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Magazin 4 2013
 

Magazin 4 2013

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    Magazin 4 2013 Magazin 4 2013 Document Transcript

    • Vertrauengibt’s nicht zum Nulltarif – Über Dollars, Bundestag, Steuern, Versicherungen & Straßenverkehr Offizielles Magazin des Wettbewerbes „Großer Preis des Mittelstandes“ P.T.MAGAZINfür Wirtschaft und Gesellschaft 9. Jahrgang | Ausgabe 4 | 2013 | ISSN 1860-501x | 3 Euro US-Aufschwung Die vermeintliche Reindus­ trialisierung der Weltmacht Nachfolgeregelung So verkaufen Sie Ihr ­Unternehmen richtig Steuerhinterziehung Deluxe Schenken, Erben, Steuern vermeiden Versicherungen der Zukunft Denkanstöße für eine ­konservative Branche www.pt-magazin.de
    • 4/2013 P.T. MAGAZIN 3 Was für eine dumme Frage, werden Sie denken, das weiß doch jedes Kind: Ohne ein Mindestmaß an Vertrauen ist weder Kommunikation noch Zusam- menarbeit möglich. In einer Welt ohne Vertrauen herrscht totales Misstrauen, Gesinnungsterror. Eine solche Welt ist die Hölle. Diese Hölle gab es auf Erden schon öfter. Gesellschaften, in denen „Die Gedanken sind frei“ nur für Gedan- ken galt, die nicht „böse“ waren. Gesin- nungsterror führte zu Scheiterhaufen, Konzentrations- und Vernichtungs- lagern und Gulags. Und oft begann „Der Weg zur Knechtschaft“ (Friedrich August von Hayek) mit den besten Absichten. Unser Alltag ist durchdrungen von gegenseitigem Vertrauen. Für uns ist das meist völlig selbstverständlich. Wir nehmen das so wenig wahr, wie der Fisch das ihn umgebende Wasser. Wenn wir am zweiten Tag im Hotel nach einem Spaziergang unseren Zimmer- schlüssel verlangen, erwarten wir, dass der Azubi an der Rezeption uns nicht für Betrüger hält. Im Restaurant erwarten wir eine unbeschwerte, lockere Atmos­ phäre. Würde der Kellner ständig hin- ter uns stehen, damit wir nicht die Zeche prellen, ginge uns das ziemlich auf die Nerven. Und beim Arzt erwarten wir selbstverständlich, dass dieser alle nötigen Ausbildungen und Lizenzen hat und uns nicht – wie der Hochstapler Gerd Postel – einen Arzt bloß vorspielt. Unser Mitarbeiter Heiner K. (Name geändert) ist chronisch krank und steht auf der Warteliste für eine Nie- renspende. Er vertraut darauf, dass bei diesem System alles mit rechten Din- gen zugeht. Er vertraut darauf, dass er solange dreimal wöchentlich zur Blutwäsche gehen kann, bis er „an der Reihe“ ist und ein passender Spender gefunden ist. Die Ärzte, die im Organ- spende-Skandal Wartelisten manipu- lierten, missbrauchten sein Vertrau- en. Doch auch die Journalisten, deren skandalisierende Berichterstattung die Spenderbereitschaft dramatisch einbre- chen ließ, missbrauchten das Vertrauen von Heiner K. Denn seine Chancen sind durch die Art dieser Berichterstattung noch weiter gesunken. Im vorliegenden P.T. Magazin Nr. 4/2013 nähern wir uns dem Thema Ver- trauen von mehreren Seiten. Fiat Money ohne Deckung ist – Vertrauen auf Gott. Solange wir alle bunte Papierscheine als Geld ansehen, können wir damit einkaufen.Wie lange dies für den Dollar noch gilt, ist nach Paul Craig Roberts völlig offen. Vor einem Jahr berichteten wir im Beitrag „Aufstand der Scheinheiligen“ über regelwidrige Abstimmungen im Bundestag. Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms (FDP) versucht im vorliegenden Heft mit einem Namens- artikel Vertrauen in die parlamenta- rische Arbeitsweise zurückzugewinnen. „Den Politikern“ wird immer weniger vertraut, wie Europas größte Verbrau- cherstudie ergab. Feuerwehrleute, Kran- kenschwestern, Piloten sind die drei vertrauenswürdigsten Berufe Deutsch- lands. Wer Risiken absichern will, muss Versicherungen vertrauen. Wie offen deren Zukunft selbst ist, beschreibt Dozent Jörg Wallner. Sollten sich alte und neue Unsi- cherheiten zu einer „Misstrauensgesell- schaft“ weiter verdichten, dann sieht Ansgar Lange die „(Wut)Bürger auf den Barrikaden“. Kein Wunder, wenn sogar 90 Prozent der Steuerbescheide bei Schenkungsvorgängen falsch sind, wie Rechtsanwalt Johannes Fiala berichtet oder sich Deutschlands Autofahrer wie Zitronen fühlen, die von konzeptions- losen Politikern ausgepresst werden, wie Prof. Arnd Joachim Garth glossiert. Es gibt wirklich viel zu tun. Packen wir es an: Im September ist Bundestagswahl. n Dr. Helfried Schmidt Spindel- und Lagerungstechnik Fraureuth GmbH Fabrikgelände 5 08427 Fraureuth Tel.:+49 (0) 37 61 / 80 10 Fax:+49 (0) 37 61 / 80 11 50 E-Mail: slf@slf-fraureuth.de www.slf-fraureuth.de SLF. DA BEWEGT SICH WAS. NEU! Rekonditionierung von Wälzlagern Kugellager und Rollenlager von 30 mm bis 1600 mm Außendurchmesser in verschiedenen Ausführungen Spindeleinheiten Bohr-, Fräs- und Drehspindeln Spindeln mit angeflanschtem bzw. integriertem Motor Spindeln für spezielle Einsatzgebiete Hauskonzepte für alle Ansprüche. Ob modernes Ausbauhaus oder schlüsselfertige Villa – energieeffizientes und nach- haltiges Wohnen ist bei den vier starken Marken von Deutschlands größtem Fertighaushersteller garantiert. Als solide Unternehmensgruppe bietet die DFH ihren Kunden maximale Sicherheit und eine gleichbleibende hohe Qualität. www.dfhag.de Echte Werte schaffen Imageanzeigen_210x297mm_4c_RZ.indd 1 07.06.13 16:20 Was ist Vertrauen?
