Das Problem der Moral 24.01.2012

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  • 1. Kritiker der Humeschen Theorie der Motivation
      • Das Problem der Moral
      • 24.01.2012
      • Prof. Dr. Sabine A. Döring
  • 2. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • Erklärung von Handlungen muß Handlungen als intentionales (vom Akteur beabsichtigtes) Verhalten verständlich machen.
  • 3. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • Erklärung von Handlungen muß Handlungen als intentionales (vom Akteur beabsichtigtes) Verhalten verständlich machen.
    • Es muß verständlich gemacht werden, was in den Augen der handelnden Person für die Handlung spricht.
  • 4. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • Erklärung von Handlungen muß Handlungen als intentionales (vom Akteur beabsichtigtes) Verhalten verständlich machen.
    • Es muß verständlich gemacht werden, was in den Augen der handelnden Person für die Handlung spricht.
    • Unterschied Handlung (intentionales Verhalten) und Reflexhandlung (bloßes Verhalten).
  • 5. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • „ Warum tust Du  ? “
  • 6. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • „ Warum tust Du  ? “
    • Nicht etwa „weil bestimmte Neuronen in meinem Gehirn feuern “ .
    • Auch nicht: „weil die Handlung die reproduktive Fitness des Akteurs verbessert “ .
  • 7. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • „ Warum tust Du  ? “
    • Nicht etwa „weil bestimmte Neuronen in meinem Gehirn feuern “ .
    • Auch nicht: „weil die Handlung die reproduktive Fitness des Akteurs verbessert “ .
    • Stattdessen „weil ich  (als mein Ziel) realisieren will “ bzw. „um  z u realisieren “ .
  • 8. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • „ Warum tust Du  ? “
    • Nicht etwa „weil bestimmte Neuronen in meinem Gehirn feuern “ .
    • Auch nicht: „weil die Handlung die reproduktive Fitness des Akteurs verbessert “ .
    • Stattdessen „weil ich  (als mein Ziel) realisieren will “ bzw. „um  z u realisieren “ .
    • „ Warum gehst Du einkaufen? “
    • „ Weil ich meinen Hunger befriedigen will. “
  • 9. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • „ Warum tust Du  ? “
    • Nicht etwa „weil bestimmte Neuronen in meinem Gehirn feuern “ .
    • Auch nicht: „weil die Handlung die reproduktive Fitness des Akteurs verbessert “ .
    • Stattdessen „weil ich  (als mein Ziel) realisieren will “ bzw. „um  z u realisieren “ .
    • „ Warum gehst Du einkaufen? “
    • „ Weil ich meinen Hunger befriedigen will. “
    • „ Warum siehst Du auf die Uhr? “
    • „ Weil ich herausfinden will, wie spät es ist. “
  • 10. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • Michael Smith: Das Ziel, das ein Akteur einer Handlung verfolgt, wird durch einen „motivierenden Grund “ vorgegeben.
    • Rechtfertigung von Handlungen: normative Gründe
    • Erklärung von Handlungen: motivierende Gründe
  • 11. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • Michael Smith: Das Ziel, das ein Akteur einer Handlung verfolgt, wird durch einen „motivierenden Grund “ vorgegeben.
    • Rechtfertigung von Handlungen: normative Gründe
    • Erklärung von Handlungen: motivierende Gründe
    • Motivierende Gründe sind logisch unabhängig von normativen (rechtfertigenden) Gründen.
  • 12. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • Michael Smith: Das Ziel, das ein Akteur einer Handlung verfolgt, wird durch einen „motivierenden Grund “ vorgegeben.
    • Rechtfertigung von Handlungen: normative Gründe
    • Erklärung von Handlungen: motivierende Gründe
    • Motivierende Gründe sind logisch unabhängig von normativen (rechtfertigenden) Gründen.
    • Motivierende Gründe sind „psychologische Zustände “ .
    • Normative Gründe sind „Wahrheiten “ .
  • 13. Rechtfertigung und Erklärung von Handlungen
    • Michael Smith: Das Ziel, das ein Akteur einer Handlung verfolgt, wird durch einen „motivierenden Grund “ vorgegeben.
    • Rechtfertigung von Handlungen: normative Gründe
    • Erklärung von Handlungen: motivierende Gründe
    • Motivierende Gründe sind logisch unabhängig von normativen (rechtfertigenden) Gründen.
    • Motivierende Gründe sind „psychologische Zustände “ .
    • Normative Gründe sind „Wahrheiten “ .
    • Motivierende Handlungsgründe sind Wünsche plus mindestens eine passende Zweckmittelüberzeugung.
    • Motivierende Gründe sind rein funktionale Handlungsdispositionen.
  • 14. Smiths apriorisches Argument für P1
        • P 1 Einen motivierenden Grund zu haben, heißt inter alia, ein Ziel zu haben.
        • P 2 Ein Ziel zu haben, heißt, sich in einem Zustand zu befinden, zu dem die Welt passen muß.
        • P 3 Sich in einem Zustand zu befinden, zu dem die Welt passen muß, heißt, einen Wunsch zu haben.
        • K Einen motivierenden Grund zu haben, heißt inter alia, einen Wunsch zu haben.
        • Apriorisches Argument, das sich aus dem Begriff von Handlungserklärungen als teleologischen Erklärungen herleitet.
  • 15. Kritik: Nagels Einwand
    • Thomas Nagel, The Possibility of Altruism : Das Humesche Argument, hat eine Lücke.
  • 16. Kritik: Nagels Einwand
    • Thomas Nagel, The Possibility of Altruism : Das Humesche Argument, hat eine Lücke.
    • These : Der Humeaner kann nicht zeigen, daß alle rationalisierenden Erklärungen „ motivierter “ Wünsche letztlich von „ unmotivierten “ Wünschen ausgehen müßten.
  • 17. Kritik: Nagels Einwand
    • Thomas Nagel, The Possibility of Altruism : Das Humesche Argument, hat eine Lücke.
    • These : Der Humeaner kann nicht zeigen, daß alle rationalisierenden Erklärungen „ motivierter “ Wünsche letztlich von „ unmotivierten “ Wünschen ausgehen müßten.
    • Es fehle ein Argument dafür, daß jede Motivationskette mit einem „ unmotivierten “ Wunsch anheben muß.
  • 18. Kritik: Nagels Einwand
    • „ The assumption that a motivating desire underlies every intentional act depends, I believe, on a confusion between two sorts of desires, motivated and unmotivated. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
  • 19. Kritik: Nagels Einwand
    • „ The assumption that a motivating desire underlies every intentional act depends, I believe, on a confusion between two sorts of desires, motivated and unmotivated. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
    • Was sind „ motivierte “ im Unterschied zu „ unmotivierten “ Wünschen?
  • 20. Kritik: Nagels Einwand
    • „ The assumption that a motivating desire underlies every intentional act depends, I believe, on a confusion between two sorts of desires, motivated and unmotivated. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
    • Was sind „ motivierte “ im Unterschied zu „ unmotivierten “ Wünschen?
    • Nagel: Motivierte Wünsche „ are arrived at by decision and after deliberation “ (Ebenda).
  • 21. Kritik: Nagels Einwand
    • „ The assumption that a motivating desire underlies every intentional act depends, I believe, on a confusion between two sorts of desires, motivated and unmotivated. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
    • Was sind „ motivierte “ im Unterschied zu „ unmotivierten “ Wünschen?
    • Nagel: Motivierte Wünsche „ are arrived at by decision and after deliberation “ (Ebenda).
    • Unmotivierte Wünsche hingegen seien solche „ which simply come to us “ (Ebenda).
  • 22. Kritik: Nagels Einwand
    • „ The assumption that a motivating desire underlies every intentional act depends, I believe, on a confusion between two sorts of desires, motivated and unmotivated. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
    • Was sind „ motivierte “ im Unterschied zu „ unmotivierten “ Wünschen?
    • Nagel: Motivierte Wünsche „ are arrived at by decision and after deliberation “ (Ebenda).
    • Unmotivierte Wünsche hingegen seien solche „ which simply come to us “ (Ebenda).
    • Demnach wird man von unmotivierten Wünschen sozusagen überkommen, wohingegen motivierte Wünsche durch Entscheidung und (vorausgehende) Überlegungen zustandekommen.
  • 23. Kritik: Nagels Einwand
    • Jay Wallace kritisiert zu Recht, daß diese Terminologie mindestens mit Bezug auf „unmotivierte Wünsche “ unklar ist...
    • ...zumal es Nagel gar nicht um die Phänomenologie von Wünschen geht, sondern allein darum, wie ihr Zustandekommen zu erklären ist.
  • 24. Kritik: Nagels Einwand
    • Jay Wallace kritisiert zu Recht, daß diese Terminologie mindestens mit Bezug auf „unmotivierte Wünsche “ unklar ist...
    • ...zumal es Nagel gar nicht um die Phänomenologie von Wünschen geht, sondern allein darum, wie ihr Zustandekommen zu erklären ist.
    • In Frage steht, ob es eine rationalisierende Erklärung für einen Wunsch gibt oder nicht.
    • „ The basic idea, I would suggest, is that when a person has a motivated desire, it will always be possible to explain that desire in a way that shows it to be rationalized by other propositional attitudes that the person has. “ (Wallace, How to Argue about Practical Reason, 362 ff.)
  • 25. Kritik: Nagels Einwand
    • => Motivierte Wünsche sind Wünsche, für die es eine rationalisierende Erklärung (durch andere propositionale Einstellungen) gibt.
    • => Unmotivierte Wünsche sind Wünsche, für die es keine rationalisierende Erklärung gibt.
