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Erste Fachkräftelücken in der Chemie
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Erste Fachkräftelücken in der Chemie

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Die Ergebnisse einer Befragung an drei Standorten der chemischen Industrie in Sachsen-Anhalt.

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    Erste Fachkräftelücken in der Chemie Erste Fachkräftelücken in der Chemie Document Transcript

    • Erste Fachkräftelücken in der ChemieErgebnisse einer Befragung an drei Chemiestandortenin Sachsen-AnhaltBettina WienerSabine BöttcherChristina Buchwald QFC Beiträge 1/2008
    • IMPRESSUMHerausgeber: Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH 2008Autoren: Bettina Wiener, Sabine Böttcher, Christina Buchwald zsh Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. (an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)Druck: Druckerei LandsbergNachdruck und Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.Das Projekt wurde gefördert durch: Landkreis Saalekreis Eigenbetrieb für Arbeit2
    • VorwortSachsen-Anhalts Wirtschaft hat in den letzten Jah- unternehmen an den Standorten in Sachsen-Anhaltren deutlich an Dynamik gewonnen und große Fort- und angrenzender Zulieferer berücksichtigen undschritte bei der Anpassung an wettbewerbsfähige anwenden sollte. Dabei wurde die Qualifizierungs-Strukturen gemacht. Überdurchschnittlich hat sich förderwerk Chemie GmbH Halle durch den Land-auch die Investitionstätigkeit entwickelt, die Kapital- kreis Saalekreis, Eigenbetrieb für Arbeit beauftragt,ausstattung der Betriebe hat sich weitgehend an das die koordinierende Bearbeitungsstelle und das Pro-Niveau der westdeutschen Bundesländer angegli- jektmanagement für dieses Pilotprojekt „Synthese“chen und bei der Arbeitsproduktivität hat Sachsen- einzurichten und umzusetzen.Anhalt in den letzten Jahren den stärksten Anstiegaller Bundesländer zu verzeichnen. Mit Beginn der Projektaktivitäten wurde ein Projekt- beirat gegründet, dessen Vertreter ihre ErfahrungenDie positive wirtschaftliche Entwicklung hat erstmals zur Umsetzung der arbeitsmarktpolitischen Instru-seit 1995 einen leichten Anstieg der Erwerbstätigkeit mentarien in den Projektverlauf durch eine Vielzahlbewirkt und damit zur Entlastung des Arbeitsmark- von Diskussionen und Treffen in das Projekt einge-tes in Sachsen-Anhalt beigetragen. Dieser Beschäfti- bracht haben. Insbesondere wurde eine Übertrag-gungsaufbau in Sachsen-Anhalt wird vor allem durch barkeit auf andere, ähnlich spezifizierte Regionendie Wachstumsindustrien des verarbeitenden Ge- bzw. Branchen geprüft, um zur Entwicklung weite-werbes getragen. Hierzu zählt nicht zuletzt die Che- rer – dem Zielsystem für den Einsatz des ESF inmische Industrie, in der seit der Jahrtausendwende Sachsen-Anhalt 2007–2013 entsprechender – Maß-ein Zuwachs an Arbeitsplätzen zu verzeichnen ist. nahmen bzw. Regelförderungen beizutragen. Die-Die Annahme, eine fortgesetzte Dynamik der Wachs- ses Gremium war mit Vertretern der Ministerien fürtumssektoren werde, flankiert durch das demogra- Wirtschaft und Arbeit, für Finanzen sowie der Sozi-fisch bedingte Schrumpfen des Erwerbstätigenpo- alpartner, des Verbandes der chemischen Industrietenzials, automatisch Beschäftigungsperspektiven in e.V., der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,Größenordnungen eröffnen, die die Massenarbeitslo- Energie und des Präsidenten des Statistischen Lan-sigkeit weitgehend zum Verschwinden bringen wird, desamtes Sachsen-Anhalt besetzt.wäre allzu optimistisch. Tatsächlich ist bereits jetzt zubeobachten, dass der Arbeitsmarkt qualitativ die von Neben der Durchführung von Projekten zur Fach-den Unternehmen entfaltete Personalnachfrage nur kräftesicherung war die Analyse des kurz- und mit-unzureichend erfüllen kann. Trotz der hohen Arbeits- telfristigen Personalbedarfs und die Unterstützunglosigkeit sehen sich die Unternehmen auf der per- der Unternehmen bei Prozessen der Personal- undsonalpolitischen Seite zunehmend mit dem Problem Organisationsentwicklung in den chemienahen undeines Fachkräftemangels konfrontiert. Chemieunternehmen ein wesentlicher Projektbe- standteil.Vor diesem Hintergrund wurde im Zeitraum April2007 bis Juli 2008 in Trägerschaft des Landkreises Mit der hier vorliegenden Broschüre „Erste Fach-Saalekreis, Eigenbetrieb für Arbeit, das Pilotprojekt kräftelücken in der Chemie“, will die Qualifizierungs-„Synthese“ initiiert, das gezielt mit Mitteln der Tech- förderwerk Chemie GmbH (QFC) dazu beitragen,nischen Hilfe des ESF das gesamte Spektrum der betriebliche Akteure für das Ausmaß der Fachkräfte-Instrumentarien der Arbeitsförderung und sonstiger entwicklung und die sich daraus ergebenden perso-arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen in den Chemie- nalpolitischen Anforderungen, zu sensibilisieren. Seite 1
