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Interview 100216a (ohne Tätigkeiten)
 

Interview 100216a (ohne Tätigkeiten)

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Interview mit einer Individualreisenden, die nach Vietnam geflogen ist. Diese Datei enthält keine identifizierten Tätigkeiten in den Kommentaren.

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    Interview 100216a (ohne Tätigkeiten) Interview 100216a (ohne Tätigkeiten) Document Transcript

    • Aperto AG – In der Pianofabrik Chausseestraße 5, D-10115 Berlin-Mitte Telefon +49 (0)30 28 39 21-0, Fax +49 (0)30 28 29 21-29 Email mail@aperto.de, Web www.aperto.de Mental Model – Reisen und Urlaub Transkript des Interviews 100216a – Interview vom 16. Februar 2010 Teilnehmer: > w, 28 Jahre, Individualreisende (Vietnam) > Stefan Freimark, Aperto AG
    • Aperto: So, hallo. X, Du hast Dich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zum Thema Verreisen zu beantworten. Und bevor wir das machen, möchte ich kurz noch ein bisschen erzählen wer wir sind, warum wir das tun. Ich bin Stefan Freimark und arbeite für Aperto, das ist eine Online-Agentur in Berlin. Zu unseren Kunden gehören unter anderem das Auswärtige Amt oder der Bundesrat, und wir führen gerade eine Studie durch zum Thema Reisen, weil andere Kunden von uns – die in dieser Branche tätig sind – gerne mehr darüber erfahren möchten wie Leute vorgehen, wenn sie verreisen. Dauert ungefähr eine Stunde und damit das nachher mit der Auswertung leichter ist, möchte ich das gerne aufzeichnen. Bist Du damit einverstanden? Teilnehmerin: Ja. Wunderbar. Ich werde Dir viele Warum- oder Wieso-Fragen stellen, weil es eben darum geht, Deine Tätigkeiten zu erfahren und Deine grundlegende Motivation: Warum Du Dinge tust, wie Du sie tust. Also nicht wundern, wenn Dir die Fragen mal ein bisschen sehr oberflächlich vorkommen. Ja. Genau. Du verreist demnächst. Wo willst Du hin? Ich verreise nach Vietnam. Aha. Und wann geht’s los? Am 18. Februar. Das ist relativ kurzfristig. Heute ist der 16. Ja, wie kommst Du denn dahin – oder fährst mit dem Zug? Nee, also ich fliege über Thailand, also von Berlin nach Bangkok direkt und dann weiter nach Saigon. Also es geht nach Südvietnam. Warst Du da schon einmal? Nee, das ist mein erstes Mal. Also in Thailand war ich letztes Jahr schon einmal, aber in Vietnam noch gar nicht. Aha. Und warum Vietnam? Ja, Asien hat mich schon generell immer fasziniert, ich bin leider viel zu lange in meinem Leben da nicht hingekommen. Letztes Jahr war ich eben in Thailand, das fand ich ganz toll. Und bevor ich dann nochmals nach Thailand fliege, dachte ich, Seite 2 von 36
    • gucke ich mir doch mal in der Gegend noch was an. Und Vietnam habe ich schon von Freunden gehört, dass es ein sehr schönes Reiseland ist und das wollte ich dann mal ausprobieren. Wo hast Du Dich dann informiert über das Land? Viel mit Freunden geredet und im Internet geguckt. Und kannst Du mir ein bisschen was darüber erzählen, was Du die Freunde gefragt hast oder wonach Du im Internet geguckt hast? Ja, Vietnam ist ein sehr großes Land, und da ist die Frage, was guckt man sich alles an. Also, das ist ja immer so ein bisschen, dass man denkt: Okay, dann fliege ich in ein Land, dann muss ich auch alles auf einmal sehen. Aber tatsächlich ist es so, dass Vietnam ja so ein ganz langes, schmales Land ist, mit oben Hanoi und unten Saigon eine Strecke ist, die auf der Karte relativ gering aussieht, aber verschiedene Klimazonen durchschreitet. Und ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass eine Reise von oben nach unten – so das Klassische, was man versucht zu tun – viel zu anstrengend für einen Reisezeitraum von zwei Wochen ist. Und da habe ich halt vorher mit den Leuten geredet, wo kann man denn da wirklich... also, was ist am schönsten. Ich habe dann im Internet festgestellt: Hier oben ist das Klima relativ kühl zu der Jahreszeit und unten sind dann die tropischen 34 Grad und habe mich dann für Südvietnam entschieden. Da ist dann auch ein bisschen Badeurlaub dabei. Und warum jetzt zu der Jahreszeit? Weil das eigentlich eine sehr gute Jahreszeit ist: April, Mai beginnt dann die Regenzeit, und jetzt ist da eigentlich die angenehmste Jahreszeit. Also Du hast Dich dann bei Deiner Urlaubsplanung nach den Gegebenheiten vor Ort gerichtet, wie das Wetter dort ist? Genau. Also es war nicht so dass Du schon seit Längerem wusstest: Im Februar nimmst Du dann zwei Wochen Urlaub? Nee, also andersrum. Ich habe geguckt Wann ist da der beste Reisezeitpunkt, es war klar, es muss irgendwie vor dem Frühjahr sein, weil sonst die Seite 3 von 36
    • Regenwahrscheinlichkeit zunimmt und aufgrund dessen habe ich dann den Urlaub jetzt genommen. Wann hast Du denn angefangen das zu planen? Wann hast Du zum Beispiel Urlaub beantragt? Das war im Dezember und angefangen zu planen habe ich glaube ich erst im November, weil es eher eine spontane Aktion war. Ah, also bis November wusstest Du noch gar nicht, dass Du jetzt dieses Jahr Urlaub machst? Genau. Ah, okay. Aha. Also es gibt ja Leute, die fahren jedes Jahr an den gleichen Ort – bist Du auch so jemand? Oder die gleiche Region Asien, oder wie schätzt Du Dich da ein? Nee, gar nicht. Mir geht es darum, möglichst viel zu sehen. Ah, da komme ich dann nachher nochmals darauf zurück. Okay. Nochmals kurz zum Thema Reiseplanung. Du hast gesagt, Du bist dort zwei Wochen. Warum zwei Wochen? Warum nicht eine Woche oder drei Wochen? Hmm, ja, eine Woche lohnt sich einfach nicht bei dem Flug – der dauert 10 Stunden – das ist mir dann ein bisschen zu anstrengend mit der Zeitverschiebung, das ist zu belastend. Theoretisch hätte ich auch länger gemacht, aber mein Mitreisender hat nicht so viel Urlaub bekommen und ich wollte auch nicht meinen ganzen Jahresurlaub am Anfang schon dafür verballern, und deswegen zwei Wochen. Okay. Aha. Du hast gerade gesagt Mitreisender. Also Du fliegst nicht alleine? Nee, ich fliege mit einem Freund. Aha. Also Ihr kennt euch schon länger? Ja. Also es ist jetzt nicht... ja, wie soll ich sagen, es ist jetzt nicht ‘ne Reisepartnerschaft – Ihr habt Euch nicht erst für die Reise kennengelernt? Nee, nein. Seite 4 von 36
    • Wer von Euch hat gesagt Es geht nach Vietnam, oder wie seid Ihr darauf gekommen, nach Vietnam zu fliegen? Das war eher eigentlich ein Zufall. Es ist so dass ich wusste, dass er auch von Asien fasziniert ist, weil seine Schwester zwei Jahre in Hongkong gelebt hat und er da ganz begeistert war, als er sie besucht hatte. Ich war letztes Jahr in Thailand und es gibt eine Freundin von mir mit ihrem Freund, die wollten nach Vietnam fahren und da hatte ich gefragt, ob es möglich wäre, dass ich mich da einfach anschließe, und hatte dann praktisch noch einen Reisepartner gesucht, damit ich nicht so als drittes Rad am Wagen mit denen mitfliege. So war eigentlich der Plan und jetzt ist es dann leider kurzfristig so gekommen, dass das Pärchen überhaupt nicht fahren konnte und ja, das ist dann da so übrig geblieben. Was ist bei denen dazwischen gekommen? Der hat keinen Urlaub bekommen, weil der den Job jetzt wechselt und dort in der Probezeit ist. Ah, kenne ich. Okay. Aber es hat Euch nicht abgehalten, Ihr habt gesagt… Genau, da war halt die Frage, ob man gar nicht fährt, aber da hatte ich mich irgendwie schon so gefreut und damit beschäftigt so ein bisschen, dass ich es dann schade gefunden hätte zu warten, wann die Urlaub kriegen und das alles wieder so nach hinten zu verschieben – das schiebt man ja gerne dann mal auf nächstes Jahr und dann haben wir dass dann jetzt einfach zu zweit geplant. Aber das war dann wirklich zufällig. Du hast gesagt damit beschäftigt und vorhin schon mal gesagt, Du hast Freunde gefragt und im Internet geguckt. Da wüsste ich gerne nochmals genau: Wo hast Du Dich konkret informiert? Zum Beispiel im Internet? Also es gibt ja, also im ersten Schritt habe ich mich erst mal über das Reiseland informiert, da gibt es ja von Marco Polo... Oder alles, was man bei Google findet, gerade über Asien gibt’s ja viele Reiseblogs auf denen Leute schreiben, dass sie Backpacking machen und einfach von ihrer Reise berichten – oder Seiten, die einfach über das Land Vietnam schreiben, von irgendwelchen Tourismusinstitutionen aus dem Land direkt, erst mal allgemein über dieses Land informiert, um einfach zu fassen: Okay, was gib’s da, ist es Badeurlaub oder eher Wanderurlaub, was gibt’s da für verschiedene Klimazonen, wo möchte ich eigentlich hin. Ein bisschen geguckt, Seite 5 von 36