  • 26. Kritik: Nagels Einwand
    • Im Gegensatz zu Hume selbst akzeptieren heutige Humeaner die Unterscheidung zwischen motivierten (auch „abgeleiteten “ ) und unmotivierten ( „nicht abgeleiteten “ ) Wünschen.
  • 27. Kritik: Nagels Einwand
    • Im Gegensatz zu Hume selbst akzeptieren heutige Humeaner die Unterscheidung zwischen motivierten (auch „abgeleiteten “ ) und unmotivierten ( „nicht abgeleiteten “ ) Wünschen.
    • Motivierte Wünsche können instrumentell aus anderen Wünschen abgeleitet sein.
  • 28. Kritik: Nagels Einwand
    • Im Gegensatz zu Hume selbst akzeptieren heutige Humeaner die Unterscheidung zwischen motivierten (auch „abgeleiteten “ ) und unmotivierten ( „nicht abgeleiteten “ ) Wünschen.
    • Motivierte Wünsche können instrumentell aus anderen Wünschen abgeleitet sein.
    • Z. B. hat A hat Durst (W1) und will deshalb in die Küche gehen und sich eine Flasche Mineralwasser holen (W2).
    • W2 ist ein motivierter Wunsch: W2 entsteht aufgrund von Überlegungen und der Entscheidung, etwas gegen den Durst zu tun.
    • W1 hingegen scheint ein guter Kandidat für einen unmotivierten Wunsch:
    • Hier kann es nur noch eine kausale (physiologische) Erklärung geben, aber es lassen sich keine Gründe mehr anführen.
  • 29. Kritik: Nagels Einwand
    • Nagels Frage: Steht am Ende jeder Motivationskette notwendigerweise ein unmotivierter Wunsch?
  • 30. Kritik: Nagels Einwand
    • Nagels Frage: Steht am Ende jeder Motivationskette notwendigerweise ein unmotivierter Wunsch?
    • Nagel: „ Although it will no doubt be generally admitted that some desires are motivated, the issue is whether another desire always lies behind the motivated one, or whether sometimes the motivation of the initial desire involves no reference to another, unmotivated desire. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
  • 31. Kritik: Nagels Einwand
    • Nagels Frage: Steht am Ende jeder Motivationskette notwendigerweise ein unmotivierter Wunsch?
    • Nagel: „ Although it will no doubt be generally admitted that some desires are motivated, the issue is whether another desire always lies behind the motivated one, or whether sometimes the motivation of the initial desire involves no reference to another, unmotivated desire. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
    • Es steht demnach keineswegs fest, daß jede Motivationskette mit einem unmotivierten Wunsch anheben muß.
  • 32. Kritik: Nagels Einwand
    • Nagels Frage: Steht am Ende jeder Motivationskette notwendigerweise ein unmotivierter Wunsch?
    • Nagel: „ Although it will no doubt be generally admitted that some desires are motivated, the issue is whether another desire always lies behind the motivated one, or whether sometimes the motivation of the initial desire involves no reference to another, unmotivated desire. “ (Nagel, The Possibility of Altruism, 29)
    • Es steht demnach keineswegs fest, daß jede Motivationskette mit einem unmotivierten Wunsch anheben muß.
    • Dagegen Humeaner: Es gibt zweckrational erklärbare und in diesem Sinne rationalisierbare Wünsche, die letztlich aber stets von anderen, ihrerseits nicht mehr rationalisierbaren Wünschen abgeleitet sind.
  • 33. Kritik: Nagels Einwand
    • Nagel: Es trivial zu behaupten, daß Handlungen nur durch Wünsche erklärt werden könnten...
    • ...insofern sich nämlich jede Handlung schon aus dem Grund als „gewollt “ beschreiben lasse, daß Handeln als intentionales Verhalten definiert ist:
  • 34. Kritik: Nagels Einwand
    • Nagel: Es trivial zu behaupten, daß Handlungen nur durch Wünsche erklärt werden könnten...
    • ...insofern sich nämlich jede Handlung schon aus dem Grund als „gewollt “ beschreiben lasse, daß Handeln als intentionales Verhalten definiert ist:
    • „ The claim that a desire underlies every act [...] is true only in the sense that whatever may be the motivation for someone ‘ s intentional pursuit of a goal, it becomes in virtue of his pursuit ipso facto appropriate to ascribe to him a desire for that goal. “ (29)
  • 35. Kritik: Nagels Einwand
    • Angenommen, jemand geht in die Küche, um sich eine Flasche Mineralwasser zu holen.
    • Dann läßt sich, sofern er sich absichtlich so verhalten hat, trivialerweise behaupten, daß er in die Küche gehen wollte.
  • 36. Kritik: Nagels Einwand
    • Angenommen, jemand geht in die Küche, um sich eine Flasche Mineralwasser zu holen.
    • Dann läßt sich, sofern er sich absichtlich so verhalten hat, trivialerweise behaupten, daß er in die Küche gehen wollte.
    • Dieses Wollen ist aber kein von der bloßen Handlungsintention zu unterscheidender Wunsch und erklärt die Handlung auch gar nicht.
  • 37. Kritik: Nagels Einwand
    • Angenommen, jemand geht in die Küche, um sich eine Flasche Mineralwasser zu holen.
    • Dann läßt sich, sofern er sich absichtlich so verhalten hat, trivialerweise behaupten, daß er in die Küche gehen wollte.
    • Dieses Wollen ist aber kein von der bloßen Handlungsintention zu unterscheidender Wunsch und erklärt die Handlung auch gar nicht.
    • Denn man erfährt aus der Feststellung, daß die Person die Handlung gewollt hat, nichts darüber, warum sie sie ausgeführt hat.
    • Vielmehr wird lediglich spezifiziert, was die Person tut.
  • 38. Kritik: Nagels Einwand
    • Intentionales Verhalten - und das heißt: Handeln - ist dadurch definiert, daß es unter einer bestimmten Beschreibung gewollt ist.
  • 39. Kritik: Nagels Einwand
    • Intentionales Verhalten - und das heißt: Handeln - ist dadurch definiert, daß es unter einer bestimmten Beschreibung gewollt ist.
    • Dann aber ist „A tut  , und zwar deshalb, weil A  tun will “ keine gehaltvolle Aussage.
    • Sofern  das Prädikat „Handlung “ verdient, ist damit per definitionem klar, daß A  tun will.
  • 40. Kritik: Nagels Einwand
    • Intentionales Verhalten - und das heißt: Handeln - ist dadurch definiert, daß es unter einer bestimmten Beschreibung gewollt ist.
    • Dann aber ist „A tut  , und zwar deshalb, weil A  tun will “ keine gehaltvolle Aussage.
    • Sofern  das Prädikat „Handlung “ verdient, ist damit per definitionem klar, daß A  tun will.
    • Aber damit hat man keine rationalisierende Erklärung für die Handlung angegeben, sondern lediglich gesagt, daß es eine Handlung war und welche.
  • 41. Kritik: Nagels Einwand
    • Intentionales Verhalten - und das heißt: Handeln - ist dadurch definiert, daß es unter einer bestimmten Beschreibung gewollt ist.
    • Dann aber ist „A tut  , und zwar deshalb, weil A  tun will “ keine gehaltvolle Aussage.
    • Sofern  das Prädikat „Handlung “ verdient, ist damit per definitionem klar, daß A  tun will.
    • Aber damit hat man keine rationalisierende Erklärung für die Handlung angegeben, sondern lediglich gesagt, daß es eine Handlung war und welche.
    • Falls die Person überhaupt aus einem Grund gehandelt hat, haben wir diesen noch nicht erfahren, wenn wir wissen, daß sie sich intentional verhalten hat.
  • 42. Kritik: Nagels Einwand
    • In dem Beispiel könnte nun der Humeaner einen unmotivierten Wunsch benennen.
  • 43. Kritik: Nagels Einwand
    • In dem Beispiel könnte nun der Humeaner einen unmotivierten Wunsch benennen.
    • Er könnte sagen, daß die Person Durst hatte, und Durst ist ein guter Kandidat für einen unmotivierten Wunsch, der (in Verbindung mit passenden Zweck-Mittel-Überlegungen) erklären kann, warum A den motivierten Wunsch ausbildet, in die Küche zu gehen, um sich eine Flasche Mineralwasser zu holen).
  • 44. Kritik: Nagels Einwand
    • In dem Beispiel könnte nun der Humeaner einen unmotivierten Wunsch benennen.
    • Er könnte sagen, daß die Person Durst hatte, und Durst ist ein guter Kandidat für einen unmotivierten Wunsch, der (in Verbindung mit passenden Zweck-Mittel-Überlegungen) erklären kann, warum A den motivierten Wunsch ausbildet, in die Küche zu gehen, um sich eine Flasche Mineralwasser zu holen).
    • Ist aber diese Strategie in allen Fällen plausibel?
  • 45. Kritik: Nagels Einwand
    • Soweit hat Nagel gezeigt, daß das Wollen, das für die bloße Intentionalität einer Handlung konstitutiv ist, nicht der Wunsch sein kann, von dem der Humeaner behaupten möchte, daß er die Handlung erklärt, indem er sie rationalisiert.
  • 46. Kritik: Nagels Einwand
    • Soweit hat Nagel gezeigt, daß das Wollen, das für die bloße Intentionalität einer Handlung konstitutiv ist, nicht der Wunsch sein kann, von dem der Humeaner behaupten möchte, daß er die Handlung erklärt, indem er sie rationalisiert.
    • Nagel fragt nun, ob die Angabe eines rationalisierenden Grundes am Ende stets einen unmotivierten Wunsch benennen m üsse .
  • 47. Kritik: Nagels Einwand
    • Soweit hat Nagel gezeigt, daß das Wollen, das für die bloße Intentionalität einer Handlung konstitutiv ist, nicht der Wunsch sein kann, von dem der Humeaner behaupten möchte, daß er die Handlung erklärt, indem er sie rationalisiert.
