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E-Books und E-Reader

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Wie verändern E-Books und E-Reader unser Leseverhalten? Antrittsvorlesung an der HTW Chur vom 23.10.2012.

Wie verändern E-Books und E-Reader unser Leseverhalten? Antrittsvorlesung an der HTW Chur vom 23.10.2012.

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  • 1. E-Books undE-ReaderWie verändern sie unser Leseverhalten?Rudolf Mumenthaler, HTW Chur
  • 2. Inhalt: Bücher und E-Books1. Einführung zu E-Books2. Verbreitung, Angebot3. Erwerben, Kaufen4. Verwalten und Speichern5. Lesen und Lesegeräte6. Lesen und Bearbeiten7. Ausblick
  • 3. Was ist ein E-Book? ‣ Was verstehen Sie unter einem E-Book?
  • 4. Ist dies ein E-Book?
  • 5. Oder dies?Ist das ein E-Book?
  • 6. Oder dies?Ist das ein E-Book?
  • 7. Oder dies?Was ist ein E-Book? ‣ Was verstehen Sie unter einem E-Book?
  • 8. Oder dies?Ist das ein E-Book?
  • 9. Definitionen von E-Books• technischer Ansatz • Formate (PDF, EPUB, Mobi u.a.), E-Book als System, multimediale Elemente, interaktive Elemente• ökonomischer Ansatz • kommerzielles Produkt, selbstproduziert, retrodigitalisiert• Nutzeransatz • auf eReader lesbar, online lesbar, E-Book als Variante des gedruckten Buches
  • 10. Was ist ein E-Book? ‣ „Ein E-Book ist ein Informationssystem, das digitale Inhalte und Funktionen für deren Nutzung auf Geräten bereitstellt.“ (Bruno Wenk) ‣ Andere Definitionen betonen die Nähe zum Konzept „Buch“ und bezeichnen das E-Book als dessen elektronische Version. ‣ Im Bibliothekswesen werden i.R. nur kommerzielle digital produzierte „Bücher“ als E- Books bezeichnet
  • 11. Buchmarkt: Durchbruch der E-Books? ‣ In USA: ja (aber...) ‣ Amazon verkauft mehr E-Books als gedruckte Bücher ‣ Anteil der E-Books am Buchmarkt um 20% ‣ Im deutschen Sprachraum: noch nicht ‣ Angebot kleiner, aber Tendenz wachsend (Amazon.de mit 122‘500 deutschsprachigen E-Books, Stand 10/2012) ‣ Verkaufszahlen/Umsatz: Anteil um 2%
  • 12. Preisvergleich Amazon.de Top 20 Bücher Kindle E-Books 10 % 5 % 1 20 % 6 8 65 % 5 > 5€ 5-9.99 € 10-19.99 € < 20 €
  • 13. Verbreitung von E-Books ‣ Studie von BITKOM 2012: ‣ in Deutschland nutzen 11% E-Books ‣ 2010 waren es erst 4%, die eine Anschaffung in Erwägung zogen ‣ 13% lesen Zeitungen elektronisch ‣ Tablets und E-Reader als Treiber http://www.bitkom.org/73639_73632.aspx
  • 14. Grundlagen zu E-Books
  • 15. E-Books-Formate‣ E-Books gibt es in verschiedenen Formaten (Dateiformaten)‣ Mit unterschiedlichen Funktionen und Möglichkeiten ‣ PDF, EPUB, Mobi u.v.m.‣ Die Dateien können offen oder eingeschränkt nutzbar sein ‣ Technischer Schutz mit DRM, sichtbare Markierung mit Wasserzeichen
  • 16. Digital Rights Management (DRM) ‣ Technischer Schutz, um Verbreitung von elektronischen Medien zu verhindern ‣ Bei E-Books aus kommerziellen Angeboten: ‣ DRM schränkt Nutzung auf individuellen Käufer ein ‣ Keine Weitergabe, keine Kopie, kein Ausdruck ‣ Systeme: Adobe Adept, Apple Fair Play, Amazon AZW
  • 17. E-Books im Format EPUB• Offener Standard (Version 2.01)• Basiert auf XHTML und XML (vergleichbar mit Webseite)• Flexibler Satzspiegel und Seitenumbruch, passt sich dynamisch an Bildschirm an • Keine festen Seitenzahlen, Zitierung erschwert • Keine Fussnoten, allenfalls Endnoten • ideal für kleinen Bildschirm (Smartphones, E-Reader)• Integration multimedialer Inhalte möglich• Problematische Darstellung von Formeln, von Bildern, Tabellen
