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Die Erhebung von Umweltdaten hat in Österreich eine lange Tradition. Mit der Einführung elektronischer Speicher und Verwaltungssysteme wurden die bis vor drei Jahrzehnten in der Regel räumlich ...

Die Erhebung von Umweltdaten hat in Österreich eine lange Tradition. Mit der Einführung elektronischer Speicher und Verwaltungssysteme wurden die bis vor drei Jahrzehnten in der Regel räumlich getrennten und oft nur anlassbezogenen Untersuchungen weitgehend systematisiert. Heute existieren für wesentliche Umweltbereiche maßgeschneiderte und für den Bedarf der Verwaltung optimierte Erhebungsprogramme. Den Vorgaben der sektoralen EU-Regelungen (etwa der Wasserrahmenrichtlinie) folgend werden diese zunehmend weiter ausgebaut und die darauf basierenden Datenbestände durch ergänzende Bestimmungen zur Datenverwaltung (Beispiel INSPIRE) weiter optimiert sowie über das geographische Bezugssystem zusammengeführt. Darüber hinaus werden auf Europäischer Ebene vielfältige Anstrengungen unternommen, europäische Umweltinformationen den Bürgerinnen und Bürgern auch zentral, vor allem über die Europäische Umweltagentur, zugängig zu machen.

Das österreichische Umweltinformationsgesetz normiert nicht nur einen weitgehend freien Zugang zu den Umweltinformationen öffentlicher oder unter öffentlicher Kontrolle stehender Stellen sondern verlangt auch, dass diese in geeigneter Weise aufbereitet und aktiv angeboten werden. Dazu liegt eine Reihe von Beispielen vor.

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    Wilhelm Vogel - Wilhelm Vogel - Presentation Transcript

    • Open GovernmentData im Umweltbereich
      Angebote und Grenzen der Verfügbarkeit
      W. Vogel Umweltbundesamt
      1
    • Das Umweltbundesamt
      1985 bis 1998 nachgeordnete Dienststelle des Umweltministeriums
      Seit 1999 Umweltbundesamt GmbH Eigentümer ist die Republik Österreich, Eigentümervertreter der Umweltminister.
      Das Umweltbundesamt ist die Umweltfachstelle des Bundes und Datendrehscheibe für Umweltdaten aus eigenen Untersuchungen, vor allem aber für Bundes- und Länderdaten.
      2
    • Open data am Umweltbundesamt
    • Etwas Geschichte ….
      Am Anfang war das Wort
      dann die Handschrift
      …der Buchdruck
      … die Buchhandlung (als Konsequenz)
      …elektronische Datenverarbeitung
      …Internet (als Konsequenz)
      …open data1)
      1) als Konsequenz in einer demokratischen Gesellschaft
    • 5
      Die Technologie prägt die Geschäftsprozesse
      … und die Geisteshaltung
      Entwicklung verläuft diskontinuierlich
    • Daten werden in der Regel für Verwaltungsprozesse geschaffen (nicht für die Öffentlichkeit oder sonstige Nutzer)
      Umweltdaten sind frei zugänglich (Umweltinformationsgesetz)
      … wenn nicht der Datenschutz dem entgegen steht
      6
    • „Bedenken“ am Übergang von der Papierwelt zu elektronischen Welt
      (Zitat Christian Geiger: ..bekommen keine Luft….liegen flach)
      Verlieren der Kontrolle, unkontrollierte Weitergabe
      Die Möglichkeit eigener Auswertungen durch Empfänger (Empfänger weiß mehr als ich, findet Fehler, die ich nicht kenne, erkennt Besonderheiten früher,Verlust der Deutungshoheit)
      Die Möglichkeit falscher Interpretationen Korrelation vs. Kausalzusammenhang (Kinder / Störche)
      Falsche Bewertung (Grenzwerte)
      „Missbräuchliche“ Nutzung (Fläche ÖBF)
      Schädigung Dritter, Haftung (Abwertung von Grundstücken)
      „Geschäftemacherei“ , Mikro- vs. Makroökonomie
      aber: das Umweltinformationsgesetz!
    • Open data am Umweltbundesamt ?
