Innere kündigung   leseprobe
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Like this? Share it with your network

Share
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Be the first to comment
    Be the first to like this
No Downloads

Views

Total Views
60
On Slideshare
59
From Embeds
1
Number of Embeds
1

Actions

Shares
Downloads
0
Comments
0
Likes
0

Embeds 1

http://www.slideee.com 1

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
    No notes for slide

Transcript

  • 1. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 1 Inhaltsverzeichnis 1. Was ist die innere Kündigung? 1.1. „Innere“ versus „äußere“ Kündigung 1.2. Die innere Kündigung bei Arbeitnehmer und Arbeitgeber 1.3. Wie Arbeitgeber den inneren Emigranten entlarven 1.3.1. Veränderung der Leistungsbereitschaft 1.3.2. Veränderungen des sozialen Verhaltens 1.3.3. Einschränkungen der persönlichen Entwicklung 2. Die Ursachen der inneren Kündigung und Möglichkeiten der Prävention 2.1. Führungsfehler 2.1.1. Die häufigsten Führungsfehler 2.1.2. Wie sich häufige Führungsfehler vermeiden lassen 2.2. Arbeitsbedingungen und Betriebsklima 2.2.1. Merkmale eines schlechten Betriebsklimas 2.2.2. Ein gesundes Betriebsklima schaffen 2.3. Persönlichkeit und Wertewandel 3. Die Verhinderung innerer Kündigungen durch die Stärkung von Schlüsselkompetenzen
  • 2. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 2 3.1. Die Fachkompetenz 3.2. Die Methodenkompetenz 3.3. Die Sozialkompetenz 3.4. Die Selbstkompetenz oder personale Kompetenz 4. Richtig delegieren 4.1. Der Begriff der Delegation 4.2. Wie sich erfolgreiche Delegation auf Mitarbeiter und Vorgesetzte auswirkt 4.3. Was zum richtigen Delegieren gehört 4.3.1. Die Zuweisung von Aufgaben 4.3.2. Die Vorgabe von Zielen 4.3.3. Die Ausstattung mit Rechten und Befugnissen 4.3.4. Die Zuweisung von Verantwortung 4.4. Die Bedeutung von Feedback 5. Wer Hilfe bieten kann 6. Interessante Links: 7. Weiterführende Literatur
  • 3. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 3 digiload24 GbR, Nittendorf www.digiload24.de support@digiload24.de ISBN 978-3-944793-19-1 Copyright © digiload24 GbR 2013 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung - auch auszugsweise - ist nur mit Zustimmung von digiload24 erlaubt. Alle Rechte vorbehalten. 1. Auflage, Juli 2013 Trotz sorgfältigen Lektorats können sich Fehler einschleichen. Autor und digiload24 sind deshalb dankbar für Hinweise. Jegliche Haftung für Folgen, die auf unvollständige oder fehlerhafte Angaben zurückzuführen sind, ist ausgeschlossen. Coverbild und Bilder unterliegen dem Copyright und entstammen folgenden Quellen: Coverbild © olly – Fotolia.com;
  • 4. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 4 Probleme bei der Darstellung? Sollten Sie Probleme bei der Auflösung oder richtigen Darstellung der Inhalte auf Ihrem Endgerät haben, so senden Sie an unseren Kundenservice eine E-Mail (support@digiload24.de) mit einer Kopie der Rechnung im Anhang. Wir werden Ihnen dann ein anderes Format zukommen lassen, damit Sie auch ohne Probleme unsere Ratgeber lesen und anwenden können. Folgen Sie uns! Profitieren Sie von unseren Gewinnspielen, Gutscheinaktionen, Rabattaktionen und verpassen Sie keine Neuveröffentlichung! http://facebook.com/digiload24 http://twitter.com/digiload24