    • 4 P.T. MAGAZIN 4/2013 Gesellschaft 6 Wirtschaftshype made in USA Die vermeintliche Reindustrialisie- rung der Weltmacht 8 Nährboden für Korruption Die Wirtschaftskrise Europas erhöht den finanziellen Druck 10 Ein schwerfälliges Verfahren  Die parlamentarische Arbeitsweise muss besser erklärt werden 12 Was mich nicht umbringt Asiatische Marienkäfer sind welt- weit auf dem Vormarsch 14 Big Data – Big Irrtum Auch der Spiegel beerdigt die Zukunft – Dabei gilt: Gewiss ist nur die Ungewissheit 16 Entfesselte Bildung Das Streben nach dem individuellen Glück Oskar-Patzelt-Stiftung 18 Anleitung zum Unternehmens- verkauf Und für den Notfall: Tipps für eine ungeplante Nachfolge 20 Unternehmens-Steuerung Viele Führungskräfte steuern ihr Unternehmen im Blindflug 21 Judorolle gegen Krise Neues Risikomanagement für das resiliente Unternehmen 22 Die vertrauenswürdigsten Berufe Deutsche vertrauen Apothekern, Krankenschwestern und der Feuer- wehr 23 Es kommt nicht auf die Größe an Die wertvollsten Städte Deutsch- lands in der Börsenliga Wirtschaft 30 Die Zukunft der Versicherungen Herausforderungen für eine konser- vative Branche, die die neuen Unsi- cherheiten der Gesellschaft verkennt 32 Schlüsseltechnologie Selbstzündung Chancen für den europäischen Markt für erdgasbetriebene Nutz- fahrzeuge 34 Afrikanisches Jahrhundert Südafrika’s neue Mittelschicht: jung, gebildet und konsumfreudig 36 Schwule retten Reisewirtschaft Der Tourismus profitiert von zah- lungskräftigen homosexuellen Rei- senden 38 Bürger auf den Barrikaden Und die Politik handelt weiter nach dem Mikado-Prinzip 42 Steuerhinterziehung Deluxe Vernetzte Fahrzeuge machen den Verkehr sicherer 45 Autos müssen chatten Steuerpflicht bei Schenkungen - Fall- stricke für Schenker, Beschenkte und Behörden 46 Drohnen und Solar Wärmebildkameras vom Weltmarkt- führer für erneuerbare Energien 50 Die richtigen Fragen Mitarbeiter mobilisieren, sie zu kostenlosen Unternehmensberatern machen und von ihnen lernen 54 Fantasie schlägt Preis Wie Sie sich auf einem gesättigten Markt etablieren und der Preis- schlacht ausweichen 56 Die optimale Produktion  Einsparpotentiale einer Dienstleis­ tungsgesellschaft Spezial | Regional Nordrhein-Westfalen 58 Von guten Beispielen lernen Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- minister Garrelt Duin über Mittel- standsnahe Wirtschaftspolitik 59 Vom Minijobber zum Marktmanager Wer Vertrauen säht wird Leistung ernten 60 Im Zeichen der Zukunft Essen ehrt seinen Mittelstand – auf dem Mittelstandsempfang 2013 62 Mittelstand im Rampenlicht Die IHK und die regionale Service- stelle des Kreises Bonn/Rhein-Sieg küren ihren Mittelstand Lifestyle | Auto 64 Ohne Gegenleistung Deutschlands Autofahrer sind Zitro- nen. Die Politik presst sie gerne aus. Leserbriefe | Impressum 66 Lob und Kritik zum letzten Heft 4/2013 P.T. MAGAZIN 5 Seite 10 Steuerhinterziehung Deluxe Steuerpflicht bei Schenkungen - Fallstricke für Schenker, Beschenkte und Behörden Seite 42 In diesem Heft Ein schwerfälliges Verfahren Die parlamentarische Arbeitsweise muss besser erklärt werden Balleinladung... Seite 26 … für die Auszeichnungsveranstaltungen der Oskar-Patzelt-Stiftung. Hier finden Sie das Anmeldeformular für alle Länder- bälle und den Bundesball in Berlin. über Fax: 0341 24061-66, Online-Shop – www.pt-magazin.de/shop/ballkarten/ – oder Bestellcoupon einsenden an: Oskar-Patzelt-Stiftung | Bundesgeschäftsstelle | Melscher Str. 1 | 04299 Leipzig Bitte senden Sie mir für folgende Veranstaltungen Karten zu: n 7. September 2013, Maritim Hotel Dresden Preisverleihung für Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte* **Zimmerreservierung unter:Tel. 0351 216-1018 n 21. September 2013, Maritim Hotel Düsseldorf Preisverleihung für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/ Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Rheinland-Pfalz/Saarland Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte* **Zimmerreservierung unter:Tel. 0211 5209-0 n 5. Oktober 2013, Maritim Hotel Würzburg Preisverleihung für Unternehmen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte* **Zimmerreservierung unter:Tel. 0931 3053-819 Großer Preis des Mittelstandes 2013 19. Oskar-Patzelt-Stiftungstage Kartenbestellung für Gala und Ball Name,Vorname Firma Anschrift Telefon-Nr. Ort/Datum Unterschrift Die von mir bestellte(n) Karte(n) bezahle ich per Überweisung an: Raiffeisen Landesbank Oberösterreich ZNdl Süddeutschland BLZ 740 20 100 • Konto-Nr. 830 4313 (Kennwort:„Großer Preis des Mittelstandes“) Die Karten werden ab 1. Juli 2013 und nach Zahlungseingang versandt. Die Anzahl der Plätze ist beschränkt. Bei Stornierung ab vier Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung berechnen wir eine Stornogebühr von 100%. Bei sonstigen Stornierungen berechnen wir eine Bearbeitungsgebühr von 20%. Generell bitten wir um Kartenrücksendung bei Stornierungen. Rechnungslegung erfolgt durch die OPS Netzwerk GmbH im Auftrag der Oskar-Patzelt-Stiftung. Anzahl: Anzahl: Anzahl: Anzahl: *ermäßigter Preis, gilt nur für Wettbewerbsteilnehmer und Partner der Oskar-Patzelt-Stiftung. Preis regulär: 240,- zzgl. MwSt., Berlin 250,- zzgl. MwSt. (Alle Preise in Euro) **Die Reservierung der Hotelzimmer erfolgt nur direkt bei den Maritim Hotels bis spätestens vier Wochen vor Veranstaltung. (Kennwort:„Großer Preis des Mittelstandes“) n 26. Oktober 2013, Maritim Hotel Berlin (nicht im MARITIM proArte Hotel Berlin) Bundesball – Verleihung der Sonderpreise und Ehrenplaketten Euro 150,– zzgl. MwSt. pro Karte* **Zimmerreservierung unter:Tel. 030 2033-4410 Hauptsponsor Die Oskar-Patzelt-Stiftung ehrt die besten Unternehmen NORMANN GRUPPE NORMANN GRUPPE Ihr kompetenter Partner für: • Dachdecker- und Klempnerarbeiten • Dachabdichtungen mit Kunststoff- oder Bitumenbahnen • Dachdeckung aus Metall • Trapezblech- und Fassadenarbeiten • Dachbegrünungen • Tiefgaragenabdichtungen • Tunnel- und Brückenabdichtungen • Umweltschutzmaßnahmen • Photovoltaikanlagen • Projektbauten • Wartung und Begutachtungen von Dachflächen Seite 54 Phantasie schlägt Preis Wie Sie sich auf einem gesät- tigten Markt etablieren und der Preisschlacht ausweichen Die Zukunft der Versicherungen Herausforderung für eine konservative Branche Seite 30 (Foto:vorsprach/Flickr.com) (Foto:HowardDickins/Flickr.com) (Foto:DeutscherBundestag/Marc-SteffenUnger)(Foto:Henry./Flickr.com)