    • ah, da kann man Touren machen, man kann ins Hochland fahren, man kann an der Küste einfach baden und im Gebirge oben wandern. Und mich dann relativ schnell für Südvietnam entschieden und dann hatte ich halt geguckt nach Flügen: Wie kommt man am besten hin, wie kann man ab Berlin direkt fliegen, dann über Bangkok ist das Sinnvollste; die meisten Flieger fliegen halt nicht durch. Und im letzten Schritt dann ganz konkret halt nach Hotels gesucht. Ah ja, hmm. Du hast gesagt: Reiseblogs gelesen, im Internet recherchiert. Hast Du noch andere Medien benutzt oder nur über Internet recherchiert? Nur über das Internet. Du hast Reiseblogs erwähnt – was waren da noch so für Websites dabei, außer Blogs? Ja, es gibt ja so richtige Portale Vietnam erleben, das von irgendwelchen Organisationen ist, die Dir verschiedene Touren zusammenstellen, von... ja, einfach so Erlebnisreisen – nicht um das da zu buchen, sondern um zu gucken, wo geht diese Tour überhaupt lang. Also was kann man da so innerhalb einer Woche schaffen. Dann gibt’s viele Seiten, die... ein Beispiel ist glaube ich, die heißt Shoestring… on a Shoestring, die bieten so Gruppenreisen an, wo man alleine oder auch zu mehreren sich einfach in so einer Gruppe zusammenführt – das ist nicht teuer, und zeigen aber einfach viel vom Land, da sage ich einfach: Mal gucken, okay, so eine Tour, wo geht die lang und lohnt es sich, so eine organisierte Gruppe zu machen oder individuell zu planen. Also Du hast auch bei Websites von solchen Tour-Anbietern geschaut? Genau. Aha. War Reisebüro mal ein Thema? Nee, das ist für mich kein Thema mehr. Das ist einfach mit den Jahren so gekommen: Ich beschäftige mich viel mit Reisen, also jetzt nicht so mit Asien generell, sondern ich habe einfach festgestellt, dass das Reisebüro zu... ich tippe mal, mindestens 99 % auf die gleichen Informationen zugreift wie ich im Internet und sie auch weniger Motivation und weniger Zeit investieren, als ich das tue. Und deswegen hat sich in den letzten fünf Jahren herausgestellt, dass ich immer bessere Angebote finde, als es das Reisebüro tut, weil ich einfach viel mehr Zeit investiere, Seite 6 von 36
    • weil es ist ja meine Motivation und für meine Reise, und die im Reisebüro hat vielleicht nicht die gleiche Motivation, sich so lange damit zu beschäftigen für mich. Und es ist teilweise auch so, dass ich Reisen raussuche – ich hatte auch schon Reisepartner, die trotzdem das im Reisebüro buchen wollten – ich dann in das Reisebüro gehe und der Frau in dem Reisebüro erkläre, wo zu welchem Datum von welchem Flughafen sie bei welchem Reiseanbieter das eingeben muss, um dann diesen Sonderpreis auch zu bekommen. Ja, okay. Also Du könntest da anfangen quasi? Ja, eigentlich schon. Das wurde mir schon öfters gesagt. Auch von den Leuten im Reisebüro? Jaja, sie war dann auch erstaunt und meinte: „Nein, diesen Preis kann ich Ihnen auf keinen Fall anbieten.“ – „Doch, Sie müssen 11 Tage eingeben bei Neckermann, und dann von dem und dem Flughafen, nicht von diesem, und wenn Sie das dann eingeben, nicht 10 Tage, nicht 14 Tage, sondern nur 11 Tage von Schönefeld, dann kommt da so ein Sonderpreis raus.“ Da war sie ganz erstaunt und meinte: „Oh mein Gott, Sie haben recht!“ Das hätte sie alleine nie probiert. Okay. Worauf achtest Du bei diesen Angeboten? Also das war jetzt ein Angebot einer Pauschalreise. Generell bei solchen Angeboten von Reisen geht’s mir um die Bewertung der Hotels. Aha. Preis spielt aber auch eine Rolle, habe ich auch ein bisschen rausgehört? Ja, klar. Also der Preis spielt eine Rolle, um dann ein gutes Preis-Leistungs- Verhältnis zu finden. Bewertungen der Hotels? Noch was anderes oder ist das das Hauptkriterium? Das ist das Hauptkriterium. Das ist einfach so, dass ich schon in Zwei-Sterne-Hotels war und in Vier-Sterne-Hotels, und die Vier-Sterne-Hotels mussten sich weit hinter den Zwei-Sterne-Hotels verstecken. Was war dann bei den Zwei-Sterne-Hotels besser als in den Fünf-Sterne- Hotels? Seite 7 von 36
    • Also es ist so, dass sich solche Sterne zusammensetzen aus der Ausstattung, das heißt also, ein Hotel, das tausend Zimmer hat, fünf riesige Pools, drei Restaurants und dann noch irgendwie sonstige Aktivitäten, hat immer generell mehr Sterne als ein kleines Haus, das 5 Zimmer hat oder 10 Zimmer, und keinen Pool – das wird nie so viele Sterne haben wie das große. Das heißt aber, ob der Pool dreckig ist, das Essen schlecht ist, das wird bei den Sternen überhaupt nicht... das ist überhaupt nicht relevant. Sterne bezeichnen die Ausstattung, nicht die Qualität. Du hast also auf die Qualität geachtet, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Woran machst Du das fest? Also, war das jetzt nur die Wasserqualität im Pool oder was sind da Kriterien? Nee, also mir geht’s darum, dass wenn ich ein Hotel mit Essen buche, dass das halt kein Kantinenessen ist – ich brauche nicht dreißig verschiedene Gerichte, drei gute Gerichte reichen völlig. Dass es sauber ist, dass ich mich nicht ekeln muss im Zimmer, das ist wichtig. Und wenn man Badeurlaub bucht, ist natürlich der Strand auch noch wichtig. Gibt es Liegen, gibt es Sonnenschirme gratis, gibt es Badetücher die zur Verfügung gestellt werden, oder muss man das alles mitnehmen. Wenn man ein Hotel bucht, wo all-inclusive dabei ist, was ist da wirklich dabei? Eine riesige Anlage und da ist keine Strandbar bei, man muss immer hoch laufen zum Strand um sich was zu trinken... also zur Bar, um sich was zu trinken zu holen, wenn man am Strand liegt. Oder ist da eine Strandbar dabei? Wenn man in die Stadt fährt, ist natürlich die Lage wichtig: Ich möchte nicht – wenn ich nach Berlin fahre, am äußersten Ende von Berlin wohnen, irgendwo in Marzahn, sondern möchte ja schon irgendwo im Zentrum wohnen, und das ist halt bei Städten wichtig. Okay. Das sind eine Menge Kriterien: Ich würde sagen, die kann man gut beurteilen wenn man vor Ort war – Du warst ja noch nicht vor Ort, also wie... zum Beispiel die... wie stellst Du die Sauberkeit des Zimmers fest? Naja, da gucke ich bei solchen Bewertungsportalen wie HolidayCheck und da berichten ja praktisch Leute, die im Hotel waren, wie es ihnen gefallen hat. Und seitdem ich das tue, bin ich auch nie mehr negativ überrascht worden. Also man kann sich – wenn man sich diese Bewertungen durchliest – ein gutes Bild machen. Wenn da eine gewisse Menge an Bewertungen ist, kann man ganz genau sehen: Leute, die Kritikpunkte haben, wenn es zum Beispiel Schüler sind, die irgendwie mit 17 zum Partyurlaub da hinfahren und sagen: Das ist total scheiße dieses Hotel, und dann liest man sich das durch, und im Endeffekt hat sie nur gestört, dass sie da nicht Seite 8 von 36
    • die ganze Nacht Party machen durften – das ist für mich kein negativer Kritikpunkt. Wenn zwei 70-jährige sich beschweren, dass es da irgendwie zu laut war und sich deswegen beschweren, das ist für mich auch kein Kriterium. Also ich gucke auf Leute, die in meinem Alter sind, und gucke auch, was die wirklich kritisieren, und das muss ja nicht für mich ein negativer Kritikpunkt sein. Also wenn sich jemand beschwert, dass er im Ausland kein deutsches Essen bekommt – das Essen negativ bewertet – das ist für mich kein Kritikpunkt. Okay. Hat jetzt schon eine Frage beantwortet, nämlich worauf Du bei der Bewertung achtest. Hast Du da noch andere Bewertungsportale ausprobiert? Ja, bei booking.com, das sind immer so Portale, wo man auch die Hotels gleich buchen kann. HolidayCheck und booking.com, es gab früher noch ein paar andere, die ich angeguckt habe. Im Endeffekt hat sich aber rausgestellt: Die speisen sich aus ähnlichen Datenbanken, also da waren wirklich wortwörtlich die gleichen Bewertungen bei. HolidayCheck sammelt glaube ich relativ gut, das sind glaube ich die größten, die das einsammeln. Warum bist du dann bei Holidaycheck hängen geblieben? Irgendwann habe ich mal gegoogelt – Hotelbewertung – da kam es raus, und die sind immer weiter gewachsen, immer größer geworden. Ich finde eigentlich, 99 % der Hotels, wohin ich fahren will, habe ich dadurch jetzt gefunden. Bei kleineren Portalen sind ja meistens auch nicht alle Hotels bewertet. Da habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ja, und das sind einfach Erfahrungswerte: Ich bin in ein Hotel gefahren, die waren alle super oder so, wie die in den Bewertungen geschrieben haben, und dann gibt es eigentlich auch keinen Grund, da nochmals was anderes zu suchen. Weil ich denen dann vertraue. Worauf achtest du bei den Hotels? Du hast vorhin schon einmal gesagt, es soll sauber sein, Essen muss gut sein, aber die Sterne sind nicht wichtig. Gibt’s da noch andere Kriterien? Ja, in letzter Zeit habe ich gemerkt, dass mir kleinere Hotels besser gefallen, weil mehr Service angeboten wird bei kleineren Hotels. Also wenn man in große Hotels fährt, gerade solche Hotels, die auch businessmäßig verwendet werden, ist es so, dass dort jeglicher Service bezahlt werden muss. Zum Beispiel WLAN oder eine Flasche Wasser auf dem Zimmer, und kleine Hotels das kostenlos zur Verfügung Seite 9 von 36