  • 5. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 5 Einleitung Im Laufe des Berufslebens kommt jeder einmal in die Situation, mit seiner Arbeit unzufrieden zu sein. Hält die Unzufriedenheit jedoch länger an oder wird daraus gar eine Verweigerungshaltung, hat das nicht nur ernst zu nehmende Folgen für das eigene Erleben und Verhalten, sondern auch für den Arbeitgeber, die Kollegen und das Betriebsklima. Kündigt ein Arbeitnehmer innerlich und wird zum sogenannten inneren Emigranten, verweigert er jegliches Engagement. Er kommt zwar morgens zur Arbeit, macht aber keinesfalls mehr als unbedingt nötig wäre, um seinen Job zu behalten. Die Folgen für den Arbeitgeber liegen auf der Hand: Er bezahlt jeden Monat einen Mitarbeiter, der seine Potenziale nicht voll ausschöpft, das Unternehmen nicht voranbringt und im schlimmsten Fall sogar Verluste einfährt. Die Kommunikation wird auf das Nötigste beschränkt und der Informationsfluss innerhalb des Unternehmens leidet ebenso wie das Betriebsklima. Doch auch den Betroffenen selbst belastet die Situation. Er ist den ganzen Tag mit einer Tätigkeit beschäftigt, die ihm keinen Spaß macht. Der Frust wächst und kann
  • 6. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 6 sogar so groß werden, dass er mit Depressionen oder Burnout endet. Hinzu kommt die ständige Angst, schlussendlich doch noch den dringend benötigten Arbeitsplatz zu verlieren. Ist eine innere Kündigung erst einmal erfolgt, ist es schwer, die Situation zu lösen. Daher gilt es, von vornherein die Ursachen der inneren Kündigung zu bekämpfen und Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, die die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter erhöht. Ist eine innere Kündigung bereits erfolgt, gibt es je nach Ursache Mittel und Wege, eine Rücknahme zu erreichen. Dafür jedoch ist es nötig, überhaupt erst einmal zu erkennen, ob jemand innerlich gekündigt hat oder es sich lediglich um eine vorübergehende Verhaltensänderung handelt.
  • 7. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 7 1. Was ist die innere Kündigung? Der Begriff innere Kündigung wurde erstmals im Jahr 1982 von Prof. Dr. Höhn in seinem Artikel „Die innere Kündigung – ein schlimmes Thema“ in der Frankfurter Allgemeine Zeitung verwendet. Dreißig Jahre später, im Jahr 2012, zeigt der Gallup Engagement Index, eine Studie zur emotionalen Bindung von Mitarbeitern an ihr Unternehmen, dass nahezu ein Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland innerlich gekündigt hat. Was jedoch genau bedeutet innere Kündigung? Seitdem der Begriff das erste Mal auftauchte, wird er immer wieder verwendet. Dennoch gibt es laut Michael Faller, der das Phänomen eingehend untersuchte, keine einheitliche Definition. Vielmehr beziehe sich der Begriff auf Verhaltensmuster und Einstellungen einer Person. Diese können sich jedoch nicht nur von Mensch zu Mensch unterscheiden, sondern auch auftreten, ohne dass der Betreffende bereits innerlich gekündigt hätte. Eine Abgrenzung zwischen äußerer und innerer Kündigung hilft, die Merkmale des Phänomens zu verdeutlichen.
