• Share
  • Email
  • Embed
  • Like
  • Save
  • Private Content
Dr Hans Kruse
 

Dr Hans Kruse

on

  • 1,093 views

Politiker, Historiker, Archivar

Politiker, Historiker, Archivar

Statistics

Views

Total Views
1,093
Views on SlideShare
1,093
Embed Views
0

Actions

Likes
0
Downloads
0
Comments
0

0 Embeds 0

No embeds

Accessibility

Categories

Upload Details

Uploaded via as Adobe PDF

Usage Rights

© All Rights Reserved

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Processing…
Post Comment
Edit your comment

    Dr Hans Kruse Dr Hans Kruse Document Transcript

    • Thomas Wolf: Dr. Hans Kruse (1882 – 1941). Politiker, Archivar und Historiker imNationalsozialismus – drei Aspekte eines rechten Wissenschaftlers. „.... Bereitet es nicht täglich wieder neue Freude in der Heimat auf Entdeckungsreisen auszugehen, ihre Schönheit zu erkennen, ihre Eigenart mit offenen Augen zu studieren und aus vergilbten Blättern uns über ihre vergangenen Tage zu unterrichten. Ist das nicht edle, schöne Freude, die hoch über allen Vergnügen steht! Und ist es nicht richtiger und ein Zeugnis größerer Bildung: über die Heimat und ihre wirtschaftlichen, sozialen, politischen und sonstigen Verhältnisse Bescheid zu wissen, als mit stolzer Vornehmheit sich mit allen möglichen Kenntnissen ausländischer Verhältnisse zu brüsten?“ Hans Kruse, 19241Begründer und Leiter des Siegerland-Museums, Leiter des Stadtarchivs und derStadtbibliothek in Siegen, Geschäftsführer des Siegerländer Heimatvereins, Begründer undSchriftleiter vom „Siegerland“ und „Siegerländer Heimatkalender“, Autor vielerPublikationen zur Siegerländer Geschichte2 – diese zahlreichen Funktionen weist Lothar Irlein seinem Siegerländer Persönlichkeitslexikon Hans Kruse zu.3 Wenn dies allein nicht Grundgenug ist, sich mit der Biographie Kruses zu beschäftigen, so liefert der Blick auf KrusesLebensdaten mehr als ausreichende Beweggründe, sich mit ihm als Politiker, Archivar undHistoriker im Nationalsozialismus auseinander zu setzen. Diese drei Aspekte kommen in derbis jetzt vorliegenden Literatur über Kruse zu kurz.Hans Kruse wurde am 22. April 1882 in Iserlohn geboren. Väterlicherseits darf seine Familiedem gehobenen Bürgertum zugerechnet werden: der Urgroßvater Goldwaagenmacher, derGroßvater Johann Jakob Kruse4 Theologe und Rektor der Bürgerschule sowie der VaterInhaber eines Fuhrunternehmens, das sich bis ins Ausland erstreckte. Kruses Großvater warals schwarzrotgoldener Burschenschaftler in die Demagogenverfolgung verwickelt und saßmit Fritz Reuter in der Festung Magdeburg ein.5 In dieser Zeit entstand ein kleinerGedichtband. Sein Vater Julius Kruse6 war auch Mitbegründer einer Iserlohner literarischenVereinigung.7 Aus der Familie der Großmutter ist der Sprachkundler und Verfasser des erstenwestfälischen Wörterbuches Friedrich Leopold Woeste hervorgegangen8. Die Mutter HansKruses, Hedwig geb. Achenbach9, war eine Tochter des Krombacher Pfarrers FriedrichWilhelm Achenbach. Sie entstammte einer angesehenen Siegerländer Gelehrtenfamilie, derenbedeutendster Vertreter der Minister und Geschichtsschreiber des Siegerlandes, Heinrich