    • Derzeit veröffentlichen die Medien fast täglich Berichte, in den Vereinigten Staa- ten habe ein breiter wirtschaftlicher Auf- schwung eingesetzt und das Land stehe vor einer allmählichen Reindustrialisie- rung. Vor allem der „wettbewerbsfähige“ Wechselkurs des US-Dollars und die Schiefergasrevolution mit Hilfe des Fra- ckings, die im Inland eine neue, kosten- günstigere Energiequelle erschließen soll, werden als treibende Kräfte einer für die USA günstigen wirtschaftlichen Entwick- lung ausgemacht. Und diese gehe zu Lasten der Schwellenländer. Medienberichten zufolge hat bei- spielsweise Manoj Pradhan, „Schwellen- länderexperte“ bei Morgan Stanley, ge- genüber der Nachrichtenagentur Reuters gesagt: „Vor dem Hintergrund des Schul- denabbaus der US-Haushalte könnte es gut sein, dass Investitionen und Produk- tion zu einem nachhaltigen Wachstum führen. Denken Sie einen Augenblick da- rüber nach, was das für die Schwellenlän- der bedeutet: Die USA werden als Wett- bewerber – nicht als Konsument – zu nachhaltigem Wachstum zurückkehren.“ Ein beeindruckendes Statement. Doch wie sieht die Realität aus? Das BIP wird überschätzt Entgegen den Medienberichten steckt die US-Wirtschaft nach wie vor in der Re- zession. Ein realer Aufschwung ist nicht in Sicht. Nur zwei ökonomische Kenn- ziffern weisen auf eine wirtschaftliche Erholung hin: das offizielle reale BIP und die U-3-Arbeitslosenquote (Prozentanteil der über 25 Jahre alten Arbeitslosen an der über 25 Jahre alten zivilen Erwerbsbe- völkerung). Das offizielle BIP ist um eine unrealistisch niedrige Inflationsrate de- flationiert. Statt der offiziell gemeldeten Inflationsrate von zwei Prozent (CPI-U) sieht Statistiker John Williams von Sha- dowstats.com die wahre US-Inflations- rate aktuell bei 9,6 Prozent (er misst die Inflationsrate weiterhin anhand der Me- thode, mit der die US-Regierung sie noch 1990 offiziell gemessen hat). Mit anderen Worten: Die Höhe des realen BIP wird überschätzt. Die U-3-Ar- beitslosenquote sinkt nur deshalb, weil sie nicht all jene Arbeitskräfte mitzählt, die ihre Arbeitsplatzsuche entmutigt aufgegeben haben. Vielmehr beträgt die tatsächliche Arbeitslosenquote das Zwei- bis Dreifache der offiziell gemel- deten Quote. Die Mittelklasse löst sich auf Keine andere ökonomische Kennzahl deutet auf eine Erholung der US-Wirt- schaft hin – weder die realen Einzelhan- delsumsätze noch der Haus- und Woh- nungsbau, das Konsumentenvertrauen, die sozialversicherungspflichtige Be- schäftigung oder die durchschnittlichen Wochenlöhne und -gehälter. Die realen Einkommen der Kon- sumenten in den USA stagnieren oder fallen sogar. Ohne wachsende Konsum- nachfrage kann eine Volkswirtschaft, die von der Konsumnachfrage abhängig ist, allerdings nicht vorankommen. Die De- Industrialisierung hat den Vereinigten Staaten das Genick gebrochen. Im Zuge des Offshorings – der Verlagerung der Produktion von Waren für den amerika- nischen Markt in Billiglohnländer, um Lohnunterschiede auszunutzen – wur- den bereits Millionen Arbeitsplätze der amerikanischen Mittelklasse vernichtet. Die einst so dynamische Mittelklasse löst sich auf. Die Dimensionen sind gewal- tiger, als das in Europa in aller Regel wahrgenommen wird: Laut Manufactu- ring and Technology News vom Septem- ber 2011 wurden in den USA innerhalb von zehn Jahren knapp 55.000 Fabriken stillgelegt. Die Zahl der Arbeitnehmer in der verarbeitenden Industrie ging um fünf Mio. Menschen zurück. Arbeitsplätze werden ins Ausland verlagert Der Arbeitsplatzabbau beschränkt sich nicht auf die Produktion von Waren. Vielmehr folgen viele Arbeitsplätze des Dienstleistungssektors den ins Ausland verlagerten Jobs des produzierenden Sektors. Innovation findet dort statt, wo produziert wird. Der Business in China Survey 2013 der China Europe International Business School (CEIBS) nennt Zahlen: Demnach verfügen 52 Prozent der in China ange- siedelten Unternehmen, die Ausländern gehören und sich an dem Survey be- teiligt haben, bereits über R&D-Aktivi- täten in China. Knapp zwei Drittel der aus- und inländischen Unternehmen in China planen, ihre Investitionen in R&D in den kommenden drei Jahren aufzusto- cken. Arbeitsplätze werden heute in den USA fast nur noch in schlecht bezahlten Service-Bereichen für den heimischen Markt geschaffen, an denen weder han- delbare Güter noch handelbare Dienst- leistungen entstehen, die exportiert werden können. Die „Neue Ökonomie“ Amerikas ist in Wahrheit die „Offshored Economy“, stellt auch Nobelpreisträger Michael Spence fest. Die ehemaligen Einkommen von Millionen Amerikanern sind heute die Einkommen von Chinesen und Indern sowie die Kapitalgewinne der Aktionäre und die Millionen-Boni der Vorstände, die die Arbeitsplätze ins Ausland verlagert haben. Von Downtown zur Geisterstadt Mehr und mehr US-Bürger geraten in wirtschaftliche Not. Städte verfallen. Aus Downtowns werden Notowns. Die „Modern Day“ Geisterstadt Gary in Indi- ana ist kein Einzelfall.