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Informatik und Religion
oder:
Wie lange soll man sündigen im Leben?

Otto Spaniol
Informatik 4 (Kommunikation und verteilt...
Das menschliche „Leben“ besteht aus 4 Phasen B B B B
(Vierphasentheorem):
- Balzen

Wein, Weib und Gesang

(saulinische Ph...
After Life Party

Region of feasability

t0=0

Phase 1

Balzen

t1

Phase 2

t2

Phase 3

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Phase 4

Braten

Bejubeln

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Die Lebensqualität in den einzelnen Phasen ist:

=0

Phase 1

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Phase 2

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Phase 3

Phase 4

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Balzen

...
Phase 1

Phase 2

Phase 4

Phase 3

Bratdauer = f (Balzdauer)

t0=0

t2

t1
Balzen

Bereuen

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t3
Braten

Bejubeln

Die B...
Die Lebensqualität LQ(t) in den einzelnen Phasen wird durch
eine exponentiell abklingende Abzinsungs- oder Abnutzungsfunkt...
und daher ... :

Gesamtlebensqualität GLQ = GLQ (t1)
=

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t3-t2
L1*exp(-λ*t)dt

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Die Gesamtlebensqualität GLQ hängt außerdem
vom Bekehrungszeitpunkt t1 ab und muss bzgl. t1 optimiert werden.
Wir müssen z...
Folgerung:
Es gibt (von pathologischen Ausnahmefällen einmal abgesehen)
genau einen Extremwert t1,ext.
Die Lage von t1,ext...
Einige Beispiele:
Maximum von GLQ(t1) in [t0:t2]:
t1,opt = t1,ext

GLQ(t1)

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Minimum von GLQ(t1) in [t0:t2]:
t1,opt = 0
(falls „links höher“)
t1,opt = t2
(falls „rechts höher“)
t1,opt = 0 ?

GLQ(t1)
...
„Berlusconi“

Maximum von GLQ(t1)
rechts von t2:
t1,opt = t2
(„Sterbebettlösung für Dauersünder“)

GLQ(t1)

0

t2
t1,opt =...
Maximum von GLQ(t1)
links von t0:

„Benedikt XVI“

t1,opt = t0
(„Dauerhafter Büßer“)
GLQ(t1)

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t1,ext

t1,opt = 0

Region...
Minimum von GLQ(t1)
links von t0:
t1,opt = t2
GLQ(t1)

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t1,opt = t2

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Region of feasability
für t1 und für t1,opt
Minimum von GLQ(t1)
rechts von t2:
t1,opt = t0

GLQ(t1)
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t1,ext
Region of
feasability

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Noch ein Spezialfall, der einfach und verblüffend aussagekräftig ist !
Sei:

λ = µ
b = 1
L1 = L3

Gewöhnungsfaktor in Sünd...
Und das wollen wir uns doch noch einmal ansehen:
GLQ(t1)

Evangelische Kirche ( t1,opt = egal, weil GLQ(t1) = konstant )

...
Zum Abschluss die „Conclusion“ als kleines Gedicht:
Die Erbsünde hat dem Katholen

Manche Frage blieb noch offen,

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Betrachtungen eines Informatikers zu Fragen der Religion: wie lange soll man sündigen?