    • Kriterien (Sunlightfoundation 10. August 2010)
      Vollständigkeit (incl. Metadaten und Prozessbeschreibungen)
      Primärdaten (zur Sicherstellung der Nachvollziehbarkeit)
      Zeitnah (im Rahmen des Möglichen, idealerweise in real time)
      Zugänglich (keine physikalischen oder technologische Barrieren)
      Maschinenlesbar (Formate und Beschreibungen)
      Nicht diskriminierend (alle Daten für jede Person zugänglich)
      Nicht proprietär (keine kommerzielle Software notwendig)
      Lizenzfrei
      Nachhaltig (dauerhaft verfügbar, versioniert)
      Kostenfrei
      http://sunlightfoundation.com/policy/documents/ten-open-data-principles/
    • H2O Fachdatenbank
      Die H2O Fachdatenbank wurde 1991 auf Basis der WGEV errichtet und ist mittlerweile Teil des Wasserinformationssystems Austria (WISA)
      Die Datenbank beinhaltet die Untersuchungsergebnisse von
      ca. 2000 Grundwassermesstellen ( bis zu 4 Mal pro Jahr) und
      über 1300 Oberflächenwassermessstellen; davon werden 300 MST chemisch/analytisch 12 Mal (teilw. 24 Mal) pro Jahr auf bis zu 100 Parameter überprüft. 1000 MST einer hydromorpholog. Untersuchung unterzogen
      Zugang über Portal www.umweltbundesamt.at
      Zugang über WISA http://wisa.lebensministerium.at zum 5-Step Public
      10
    • 11
    • Vollständigkeit, Zugänglichkeit
      Über den Zugang WISA und Umweltbundesamt können alle Qualitätsdaten seit 1991 abgefragt werden.
      Stammdaten unterliegen teilweise dem Datenschutz und sind nicht zugänglich.
      5-step-Public und im Portal des Umweltbundesamt: freier Zugang und Downloadmöglichkeiten in (text, xls, csv).
      Ein Komplett-Download aller Datensätze kann nach Rücksprache erfolgen.
      12
    • Primärdaten
      Es werden grundsätzlich alle Primärdaten angeboten
      Im WISA http://wisa.lebensministerium.at kann unter Datawarehouse auch auf aggregierte Werte zugegriffen werden.
      Anmerkung: die Verfügbarkeit von Primärdaten hat den politischen Dialog versachlicht!
      13
    • Zeitnah
      Die Daten für Beprobungszyklen und basierend auf einer Ausschreibung generiert (Probenahmen/Analyse/Plausibilitätscheck/Upload).
      Die Ausschreibung, Plausibilitätscheck und Upload erfolgen durch die Bundesländer
      Die Daten stehen unmittelbar nach Analyse und Durchführung einer Plausibilitätskontrolle online zur Verfügung
      Es sind daher keine in Echtzeit erhobenen Onlinedaten – ist aber für den Untersuchungsumfang dzt. nicht in Echtzeit möglich!
      Aber: 2 Online-Messstellen über WISA abrufbar
      14
    • Maschinenlesbar, nicht diskriminierend, nicht proprietär
      Die Daten sind maschinenlesbar, sie sind strukturiert, die Struktur und die Semantik der Daten sind beschrieben
      Die Daten im 5-Step-Public und auf dem Portal Umweltbundesamt.at stehen ohne Registrierung zur Verfügung
      Text und csv-Format
      15
    • Lizenzfrei
      Für die Benutzung ist lediglich den Copyrightbestimmungen zuzustimmen:
      16
    • Nachhaltigkeit, kostenfrei
      Die Beprobungen gemäß der Qualitätsgüteverordnung und Gewässerzustandsüberwachungsverordnung finden seit 1991 stattund ist rechtlich abgesichert.
      Die Wasserqualitätsdaten sind als Umweltinformation frei von jeglichen Kosten zugänglich.