vonAchenbach, war.10Erste Eindrücke vom Siegerland sammelte Kruse beim Besuch des Gymnasiums inDillenburg. Nach dem frühen Tode des Vaters im Jahr 1884 wohnte er dort im Hause des1 Siegerländer Heimatkalender 1953 S. 125 (SHK 1953).2 s. Kruse-Bibliographie von Hans Rudi Vitt in Siegerland 45, 1968, S. 1 – 12.3 Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechter-Lexikon, Siegen 1974, S. 196.4 Freundliche Auskunft des Stadtarchivs Iserlohn, E-Mail v. 19.11.20075 Böttger, S. 276.6 WP 20.03.20047 Böttger, S. 275. Julius Kruse, Kaufmann (Spediteur), geb. 04.08.1848 Iserlohn, gest. 05.05.1884 Iserlohn.Julius Kruse war ältester Sohn von Johann Jakob Kruse. Zusammen mit Friedrich Soennecken war er 1870Mitbegründer des "Kaufmännischen Vereins". Freundliche Auskunft des Stadtarchivs Iserlohn, E-Mail v.19.11.2007 (Der Märker, Heft 6/1980, S. 178 - 185.)8 SHK 1953 vermutet, dass darin die volkskundlichen Interessen Kruses begründet seien.9 WP 20.03.200410 SHK 1953.
    • Patenonkels, des Lederfabrikanten Friedrich Schramm11. Bereits in seiner Dillenburger Zeit,wo er 190112 sein Abitur bestand, rückte das Interesse an der Siegerländer Geschichte, u. a. inPerson Wilhelm des Schweigers, an Siegerländer Wirtschaftsgeschichte und an SiegerländerVolkskunde in den Mittelpunkt seines Interesses.13 Zunächst jedoch begann er einekaufmännische Lehre in einem Düsseldorfer Bankhaus14.Seit Ostern 1902 studierte Kruse in Marburg/Lahn Geschichtswissenschaft, Germanistik undTheologie.15 Er schloss sich dort dem Verein Deutscher Studenten, einem studentischenVerband, aus der antisemitischen Bewegung der 1880er Jahre hervorgegangen, an.16. DerVerein machte ferner die Beschäftigung mit national-politischen und sozialen Fragen zurPflicht.17 Sein Engagement in dieser studentischen Verbindung bildete die Basis für seineForschungen zum Deutschtum im Ausland18. Eine wertvolle Freundschaft verband Kruse mitVereinsmitglied Karl Ernst Osthaus, dem Gründer des Hagener Museums. Über denStilverfall und die „ästhetische Verwahrlosung“ haben sie wohl gleich gedacht.19 1905übernahm er in Marburg führende Rolle beim Kampf um die akademische Freiheit; diestudentische Selbstverwaltung sollte durch autoritäre Bestrebungen des preußischen.Kultusministerium aufgeweicht werden20. Nach Stationen in Leipzig und Berlin kehrte Krusenach Marburg zurück, um dort im Herbst 1906 zu promovieren. Seine Dissertation lautete„Forstwirtschaft und Industrie im ehemaligen Fürstentum Nassau-Siegen“.21Etwa in dieser Zeit zog Hans Kruse mit seiner Mutter von Dillenburg nach Siegen-Hillnhütten. Nur kurzfristig gehörte Kruse dem Infanterieregiments 53 in Köln an. Wegeneiner schweren rheumatischen verließ er den Militärdienst wieder.22Im Sommer 1907 bestand er das philologische Staatsexamen in Marburg und trat in einenzweijährigen Vorbereitungsdienst für den höheren Schuldienst ein, der ihn nach Herford undan das Siegener Realgymnasium führte. Am 01. April 1910 trat er eine Stelle als Oberlehreran der Siegener höheren Mädchenschule an.23Am 29. Oktober 191024 heiratete Hans Kruse sein Frau Julie25, mit der er am SiegenerHäusling ein Haus in der Martin-Luther-Str.26 