    • Die QFC GmbH dankt dabei allen, die an dieser dem Zentrum für Sozialforschung Halle e.V., das mitBroschüre mitgewirkt und bei der Beschaffung von einem erfahrenen Team von ProjektbearbeiterinnenMaterialien und durch Interviews und Informatio- die Broschüre in unserem Auftrag erstellt hat.nen behilflich waren. Unser besonderer Dank gilt Helmut Krodel Geschäftsführer Halle im August 2008Seite 2
    • Erste Fachkräftelücken in der Chemie Ergebnisse einer Befragung an drei Chemiestandorten in Sachsen-AnhaltZum Thema Fachkräfteentwicklung hat das Zentrum partnern für die Teilnahme und die aufgewendetefür Sozialforschung Halle e. V. (zsh) im Mai 2008 eine Zeit bedanken. Durch die rege Beteiligung konntentelefonische Umfrage an drei Chemiestandorten wir innerhalb eines Monats zuverlässige Aussagen(Bitterfeld-Wolfen, Leuna und Schkopau-Merseburg) für die Chemieregion Sachsen-Anhalt zusammen-sowie umliegenden Unternehmen durchgeführt, an tragen. Wir verbinden unseren Dank mit einem Über-der sich sehr viele Betriebe beteiligten. Wir möchten blick über die Ergebnisse dieser Untersuchung.uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Interview- Welche Ziele haben wir uns gestellt und auf welche empirische Basis stützen wir uns?Mit der Untersuchung, die im Auftrag des Qualifi- Umfrage unter 1300 Unternehmen verschiedenerzierungsförderwerkes Chemie (QFC) durchgeführt Branchen.1wurde, möchten wir den aktuellen betrieblichenFachkräftebedarf und Wege zur weiteren Fachkräf- In der repräsentativen Befragung wurden 71 Be-tesicherung in der ostdeutschen Chemieindustrie triebe angesprochen. Drei Viertel der Unternehmenanhand ausgewählter Chemiestandorte beispielhaft beteiligten sich an der Befragung, so dass wir inner-aufzeigen. Auf diese Weise hoffen wir Anstöße für halb von vier Wochen Aussagen aus 55 Betriebenweitere Verbesserungen in der Personalarbeit der für die Auswertung zur Verfügung hatten. Von denUnternehmen geben zu können. befragten Betrieben haben 18 Unternehmen ihren Sitz im Raum Bitterfeld-Wolfen, 14 UnternehmenUm die Ergebnisse der Befragung in die wirtschaft- sind in Leuna ansässig, 10 Betriebe kamen aus derliche und arbeitsmarktpolitische Gesamtsitua-tion Region Schkopau-Merseburg und die verbleibendeneinbinden zu können, nutzen wir an verschiedenen 13 Unternehmen aus anderen Städten im UmfeldStellen den Vergleich zu einer ebenfalls in diesem wie Halle, Tröglitz und Braunsbedra.Jahr (Februar 2008) durchgeführten bundesweiten1 Quelle: fischerAppelt/manager magazin (Februar 2008). www.fischerappelt.de/Fachkraefteumfrage.pdf (download Mai 2008) Seite 3
    • Abbildung 1: Zahl der befragten Unternehmen nach Wirtschaftsbereichen Chemische Grundstoffe 13 Chemische Endprodukte 17 Industrienahe 18 Dienstleistungen Andere 7 0 5 10 15 20Ca. jedes dritte Unternehmen zählt zum Wirtschafts- Um Zusammenhänge mit der Betriebsgröße darzu-bereich der „Chemischen Grundstoffe“ (17) und und stellen, wurden die Unternehmen in zwei Größen-ca. jedes vierte Unternehmen zu den „Chemischen gruppen unterteilt: „Klein“ bedeutet, dass hier weni-Endprodukten“ (13). Neben den Chemieunterneh- ger als 50 Mitarbeiter beschäftigt werden und „groß“men ist ein Drittel der Unternehmen im Bereich der sind all diejenigen Unternehmen, in denen 50 und„Industrienahen Dienstleistungen“ tätig (18) und mehr Beschäftigte arbeiten. In unserer Befragungsieben Unternehmen gehören zu den sogenannten gehörten 29 Prozent der Unternehmen zu den klei-„anderen Wirtschaftsbereichen“. Hierunter fallen vor nen und 71 Prozent zu den großen Betrieben.allem Unternehmen der Biotechnologie. Wie leicht oder schwer ist es bereits heute Fachkräfte zu finden?Es wird deutlich, dass die Gesamteinschätzung der der befragten Unternehmen (24 Prozent) schätztbefragten Unternehmen an den drei Chemiestandor- die Suche nach Fachkräften als schwierig ein. Nurten etwas optimistischer ausfällt als in der deutsch- elf Prozent sind der Meinung, dass es leicht sei,landweiten Befragung. Allerdings sagt jeder vierte Fachkräfte zu finden. In keinem der befragten Unter-Betrieb – und das ist deutlich mehr als im bundes- nehmen ist man der Ansicht, dass es sehr leicht ist,weiten Durchschnitt – die Suche nach Fachkräften neue Fachkräfte zu rekrutieren.gestalte sich sehr schwierig. Ein weiteres ViertelAbbildung 2: Wenn Sie Fachkräfte für Ihr Unternehmen suchen, wie leicht oder schwer ist es, diese zu finden? sehr leicht 0 2 QFC-Umfrage Deutschlandweite Umfrage leicht 11 3 mittel 40 34 24 schwer 54 sehr schwer 25 7 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentSeite 4