„Americas Newest Ghost Town“, „Ghost Towns Popping up Everywhere“ sind die Titel beklem- mender Videos im Internet. Inzwischen rüstet die US-Staatssi- cherheitsbehörde Homeland Security auf, bewaffnet sich mit Panzerfahrzeu- gen und Munition. Und sie bildet Ju- gendliche zu FEMA Corps aus. Sind das Vorbereitungen, um soziale Unruhen niederzuschlagen? Am 7. März 2013 legte der republikanische US-Senator Paul Cruz dem Kongress Bill S. 505 vor – ein Gesetz, dass verbieten soll, dass Droh- nen in den Vereinigten Staaten zum Tö- ten amerikanischer Bürger eingesetzt werden. Wo bleiben Berichte dazu in den europäischen Mainstream-Medien? Aber Hauptsache, die Europäer sind über den Aufschwung der US-Volkswirtschaft und die Wunderwirkung des Frackings informiert. Die Perspektiven für einen Wiederaufbau der entindustrialisierten Volkswirtschaften, die glaubten, schlau daran zu tun, auf die Dienstleistungs- branche zu setzen, verschlechtern sich kontinuierlich. Der Wettbewerb aus China und aus anderen Schwellen- ländern bläst der hoch verschuldeten westlichen Welt zunehmend ins Gesicht. China arbeitet unter Hochdruck daran, die USA als Weltwirtschaftsmacht abzu- lösen. Amerika hat wohl kaum noch das Potenzial, das zu verhindern. Der Untergang des US-Dollars Im Gegenteil: Die Federal Reserve (Fed) fördert diese Entwicklung nach Kräften. Mit dem Aufkauf von US-Staatsanlei- hen und hypothekenbesicherter Finanz- instrumente monetarisiert sie alljährlich Schulden in einer Größenordnung von mehr als einer Billion US-Dollar. Gerade erst hat der Federal Reserve- Vorsitzende Ben Bernanke bestätigt: Bis auf weiteres bleibt es dabei. Ein verzwei- felter Versuch, den völligen Absturz der US-Wirtschaft möglichst lange hinaus- zuschieben, mit dem die Federal Reserve den Wert des Greenbacks allerdings weiter untergräbt. Früher oder später muss es zur Flucht aus der US-Währung kommen. Ungeachtet der verheerenden ökologischen Folgen des Frackings, das der Umwelt hohe externe Kosten aufer- legt – sowohl die vermeintlich immense Bedeutung des Frackings für eine Re- industrialisierung der USA als auch der angeblich in der Breite einsetzende Auf- schwung der US-Ökonomie sind nichts als Hypes, die den USA gut ins Kon- zept passen. Je mehr die Welt an den Wiederaufstieg Amerikas als führende Wirtschaftsmacht der Welt glaubt, de- sto eher gelingt es Washington, seine Staatsanleihen an den Finanzmärkten zu platzieren. Nichts muss Amerika so fürchten, wie den Untergang des US-Dollars als Leit- und Reservewährung derWelt.Denn dann droht Amerika die Zahlungsunfä- higkeit, kann das Land seinen Konsum und seine Kriege nicht mehr mit selbst bedrucktem Papier finanzieren – das Ende der Hegemonialmacht Amerika. n Paul Craig Roberts und Johannes Maruschzik Dieser Artikel erschien zuerst ungekürzt auf www.antikrieg.com 6 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/20 13 P.T. MAGAZIN 7 Gesellschaft Vater Staat belagert die Geisterstädte Wirtschaftshype made in USA Über den Autor n Paul Craig Roberts war Assistent des Finanzministers unter Prä- sident Ronald Reagan. Er gilt als einer der besten sieben Journa- listen der USA. (Foto:ЯickHarris/Flickr.com) Wer immer noch glaubt, die Einführung von „fiat money“ nach dem Bruch des Goldstandards durch Richard Nixon würde systema- tischen Finanzschocks vorbeugen, sollte zum Arzt gehen
    • Korruption ist in Europas Wirtschaft im- mer noch überraschend weit verbreitet. Nach Meinung von 39 Prozent der Ma- nager ist Bestechung in ihrem Land an der Tagesordnung. Slowenien, die Uk- raine und Griechenland belegen einen unrühmlichen Spitzenplatz im Europa- Ranking: Dort liegt der Anteil der Be- fragten, die Korruption in ihrem Land für üblich halten, bei 96, 85 bzw. 84 Prozent und damit etwa auf dem Niveau von Kenia und Nigeria. Deutschland liegt mit 30 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Am wenigsten verbreitet ist Korruption aber in der Schweiz: Hier geben nur zehn Prozent der Befragten an, Bestechung sei in ihrem Wirtschafts- leben gängig. Finnland und Schweden liegen jeweils bei 12 Prozent, Norwegen bei 17 Prozent. In Westeuropa hält jeder siebte Ma- nager es in der eigenen Branche für übliche Praxis, Aufträge mithilfe von Be- stechung zu gewinnen. In Deutschland sagen das immerhin noch neun Prozent der Befragten. Und erstaunlich viele Ma- nager können sich vorstellen, in Notsitu- ationen dem Geschäftserfolg mit unlau- teren Mitteln nachzuhelfen: So halten von den westeuropäischen Managern 13 Prozent (Deutschland: sieben Prozent) Bestechung von Geschäftspartnern für gerechtfertigt, wenn auf diese Weise ein Unternehmen über einen Wirtschaftsab- schwung hinweggerettet werden kann – obwohl die Mehrheit der Unterneh- men in der Folge einiger Skandale schon umfassende Antikorruptionsregeln ein- geführt haben. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Hohe Ansprüche der Investoren Trotz der lahmenden Konjunktur sind die Erwartungen an die Unternehmen, mit Umsatz- und Gewinnzuwächsen zu glänzen, hoch: 55 Prozent der deutschen Manager berichten von steigendem Druck, mit guten Quartalszahlen den hohen Ansprüchen der Investoren und Anteilseigner gerecht zu werden. In Westeuropa liegt der Anteil mit 71 Pro- zent noch höher. Um diesen hohen Erwartungen zu genügen, werden offenbar immer wie- der auch Zahlen geschönt: So geben in Deutschland 34 Prozent der Manager an, dass Unternehmen Geschäftszahlen oftmals besser aussehen lassen, als sie tatsächlich sind. Das liegt über dem westeuropäischen Durchschnitt von 31 Prozent. Besonders verbreitet ist ein solches Verhalten der Umfrage zufolge in Kroatien (58 Prozent), in Spanien und Russland (jeweils 61 Prozent) sowie in Slowenien (65 Prozent). Und wenn es darum geht, neue Auf- träge zu akquirieren, ist Bestechung in einigen europäischen Ländern durchaus an der Tagesordnung. „In vielen Märk­ ten ist die Zahlung von Schmiergeldern nach wie vor üblich“, beobachtet Ste- fan Heißner, Leader Fraud Investiga- tion & Dispute Services EMEIA Central Zone bei Ernst & Young. „Die Manager international agierender Konzerne ste- hen in solchen Ländern vor erheblichen Herausforderungen:Wenn sie sich an die geltenden Regeln und Gesetze halten, entgeht ihnen Geschäft – mit der Folge, dass sie womöglich ihre Umsatzziele verfehlen.“ Da braucht es glasklare unternehmens­ interne Vorgaben, um zu verhindern, dass Mitarbeiter der Versuchung erlie- gen, dem Erfolg mit Schmiergeldzah- lungen nachzuhelfen.“ Denn zu einer klaren Antikorruptionspolitik gibt es keine Alternative. Die Herausforderung bestehe nun darin sicherzustellen, dass die Richtlinien immer und von allen Mit- arbeitern tatsächlich befolgt werden. Korruption auch in Deutschland Heißner betont, dass viele deutsche Unternehmen in den letzten Jahren massive Anstrengungen unternommen haben, Korruption im eigenen Haus zu verhindern. In der Befragung gaben 64 Prozent der deutschen Manager an, das gehobene Management habe ein klares Bekenntnis zu Antibestechungsrichtli- nien abgegeben. Die Bekämpfung von Korruption bleibe eine wichtige Aufgabe für die Unternehmenslenker, so Heißner: „Nach unserer Erfahrung ist das Problem der Korruption auch in deutschen Un- ternehmen noch lange nicht vom Tisch. Es ist erstaunlich, dass offenbar immer noch so viele große Unternehmen auf diesem Auge blind sind. Inzwischen sollten sich die erheb- lichen Risiken herumgesprochen haben, die die Antikorruptionsgesetze etwa der USA und Großbritanniens auch für die Muttergesellschaften und die Auftrag- geber regionaler Vertretungen mit sich bringen.“ Schwächen beim Einsatz von Kontroll- werkzeugen In diesem Jahr haben 61 Prozent der deutschen (und 55 Prozent aller be- fragten westeuropäischen) Manager zu Protokoll gegeben, dass in ihrem Un- ternehmen Antikorruptionsrichtlinien bestünden. Von einer „Whistleblowing“-Hotline zum Melden von Betrug, Bestechung oder Korruption berichteten hinge- gen nur 45 Prozent der deutschen Ma- nager (Westeuropa: 37 Prozent). Ob aller­dings das eigene Unternehmen „Whistleblower“ – also Mitarbeiter, die Verdachtsfälle melden – im Ernstfall auch unterstützen würde, scheint vielen Beschäftigten fraglich. n Nährboden für Korruption Die Wirtschaftskrise Europas erhöht den finanziellen Druck Gesellschaft 3/2013 P.T. MAGAZIN 9 8 P.T. MAGAZIN 4/2013 (Grafik:ssoosay/Flickr.com) „Diskrepanz in der Wahrnehmung von Korruption“ Bestechung/korruptes Verhalten sind in diesem Staat weit verbreitet In unserem Gebiet ist es gemeine Praxis, mit Beste- chung Aufträge zu erkaufen % Zustimmungen Kenya 94 34 Griechenland 84 29 Südafrika 65 19 Slovakei 84 41 Ungarn 70 29 Polen 59 22 Italien 60 27 Alle Befragten 57 26 Großbritanien 37 6 Russland 82 56 Indien 69 44 Deutschland 30 9 Frankreich 27 7 Saudi Arabien 66 46 Türkei 55 39 Schweden 12 4 Schweiz 10 7 (Grafik:Ernst&Young) INNOVATIV FLEXIBEL INDIVIDUELL ZUVERLÄSSIG SANGERHAUSEN www.feag-sgh.de
    • Sachwissen spezialisierter Parlaments- mitglieder sinnvoll erledigt werden – also in einer besonderen Form spezi- fischer Teamarbeit. Niemand ist in der Lage, sich pro Wahlperiode mit ca. 1.000 Gesetzentwürfen, über 3.000 kleinen und großen Anfragen und etwa 2.000 Anträgen zu den unterschiedlichsten Themen zu befassen. Deshalb werden die Arbeitsfelder aufgeteilt. Der Abge- ordnete ist intern Spezialist, nach außen hin aber Generalist. In Berlin wird er für die Kollegen, die Fach- und Medienöf- fentlichkeit der sachkundige Experte. In seinem Wahlkreis und für sein Bundes- land bleibt er aber der Ansprechpart- ner für alles und jedes. Dieser Spagat lässt sich nur mit wechselseitiger Hilfe bewältigen. Und dafür braucht es ein Mindestmaß an Vertrauen in die Kom- petenz, Integrität und Verlässlichkeit der Fraktionskollegen. Langes Wochenende ohne Freizeit Wenn im Plenum die Fachpolitiker sprechen, haben sie sich zuvor in den Ausschüssen des Bundestages und den Arbeitsgruppen der Fraktionen einge- hend, nicht selten monatelang, mit einem Thema beschäftigt. Sie haben in den Fraktionsvollversammlungen allen Kolleginnen und Kollegen hierzu Rede und Antwort gestanden. Währenddes- sen kümmern sich die übrigen Abgeord- neten um andere Themen. Das kann im Büro sein, in Arbeitstreffen mit Sachver- ständigen aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Gesellschaft, im Gespräch mit Kol- legen oder mit Interessensvertretern. Hat ein Politiker noch zusätzliche Führungsaufgaben in den Gremien der Fraktion oder Partei, ist während der Sitzungswochen sein Terminkalender von Montag bis Freitag dicht gefüllt. Wenn er am Freitag Berlin verlässt, hat er zwar ein langes Wochenende vor sich, aber keineswegs Freizeit. Als Festred- ner bei Veranstaltungen und Jubiläen, bei Begegnungen und Besichtigungen vor Ort steht er seinem Wahlkreis oder Landesverband zur Verfügung. Wenn man dieses Arbeitspensum in einen Stundenlohn umrechnet, relativiert sich die angeblich so üppige Bezahlung der Parlamentarier deutlich. Bei 60 bis 70 Arbeitsstunden pro Woche ergibt sich dann ein Stundenlohn in der Größen- ordnung eines Facharbeiters in der Automobilbranche. Mühselig