    • Nagel fragt nun, ob die Angabe eines rationalisierenden Grundes am Ende stets einen unmotivierten Wunsch benennen m üsse .
    • Nach Nagel ist diese Behauptung des Humeaners nicht nur unbegründet, sondern falsch.
  • 48. Kritik: Nagels Einwand
    • Soweit hat Nagel gezeigt, daß das Wollen, das für die bloße Intentionalität einer Handlung konstitutiv ist, nicht der Wunsch sein kann, von dem der Humeaner behaupten möchte, daß er die Handlung erklärt, indem er sie rationalisiert.
    • Nagel fragt nun, ob die Angabe eines rationalisierenden Grundes am Ende stets einen unmotivierten Wunsch benennen m üsse .
    • Nach Nagel ist diese Behauptung des Humeaners nicht nur unbegründet, sondern falsch.
    • Um dies zu zeigen, verweist Nagel auf prudentielle und altruistische Begründungen.
  • 49. Kritik: Nagels Einwand
    • Etwa im Fall prudentieller Erklärungen wäre Nagel zufolge der Grund dafür, daß jemand eine Diät einhält oder in die Rentenversicherung einzahlt, der, daß es seiner Gesundheit bzw. seinem zukünftigen Wohlergehen schadet, wenn er es nicht tut.
  • 50. Kritik: Nagels Einwand
    • Etwa im Fall prudentieller Erklärungen wäre Nagel zufolge der Grund dafür, daß jemand eine Diät einhält oder in die Rentenversicherung einzahlt, der, daß es seiner Gesundheit bzw. seinem zukünftigen Wohlergehen schadet, wenn er es nicht tut.
    • Ein Beispiel f ür den Altruismus k önn te darin bestehen, da ß jemand einsieht, da ß er zur Bek ämp fung des Hungers in der Welt beitragen soll und dies dann auch w üns cht zu tun.
  • 51. Kritik: Nagels Einwand
    • Natürlich kann man immer behaupten, daß die jeweiligen Handlungen in der Weise begründet werden müßten, daß die betroffenen Personen jeweils den unmotivierten Wunsch haben, gesund zu bleiben, im Alter finanziell abgesichert zu sein oder zur Verbesserung der Welt beizutragen.
  • 52. Kritik: Nagels Einwand
    • Natürlich kann man immer behaupten, daß die jeweiligen Handlungen in der Weise begründet werden müßten, daß die betroffenen Personen jeweils den unmotivierten Wunsch haben, gesund zu bleiben, im Alter finanziell abgesichert zu sein oder zur Verbesserung der Welt beizutragen.
    • Aber auf diesen Wunsch kann man nicht trivialerweise schließen, so wie in den Beispielen, in denen der Person ein Wunsch einfach deshalb zugeschrieben wird, weil es sich um intentionales Verhalten handelt.
  • 53. Kritik: Nagels Einwand
    • Natürlich kann man immer behaupten, daß die jeweiligen Handlungen in der Weise begründet werden müßten, daß die betroffenen Personen jeweils den unmotivierten Wunsch haben, gesund zu bleiben, im Alter finanziell abgesichert zu sein oder zur Verbesserung der Welt beizutragen.
    • Aber auf diesen Wunsch kann man nicht trivialerweise schließen, so wie in den Beispielen, in denen der Person ein Wunsch einfach deshalb zugeschrieben wird, weil es sich um intentionales Verhalten handelt.
    • Es müßte gezeigt werden, daß ein solcher Wunsch erforderlich ist und inwiefern die motivierten Wünsche nicht durch rationale Einsicht zustandegekommen sein können.
  • 54. Kritik: Nagels Einwand
    • Nagel: Man muß immer schon von der Richtigkeit der Humeschen Auffassung überzeugt sein, um etwa bereit zu sein, einer Person, die zur Bekämpfung des Hungers in der Welt beiträgt, einen ihrer Einsicht vorgängigen „Weltverbesserungswunsch “ zuzuschreiben.
  • 55. Kritik: Nagels Einwand
    • Resumée des Arguments:
    • ( 1) Es gibt motivierte Wünsche, nicht bloß unmotivierte.
    • (2) Der Humeaner hat lediglich insofern Recht, daß immer, wenn jemand handelt, motivierte Wünsche im Spiel sein müssen.
    • (3) Es gibt aber, wie vor allem prudentielle und altruistische Handlungserklärungen zeigen, keinen Grund anzunehmen, daß alle rationalisierenden Erklärungen motivierter Wünsche von unmotivierten Wünschen ausgehen müssen.
    • Nagel gesteht also zu, daß ein Wunsch vorliegen muß, wann immer eine Person motiviert ist zu handeln.
    • In Frage steht lediglich, ob ein motivierter Wunsch seinerseits stets wieder durch einen Wunsch begründet werden muß (daher bei Smith P2).
  • 56. Smiths Replik
    • Als Replik auf Nagels Einwand wiederholt Smith noch einmal sein Argument für die Humesche Theorie der Motivation:
  • 57. Smiths Replik
    • Als Replik auf Nagels Einwand wiederholt Smith noch einmal sein Argument für die Humesche Theorie der Motivation:
    • Um einen motivierten Wunsch zu rationalisieren, müsse gezeigt werden, daß der Wunsch der Erfüllung eines Ziels dient.
    • Dieses Ziel könne nur durch einen (anderen) Wunsch gegeben werden, denn:
    • Ein Ziel zu haben, heiße, sich in einem Zustand zu befinden, zu dem die Welt passen muß.
    • Sich in einem Zustand zu befinden, zu dem die Welt passen muß, heiße, einen Wunsch zu haben.
    • Also sei der Grund für einen motivierten Wunsch selbst auch ein Wunsch.
  • 58. Wallaces Einwand gegen Smiths Replik
    • „ [Smiths] argument seeks to prove too much. It turns on the claim that reason explanations are necessarily teleological, in the sense that the psychological states which constitute one ’ s reasons are always goal-directed states. But if this were true, then to have a reason for believing something would equally be to have some desire which enters into the explanation of the belief. This is clearly not the case, however, since rationalizing explanations of beliefs are ordinarily given exclusively in terms of further beliefs that the agent holds [...]. Thus, when Smith confronts the rationalist with a dilemma—that is, a choice between denying that to have a reason is necessarily to have a goal, and denying that desires are the states that realize one ’ s having a goal—the appropriate response is to grasp the first horn. Far from being, as Smith suggests, a conceptual truth, the principle that ‚to have a reason is to have a goal ‘ is simply false [...] What the Humean needs to establish is something at once less general and more difficult: not that to have a reason which explains a propositional attitude is always to have a goal, but that it is to have a goal whenever the attitude to be explained is itself a goal-directed state. [...] and there is nothing in the considerations Smith adduces that would support this crucial claim. “ (Wallace, How to Argue about Practical Reason, 374)
  • 59. Wallaces Einwand gegen Smiths Replik
    • Wallace gegen Smith: „ einen Grund für einen Wunsch anzugeben “ ist nicht äquivalent zu „ das Ziel anzugeben, das durch den Wunsch (erwartungsgemäß) realisiert wird “ .
    • Denn: Man kann Gründe haben, die nichts damit zu tun haben, ob Ziele realisiert werden oder nicht...
    • ...z.B. Gründe für Überzeugungen.
  • 60. Wallaces Einwand gegen Smiths Replik
    • Wallace gegen Smith: „ einen Grund für einen Wunsch anzugeben “ ist nicht äquivalent zu „ das Ziel anzugeben, das durch den Wunsch (erwartungsgemäß) realisiert wird “ .
    • Denn: Man kann Gründe haben, die nichts damit zu tun haben, ob Ziele realisiert werden oder nicht...
    • ...z.B. Gründe für Überzeugungen.
    • Wollte Smith die speziellere Behauptung aufstellen, daß die Äquivalenz dann und nur dann gilt, wenn es sich um Gründe für Wünsche handelt, müßte er dafür eigens argumentieren.
  • 61. Wallaces Einwand gegen Smiths Replik
    • Wallace gegen Smith: „ einen Grund für einen Wunsch anzugeben “ ist nicht äquivalent zu „ das Ziel anzugeben, das durch den Wunsch (erwartungsgemäß) realisiert wird “ .
    • Denn: Man kann Gründe haben, die nichts damit zu tun haben, ob Ziele realisiert werden oder nicht...
    • ...z.B. Gründe für Überzeugungen.
    • Wollte Smith die speziellere Behauptung aufstellen, daß die Äquivalenz dann und nur dann gilt, wenn es sich um Gründe für Wünsche handelt, müßte er dafür eigens argumentieren.
    • Andernfalls setzt sein Argument gegen Nagel einfach voraus, was zu zeigen wäre, daß nämlich die einzig mögliche Begründung von Wünschen eine zweckrationale Begründung ist.
  • 62. Wallaces Einwand gegen Smiths Replik
    • Wallace gegen Smith: „ einen Grund für einen Wunsch anzugeben “ ist nicht äquivalent zu „ das Ziel anzugeben, das durch den Wunsch (erwartungsgemäß) realisiert wird “ .
    • Denn: Man kann Gründe haben, die nichts damit zu tun haben, ob Ziele realisiert werden oder nicht...
    • ...z.B. Gründe für Überzeugungen.
    • Wollte Smith die speziellere Behauptung aufstellen, daß die Äquivalenz dann und nur dann gilt, wenn es sich um Gründe für Wünsche handelt, müßte er dafür eigens argumentieren.
    • Andernfalls setzt sein Argument gegen Nagel einfach voraus, was zu zeigen wäre, daß nämlich die einzig mögliche Begründung von Wünschen eine zweckrationale Begründung ist.