  • 18. DRM: Adobe Adept‣ Kann via Adobe Digital Editions auf PCs und Macs gelesen werden, mit App Bluefire Reader auch auf iPad ‣ Verschiedene Reader unterstützen es: Sony, Nook, Kobo, Oyo etc.‣ Benötigt (einmalig) individuelle Adobe ID‣ Wird von vielen Bookstores verwendet (books.ch, Thalia, libri.de, Sony, Google Books)‣ Ist Grundlage für Onleihe
  • 19. E-Books im Format EPUB
  • 20. DRM: Apple FairPlay ‣ E-Books aus dem iBookstore können nur auf Apple-Geräten (Mac, iPad, iPhone) gelesen werden, die mit der Apple-ID des Käufers verbunden sind ‣ Das Format ist EPUB ‣ Apple setzt auf multimediale E-Books, sog. iBooks, die sich ideal auf dem iPad betrachten lassen (Format .iba)
  • 21. E-Books im Format Mobipocket• Offener Open eBook Standard• Ursprünglich für e-Texte auf Handhelds entwickelt• MOBI kann selbst hergestellt werden (Software MobiPocket Creator, Calibre)• Einsatz im iRex (†) und Kindle• Kindle mit eigener Version AZW (inkl. eigenem DRM)
  • 22. DRM: Amazon AZW‣ Amazon setzt für die Kindle E-Books das Mobipocket-Format mit eigenem DRM ein‣ Kindle E-Books können nur auf Kindle Readern oder mit Kindle-Software gelesen werden, die mit dem eigenen Konto verbunden sind ‣ Apps für PC, Mac, iPad, iPhone, Android...‣ Dafür bietet Amazon eine Synchronisierung der Geräte untereinander an‣ Neu: Ausleihe an Freunde
  • 23. E-Books im PDF-Format• PDF etabliert bei e-Journals und im Wissenschaftsbereich• Vorteil: fixes Layout • Fester Zeilen- und Seitenumbruch • Darstellung von Grafiken, Formeln etc.• Wird theoretisch von allen PCs und Readern unterstützt• Mit oder ohne DRM (ADEPT von Adobe)
  • 24. Wissenschaftliche E-Books ‣ Offenes PDF (ohne DRM) als Standard ‣ Lizenzierung/Kauf durch Hochschulbibliothek ‣ Zugriff auf Netzwerk der eigenen Hochschule beschränkt ‣ Hochschulangehörige können von ausserhalb zugreifen (VPN, EZ Proxy...) ‣ Download ganzer Werke ist nicht erlaubt (wird von Verlagen als Kopie interpretiert)
  • 25. PDF bearbeitenmit GoodReaderauf iPad
  • 26. Lesegeräte
  • 27. E-Reader vs Tablets ‣ E-Book-Reader 2. Generation ‣ Sony Touch ‣ Kindle 3 ‣ Nook Colour ‣ Cool-ER ‣ Kobo ‣ ....
  • 28. E-Book-Reader 3. Generation ‣ Kindle Touch ‣ Kindle Paperwhite (129 €) ‣ Nook 2 ‣ Kobo Touch • mit Touchscreen • rel. günstiger Preis
  • 29. Technologie: E Ink ‣ Prinzip der Elektrophorese ‣ 1990 am MIT erfunden, Firma E Ink) ‣ elektrisch geladene weisse Teilchen in gefärbtem Öl, gesteuert durch Stromfluss
  • 30. Vor- und Nachteile von E Ink ‣ Vorteile ‣ Nachteile ‣ papierähnliche Anzeige ‣ langsamer Bildwechsel ‣ stabiles Bild, kein (Flackern) Flimmern ‣ träger Bildaufbau ‣ breiter Sichtwinkel ‣ keine Animation möglich ‣ reflektiert Umgebungslicht ‣ nur Graustufen ‣ hoher Kontrastumfang ‣ limitierter Touchscreen ‣ engergiesparend
  • 31. multifunktionale Tablets als E-Reader• iPad von Apple verhilft dem Konzept Tablets zum Durchbruch • Keine dedizierten E-Book-Reader • Multifunktionale Geräte • Unter vielem anderem auch für eBooks… • Apps für verschiedene Plattformen (Kindle, iBooks, books.ch etc.) • Multimedia-Inhalte • Integrierter Webzugriff (WLAN oder 3G) • Sehr schnell, sehr mobil
  • 32. Konkurrenz fürs iPad• Android• mit 9/10 Zoll-Bildschirm • Samsung Galaxy Tab 10.2 • ASUS Eee Pad Transformer • Lenovo Thinkpad• mit 6-Zoll-Bildschirm • Kindle Fire • Google Nexus• Windows 8 • Microsoft Surface • uvm...