und wenig populär Da ein Großteil der parlamentarischen Arbeit unterhalb der öffentlichen Wahr- nehmung abläuft, ist das Bild nach außen oft lückenhaft. Das gilt beson- ders für die Rolle der Fraktionen, die eine Schlüsselstellung haben, wenn es darum geht, die Repräsentationsfunk- tion des Parlaments zu erfüllen. Die Fraktionen wirken hier als organisato- rische Klammer. Grundsätzlich soll jeder einzelne Abgeordneten an der politi- schen Willensbildung zu allen anste- henden Themen mitwirken. In seiner Fraktion kann er auch die großen Linien der Politik beeinflussen und seiner Auf- gabe gerecht werden, den Wählerwillen über die ganze Bandbreite politischer Themen zu vertreten. Entsprechend kon- trovers wird mitunter diskutiert. Das ist intern häufig mühselig und nach außen wenig populär. Aber es ist wertvoll, denn der politische Streit beflügelt das Auffin- den der besten Lösungen. Es würde sich lohnen, intensiv darüber nachzudenken, in welchem Umfang in einem forma- lisierten Verfahren auch die Diskussi- onen in den Fraktionsgremien öffentlich abgebildet werden könnten. Zu überle- gen wäre auch, die Fach-Ausschüsse des Bundestages stärker für die Öffentlich- keit zu öffnen, indem man das bisherige Regel-Ausnahme-Verhältnis umkehrt und Ausschusssitzungen grundsätzlich öffentlich durchführt. Diffamierung und platte Polemiken Mehr Transparenz kann Vorurteilen den Nährboden entziehen. Wir müssen die komplexen und vielfältigen Entschei- dungsprozesse lebendig und lebensnah vermitteln. Hier sind erhebliche Verbes- serungen möglich. Das gilt für den Deut- schen Bundestag als Organ wie für jeden Abgeordneten persönlich. Ansehen und Reputation des Hauses dürfen im poli- tischen Streit nicht leiden. Persönliche Diffamierungen müssen tabu sein. Und schließlich sind die Parlamentskorres­ pondenten und Berichterstatter der Medien gefordert. Sie lassen sich allzu häufig zu platten Polemiken hinreißen, auch wenn sie es besser wissen oder zumindest wissen sollten. n Hermann Otto Solms Debatten vor nahezu leeren Bänken. Fehlende Abgeordnete bei wich- tigen Abstimmungen. Parteipolitische Vorgaben statt freier Gewissensent- scheidung. Bei solchen Eindrücken aus dem parlamentarischen Alltag heißt es schnell, die Abgeordneten seien unfähig und faul, sie würden nur abnicken und durchwinken, was ihnen vorgesetzt wird. Obwohl ebenso platt wie falsch, prägen solche Vorurteile die öffent- liche Meinung. Gegen diese Mixtur aus Unkenntnis und Anmaßung müssen wir Parlamentarier uns selbstbewusst wehren aber zugleich unsere Arbeits- weise deutlich besser darstellen und erklären. Ein modernes Arbeitsparlament funktioniert anders Auch wenn es ohne Sitzfleisch nicht geht - Kompetenz und Fleiß der Abgeord- neten lassen sich nicht anhand leerer Sitze messen. Im Gegenteil: Würde das Parlament von morgens bis abends stets in voller Besetzung debattieren, käme die Gesetzgebung schnell zum Erliegen. Nicht mehr, sondern weniger würde beraten und entschieden. Winston Chur- chill soll gesagt haben: „Am faulsten sind die Parlamente, die am stärksten besetzt sind.“ Der Nationale Volkskon- gress der Volksrepublik China entspricht dem Wunschbild eines vollbesetzten Ple- nums. Ein modernes Arbeitsparlament in einer Demokratie funktioniert anders. Der Deutsche Bundestag ist hochgradig arbeitsteilig organisiert. Anders könnte er seine vielfältigen Aufgaben, die weit über die eigentliche Gesetzgebungsar- beit hinausgehen, gar nicht bewältigen. Das Plenum ist die „gute Stube“ des Par- lamentarismus, die wesentliche Arbeit geschieht aber in den „Werkstätten“ und in der Regel wird dort auch bereits entschieden. Wenn schließlich im Ple- num des Bundestages vor den Augen der Fernsehkameras öffentlich debattiert und abgestimmt wird, sind die Positi- onen meist schon festgelegt und die Entscheidungen getroffen. Dieser Vor- lauf bleibt in der öffentlichen Bewer- tung und Berichterstattung weitgehend unbeachtet. So entsteht zwangsläufig ein schiefes Bild. Entgegen weit verbreiteten Vorstel- lungen dient die Plenardebatte weniger dazu, den politischen Gegner zu über- zeugen als vielmehr die unterschied- lichen Argumente und Bewertungen in die Öffentlichkeit zu transportieren. Deshalb lässt die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages es auch zu, dass im Normalfall relativ wenig Abgeordnete an einer Plenumsdebatte teilnehmen. Intern Spezialist, nach außen Generalist Ein Parlament ist keine Ansammlung von Einzelkämpfern. Parlamentarische Arbeit kann nur in der Gemeinschaft politisch gleichgesinnter, nach Frakti- onen formierter und nach Fach- und Ein schwerfälliges Verfahren Die parlamentarische Arbeitsweise muss besser erklärt werden Gesellschaft 4/2013 P.T. MAGAZIN 1110 P.T. MAGAZIN 4/2013 Über den Autor n Dr. Hermann Otto Prinz zu Solms- Hohensolms-Lich ist ein deut- scher Politiker der FDP. Er war von 1991 bis 1998 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und ist seit 1998 Vizepräsident des Deut- schen Bundestages. (Foto: Dr. Hermann Otto Solms) Die wesentliche Arbeit des Parlamentarismus geschieht in den „Werkstätten“, den Arbeitsausschüssen und dort wird auch bereits entschieden (Foto:Lichtblick/AchimMelde) (Foto:DeutscherBundestag/Marc-SteffenUnger) LInke 30,1 SPD 20,1 Grüne 12,8 FDP 11,3 CDU/CSU 10,8 Linke Schwänzer Versäumte Abstimmungen pro Abgeordneten nach Parteien (Grafik:Focus/Statista2013)