    • Smith hat sein Argument gegen Nagel später gestrichen...
  • 63. Kritik: Anscombes Einwand
    • Anscombe (Intention, 37 ff.): Eine Handlung kann nicht dadurch erklärt werden, daß sie einen Wunsch im Sinne einer rein funktionalen Handlungsdisposition der handelnden Person erfüllt.
  • 64. Kritik: Anscombes Einwand
    • Anscombe (Intention, 37 ff.): Eine Handlung kann nicht dadurch erklärt werden, daß sie einen Wunsch im Sinne einer rein funktionalen Handlungsdisposition der handelnden Person erfüllt.
    • Stellen wir uns eine Person vor, die sagt „Ich möchte eine Schüssel voll Schlamm “ , um dann Handlungen auszuführen, die sie in den Besitz einer Schüssel voll Schlamm bringen.
    • Bei näherer Untersuchung stellt sich allerdings heraus, daß die Person nichts dazu sagen kann, warum sie eine Schüssel voll Schlamm haben will, warum ihr dies gut erscheint.
  • 65. Kritik: Anscombes Einwand
    • Anscombe (Intention, 37 ff.): Eine Handlung kann nicht dadurch erklärt werden, daß sie einen Wunsch im Sinne einer rein funktionalen Handlungsdisposition der handelnden Person erfüllt.
    • Stellen wir uns eine Person vor, die sagt „Ich möchte eine Schüssel voll Schlamm “ , um dann Handlungen auszuführen, die sie in den Besitz einer Schüssel voll Schlamm bringen.
    • Bei näherer Untersuchung stellt sich allerdings heraus, daß die Person nichts dazu sagen kann, warum sie eine Schüssel voll Schlamm haben will, warum ihr dies gut erscheint.
    • Gibt ihr Wunsch der Person unter diesen Umständen einen motivierenden Grund, die Handlung auszuführen?
    • Wird die Handlung durch den Wunsch in irgendeinem (wie auch immer minimalen) Sinne rationalisiert?
  • 66. Kritik: Anscombes Einwand
    • Anscombe verneint diese Frage: Sie bestreitet, daß die Handlung durch den vermeintlichen Wunsch als Handlung (intentionales Verhalten) erklärt würde.
  • 67. Kritik: Anscombes Einwand
    • Anscombe verneint diese Frage: Sie bestreitet, daß die Handlung durch den vermeintlichen Wunsch als Handlung (intentionales Verhalten) erklärt würde.
    • Nach Anscombe können wir der Person in dem Beispiel überhaupt keinen Wunsch zuschreiben, weil eine notwendige Bedingung hierfür nicht erfüllt sei, die sie als„Wünschenswertseinscharakterisie-rung “ („desirability characterisation “ ) einführt [neben einer „Erfüllbarkeitsbedingung ” für Wünsche („desires ” ]].
  • 68. Kritik: Anscombes Einwand
    • Anscombe verneint diese Frage: Sie bestreitet, daß die Handlung durch den vermeintlichen Wunsch als Handlung (intentionales Verhalten) erklärt würde.
    • Nach Anscombe können wir der Person in dem Beispiel überhaupt keinen Wunsch zuschreiben, weil eine notwendige Bedingung hierfür nicht erfüllt sei, die sie als„Wünschenswertseinscharakterisie-rung “ („desirability characterisation “ ) einführt [neben einer „Erfüllbarkeitsbedingung ” für Wünsche („desires ” ]].
    • Wir könnten einer Person nur dann einen Wunsch zuschreiben, wenn sie etwas dazu sagen kann, warum sie das Gewünschte für wünschenswert hält.
    • In dem Beispiel etwa: „Ich dachte, wir könnten eine Schlammschlacht veranstalten und das würde Spaß machen “ .
  • 69. Kritik: Quinns Einwand
    • Analog Warren Quinn (Putting Rationality in ist Place, in: Morality and Action, Cambridge: CUP 1993, 228-255, S. 236 ff.).
  • 70. Kritik: Quinns Einwand
    • Analog Warren Quinn (Putting Rationality in ist Place, in: Morality and Action, Cambridge: CUP 1993, 228-255, S. 236 ff.).
    • Man stelle sich einen Mann vor, der den Drang verspürt, jedes Radio einzuschalten, dessen er gewahr wird.
    • Es sei nicht etwa so, daß der Mann das Ziel, auf das sein angeblicher Wunsch gerichtet ist, in irgendeinem Sinne als gut betrachtet.
    • Er könne nichts dazu sagen, warum er wünscht, Radios einzuschalten. Weder der Handlung selbst noch dem, was sie herbeiführen soll, messe er irgendeinen Wert bei, sei es, daß er Musik oder Nachrichten hören oder einfach nur die Stille vermeiden wolle.
    • Er sei vielmehr schlichtweg dazu disponiert, alle ausgeschalteten Radios einzuschalten.
  • 71. Kritik: Quinns Einwand
    • Analog Warren Quinn (Putting Rationality in ist Place, in: Morality and Action, Cambridge: CUP 1993, 228-255, S. 236 ff.).
    • Man stelle sich einen Mann vor, der den Drang verspürt, jedes Radio einzuschalten, dessen er gewahr wird.
    • Es sei nicht etwa so, daß der Mann das Ziel, auf das sein angeblicher Wunsch gerichtet ist, in irgendeinem Sinne als gut betrachtet.
    • Er könne nichts dazu sagen, warum er wünscht, Radios einzuschalten. Weder der Handlung selbst noch dem, was sie herbeiführen soll, messe er irgendeinen Wert bei, sei es, daß er Musik oder Nachrichten hören oder einfach nur die Stille vermeiden wolle.
    • Er sei vielmehr schlichtweg dazu disponiert, alle ausgeschalteten Radios einzuschalten.
    • Wird seine Handlung durch den Wunsch – die rein funktionale Handlungsdisposition – rationalisiert/minimal gerechtfertigt?
  • 72. Kritik: Quinns Einwand
    • Weiteres Beispiel von David Copp, das Holmer Steinfath zitiert ( Orientierung am Guten. Praktisches Überlegen und die Konstitution von Personen, Frankfurt am Main: suhrkamp 2001, 95) .
    • Eine Person verspürt plötzlich den überwältigenden Drang, sich von einem hohen Aussichtsturm zu stürzen, den sie gerade bestiegen hat:
    • „ Ihr Drang, sich in die Tiefe zu stürzen, ist mit keinen anderen Vorstellungen verbunden. Sie sagt sich nicht, daß der Sprung in die Tiefe eine Befreiung bedeuten würde, einen Moment des Glücks, so kurz er auch währen und so fatal er auch enden mag. Es drückt sie keine Last, von der sie, für einen Augenblick nur, loskommen möchte; sie ist mit ihrem Leben zufrieden, war selten so sorglos wie an diesem Tag. Sie sucht nicht ein ungewöhnliches Abenteuer, nicht den Rausch des Fliegens, das aufregende Spiel mit dem Tod. Sie sieht sich einfach nur wie unwiderstehlich in die Tiefe gezogen. “
  • 73. Kritik: Quinns Einwand
    • Alltäglicheres Beispiel: der Bildschirmschoner
  • 74. Kritik: Quinns Einwand
    • Alltäglicheres Beispiel: der Bildschirmschoner
    • Quinn (im Unterschied zu Anscombe): man kann den Akteuren in diesen Beispielen einen Wunsch (eine funktionale Handlungsdisposition) zuschreiben und ihre Handlungen auch erklären.
  • 75. Kritik: Quinns Einwand
    • Alltäglicheres Beispiel: der Bildschirmschoner
    • Quinn (im Unterschied zu Anscombe): man kann den Akteuren in diesen Beispielen einen Wunsch (eine funktionale Handlungsdisposition) zuschreiben und ihre Handlungen auch erklären.
    • Aber: die Handlung wird nicht rationalisiert.
  • 76. Fragen
    • 1) Inwiefern setzt die Erklärung von Handlungen als intentionalem Verhalten deren Rationalisierung voraus?
  • 77. Fragen
    • 1) Inwiefern setzt die Erklärung von Handlungen als intentionalem Verhalten deren Rationalisierung voraus?
    • 2) Setzt die Rationalisierung einer Handlung die Bewertung der Herbeizuführenden oder der Handlung selbst als „gut “ voraus?
  • 78. Fragen
    • 1) Inwiefern setzt die Erklärung von Handlungen als intentionalem Verhalten deren Rationalisierung voraus?
    • 2) Setzt die Rationalisierung einer Handlung die Bewertung der Herbeizuführenden oder der Handlung selbst als „gut “ voraus?
    • 3) Falls ja: Reicht es für die rationalisierende Erklärung einer Handlung aus, daß ein Akteur einen Wunsch hat? Warum würde etwa „Radiomans “ Verhalten nicht dadurch rationalisiert, daß er den Wunsch aufgibt (statt dadurch, daß er den Wunsch erfüllt)?
  • 79. Fragen
    • 1) Inwiefern setzt die Erklärung von Handlungen als intentionalem Verhalten deren Rationalisierung voraus?
    • 2) Setzt die Rationalisierung einer Handlung die Bewertung der Herbeizuführenden oder der Handlung selbst als „gut “ voraus?
    • 3) Falls ja: Reicht es für die rationalisierende Erklärung einer Handlung aus, daß ein Akteur einen Wunsch hat? Warum würde etwa „Radiomans “ Verhalten nicht dadurch rationalisiert, daß er den Wunsch aufgibt (statt dadurch, daß er den Wunsch erfüllt)?
    • 4) Beinhalten Wünsche notwendigerweise eine Bewertung des Gewünschten als wünschenswert bzw. gut?
