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  • 1. Indien Die Mädchenmörder
  • 2.  
  • 3. Obwohl offiziell verboten, sind Mitgiftmorde in Indien fast alltäglich. Schon kleine Mädchen werden getötet, weil die Eltern befürchten, später nicht zahlen zu können. Doch der Widerstand im Land nimmt zu.
  • 4. Die möglichen Opfer
  • 5.  
  • 6. Einige Minuten läuft das kleine Mädchen neben unserer Fernsehkamera her - dann fängt es an zu weinen. „Wie heißt du?", frage ich sie. „Schuschilla". Wortlos hält uns die Siebenjährige ein Polizeidokument entgegen. Wir sehen die verkohlte Leiche einer jungen Frau, Schuschillas Mutter. Sie wurde im Haus ihrer Schwiegereltern mit Kerosin übergossen und verbrannt. Die Mutter von drei Kindern konnte die von der Familie ihres Mannes geforderte Mitgift nicht bezahlen.
  • 7.  
  • 8.  
  • 9. Die indische Polizei registriert jedes Jahr rund 7.000 Mitgiftmorde. Frauengruppen schätzen, dass die Dunkelziffer drei- bis viermal höher ist. Vor kurzem fand in Neu Delhi erstmals ein Prozess wegen eines solchen Delikts statt.
  • 10. Die möglichen Opfer
  • 11. Indien ist das einzige Land der Welt, in dem es mehr Männer als Frauen gibt. Im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu sind wir auf die Ursachen gestoßen. Dort haben wir Dörfer besucht, in denen bis zu 80 Prozent aller neugeborenen Mädchen getötet werden – aus Angst vor Mitgift und Armut.
  • 12.  
  • 13. Die 25-jährige Lakschmi hat vier Mädchen geboren. Ihre Schwiegermutter hat zwei der Mädchen gleich nach der Geburt vergiftet. „Was hätten wir machen sollen? Vier Töchter sind der wirtschaftliche Ruin“, sagen die beiden Frauen. Auch der Vater war dafür, die Mädchen zu töten. Seine Mutter ist sicher: „Heute würden wir es nicht mehr tun.“ Lakschmi engagiert sich seit einem Jahr in einer Frauengruppe, die gegen Mädchenmorde kämpft.
  • 14. Als ihre jüngste Tochter Vanita vor drei Monaten geboren wurde, haben die Frauengruppen ein Fest gefeiert und zwei Kokospalmen hinter der bescheidenen Hütte gepflanzt, deren Früchte „wie eine Spardose für das neugeborene Mädchen sein werden", sagt die Mutter.
  • 15.  
  • 16. In 35 Dörfern um die Stadt Madurai wird seit drei Jahren kein einziges Mädchen mehr getötet. Die Frauengruppen, die seit elf Jahren arbeiten, ernten jetzt die Früchte ihres Engagements. In den Schulen sehen wir zwar noch viel mehr Jungen als Mädchen, aber in den Kindergärten ist das Verhältnis schon ausgeglichen. Doch es ist noch viel Aufklärungs- und Bewusstseinsarbeit zu leisten. Die Statistik einer Abtreibungsklinik in Bombay sieht so aus: Hundert abgetriebene Jungen, 6.900 abgetriebene Mädchen. Die vorgeburtliche Geschlechtererkennung macht es möglich.
  • 17.  
  • 18. Tempelprostitution ist schon lange verboten, wie auch der Mädchenmord. Aber allein in diesem Staat gibt es noch 25.000 Mathammas. Wenn Eltern ein Schicksalsschlag trifft, wird eines ihrer Mädchen im Alter von sechs Jahren in Tempel der Göttin Mathamma geweiht – als Sühneopfer. Mit neun Jahren müssen die Mädchen vor Männern tanzen und ab 13 Jahren den Tempelpriestern, den Dorfältesten und vielen anderen Männern sexuell zur Verfügung stehen. Frauengruppen haben der Tempelprostitution den Kampf angesagt – mit Erfolg. Durch die Ehe leben die Mathammas im Schutz einer Familie und können aus der Prostitution aussteigen. Durch ausländische Hilfe bekamen sie Kleinkredite und konnten einen Beruf erlernen. Und ihre Kinder, die zuvor wegen ihrer Mütter auf der Straße bespuckt wurden, besuchen jetzt die Schule.
  • 19.  
  • 20.  
  • 21.  
  • 22.  
  • 23.  
  • 24. Fazit: Wie Krank muss eine Gesellschaft sein, die ihre Kinder verbrennt oder vergiftet. Jedoch kein Land würde es immer und immer wider öffentlich verurteilen.
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