für die junge Familie errichtete. Am 23. April1911 wurde in Siegen ihre Tochter Hede27 geboren.2811 Siegerland 23, 1941, S. 37-41 (Trauerrede Böttger anlässlich der Trauerfeier im Siegerlandmuseum,19.10.1941), S. 38.12 Siegerland 23, 1941, S. 37.13 SHK 1953.14 Siegerland 23, 1941, S. 38.15 Siegerland 23, 1941, S. 38.16 Der Verein Deutscher Studenten nahm u. a. kein jüdischen Studenten auf.17 Böttger, S. 277.18 Siegerland 23, 1941, S. 38. „In seinem engeren Freundeskreis gehörten stets Bundesbrüder von jenseits derReichsgrenzen, darunter manche, die später anführender Stelle im Deutschtumskampf in Siebenbürgen, im Banatund Jugoslavien ihren Mann gestanden haben.“ Böttger, S. 277. Wer waren diese Freunde ?19 Böttger, S. 278. 1931 widmet Kruse Osthause eine Würdigung in der VDSt –Schrift „50 Jahre Arbeit fürVolkstum und Staat.“20 Siegerland 23, 1941, S. 38.21 Siegerland 23, 1941, S. 38.22 Siegerland 23, 1941, S. 39.23 Siegerland 23, 1941, S. 39.24 Verlobung (?) am 29.03.1910 lt. SZ 01.04.191025 s. Siegerländer Heimatkalender 1965, S. 101-104f.: Julie Kruse (1883-1956): Angehörige des BerlinerDichterkreis der Monatszeitschrift „Charon“ um Otto zur Linde, Rudolf Paulsen, (Else Lasker-Schüler)Gedichte Julie Kruses erschienen 1921 bei Erich Matthes. Leipzig. Früher Verlust eines Kindes. Krank(„Heilige“). 1910 Berliner Charonverlag „Julchen, ein Buch vom kleinen Leben“.WP 20.03.2004 gibt Betty bzw. Berta Boeckmann als Name von Kruses Frau an.
    • Am 04. Januar 1911 fand die Gründungsversammlung des Vereins für Heimatkunde undHeimatschutz im Siegerland, der heutige Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins, statt.Gemeinsam mit seinem Onkel dem Superintendenten Achenbach29 hat Kruse über dieVereinsgründung nachgedacht, die sowohl dem Heimatschutz und der Heimatkundeverpflichtet sein sollte.30 Als dessen Schriftführer redigierte er Kruse 23 Bände derVereinszeitschrift „Siegerland“.31 1920 erschien auf Kruse Betreiben der erste SiegerländerHeimatkalender. Im Vorwort stellte er Motivation und Ziel des Buches erhellend undentlarvend dar: „Was dieses Büchlein will, sagt es selbst: Freude wecken an der Heimat, allem Schönem und Edlem, was in ihr lebt und webt. Dazu gehören vor allem die Treue und Schlichtheit ihrer Bewohner. Wir wissen zwar, dass der böse Geist, der während des Krieges und vor allen nach seinem unglücklichen Ausgang über unser Volk gekommen ist, auch unser Siegerland ergriffen hat. Ihm möchte dieses Büchlein entgegentreten ....“32Heifer berichtet über die Vorträge Kruse bei den Vereinsversammlungen bei Schneck amSiegener Markt, dass Kruse „ bedächtig, oft erst auf langem Anmarsch dem eigentlichen Zielnähernd“ und „beredt, aber er kam nur da in das Feuer der Beredsamkeit, wenn es den Kernbetraf“ gesprochen habe.33Seit 1927 fungierte Kruse als hauptamtlicher Museumsleiter, nachdem er von seinenLehrerpflichten entbunden worden war. 1937 war er Mitbegründer des Vereins der Freundeund Förderer des Museum des Siegerlandes.34Hans Kruse vertrat das Siegerland - neben Dr. Jakob Heinzerling35 und KommerzienratWeinlig36 - bei der Gründungsversammlung des Westfälischen