  • 80. Kritik: Helms Einwand
    • „ Philosophen [...] haben ihre Aufmerksamkeit auf Überzeugung und Wunsch als die Paradigmen für Kognition und Konation gerichtet. [...] Diese Fokussierung [...] führt zum Verständnis einer Überzeugung als einer Art informatorischem Zustand und eines Wunsches als einer Art zielgerichtetem Zustand, Zustände, die bei der Hervorbringung von Handlungen interagieren. Doch wenn das alles wäre, was erforderlich ist, um ein Akteur zu sein, dann zählten selbst Systeme wie schachspielende Computer, die eine Art von Zielgerichtetheit aufweisen, welche durch ihre informatorischen Zustände rational vermittelt wird, als Akteure, wenn auch als relativ primitive Akteure. Jedem, der nicht schon von vornherein einer bestimmten Theorie verpflichtet ist, erscheint das als ein Irrtum: schachspielende Computer unterscheiden sich fundamental nicht nur von uns als Personen, sondern auch von höheren Tieren wie Hunden oder Katzen. Genuine Akteure haben nicht einfach Ziele, die sie mechanisch verfolgen; sie finden bestimmte Ziele verfolgenswert und verfolgen sie, weil sie es wert sind, verfolgt zu werden. “
  • 81. Kritik: Heuers Einwand
    • Nicht alle unmotivierten motivational wirksamen Zustände lassen sich als Wünsche (funktionale Handlungsdispositionen) verstehen
  • 82. Kritik: Heuers Einwand
    • Nicht alle unmotivierten motivational wirksamen Zustände lassen sich als Wünsche (funktionale Handlungsdispositionen) verstehen
    • Angenommen Anscombes Protagonist sagte „Ich dachte, wir könnten eine Schlammschlacht veranstalten und das würde Spaß machen “ .
  • 83. Kritik: Heuers Einwand
    • Nicht alle unmotivierten motivational wirksamen Zustände lassen sich als Wünsche (funktionale Handlungsdispositionen) verstehen
    • Angenommen Anscombes Protagonist sagte „Ich dachte, wir könnten eine Schlammschlacht veranstalten und das würde Spaß machen “ .
    • Humeaner: Die Behauptung, daß etwas Spaß machen würde, ist gleichbedeutend mit der Behauptung, daß man es wünscht.
    • Wir haben hier einen unmotivierten Wunsch, der seinerseits den motivierten Wunsch nach einer Schüssel voll Schlamm rationalisiert.
  • 84. Kritik: Heuers Einwand
    • 3 Unterschiede:
    • 1) Wenn man behauptet, daß etwas Spaß machen würde, kann man sich irren. D. h., daß es sich bei dieser Äußerung um eine Überzeugung oder ein Urteil handelt, das wahr oder falsch sein kann. Humesche Wünsche hingegen können nur in dem Sinne fehlgehen, daß sie auf falschen Überzeugungen oder Urteilen beruhen. Selbst sind sie gerade keine wahrheitsfähigen Urteile.
  • 85. Kritik: Heuers Einwand
    • 2. „Das würde Spaß machen “ ist auch insofern von „das erfüllt einen Wunsch“ semantisch verschieden, als es keine notwendige Verknüpfung zwischen hedonischen Zuständen und der Erfüllung von Wünschen gibt.
    • 2.1. Wunscherfüllung ist keine hinreichende Bedingung für Lustgewinn. „Ich will zum Zahnarzt gehen “ bedeutet nicht „Ich werde es genießen, dorthin zu gehen “ .
    • 2.2. Wunscherfüllung ist auch keine notwendige Bedingung für Lustgewinn. Es gibt Fälle von überraschendem (unerwartetem und dementsprechend zuvor nicht gewünschtem) Lustgewinn.
  • 86. Kritik: Heuers Einwand
    • 3. Ganz wichtig: Daß eine Handlung oder das, was sie erwartungsgemäß herbeiführt, Spaß machen würde, spricht direkt für die Handlung. Es macht verständlich, warum die Handlung oder das, was sie herbeiführt, von der handelnden Person gewünscht werden, indem das Gut oder der Wert benannt werden, den die handelnde Person dem Gewünschten beimißt. Dieser Wert ist unabhängig davon, ob er zugleich einen Wunsch der handelnden Person erfüllt oder nicht. Genau deshalb kann er verständlich machen, warum eine Person eine bestimmte Handlung ausführt, wohingegen der bloße Verweis auf eine rein funktionale Handlungsdisposition hierzu nicht ausreicht.
  • 87. Kritik: Heuers Einwand
    • Nennen wir Urteile, die eine Handlung als wünschenswert (insofern sie etwa Spaß macht) beschreiben, „Werturteile “ .
    • Werturteile dieser Art erfüllen die folgenden Kriterien:
    • i. Sie drücken aus, was aus der Perspektive der handelnden Person für die Handlung spricht.
    • ii. Sie können wahr und falsch sein.
    • iii. Sie können normative Urteile des Inhalts „Ich soll  tun “ rechtfertigen.
    • Daß etwas Spaß macht, ist nur ein Beispiel für ein solches Werturteil, allerdings eines, das in vielen Situationen weitere Fragen erübrigt.
    • Typischerweise führen wir zur Rechtfertigung unserer Handlungen nicht unsere Wünsche, sondern Werturteile an.
  • 88. Kritik: Heuers Einwand
    • Nennen wir Urteile, die eine Handlung als wünschenswert (insofern sie etwa Spaß macht) beschreiben, „Werturteile “ .
    • Werturteile dieser Art erfüllen die folgenden Kriterien:
    • i. Sie drücken aus, was aus der Perspektive der handelnden Person für die Handlung spricht.
    • ii. Sie können wahr und falsch sein.
    • iii. Sie können normative Urteile des Inhalts „Ich soll  tun “ rechtfertigen.
    • Daß etwas Spaß macht, ist nur ein Beispiel für ein solches Werturteil, allerdings eines, das in vielen Situationen weitere Fragen erübrigt.
    • Typischerweise führen wir zur Rechtfertigung unserer Handlungen nicht unsere Wünsche, sondern Werturteile an.
    • Frage: Hebt alle praktische Begründung mit Werturteilen an, oder ist das „überintellektualisierend ” (=> Wertwahrnehmung durch Emotionen bei Wiggins und McDowell)
  • 89. Kritik: Vellemans Einwand
    • 1) Wünsche sind keine „Werturteile “ der Form „p ist wünschenswert bzw. gut “ .
  • 90. Kritik: Vellemans Einwand
    • 1) Wünsche sind keine „Werturteile “ der Form „p ist wünschenswert bzw. gut “ .
    • 2) Sie sind auch nicht auf das Gute gerichtet, so wie Überzeugungen auf Wahrheit gerichtet ist (Scheitern des Kriteriums der Passensrichtung)
  • 91. Kritik: Vellemans Einwand
    • 1) Wünsche sind keine „Werturteile “ der Form „p ist wünschenswert bzw. gut “ .
    • 2) Sie sind auch nicht auf das Gute gerichtet, so wie Überzeugungen auf Wahrheit gerichtet ist (Scheitern des Kriteriums der Passensrichtung)
    • 3) Wünsche können Handlungen nicht „rationalisieren “ ...
    • ...bzw. können sie jedenfalls nicht deshalb rationalisieren, weil sie Bewertungen beinhalten oder sind.
  • 92. Kritik: Vellemans Einwand
    • Stimmte er einer Analyse zu, nach der Wünsche begrifflich Wertüberzeugungen der Form „p ist wünschenswert “ oder „p ist gut “ sind, erklärte der Humeaner seinen Bankrott.
  • 93. Kritik: Vellemans Einwand
    • Stimmte er einer Analyse zu, nach der Wünsche begrifflich Wertüberzeugungen der Form „p ist wünschenswert “ oder „p ist gut “ sind, erklärte der Humeaner seinen Bankrott.
    • Gleichwohl findet sich diese Analyse auch bei Autoren, die sich selbst der Humeschen Tradition zurechnen, wie exemplarisch bei Davidson.
  • 94. Kritik: Vellemans Einwand
    • Stimmte er einer Analyse zu, nach der Wünsche begrifflich Wertüberzeugungen der Form „p ist wünschenswert “ oder „p ist gut “ sind, erklärte der Humeaner seinen Bankrott.
    • Gleichwohl findet sich diese Analyse auch bei Autoren, die sich selbst der Humeschen Tradition zurechnen, wie exemplarisch bei Davidson.
    • Einerseits:
    • „ In general, pro attitudes [desires] must not be taken for convictions, however temporary, that every action of a certain kind ought to be performed, is worth performing, or is, all things considered, desirable. On the contrary, a man may all his life have a yen, say, to drink a can of paint, without ever, even at the moment he yields, believing it would be worth doing. “ (Davidson, Actions, Reasons and Causes, 4)
  • 95. Kritik: Vellemans Einwand
    • Andererseits:
    • „ [...] let us suppose [the agent] wants to improve the taste of the stew. But what is the corresponding premise? […] It cannot be […] ‘ The agent wants to improve the taste of the stew ’ : we do not want a description of his desire, but an expression of it in a form in which he might use it to arrive at an action. The natural expression of his desire is, it seems to me, evaluative in form, for example, ‘ It is desirable to improve the taste of the stew ’ , or ‘ I ought to improve the taste of the stew ’ [...]. ” ( Davidson, Intending, 86)
  • 96. Kritik: Vellemans Einwand
    • Wunschinhalt: „Es ist gut , den Geschmack des Eintopfs zu verbessern “ oder gar „Ich soll den Geschmack des Eintopfs verbessern “ .
  • 97. Kritik: Vellemans Einwand
    • Wunschinhalt: „Es ist gut , den Geschmack des Eintopfs zu verbessern “ oder gar „Ich soll den Geschmack des Eintopfs verbessern “ .