  • 33. Vor- und Nachteile Tablets ‣ Vorteile ‣ Nachteile ‣ multifunktionale Geräte ‣ kürzere Akkulaufzeit ‣ multimediale Inhalte ‣ flimmernder Screen (von Qualität und Auflösung ‣ Apps für diverse E- abhängig) Book-Plattformen ‣ Sonnenlicht störend ‣ Verlinkung mit WWW ‣ höheres Gewicht ‣ Bearbeiten von Dokumenten
  • 34. mobile Nutzung von Medien
  • 35. Besitz von E-Readern und Tablets (USA)20"% 19 % Cell phone Desktop computer Laptop computer15"% mp3 player Game console e-Book reader 12 % Tablet computer 10 %10"% 9% 8% 5% 5"% 4% 4% 3% 4% 3% 3% 2% 0"% Apr*09 Sept*09 Dec*09 Jan*10 May*10 Sept*10 May*11 Aug*11 Jan*12
  • 36. Unterschiede zwischen E-Books undBüchern
  • 37. Was ist bei E-Books anders?AuswählenBücher E-Books• Stöbern in der • Stöbern im Online-store Buchhandlung • Vorschläge und• Online Suchen bei Amazon Leseproben bei Textunes oder anderswo • Suchen im• Suchen im Bibliothekskatalog Bibliothekskatalog
  • 38. Was ist bei E-Books anders? KaufenBücher E-Books• Kaufen in beliebiger • Kaufen online für bestimmte Plattform Buchhandlung und/oder • Amazon oder books.ch, Thalia oder• Online kaufen (books.ch, iBookstore - abhängig vom Lesegerät Amazon) • Download ohne Wartezeit• Heimlieferung oder abholen • Preis etwas günstiger als billigste• Wartezeit Printausgabe• Preis: Hardcover oder • diskreter Kauf Taschenbuch
  • 39. KaufverhaltenJeff Bezos (Amazon):„Kindle-Kunden in Deutschland kaufen in denzwölf Monaten nach der Kindle-Anschaffungdreimal so viele Bücher bei uns wie vor demKauf. Sie kaufen jedoch nicht nur mehr E-Books, sondern auch mehr Papier-Bücher. Siekaufen beides.“ http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article109822043/Die-Leute-lesen-sogar-im-Supermarkt.html
  • 40. Kaufverhalten Studie der Universität Hamburg, Institut für Marketing und Medien (2012): „Eine Kannibalisierung gedruckter Bücher findet kaum statt.“ 22 Prozent der E-Book-Nutzer kaufen auch mindestens drei gedruckte Hardcover-Bücher im Jahr - verglichen mit 15 Prozent der Befragten, die keine E- Books lesen.http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/computer_nt/article109745065/E-Book-Leser-kaufen-weiterhin-gedruckte-Buecher.html
  • 41. Was ist bei E-Books anders? Verwalten, SpeichernBücher E-Books• Aufstellen in privater • Speichern und organisieren Bibliothek auf diversen Plattformen• Ausleihen, weitergeben, • z.T. gespeichert in der Cloud verschenken, weiterverkaufen • Nur für persönliche Nutzung, keine Weitergabe
  • 42. Was ist bei E-Books anders?LesenBücher
  • 43. Vorteil Buch ‣ braucht keine Hardware, keinen Strom ‣ fühlt sich gut an, „gemütlich“ ‣ gute Übersicht durch Blättern
  • 44. Vorteil E-Book• kein Gewicht• immer dabei, riesige Auswahl• Volltextsuche nach Textstellen• Buchzeichen, Kommentare• kann auf mehreren Geräten gleichzeitig gelesen werden (aber: DRM)• ressourcenschonend, umweltfreundlich• diskretes Lesen
  • 45. Nachteil Buch• Gewicht: schwere Koffer, Schultaschen etc.• kann nur eine Person aufs Mal lesen• Preis
  • 46. Nachteil E-Book• Abhängig von Lesegerät• Jede LeserIn braucht ein Lesegerät ‣ für Familien entstehen relativ hohe Kosten (aber: Geräte kosten z.T. unter 100 Fr.) ‣ E-Books sind nicht übertragbar