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  1. 1. Informatik und Religion oder: Wie lange soll man sündigen im Leben? Otto Spaniol Informatik 4 (Kommunikation und verteilte Systeme) RWTH Aachen 52056 Aachen spaniol@i4.de
  2. 2. Das menschliche „Leben“ besteht aus 4 Phasen B B B B (Vierphasentheorem): - Balzen Wein, Weib und Gesang (saulinische Phase) - Bereuen jammern und beten (paulinische Phase) - Braten schmoren im Fegefeuer - Bejubeln hallelujah singen im Himmel Das Vierphasentheorem ist geklaut aus (wurde aber entscheidend verbessert und erweitert): Lehner, Meran, Möller: „De Statu Corruptionis: Entscheidungslogische Einübungen in die höhere Amoralität“. Litzelstetter Libellen, Band 1, 1980.
  3. 3. After Life Party Region of feasability t0=0 Phase 1 Balzen t1 Phase 2 t2 Phase 3 t3 Phase 4 Braten Bejubeln im Fegefeuer; Schmorphase Bereuen im Himmel Hallelujah-Singen; Harfespielen BekehrungsZeitpunkt t1 (Übergang vom „Balzen“ zum „Bereuen“) Exitus Persönliche Himmelfahrt Frage: Was ist der optimale Bekehrungszeitpunkt t1,opt? t1,opt muss zwischen t0 und t2 liegen (also in der „Region of feasability“). t
  4. 4. Die Lebensqualität in den einzelnen Phasen ist: =0 Phase 1 t0=0 <0 >0 Phase 2 >0 Phase 3 Phase 4 t2 t1 Balzen Bereuen t3 t Braten Bejubeln im Fegefeuer; Schmorphase im Himmel Hallelujah-Singen; Harfespielen BekehrungsZeitpunkt t1 (Übergang vom „Balzen“ zum „Bereuen“) Exitus Persönliche Himmelfahrt
  5. 5. Phase 1 Phase 2 Phase 4 Phase 3 Bratdauer = f (Balzdauer) t0=0 t2 t1 Balzen Bereuen t t3 Braten Bejubeln Die Bratdauer besteht aus - einem konstanten Wert a (Erbsündeanteil) - und ist ansonsten proportional zur Dauer der Balzphase; Proportionalitätsfaktor b. Die Bratdauer ist also: t3 - t2 = f (t1-t0) = a + b*(t1 - t0) = a + b*t1 wobei a>0: a=0: katholische Kirche Protestanten
  6. 6. Die Lebensqualität LQ(t) in den einzelnen Phasen wird durch eine exponentiell abklingende Abzinsungs- oder Abnutzungsfunktion LQ(t) beeinflusst („Gewöhnungseffekt“): L4 L1 L1*exp(- λ*t) <Fläche L1> t0=0 L4*exp(- ν*t) <Fläche L4> L2 = 0 t2 t1 t3 t <Fläche L3> - L3*exp(- µ*t) - L3 Die Gesamt-“Lebens“-Qualität L1, L3, L4 > 0 (incl. der „after life party“) ist damit: GLQ = <Fläche L1> - <Fläche L3> + <Fläche L4>
  7. 7. und daher ... : Gesamtlebensqualität GLQ = GLQ (t1) = ∞ ∫ 0 LQ(t)dt t1 = ∫ t3-t2 L1*exp(-λ*t)dt + 0 0 ∫ 0 = L3*exp(-µ*t)dt 0 t1 = - ∫ 0 ∞ a + b*t1 L1*exp(-λ*t)dt + 0 - ∫ 0 ∞ L4*exp(-ν*t)dt + ∫ L3*exp(-µ*t)dt + ∫ L4*exp(-ν*t)dt 0 L1*(1 - exp(-λ*t1)) / λ - L3*(1 - exp(-µ*(a+bt1)) / µ + L4 / ν Man beachte insbesondere, dass die Lebensqualität im Himmel trotz der unendlich langen Verweildauer begrenzt und sehr endlich ist. Das ewige Hallelujah-Singen geht einem mehr und mehr auf den Geist. Es wird also im Himmel mit zunehmender Dauer ganz schön langweilig ;-).
  8. 8. Die Gesamtlebensqualität GLQ hängt außerdem vom Bekehrungszeitpunkt t1 ab und muss bzgl. t1 optimiert werden. Wir müssen zur Ermittlung des Optimums t1,opt folgende Ableitung bilden und = 0 setzen: dGLQ(t1)/dt1 = 0 Ein Extremum bzgl. t1 (also t1,ext) liegt vor, wenn der Wert dieser Ableitung gleich Null ist. Ein Maximum liegt vor, wenn der Wert der zweiten Ableitung von GLQ( t1) nach t1 an dieser Stelle kleiner als Null ist. Es wird nun: dGLQ(t1)/dt1 = L1*exp(-λ*t1) - L3*b*exp(-µ*(a+bt1)) dGLQ(t1)/dt1 = 0, wenn: L1*exp(-λ*t1) = L3*b*exp(-µ*(a+bt1)) d.h.: exp ((λ - µ*b)*t1) = L1/(L3*b) * exp(-µ*a) also: t1,ext = (µ*a + log (L1/(L3*b)) / (λ - µ*b)