    • Inhalt der Zweck-Mittel-Überzeugung: „Der Geschmack des Eintopfs wird (erwartungsgemäß) dadurch verbessert werden, daß ich ihn nachsalze “ .
  • 98. Kritik: Vellemans Einwand
    • Wunschinhalt: „Es ist gut , den Geschmack des Eintopfs zu verbessern “ oder gar „Ich soll den Geschmack des Eintopfs verbessern “ .
    • Inhalt der Zweck-Mittel-Überzeugung: „Der Geschmack des Eintopfs wird (erwartungsgemäß) dadurch verbessert werden, daß ich ihn nachsalze “ .
    • Also: Ich soll den Eintopf nachsalzen.
  • 99. Kritik: Vellemans Einwand
    • Alternative ohne evaluative Terme im propositionalen Inhalt:
    • Ich wünsche, daß p („Der Eintopf schmeckt würziger “ ).
    • Ich meine, daß, wenn q, dann p („Der Eintopf wird (erwartungsgemäß) dadurch würziger werden, daß ich ihn nachsalze “ ).
    • Also: Ich führe die durch q beschriebene Handlung aus.
  • 100. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ambivalenz zwischen psychologischen (kausalen) Handlungserklärungen („story of motivation “ )...
    • ...und rationalisierenden Handlungserklärungen („story of rational guidance “ ).
  • 101. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ambivalenz zwischen psychologischen (kausalen) Handlungserklärungen („story of motivation “ )...
    • ...und rationalisierenden Handlungserklärungen („story of rational guidance “ ).
    • Psychologische (kausale) Relationen zwischen mentalen Zuständen...
    • ...vs. (primär) inferentielle Relationen zwischen den propositionalen Inhalten dieser Zustände.
    • Wichtig: Der Akteur muß den Grund erfassen.
  • 102. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ambivalenz zwischen psychologischen (kausalen) Handlungserklärungen („story of motivation “ )...
    • ...und rationalisierenden Handlungserklärungen („story of rational guidance “ ).
    • Psychologische (kausale) Relationen zwischen mentalen Zuständen...
    • ...vs. (primär) inferentielle Relationen zwischen den propositionalen Inhalten dieser Zustände.
    • Wichtig: Der Akteur muß den Grund erfassen.
    • Es geht also nicht nur um inferentielle Beziehungen zwischen Propositionen, sondern auch um die Einstellungen zu diesen Propositionen.
  • 103. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ambivalenz zwischen psychologischen (kausalen) Handlungserklärungen („story of motivation “ )...
    • ...und rationalisierenden Handlungserklärungen („story of rational guidance “ ).
    • Psychologische (kausale) Relationen zwischen mentalen Zuständen...
    • ...vs. (primär) inferentielle Relationen zwischen den propositionalen Inhalten dieser Zustände.
    • Wichtig: Der Akteur muß den Grund erfassen.
    • Es geht also nicht nur um inferentielle Beziehungen zwischen Propositionen, sondern auch um die Einstellungen zu diesen Propositionen.
    • Müssen die Propositionen der „story of rational guidance “ wahr sein oder muß der Akteur sie bloß dafür halten?
    • Subjektive vs. objektive gute Gründe (das falsche Medikament).
  • 104. Kritik: Vellemans Einwand
    • „ Story of motivation “ : „[...] the content of these attitudes doesn ‘ t in any way reflect reflect well on, count in favor of, or otherwise justify looking at his watch [...] he [the agent] is simply manifesting the valence of his attitude towards the [...] proposition [ ‘ I know the time ‘ ]. “
  • 105. Kritik: Vellemans Einwand
    • „ Story of motivation “ : „[...] the content of these attitudes doesn ‘ t in any way reflect reflect well on, count in favor of, or otherwise justify looking at his watch [...] he [the agent] is simply manifesting the valence of his attitude towards the [...] proposition [ ‘ I know the time ‘ ]. “
    • „ Story of rational guidance “ : „[...] the protagonist [...] acts partly because of grasping the reason in an attitude something like belief. But [...] he acts [...] also because the proposition involved militates in favor of his action rather than against it. “ (Velleman, The Guise of the Good, 4)
  • 106. Kritik: Vellemans Einwand
    • Grund für die Ambivalenz ist genau:
    • Wünsche sollen Handlungen nicht nur erklären, sondern mindestens aus der Perspektive der handelnden Person auch rational machen können.
  • 107. Kritik: Vellemans Einwand
    • Grund für die Ambivalenz ist genau:
    • Wünsche sollen Handlungen nicht nur erklären, sondern mindestens aus der Perspektive der handelnden Person auch rational machen können.
    • Dazu scheint der Wunsch in dem Wunsch-Meinungs-Paar notwendigerweise eine Bewertung des Gewünschten als gut beinhalten zu müssen.
  • 108. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Der Nonkognitivist (exemplarisch M. Smith) stellt das Verhältnis zwischen Motivation und Rechtfertigung auf den Kopf.
  • 109. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Der Nonkognitivist (exemplarisch M. Smith) stellt das Verhältnis zwischen Motivation und Rechtfertigung auf den Kopf.
    • „ [...] the noncognitivist story diverges from the commonsense story of rational guidance in one important respect: it reverses the order of explanation between justificatory and motivational force. In the commonsense story, the agent is moved toward an action because his reasons justify it; whereas in the noncognitivist story, his reasons justify the action in virtue of moving him toward it. The noncognitivist thus treats motivation as a constituent rather than an effect of justification. “ (5)
  • 110. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Der Nonkognitivist (exemplarisch M. Smith) stellt das Verhältnis zwischen Motivation und Rechtfertigung auf den Kopf.
    • „ [...] the noncognitivist story diverges from the commonsense story of rational guidance in one important respect: it reverses the order of explanation between justificatory and motivational force. In the commonsense story, the agent is moved toward an action because his reasons justify it; whereas in the noncognitivist story, his reasons justify the action in virtue of moving him toward it. The noncognitivist thus treats motivation as a constituent rather than an effect of justification. “ (5)
    • Alltagspsychologie: Wir sind zu einer Handlung motiviert, weil etwas für die Handlung spricht.
    • Dagegen sprechen Smiths motivierende Gründe für die Handlung und rechtfertigen sie jedenfalls minimal, weil sie motivieren. (?)
  • 111. Kritik: Vellemans Einwand
    • Vellemans Frage: Ist es plausibel, Wünsche als Werturteile zu verstehen?
    • Kognitivismus 1: Wünschen enthalten evaluative Terme wie „gut “ in ihrem propositionalen Inhalt.
  • 112. Kritik: Vellemans Einwand
    • Einwand 1: Analyse verpflichtet uns darauf, Wünsche nur solchen Wesen zuzuschreiben, die über die entsprechenden evaluative Begriffe verfügen.
    • Kleine Kinder etwa hätten keine Wünsche.
  • 113. Kritik: Vellemans Einwand
    • Einwand 2: Unter der Standardinterpretation sind Überzeugungen auf Wahrheit gerichtet. Das bedeutet aber nicht, daß das Prädikat „wahr “ in ihrem propositionalen Inhalt fungiert.
  • 114. Kritik: Vellemans Einwand
    • Einwand 2: Unter der Standardinterpretation sind Überzeugungen auf Wahrheit gerichtet. Das bedeutet aber nicht, daß das Prädikat „wahr “ in ihrem propositionalen Inhalt fungiert.
    • Z. B.
    • „ Ich bin davon überzeugt, daß p “
    • bedeutet
    • „ Ich halte es für wahr, daß p “
    • und nicht
    • „ Ich halte es für wahr, daß p wahr ist “ .
  • 115. Kritik: Vellemans Einwand
    • Einwand 2: Unter der Standardinterpretation sind Überzeugungen auf Wahrheit gerichtet. Das bedeutet aber nicht, daß das Prädikat „wahr “ in ihrem propositionalen Inhalt fungiert.
    • Z. B.
    • „ Ich bin davon überzeugt, daß p “
    • bedeutet
    • „ Ich halte es für wahr, daß p “
    • und nicht
    • „ Ich halte es für wahr, daß p wahr ist “ .
    • Analog ist der Inhalt eines Wunsches die Proposition p...
    • ...und nicht „p ist wünschenswert bzw. gut “ .
  • 116. Kritik: Vellemans Einwand
    • Wünsche könnten damit immer noch auf das Gute gerichtet sein, so wie Überzeugungen (unter der Standardinterpretation) auf das Wahre gerichtet sind.
  • 117. Kritik: Vellemans Einwand
    • Wünsche könnten damit immer noch auf das Gute gerichtet sein, so wie Überzeugungen (unter der Standardinterpretation) auf das Wahre gerichtet sind.
    • So wie es (Moore-)paradox ist zu behaupten „(Ich bin davon überzeugt, daß) p, aber p ist falsch “ ...
    • ...könnte es paradox sein zu behaupten „Ich wünsche, daß p, aber p ist schlecht “ .
  • 118. Kritik: Vellemans Einwand
    • Wünsche könnten damit immer noch auf das Gute gerichtet sein, so wie Überzeugungen (unter der Standardinterpretation) auf das Wahre gerichtet sind.
    • So wie es (Moore-)paradox ist zu behaupten „(Ich bin davon überzeugt, daß) p, aber p ist falsch “ ...
    • ...könnte es paradox sein zu behaupten „Ich wünsche, daß p, aber p ist schlecht “ .
    • Kognitivismus 2: Unterscheidung zwischen Wünschen und Überzeugungen über ihre gegensätzlichen und einander wechselseitig ausschließenden Passensrichtungen.
