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Israel bauboom in der weißen stadt - Zeit online
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Israel bauboom in der weißen stadt - Zeit online

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Tel Avivs Stadtbild prägt die Bauhaus-Architektur. Jetzt ändert sich die Stadt rasant: Wolkenkratzer werden gebaut. Der Fotograf Ron Shoshani dokumentiert diesen Wandel …

Tel Avivs Stadtbild prägt die Bauhaus-Architektur. Jetzt ändert sich die Stadt rasant: Wolkenkratzer werden gebaut. Der Fotograf Ron Shoshani dokumentiert diesen Wandel

Ron Shoshani rast durch die leeren Straßen Tel Avivs. Vor der Rush-Hour und den allmorgendlichen Staus bleibt ihm nur wenig Zeit. Das Wetter ist perfekt für sein Vorhaben. Sein Ziel ist ein Wolkenkratzer in Ramat Gan, dem Börsenviertel von Tel Aviv. Noch ist der Wolkenkratzer ein Rohbau. Ron Shoshani packt sein Fotoequipment und steigt die Treppe hinauf, 40 Stockwerke. Der Fahrstuhl für die Bauarbeiter ist vor Arbeitsbeginn nicht in Betrieb.

"Der Skyline Tel Avivs steht bis 2020 ein dramatischer Wandel bevor. 25 neue Wolkenkratzer werden sich in den Himmel strecken. In meinen Arbeiten halte ich die Veränderung in einer Art Zeitkapsel fest", sagt Ron Shoshani über seine Fotografien. Vor gut zwei Jahren begann er auf dem Dach des Hochhauses in Ramat Gan, die Veränderungen der Architektur Tel Avis zu dokumentieren. Im Zentrum seines ersten Motivs stand das Azraeli-Center.