    • Nach den drei Regionen unterschieden, zeigt sich, Weiterhin ergab die Untersuchung, dass kleine Be-dass die Unternehmen in Leuna derzeit etwas sel- triebe die Suche nach Fachkräften schwieriger ein-tener Schwierigkeiten bei der Fachkräftegewinnung schätzen (56 Prozent) als größere Unternehmen mitansprechen (29 Prozent antworteten mit schwer mehr als 50 Mitarbeitern (46 Prozent).oder sehr schwer). Aufmerken lässt uns die Tatsache, dass etwas mehrWenn wir die einzelnen Wirtschaftsbereiche betrach- als ein Drittel (35 Prozent) der Befragten in den dreiten, sind es vor allem die Industrienahen Dienstleis- Chemieregionen sagt, dass sie aufgrund des Fach-tungen, die (sehr) schwer Fachkräfte finden (44 Pro- kräftemangels bereits heute Stellen nicht besetzenzent). können. Größere Unternehmen sind davon etwas häufiger betroffen (36 Prozent) als kleinere Unter- nehmen (31 Prozent). Was sind die größten Probleme bei der Fachkräftesuche?Trotz aktuell weiterhin sehr hoher Arbeitslosenquo- Zur Sicherung der Arbeitsanforderungen werden inten beklagen knapp drei Viertel der Unternehmen der Chemie wie auch in den darum befragten Berei-in den befragten Chemieregionen (71 Prozent) wie chen besonders viel qualifizierte Fachkräfte benötigt.auch deutschlandweit über alle Branchen (70 Pro- Qualifizierungsdefizite, die von den Unternehmenzent) bereits heute, dass zu wenig passfähige Fach- deutlich häufiger als im bundesweiten Durchschnittkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden seien. Hier genannt werden, beinhalten, dass das Job- und Be-wird der seit Jahren bestehende Widerspruch zwi- werberprofil nicht zusammenpassen (46 QFC vs.schen Arbeitskräfteüberschuss und gleichzeitigem 37 Prozent) und dass die Fachkräfte falsch oder zuFehlen qualifizierter Fachkräfte sehr deutlich. wenig qualifiziert sind (46 vs. 33 Prozent).Abbildung 3: Probleme bei der Fachkräftesuche für Unternehmen (Mehrfachnennungen) Es sind zu wenig Fachkräfte auf dem Markt 71 70 Job- und Bewerberprofil passen nicht zusammen 46 37 Fachkräfte sind falsch oder zu wenig qualifiziert 46 33 24 Unattraktiver Standort des Unternehmens 22 QFC-Umfrage 15 Deutschlandweite Umfrage Unbekanntheit des Unternehmens 23 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentQualifizierungsprobleme werden derzeit besonders reits weiter oben erläutert – schon jetzt am stärkstenstark von den Industrienahen Dienstleistungsunter- Fachkräfte suchen.nehmen beklagt. Das sind die Betriebe, die – wie be- Seite 5
    • Die fehlende Attraktivität des Standortes (24 Prozent) Zusätzlich zu den abgefragten Problemen bei derund vor allem die Unbekanntheit des Unternehmens Fachkräftesuche nannte die Hälfte der Unterneh-(15 Prozent) spielen in den befragten Chemieregi- men die nach wie vor anhaltende Abwanderungonen eine nachrangige Rolle. Nur in Bitterfeld-Wol- von gut qualifizierten Fachkräften aus den befragtenfen werden diese Gründe deutlich häufiger genannt Chemieregionen. Auch dieses Problem wurde be-als im Bundesdurchschnitt. 39 Prozent der Unter- sonders häufig von den Unternehmen am Standortnehmen sprechen dort von Attraktivitätsproblemen Bitterfeld-Wolfen angesprochen (61 Prozent).des Standortes. Es sollte an Imagewerbung für diesich bereits gut entwickelnde Region festgehaltenwerden, um auch dadurch den Standort weiter wirt-schaftlich zu stärken. In welchen Bereichen der Unternehmen bleiben Stellen unbesetzt?Bei den Unternehmen, in denen bereits Stellen unbe- anderem in diesem Bereich. Vor allem Unternehmensetzt bleiben, wird der Bereich „Produktion“ beson- aus dem Bereich chemische Endprodukte gaben imders häufig genannt, mehr als jedes zweite Unter- kaufmännischen Bereiche unbesetzte Stellen an.nehmen erlebt hier bereits Engpässe (53 Prozent). An den drei Chemiestandorten blieben in den be-Für den Bereich „Forschung und Entwicklung“ gab fragten Unternehmen im Mai 2008 90 Stellen un-jedes vierte Unternehmen Probleme bei der Stellen- besetzt. In der Forschung und