    • stellen. Und das heißt, obwohl das größere Hotel eigentlich mehr Sterne hat und mehr Komfort verspricht, ist es so, dass sie halt auch denken: Leute, die da hinfahren, bezahlen auch für solche Extras ein bisschen mehr und in kleineren Hotels ist das so, dass es einfach zum Service dazu gehört, inklusive, und muss man auch nicht bezahlen. Und das finde ich angenehmer. Zusammenfassend Thema Hotels. Wann würdest Du sagen: Das war eine gute Erfahrung, da würde ich gerne wieder herkommen, nochmals in dieses Land oder in die Stadt fahren? Also ich war letztes Jahr in Stockholm beispielsweise, das war ein super Hotel von der Lage, vom Frühstück, ich war ganz begeistert, ganz schachmatt. Früher war das Restaurant in einer alten Bibliothek – das fand ich ganz toll, ich als Touri war davon total begeistert. Nur mal als Anekdote: Bei den Bewertungen hat jemand geschrieben, das Restaurant wäre unmöglich, neben alten muffigen Büchern zu sitzen wäre ihm zuwider gewesen und hätte sein ganzes Essen ruiniert. Und für mich war es ein totales Highlight in diesem Hotel in dieser Bibliothek zu frühstücken. Da muss man wirklich immer gucken – dieses Hotel fand ich ganz super. Letztes Jahr in Thailand habe ich ein kleines rausgefunden, was wirklich 100 % Zufriedenheit hatte bei den Gästen: Die besten Bewertungen, es war total günstig, es war ein supercharmantes Hotel. Also ich habe wirklich in den letzten Jahren kein Hotel erlebt, wo ich gesagt habe: Ich würde da nicht noch mal hinfahren. Also dann eher, ich würde da nicht nochmals hinfahren, weil ich da schon war und mir die Stadt angeguckt habe, aber wenn ich nochmals nach Stockholm fahre, dann würde ich auf jeden Fall das Hotel wieder nehmen. Ich mache mir gerade noch eine Notiz... Gut. Moment, genau. Nochmals zum Thema Vorbereitung... nee – was machst Du dann konkret vor Ort? Du bist zwei Wochen da, Du steigst aus dem Flugzeug aus, was passiert dann? Also es ist so, dass ich zwar dieses Mal einen Backpacking-Urlaub mache – meinen ersten – aber ich mir die Stationen beim Rumreisen gut vorher überlegt habe. Weil es auch relativ wenig Zeit ist mit den zwei Wochen und ich keine Lust habe – wenn ich dann in Bangkok ankomme – mir dann erst ein Hotel zu suchen. Und auch den Weiterflug habe ich schon vorher gebucht. Es ist so, dass ich am Freitagmorgen ankommen werde und dann werde ich wahrscheinlich ins Hotel fahren, meine Sachen ablegen und mir dann ein paar Dinge angucken, bevor ich dann am nächsten Tag wieder an den Flughafen fahre, um nach Saigon weiterzufliegen. Seite 10 von 36
    • Okay. Das klingt gar nicht so, als hättest Du noch einen Mitreisenden dabei. Inwieweit war der in die Planung involviert? Wenig. Du merkst, das ist eine Leidenschaft bei mir, das zu tun. Ich betreibe das seit Jahren und ich reiße das immer ganz dominant an mich, wenn irgendjemand mit mir verreist, das alles zu organisieren. Die kriegen dann eine Auswahl an Hotels und Reiserouten vorgestellt und dürfen sich dann was aussuchen – und bis jetzt hat sich noch keiner beschwert. Weil es ist vielen Leuten zuwider, sich damit vorher so lange zu beschäftigen – und ich betreibe das wirklich exzessiv, ich kann da stundenlang im Internet versinken und... ja, und ich glaube, viele Leute finden das anstrengend. Deswegen gehen die auch ins Reisebüro und verlassen sich dann da drauf. Kannst Du schätzen, wie viel Zeit Du da jetzt für diese Reise investiert hast? Oh, schon alleine um die Flugpreise zu vergleichen, habe ich da schon, oh, also bestimmt so 50, 60 Stunden. Wow, okay. Also, ja, so grob über den Daumen fast die Zeit, die Du auch in Urlaub bist. Ja, so eine Woche würde ich, wenn man alles zusammennimmt, eine Woche, ja. Weil es auch hier unterschiedliche Stationen sind, das heißt, man muss sehr viele verschiedene Hotels raussuchen – das war jetzt aber auch bis jetzt die längste Zeit, die ich für eine Reiseplanung verbracht habe. Warum nimmst Du Dir da so viel Zeit? Also, das klingt so ein bisschen, einerseits ist das fast schon ein Hobby. Aber... also was... ja, warum nicht ins Reisebüro gehen und – angenommen Du kriegst da den günstigsten Preis – warum investierst Du da selber so viel Zeit? Was ist Dir dabei wichtig? Ich habe die Kontrolle, wo ich hinkomme, und bis jetzt ist das immer gut gegangen. Und wenn ich über’s Reisebüro gebucht habe, war ich schon in Fünf-Sterne-Hotels die der letzte Dreck waren, wo das Reisebüro sagt: Ja, Fünf-Sterne ist ja gut – hört sich ja alles gut an, aber das Reisebüro war auch nicht in allen Hotels, die sie verkaufen. Also die können ja nur einen Bruchteil wirklich selber bereisen und dann empfehlen. Und wenn man jetzt nicht gerade ein super Kunde ist, der bereit ist, für eine Reise 5.000 Euro auszugeben, sondern eben das unter 1.000 Euro sein soll, dann haben die da wahrscheinlich auch nicht so... ja, sie können auch einfach nicht jedes Hotel kennen und sagen: Ja, hört sich ja gut an – gucken dann aber die Seite 11 von 36
    • Angaben im Katalog an. Und dass der Katalog ein Verkaufsprospekt ist, was genau wie ein Arbeitszeugnis eine Geheimsprache hat, die sie dann vielleicht verstehen können, aber eigentlich nur verkaufen will, ist ja klar. Und dass die Bilder retuschiert sind und sie nicht die Wahrheit zeigen, ist auch klar. Aber ich denke, das weiß mittlerweile auch jeder. Damit bin ich nur auf die Nase gefallen, und immer wenn ich es selber mache geht es gut, und warum sollte ich das dann jemand anderem überlassen. Und es macht mir halt Spaß. Also ich finde es schön, wenn ich dann zu einem supergünstigen Preis in einem super Hotel bin und auch die Mitreisenden dann sagen: Das hast du ganz klasse rausgesucht, also ich freu mich sehr darüber, wenn ich dann in einem schicken Hotel bin und nicht mehr dieses „Oh mein Gott, hoffentlich ist das Hotel schön.“ Geht das... ja, während der Reise weiter? Also bist Du auch so ein bisschen Reiseleitung – Reiseführer? Ja, ich will jetzt nicht exzessiv alles angucken, und da muss ich hin, und da muss ich noch hin, und da muss ich noch hin – also da bin ich eigentlich relativ entspannt. Bis vor ein paar Jahren habe ich eigentlich auch nur Pauschalreisen gemacht, also wirklich mit: Ich fliege dahin, werde beim Flieger mit dem Bus abgeholt, werde an den Strand gekarrt und habe mich 7 Tage lang in dem All-inclusive-Hotel bewegt, Bücher gelesen und das Essen genossen. Und vielleicht mal einen Ausflug gemacht und ein bisschen Shopping. Aber ansonsten war jetzt eigentlich nichts Wildes dabei. Da hat sich mein Reiseverhalten in den letzten Jahren schon geändert. Aber es ist auch nicht so, dass ich sage Ich muss in Bangkok krampfhaft alles sehen, weil ich möchte auch nicht, dass das dann in Stress ausartet. Warum hast Du Dein Reiseverhalten dann geändert im Laufe der letzten Jahre? Hat auch mit dem Alter, mit den wechselnden Reisepartnern zu tun, auch mit dem Interesse. Also ich habe auch erst letztes Jahr angefangen, auch Städtereisen zu machen, das hat mich vorher eigentlich nicht so interessiert. Natürlich auch mit dem finanziellen Hintergrund, weil man dann ja doch andere Ziele anreisen kann, also wo man in einer Ausbildung war oder im Studium, waren natürlich Fernreisen weniger erschwinglich und da war es eben dann doch mal 14 Tage Türkei, weil es ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis war, die Leute ein bisschen Sonne haben, ein bisschen Schwimmen. Und das hat mir dann auch gereicht und jetzt, ja, jetzt nicht mehr. Seite 12 von 36
    • Okay. Du hast vorher gesagt – also, nochmals zum Thema Was passiert denn im Urlaub –, Du kommst in Bangkok an, gehst dann erst mal in das Hotel und guckst Dir dann einen Tag Bangkok an. Was passiert dann in der restlichen Zeit? Die restlichen zwei Wochen? Dann fliege ich weiter nach Saigon – in Saigon werden wir dann etwa zwei Tage sein, um Saigon anzugucken. Also einfach so ein bisschen die Stadt abzulaufen, ah, mir ist natürlich auch immer das Essen ganz wichtig, leckere Dinge zu essen, und ja, ja und wir werden uns dann vor Ort uns um eine Tour im Mekong-Delta kümmern, also da würde ich dann so eine ¾-Tages-Tour machen, mit dem Boot durch‘s Mekong-Delta, und das muss ich in Saigon selber noch organisieren. So etwas habe ich auch noch nie gemacht – weil das Hotel ist dann nicht mehr gebucht, also das muss dann wirklich klappen –, aber ich habe mir durch Freunde und Bekannte sagen lassen: Das ist kein Problem, also das gibt’s an jeder Ecke, und ich habe auch durch den Thailandurlaub letztes Jahr wirklich meine Scheu verloren: Das war alles ganz unkompliziert und überhaupt keine, ja... Berührungsängste. Ich habe mich da nie – ich war mit einer Freundin da – unsicher gefühlt oder über’s Ohr gehauen oder sonst irgendwas, also da bin ich ganz entspannt bisher. Ja, und momentan habe ich auch einfach die Einstellung: Okay, dann muss ich halt eben da nochmals in ein Hotel gehen und das dann vor Ort buchen. Die Scheu verloren vor...? Vor diesen Dingen, die Du aufgezählt hast oder über’s Ohr gehauen werden? Ja, bei mir war es vorher, früher immer so, dass ich immer alles superkrass durchplanen musste: So Leute, die auch immer alles dabei hatten, alle Medikamente und für alle Eventualitäten – wenn’s dann regnet, wenn’s dann schneit, braucht man 50.000 Sachen und ich nehme diese Hose mit, und wenn ich diese Hose verflecke, dann brauche ich noch zwei Ersatzhosen. Davon habe ich mich persönlich so ein bisschen befreit. Was ich gesehen habe, natürlich gibt es auch alles vor Ort, und wenn, wenn meine Jacke wirklich reißen sollte, dann muss ich mir eben eine neue kaufen. Das hat aber dann natürlich auch viel damit zu tun, dass man jetzt im Job und nicht mehr im Studium ist, und da auch den finanziellen Hintergrund hat, und da einfach sagt: Okay, dann ist es halt so. Was hast Du denn eingepackt außer Klamotten? Seite 13 von 36