      17
    • Altlastenatlas und Verdachtsflächenkataster
      18
      Der Verdachtsflächenkataster wird vom Umweltbundesamt geführt und beinhaltet jene von der Landeshauptfrau/vom Landeshauptmann gemeldeten Altablagerungen und Altstandorte, für die der Verdacht einer erheblichen Umweltgefährdung aufgrund früherer Nutzungsformen ausreichend begründet ist. Die Eintragung einer Liegenschaft in den Verdachtsflächenkataster dokumentiert keinesfalls, dass von der Liegenschaft tatsächlich eine erhebliche Gefahr ausgeht. Ob von einer Verdachtsfläche tatsächlich eine erhebliche Gefahr ausgeht, muss durch entsprechende Untersuchungen (z.B. Boden- und Grundwasseruntersuchungen) nachgewiesen werden.
    • 19
    • Altlastenatlas/Verdachtsflächenkataster
      Zugang über Portal www.umweltbundesamt.at
      Altlastenatlas: www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/altlasten/altlasteninfo/
      Verdachtsflächenkataster: www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/altlasten/vfka/
      Kartenansicht:
      http://gis.umweltbundesamt.at/austria/altlasten/Map.faces
      20
    • Über den Zugang Umweltbundesamt können alle Grundstücke abgefragt werden, ob diese im Altlastenatlas bzw. Verdachtsflächenkataster verzeichnet sind
      Bei Gebietsabfrage mit vielen Grundstücken muss eine schriftliche Anfrage (per Email unter altlasten@umweltbundesamt.at) erfolgen (Excel, auf Wunsch auch GIS-Daten)
      Auskünfte über Altlasten sind grundsätzlich frei zugänglich und kostenlos, für detaillierte Informationen über Verdachtsflächen bedarf es einer schriftlichen Anfrage.
      Einzeldaten ohne Registrierung, keine Lizenzgebühr etc., es wird eine Auswahl der Daten angeboten
      Daten sein 1990, rechtlich abgesichert, die Daten werden laufend aktualisiert
      21
    • CORINE Land Cover Daten
      Zugang über Umweltbundesamt-Portal http://gis.umweltbundesamt.at/shop/index.jsp
      Zugang über EEA (Europäische Umweltagentur) http://www.eea.europa.eu/data-and-maps/data/clc-2006-vector-data-version
      22
    • 23
    • Es werden grundsätzlich alle Primärdaten angeboten
      Als Ausgabeformat werden die primären Vektordaten angeboten. Alternativ können von der EEA auch Rasterdaten bezogen werden. Die Daten sind strukturiert, die Struktur und die Semantik sind beschrieben
      Der Download erfolgt in Form von GIS-Shapedateien (und Metadaten), proprietär von ESRI, aber weitest verbreitet und konvertierbar.
      Download: EEA: ganz Europa in über 40 Layer gegliedert, Umweltbundesamt: Österreich gesamt (Registrierung, Zustimmung zu Copyright, keine Datenkosten, Manipulationskosten zur Aufrechterhaltung der Download-funktionalität privat und kommerziell unterschiedlich).
      24
    • Die Daten basieren auf visueller Auswertung von Satellitenbilddaten, nach Durchführung der europäischen Qualitätsüberprüfung werden die Daten online gestellt.
      CORINE Land Cover liegt derzeit für drei Beobachtungszeitpunkte vor (1990, 2000 und 2006). Die nächste Aufnahme ist für 2012 geplant
      25
    • PRTR – Schadstoff Freisetzungs- und Verbringungsregister
      Zugang über Portal www.prtr.at (verlinkt auf Unterseite von www.umweltbundesamt.at)
      Zugang über das Europäische PRTR http://prtr.ec.europa.eu/
      26
    • 27
    • Über den Zugang Umweltbundesamt und Europäisches PRTR (E-PRTR) können alle öffentlichen PRTR Daten seit dem ersten Berichtsjahr 2007 abgefragt werden.
      Die PRTR Daten stammen direkt von den einzelnen Betreibern von Betriebseinrichtungen, die der PRTR Berichtspflicht unterliegen.
      Die Daten müssen von den Behörden auf regionaler, Bundesländer- und nationaler Ebene geprüft und an die Europäische Kommission übermittelt werden bevor sie veröffentlicht werden, die Daten werden unmittelbar nach der Veröffentlichung im Europäischen PRTR im nationalen PRTR online gestellt
      Die dadurch bedingte Zeitverzögerung ist ca. x+ 16 Monate nach Ende des Berichtsjahre
      28
    • Das PRTR Daten sind auf www.prtr.at und http://prtr.ec.europa.eu/ frei über das Internet zugänglich. Es bestehen Downloadmöglichkeiten in verschiedenen Formaten (pdf, xls, xml).