  • 8. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 8 1.1. „Innere“ versus „äußere“ Kündigung Dem offiziellen Arbeitsverhältnis liegt ein rechtlicher Arbeitsvertrag zugrunde. Dieser kann ganz formell von beiden Vertragsparteien, dem Arbeitgeber sowie dem Arbeitnehmer, unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen gekündigt werden. Wie jedoch sieht es mit der moralischen Verpflichtung aus, die Arbeitsleistung nach bestem Wissen und Können zu erbringen? Wer aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage ist, das Vertragsverhältnis offiziell zu lösen, wählt oft den Weg der inneren Kündigung. Er löst den psychologischen Vertrag, den er innerlich geschlossen hat, und verweigert aktiv oder passiv die Arbeitsleistung, ohne jedoch formell zu kündigen. Der Vertragspartner erfährt nichts von der innerlich ausgesprochenen Kündigung. Der sogenannte innere Emigrant nimmt zunächst eine Verweigerungshaltung ein, distanziert sich von Arbeit und Kollegen und verzichtet darauf, sich für seinen Job zu engagieren. Während bei einer formellen Kündigung ein Termin feststeht, zu dem das Erbringen der Leistung eingestellt wird, erfolgt die innere Kündigung informell und der Gegenüber erfährt, wenn überhaupt, erst später, dass diese erfolgt ist. Obwohl die innere
  • 9. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 9 Kündigung ebenfalls von Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorgenommen werden kann, geht sie doch hauptsächlich vom Arbeitnehmer aus. Dieser sieht keine Möglichkeit mehr, die auslösenden Umstände zu verändern, möchte aber dennoch seinen Arbeitsplatz nicht verlieren. Im Gegensatz dazu ist die äußere, formelle Kündigung darauf ausgerichtet, das Arbeitsverhältnis unmittelbar zu beenden. Da diese Form des aktiven Widerstands nicht möglich ist, erfolgt er passiv, indem bewusst auf die Ausführung bestimmter Handlungen im Arbeitsumfeld verzichtet wird. Die Leistungsverweigerung geht oft aus einem schleichenden Prozess hervor, während die äußere Kündigung einen sehr präsenten Charakter hat und allen Parteien ständig bewusst ist. Wurde die formelle Kündigung erst einmal ausgesprochen, ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, innerhalb der Kündigungsfrist seiner Arbeit weiter nachzugehen. Es ist aber allen Beteiligten klar, dass er nicht mehr machen wird, als unbedingt gefordert ist. Zudem erfolgt die formelle Kündigung schriftlich. Sie ist somit unverkennbar. Die innere Kündigung dagegen ist sehr schwer zu erkennen. Viele Verhaltensweisen, die der innere Emigrant an den Tag legt, könnten vorübergehender Natur sein oder private Ursachen haben. Außerdem ist die Reaktion
  • 10. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 10 auf eine erfolgte Desillusionierung höchst individuell. Jeder reagiert anders auf Gefühle der Enttäuschung. Manch einer boykottiert ganz offensichtlich das Unternehmen, wird unfreundlich oder macht mit Absicht Fehler. Andere ziehen sich still und heimlich zurück, geben nach außen hin ein fast normales Bild ab. 1.2. Die innere Kündigung bei Arbeitnehmer und Arbeitgeber Die innere Kündigung kann theoretisch sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer ausgesprochen werden. Die Regel ist jedoch, dass sie auf Arbeitnehmerseite erfolgt. Der Arbeitnehmer ist oft schon aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, das Arbeitsverhältnis, mit dem er nicht mehr zufrieden ist, zu lösen. Viele Menschen haben Angst davor, keinen neuen Job zu finden. Hinzu kommt der Gedanke, dass ein Arbeitsplatzwechsel nicht unbedingt die erwünschten Verbesserungen mit sich bringt. Dies ist beispielsweise im Pflegesektor oder innerhalb des Schulwesens der Fall. Manche Branchen sind so klein oder so spezifisch, dass der alte Chef noch vor Ausspruch der Kündigung von Bewerbungen bei anderen Firmen
  • 11. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 11 erfahren würde. Diese und andere, mitunter höchst individuelle Gründe, sorgen dafür, dass die eigentlich gewünschte formelle Kündigung unterbleibt. Obwohl es meistens der Arbeitnehmer ist, der die innere Kündigung ausspricht, kommt es auch vor, dass ein Vorgesetzter einem Mitarbeiter innerlich kündigt, ohne aber die offizielle Kündigung auszusprechen. Dies kann in großen Unternehmen innerhalb einzelner Abteilungen der Fall sein, wenn beispielsweise der Abteilungsleiter nicht mit der Arbeit eines Mitarbeiters zufrieden ist, die Personalabteilung aber weiterhin an der Überzeugung festhält, dass die betreffende Person für die Stelle am besten geeignet ist. Zudem kommt es vor, dass ein Mitarbeiter spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt, die ihn unentbehrlich machen, in anderen Bereichen für das Unternehmen aber überhaupt nicht tragbar ist. In diesen Fällen kann es sein, dass der Vorgesetzte den Mitarbeiter innerlich abschreibt. Er hört auf, ihn für Fort- und Weiterbildungen vorzuschlagen, gibt Aufträge, die in seinen Arbeitsbereich fallen, an andere Mitarbeiter weiter und stellt die Kommunikation mit dem Betreffenden so weit wie möglich ein. Da dieser Fall jedoch