Heimatbundes am 20.Dezember 1915 als Vertreter des Siegerlandes.37 In den Heimatbund-Fachstellen Geschichte,Schrifttum, Heimatschutz und Baupflege sowie Naturschutz und Naturkunde wirkte er mit.3826 SZ 28.09.196627 verheiratet mit Rechtsanwalt und Notar Dr. Werner Harr in Burbach (Sohn des Siegener Bäckers Max Harr),seit 1957 Leiterin der Frauenarbeit im Kreisverband des Roten Kreuzes, Kreis Siegen, seit 1969 stv.Landesleiterin der Frauenarbeit des Roten Kreuzes zu Münster (SZ 22.4.1971), Irle S. 126.28 Siegerland 23, 1941, S. 39.29 Gustav Achenbach, geb. 18.11.1847 in Kreuztal-Krombach, gest. 21.03.1911 in Siegen, 1874-1880 Pfarrer inOberholzklau, 1880-1886 in Wiehl, 1886-1911 in Siegen, 1908-1911 Superintendent in Siegen, s. Irle, Lothar:Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974, S. 12.30 Böttger. S. 27931 Siegerland 23, 1941, S. 39.32 SHK 1953.33 Heifer bemerkt weiter, dass die seine Redeweise eine eigentümliche Entsprechung zur Gangart besessen habe.So sah man Kruse „gegen 9 Uhr das Löhrtor hinaufkommen und dem Museum gemächlich wandelndzustreben.“34 Siegerland 23, 1941, S. 40.35 Dr. phil. Jakob H. Heinzerling (geb. 12.09.1846 in Siegen, gest. 19.04.1941 in Siegen), Prof. am SiegenerRealgymnasium, Siegerländer Sprach- und Volkskundeforscher, u.a. Mitherausgabe des SiegerländerWörterbuchs, s. Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974, S. 134.36 August Weinlig (geb. 26.04.1843 in Soltau, gest. 17.12.1929 in Siegen), nach Studium an der TH Hannoverund der Bergakademie in Freiberg, seit 1880 Direktor der Geisweider Eisenwerke, 1908 Kommerzienrat,Stadtverordneter, Mitglied des Siegener Kreistages, Wetterberichter für den Siegerländer Heimatkalender, s. Irle,Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974, S. 362.37 Siegerland 23, 1941, S. 42.38 Siegerland 23, 1941, S. 40.
    • Ebenso vertrat er das Siegerland am Landesgeschichtliches Institut der Uni Münster39 undHistorische Kommission für Nassau40.Politisch Nationalliberal war er mit Mitglied in der DVP41.Vorstandsmitglied42Stadtverordneter in Siegen43 Lt. Wahlmitteilung der DVP zur Wahl derStadtverordnetenversammlung im _November 1929 befand sich Kruse auf Listenplatz 344,Reichtagskandidat (aussichtsloser Listenplatz) bei Juli-Wahl 1932(machteAuflösungsbestrebungen hin zur DNVP nicht mit, 1 Wahlkampfveranstaltung (16.7., 30.7.SZ) 45 „aufrüttelnder Redner der Tirpitzschen Vaterlandspartei im ersten Weltkrieg“46 „seitEnde der zwanziger Jahre eine feste Brücke zu schlagen zu den großdeutschenVolkstumsbrüdern an Maas, Schelde und in den Niederlanden.“47Religiosität„innerlich fromm, frei von dogmatischen Bindungen“, tiefes Verständnis von Jung-Stilling,dessen Werk „Mutter Fischelbach“ viel bedeutete.48Heifers Charakteristik:49Bis spät in die Nacht hinein forschte Kruse in seinem privaten Arbeitszimmer in den Aktenoder überarbeitete seine Manuskripte. Die Bewertung von relevanten und nebensächlichemscheint ihm leicht gefallen zu sein. Als Erholung diente das gemütliche Beisammensein mitalten Heimatfreunden in Siegener Gaststätten (Donsbach, später Weinstube Hoch), bei denendas ein oder andere Glas Wein getrunken wurde. Kruse war als großzügiger Gastgeberbekannt. Schließlich beschreibt Heifer Kruses Laster: „Natürlich rauchte er auch viel und gut– ohne Rücksicht auf die Gardinen.