Homo socio-ökonomikus?

986 views
868 views

Published on

Feine Unterschiede von Markt und Firma: Ein Vergleich der Firmentheorien von Coase und Bourdieu mit dem Schwerpunkt auf Pierre Bourdieus Feldtheorie.

Published in: Business
0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total views
986
On SlideShare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1
Actions
Shares
0
Downloads
4
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

No notes for slide

Homo socio-ökonomikus?

  1. 1. Fotos: Homo socio-ökonomikus? Feine Unterschiede von Markt und Firma Veronika Gruber und Gerald Czech
  2. 2. Feldtheorie?
  3. 3. Der Markt – ein ökonomisches Feld!
  4. 4. Der Markt – ein ökonomisches Feld • In dem Firmen gegründet werden – die wiederum selber das ökonomische Feld mitgestalten. • Position einer Firma im sozialen Raum ist durch den absoluten und relativen Anteil an Kapitalien bestimmt. • Je nach Position der Firma im sozialen Raum ist ihre Wirkungsweise auf andere Akteure und auf das Feld selbst unterschiedlich. • Das ökonomische Feld besteht aus Subfeldern (Branche, Industriezweige, eigene Entwicklung, Geschichte, Habitus)
  5. 5. Relevante Kapitalien im ökonomischen Feld Technologisches Kapital ermöglicht Differenzierung und Weiterentwicklung auf Basis von Forschung und Entwicklung Organisations- kapital Erlangung von Informationen über das Feld Finanzkapital Hauptbedingung für Akkumulation und Erhaltung der anderen Kapitalien. Einzige Perspektive des Ökonomismus Kulturelles Kapital Ausbildung, „Können“, Fähigkeiten, die Summe von theoret. und prakt. Wissen.
  6. 6. Juristisches Kapital Rechtliche Einschränkungen, Rechtssicherheit Handels Kapital Distributionsnetzwerk (Transport, Logistik, …); Marketing, Service Soziales Kapital Summe der Ressourcen, die über Beziehungen mobilisierbar sind. Relevante Kapitalien im ökonomischen Feld Symbolisches Kapital Repräsentiert Vertrauen und Glaubwürdigkeit aller anderen Kapitalien nach aussen
  7. 7. Firma A B Die Kapitalien wirken über: • Preismechanismus • Vor allem über Strukturveränderungen: Die relative Position der Firma innerhalb des ökonomischen Subfeldes modifiziert gleichzeitig die Position und den Gewinn aller Kapitalien der anderen Feldteilnehmer
  8. 8. Dichotomie: Interaktionismus vs. Strukturalismus Habitus
  9. 9. Was beeinflusst das ökonomische Subfeld? • Menge und Struktur der Kapitalien einer Firma (Machtverhältnisse zwischen den Firmen, also die strategische Marktposition die sich aus den Kapitalien ergibt) • Integration der Firma in das Feld: Struktur und Distribution von Kapital und Kosten sind abhängig von der vertikalen Integration einer Firma • Verhalten der Konsumenten
  10. 10. Fazit • Je schlechter eine Firma im sozialen Raum positioniert ist, desto mehr sind die Alternativen und Möglichkeiten eingeschränkt • Je stärker die Position eines Unternehmens ist, desto mehr Einfluss hat er auf das Feld und kann die Regeln des feldimmanenten „Spiels“ mitbestimmen – den relativen Wert, die Tauschwerte und die Entwicklung der eigenen Kapitalien.
  11. 11. Einfluss auf Kosten • Wer Einfluss auf die Regeln hat – kann auch Einfluss auf die Kosten nehmen. • Kosten entstehen: – Bei Markteintritt: kann je nach Beschaffenheit des Subfeldes sehr hoch (Monopol/Oligopol) oder sehr nieder (idealer Wettbewerb) sein – Beibehaltung oder Verbesserung der relativen Position im Subfeld – also der Menge an Kapitalien