  • 12. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 12 eher selten eintritt, wird auf den folgenden Seiten hauptsächlich von einer inneren Kündigung des Arbeitnehmers ausgegangen werden. 1.3. Wie Arbeitgeber den inneren Emigranten entlarven Zu erkennen, ob jemand innerlich gekündigt hat, ist von entscheidender Bedeutung. Wer erkennt, dass ein Mitarbeiter die innere Kündigung vollzogen hat, kann die dadurch entstehenden Verluste für das Unternehmen verringern – indem er die Rücknahme der inneren Kündigung erreicht oder aber in letzter Konsequenz die formelle Kündigung vollzieht. Wer selbst innerlich gekündigt hat, ist sich über die erfolgte innere Kündigung oft ebenso wenig im Klaren wie über die Konsequenzen. Gegenmaßnahmen und Wege aus der Situation sind erst möglich, wenn eine Bestandsaufnahme erfolgt ist und sich der Betroffene über den gegebenen Zustand im Klaren ist.
  • 13. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 13 Die innere Kündigung bleibt unausgesprochen. Ob sich ein Arbeitnehmer aus der Verantwortung für seine Stelle zieht und sich emotional distanziert, ist gleichwohl äußerlich an seinem Verhalten zu erkennen. Dieses verändert sich nicht nur, was die Leistungsbereitschaft angeht, sondern auch hinsichtlich des Umgangs mit Kunden und Kollegen sowie der persönlichen Weiterentwicklung. Zu beachten ist bei allen Symptomen, dass diese lediglich einen Hinweis bieten können. Keinesfalls muss es in jedem Fall eine innere Kündigung sein, die Ursache für die mangelnde Motivation und die Verhaltensveränderung ist. Daher ist es besonders wichtig, dem Verhalten des betreffenden Mitarbeiters über einen längeren Zeitraum Aufmerksamkeit zu schenken. Treten über einen längeren Zeitraum mehrere der nachfolgenden Anzeichen auf, sollten Vorgesetzte dringend das Gespräch mit dem Mitarbeiter suchen.
  • 14. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 14 Tipp: Haben Sie den konkreten Verdacht, dass ein Mitarbeiter innerlich gekündigt hat, lassen Sie sich nicht zu vorschnellen Urteilen oder Entscheidungen hinreißen! Beobachten Sie seine Leistung sowie sein Verhalten über einen längeren Zeitraum. Gehen Sie dabei möglichst objektiv vor und notieren Sie sich, woran Sie den Abfall der Leistungsbereitschaft festmachen bzw. worin die Veränderungen zu seinem sonstigen Verhalten bestehen. 1.3.1. Veränderung der Leistungsbereitschaft Die Leistungsbereitschaft eines Mitarbeiters, der innerlich gekündigt hat, sinkt rapide. Dies äußert sich zum einen im Arbeitszeitverhältnis, zum anderen in der Arbeitsleistung. Sämtliche Freiräume, die der Job hergibt, werden, soweit es geht, ausgenutzt. Pausen werden ausgedehnt, der Toilettengang dauert deutlich länger als nötig und für den Weg zum Kunden wird mehr Zeit benötigt als zuvor. Überstunden werden ebenso vehement abgelehnt wie die Übernahme von Zusatzaufgaben oder Sonderprojekten. Freizeitorientierung und Fehlzeiten des Mitarbeiters nehmen zu. Gleichzeitig wird die
  • 15. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 15 Arbeit mit dem geringstmöglichen Aufwand erledigt. Der Mitarbeiter macht nur noch „Dienst nach Vorschrift“. Er zeigt weder Kreativität bei der Lösung von Aufgaben, noch Eigeninitiative hinsichtlich seiner Arbeit sowie der Weiterentwicklung des Unternehmens. Fehler sucht er bei anderen, Kritik gibt er von oben nach unten ab. Der innere Emigrant meldet sich bei Besprechungen oder Konferenzen nur noch selten zu Wort und bringt auffallend weniger eigene Ideen und Vorschläge ein. Zudem leidet die Qualität seiner Beiträge merklich unter der fehlenden Motivation. Innere Emigranten waren vormals meistens hochmotivierte, fähige Mitarbeiter. Daher fällt es bei ihnen besonders auf, wenn die Leistungsbereitschaft sinkt. Bevor jedoch tatsächlich von einer inneren Kündigung ausgegangen werden kann, sollte abgeklärt werden, ob es sich nicht lediglich um ein vorübergehendes Motivationstief handelt. Arbeitgeber sollten das offene Gespräch mit dem Mitarbeiter suchen, ihren Eindruck schildern und ergründen, welche Ursachen der geringen Leistungsbereitschaft zugrunde liegen.