    • Ja, Kosmetika: Also alles, was so Duschgel, Waschzeugs, Shampoo betrifft, ein ganz kleines bisschen Schminke, und – nicht viel – ein Buch. Weil es gibt einen Sechs- Tage-Badeurlaub, da denke ich, komme ich vielleicht auch mal zum Lesen. Ansonsten ist es ja eher mit besichtigen. Einen Reiseführer habe ich mit und mein iPhone werde ich mitnehmen und ansonsten nicht viel: Unterlagen, Papiere, ein bisschen Medikamente, das war’s eigentlich schon. Was ist das für ein Reiseführer? Das ist von Marco Polo ein Reiseführer, den haben mir meine Eltern zu Weihnachten geschenkt. Okay. Also den hast Du nicht selber rausgesucht, oder war der auf dem Wunschzettel? Nee. Also da würde ich mir wahrscheinlich einen Lonely-Planet-Reiseführer kaufen, habe ich aber auch von Freunden ausgeliehen bekommen... also, war dann nicht nötig. Badeurlaub – sechs Tage hast Du gesagt: Es scheint so eine Mischung zu sein aus Städtereise, Badeurlaub. Ist da auch Wandern dabei, oder...? Nee, nee, gar nicht. Nicht, weil ich das nicht wollen würde, es gibt ja auch sehr schöne Wanderausflüge ins Hochland und das Gebirge, was nochmals einen ganz anderen Eindruck vom Land vermittelt – hat dann einfach mit der Zeit zu tun. Also, ja, ich wollte unbedingt ein bisschen Badeurlaub dabei haben und am Anfang war’s noch mit Kambodscha, mit Hanoi und dann am besten noch das... Und dann habe ich irgendwann gemerkt, dass das ja heißt, im Zwei-Tages-Takt ins Flugzeug zu steigen und das nichts mehr mit Urlaub zu tun hat, sondern mit dem krampfhaftem Versuch, den kompletten Bereich dort von Kambodscha und Vietnam abzuwickeln und ja, da haben wir uns schnell dagegen entschieden oder ich habe gesagt: Das wäre mir auch zu stressig, und deswegen ist jetzt nach dem Mekong-Delta, nach den drei Tagen, geht es an die Küste, mal sechs Tage entspannen am Strand schön, auch gar nichts tun und dann geht’s wieder über Saigon nach Bangkok und dann noch zwei Tage Bangkok. Ich muss mal ganz kurz Nasenspray holen, ich bin gleich wieder da! […] So, bin zurück. Okay. Also, eine Mischung aus... ja, Städtereise, Badeurlaub, Seite 14 von 36
    • Sachen vor Ort angucken und Ihr seid ein bisschen unterwegs, aber es ist auch nicht so, dass Ihr jetzt alle zwei Tage ins Flugzeug steigt, hast Du erzählt. Genau. Gut. Warum nicht nur Badeurlaub? Oder warum nicht nur Städtereise? Nur Städtereise wäre mir bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit glaube ich extrem anstrengend, das wäre für mich dann nicht so Urlaub. Und ich finde es einfach auch entspannend ein bisschen am Strand zu sein. Das wollte ich nicht missen und Warum? Nicht nur, weil es dann doch ein bisschen schade wäre, nur für einen Badeurlaub nach Asien zu fahren. Okay. Gut, Du hast vorhin schon einmal gesagt: Asien interessiert Dich. Du bist letztes Jahr in Thailand gewesen. Was interessiert Dich an Asien? Warum nicht Australien? Australien sind erst einmal ganz schlimme Flugstunden dahin, und ich bin nicht so der begeisterte Flieger. Das lohnt sich einfach gar nicht, finde ich, wenn man nicht fünf Wochen oder so da ist, sich so lange in den Flieger zu quälen. Und ich persönlich finde Asien einfach viel faszinierender. Also Amerika finde ich auch spannend, Nordamerika interessiert mich überhaupt nicht, weil... ich weiß nicht, das liegt so ein bisschen... mich interessiert irgendwie auch gar nicht, dass ich unbedingt kulturelle Sachen angucken muss, aber es muss doch irgendwie da sein, so den Hintergrund meines Urlaubs bilden. Und ich finde – also als ich in Asien war, habe ich mir das auch so vorgestellt, ich befinde mich wirklich weit weg. Wenn man – also ich war zwar schon mal in der Karibik und in der Dominikanischen Republik, ja klar, es ist schon von der Entfernung her, von den Flugstunden ist es gleich, aber es ist doch alles sehr westlich. Also es ist nicht so fremd wie Asien ist, das ist wirklich wie eine ganz andere Welt. Und das finde ich unheimlich faszinierend, ich persönlich liebe das Essen, ich könnte da von morgens bis abends nur essen, das war so super in Thailand, da hat mir alles... ach ja, da kann ich nur schwärmen von... von dem Obst und allem, wie das alles wirklich schmeckt und ja, das ist einfach sehr, sehr faszinierend. Fernweh halt. Okay. Überkommt Dich das manchmal? Ja. Ja, also bei mir hat Reisen einen sehr wichtigen Stellenwert, also ich denke einfach, am Ende des Lebens, wenn man irgendwie viel von der Welt gesehen hat, Seite 15 von 36
    • dann finde ich das schön. Ich finde, wenn ältere Menschen erzählen, wo sie schon überall im Leben gewesen sind, finde ich das unheimlich faszinierend, werde unheimlich neidisch, und dachte: Mit irgendwas muss ich doch selber mal anfangen das zu tun. Das ist dann so – in den letzten zwei Jahren wurde ich dann angestoßen und habe auch geguckt auf so kleinere Trips, weil ich finde, dass viele Menschen immer sagen: Das lohnt sich doch nicht für zwei Wochen oder für drei Wochen – irgendwann fährt man da mal fünf Wochen hin. Das erzählt man sich dann so lange und dann macht man es aber, weil man nie fünf Wochen am Stück Urlaub kriegt, also das macht man ja nicht regelmäßig. Das macht man vielleicht irgendwann mal, wenn man das ganz genau plant. Noch genauer als eh schon? Ja. Und, und ich finde es einfach schön andere Sachen zu sehen, auch das Essen hat bei mir einen ganz, ganz hohen Stellenwert – also fremdes Essen zu kosten finde ich ganz, ganz toll. Ja, ich bin gerne zu Hause, ich muss auch nicht für sechs Wochen wegfahren, das wäre mir auch zu lang, also ich glaube drei Wochen, vier Wochen wäre das Maximum für mich. Ja, ich finde das wirklich einfach super – während bei anderen, wo der Stellenwert oder der Fokus auf Familie liegt, der möchte vielleicht ein Haus und ein Auto haben, das ist mir alles relativ unwichtig. Also bei mir ist das wirklich – ich kann das nicht verstehen, wie jemand sich für 20.000 Euro oder mehr ein Auto kaufen kann, wenn ich mir denke: Oh mein Gott, da komme ich doch da und da und da hin und ich kann so viel sehen und so viel erleben – und dann soll ich das in irgend so einen toten Gegenstand investieren. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Okay. Verreist Du, oder nee, ich frage andersrum... wie oft verreist Du? Eigentlich klassischerweise bin ich das vor ein paar Jahren immer einmal im Sommer. Hat sich jetzt gewandelt, also 2009 war ich – auch 2008 war ich glaube ich schon mehr unterwegs – aber 2009 hat es dann so ein bisschen angefangen, da war ich in Barcelona für einen Kurztrip, ich war in Thailand für einen längeren Urlaub – drei Wochen – dann war ich in Tunesien nochmals eine Woche für einen Badeurlaub, dann war ich in Stockholm und das zieht sich dann dieses Jahr weiter mit Kurztrips nach London, Kopenhagen, Barcelona, der Reise nach Vietnam, dann gehen wir mal zwei Wochen nach Irland auf einen Bildungsurlaub – und dann ist es erst Juni und ich würde mich wundern, wenn da nicht noch was kommen würde 2010. Seite 16 von 36
    • Ein ordentliches Pensum. Ja. London steht auch noch auf meiner Liste dieses Jahr. Wie lange warst Du denn in Stockholm und Barcelona? In Barcelona vier Tage und in Stockholm drei Tage, also immer so ein bisschen ein verlängertes Wochenende. Wie kam es dazu? Nee, das frage ich nachher. Moment. Genau. Erst noch mal: 10 Stunden dauert der Flug, hast Du gesagt. Ja, genau. Was machst Du in 10 Stunden Flug? Versuchen, nicht nervös zu werden, dass ich in einem Flugzeug sitze, das abstürzen könnte. Fernsehen gucken – lesen gelingt mir nicht so – da wird mir immer schlecht im Flieger, also eher so Zeitschriften durchblättern, das geht gerade noch. Aber Bücher lesen, das schaffe ich nicht. Essen, ich finde das Flugzeugessen gar nicht so schlimm, das lenkt mich ein bisschen vom Flug ab. Tomatensaft trinken. Keinen Alkohol trinken. Ja, eigentlich Fernsehen gucken, da kommen ja immer drei Filme oder so, und versuchen zu schlafen. Ja, genau. Geht über die Nacht, hast Du gesagt. Du kommst morgens an. Genau, ich fliege hier um 8 Uhr los und... genau. Mit welcher Gesellschaft fliegst Du denn? Mit Air Berlin. Aha. Wie kam das? Oder warum Air Berlin? Zum ersten Mal der Preis und dass wir direkt von Berlin nach Bangkok fliegen. Also das waren die zwei Kriterien? Preis und direkte Verbindung? Genau. Okay. Hast Du... Du hast vorhin schon mal gesagt, Du hast recht lange – was den Flug betrifft – recherchiert. Okay. Ja, worauf kam es Dir da an. Diese zwei Punkte, Preis und kürzeste Verbindung, oder waren noch andere Sachen wichtig? Seite 17 von 36