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  • 1. ISRAELBauboom in der weißen StadtTel Avivs Stadtbild prägt die Bauhaus-Architektur. Jetztändert sich die Stadt rasant: Wolkenkratzer werden gebaut.Der Fotograf Ron Shoshani dokumentiert diesen Wandel.Von Florian Mebes● VON: Florian Mebes● 18.05.2012 ­ 11:38 Uhr © RonshoDer Fotograf Ron Shoshani dokumentiert die Änderungen von Tel Avivs Architektur.Ron Shoshani rast durch die leeren Straßen Tel Avivs. Vor der Rush-Hour und denallmorgendlichen Staus bleibt ihm nur wenig Zeit. Das Wetter ist perfekt für seinVorhaben. Sein Ziel ist ein Wolkenkratzer in Ramat Gan, dem Börsenviertel von TelAviv. Noch ist der Wolkenkratzer ein Rohbau. Ron Shoshani packt sein Fotoequipmentund steigt die Treppe hinauf, 40 Stockwerke. Der Fahrstuhl für die Bauarbeiter ist vorArbeitsbeginn nicht in Betrieb.
  • 2. "Der Skyline Tel Avivs steht bis 2020 ein dramatischer Wandel bevor. 25 neueWolkenkratzer werden sich in den Himmel strecken. In meinen Arbeiten halte ich dieVeränderung in einer Art Zeitkapsel fest", sagt Ron Shoshani über seine Fotografien. Vorgut zwei Jahren begann er auf dem Dach des Hochhauses in Ramat Gan, dieVeränderungen der Architektur Tel Avis zu dokumentieren. Im Zentrum seines erstenMotivs stand das Azraeli-Center.Der Komplex besteht aus drei Hochhäusern und liegt an derAyalon-Hauptverkehrsader. Zentral in Shoshanis Bild treffen sich dort der Ayalon unddie Menachim-Begin-Straße. Eine Wolkenbank läuft von den oberen Bildrändern direktauf das darunter liegende Wahrzeichen der Finanz- und IT-Metropole. Die Stadtmitteist zu überblicken, am rechten Horizont das Mittelmeer. Nach der Veröffentlichung aufFacebook erntete Shoshanis Foto auf Anhieb etwa 2.000 "gefällt mir"."Meine Cityscapes oder Urbanen Landschaften haben eine besondere Atmosphäre. Ichfasse die Energie der Stadt mit der Idee und Logik, die in der Stadtplanung allgemeinund der Planung eines spezifischen Gebäudes stecken, die letztendlich den Menschendienen sollen, in einem Gedanken zusammen", sagt Shoshani. Die Kommentare zu seinenim Internet veröffentlichten Arbeiten sprechen für sich: Die Tel Avivim, wie die BürgerTel Avivs in Israel genannt werden, entdecken ihre eigene Stadt neu.Auch das Zentrum ändert sichShoshanis Familie wanderte vor etwa 100 Jahren aus Litauen nach Israel ein. SeineVorfahren erbauten Tel Aviv. Er wuchs mit den Geschichten aus der Anfangszeit derwegen ihrer Bauhaus-Gebäude sogenannten "weißen Stadt" auf. Seine Liebe zu Tel Avivreflektiert er in seinen fotografischen Arbeiten. Shoshani ist Autodidakt, er absolviertekeine Ausbildung als Fotograf und besuchte keine Kunsthochschule. Heute lebt er alleineim nördlichen Stadtteil Ramat Aviv in der Nähe der Universität Tel Aviv.In den Vororten entstehen Hochhäuser, der Stadtteil Givatajim wird sich beiplanmäßigem Bau in fünf Jahren mit dem Titel des höchsten Gebäudes Israelsschmücken können. Doch auch bei einem Spaziergang durch die Innenstadt wird diearchitektonische Veränderung sichtbar: An der Strandpromenade in Richtung Jaffa, derarabischen Altstadt, reiht sich Baustelle an Baustelle. Zu den Hotelbettenburgenkommen Eigentumskomplexe mit Meerblick. In der Dizengoffstraße, EckeFrishmanstraße, befindet sich ein weiterer kurz vor der Fertigstellung.Tel Aviv vibriert Tag und NachtIm südlichen Abschnitt des renommierten Rothschild-Boulevards entstanden gleich
  • 3. mehrere Apartmenthochhäuser; weitere werden errichtet. Ein QuadratmeterEigentumswohnung kann hier besonders gewinnbringend veräußert werden, undaufgrund des Platzmangels gibt es nur eine Richtung für Neubauten: nach oben. Dieälteste und bekannteste Flaniermeile mit ihren klassischen Stadtvillen, links und rechtseinspurige Fahrbahnen für Kraftfahrzeuge und in der Mitte eine großzügige Allee fürFußgänger und Radfahrer, verdeutlicht den Wandel signifikant.Tel Aviv, "die weiße Stadt", die sich dank ihrer vielen Gebäude in Bauhaus-Architekturmit einem UNESCO-Weltkulturerbe schmücken darf, lebt. Und vor allem lebt dieseStadt rasant. "In zehn bis 15 Jahren werden die Bewohner Tel Avivs nostalgischzurückblicken. Tel Aviv ist schnell, Tel Aviv vibriert 24 Stunden am Tag und siebenTage die Woche, das gibt den Menschen kaum Zeit zum Durchatmen", sagt RonShoshani. "Ich möchte die Wahrnehmung im Ausland ändern. Bisher steht Israel eherfür Soldaten, Kriege und Terroranschläge oder religiöse Menschen und Wahrzeichen –eben durch die Bilder, die