Entwicklung sowiebesetzung an (26 Prozent). Dieser Wert ist ebenfalls Konstruktion wurden in den Betrieben Fachkräfte fürsehr hoch, wenn man bedenkt, dass sicher nicht in durchschnittlich 2,4 Stellen gesucht. Der größte An-jedem der befragten Unternehmen dieser Bereich teil dieser nicht besetzten Stellen ging auf die Regionvorhanden ist. Besonders häufig wurden hier von In- Bitterfeld-Wolfen zurück. In der Produktion waren esdustrienahen Dienstleistern Probleme bei der Stel- sogar durchschnittlich 5,5 Stellen je Unternehmen,lenbesetzung genannt. für die Fachkräfte gesucht wurden, zumeist in der Region Schkopau-Merseburg. Im kaufmännischenIm kaufmännischen Bereich, den man fast in jedem Bereich wurden durchschnittlich 1,5 offene StellenUnternehmen findet, wurde das Problem seltener je Betrieb benannt, diese lagen vor allem in dengenannt. 21 Prozent der Unternehmen, die bereits Randgebieten der befragten Chemieregionen (z.B.heute Stellen nicht besetzen können, suchten unter Halle).Seite 6
    • In welchen Berufen wird vorrangig gesucht?Im Durchschnitt ist jedes Unternehmen in zwei Be- mieingenieure und Ing. für Verfahrenstechnik), aberrufsgruppen auf Fachkräftesuche. Dabei zeigt sich auch Ausbilder und Industriemeister für Chemie. Beider Fachkräftemangel nicht in allen Berufen glei- den Industrienahen Dienstleistungen sind es Me-chermaßen. Gesucht werden vor allem folgende tall- und Elektroberufe (Industrie- und Anlagenme-Qualifizierungen: chaniker), ebenfalls Ausbilder und Industriemeister für Elektrotechnik und Metall, Technikerberufe (Che-Im Bereich Chemische Grundstoffe sind es vor al- mietechniker und Techniker des Elektro- und Metall-lem Laborberufe (Chemielaboranten), bei den Che- fachs) sowie naturwissenschaftliche und technischemischen Endprodukten Chemieproduktionsberufe Ingenieure.(Chemikanten) und Chemiker (Dipl.-Chemiker, Che-Tabelle 1: Anteil der Betriebe, die in nachstehenden Berufen bereits Fachkräfte suchen (Mehrfachnennungen) Berufe Anteil der Betriebe in Prozent Chemie-Produktionsberufe 16 Laborberufe 26 Sonstige naturwissenschaftlich-technische Berufe 11 Metall- und Elektroberufe 26 Sonstige industrielle Dienstleistungsberufe 5 Kaufmännische und Büroberufe 8 Ausbilder und Industriemeister 24 Technikerberufe 24 Chemikerberufe 34 Andere Ingenieurberufe 55 Managerberufe 10 Andere Organisationsberufe 6Ganz eindeutig zeigt sich, je höher die Qualifikations- bildungszahlen für technische Berufe und Studien-erwartungen in den technischen Berufen sind, desto richtungen seit längerem rückläufig entwickeln. Dieschwieriger wird es mit der Fachkräftesuche. Das Unternehmen sollten gemeinsam mit den Kinderta-mündet teilweise in der vergeblichen Suche nach gesstätten, den Schulen und Berufsschulen sowieIngenieuren, die unter anderem darin begründet mit den Hochschulen daran arbeiten, dass Interesseist, dass sich trotz guter Berufsaussichten die Aus- an Technik bei den Jugendlichen zu fördern. Seite 7
    • Wer könnte den Fachkräftemangel am ehesten beheben?Unternehmen sehen die Verantwortung zur Beseiti- der Universitäten und Ausbildungsstätten wird mitgung des Fachkräftemangels bei unterschiedlichen 83 vs. 80 Prozent häufiger genannt, was auf die ho-Akteuren. Dabei wird die eigene Verantwortung weit hen Qualifikationsanforderungen vieler Mitarbeiteroben angestellt. Knapp drei Viertel der Unternehmen hinweist, die nur durch die Arbeit dieser Bildungs-(70 QFC vs. 71 Prozent deutschlandweit) sehen das einrichtungen zu erfüllen sind.in beiden Befragungen so. Nur die VerantwortungAbbildung 4: Wer könnte den Fachkräftemangel am ehesten beheben? (Mehfachnennungen) Universitäten und 83 Ausbildungsstätten 80 70 Unternehmen selbstständig 71 50 Bund, Länder, Kommunen 29 44 Bundesagentur für Arbeit 8 41 Private Bildungseinrichtungen QFC-Umfrage 26 Deutschlandweite Umfrage Arbeitnehmer durch 39 Eigeninitiative 58 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentAm Standort Leuna wurde besonders häufig auf Vergleich zur gesamtdeutschen Erhebung deutlichdie eigene Verantwortung hingewiesen. 