    • Genau darauf kommt es mir an. Also man kann auch innerhalb von 25 Stunden nach Saigon fliegen mit diversen Zwischenstopps, man kann auch für 1.300 Euro nach Bangkok fliegen und ich tue das für 380 Euro. Also das sind wirklich die ausschlaggebenden Kriterien. Wenn ich nur zwei Wochen unterwegs bin, dann möchte ich nicht 25 Stunden reisen auf einer Strecke, die ich auch mit 10 Stunden bewältigen kann. Ich habe auch keine Lust, eigentlich vorher nach München oder Frankfurt zu fahren und möchte natürlich auch so wenig Geld wie möglich ausgeben. 380 Euro sind ein günstiger Preis. Also Asien kostet ja, soweit ich weiß, eher 800 aufwärts. Wie kam’s? Ja, letztes Jahr hatte ich auch für 580 Euro den Flug nach Bangkok bekommen, also ich hatte mir selber so gedacht: So 600 bis 700 Euro ist möglich, das ist ein guter Preis, den sollte man auch wieder anpeilen. Mehr war ich eigentlich auch nicht bereit zu zahlen. Da gab es bei Air Berlin einen Weihnachts-Sparkalender und es gibt ja immer von mehreren Fluggesellschaften so über Newsletter so Angebote, Weihnachtsaktion oder sonstige Aktionen, und ich habe einige dieser Newsletter abonniert und auch aktiv bei den einzelnen Fluggesellschaften geguckt, die nach Bangkok fliegen. Und ja, habe das so ein bisschen im Auge behalten und Air Berlin hat so diese Aktion, und am 24. Dezember war dann Bangkok 2-für-1 hinter dem Türchen und da habe ich zugeschlagen. Ich habe schon ein bisschen damit kalkuliert, dass sie das haben. Ich weiß nicht was ich getan hätte, wenn sie das nicht gehabt hätten im Angebot weil – wie gesagt – mein Limit waren 600 Euro für den Flug. War das ein begrenztes Angebot, dass nur 10 Leute diesen Preis bekommen? Stand so nicht da, natürlich wäre der Preis dann nach oben gegangen, aber kann ich ja nicht sagen, weil ich nicht so viele Tickets gekauft habe. Okay. Aber, also kannst Du Dich jetzt nicht erinnern, ob das so was Limitiertes war oder den ganzen Tag galt? Ja, das galt sozusagen ab dem 24. den ganzen Tag konnte man das buchen. Okay. Aber ob jetzt die ersten 10 besonders günstig waren, das weißt Du jetzt nicht? Seite 18 von 36
    • Nee, also es ist ja immer eine Preisstaffelung, also generell gibt es ja immer so eine: Fünf Tickets kosten halt 29 Euro – jetzt bei Inlandsflügen – und die nächsten fünf kosten 49. Und so war halt auch dieses 2-für-1: Galt halt für alle Preise, aber ich denke, die ersten fünf haben dann wahrscheinlich – also der Flug kostet einfach 800 Euro die ersten fünf, und die nächsten zehn kosten 1.200 Euro, und das hat sich glaube ich auch nicht geändert durch dieses 2-für-1, für diese 2-für-1-Aktion. 2-für-1 heißt zwei Personen oder hin und zurück? Das heißt, zwei Personen zahlen den Preis von einem. Also der Flug hat um die 800 Euro gekostet und den Preis mussten wir halt nur für eine Person bezahlen. Okay. Also 380 sind es für eine Strecke? Nee, hin und zurück. Ach so. Also ihr zahlt jetzt zu zweit 380 Euro für den Flug hin und zurück. Nee, nee, nee, also jeder zahlt 380 Euro, der Flugpreis war 800 Euro für hin und zurück, und den muss halt nur einer bezahlen, also wir haben das dann durch 2 geteilt und dann zahlt jeder halt 380 Euro für hin und zurück. Okay. Sammelst Du auch Meilen? Bitte? Sammelst Du Meilen? Ja, bei Air Berlin habe ich das eingegeben, weil ich jetzt zweimal mit Air Berlin nach Bangkok fliege. Ich habe jetzt mal aus Spaß geguckt, aber selbst durch diese Langstreckenflüge würde ich bis jetzt immer noch keinen Flug hin und zurück innerhalb von Deutschland bekommen, also irgendwie finde ich das ein bisschen seltsam. Ja, das wäre meine nächste Frage gewesen. Was machst Du mit den Meilen, die Du sammelst? Also ich weiß nicht, bis jetzt nützen die mir gar nichts, und in dem Moment, wo ich immer noch Geld dazuzahlen muss und immer noch mehr Geld dazu zahle, wenn ich dann mit Air Berlin zum Beispiel nach Barcelona fliege als wenn ich mit Easyjet Seite 19 von 36
    • fliege, dann muss ich auch nicht diese doofen Meilen einsammeln. Dann verfallen die halt. Okay. Gut. Wäre es für Dich auch in Frage gekommen, zum Beispiel mit Thai Airways zu fliegen, wenn die auch ein günstiges Angebot gehabt hätten? Ja, Thai Airways ist eigentlich eine noch viel bessere Fluggesellschaft als Air Berlin. Da müsstest Du schon eher so was sagen wie Russian Air oder so, das gibt’s nämlich auch. Oder Turkish Airlines – die auch eine hohe Unfallstatistik hatten – wäre ich auch aufgrund des Preises – wenn es dann wirklich einen Unterschied von 300 Euro oder so ausmacht – dann wäre ich auch mit denen geflogen. Obwohl ich Angst vor dem Fliegen habe, aber ich habe Angst vor dem Fliegen allgemein und ich denke nicht, dass Lufthansa-Maschinen weniger oft abstürzen als Ryan-Air-Maschinen. Wärst Du dann mit Russian Airlines oder Turkish Airlines geflogen, wenn die den gleichen Preis hätten? Nee, dann wäre ich mit Air Berlin geflogen. Und wenn sie günstiger gewesen wären, noch mal 100 Euro weniger? Wäre ich mit denen geflogen. Okay. Trotz der Unfallstatistik von Turkish Airlines? Ja, die russische Aeroflott oder so, die hat da irgendwie in den 80er oder 90er Jahren – ich weiß gar nicht mehr, 90er Jahre oder irgendwie so – hatte die ja so eine relativ... da ist irgendwo mal ein Flugzeug abgestürzt, das habe ich aber auch dann erst erfahren – ich wäre trotzdem mit denen geflogen. Also, ja, da hat sich glaube ich in den letzten Jahren auch viel verbessert und ich lese mir da schon so was durch – aber wie gesagt, also ich meine: In Madrid ist diese Maschine abgestürzt, das war von Spanair, die Partnergesellschaft von der Lufthansa. Da haben alle Leute viel Geld gezahlt und sind trotzdem tot. Wenn man es mal so sieht. Und die Concorde war ja auch keine Billig-Fluggesellschaft. Ja, okay. Der Preis muss da ja natürlich kein Kriterium sein, dass das Flugzeug oben bleibt. Man weiß es vorher nicht. Wir reden jetzt eine Dreiviertelstunde und ich habe etwa eine Stunde angekündigt – ich hätte noch drei Themen, wenn ich es jetzt hier richtig sehe. Wie sieht es bei Dir mit der Zeit aus? Seite 20 von 36
    • Ja, kein Problem. Okay. Wenn wir auch ein bisschen überziehen würden, das wäre noch in Ordnung? Ja. Okay. Wenn’s eng wird, dann gib Bescheid, dann kommen wir zum Ende. Okay. Thema... nee, da überlege ich mir erst noch ein paar Fragen dazu. Kommen wir nochmals zum Thema Vorbereitung. Kannst Du mir Schritt für Schritt sagen, wie Du Dich auf die Reise vorbereitet hast? Von dem Punkt – also zumindest die größeren Stationen – von dem Punkt Die Leute haben erzählt, Vietnam ist ein interessantes Reiseland. Was war so das nächste? Wo ich mich dann dafür entschieden habe, dahin zu fahren, oder was auch noch meinen Entscheidungsprozess beeinflusst hat? Was hat Deinen Entscheidungsprozess beeinflusst? Ja, ich wollte auf jeden Fall wieder eine Reise nach Asien machen, wollte mich diesem Pärchen anschließen und damit hat sich eigentlich schon die Frage Wohin für mich erledigt. Die Fahrt dahin, das ist eine Gelegenheit für mich mitzufahren, und deswegen habe ich mich dafür entschieden. Hmm. Okay. Warum... Du hast das davon abhängig gemacht... was meinst Du mit: Es ist eine Gelegenheit da mitzufahren – weil Du bist ja trotzdem... Du hast ja trotzdem die Ausgaben, wenn Du jetzt nicht mit dem Pärchen geflogen wärst. Dass ich nicht alleine fahre. Also ich bin kein Alleinreisender und ich jetzt nicht gerade jemanden auf dem Schirm hatte, der demnächst irgendwie nach Asien wollte, weil meine Reisepartnerin von letztem Jahr gerade in Neuseeland ist. Weil‘s zu weit weg ist und sich der Flug nicht lohnt, wie Du gesagt hast? Ganz genau, da war nämlich die Option, ob ich sie besuche oder ob ich sie nicht besuche, und das wäre im März oder April gewesen. Wenn sie da Zeit hätte, sie arbeitet dort vor Ort und würde dann ein bisschen Urlaub dran hängen. Und ich wollte halt ungerne am Anfang des Jahres vier Wochen Urlaub nehmen, allein um 30 Stunden im Flieger zu sitzen war jetzt auch nicht so attraktiv für mich und, ja, dann Seite 21 von 36
    • wird da auch gerade Winter. Also das heißt, da sind es dann irgendwie 19 Grad, 18 Grad im April, aber wenn ich so weit weg fliege: Kalt habe ich es hier in Berlin schon genug. Und warum nicht alleine reisen, was spricht da dagegen? Oder was spricht fürs gemeinsam Reisen? Ich rede so viel und möchte gerne diese Eindrücke teilen, und das fände ich irgendwie traurig, wenn ich da alleine... Das fände ich irgendwie traurig. Da bin ich einfach nicht der Typ zu. Ich brauche irgendwelche Leute zum Vollquatschen und mit denen ich das teilen kann, was ich da gerade erlebe. Gut, so ein kurzer Exkurs. Nochmals zurück zur Planung. Was kam als nächstes? Also du hast mitbekommen: Da fährt jemand oder fliegt jemand nach Vietnam. Klingt interessant. Was war dann weiter? Naja, da Asien schon immer so ein Thema war und ich mir auch schon mal gedacht hatte nach Vietnam zu fliegen, war dann eigentlich... dann habe ich nach Flügen geguckt, was die denn so kosten würden, und ja, mir so Gedanken darüber gemacht, wen ich denn da mitnehmen könnte. Also wer denn Lust hätte, da mit einem befreundeten Pärchen mitzufahren, wer auch unkompliziert ist, weil ich auch meiner Freundin und ihrem Freund keine anstrengenden Leute aufhalsen wollte. Da gibt’s ja doch so unterschiedliche Reisetypen, nenne ich es jetzt mal. Leute, die nach Asien fahren, aber dann unbedingt beim McDonald‘s essen wollen, wollte ich jetzt nicht unbedingt mitnehmen. Ja, und dann habe ich einfach schon mal nach Flügen geguckt und auch schon mal diese Tour angeguckt, wie man das machen könnte, und ja, mit denen dann geredet, wie sie sich das so vorstellen. Okay. Ihr habt Euch dann unterhalten. Worüber habt Ihr Euch da unterhalten? Ja, eben eigentlich was ich halt auch recherchiert hatte: Was guckt man überhaupt an. Das ist eher so, dass die eine organisierte Tour machen wollten, von Hanoi runter nach Saigon und dann eine Woche Badeurlaub, weil sie das letztes Jahr gemacht hatten in Mexiko. Und das fanden sie ganz gut, so eine Woche lang Kultur und so auch ein bisschen gepampert werden durch irgendeinen Reiseveranstalter, der einfach von A nach B fährt, und ja, alles ein bisschen organisiert. Und danach dann so eine Woche Ruhe. Badeurlaub, ein bisschen Entspannung, weil es doch sehr anstrengend ist – ja, und das hatten die sich eigentlich so vorgestellt. Das war jetzt Seite 22 von 36