    • Aus Menschensicht sind Marienkäfer hübsch anzusehen, harmlos und oben- drein noch nützlich, denn sie fressen Blattläuse und andere Pflanzenschäd- linge. Besonders gefräßig ist der Asia- tische Marienkäfer alias Harmonia axy- ridis: Weil er bis zu 200 Blattläuse pro Tag verputzt, haben ihn findige Biobau- ern vor Jahrzehnten zwecks biologischer Schädlingsbekämpfung auf Felder und in Gewächshäuser geholt – erst nach Nordamerika, dann nach Europa. Doch seit den 1990er Jahren werden die kleinen Helfer selbst zum Problem. Sie vermehren sich hemmungslos und gelten mittlerweile als Musterbeispiel einer invasiven Art. Auch in Deutsch- land haben die Fremdlinge Fuß gefasst und machen den etwa 80 einheimi- schen Marienkäfern das Leben schwer. „Wenn das so weitergeht, werden viele dieser Arten verschwinden“, fürchtet Professor Andreas Vilcinskas. Der Biologe leitet das Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoo- logie der Universität Gießen. 2010 hat er zudem die Projektgruppe Bio-Ressour- cen am Fraunhofer-Institut für Moleku- larbiologie und Angewandte Ökologie IME aufgebaut, deren Finanzierung das Land Hessen über das Exzellenziniti- ativ-Programm LOEWE mit 4,5 Milli­ onen Euro unterstützt. „Wir wollen die enor­me Biodiversität der Insekten nutz- bar machen. Diese Tiergruppe verfügt über eine Vielzahl von Biomolekülen mit Potenzial für medizinische oder biotechnologische Anwendungen“, betont Vilcinskas. Effizientes Antibiotikum Invasive Arten wie den Asiatischen Marienkäfer hält der Fraunhofer-For- scher für besonders vielversprechend: „Wenn sich eine Art weltweit durch- setzen kann, dann muss sie eine starke Immunabwehr besitzen. Denn in den neuen Lebensräumen ist sie ständig mit anderen Krankheitserregern kon- frontiert“. Ein Vergleich des einge- schleppten Käfers mit zwei heimischen Arten – dem Siebenpunkt und dem Zweipunkt-Marienkäfer – gibt dem Bio- logen Recht: Im Reagenzglas vermag das Blut der fremdländischen Insekten Bakterien deutlich stärker abzuwehren, als das Blut der beiden europäischen Arten. Als Wirkstoff identifizierten Vilcins- kas Mitarbeiter eine Substanz namens Harmonin; sie wird ausschließlich von Harmonia hergestellt und erwies sich im Experiment als effizientes Antibioti- kum – unter anderem gegen die Erreger von Tuberkulose und Malaria. Harmonin ist jedoch nur eine von vielen chemischen Waffen, mit denen sich Asiatische Marienkäfer gegen Mikroorganismen zur Wehr setzen. Massive Angriffe von Bakterien kontern die exotischen Krabbler mit über 50 Substanzen aus der Klasse der Peptide. Das ergaben aufwändige molekularbio­ logische Analysen von Dr. Heiko Vogel am Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena. „Damit hält Harmonia den Rekord. Kein anderes Tier produziert so viele antimikrobielle Peptide“, betont Vilcins­ kas. So sichern sich die Invasoren einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Sieben- punkt & Co. Doch die erhöhte Wider- standskraft erklärt noch nicht ihre enorme Durchsetzungsfähigkeit. Auch aus direkten Auseinandersetzungen mit ihren Verwandten gehen sie stets als Sieger hervor. Im Blut der Invasoren Eine verblüffende Beobachtung führte das Fraunhofer-Team zum eigentlichen Erfolgsrezept von Harmonia: Im Kampf um Nahrung und Lebensraum fressen Marienkäfer nicht selten Larven und Eier ihrer Konkurrenten. Macht sich ein Siebenpunkt- Marienkäfer über die Jugendstadien des Fremdlings her, so stirbt er daran. Vergreift sich aber ein asiatischer Käfer am heimischen Nachwuchs, so bekommt ihm das bestens. Des Rätsels Lösung liegt im Blut der Invasoren: Es ist voll mit sporen- förmigen Parasiten. Sie ließen sich nach gut 18-monatiger molekularbio- logischer Detektivarbeit einer Gruppe pilzähnlicher Einzeller namens Nosema zuordnen. „Inzwischen haben wir uns Asia- tische Marienkäfer aus der ganzen Welt angesehen. In jeder Population, in jedem einzelnen Tier, selbst in den Eiern finden wir Mikrosporidien“, so Vilcinskas. Wenn ein Siebenpunkt ein Harmonia-Ei verspeist, infiziert er sich also unweigerlich mit den Erregern. Die Mikrosporidien vermehren sich in ihrem neuen Wirt und bringen ihn schließlich um. Warum sie ihren asiatischen Wirten nichts anhaben können, wissen die IME- Forscher noch nicht. Eine heiße Spur gibt es aber schon, verrät Andreas Vilcinskas: „Vermutlich schützen sich die Käfer mit Harmonin. Wir glauben, dass sie damit die Vermeh- rung der Mikrosporidien auf einem ungefährlichen Niveau halten“. n Gesellschaft 12 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 13 Was mich nicht umbringt Asiatische Marienkäfer sind weltweit auf dem Vormarsch. Die Invasoren setzen auf biologische Kriegsführung. Gefährdungsbeurteilung  Unterweisungssystem  Störfall-Verteiler  Material- und Gefahrstoffdatenbank  Ereignis- und Unfalldatenbank  Kontinuierliche Verbesserungsprozesse  Qualitäts- und Auditmanagement  Schichtübergabe  Ressourcenplaner  DMS mit Life Cycle  … Fasihi GmbH Sternstraße 166 D-67063 Ludwigshafen Tel.: +49 (0)621 520078-0 Fax: +49 (0)621 520078-20 info@fasihi.net www.fasihi.net ©MinervaStudio-Fotolia.com Nominiert für Großer Preis des MITTELSTANDES Ihre sekundären Prozesse sollen die Fertigung optimal unterstützen? Dann sind Sie bei uns richtig! Grenzenlose Mobilität Mit revolutionären Mobilitätslösungen bewegen wir die Welt. Entdecken Sie Hightech von internationalem Rang, lassen Sie sich faszinieren von zu- kunftsweisenden Technologien! Wir haben den innovativsten Rollstuhl der Welt entwickelt. Entwickeln Fahr- und Lenksysteme von morgen. 