  9. 9. Folgerung: Es gibt (von pathologischen Ausnahmefällen einmal abgesehen) genau einen Extremwert t1,ext. Die Lage von t1,ext ist diktiert durch 6 Parameter: L1 > 0 L3 > 0 λ > 0 µ > 0 a ≥ 0 b > 0 Lebensqualität zu Beginn der Balzphase invertierte Qualität zu Beginn der Bußphase Abzinsungs- oder Gewöhnungsfaktor in der Balzphase Abzinsungs- oder Gewöhnungsfaktor in der Bußphase Erbsündeanteil; a > 0 für Katholiken, a = 0 für Protestanten Proportionalitätsfaktor in der Bußphase. Der optimale Bekehrungszeitpunkt t1,opt muss im Intervall [t0:t2] liegen („Region of feasability“). Wenn GLQ(t1,ext) sein Maximum in diesem Intervall hat, dann gilt: - t1,opt = t1,ext. Wenn GLQ(t1,ext) sein Minimum in diesem Intervall hat oder wenn GLQ(t1,ext) außerhalb dieses Intervalls liegt, dann ist: - t1,opt = t2 (wenn der GLQ-Wert am rechten Intervallende höher ist als am linken) - t1,opt = t0 (wenn der GLQ-Wert am linken Intervallende höher ist als am rechten).
  10. 10. Einige Beispiele: Maximum von GLQ(t1) in [t0:t2]: t1,opt = t1,ext GLQ(t1) t1,opt = t1,ext t2 0
  11. 11. Minimum von GLQ(t1) in [t0:t2]: t1,opt = 0 (falls „links höher“) t1,opt = t2 (falls „rechts höher“) t1,opt = 0 ? GLQ(t1) Hier wäre strenggenommen: t1,opt = 0 Besser ist vielleicht trotzdem: t1,opt = t2 t2 t1,ext Region of feasability für t1 und für t1,opt t1,opt = t2 ? 0
  12. 12. „Berlusconi“ Maximum von GLQ(t1) rechts von t2: t1,opt = t2 („Sterbebettlösung für Dauersünder“) GLQ(t1) 0 t2 t1,opt = t2 Region of feasability für t1 und für t1,opt t1,ext
  13. 13. Maximum von GLQ(t1) links von t0: „Benedikt XVI“ t1,opt = t0 („Dauerhafter Büßer“) GLQ(t1) 0 t1,ext t1,opt = 0 Region of feasability für t1 und für t1,opt t2
  14. 14. Minimum von GLQ(t1) links von t0: t1,opt = t2 GLQ(t1) 0 t1,opt = t2 t1,ext Region of feasability für t1 und für t1,opt
  15. 15. Minimum von GLQ(t1) rechts von t2: t1,opt = t0 GLQ(t1) t2 t1,ext Region of feasability 0
  16. 16. Noch ein Spezialfall, der einfach und verblüffend aussagekräftig ist ! Sei: λ = µ b = 1 L1 = L3 Gewöhnungsfaktor in Sünde- und Schmorphase gleich Ein Jahr balzen = zur Strafe ein Jahr schmoren Lustgewinn durch Sünde = Schmorschmerz im Feuer Dann wird GLQ(t1) = - L1*exp(-λ*t1)) / λ + L1*exp(-λ*a) * exp(-λ*t1)) / λ + L4 / ν = L4 / ν = const. falls a = 0 (evangelische Kirche) bzw. = - L1 * (1 - exp(-λ*a)) * exp(-λ*t1)) / λ < L4 / ν + L4 / ν falls a > 0 (katholische Kirche)
  17. 17. Und das wollen wir uns doch noch einmal ansehen: GLQ(t1) Evangelische Kirche ( t1,opt = egal, weil GLQ(t1) = konstant ) L4 / ν Katholische Kirche; t1,opt = t2 − L1 * (1 - exp(-λ*a)) * exp(-λ*t1)) / λ ν 0 Region of feasability für t1 und für t1,opt + t2 L4 / After life party Conclusion: 1. Die Gesamtlebensqualität in der evangelischen Kirche ist zwar ein wenig höher (wegen der fehlenden Erbsündebestrafung); aber es gibt keine strategische Entscheidung, d.h. das Leben des Evangolen ist langweilig. Der Katholik dagegen hat eine klare Entscheidungsstrategie, nämlich 2. t1,opt = t2. „Sündige solange wie möglich“ ( also bis zum Abnippelzeitpunkt t2 ). Ich bin übrigens katholisch ;-)
  18. 18. Zum Abschluss die „Conclusion“ als kleines Gedicht: Die Erbsünde hat dem Katholen Manche Frage blieb noch offen, die Lebensqualität gestohlen. auf deren Antwort wir jetzt hoffen. Das ist zunächst betrachtet Mist, Meine Formeln sind gewiss Stuss doch: kein Nachteil ohne Vorteil ist. für Tao- und für Shintoismus. Denn der Kathole hat ein Ziel: Auch brachte dieser Science Slam sündigen lange und auch viel. wenig bis nichts für den Islam. Der Protestant hingegen hat Geschweige denn - in allen Ehren - eine Kurve, die ganz platt. für den Spezialfall „Buddhas Lehren“, Egal, wann er sich auch bekehrt, wo das Problem der Neugeburt sein Leben bleibt dasselbe wert. macht, dass mein Formelwerk nicht spurt. Sein Dasein ist so öd wie nie. Drum gilt nur etwas - glaubt es fest: Es fehlt ihm jede Strategie! „More research necesse est“!
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