93 Prozent wichtiger. Hier wird sehr auf Zusammenarbeit undder Unternehmen sagten dort, dass sie am ehesten Unterstützung gesetzt. Besonders positiv schätzenselbstständig den Fachkräftemangel beheben kön- Unternehmen der chemischen Grundstoffe (65 undnen. An diesem Standort wurde auch die Eigeniniti- 53 Prozent) den Einfluss dieser Institutionen zurative der Arbeitnehmer häufiger angeführt (43 Pro- Fachkräftesicherung ein. Diese Einschätzungen sindzent). Diese spielte im Durchschnitt der befragten sicherlich auf gute Erfahrungen 2 zurückzuführen.Chemiestandorte sonst eine deutlich geringere Rol-le als im Bundesdurchschnitt (39 vs. 58 Prozent). Qualifizierte Tätigkeiten haben in der Chemie einen hohen Stellenwert, somit werden auch weit häufigerBund, Länder und Kommunen (50 vs. 29 Prozent) so- als im Bundesdurchschnitt (41 vs. 26 Prozent) priva-wie die Bundesagentur für Arbeit (44 vs. 8 Prozent) te Bildungseinrichtungen als Partner zur Beseitigungsind für die Unternehmen in den Chemieregionen im des Fachkräftemangels gesehen.2 Nicht zuletzt in solchen Projekten wie dem eben abgeschlossenen „Syntheseprojekt“ (Quelle: http://qfc.projekt-mia.de/main.php?lang=de&act=projects_detail&pid=34&subid=4, Download Juli 2008)Seite 8
    • Mit welchen Maßnahmen reagieren Unternehmen auf den Fachkräftemangel?Es bleibt die Frage, mit welchen Maßnahmen der- Als wichtigste Aufgabe werden Qualifizierungsakti-zeit auf den Fachkräftemangel reagiert wird. Es zeigt vitäten gesehen. Für die Weiterbildung sagen dassich vor allem, dass die Qualifizierungsvereinbarung neun von zehn Unternehmen (89 Prozent), für diein der Chemie sehr ernst genommen wird, die nach Ausbildung sind es mit 87 Prozent fast genausoübereinstimmender Auffassung von BAVC und IG viele. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zurBCE zur Sicherung und Stärkung der Wettbewerbs- deutschlandweiten Befragung (55 und 71 Prozent).fähigkeit der Chemie-Unternehmen sowie zum Er-halt und der Verbesserung der Beschäftigungsfähig-keit der Arbeitnehmer dient.Abbildung 5: Qualifizierungsmaßnahmen zur Beseitigung des Fachkräftemangels (Mehrfachnennungen) 89 Mehr Weiterbildung für bestehende Mitarbeiter 55 QFC-Umfrage Deutschlandweite Umfrage Eigene Ausbildung von neuen 87 Mitarbeitern zu Fachkräften 71 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentNeben der Qualifizierung nutzen die Unternehmen (62 Prozent) einstellen oder nach der Einstellung derauch andere Möglichkeiten zur Rekrutierung neuer Fachkräfte Qualifizierungsanpassungen vornehmenFachkräfte: (64 Prozent). Zu sehen ist, dass jeweils zwei Drittel der Unternehmen diese Wege nutzen. AußerdemAm häufigsten wurde bei den zusätzlichen Wegen wird von den Unternehmen häufig auch überregio-die Kontaktaufnahme und Bindung von Studenten nal nach Fachkräften gesucht (62 Prozent).genannt (66 vs.72 Prozent).Ergänzend wurde in der vorliegenden Studie danachgefragt, ob die Betriebe eher passgenaue Fachkräfte Seite 9
    • Abbildung 6: Rekrutierungsstrategien zur Beseitigung des Fachkräftemangels (Mehrfachnennungen) Kontaktaufnahme und 66 Bindung von Studenten 72 Einstellung von Fachkräften 64 und deren Qualifikationsanpassung Einstellung passgenauer 62 Fachkräfte QFC-Umfrage Deutschlandweite Umfrage Überregionale Suche nach 62 Arbeitskräften 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentDeutlich seltener wird eine personalwirtschaftliche regionen vs. 20 Prozent bei der gesamtdeutschenAnreizpolitik als Instrument der Fachkräftesicherung Untersuchung) oder die Erleichterung der Vereinbar-angesehen. Ein Drittel der Unternehmen nennt finan- keit von Beruf und Familie (29 vs. 33 Prozent).zielle Anreize (36 Prozent in den befragten Chemie-Abbildung 7: Weitere Strategien zur Beseitigung des Fachkräftemangels (Mehrfachnennungen) 36 Schaffung finanzieller Anreize 20 Erleichterung der 29 Vereinbarkeit von Beruf und Familie 33 4 QFC-Umfrage Verlegung oder Erweiterung des Standortes Deutschlandweite Umfrage 5 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentDie Standortverlegung eines Unternehmens, das Entwicklung einer Region und kann sich auch auf dieseine Fachkräftesicherung nicht mehr realisieren Leistungsfähigkeit anderer Unternehmen am Stand-kann, ist eine Entscheidung von großer Tragweite. ort (z. B. Zulieferer oder industrienahe Dienstleister)Dieser Schritt wird auch nur von vier bzw. fünf Pro- negativ auswirken. Solche Regionen leiden häufigzent als Ausweg angesehen. unter abnehmender Wirtschaftskraft und haben es besonders schwer, neue Investoren zu gewinnen.Wenn es dazu kommt, ist diese Entscheidung aller-dings besonders schädlich für die wirtschaftlicheSeite 10
