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Leich kosmische einsichten rb-1999-4
 

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Pierre Leich: Artikel „Kosmische Einsichten im Stadtrat angekommen“, Kolumne „Nürnberger Einblicke“ im Regiomontanusboten, 12 (1999), Heft 4, S. 5.

Pierre Leich: Artikel „Kosmische Einsichten im Stadtrat angekommen“, Kolumne „Nürnberger Einblicke“ im Regiomontanusboten, 12 (1999), Heft 4, S. 5.

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    Leich kosmische einsichten rb-1999-4 Leich kosmische einsichten rb-1999-4 Document Transcript

    • Die Zeitschrift der Nürnberger Astronomischen Arbeitsgemeinschaft e.V. • 12. Jahrgang • 4/1999 • 5,– DMRegiomontanusBote Leoniden 99 – die Geschichte der Sternschnuppen SoFi-Impressionen von Frankreich bis Ungarn, heiter bis wolkig und in Farbe
    • Nürnberger Einblicke 5 Kosmische Einsichten im Stadtrat angekommen von Pierre LeichW er würde nicht gerne im Geschehen der hiesi- gen Kommunalpolitik und in kosmischen Ein-sichten eine untrennbare Einheit erblicken? Zu oft Entkopplung von Strahlung und Materie ist das Uni- versum durchsichtig. Die Strahlung von damals läßt sich noch heute beobachten, nur wegen der Expansionmuß der Blick sich erst in großräumigere Sphären in den langwelligen Spektralbereich verschoben underheben. auf 2,726 Kelvin heruntergekühlt. Doch der jubiläumsschwangere Stadtrat der ehema- Im Rahmen ihrer Untersuchungen der Elementent-ligen Reichsstadt Nürnberg hat sich eine kräftige Dosis stehung hatten George Gamov und seine Mitarbeiterverordnet und den Textilkünstler Hanns Herpich gebe- bereits Ende der 40er Jahre eine solche Strahlung zwi-ten, für den neurenovierten Sitzungsaal des Rathauses schen 2 Kelvin und 20 Kelvin prognostiziert. Der Fundeinen Wandteppich zum Thema Menschenrechte zu lieferte ein wichtiges Argument für die Urknalltheorie.gestalten. Sicher eine ausgezeichnete Idee, die wohl Die enorme Gleichförmigkeit der kosmischen Hin-auch die Juroren des Internationalen Menschenrechts- tergrundstrahlung entspricht dem strukturlosenpreises zu würdigen wissen, wenn sie wieder mit Vor- Urplasma im frühen Universum, sie wirft jedoch einwürfen gegen den Ehrenbür- Problem auf: Bei einerger Diehl aufgeschreckt absolut gleichförmigenwerden. Materieverteilung wäre Der Kunstprofessor und eine Konzentration vonehemalige Präsident der Materie und die EntstehungAkademie der Bildenden von Galaxien ausgeschlos-Künste Nürnberg griff das sen.Formieren politischer Ein- Seit COBE wissen wirheit aus verworrenen Einzel- nun, daß die Mikrowellen-positionen auf und ließ sich strahlung doch Schwankun-vom Geschehen im frühen gen in der GrößenordnungUniversum inspirieren, als erste Muster auftraten und eines Hundertausendstel aufweist, die auf Anfangs-Gestaltbildung eingeleitet wurde. Sein Motiv entnahm fluktuationen zurückzuführen sind. So ist die Abwei-er den Forschungen mit dem Cosmic Background chung von der Einheitlichkeit verantwortlich für unse-Explorer der NASA, kurz COBE-Satellit, der seit 1989 re Welt. Diese Analogie findet sich vielfach in Her-die Intensitätsverteilung der kosmischen Hintergrund- pichs Werk: Mit hellen und dunklen, matten und glän-strahlung vermißt. zenden Fäden zeichnen sich die „COBE-Strukturen“ Diese war 1965 zufällig mit einer Hornantenne ent- in dem 3,5 m × 5,2 m großem Gobelin ab, an dem zweideckt und von Princeton-Physikern sogleich als der Weberinnen ein halbes Jahr arbeiteten, um nun dengesuchte