    • nicht meine Wunschvorstellung, weil Asien ist ein sehr, sehr günstiges Land, wenn man alles alleine macht. Wenn man das Ganze mit Maiers Weltreisen macht, dann zahlt man für eine Woche 800 Euro und das ist auch nicht besser, als wenn ich das alleine machen würde. Das wäre jetzt nicht mein Wunschurlaub gewesen, ich hätte mich aber dann untergeordnet, weil ich mich ja ihrer Reise angeschlossen hätte. Okay, ja, dann habt Ihr Euch geeinigt oder wie ging’s weiter? Naja, so weit sind wir ja gar nicht gekommen, weil sie meinte, wenn ich das alles raussuche – weil sie nämlich auch so ein bisschen keine Lust hatte, das rauszusuchen... also sie hat auch bei dem Pärchen eher die Reiseplanung übernommen – sie hätte sich das angehört und hätte das bewertet, was ich ihr da rausgesucht hätte, und hätte dann danach entschieden, ob sie doch lieber diese organisierte Tour macht oder ob sie mir dann vertraut. Wir waren auch schon mal zusammen im Urlaub, und ob ihr das auch ohne Stress, ja, dass das nicht so stressig ist, was ich da dann vorhabe, und dann hätten wir uns geeinigt. Aber dazu ist es nie gekommen, weil dann schon gleich die Ansage kam: Es gibt gar keinen Urlaub. Okay. Und hattest Du da schon den Mitreisenden aufgetrieben, wie Du gesagt hast? Genau. Ja, ich hatte schon gefragt, es waren auch schon Sachen geplant, weil die sich nicht kennen, aber das wurde dann abgesagt. Worum wäre es bei dem Treffen gegangen? Naja, also, ob man sich sympathisch ist – die haben sich noch nie gesehen, einfach mal einen Kaffee trinken oder was Essen gehen miteinander, ob einem die Nase passt – die sollen sich ja alle nicht unwohl fühlen, die wollen ja alle einen schönen Urlaub haben. Und das hätte ich jetzt nicht geglaubt, weil ich alle ganz gut einschätzen kann, aber es gibt einfach Leute, die können überhaupt nicht miteinander. Und das wollte ich auch niemandem antun. Was... es kam zu dem Treffen – was war das nächste? Naja, dann bin ich noch mal Essen gegangen mit meinem potenziellen Reisepartner, wo wir uns dann überlegt haben, ob wir das dann alleine machen. Und dann haben wir gesagt: Ach, was spricht eigentlich dagegen, sonst kommen wir gar nicht in Urlaub und in die Sonne, lass es uns doch zusammen machen. Seite 23 von 36
    • Und weiter? Dann habe ich noch weiter nach Flügen geguckt und gesagt: Okay, dann würde ich ihn anrufen – wir hatten irgendeinen Reisezeitraum abgesteckt, in dem er Urlaub nehmen könnte und in dem ich Urlaub nehmen könnte. Das war dieser Zeitraum von drei bis vier Wochen und dann habe ich gesagt Dann lass uns das abhängig machen von den Flügen und dann habe ich halt geguckt und gewartet bis ein günstiger Flug kam, hatte ihn dann schon darauf vorbereitet, dass das dann relativ kurzfristig sein müsste – seine Entscheidung – und ja, dann hatten wir auf diesen Air-Berlin- Kalender gewartet und dann habe ich ihn angerufen und gesagt Es ist drin, und dann haben wir das dann gebucht. Gebucht, dann ohne, also am 24., da konntet ihr auf der Arbeit ja nicht mehr nachfragen, ob alles klar geht mit dem Reisezeitraum. Ich habe vorher den Urlaub genommen, und zwar für einen Reisezeitraum von drei Wochen. Und habe dann wieder ein bisschen Urlaub zurückgenommen. Also ich habe ihn mir sozusagen schon genehmigen lassen. Also war das bei dem Ticket so: Das muss bis zum soundsovielten gebucht werden und bis dann und dann muss die Reise angetreten werden? Also dass Ihr da so flexibel wart, dass es in den Zeitraum reingepasst hat? Mhm, ja. Worauf ich auch noch so ein bisschen hinaus will, ist – Thema Vorbereitung – nicht so das Organisatorische, sondern hat Du Dich... ja, auf den Urlaub irgendwie eingestimmt? Ich gehe Vietnamesisch essen. [lacht]. Meinst Du jetzt sentimental oder meinst Du jetzt wirklich so mit Impfung und Tropeninstitut und…? Beides, beides. Ja, dann eher diese Vorbereitungen, welche Impfungen brauche ich, was will ich mitnehmen... ich musste mir so einen Rucksack ausleihen, weil ich so was noch nie gemacht habe. Mit Koffer bin ich brav gefahren und dann habe ich von einer Freundin, die auch sechs Wochen in Australien war, einen Rucksack ausgeborgt und wir sind zu Globetrotter shoppen gegangen und haben funktionale Dinge gekauft, wo ich ganz begeistert war, was es alles gibt. Seite 24 von 36
    • Was gibt’s denn alles? Ich weiß es gar nicht. Irgendwelche UV-Protect-Tücher, die man in verschiedenen Varianten sich über den Kopf ziehen kann – um irgendwelche Tücher zu bilden –, oder Rucksäcke, die sich ganz klein in Kreditkartenform falten lassen und solche Dinge. Was so das Medizinische betrifft, wie sah da die Vorbereitung aus? Es gibt bei Globetrotter ein Tropeninstitut, und da kann man hingehen und sagen wo man hinfliegt. Und dann sagen sie einem die Impfungen, die sie empfehlen würden, und dann kann man sich da vor Ort auch gleich impfen lassen und die weisen einen auch mit so Infozettelchen auf Mückenschutz hin, was man irgendwie beachten muss et cetera, et cetera. Da muss ich nochmals kurz nachfragen: Also ich kenne Globetrotter als Versandhändler, weiß aber auch, dass es so Geschäfte gibt. Genau, da gibt es ein großes Geschäft hier in Berlin-Steglitz, und das ist halt ein riesiger Laden mit solcher Funktionskleidung, Ausrüstungsgegenständen und als Zusatz ist halt eine Filiale des Berliner Tropeninstituts dort drinnen, die Reiseimpfungen und Reiseberatung machen. Ah, da habe ich mich nämlich gerade gewundert: Tropeninstitut bei Globetrotter drin. Genau, das ist einfach nur so ein Zusammenschluss lustigerweise, und die machen halt Sofort-Impfungen, das heiß man muss keinen Termin beim Arzt haben, man muss keine 10 Euro Praxisgebühr zahlen, und wenn man die richtige Krankenkasse hat, dann braucht man auch nur seine Chipkarte vorzeigen, die lesen die ein, und dann muss man auch nicht mal Geld bezahlen. Warst Du auch auf offiziellen Websites, zum Beispiel der Website vom Tropeninstitut unterwegs, um Dich vorab zu informieren über medizinische Sicherheit? Ja, habe ich mal geguckt, das habe ich nicht so intensiv betrieben, weil ich mir schon dachte, dass das ähnlich wie Thailand ist. Aber auch das Auswärtige Amt hat die notwendigen Impfungen, da habe ich glaube ich letztes Jahr bei Thailand geguckt. Seite 25 von 36
    • Also Du hast jetzt nicht nochmals recherchiert, weil Du hast die Impfungen von Thailand ein Jahr zuvor schon gemacht? Ja, und die wissen auch ganz gut Bescheid über die aktuellen Impfungen, da ist es nicht notwendig, da nochmals diese Meinung gegenzuchecken. Gibt’s besondere Dinge, die man in Vietnam tun oder lassen sollte, wenn man da ist und nicht zehn Jahre ins Gefängnis möchte? Ja, ich denke mal so die ganz normalen Sachen: Keine Drogen schmuggeln, aber das tue ich auch in Deutschland nicht. Also solche Sachen. Das wird ja da glaube ich ziemlich streng geahndet. Alles was mit Drogen und so zu tun hat, aber, ja. Ich will weder Korallen noch Drogen ausführen, und deswegen bin ich da glaube ich auf der sicheren Seite. Wo hast Du Dich allgemein über die Sitten und Gebräuche informiert? Gar nicht. Einfach was im Reiseführer steht, dass man Stäbchen nicht so im Essen stecken lassen soll, weil das Tod bedeutet. Aber da habe ich nicht gezielt nach gesucht, sondern das kriegt man einfach mal so mit. Okay. Wie hast Du Dich dann mental darauf vorbereitet? Also in zwei Tagen geht’s los – hast Du irgendwie zwei Wochen vorher, oder einen Monat vorher, oder zwei Monate vorher da noch irgendwas gemacht, um Dich darauf einzustimmen? Nein, weil ich bin beruflich gerade so eingespannt, dass ich dafür keine Gelegenheit hatte, und ich das erst glaube, wenn ich übermorgen im Flieger sitze, und dann mein Urlaub beginnt. Aber generell habe ich da jetzt auch keine großen Vorbereitungen getroffen, außer das allen Leuten unter die Nase zu reiben, dass ich bald aus dem Schnee weg bin und in 35 Grad Wärme liege. Die haben sich gefreut dann! Okay. In zwei Tagen geht’s los. Wie sahen jetzt so die letzten Tage die Vorbereitung aus? Oder was machst Du jetzt noch die restliche Zeit, bis Du fliegst? Gar nichts, weil ich nämlich erfolgreich schon am Sonntag gepackt habe, weil ich schon befürchtet habe, dass ich dazu während der Woche überhaupt nicht dazu komme und erst einmal den Rucksack probepacken wollte, ob ich überhaupt fähig bin, den anzuheben. Hat erstaunlich gut funktioniert, dann habe ich die Klamotten nicht wieder ausgepackt, sondern sie alle so extrem gefaltet und gepresst im Seite 26 von 36