    • Wie wird sich die Beschäftigtenzahl in den nächsten 3 Jahren entwickeln?Als nächstes interessiert der unternehmerische Schkopau-Merseburg am ehesten eine gleichblei-Blick auf die Beschäftigung in der Zukunft. Fast alle bende Entwicklung ihrer Beschäftigtenzahl vermutender befragten Betriebe erwarten eine gleichbleiben- (70 Prozent). Demgegenüber gehen Unternehmende (49 Prozent) bis steigende (47 Prozent) Entwick- aus Leuna von einer überdurchschnittlichen Zunah-lung der Beschäftigtenzahlen in den nächsten drei me der Anzahl ihrer Beschäftigten aus (64 Prozent):Jahren. Knapp zwei Drittel der befragten, hier ansässigen Unternehmen glaubt in der mittelfristigen Perspek-Unterscheiden wir nach den regionalen Verteilungen, tive an einen Beschäftigungszuwachs.wird deutlich, dass Unternehmen aus dem RaumTabelle 2: Mittelfristige Entwicklung der Beschäftigtenzahl nach Regionen (Angaben in Prozent) mittelfristige Regionen Entwicklung Schkopau- Leuna Bitterfeld- Andere Gesamt Beschäftigtenzahl Merseburg Wolfen steigen 30 64 44 46 47 gleich bleiben 70 29 56 46 49 sinken 0 7 0 8 4Diese optimistische Einschätzung der mittelfristigen Unternehmen der chemischen Grundstoffprodukti-Entwicklung der Beschäftigtenzahl zeigen vor allem on erwarten hingegen kaum Veränderungen bei denUnternehmen der Wirtschaftsbereiche Chemische Beschäftigtenzahlen.Endprodukte und industrienahe Dienstleistungen. Wie wird sich die Beschäftigtenzahl in den nächsten 10 Jahren entwickeln?Im Vergleich zur mittelfristigen Perspektive fällt die der Unternehmen eine Zunahme der Beschäftig-Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in der langfris- tenzahl. 40 Prozent der Unternehmen schätzen ein,tigen Perspektive für die kommenden zehn Jahre dass sich die Anzahl der Beschäftigten in ihrem Un-noch einmal positiver aus. Hier erwarten 56 Prozent ternehmen nicht verändern wird.Tabelle 3: Langfristige Entwicklung der Beschäftigtenzahl nach Regionen (Angaben in Prozent) mittelfristige Regionen Entwicklung Schkopau- Leuna Bitterfeld- Andere Gesamt Beschäftigtenzahl Merseburg Wolfen steigen 60 57 50 58 56 gleich bleiben 40 36 43 42 40 sinken 0 7 7 0 4 Seite 11
    • Die Einschätzungen der langfristigen Perspektive der Deutliche Unterschiede in den Erwartungen zeigenBeschäftigtenentwicklung in den Unternehmen diffe- sich in Abhängigkeit von der Betriebsgröße der Un-riert zwischen den einzelnen Regionen nicht ganz ternehmen. So erwarten 85 Prozent der Unterneh-so stark. Langfristig beurteilen die Unternehmen der men mit weniger als 50 Mitarbeitern eine ZunahmeRegion Schkopau-Merseburg die Entwicklung am ihrer Beschäftigtenzahl. Bei den Unternehmen mitpositivsten (60 Prozent), die Unternehmen aus dem mehr als 50 Mitarbeitern sind dies nur 44 Prozent.Raum Bitterfeld-Wolfen erwarten eine leicht unter- Das heißt, gerade die kleineren Unternehmen, diedurchschnittliche Zunahme der Anzahl ihrer Mitar- es bei der Fachkräftesuche häufig noch schwererbeiter (50 Prozent). haben als die größeren, setzen in Zukunft auf quali- fizierte Verstärkung.Abbildung 8: Langfristige Perspektive der Beschäftigtenentwicklung 44 steigen 85 50 gleich bleiben 15 Weniger als 50 Mitarbeiter 50 Mitarbeiter und mehr 6 sinken 0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentBeim Blick auf die Wirtschaftsbereiche bestätigt produkte und industrienahe Dienstleistungen gehensich auch in der langfristigen Perspektive der Trend, überdurchschnittlich häufig von einer Zunahme ihrerder sich in den Einschätzungen zur mittelfristigen Beschäftigtenzahl aus. Diese Unternehmen zeich-Entwicklung schon abzeichnete: Unternehmen des nen sich durch eine optimistische Zukunftssicht ausWirtschaftsbereiches Chemische Grundstoffe er- und glauben sowohl in der mittel- als auch in derwarten auch hier eher ein gleichbleibendes Niveau langfristigen Entwicklung an eine Erhöhung ihreroder sogar eine Abnahme der Beschäftigtenzahlen. Beschäftigtenzahlen.Unternehmen aus den Bereichen Chemische End- Aktuelle Ausbildungsaktivitäten Welche Unternehmen bilden aus?Ein Beitrag zur Sicherung der Fachkräfteentwick- In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass dielung ist die Beteiligung an der Berufsausbildung. In Beteiligung an der Ausbildung in den drei Chemiere-den drei Chemieregionen sind breite Ausbildungsak- gionen besonders stark ist. Im Raum Bitterfeld-Wol-tivitäten zu finden, 89 Prozent aller befragten Unter- fen gaben das alle befragten Unternehmen an (100nehmen bilden aus. Dabei finden sich interessante Prozent). Außerhalb der drei Chemieregionen sindUnterschiede: es „nur“ drei Viertel der befragten Unternehmen, die ausbilden (77 Prozent).Seite 12