  • 16. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 16 1.3.2. Veränderungen des sozialen Verhaltens Der innere Emigrant verändert nicht nur seine Einstellung zur Arbeit und den Anspruch an seine eigene Leistung, sondern auch sein Verhalten gegenüber Kollegen und Kunden. Er distanziert sich zunehmend von seinen Kollegen, spricht weniger über sein Privatleben und hält sich aus Gruppengesprächen heraus. Typischerweise beginnen innere Emigranten, gegenüber Außenstehenden oder Kollegen schlecht über ihre Vorgesetzten zu reden. Der Führungsperson gegenüber wird aber eine Pseudoharmonie an den Tag gelegt, um nicht aufzufallen. Der betreffende Mitarbeiter verhält sich dem Vorgesetzten gegenüber äußerst höflich und zuvorkommend, in dessen Abwesenheit jedoch sind Ablehnung und Abneigung deutlich zu spüren. Mitunter kommt es dazu, dass der innere Emigrant von seinen Kollegen jegliche Hilfe ablehnt und aufhört, sich an die vorherrschenden Spielregeln zu halten. Den Kunden gegenüber verhält er sich zunehmend unhöflich, weigert sich, auf deren Wünsche einzugehen, übergeht Beschwerden oder tut diese als Bagatelle ab. Er interessiert sich
  • 17. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 17 nicht mehr für die Person, die hinter dem Kunden steckt. Auch hier gilt es zu beachten, dass sich die Anzeichen für eine innere Kündigung verschiedenartig äußern. Für viele innere Emigranten treffen sie zu, es kann aber auch vorkommen, dass der innere Emigrant zwar jeglichen Gesprächen mit Kollegen aus dem Weg geht, sich dem Kunden gegenüber jedoch weiterhin äußerst höflich und zuvorkommend verhält oder andersherum. 1.3.3. Einschränkungen der persönlichen Entwicklung Das Verhalten des inneren Emigranten ändert sich nicht nur in Bezug auf die Arbeitseinstellung und die Beziehung zu Kunden und Kollegen. Auch die persönliche Entwicklung ist von der fehlenden Motivation betroffen. Der Mitarbeiter lehnt es ab, an Weiterbildungen teilzunehmen, zeigt kein Interesse mehr an fachlichen Neuerungen und versucht nicht mehr, eventuell vorhandene Defizite auszugleichen. Paradoxerweise würde das Absolvieren von Weiterbildungen und
  • 18. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 18 Qualifikationen den Betreffenden unter Umständen sogar befähigen, sich erfolgreich auf eine Stelle in einem anderen Unternehmen zu bewerben. Die innere Kündigung geht jedoch nicht nur mit veränderten Verhaltensweisen und einer geringeren Arbeitsmotivation einher, sondern auch mit einer negativen Einstellung zur Arbeit. Der Mitarbeiter zeigt Frust und ist mit der Situation unzufrieden. Sogar seine Körperhaltung drückt dies aus – er wirkt passiv und träge, unter Umständen sogar regelrecht depressiv. Auswirkungen auf das Privatleben bleiben dabei oft nicht aus, da viele ihren Ärger über Vorgesetzte und Kollegen mit nach Hause nehmen und ihm dort Luft machen.