“Am 27. September 1941starb Hans Kruse in Wien50Wirken Kruses„Dr. Kruse möchte am liebsten ganz Siegen unter eine Glocke stecken“51Bibliographie52„Heimat in Not“ Siegerland 14, 1932, S. 3: Rückbesinnung auf traditionelleWirtschaftsweisen 53Kommentar Juli im SHK 1933: Wahlanalyse im Jahresrückblick: Stimmenverluste derNSDAP liegen in Hinwendung zum „Marxismus und Kommunismus“ (UnterstützungBerliner Transportarbeiterstreik)begründet5439 Siegerland 23, 1941, S. 40.40 Siegerland 23, 1941, S. 40.41 Siegerland 23, 1941, S. 41.42 Pfau, S. 113.43 Pfau, S. 116.44 SZ 16.11.192945 Pfau, S. 173.46 Böttger, S. 283.47 Böttger, S. 283. „warmherzigen Nachrufen in der Flamenpresse“48 Böttger, S83.49 Heifer50 Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974, S.196.51 Alfred Fißmer (1878 –1966), Siegener (Ober)bürgermeister über Kruse (1919-1945). Lt. SZ 28.9.196652 Vitt, Hans Rudi: Bibliographie Dr. Hans Kruse (1882 – 1941), in: Siegerland 45, 1968, S. 1 – 12.53 Pfau, S. 32.
    • Tadel für nassau-oranische Dynastengeschichte, beste Arbeiten Wilhelm Schweiger Anna vonSachsen55„Blechdach“1918 „Heimatschulen und Heimatforschung“Museumsleiter• Ausstellungen:56 1924 700 Jahr-Feier der Stadt Siegen 1927 Rubensausstellung 1930 Reformationsschau 1938 Berg- und Hüttenmännische Ausstellung 1940/41 Rubensausstellung Kleinere: Jung-Stilling, Jung-Dörfler, Wilhelm von Oranien, Fürst Johann Moritz,• Kruse verstand es Kulturgut „freundlich abzuschmeicheln“, während ihm andererseits alles Historische zugetragen wurde57• Gutachten für Kriegerdenkmalsentwürfe, u. a. Neunkirchen zugunsten Hermann Kuhmichel58• Förderung von Heimatdichtern und regionalen Künstlern59• Tagungsorganisation60• Redner zur regionalen Geschichte im Rundfunk61• Festvortrag Verfassungsfeier 1931: Leben und Werk des großen preußischen Staatsmannes Reichsfreiherr vom Stein „Der geschichtliche Rückgriff .... erlaubte [Kruse] die politische Brisanz der aktuellen Bedeutung der Weimarer Verfassung weitgehend auszublenden....“62, „zögerlicher Taktiker“63ArchivleiterEinschätzung Kruse bei Pfau:„Zu denjenigen Repräsentanten der regionalen politischen Deutungselite, die derEntwicklung kritischer gegenüber standen, gehörte der Siegener Museumsleiter undnationalliberale Politiker Hans Kruse. In den Jahren 1929-1931 findet man in auf der Seiteder den Weimarer Staat trotz seiner Mängel befürwortenden politischen Kräfte, einStandpunkt, den er auch am Jahresende 1932 noch nicht vollends aufgegeben hatte(Jahresrückblicke Heimat und Welt“ im SHK 1929-1932). Doch bereits 1929 zeigte erangesichts der Young-Kampagne Verständnis für diejenigen, „welche aus begreiflichen,gefühlsmäßigen Erwägungen und aus berechtigten Zorn [...] ihr nationales Empfinden inPolitik umsetzen.“ (SHK 1930)Drei Jahre später gegen Ende des Jahres 1932, war dievormals eindeutige Parteinahme für demokratische Lösungsangebote und die Ablehnung derals „rechtsradikal“ eingeordneten NSDAP einer ambivalenten Position gewichen. Krusebekundete der „großen deutschen Freiheitsbewegung“ seine Achtung; ihr großer Verdient sei54 Pfau, S. 183.55 Böttger, S. 276. Woher Tadel ?56 Böttger, S. 281.57 Engelbert, S. 9858 Pfau, S. 38.59 Engelbert, S. 9860 Engelbert, S. 9861 Engelbert, S. 9862 Pfau, S. 113.63 Pfau, S. 177.