  12. 12. Transaktionskosten nach Coase • Nach Coase entstehen Kosten, wenn eine Firma den Preismechanismus auf dem Markt nützen möchte: Transaktion „Ex ante“- Kosten •Informationsbeschaffung •Anbahnungskosten •Vereinbarungskosten „Ex post“- Kosten •Kontrolle von Vereinbarungen •Lösen von Konflikten •Nachverhandlungen
  13. 13. nach Kieser (1999):235 Aktuelle Transaktionskostentheorien
  14. 14. Vergleich Bourdieu - Coase Höhe und Zusammen- setzung der Transaktionskosten Struktur und Volumen • Finanzkapital • Organisationskapital • Symbolisches Kapital • Handels Kapital • Soziales Kapital • Technologisches Kapital • Juristisches Kapital • Kulturelles Kapital
  15. 15. Weitere Transaktionskosten • Wenn es zu Umwandlung einer Kapitalsorte in eine andere Kapitalsorte kommt (Bsp. kulturelles Kapital in Sozialkapital) entstehen auch „Umwandlungskosten“ • Diese Kosten könnte man auch zu den „erweiterten“ Transaktionskosten zählen.
  16. 16. Fazit • Die Ansätze von Coase und Bourdieu ergänzen sich in Bezug auf: – Die Position der Firma im ökonomischen Feld – Die Kosten die anfallen um am Markt, also dem ökonomischen Feld partizipieren zu können
  17. 17. Die „Natur“ der Firma
  18. 18. Das Feld der Firma • Der wirtschaftliche Akteur im ökonomischen Feld ist die Firma • Nach außen wirken sie wie eine Blackbox • Nach innen wirken eigene Mechanismen, die sich von jenen auf dem „freien“ Markt, differenzieren
  19. 19. Regulierung • Dem ökonomischen Paradigma folgend, ist der Markt bestrebt möglichst wenig Eingriffe und Regulierungsmaßnahmen zuzulassen • In einer Firma ist es genau umgekehrt – sie ist gekennzeichnet von Hierarchie, Bürokratie und Machtstrukturen. • Nach Coase ist sie also eine koordinierte Insel in Mitten eines freien Marktes • In einer Firma sind die Preismechanismen ausgeschalten und durch einen Koordinator ersetzt
  20. 20. Erklärung nach Coase: • Koordination beeinflusst die Firmengröße (=vertikale Integration der Firma) indem: – Kosten, die man zahlen muss, um am Preismechanismus zu partizipieren können reduziert werden (Bsp.: Verträge mit Mitarbeitern oder Produktionsstufen) – Kosten durch die Organisation der Firma entstehen – Fehlentscheidungen des Managementboards Kosten verursachen können
  21. 21. Size does matter. • Die Firmengröße beeinflusst die Effizienz der Firma auf dem Markt. • Ab dem Punkt wo eine firmeninterne Produktion gleich teuer oder teurer ist wie auf dem freien Markt, wirft die Firma geringere Gewinne ab. • Coase sieht die Koordination innerhalb der Firma also aus rational-ökonomischen Gründen: Durch die Reduktion von Transaktionskosten können die Gewinne maximiert werden.
  22. 22. Erklärung nach Bourdieu • Bourdieu erkennt auch die Koordination im Feld der Firma, jedoch aus andere Gründen • Für ihn ist die Firma ein Macht-Feld innerhalb dem die einzelnen Individuen agieren • Je nach Verteilung ihrer eigenen Kapitalien haben sie eine bestimmte Position in der Firma inne – und üben entsprechend dieser Position Macht aus.
  23. 23. Firma als Macht-Feld • Die Machtverhältnisse in einer Firma sind abhängig von: – Volumen und Struktur der Kapitalien der Firma (Spielregeln innerhalb der Firma, Geschichte der Firma) – Volumen und Struktur der ökonomischen, sozialen- und kulturellen Kapitalien der leitenden Personen
  24. 24. Einfluss durch das ökonomische Feld Firma Position im ökonoimischen Feld Bestimmt Machtverhältniss e in der Firma Bestimmen Ziel und Entwicklung der Firma Ziel und Entwicklung der Firma beeinflussen wiederum die Position im ökonomischen Feld und das Feld selber Nicht Funktion des Preises
  25. 25. “It is not the price, that determines everything, but everything that determines the price.“ (Pierre Bourdieu)

×