  • 119. Kritik: Vellemans Einwand
    • Wünsche könnten damit immer noch auf das Gute gerichtet sein, so wie Überzeugungen (unter der Standardinterpretation) auf das Wahre gerichtet sind.
    • So wie es (Moore-)paradox ist zu behaupten „(Ich bin davon überzeugt, daß) p, aber p ist falsch “ ...
    • ...könnte es paradox sein zu behaupten „Ich wünsche, daß p, aber p ist schlecht “ .
    • Kognitivismus 2: Unterscheidung zwischen Wünschen und Überzeugungen über ihre gegensätzlichen und einander wechselseitig ausschließenden Passensrichtungen.
    • Bei Anscombe normativ: Man kann sich nur das wünschen, was wünschenswert ist oder was man zumindest dafür hält.
    • Bei Smith nicht-normativ: Wünsche können sich auf beliebige Sachverhalte richten (Nonkognitivismus? Funktioniert dann die Analogie?).
  • 120. Kritik: Vellemans Einwand
    • Vellemans Frage: Sind Wünsche tatsächlich auf das Gute gerichtet wie Überzeugungen auf das Wahre?
  • 121. Kritik: Vellemans Einwand
    • Vellemans Frage: Sind Wünsche tatsächlich auf das Gute gerichtet wie Überzeugungen auf das Wahre?
    • These: Die Analogie läßt sich nicht aufrechterhalten.
  • 122. Kritik: Vellemans Einwand
    • Vellemans Frage: Sind Wünsche tatsächlich auf das Gute gerichtet wie Überzeugungen auf das Wahre?
    • These: Die Analogie läßt sich nicht aufrechterhalten.
    • Strategie: Vergleich von Überzeugungen und Wünschen mit jeweils anderen mentalen Zuständen mit derselben Passensrichtung.
  • 123. Kritik: Vellemans Einwand
    • Vellemans Frage: Sind Wünsche tatsächlich auf das Gute gerichtet wie Überzeugungen auf das Wahre?
    • These: Die Analogie läßt sich nicht aufrechterhalten.
    • Strategie: Vergleich von Überzeugungen und Wünschen mit jeweils anderen mentalen Zuständen mit derselben Passensrichtung.
    • Weder sind Überzeugungen noch sind Wünsche die einzigen Einstellungen mit der jeweiligen „Passensrichtung “ .
  • 124. Kritik: Vellemans Einwand
    • So umfaßt die durch ihre „mind-to-world direction of fit “ definierte Klasse von Einstellungen neben der Überzeugung, daß p, auch etwa die Unterstellung, daß p, die Annahme, daß p, oder die Phantasievorstellung, daß p.
  • 125. Kritik: Vellemans Einwand
    • So umfaßt die durch ihre „mind-to-world direction of fit “ definierte Klasse von Einstellungen neben der Überzeugung, daß p, auch etwa die Unterstellung, daß p, die Annahme, daß p, oder die Phantasievorstellung, daß p.
    • In allen diesen Fällen wird die Proposition p nicht als ein „faciendum “ betrachtet, d. h. als ein Ziel, das verwirklicht werden soll, sondern als ein „factum “ , das der Welt entspricht.
  • 126. Kritik: Vellemans Einwand
    • So umfaßt die durch ihre „mind-to-world direction of fit “ definierte Klasse von Einstellungen neben der Überzeugung, daß p, auch etwa die Unterstellung, daß p, die Annahme, daß p, oder die Phantasievorstellung, daß p.
    • In allen diesen Fällen wird die Proposition p nicht als ein „faciendum “ betrachtet, d. h. als ein Ziel, das verwirklicht werden soll, sondern als ein „factum “ , das der Welt entspricht.
    • Wenn ich mir etwa in der Phantasie ausmale, die Dressur-WM zu gewinnen, wird im Rahmen der Phantasie dieser Sachverhalt als ein bestehender, also als ein factum repräsentiert.
  • 127. Kritik: Vellemans Einwand
    • So umfaßt die durch ihre „mind-to-world direction of fit “ definierte Klasse von Einstellungen neben der Überzeugung, daß p, auch etwa die Unterstellung, daß p, die Annahme, daß p, oder die Phantasievorstellung, daß p.
    • In allen diesen Fällen wird die Proposition p nicht als ein „faciendum “ betrachtet, d. h. als ein Ziel, das verwirklicht werden soll, sondern als ein „factum “ , das der Welt entspricht.
    • Wenn ich mir etwa in der Phantasie ausmale, die Dressur-WM zu gewinnen, wird im Rahmen der Phantasie dieser Sachverhalt als ein bestehender, also als ein factum repräsentiert.
    • Dementsprechend ist auch eine Phantasievorstellung eine Einstellung zu einer Proposition p als wahr (=> Fiktionalismus, Kunstrezeption).
  • 128. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Das Kriterium der mind-to-world direction of fit ist demnach für sich genommen nicht hinreichend, um eine Überzeugung zu bestimmen.
  • 129. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Das Kriterium der mind-to-world direction of fit ist demnach für sich genommen nicht hinreichend, um eine Überzeugung zu bestimmen.
    • Um sie von anderen Einstellungen mit derselben „Passensrichtung “ abgrenzen zu können, müssen Einstellungen dieser Art nach Velleman als zweistufig beschrieben werden...
    • ...und zwar in Abhängigkeit von der jeweiligen Zielsetzung, unter der ihr Inhalt einen Sachverhalt als bestehend repräsentiert.
  • 130. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Erster Stufe repräsentiert jede Einstellung mit einer „mind-to-world direction of fit “ einen Sachverhalt als bestehend, aber nur bei Überzeugungen geschieht dies zweiter Stufe unter der Zielsetzung, daß der Sachverhalt tatsächlich besteht und folglich der Inhalt der Überzeugung wahr ist.
  • 131. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Erster Stufe repräsentiert jede Einstellung mit einer „mind-to-world direction of fit “ einen Sachverhalt als bestehend, aber nur bei Überzeugungen geschieht dies zweiter Stufe unter der Zielsetzung, daß der Sachverhalt tatsächlich besteht und folglich der Inhalt der Überzeugung wahr ist.
    • Wenn ich mir in der Phantasie ausmale, die Dressur-WM zu gewinnen, muß ich damit nicht glauben, Adelinde Cornelissen schlagen zu können.
  • 132. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Erster Stufe repräsentiert jede Einstellung mit einer „mind-to-world direction of fit “ einen Sachverhalt als bestehend, aber nur bei Überzeugungen geschieht dies zweiter Stufe unter der Zielsetzung, daß der Sachverhalt tatsächlich besteht und folglich der Inhalt der Überzeugung wahr ist.
    • Wenn ich mir in der Phantasie ausmale, die Dressur-WM zu gewinnen, muß ich damit nicht glauben, Adelinde Cornelissen schlagen zu können.
    • Mithin unterliegt der Inhalt einer Phantasievorstellung anders als der Inhalt einer Überzeugung keiner Korrektheitsbedingung dergestalt, daß sie sich nicht auf beliebige Sachverhalte richten kann, sondern nur auf solche, die tatsächlich bestehen.
  • 133. Kritik: Vellemans Einwand
    • Velleman: Erster Stufe repräsentiert jede Einstellung mit einer „mind-to-world direction of fit “ einen Sachverhalt als bestehend, aber nur bei Überzeugungen geschieht dies zweiter Stufe unter der Zielsetzung, daß der Sachverhalt tatsächlich besteht und folglich der Inhalt der Überzeugung wahr ist.
    • Wenn ich mir in der Phantasie ausmale, die Dressur-WM zu gewinnen, muß ich damit nicht glauben, Adelinde Cornelissen schlagen zu können.
    • Mithin unterliegt der Inhalt einer Phantasievorstellung anders als der Inhalt einer Überzeugung keiner Korrektheitsbedingung dergestalt, daß sie sich nicht auf beliebige Sachverhalte richten kann, sondern nur auf solche, die tatsächlich bestehen.
    • Eine Überzeugung dagegen präsentiert einen Sachverhalt als wirklich (tatsächlich bestehend), und nicht bloß als möglicherweise der Fall seiend, und ist dementsprechend auf Wahrheit gerichtet.
    • Eine Überzeugung setzt begrifflich voraus, daß das, wovon man überzeugt ist, für wahr gehalten wird.
  • 134. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ist das bei Wünschen analog?
  • 135. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ist das bei Wünschen analog?
    • Wie es neben der Überzeugung, daß p, noch andere Einstellungen mit einer „mind-to-world direction of fit “ gibt, umfaßt die Klasse der Einstellungen mit einer „world-to-mind direction of fit “ mehr als nur den Wunsch, daß p.
    • Hierzu gehören beispielsweise die Hoffnung, daß p, oder der „wish “ (unerfüllbare Wunsch), daß p.
  • 136. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ist das bei Wünschen analog?
    • Wie es neben der Überzeugung, daß p, noch andere Einstellungen mit einer „mind-to-world direction of fit “ gibt, umfaßt die Klasse der Einstellungen mit einer „world-to-mind direction of fit “ mehr als nur den Wunsch, daß p.
    • Hierzu gehören beispielsweise die Hoffnung, daß p, oder der „wish “ (unerfüllbare Wunsch), daß p.
    • Auch diese Zustände sind auf Ziele gerichtet, die verwirklicht werden sollen.
    • Wer hofft, daß morgen die Sonne wieder scheinen möge, und im Sinne eines „wish “ wünscht, er hätte das schöne Wetter schon heute besser genutzt, der betrachtet diese Weltzustände als etwas Herbeizuführendes.
  • 137. Kritik: Vellemans Einwand
    • Erster Ordnung präsentieren Hoffnungen und wishes ihren Inhalt als etwas Herbeizuführendes, nur geschieht dies nicht zweiter Ordnung unter der Zielsetzung, nur das als herbeizuführend zu präsentieren, was das Subjekt sich imstande sieht herbeizuführen.
