John beverly robinson - egoismus

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John beverly robinson - egoismus

  1. 1. Egoismus<br />Von John Beverly Robinson (Englisch) ins Deutsche übersetzt von Florian Grebner<br />Es gibt kein Wort was generell so fehlinterpretiert wird wie das Wort Egoismus in seiner heutigen Bedeutung. Zuerst soll es mutmaßlich die Widmung der eigenen Interessen ohne Rücksicht auf die Interessen anderer sein. Es ist folglich das Gegenteil von Altruismus – die Widmung anderer und Selbstaufopferung. Diese Interpretation ist folglich genau entgegengesetzt der Verwendung des Wortes von Herbert Spencer<br />Wieder wird es mit Hedonismus, Eudämonismus oder Epikureismus, Philosophien, die das Erreichen von Lust oder Glück oder Vorteilen unterrichten, je nachdem welche Phrase man für es wählt, es ist die Regel des Lebens, verbunden.<br />Moderner Egoismus, wie er von Stirner und Nietzsche vorgelegt und von Ibsen, Shaw und anderen erklärt wurde, ist all dies; aber er ist mehr. Es ist die Realisierung des Individuums, dass er ein Individuum ist; das, soweit er betroffen ist, er das einzige Individuum ist.<br />Jeder von uns steht alleine in der Mitte des Universums. Er ist umgeben von Zeichen und Geräuschen, welche er als Außerhalb von sich selbst deutet, alles was er von ihnen weiß sind die Impressionen auf seiner Netzhaut und seines Trommelfells und anderer Sinnesorgane. Das Universum wird für ihm durch diese Empfindungen gemessen; sie sind, für ihm, das Universum. Einige von ihnen interpretiert er als Kennzeichen anderer Individuen, welche er als mehr oder weniger wie er selbst begreift. Aber keine von denen ist er selbst. Er steht abseits. Sein Bewusstsein und seine Wünsche und Befriedigung die er erfährt sind einzigartige Sachen; kein anderer kann sie erfahren.<br />Hingegen können deine Frau, Kinder und Freunde dir Nah und Lieb sein, sie sind nicht du. Sie sind außerhalb von dir. Du bist für immer alleine. Deine Gedanken und Emotionen sind komplett dein. Es gibt keinen anderen, der deine Gedanken oder Gefühle erlebt.<br />Ohne Zweifel gibt es dir Freude, wenn andere so denken wie du und sie informieren dich darüber über die Sprache; oder wenn andere dieselben Dinge genießen wie du es tust. Außerdem, getrennt davon, dass sie dieselbe Sache wie du genießen, gibt es dir Freude zu sehen wie sie in irgendeiner Weise Spaß haben. Eine solche Befriedigung des Individuums ist die Freude der Sympathie, eine der intensivsten Freuden, die für die meisten Menschen möglich ist. Übereinstimmend mit deiner Sympathie wirst du Freude an deinen eignen Glück oder in den Glück anderer Menschen finden; aber es wird immer dein eigenes Glück sein was du suchst. Der tiefgründigste Egoist kann der vollendete Altruist sein; aber er weiß im Grunde, dass sein Altruismus nichts ist als Genusssucht.<br />Aber Egoismus ist mehr als dies. Es ist die Realisierung eines Individuums, dass er über allen Institutionen und allen Formeln steht; dass sie nur so weit existieren wie er sie sich zu eignen macht indem er sie akzeptiert.<br />Wenn du klar siehst, dass du der Takt des Universums bist, dass alles was existiert für dich nur so weit existiert wie es von deinem Bewusstsein abgebildet wird, wirst du ein neuer Mann; du siehst alles in einen neuen Licht: Du stehst auf einen Gipfel und spürst den frischen Wind der dir ins Gesicht bläst; und findest neue Stärke und Stolz in ihm.