    • Tabelle 4: Beteiligung an der Berufsausbildung nach Regionen (Angaben in Prozent) mittelfristige Regionen Entwicklung Schkopau- Leuna Bitterfeld- Andere Gesamt Beschäftigtenzahl Merseburg Wolfen steigen 90 86 100 77 89 gleich bleiben 10 14 0 23 11Auch zwischen den Wirtschaftsbereichen zeigen leistungen (89 Prozent) sind es neun von zehn, aussich Differenzen. Alle befragten Unternehmen aus den übrigen Wirtschaftsbereichen nur noch etwasdem Bereich der Chemischen Grundstoffe beteiligen mehr als jedes zweite Unternehmen (57 Prozent).sich aktiv an der Berufsausbildung (100 Prozent). Zu dem letztgenannten Bereich gehören vor allemVon den Unternehmen der Bereiche Chemische kleine Forschungseinrichtungen der Biotechnologie.Endprodukte (92 Prozent) und industrienahe Dienst-Tabelle 5: Beteiligung an der Berufsausbildung nach Wirtschaftsbereichen (Angaben in Prozent) Wirtschaftsbereiche Bilden Sie Chemische Chemische Industrienahe Andere Gesamt aus? Grundstoffe Endprodukte Dienstleistungen Ja 100 92 89 57 89 Nein 0 8 11 43 11 Wie hoch ist die Ausbildungsquote?Die Ausbildungsquote der Unternehmen variiert sehr zwölf Prozent auf. So liegt der Mittelwert bei neunstark: Bei mehr als einem Viertel der Unternehmen und damit über dem Durchschnitt der ostdeutschenliegt die Ausbildungsquote unter fünf Prozent, knapp Chemie von sechs und über dem gesamtdeutschenein Fünftel weist eine Ausbildungsquote von über Durchschnitt von acht. Wie ist das Übernahmeverhalten der ausbildenden Unternehmen?In 21 der befragten Unternehmen (fast 40 Prozent) einmal in einer anderen Region Fuß gefasst haben,werden alle ausgebildeten Absolventen übernom- ist relativ gering.men. Knapp ein Viertel der Unternehmen übernimmtjeden zweiten, ein Fünftel noch jeden dritten Ausbil- Diejenigen Unternehmen, die alle Auszubildendendungsabsolventen. Im Durchschnitt aller befragten übernehmen, sind überdurchschnittlich häufig Un-Unternehmen liegt die Übernahmequote bei 68 Pro- ternehmen mit 50 Mitarbeitern und mehr. Gut einzent. Bei den Auszubildenden, die nicht übernom- Viertel der Unternehmen liegt am Standort in Bit-men werden, muss man damit rechnen, dass ein terfeld-Wolfen (29 Prozent) und Leuna (24 Prozent).Großteil abwandert und somit auch später dem regi- Die meisten dieser Unternehmen (ein Drittel) sindonalen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht, denn in der Region Schkopau-Merseburg ansässig. Andie Rückwanderungsneigung Jugendlicher, die erst diesem Standort werden anteilig auch die meisten Auszubildenden übernommen. Seite 13
    • Zukünftige Ausbildungsaktivitäten Mittelfristige Entwicklung der AusbildungsquoteDie Ausbildungsaktivitäten werden in den nächsten zahlen müssen die Unternehmen folglich verstärktJahren eher leicht zunehmen. So wollen die meisten werben und rekrutieren, denn es wird noch schwieri-Unternehmen mittelfristig, also in den nächsten drei ger werden, entsprechend gut qualifizierte Jugendli-Jahren, ihre Ausbildung beibehalten oder erhöhen: che für industrielle Berufe zu gewinnen.Mehr als drei Viertel aller befragten Unternehmen Vier der fünf Unternehmen, die ihre Ausbildungsquo-planen für die nächsten drei Jahre keine Verände- te in den nächsten drei Jahren erhöhen wollen, ge-rung in ihrer Ausbildungsaktivität. Fünf Unternehmen hen sowohl in der mittelfristigen (nächste drei Jahre)gehen von einer Erhöhung aus. Demgegenüber er- als auch in der langfristigen (nächste zehn Jahre)warten nur zwei Unternehmen einen Rückgang ihrer Perspektive von einer Erhöhung ihrer Beschäftigten-Ausbildungsquote. zahlen aus und sichern die Beschäftigtenzunahme zumindest zum Teil durch eigene Ausbildung.Das heißt, durch die Erhöhung der Ausbildungsakti-vitäten bei gleichzeitigem Rückgang der Bewerber- Welche Unternehmen wollen die Ausbildungsquote mittelfristig erhöhen?Unternehmen, die ihre Ausbildungsquote mittelfristig In der Frage, worin die Unternehmen, die mittelfristigerhöhen wollen, gaben außerdem überdurchschnitt- ihre Ausbildungsquote erhöhen wollen, die größtenlich häufig an, in der eigenen Weiterbildung von Mit- Problemen sehen, betonen alle Unternehmen, dassarbeitern (100 Prozent bei Ausbildungszunahme vs. das Job- und Bewerberprofil nicht zusammenpasst90 Prozent bei QFC-Befragung gesamt), in der über- (100 vs. 48 Prozent). Außerdem geben vier der fünfregionalen Suche nach Arbeitskräften (80 Prozent Unternehmen an, dass gute Bewerber fehlen (80vs. 68 Prozent), in finanziellen Anreizen (60 Prozent vs. 68 Prozent) und jeweils drei von ihnen meinen,vs. 36 Prozent) sowie in der Erleichterung