Jad Vaschem in Jerusalem. sche Regierungschefs diverse Militär- D E R S P I E G E L 2 3 / 2 0 1 2 23
  15. 15. Titel gereisten war der Mann, der über die fol- genden Jahrzehnte zur Schlüsselfigur der Waffengeschäfte mit der Bundesrepublik wurde und auch zum Vater der israeli- schen Atombombe: Schimon Peres, spä- ter Premier – und mit 88 Jahren Israels aktueller Präsident. Heute weiß man, dass die Waffenliefe- rungen spätestens 1958 begannen. Der deutsche Verteidigungsminister ließ heim- lich sogar Waffen und Gerät aus Depots der Bundeswehr wegschaffen und an- schließend das Material bei der Polizei als gestohlen melden. Viele der Zusendungen erreichten Is- rael auf Umwegen und waren als „Leih- gaben“ deklariert. Es handelte sich um Sikorsky-Hubschrauber, Noratlas-Trans- ISAAC BEREZ portflugzeuge, umgebaute M48-Panzer, Flugabwehrgeschütze, Haubitzen, lenk-Gesprächspartner Strauß, Ben-Gurion 1963: Panzergranaten „für die Boys in Tel Aviv“ bare Panzerabwehrraketen. Für die Lieferungen gebe es „keine kla- re gesetzliche oder haushaltsrechtliche Grundlage“, räumte ein Beamter seiner- zeit intern ein. Doch Adenauer deckte seinen Minister, und wie richtig dieser in seiner Einschätzung lag, zeigte sich 1967, als Israel einem Angriff seiner Nachbarn zuvorkam und im Sechs-Tage-Krieg einen glänzenden Sieg errang. Strauß-Freund Peres erinnerte seine Landsleute fortan daran, dass sie nicht vergessen dürften, „womit wir gewonnen haben“. Dass die deutsche Sicherheitsgarantie keine Frage der Parteipolitik war, zeigte sich sechs Jahre später, als in Bonn inzwi- schen der Sozialdemokrat Willy Brandt regierte – und Israel im Jom-Kippur-Krieg 1973 an den Rand einer Niederlage geriet. Obwohl sich die Bundesrepublik offiziell aus dem Krieg heraushielt, genehmigte der Kanzler persönlich Waffenlieferun- gen an Jerusalem, wie Brandt-Biograf Pe-Vermerk über Treffen zwischen Strauß und Ben-Gurion 1961: Bonner Mitwisserschaft ter Merseburger berichtete. Brandts Ent- scheidung war nach den Erinnerungengeschäfte mit Israel am Parlament vorbei, denstaat die Hilfe Deutschlands akzep- von Beteiligten ein „Rechtsbruch“, denhielten den zuständigen Bundessicher- tieren sollte, war in der israelischen Öf- Brandts Redenschreiber Klaus Harpp-heitsrat außen vor oder brachten, wie der fentlichkeit umstritten. Der spätere Pre- recht mit übergesetzlichem Notstanddamalige Verteidigungsminister Franz Jo- mierminister Menachem Begin etwa, der rechtfertigte. Der Kanzler habe es als „do-sef Strauß (CSU), explosives Gerät schon durch den Holocaust einen Großteil sei- minierende Pflicht des deutschen Regie-mal persönlich vorbei. So geschehen An- ner Familie verloren hatte, sah in der Bun- rungschefs“ gesehen, jenen Staat zu ret-fang der sechziger Jahre, als Strauß mit desrepublik nur das „Land der Mörder“. ten, den die Holocaust-Überlebenden auf-einer Limousine bei der israelischen Mis- Bis heute laufen die Finanzhilfen für Is- gebaut hatten.sion in KÀ

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