<br />Was auch immer du für Götter anbetest, du realisierst, dass sie deine Götter sind, ein Produkt deines eigenen Verstandes, grauenhaft oder liebenswürdig, so wie du wählen konntest sie darzustellen. Du hältst sie in deiner Hand und spielst mit ihnen wie ein Kind mit seiner Puppe; du hast gelernt sie nicht zu fürchten, dass sie nichts weiter sind als „Vorstellungen von deinen Herzen“. <br />All die Ideale welche Menschen für Realitäten halten, du hast gelernt durch sie zu sehen; du hast gelernt, dass sie deine Ideale sind. Ob du sie erfunden hast, was ungewöhnlich ist, oder die die Ideale eines anderen akzeptiert hast, macht keinen Unterschied. Sie sind deine Ideale nur so weit wie du es akzeptierst. Der Priester ist nur solange Ehrfürchtig wie du ihn für verehrungswürdig hältst. Wenn du aufhörst ihn zu verehren ist er nicht mehr Ehrfürchtig für dich. Du hast die Macht Priester zu erschaffen und abzuschaffen so leicht wie du Götter erschaffen und abzuschaffen kannst. Du bist derjenige von dem die Dichter sagen, dass er sich nicht bewegt, obwohl das Universum um ihn in seine Teile zerfällt.<br />Und all die anderen Ideale von denen Menschen bewegt werden, von denen Menschen versklavt werden, bei denen Menschen sich selbst plagen, haben keine Macht über dich; Du hast nicht länger Angst vor ihnen, seit du sie als dein eigenes Ideal weist, gemacht in deinen eigenen Verstand, für deine eigene Freude, geändert werden oder ignoriert werden, einfach indem du wählst sie zu ändern oder ignorieren. Sie sind deine eigenen kleinen Tiere mit denen du spielen kannst; nicht um dich fürchten zu können.<br />„Der Staat“ oder „Die Regierung“ wird von vielen idealisiert als eine Sache die über ihnen steht, verehrt oder gefürchtet wird. Sie nennen es „Mein Land“ und wenn du die magischen Wörter ausstößt werden sie eilen um ihre Freunde, welche sie nicht mit mehr als einen Nadelstich verletzten würden, wenn sie nicht von ihren Ideal vergiftet und geblendet werden, zu töten. Die meisten Menschen werden unter den Einfluss von Idealen ihrer Vernunft beraubt. Bewegt durch Ideale von „Religion“ oder „Patriotismus“ oder „Sittlichkeit“ sausen sie zu den Kehlen der anderen – sie, welche sonst oft die sanftesten Menschen sind! Aber ihre Ideale sind für sie wie die „fixe Ideen“ des Wahnsinnigen. Sie werden irrational und unverantwortlich unter den Einfluss ihrer Ideale. Sie werden nicht nur andere zerstören, ihre eigenen Interessen werden auch ganz untergehen, und eilen wie verrückt danach sich selbst zu zerstören, ein Opfer für das alles verschlingende Ideal. Eigenartig, ist es das nicht für den der mit einem philosophischen Verstand darauf schaut?<br />Aber der Egoist hat keine Ideale, aus dem Wissen, dass seine Ideale nur seine Ideale sind, wird er ihn von ihrer Dominanz befreit. Er handelt nach seinen eigenen Interessen, nicht nach den Interessen von Idealen. Er wird keinen Mann hängen noch ein Kind schlagen im Interesse der „Sittlichkeit“, wenn es ihm unangenehm ist dies zu tun.<br />Er hat keine Ehrfurcht vor „dem Staat“. Er weiß, dass „die Regierung“ nichts ist außer eine Sammlung von Menschen, welche zum Großteil genau so große Narren wie er selbst sind, viele von ihnen jedoch größere. Wenn der Staat Sachen tut die ihm nützen, wird er sie unterstützen; wenn er ihn angreift und in seine Freiheiten eingreift, wird er sie um jeden Preis, mit allen was in seiner Macht steht, umgehen, wenn er nicht stark genug ist ihnen zu widerstehen. Er ist ein Mann ohne Staat.