  • 19. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 19 2. Die Ursachen der inneren Kündigung und Möglichkeiten der Prävention Als zentrale Ursache der inneren Kündigung gilt die Arbeitsunzufriedenheit. Unter welchen Bedingungen sich diese entwickelt hat, ist individuell verschieden. Die Versuche des Betroffenen, die als belastend empfundenen Arbeitsbedingungen positiv zu beeinflussen, sind oft mehrfach misslungen. Daraus entsteht das Gefühl, selbst nichts mehr an der Situation verändern und diese nicht kontrollieren zu können. Eine Verweigerung der Arbeitsleistung ist die Folge. Manche ziehen sich still in sich selbst zurück, andere verweigern aktiv und offen die Leistung. Wer als Vorgesetzter und/oder Arbeitgeber die Hauptursachen der inneren Kündigung kennt, kann von vornherein Einfluss auf die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter mit der Arbeitssituation und dem Arbeitsumfeld nehmen und dementsprechend verhindern, dass die Leistungsbereitschaft einst kreativer und motivierter Kräfte sinkt. Arbeitnehmer, die von der inneren Kündigung bedroht sind, können die Ursache für ihre
  • 20. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 20 Unzufriedenheit analysieren und haben so die Möglichkeit, Einfluss auf die eigene Einstellung und die Setzung ihrer Prioritäten zu nehmen oder die Situation gegebenenfalls direkt mit ihrem Vorgesetzten zu klären. Die Erscheinungsformen der inneren Kündigung sind unterschiedlich, da jeder Mensch anders auf die eigene Unzufriedenheit reagiert. Ebenso facettenreich wie die Reaktion auf die unbefriedigende Arbeitssituation ist das Ursachengefüge, das die Situation auslöst. Nichtsdestotrotz sind die auslösenden Faktoren immer wieder in drei Bereichen zu finden. Ein unzureichender Führungsstil sorgt am häufigsten für Missmut unter den Mitarbeitern. Daneben tragen ungünstige Arbeitsbedingungen sowie ein schlechtes Betriebsklima dazu bei, dass Arbeitnehmer sich nicht mehr mit ihrem Unternehmen identifizieren können und sich in ihr Privatleben zurückziehen. Schließlich sind es außerdem persönliche Komponenten, eigene Erwartungshaltungen und der gesellschaftliche Wertewandel, die dazu beitragen, dass der Betreffende unzufrieden und unmotiviert wird.
  • 21. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 21 2.1. Führungsfehler Wer sich mit dem Phänomen der inneren Kündigung auseinandersetzt, stößt immer wieder auf das Fehlverhalten von Vorgesetzten und einen als unangemessen empfundenen Führungsstil als primäre Ursache für die Entstehung von Arbeitsunzufriedenheit. 2.1.1. Die häufigsten Führungsfehler Führungsfehler entstehen häufig dadurch, dass Vorgesetzte ungern die Kontrolle verlieren. Sie möchten jederzeit und überall Überblick über betriebliche Vorgänge haben, um Fehler zu vermeiden oder rechtzeitig zu erkennen. Das Resultat ist nicht jedoch ein funktionierender Betrieb, sondern ein Unternehmen, das geprägt ist von einer Misstrauenskultur und unselbstständigen Mitarbeitern, die sich nicht mehr an Problemlöseprozessen beteiligen. Wer dagegen seinen Mitarbeitern
  • 22. Copyright © 2013 digiload24 Innere Kündigung | Sabrina Werner | Seite 22 Sie haben das Ende der Leseprobe erreicht. Kaufen Sie jetzt das eBook für nur 4,99 € bei Amazon. Das eBook steht Ihnen sofort nach dem Kauf zur Verfügung. Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank für Ihr Vertrauen.