    • Rucksack gelassen, und hoffe, sie sind noch ordentlich, wenn ich sie dann wieder auspacke. Das heißt, ich muss also eigentlich gar nicht mehr viel machen außer meine Katzen zu meinen Eltern zu fahren. Am Donnerstag. Hast Du da eine Checkliste, oder geht’s nur um die Katzen und das kannst Du Dir noch merken? Das kann ich mir noch merken. Aber ich habe in der Tat vorher eine Liste gemacht, was ich einpacke. Okay. Hast Du die selber zusammengestellt oder dich da irgendwo inspirieren lassen? Nee, das habe ich schon selber gemacht. Ich habe keine Reise-Checkliste irgendwo ausgedruckt. Okay. Ansonsten hast du ja relativ viel vorbereitet. Du weißt genau: einen Tag nach Bangkok, zwei Tage nach Saigon. Dann diese Tour. Es gibt relativ viele Infos – wie behältst Du da den Überblick, wenn Ihr dann in Vietnam seid? Ja, also die ganzen Hoteldaten und so werde ich mir ausdrucken und ja, das war’s eigentlich auch schon, was ich als Info brauche. Einen Reiseführer einstecken, und dann kommt man vor Ort mit Durchfragen und mit Informationssachen, die es dann meistens im Hotel gibt, irgendwelche Stadtpläne und so, kommt man eigentlich relativ weit. Dadurch dass ich halt jetzt keine Pflichtpunkte habe, sehe ich das eigentlich auch relativ entspannt. Und dass das hier so viel Vorbereitungszeit in Anspruch genommen hat, hat eigentlich nur mit diesen unterschiedlichen Stationen zu tun, also letztes Jahr in Thailand war es nur Bangkok und zwölf Tage an einem Badeort, und dann halt am Badeort ein bisschen selber organisiert, da hatte ich zum Beispiel kaum Vorbereitungszeit, da ging’s nur darum zwei Hotels zu buchen und alles andere ist halt vor Ort passiert. Ist es eigentlich – da wo ihr jetzt unterkommt – Halbpension, Vollpension, Selbstversorger... wie sieht das aus? Also in Asien wird in die meisten Hotels generell nur mit Frühstück angeboten. Es gibt glaube ich selten auch Halbpension, das fände ich aber extrem schade, weil es lebt ja praktisch davon, dass man durch die Straßen geht und da das Essen probiert. Aber man kann mit Frühstück und ohne haben. Die meisten haben Frühstück – was ich auch ganz gut finde weil ich ganz mäkelig bin, wenn ich morgens nicht sofort was Seite 27 von 36
    • zu essen kriege; und dann erst mal losziehen und sich was suchen: Das würde mir schon die Laune verderben. Und es ist auch wichtig, denn meistens wird im Hotel nur westliches Frühstück angeboten, und ich mich noch nicht so an Hühnersuppe zum Frühstück gewöhnen konnte. Okay. Hmm. Was ist denn – so in einem Satz – die Erwartung an Deinen Urlaub, oder... also wann sagst Du – wenn du zurückkommst nach zwei Wochen – Das war ein guter Urlaub, bin gut erholt? Wenn, also es ist gar kein wenn. Ich weiß es eigentlich schon: Sonnenschein und leckeres Essen. Hmm, okay. Also solange die Sonne scheint und das Essen gut ist, ist alles wunderbar. Ja. Und das Hotel natürlich nicht siffig, aber davon gehen ich aus, weil ich lange genug gesucht habe. Welche Erwartungen hat denn Dein Reisepartner? Ich glaube, das ist ähnlich. Ja, also das Essen ist auch ein großer Stellenwert, und ja, die Sonne, wem tut die nicht gut, jetzt im tiefsten Winter bei massig Schnee. Aber der hat eher noch Angst, dass es zu heiß ist. Habt Ihr Euch da vorher abgestimmt, ich sage mal die Anteile, was den Urlaub betrifft: Soviel Badeurlaub, soviel Sightseeing – oder hast Du einen Plan gemacht…? Es war am Anfang so, dass er eigentlich alle zwei Tage woanders hinwollte und sich dann ein bisschen gesträubt hat, und gesagt hat: „Das ist ja langweilig, fünf Tage am selben Fleck zu liegen“, ich habe aber gesagt Darauf bestehe ich so ein bisschen, weil es für mich sonst kein Urlaub ist, und da war er nicht so begeistert, und dann habe ich gesagt, dann kann er ja von da aus gerne noch Ausflüge machen, dann hat er sich das Hotel angeguckt und hat nachher gesagt: Ach er freut sich richtig, das Hotel sieht so nett aus, ob wir nicht noch einen Tag länger da bleiben wollen. An welchem Wochentag kommt Ihr denn zurück? An einem Donnerstag. Und am Freitag dann direkt wieder arbeiten oder frei? Seite 28 von 36
    • Mm. Es ist zwar so rum von Asien nicht so anstrengend, aber ich glaube, da bin ich ein bisschen memmig, also ich arbeite dann erst wieder am Montag, das ist auch ein bisschen, ja, nicht so sinnvoll, dass ich am Donnerstag wiederkomme, ich wäre lieber am Samstag wiedergekommen, dann hätte man den Sonntag zum Ausruhen und dann praktisch am Montag wieder arbeiten. Das war bedingt dadurch, dass er, dass eine Kollegin von ihm am Montag nicht mehr da ist und am Freitag unbedingt noch die Urlaubsübergabe passieren musste. Also insofern die Umstände. Hätte ich anders gemacht. Also Du wärst am liebsten am Samstag zurückgekommen? Genau. Warum so knapp, warum nicht noch einen Werktag zu Hause Urlaub haben? Naja, so viele Urlaubstage habe ich ja nicht und bei meinem Reisepensum ist jeder Urlaubstag sehr wichtig. Okay. Okay. Jetzt gucke ich nochmals. Thema Städtereisen habe ich mir noch aufgeschrieben. Vielleicht noch ganz kurz – wie sieht es mit Deiner Zeit aus, hast Du noch 10 Minuten? Ja. Okay. Ich weiß jetzt nicht, wie viel Uhr jetzt ist, ich sehe nur, wie lange wir schon sprechen. Halb acht. Okay. Gut. Stockholm, Barcelona, da warst Du schon, und Du planst nochmals Barcelona und London, hast Du vorhin gesagt. Warum... warum nochmals Barcelona? Warum nochmals Barcelona? Weil das... weil Barcelona Kulturstadt und Strand hat, also alles auf einmal. Ich war letztes Jahr mit 6 Mädels da, die ich seit fünf Jahren bedränge, mal so einen... mit einem Billigflieger so einen Trip zu machen, und das hat mich jahrelang gekostet, bis man dann sechs Leute koordinieren und terminieren kann. Ja, wir haben das gemacht und ich fand das super, weil man kann weggehen, man kann ein bisschen Party machen, man kann shoppen ohne Ende, man kann aber auch irgendwie ins Dali-Museum fahren, und es ist alles auf einem Fleck, der Seite 29 von 36
    • Flughafen ist eine Viertelstunde von der Stadt entfernt, es ist alles superpraktisch, es lohnt sich also für vier Tage dahinzufahren. Das hätte jetzt rückwirkend auch eine Woche sein können, es war unheimlich erholsam, da war hier auch nicht so gutes Wetter, das war im Mai. Ja, es war ganz toll, es war echt ein Kurzurlaub, der sehr viel Erholung gebracht hat und es ist sehr günstig da hinzufahren und da zu leben und ich mir gerade – es hätte nicht Barcelona sein müssen, aber mir ist keine andere Stadt eingefallen, wo ich so günstig, so schnell all diese Vorteile habe. Also immer dieses Sonne und Strand, das ist mir sehr wichtig, und ja, da ist mir echt nicht so viel eingefallen, alles andere sind halt teurere Verbindungen vom Fliegen her. Stockholm und London haben jetzt nicht so viel Strand. Was findest Du daran interessant? Habe ich bis jetzt noch nie gemacht, erst neuerdings solche Städtetrips. Das kommt einfach daher, dass ich letztes Jahr in Stockholm so einen wahnsinnig billigen Flug bekommen habe über so einen Newsletter, hin und zurück, und das einfach das Geld, dass ich gesagt habe: Da gucke ich mir doch mal Stockholm an und das fand ich total nett. Also das war dann wirklich mit einer Freundin, da sind wir dann einen Kaffee trinken gegangen, ein bisschen shoppen gegangen, ein bisschen die Stadt angucken, konnte man fußläufig alles ablaufen und in London war ich auch noch nie. Und dann heißt es immer: Ach, das lohnt sich ja doch nicht für’s Wochenende nach London, und dann dann dachte ich so: Ja, das sage ich aber auch schon seit 10 Jahren und anscheinend fahre ich nie eine Woche da hin und dann tut’s doch jetzt mal ein Wochenende. Also steht auch schon fest, wann Du mit wem für die ganzen Reisen, die jetzt noch anstehen... oder ist das eher was Kurzfristiges? Nee, die habe ich schon alle gebucht. Aber in London war ich auch schon. Okay. Was war das für ein Newsletter? Noch kurz ‘ne private Frage von mir... Naja, Ryan Air, Germanwings, easyJet, all diese. Okay. Gut. Städtereisen – klingt zumindest so, aber korrigiere mich, wenn du es anders siehst – sind ja doch was anderes als nach Asien und da das Land angucken. Naja, warum dieser Unterschied, also warum nicht nur Städtereisen oder warum nicht nur fremde Länder angucken? Seite 30 von 36
    • Städtereisen fand ich eigentlich nicht wirklich interessant, weil ich dachte: Okay, Berlin ist eine große Stadt, das ist auch nicht anders als irgendwo anders hinzufahren. Das ist einfach aufgrund der Gelegenheit, dass die Flüge so günstig geworden sind und – so lustig es auch klingt – aufgrund der beruflichen Anspannung bei mir und meinen Freundinnen wir nie Zeit füreinander haben, und wenn man dann mal zwei Tage oder drei Tage irgendwo in einer Stadt ist, verbringt man dann noch mehr Zeit miteinander. Und da kann man dann einfach mal so ein bisschen künstliche Zeit schaffen, so ein Zeitfenster schaffen, wo man einander nicht weglaufen kann: Mal nutzen kann, um wirklich lange Essen zu gehen, Kaffee zu trinken, ein bisschen zu shoppen und alle Alltagssorgen hinter sich zu lassen, einfach für ein Wochenende zu verschwinden. Und was ist Dir dann wichtig bei Städtereisen? Du hast – Barcelona hast Du vorhin schon ein bisschen erzählt – alles auf einem Fleck, aber bei Stockholm ist das ja zum Beispiel nicht so: Der Flughafen ist weiter draußen, ich glaube man fährt eine Dreiviertelstunde. Ja, aber das war alles ganz unkompliziert. Da war’s eigentlich, nach Stockholm bin ich echt nur wegen dem Preis geflogen. Da war ich sehr positiv überrascht von: Ich war noch nie so im Norden, hatte jetzt lustigerweise von den Mädels Kopenhagen zum Geburtstag geschenkt bekommen: Ja, da gucken wir das jetzt alles mal so an, einfach aufgrund der Tatsache, dass es teurer ist mit der Bahn nach Köln zu fahren als einmal nach Stockholm zu fliegen. Kopenhagen geschenkt bekommen – wie sieht denn so ein Geschenk aus? Dass sie den Flug gebucht haben und sich jetzt nach langer Schlägerei auf ein Hotel geeinigt haben, da sie total überfordert waren, weil ich das sonst immer mache. Da haben sie mir sozusagen den Flug und eine Nacht in Kopenhagen geschenkt. Und es fliegen alle mit. Seid Ihr dann oft zu sechst unterwegs oder manchmal auch nur drei von Euch? Nee, das mit Barcelona war unsere Premiere und es war schrecklich. Es war Zickenterror ohne Ende. Und die haben sich aus irgendwelchen nicht ersichtlichen Gründen für meinen Geburtstag wieder zusammengetan: Ich war total erstaunt, ich dachte, da fahren nur ein oder zwei Personen, mit allen bin ich schon im Urlaub gewesen, aber noch nie auf einem Haufen. Und es war dann sehr anstrengend und Seite 31 von 36