  • 138. Kritik: Vellemans Einwand
    • Erster Ordnung präsentieren Hoffnungen und wishes ihren Inhalt als etwas Herbeizuführendes, nur geschieht dies nicht zweiter Ordnung unter der Zielsetzung, nur das als herbeizuführend zu präsentieren, was das Subjekt sich imstande sieht herbeizuführen.
    • Diese Zielsetzung zeichnet allein „desires “ aus.
  • 139. Kritik: Vellemans Einwand
    • Erster Ordnung präsentieren Hoffnungen und wishes ihren Inhalt als etwas Herbeizuführendes, nur geschieht dies nicht zweiter Ordnung unter der Zielsetzung, nur das als herbeizuführend zu präsentieren, was das Subjekt sich imstande sieht herbeizuführen.
    • Diese Zielsetzung zeichnet allein „desires “ aus.
    • Wie auch Anscombe betont Velleman, daß Wünsche, sofern sie motivierend, und das heißt: sofern sie „desires “ sind, einer Erfüllbarkeitsbedingung unterliegen.
    • Erst indem ein Wunsch erfüllbar ist, d. h. sich nicht auf beliebige Ziele richtet, sondern nur auf solche, die sein Träger verwirklichen zu können glaubt, kann er zum Handeln motivieren.
  • 140. Kritik: Vellemans Einwand
    • Erster Ordnung präsentieren Hoffnungen und wishes ihren Inhalt als etwas Herbeizuführendes, nur geschieht dies nicht zweiter Ordnung unter der Zielsetzung, nur das als herbeizuführend zu präsentieren, was das Subjekt sich imstande sieht herbeizuführen.
    • Diese Zielsetzung zeichnet allein „desires “ aus.
    • Wie auch Anscombe betont Velleman, daß Wünsche, sofern sie motivierend, und das heißt: sofern sie „desires “ sind, einer Erfüllbarkeitsbedingung unterliegen.
    • Erst indem ein Wunsch erfüllbar ist, d. h. sich nicht auf beliebige Ziele richtet, sondern nur auf solche, die sein Träger verwirklichen zu können glaubt, kann er zum Handeln motivieren.
    • Wer sich wünscht, die Dressur-WM zu gewinnen, dem scheint der Sieg im aktualen Zustand des Wunsches etwas zu sein, das herbeigeführt werden soll. Zum Training wird ihn dieser Wunsch aber nur dann motivieren, wenn er meint, daß er dieser Wunsch auch erfüllbar ist. Andernfalls ist der Wunsch kein „desire “ , sondern ein „wish “ wie etwa ein Tagtraum.
  • 141. Kritik: Vellemans Einwand
    • Auch bei Einstellungen mit einer „world-to-mind-direction of fit “ bedarf es also mehr als nur dieses Kriteriums, um sie untereinander differenzieren und so Wünsche vollständig bestimmen zu können.
  • 142. Kritik: Vellemans Einwand
    • Auch bei Einstellungen mit einer „world-to-mind-direction of fit “ bedarf es also mehr als nur dieses Kriteriums, um sie untereinander differenzieren und so Wünsche vollständig bestimmen zu können.
    • Entscheidende Frage: Unterliegen, wie exemplarisch von Anscombe unterstellt, Wünsche zusätzlich zu ihrer Erfüllbarkeitsbedingung noch einer Korrektheitsbedingung?
    • Geht es bei einem erfüllbaren Wunsch, einem „desire “ , nicht bloß darum, ein herbeiführbares Ziel herbeizuführen, sondern immer schon darum, nur solche Ziele herbeizuführen, die man (korrekter- oder inkorrekterweise) für wert hält, herbeigeführt zu werden?
  • 143. Kritik: Vellemans Einwand
    • Auch bei Einstellungen mit einer „world-to-mind-direction of fit “ bedarf es also mehr als nur dieses Kriteriums, um sie untereinander differenzieren und so Wünsche vollständig bestimmen zu können.
    • Entscheidende Frage: Unterliegen, wie exemplarisch von Anscombe unterstellt, Wünsche zusätzlich zu ihrer Erfüllbarkeitsbedingung noch einer Korrektheitsbedingung?
    • Geht es bei einem erfüllbaren Wunsch, einem „desire “ , nicht bloß darum, ein herbeiführbares Ziel herbeizuführen, sondern immer schon darum, nur solche Ziele herbeizuführen, die man (korrekter- oder inkorrekterweise) für wert hält, herbeigeführt zu werden?
    • Velleman: Diese Frage muß offenkundig mit „Nein! “ beantwortet werden.
  • 144. Kritik: Vellemans Einwand
    • Beispiel 1: Angenommen, jemand setzt sich, statt einen wichtigen Vortrag zu schreiben, den er am nächsten Morgen halten muß, vor den Fernseher, um eine Folge irgendeiner Seifenoper anzusehen, für die er noch nie Interesse gezeigt hat. Unter Humeschen Prämissen muß ihm dazu der Wunsch zugeschrieben werden, die Seifenoper anzusehen. Muß er aber des­halb meinen, sie sei seiner Aufmerksamkeit wert? Wohl kaum. Auch der naheliegende Ein­wand greift hier nicht, daß es ja gar nicht das Ansehen der Seifenoper sei, welches unser Protagonist als gut betrachtet, sondern das Vermeiden einer schwierigen und anstrengenden Arbeit. Denn da ihm der Vortrag wichtig ist, hält er es für gut, ihn fertigzuschreiben, und für schlecht, dies zu unterlassen, und würde vermutlich auf eine entsprechende Frage hin selbst dann noch in diesem Sinne antworten, wenn er bereits in seinem Fernsehsessel Platz genommen hat.
  • 145. Kritik: Vellemans Einwand
    • Beispiel 2: Instruktiv ist auch Williams ’ Beispiel des Ehemannes, der seiner Frau im Streit wütend den gemeinsamen Picasso über den Kopf schlägt. Auch für dieses Beispiel ließe sich die Behauptung schwerlich rechtfertigen, das Handeln des Mannes stehe unter der Zielsetzung, das herbeizuführen, was gut ist.
  • 146. Kritik: Vellemans Einwand
    • Beispiel 2: Instruktiv ist auch Williams ’ Beispiel des Ehemannes, der seiner Frau im Streit wütend den gemeinsamen Picasso über den Kopf schlägt. Auch für dieses Beispiel ließe sich die Behauptung schwerlich rechtfertigen, das Handeln des Mannes stehe unter der Zielsetzung, das herbeizuführen, was gut ist.
    • Michael Stocker schließlich demonstriert in seinem moralpsychologischen Essay Desiring the Bad an einer Reihe von Beispielen, daß man sich in depressiven oder verzweifelten Stimmungen etwas gerade deshalb wünschen kann, weil man es für schlecht hält. Dem selbstzerstörerischen Charakter solcher Stim­mungen und der mit ihnen einhergehenden Wünsche könnten wir nicht Rechnung tragen, analysierten wir Wünsche als den impliziten Versuch, das herbeizuführen, was gut ist.
  • 147. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ich fasse zusammen:
  • 148. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ich fasse zusammen:
    • 1) Durch das Kriterium der Passensrichtung sind weder Wünsche noch Überzeugungen zureichend bestimmt.
  • 149. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ich fasse zusammen:
    • 1) Durch das Kriterium der Passensrichtung sind weder Wünsche noch Überzeugungen zureichend bestimmt.
    • 2) Um beide jeweils von anderen Einstellungen mit derselben Passenrichtung abgrenzen zu können, müssen beide jeweils als zweistufig interpretiert werden.
  • 150. Kritik: Vellemans Einwand
    • Ich fasse zusammen:
    • 1) Durch das Kriterium der Passensrichtung sind weder Wünsche noch Überzeugungen zureichend bestimmt.
    • 2) Um beide jeweils von anderen Einstellungen mit derselben Passenrichtung abgrenzen zu können, müssen beide jeweils als zweistufig interpretiert werden.
    • 3) Überzeugungen sind von anderen Einstellungen mit einer „world-to-mind-direction of fit “ dadurch unterschieden, daß sie einer Korrektheitsbedingung unterliegen, insofern das, was sie erster Stufe repräsentieren, zweiter Stufe unter der Zielsetzung repräsentiert wird, daß das Repräsentierte wirklich der Fall und mithin die Überzeugung wahr ist. Wünsche dagegen unterliegen keiner Korrektheitsbedingung, sondern einer Erfüllbarkeitsbedingung: was sie erster Stufe als etwas Herbeizuführendes vorstellen, wird zweiter Stufe unter der Zielsetzung betrachtet, daß es sich herbeiführen läßt.
  • 151. Kritik: Vellemans Einwand
    • Hieraus ergibt sich, daß Wünsche keine rationalisierende oder rechtfertigende Funktion haben.
    • Denn wenn sie weder Propositionen der Form „p ist gut “ beinhalten noch das Gewünschte vom Subjekt für gut befunden werden muß, sprechen Wünsche in keinem (normativen) Sinne für eine Handlung.
    • Sie stellen (in Verbindung mit passenden Überzeugungen) weder motivierende noch normative Handlungsgründe bereit.
    • Selbst wenn Sich-etwas-zu-wünschen darin besteht, das Gewünschte insofern gutzuheißen, daß es als etwas Herbeizuführendes betrachtet wird, heißt das nicht, daß es damit für wert befunden wird, herbeigeführt zu werden.
    • In keiner möglichen Interpretation sind Wünsche Wertüberzeugungen und haben dementsprechend dieselbe rechtfertigende Kraft wie Phantasievorstellungen, nämlich gar keine.