    • es „weite Kreise der deutschen Volkes dem nationalen Gedanken wiedergewonnen zuhaben.“(SHK 1933)6420. April 1952 Pflanzen der Hans-Kruse-Eiche im äußeren Schlosshof Festakt mit Streichquartett der Hilchenbacher Orchesterschule, Redner: Böttger, Wurmbach trägt „Der Genius“ vor (WP 21.4.1952, Bild 23.4.1952)Dr. Bernd Roedig, Museumsleiter, in WR 29.9.1966 : „Sein Vermächtnis möge unsgegenwärtig sein und uns verpflichtet finden, zu erfüllen, was er gewollt und begonnen hat.“Quellen:Böttger, Hermann: Hans Kruse (1882-1941), in: Nassauische Lebensbilder. Bd. 5 (1955), S.275 – 284 (Böttger)Busch, Helmut: zur Erinnerung an Dr. Hans Kruse (1882-1941), in: Siegerland Bd. 79 (2002),S. 162 - 166Engelbert, Hermann: Dr. Hans Kruse, dem „Kalendermann“ zum Gedächtnis, in SiegerländerHeimatkalender 1942, S. 97 – 100 (Engelbert, S. 97-100).Heifer Otto: Erinnerung an Dr. Hans Kruse, in: Unser Heimatland 1955, S. 115 (Heifer)Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974, S.196Pfau, Dieter: Christenkreuz und Hakenkreuz. Siegen und das Siegerland am Vorabend des„Dritten Reiches“, Siegener Beiträge. Studien zur Regionalgeschichte Bd. 1, Bielefeld 2000,(=Pfau)Siegerländer Heimatkalender 1953 S. 125; 1965, S. 101 f.Siegerland 23, 1941, S. 37-41 (Trauerrede Böttger), S. 42-43 (Trauerrede Studienrat Dr.Wilhelm Schulte, Hauptfachstellenleiter des Westfälischen Heimatbundes, Ahlen: Kruse alsLehrer am Lyz 1916 wollte mit 25 Schülerinnen Jung-Stillings Lebensgeschichte lesen, in denFamilien kein Exemplar vorhanden)Vitt, Hans Rudi: Bibliographie Dr. Hans Kruse (1882 – 1941), in: Siegerland 45, 1968, S. 1 –12SZ 01.04.1910, 16.11.1929, 28.09.1966WP 20.03.2004Pfau, Dieter: Regionale Identität zwischen Konstruktion und Wirklichkeit. Das Beispiel der„Siegerland-Mentalität“., in: Westfälische Forschungen 52 (2002), S. 357-369 (S. 360)Vitt Nr. 5915-5926Siegerländer Lebensbilder von Wilhelm Güthling, S. 40SZ 29.9.1941, 21.4.1952 (Kruse-Eiche), 28.9.1966WR 29.9.1966WP 29.9.1966Weber, Karl-Heinz: Die Siegener Stadtbücherei. Eine Fundgrube aller Schätze des Wissens.In: Siegener Zeitung. Jg. 118, Nr. 44 vom 21. Februar 1940Güthling, Wilhelm: Das Siegerländer Büchereiwesen. In: Siegerland. Blätter des SiegerländerHeimatvereins e. V. 30 (1953) S. 1-12Güthling, Wilhelm (Hrsg.): Die heimatkundlichen Bestände der Stadtbücherei Siegen. Siegen1950 (Forschungshilfen zur Siegerländer Heimatkunde, 1)Hermann Schmöckel, Das städtische Archiv in Siegen, in: Georg Mollat, Hg., SiegerländerHeimatbuch. 1914Hans Kruse, Das Siegener Stadtarchiv und seine Geschichte, in: Siegener Zeitung Nr. 73 vom29. März 1932, Nachdruck: Siegerland 42. 1965 S. 4-15.64 Pfau, S. 203.
    • Stadtarchiv Siegen, NL Wurmbach Briefwechsel mit Kruse Bestand 405 (SHGV) Nr. 26 Bd. 1 (Manuskript Blechdach)Archiv Wilhelm Münker, Schriftwechsel mit Kruse