    • ich habe mich eigentlich auch ein bisschen gefragt, warum sie das wiederholen – ich finde das eigentlich unglücklich. In Stockholm war ich mit einer Freundin, das ist angenehmer, man kann sich einfach mehr auf eine Person konzentrieren, geht mehr Kompromisse ein. Sechs Personen unter einen Hut zu bekommen, das ist meiner Meinung nach schon relativ kompliziert. Was macht Ihr den ganzen Tag in Stockholm, oder mit einer Person? Du hast vorhin ein bisschen gesagt, Sightseeing, Shopping, also…. Genau. Viel spazieren gehen, so eine Dampferfahrt haben wir gemacht, ein bisschen die Stadt angeguckt, Kaffee getrunken, geplaudert und gefrühstückt, zu Abend gegessen und shoppen. Das geht aber. Okay. Yo, ich habe jetzt eine Menge gefragt und habe jetzt noch einen Punkt auf der Liste, den – falls wir den überhaupt jetzt ansprechen, ich frage gleich – den würde ich auch sehr kurz fassen. Hmm. Flugangst hast du vorhin gesagt. Ist das ein Thema, über das Du sprechen willst, oder lassen wir das aus? Das ist mir egal. Also das ist nicht so, dass ich jetzt panisch werde, wenn wir darüber reden. Darüber können wir ruhig sprechen. Okay. Ja, Du fliegst nicht gerne, hast Du vorhin gesagt. Tust Du was dagegen, oder...? Ja, das ist nicht so ausgeprägt, dass ich dann ganz bleich werde und Panikzustände bekomme, aber würde es sich irgendwie vermeiden lassen und könnte ich die Welt irgendwie anders in so kurzer Zeit bereisen, würde ich das sicherlich tun. Das ist für mich immer noch so: Wie da so ein Stahlklotz irgendwie in die Luft geht und ich finde das ganz schrecklich die Vorstellung, dass ich den kompletten Kontrollverlust darüber habe – wenn da irgendwas passiert, bin ich mit Sicherheit tot. Hmm. Gibt’s…, ja, Du hast vorhin auch mal erwähnt, Essen während des Fluges, weil es Dich dann davon ablenkt. Ja, was ist da so das konkrete Bedenken? Kontrollverlust, hast Du gerade gesagt. Ja, das haben wir ja alle gesehen, dieses Video von Madrid. Seite 32 von 36
    • Also ich kann mich jetzt ehrlich gesagt nicht entsinnen... Da ist vorletzten Sommer die Maschine gestartet und etwas kurz nach der Landung explodiert. Ich habe glaube ich Fotos davon gesehen. Ja, weil irgendwie ein Technikfehler übersehen wurde, oder Materialverschleiß oder was weiß ich, Vogel ins Triebwerk oder was alles passieren kann. Okay. Gibt’s, ja... gibt’s irgendwelche besonderen Dinge, die Du davor, vor dem Flug tust, oder während des Flugs? Ja, also, selbst wenn ich kurze Strecken fliege, jetzt auch beruflich oder privat, eine Stunde nach Köln et cetera, ich versuche eigentlich immer die Augen zuzumachen und mich in einen Dämmerzustand zu versetzen, dass ich das nicht so ganz mitkriege. Es geht eigentlich auch – am Schlimmsten sind Start und Landung, weil ich mal gehört habe, die Statistik da einen Unfall zu bauen ist da am höchsten. Aber wenn es dann während des Fluges heftig ruckelt, kann man mir das dann glaube ich schon ansehen, dass ich da nicht begeistert jubele. Okay. [lacht] Ich stelle es mir nur gerade bildlich vor. Begeistert jubeln bei Turbulenzen. Ja, es gibt Leute, die sagen: Hui, wie im Fahrstuhl, schön! Das kribbelt so schön im Bauch und ich denke: Öh. Ich kenne jetzt selber nur Kurzstrecken, also innerdeutsch, und bin jetzt selber noch nicht Langstrecken geflogen. Kommt so was häufiger vor, Turbulenzen, oder...? Ja. Ja, eigentlich bei jedem Flug kann man sagen und permanent, oder? Ja, also immer ein bisschen wackeln, gerade über’m Meer irgendwie bei Winden, ja eigentlich schon – also jetzt nicht so ganz schlimm; ich bin mal über die Dominikanische Republik geflogen, da war’s schon richtig schlimm, wo ich dann auch dachte: Oh Gott, oh Gott. Ich bin noch einmal nach Köln geflogen, da fing eine Frau neben mir an zu schreien wie am Spieß und ich dachte so: Okay, sie hat noch Seite 33 von 36
    • mehr Angst als ich. Ja, also dieses Gewackele, wenn es dann so rüttelt, irgendwelche Windböen. Hast Du Dich dann auch ein bisschen informiert über das Thema, nachdem Du mal geflogen bist? Wann bist du zum ersten Mal geflogen? Oh, das kann ich nicht sagen. Als kleines Kind mit meinen Eltern. Relativ früh. Wir sind immer irgendwohin in Urlaub geflogen. Damals hatte ich da aber keine Angst. Okay. Also es ist nicht so, dass Du das Fliegen erst kürzlich angefangen hast vor ein paar Jahren oder so? Nein. Ja gut, die Frage Hast Du Dich irgendwo mal informiert über dieses Thema? Oder über Fliegen generell? Nee, also nicht so Ah, das ist das Flugzeug, was knackt, und das ist normal, nee, so nicht. Wäre das interessant für Dich oder eher weniger? Nee, weil dann, bei so was stößt man immer auf: Ja, Materialversagen kann ja immer passieren, und dann menschliche Fehler – nee, lieber nicht. Okay. Gut. Auf das Thema war ich jetzt nicht so gut vorbereitet, was Fragen betrifft, aber... also da kann ich jetzt auch nicht weiterfragen – es ist ein interessanter Punkt, aber habe ich leider jetzt keine Fragen mehr. Ansonsten bin ich jetzt durch. Gibt’s noch was, wo Du Dir denkst: Warum hat der das nicht gefragt? Das will ich gerne noch loswerden? Nee, erstmal nicht. Ich weiß nicht, ob das für Dich interessant ist, also die Städtetour versuche ich auch immer nur mit Handgepäck zu machen, es gibt ja jetzt diese neuen Bestimmungen, von den Billigfliegern, dass man kein Gepäck mehr abgeben darf, ohne dass man bezahlt. Ich habe dadurch gelernt sehr effizient zu packen und nur das Nötigste mitzunehmen – und das geht super und erleichtert irgendwie auch die... also es wird alles einfacher. Meine Eltern zum Beispiel, die würden immer sagen: So ein Wochenende, wie anstrengend. Also alles zu packen und so. Aber wenn man irgendwie die Einstellung hat, dann nimmt man nur das Nötigste mit und man braucht ja nicht viel, wenn man irgendwie nur am Samstag unterwegs ist und das ist halt doch eine relativ lange Zeit, wenn man früh aufsteht und erst am Sonntag Seite 34 von 36
    • wieder heimkommt, kann man schon vieles erleben in dieser Zeit. Und ich habe einfach auch durch diese Wochenendreisen gelernt, die Zeit effizient auszunutzen und es kommt einem dann viel länger vor, als wenn man das Wochenende zu Hause nur rumgammelt. Hast Du schon einmal einen Flug verpasst? Verpasst... ja, einen Anschlussflug. Ah, also kein eigenes Verschulden? Bitte? Kein eigenes Verschulden, weil Du…? Nee, nee, nee. Also ich habe noch nie einen Flug verpasst. Aha. Was... wie ging’s dann weiter? Den Normalpreis für den nächsten Flug bezahlen, oder...? Ja, das war irgendwie ganz blöd: Das war: Ich kam aus der Türkei wieder und ich bin nach Köln-Bonn geflogen und musste dann noch nach Berlin und ich wollte eigentlich um 16 Uhr landen und um 21 Uhr wäre mein Flug dann nach Berlin gegangen. Und der Flug wurde verschoben, sodass ich erst um 20.30 Uhr nach Berlin wieder… nee, angekommen wäre, da wäre halt dies um eine halbe Stunde verschoben gewesen und ich hätte da nicht mehr den Flieger nehmen können und das war dann ein bisschen blöd von der Türkei aus zu regeln, weil das Internet nicht ging und ich zu Hause keinen erreicht habe und ich dann über diese teure Hotline bei Germanwings das regeln musste, und dann ging noch ein Flieger irgendwie eine Stunde später, das war mir dann aber auch zu vage, und dann habe ich am Montagmorgen dann den nächsten Flug genommen. Das war aber nicht so schlimm, weil ich dann bei meinem Freund damals übernachtet habe, aber es war schon ärgerlich, ziemlich anstrengend, und wenn man das ausrechnet, muss man da ja eine Umbuchungsgebühr bezahlen plus die Differenz zu dem aktuellen Flug und im Endeffekt kommt unterm Strich genau das Gleiche raus, als hätte man den Flug verfallen lassen und hätte ihn neu gebucht – nur, dass die Fluggesellschaft den einen Flug noch mal verkaufen kann. Also eigentlich finde ich das sehr unmöglich, dass man dafür Umbuchungsgebühr zahlt. Seite 35 von 36
    • Okay, war das nicht das Verschulden von Germanwings in dem Fall? Nee, weil das andere war eine Pauschalreise und bei Pauschalreisen – anders als bei Linienflügen – übernehmen die ja keine Haftung, wenn die Flugzeuge verschoben werden oder Verspätung haben. Okay, wusste ich nicht, aha. Gut, dann bin ich durch. Vielen Dank erstmal und ich drücke mal auf Stop hier. Seite 36 von 36