im Bewusstsein der Betrachter verankert bleiben." © Ron ShoshaniDer Fotograf Ron Shoshani zeigt Tel Aviv auf besondere Weise.Die Touristen, die dennoch kommen, sind oft überrascht: "Manche berichten mir später,welch unerwartet positive Erfahrungen sie hier gesammelt haben. Sie konnten erleben,dass Tel Aviv eine hohe Lebensqualität, Geschichte und Kultur zu bieten hat. Nicht zuvergessen das Kulinarische." So es ihm die Zeit erlaubt, führt Shoshani ambitionierteHobbyfotografen durch die Stadt und beobachtet mit Freude ihre Versuche, seinePerspektiven einzunehmen: "Es freut mich immer, Freunde und Touristen aus allerWelt zu treffen und zusammen auf Fototour zu gehen." Über Facebook und Twitterkontaktieren ihn viele Menschen: Sie wollen die Plätze besuchen, die sie auf seinenBildern gesehen haben. "Wir gehen zusammen zum Hafen, zum Strand, in die Geschäfts-
  • 4. und Kulturviertel – und manchmal auch ins Tel Aviver Nachtleben", sagt Shoshani.Das spezielle an Ron Shoshanis Fotografien ist die Kombination aus Technik undVorbereitung: Das wichtigste sei, die richtige "Location" zu finden – und dannherauszufinden, welche Winkel die besten sind und von welchen Dächern oder Kränen eram besten fotografieren kann. Das kritischste Element aber sei, das Wetter zuverstehen, die Zeiten des Sonnenauf- und -untergangs, die UV-Strahlung,Windgeschwindigkeit und vieles mehr: "Ich muss das Licht verstehen und auch, wie esauf die Wolkenkratzer fällt – anders kann ich keine urbanen Landschaftenfotografieren", sagt Shoshani. Er fotografiert gerne frühmorgens, wenn die Luft nochnicht durch den Autoverkehr verschmutzt ist.Später bearbeitet er seine Bilder digital, aber: "Wenn das Original-Material nicht gutgenug ist, muss ich alles von vorne wiederholen."Die Dynamik des Alltags bringt Shoshani ins FotoShoshanis Bildgestaltungsprozess führt zu einem Resultat, das Tel Aviv in vollemDynamikumfang und mit einem Farbenreichtum darstellt, wie sie dem gewöhnlichenBetrachter im alltäglichen Leben verborgen bliebe. "Mein Geheimnis ist, dass ich einguter Meteorologe geworden bin", sagt er schmunzelnd. ANREISE Mehrere deutsche Airlines fliegen während des ganzen Jahres nach Israel, unter anderem Air Berlin, Germanwings, Tuifly und Lufthansa. Die Preise variieren stark ja nach Jahreszeit. In den Wintermonaten ist es möglich Schnäppchen zum Preis um die 200 Euro zu machen. Der einzige internationale Flughafen des Landes ist der Ben­Gurion­Flughafen bei Tel Aviv. Vom Stadtflughafen "Sde Dov" in Tel Aviv starten Inlandsflüge nach Eilat am Roten Meer. UNTERKUNFT An der Strandpromenade reiht sich Hotel an Hotel. Vom einfachen, preiswerten Hostel bis hin zum Luxushotel wird jeder Anspruch bedient. Rucksackreisende oder Junge auf Städtereise finden beispielsweise im Florentine Hostel, im Stadtteil Florentin, eine günstige Unterkunft. Homepage: http://florentinehostel.com/, Preise: 15 bis 50 Euro, je nach Art der Unterkunft. Ein Hotel im mittleren Preissegment ist das Hayarkon 48, etwa 100 Meter vom "Jerusalem­Strand" entfernt. Hier trifft man ebenfalls viele junge Menschen aus aller Welt an. Preise 20 bis 80 Euro, je nach Art der Unterkunft. Für Reisende, die es gerne etwas gediegener angehen möchten, bieten u.a. die Hotels der Dan­Gruppe angenehme Unterkünfte. Zimmer gibt es dort ab 280 Euro pro Nacht AKTIVITÄTEN Das "Tel Aviv Museum of Art", von Ron Shoshani auch schon abgelichtet, zeigt bis Ende Juli 2012 eine Ausstellung zur zeitgenössischen Fotografie. Unter dem Motto "Making room – contemporary Israeli photography" werden Arbeiten zu den Schwerpunkten Landschaften, urbane Umgebung und häuslichem Raum präsentiert.Die erste Phase seines Langzeitprojekts ist abgeschlossen. Dieses Jahr stehen weitere
  • 5. Ausstellungen auf dem Programm und eine intensivierte Suche nach einem Herausgebereines Bildbandes. Das nächste Projekt ist Jerusalem, die symbolträchtige Hauptstadt, inder eine seiner Ausstellungen im letzten Jahr besonders viel Aufmerksamkeit erhielt:"Das Reizvolle an Tel Aviv ist die Dynamik. Das konträre, aber nicht weniger attraktiveist Jerusalems Beständigkeit, die wahrscheinlich noch herausfordernder ist."Die größte Herausforderung aber kommt erst in einigen Jahren. Ron Shoshanis Wunsch:"In zehn bis 15 Jahren möchte ich an meine Tatorte zurückkehren und die Ergebnisseeinander gegenüberstellen."● QUELLE: ZEIT ONLINE● ADRESSE: http://www.zeit.de/reisen/2012­05/tel­aviv­ron­shoshani/komplettansicht