Mikrowellenhintergrund interpretiert wor- Stadträten „vom Verworrenen zum Klaren“ zu verhel-den, der uns in einem Urknall-Universum aus allen fen.Richtungen gleichmäßig erreichen sollte. Die Strah- Fast wäre das Vorhaben noch gescheitert, da dielung stammt aus dem 300 000 Jahre jungen Univer- Kreishandwerkerschaft ihren Zuschuß vonsum, als sich im Zuge der Abkühlung auf 3000 Grad 150 000 DM zurückzog. Neben der Unzufriedenheitdie Helium- und Wasserstoffkerne mit den Elektronen über die Schlachthof-Politik war wohl auch das Motivzu neutralen Atomen vereinigten. Trafen vorher Licht- nicht opportun. Ein zünftiger Kaufmannszug hättequanten häufig auf freie Elektronen, so konnten sich doch auch schön zum Feilschen der Räte gepaßt. Her-die Photonen nun ungehindert ausbreiten. Seit dieser pich sei Dank, weht ein anderer Geist – hoffentlich.Regiomontanusbote 4/1999 · 12. Jahrgang
    • Hinweise44 Leitfossilien naturwissenschaftlichen Denkens II In Kooperation mit dem Institut für Philosophie der Universität Erlangen-NürnbergDie „Leitfossilien“-Reihe vom vergangenen Herbst wird mit neun Vorträgen renommierter Referentenfortgesetzt. Diese greifen herausragende Persönlichkeiten auf, um an ihnen bedeutende Schritte in derEntwicklung der Naturwissenschaften verständlich zu machen. Neben Astronomie und Physik von derAntike bis ins 20. Jahrhundert werden auch epochemachende Entdeckungen geologischer, biologischerund medizinischer Forschung sichtbar.7.10.99: Pythagoras – mathematische Harmonien und Zahlgestalten (Prof.Dr. Walter Burkert, Zürich)14.10.99: Johannes Kepler – Die neue Astronomie (Prof.Dr. Fritz Krafft, Marburg)21.10.99: Alessandro Volta – Der Beginn des elektrischen Zeitalters (Apl. Prof.Dr. Jürgen Teichmann, München)28.10.99: Isaac Newton: Entdeckung des Weltsystems – System der Weltentdeckung? (Dr. Helmut Pulte, Bochum)4.11.99: Charles Darwin – Die verpaßte Revolution (Dr. Michael Weingarten, Marburg)11.11.99: Alfred Wegener – Driftende Kontinente und unbewegliche Geologen (Dr. Gottfried Hofbauer, Erlangen)18.11.99: Claude Bernard und die Entstehung der experimentellen Medizin (Dr. Rudolf Kötter, Erlangen)25.11.99: Albert Einstein und die Relativitätstheorie (Prof.Dr. Jürgen Ehlers, Potsdam)2.12.99: George Gamow – Kernfusion und Astrophysik (Prof.Dr. Ulrich Heber, Bamberg) BZ-Kurs 01200, Gewerbemuseumsplatz 2, Zi. 3.12, in 9 Vorträgen, ab Do 7.10.99, jeweils 19 – 20.30 Uhr, 100 Plätze, 70 DM (Einzelkarte - nur vor Ort erhältlich – je 10 DM) Die Beweise der Copernicanischen Lehre Warum es das heliozentrische Weltsystem so schwer hatte?Natürlich ist unser Planetensystem um die Sonne orientiert. Das weiß fast jedes Kind. Die Begründungdieser Ansicht ist indessen gar nicht so einfach. Es kann nicht mit Copernicus getan sein, zu zeigen, daßeine Alternative zum Geozentrismus mit den die Erde umkreisenden Gestirnen möglich ist. Viele Ein-wände müssen zunächst entkräftet und die optischen und dynamischen Konsequenzen der heliozentri-schen Lehre untersucht werden. Warum kann die Erde nicht genau eine Kugel sein? Warum eilen fallen-de Körper der Erddrehung voraus? Der Kurs stellt die Argumente in ihren historischen Zusammenhangund erläutert dabei Foucaultsches Pendel und Coriolis-Kraft, Fixsternparallaxe und Lichtaberration. BZ-Kurs 47030 in 4 Sitzungen ab Di 9. November 1999, jeweils 19.45 – 21.15 Uhr, Johannes-Scharrer-Gymnasium, Webersplatz 19, Zi. 8 Referent: Pierre Leich, Kursgebühr 40,– DM. Regiomontanusbote 4/1999 · 12. Jahrgang