<br />„Die Flagge“, die viele Menschen lieben, wie Menschen immer Symbole lieben, das Symbol mehr verehren als das Prinzip welches es darstellt, für den Egoisten ist es nichts mehr als ein eher unharmonisches Stück Pfuschwerk; und jeder kann über sie laufen oder darauf spucken, wenn sie das wollen, ohne das ihm seine Emotionen mehr erregt werden, als wenn jemand über eine Plane lief oder darauf spuckte. Die Prinzipien die es symbolisiert wird er aufrecht erhalten solang es seinen Vorteil dient sie aufrecht zu erhalten; aber wenn das Prinzip voraussetzt, dass er Menschen tötet oder getötet wird, wirst du ihm demonstrieren müssen welchen Nutzen er davon erhält wenn er tötet oder getötet wird, bevor du ihn dazu überreden kannst sich daran zu halten.<br />Wenn der Richter das Gericht in seiner Amtskleidung betritt, (Richter und Minister und Professoren kennen den Wert von Amtskleidung bezüglich Beeindruckung der Bevölkerung) ist der Egoist unerschrocken. Er hat nicht einmal Respekt für „Das Gesetz“. Wenn es passiert, dass das Gesetz ein Vorteil für ihn ist wird er seinen Nutzen daraus ziehen; wenn es seine Freiheit angreift wird er es so weit überschreiten wie er denkt, dass es klug ist. Aber er wird es nicht als etwas Überirdisches betrachten. Es ist für ihn die plumpe Kreation von denen die noch „im Dunkeln sitzen“.<br />Noch beugt er sich der Sittlichkeit - heilige Sittlichkeit! Einige ihrer Gebote kann er akzeptieren, wenn er sich dazu entscheidet; aber du kannst ihn nicht erschrecken indem du ihm sagst, dass es nicht „recht“ ist. Er zieht es normalerweise vor nicht zu töten oder zu stehlen; aber wenn er töten oder stehlen muss um sich selbst zu retten, wird er es mit guten Herzen tun, und ohne Skrupel des „Gewissens“. Und „Sittlichkeit“ wird ihm niemals dazu überreden andere zu verletzen wenn es keinen Vorteil für ihn bringt. Er wird nicht zwischen einer Gruppe von „weißen Mützen“, die züchtigen und arme Teufel verbrennen, weil ihre Aktionen nicht mit dem Diktat der „Sittlichkeit“ übereinstimmen, gefunden werden, obgleich sie jemanden verletzt haben bei solchen Aktionen. Noch wird er mit einer Hand bei der Verfolgung hilfloser Mädchen helfen, und sie auf die Straße werfen, wenn er durch ihre Hände kein Leid erfahren hat.<br />Zu seinen Freunden – für die die Wahrheit von ihm verdient haben – wird er die Wahrheit erzählen; aber du kannst nicht die Wahrheit von ihm erzwingen, weil ihm „bange ist eine Lüge zu erzählen“. Er hat keine Angst, nicht einmal vor dem Meineid, da er weiß, dass Eide nichts sind außer Vorrichtungen um den Verstand zu versklaven durch einen Appell an übernatürliche Ängste.<br />Und für all die anderen kleinen, zarten Ideale mit denen wir unseren Verstand gefesselt haben und zu dem wir unser unbedeutendes Leben geschrumpft haben; sie sind für den Egoisten wie nicht vorhanden.<br />„Kindliche Liebe und Respekt“ wird er seinen Eltern geben wenn sie es erworben haben indem sie es verdient haben. Wenn sie ihm im Kindesalter geschlagen haben und verachtet haben in der Kindheit und tyrannisiert haben als Erwachsenen, kann er sie leben trotz der Misshandlung; aber sie haben sich seiner Zuneigung entfremdet, sie werden sie nicht wieder erwecken durch ein Appell an seine „Pflicht“.<br />Kurz, Egoismus ist nicht die moderne Interpretation, es ist die Antithese, nicht vom Altruismus, aber vom Idealismus. Der normale Mensch – der Idealist – unterordnet seine Interessen den Interessen seines Ideals, und normalerweise leidet er dafür. Der Egoist wird von keinen Ideal eingewickelt: Er verwirft sie und benutzt sie erneut, wie sie zu seinen Interessen passen. Wenn er es mag altruistisch zu sein, wird er sich für andere Opfern; aber nur weil er es so tun möchte; er erwartet keine Dankbarkeit noch Ruhm dafür.<br />

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