      Die Daten sind strukturiert. Übersichtstabellen können in verschiedenen Formaten (xls, xml) heruntergeladen werden.
      Die Daten eines einzelnen PRTR-Berichts können nur als pdf heruntergeladen werden.
      Die Daten im nationalen PRTR auf dem Portal Umweltbundesamt.at stehen ohne Registrierung zur Verfügung
      29
    • Für die Benutzung der PRTR Daten ist keinerlei Lizenz notwendig
      Die PRTR Daten sind als Umweltinformation frei von jeglichen Kosten zugänglich.
      Alle veröffentlichten PRTR Daten müssen laut Gesetz nach 10 Jahren gelöscht werden
      30
    • Luftgüte aktuell
      • Alle relevanten österreichischen Luftgütewerte sind für Öffentlichkeit in Form von Berichten und Graphiken über das Portal www.umweltbundesamt.at verfügbar.
      31
    • Luftgütedaten
      • Interaktive Abfrage von Luftgütedaten über www.umweltbundesamt.at
      32
    • Aktueller Ozonbericht
      • Stündlich aktualisiert wird der bundesweite Ozonbericht mit Daten der Bundesländer und des Umweltbundesamtes veröffentlicht und u.a. auch im ORF-Teletext angezeigt.
      33
    • Verhaltensweisen bei Überschreitung der Informationsschwelle (180µg/m³ >1h)
      34
    • Verhaltensweisen bei Überschreitung der Alarmschwelle(240 µg/m³ >1h)
      35
      Ozonkonzentrationen über der Alarmschwelle können zu Reizungen der Schleimhäute und zu Atemwegsbeschwerden führen.
      Ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien, insbesondere in den Mittags- und Nachmittagsstunden, sind zu vermeiden.
      Gefährdete Personen - wie beispielsweise Kinder mit überempfindlichen Bronchien, Personen mit schweren Erkrankungen der Atemwege und/oder des Herzens, sowie Asthmakranke - sollen sich daher bevorzugt in Innenräumen aufhalten, in denen nicht geraucht wird.
      Für individuelle gesundheitsbezogene Auskünfte wird empfohlen, Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten.
    • Aber wie kommt man zu den Informationen – und zwar jetzt?
      36
    • Die Zivilgesellschaft hat reagiert
      37
    • 38
    • Maschinenlesbar
      Für den aktuellen Ozonbericht wurde eine Schnittstelle implementiert, die es Anwendungsentwicklern ermöglicht, die Daten in eigene Applikationen zu integrieren.
      jsonpResponse([ { "id": "09:JAEG", "name": "Wien Hermannskogel", "timestamp_utc": "Tue, 07 Jun 2011 08:00:00 GMT", "lat" : 48.2708, "lon" : 16.2983, "height": 520, "state": "W", "ozon1h": 75, "ozon1hTimestamp_utc": "Tue, 07 Jun 2011 08:00:00 GMT", "ozon8h": 100, "ozon1hMax": 120, "ozon1hMaxTimestamp_utc": "Tue, 07 Jun 2011 03:00:00 GMT" }, …
      39
    • 40
    • Praktisch
      Vom Verein open3 wurde ein Prototyp für eine mobile Applikation entwickelt, die es ermöglicht sich standortbezogen über die aktuellen Ozonwerte zu informieren.
      www.ozon-info.at
      41
    • Kontakt & Information
      Wilhelm Vogel +43 31 304 3550 wilhelm.vogel@umweltbundesamt.at
      Umweltinformation allgemein: Rudolf Legat +43 31 304 5364 rudolf.legat@umweltbundesamt.at
      Beiträge von Stephan Nemetz, Katrin Seuss, Gebhard Banko, Stefan Weihs, Michael Anderl, Wolfgang Spangl, Gerhard Stuhlpfarrer
      42
      Umweltbundesamtwww.umweltbundesamt.at
      Open Gouvernement Data Konferenz Wien■ 16.6.2011