  • 47. Leseverhalten bei E-Books• Jederzeit und überall• mehrere E-Books parallel• Browsen
  • 48. Leseverhalten bei E-Books Jeff Bezos: „Unsere Zahlen sagen uns aber, dass die Kunden insgesamt mehr lesen. [...] Man kann seine gesamte Bibliothek mit sich herumtragen. Die neuen Kindle lassen sich leichter lesen als ein gedrucktes Buch. Die Leute lesen am Flughafen, sogar in der Supermarktschlange, überall.“ http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article109822043/Die-Leute-lesen-sogar-im-Supermarkt.html
  • 49. Leseverhalten auf Tablets (iPad)• E-Books mit multimedialen Inhalten• Lesen von E-Books parallel zu • Lesen von Zeitungen, News, Multimedia • Bearbeiten von Mails, Texten etc. • Nutzen von Social Media...• weniger konzentriert (Multitasking)
  • 50. Nutzung wissenschaftlicher E-Books• Kapitelweises Angebot reisst Texte aus ihrem Kontext• Herkunft der auf dem Reader oder PC gespeicherten Texte ist oft unklar• korrektes Zitat ist erschwert• Einsatz einer Referenz-Management-Software ist sinnvoll
  • 51. Wissenschaftliche Artikel und Bücherverwalten ‣ Software zum Verwalten von Metadaten und von elektronischen Dokumenten ‣ Import aus dem Web, aus Bibliothekskatalogen, Fachdatenbanken oder von Amazon/Google Books ‣ Beispiele: Citavi, RefWorks, EndNote, Mendeley
  • 52. Entwicklungen• Tablets• E-Book-Reader• E-Books
  • 53. Entwicklungen: Lesegeräte• Tablets boomen • 7-Zoll-Tablets (Kindle Fire, Google, Apple iPad Mini)• Nachfrage nach multimedialen Inhalten wird steigen• E-Book-Reader als günstige Nischenprodukte • E-Book-Reader v.a. zum Lesen von Belletristik unterwegs• E-Books im Browser lesen (dank HTML5)
  • 54. Browser als E-Reader
  • 55. Entwicklungen: E-Books• E-Books als Wachstumsmarkt• Preisdruck durch die grossen Player (Amazon, Google, Apple, ev. Microsoft (Nook)• EPUB 3 als neuer Standard • Auf Grundlage von HTML5• Kinderliteratur als Markt für enhanced E-Books ‣ werden auf Tablets konsumiert ‣ besonders auf iBooks 3 und iPad Mini?
  • 56. Entwicklungen: E-Books• DRM wird noch stärker unter Druck geraten• sichtbares Wasserzeichen statt technischer Einschränkungen• neue Geschäftsmodelle: Flatrate für E-Books (z.B. Amazon Prime)• Ausleihe von E-Books an Freunde (eben von Amazon in Deutschland eingeführt)• Modell Print+ (analog zu wiss. Zeitschriften und Tageszeitungen)?
  • 57. Entwicklungen: Wissenschaft• digitale Lehrbücher mit grossem Potential (Multimedialität) • Selbstproduktion durch Dozierende und Forschende • ev. unterstützt durch Hochschulbibliothek• Herausforderung des Zugriffs für Nicht- Hochschulangehörige in Bibliotheken• interaktive Plattformen der Wissenschaftsverlage statt einzelner Monographien (Beispiel: http:// link.springer.com
  • 58. Ausblick• Was tun wir an der HTW?• Projektkurs E-Books• Vorbereitung KTI-Projekt• Kooperation mit ETH-Bibliothek: Tests von Geräten• Traum: Kooperation im Departement MIK von Technikern, Multimedia-ProduzentInnen und InformationswissenschaftlerInnen zum Thema Produktion von E-Books
  • 59. ft: E-book s alsZ ukunErgä nzun g zu Büch ern?g edru ckten
  • 60. ankTh youProf. Dr. Rudolf MumenthalerHTW Churrudolf.mumenthaler@htwchur.chwww.ruedimumenthaler.ch

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