der Ver- dass zum Einen zu viele gute Bewerber abwanderneinbarkeit von Familie und Beruf (40 Prozent vs. 29 (60 vs. 55 Prozent) und zum Anderen zu wenig guteProzent) Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel Bewerber auf dem Markt zu finden sind (60 vs. 65zu sehen. Prozent). Arbeitskräfterekrutierung: Beachtung besonderer ZielgruppenWeiter oben wurden bereits Rekrutierungsstrategi- werden. Dazu sei eingangs darauf hingewiesen, dassen der Unternehmen zur Fachkräftesicherung vor- 91 Prozent der befragten Unternehmen der Aussagegestellt. Auf zwei Wege (Rekrutierung unterschiedli- zustimmen, dass der demografische Wandel auf diecher Altergruppen und Rekrutierung von Frauen) soll Personalbeschaffung der Zukunft negative Auswir-im Weiteren noch einmal ausführlicher eingegangen kungen haben wird.Seite 14
    • Abbildung 9: Rekrutierung von Jungen und Älteren (Mehrfachnennungen) Wandel führt in Regionen zu Problemen bei der 91 Personalbeschaffung. Alter spielt keine Rolle. Berufserfahrung ist w ichtiger. 76 Achten darauf, auch Jüngere einzustellen. 87 Stellen bew usst auch Ältere ein. 49 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentUm dem Problem der Personalbeschaffung zu be- Gleichzeitig sagen 87 Prozent der Unternehmen,gegnen, sind verschiedene Maßnahmen und Stra- besonders darauf zu achten, jüngere Arbeitnehmertegien denkbar. Zum einen kann mehr in Aus- und einzustellen. Dies erklärt sich zum Teil aus der ak-Weiterbildung der eigenen Beschäftigten investiert tuellen Situation vieler überalterter Unternehmen,(darauf wurde bereits in den vorhergehenden Ab- die versuchen müssen, eine Verjüngung der Beleg-schnitten eingegangen) und auf die Berufserfahrun- schaften zu gewährleisten.gen Älterer zurückgegriffen werden. Zum anderenkommen auch neue Zielgruppen, beispielsweise Ju- Neben den unterschiedlichen Altersgruppen wurdegendliche und Frauen, wieder ins Blickfeld. auch gesondert nach dem Rekrutierungsverhalten der Betriebe im Bezug auf weibliche Fachkräfte ge-In der Umsetzung solcher Strategien treten zurzeit fragt. Diese Zielgruppe rückt zwar zunehmend insWidersprüche auf, auf die im Weiteren eingegangen Blickfeld vieler Unternehmen, hier offenbaren sichwerden soll. jedoch in der Chemie noch viele ungenutzte Potenti- ale für die Zukunft.So betonen zwar drei Viertel der Unternehmen (76Prozent), dass das Alter bei der Rekrutierung von In den befragten Unternehmen werden Frauen bis-Arbeitskräften keine Rolle spielen würde, da Be- her kaum als neue Zielgruppe gesehen. So bejahtenrufserfahrung wichtiger sei. Aber nur 49 Prozent der die Unternehmen die unterschiedlichen Argumente,Unternehmen geben an, bewusst auch Ältere einzu- verstärkt Frauen einzustellen, nur mit zehn bis zwölfstellen, bei denen eher Berufserfahrung zu erwarten Prozent. Bei den benannten Gründen – die berufli-ist. Hier offenbaren sich in der Praxis noch Potentiale chen Chancen der Frauen zu erhöhen, ihre sozialender zukünftigen Arbeitskräfterekrutierung. Kompetenzen zu nutzen, oder sie wegen fehlender männlicher Fachkräfte einzusetzen – sind keine nen- nenswerte Unterschiede zu erkennen. Seite 15
    • Abbildung 10: Noch keine Zunahme bei Rekrutierung von Frauen Wandel führt in Regionen zu Problemen bei der 91 Personalbeschaffung. Wir stellen zunehmend Frauen in unser Unternehmen ein, ... ... um berufliche Chancen der Frauen zu erhöhen. 10 ... w eil Frauen bessere soziale Kompetenzen haben. 12 ... w eil immer mehr männliche Fachkräfte fehlen. 11 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 ProzentEs hat sich gezeigt, dass die Unternehmen in den Herausforderungen der Fachkräftesicherung sensi-drei Chemieregionen selbstbewusst in die Zukunft bilisiert werden und für alle, die mehr über „Wegeschauen. Fachkräfte sind für ihren wirtschaftlichen aus der demografischen Falle“ erfahren wollen, wirdErfolg extrem wichtig. Vielen ist bereits bewusst, im Anschluss an diese Befragung im Auftrag desdass sich Versorgungslücken auftun werden, ande- QFC eine Expertise erstellt, die zum einen auf diere haben bereits erste Erfahrungen damit sammeln Gefahren der demografischen Veränderungen hin-müssen. Für alle die, die derzeit noch nicht über das weist und zum anderen Strategien und Ansätze fürThema der Fachkräftelücke nachdenken, kann es eine langfristige und systematische Personalpolitikin Kürze schwierig werden, auf ein sinkendes Fach- in den Unternehmen vorstellt.kräfteangebot zu reagieren. Damit auch sie für dieSeite 16