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    • Nun widmet sich auch der Spiegel in einer Titelgeschichte dem Phänomen „Big Data“ und man hat den Eindruck, dass die Verheißungen von Big Data- Gurus bei einigen Journalisten die Sin- nesorgane vernebeln. Vom Ende des Zufalls ist da die Rede, von der Len- kung des Lebens oder von der präzisen Vorhersage menschlichen Verhaltens. Schaut man genauer hin, sind es in der Regel aggregierte Daten, die recht nützliche aber doch simple Vorhersagen machen. Von einer Steuerung unserer Zukunft in allen Lebenslagen kann nicht die Rede sein – da sollte man den Wer- bebroschüren von Big Data-Anbietern schon etwas kritischer entgegentreten. Das klingt anmaßend Wenn es um die Auslastung eines Contai- ner-Hafens geht, kann die Auswertung von Daten logistische Abläufe verbes- sern. Kreditkartenfirmen können Kun- den warnen, wenn sie ungewöhnliche Nutzungsmuster wahrnehmen, die auf betrügerische Aktionen schließen lassen. Warenbestellsysteme könnten mit der Echtzeitanalyse von Daten präziser arbei- ten. Fahnder können schneller Diebe auf- spüren durch die Clusterung von Bewe- gungsprofilen. Aber wird mein Denken über Big Data determiniert? Das klingt genauso anmaßend wie die maschinen- beseelten Börsenbubis,die über Algorith- men die Finanzmärkte steuern wollten und damit kräftig auf die Schnauze gefallen sind. Auch hier waren es übrigens wie bei Big Data in der Regel Naturwissenschaftler (einige von ihnen konvertierten zu den sozialwissenschaftlichen Disziplinen), die sich mit ihren kruden Modellen aus- getobt haben und immer noch austo- ben. Angeblich krempelt Big Data zur- zeit die komplette Wirtschaft um, so der Spiegel. Auf dem Personalmarkt sieht es ganz anders aus:„Die Zahl der Vakanzen steigt vor allem bei Sales und Consul- ting“, so der Düsseldorfer Personalbera- ter Karsten Berge von SearchConsult. Wirklich smarte Apps muss man mit der Lupe suchen Es geht um Verkauf und sehr wenig um wirklich nutzbringende Netzintelligenz. Insofern sollten sich die Big Data-Apolo- geten mit ihren Versprechungen etwas mehr zurückhalten und Programme entwickeln, die man im Alltag nützlich einsetzen kann. Punktuell, situativ und nur dann, wenn ich es als Anwender auch zulasse. Beispielsweise über wirklich smarte Apps, die man allerdings mit der Lupe suchenmuss:„DieKombinationvonApps zu größeren Applikationen ist bislang ausgeblieben. Jede App ist autark und macht nicht viel mit anderen Diensten. Es gibt zwar einige einfache Kombinati- onen wie den Kalender auf dem iPhone. Aber so richtig begeistert hat mich das nicht. Man sieht nichts von komplexeren Software-Architekturen wie man das in der traditionellen Software-Entwicklung kennt. Da ist noch ziemlich viel Luft nach oben. Die Frage ist, ob die App-Anbieter sich überhaupt in diese Richtung bewe- gen“, so Bloggercamp-Kollege Bernd Stahl von Nash Technologies. Es müsste möglich sein, ein größeres System in einem Framework aus vielen Applikati- onen zusammenzubauen. Also die Über- windung der Software-Krise durch die Schaffung von einfach nutzbaren Apps. „Irgendwie klappt es mit der Modula- risierung von Apps nicht so, wie man sich das anfänglich vorgestellt hat”, sagt Stahl. Von wirklich personalisierten und interagierenden Diensten sei man noch weit entfernt – mit und ohne Apps. Wir leben in einer Welt des Risikos Bislang laufen die Analyse-Systeme eher auf Cookie-Niveau und elektrisieren vor allem die Werbeindustrie. Ausführlich nachzulesen unter: Über die Sehnsüchte der Controlling-Gichtlinge: Big Data und das Himmelreich der Planbarkeit. Viel- leicht sollte man eher der Empfehlung von Frank Schirrmacher folgen und sich mit den Arbeiten von Professor Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck- Institut für Bildungsforschung, beschäf- tigen: „Nur eines ist gewiss: Wir leben in einer Welt der Ungewissheit und des Risikos.“ Schirrmacher hält es für not- wendig, sich in der Maschinenwelt stär- ker der Unberechenbarkeit zu widmen und seiner Intuition zu vertrauen. Das sagte er im Gespräch mit Frank Rieger und Fefe (so nach zwei Stunden und 30 Minuten). n Gunnar Sohn Gesellschaft Über den Autor n Gunnar Sohn ist Wirtschaftspu- blizist und Medienberater und Chefredakteur des Onlinemaga- zins NeueNachricht (Fotos: Gunnar Sohn) 4/2013 P.T. MAGAZIN 15 Die FELUWA Pumpen GmbH liefert sechs MULTISAFE-Vierlingspumpen nach China. Mürlenbach. Für das Großprojekt Salt Lake in der chinesischen Provinz Qinghai mit einem Auftragswert von 2,7 Millionen Euro wurden bei FELUWA sechs Pumpen der Baureihe ZGL350/250 – 2K200-4DS 100HD montiert und vor Auslieferung auf dem Prüf- stand erfolgreich getestet. Die ersten vierköpfigen MULTISAFE Doppel-Schlauchmembranpumpen werden in einer Kohleverga- sungsanlage pro Stunde jeweils 78 m 3 Kohleschlamm mit einem Druck von 96 bar in den Reaktor speisen. Die Pumpen dienen als Speisepumpen für eine Multi-Elementan- lage mit vier Brennern. Insgesamt 32 Transportkisten mit einem Gesamtgewicht von 192 Tonnen wurden im Hamburger Container- hafen nach China verschifft und beim Kunden nach einer sechswö- chigen Reise eintreffen. Die erste MULTISAFE-Pumpe in Quadruplex- Ausführung auf dem Prüfstand. Weniger Versprechungen, mehr Entwicklungen Die Frage ist, ob die App-Anbieter sich in diese Richtung bewegen Ein mittelständisches Unternehmen mit Blick in die Zukunft! ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH Geschäftsführer: Gerhard Schade Göschwitzer Straße 22 07745 Jena Tel.: 03641 686-102 Fax: 03641 686-109 gerhard.schade@asi-jena.de www.asi-jena.de Kontakt 2007 ausgezeichnet mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ Unsere Leistungen umfassen u.a. die Qualifizierung und Requalifizierung von Reinräumen in den Bereichen Pharma- zie, Industrie und Krankenhäusern durch geschultes und zertifiziertes Personal. Bereich Pharmazie : ■ Dichtsitz und Leckagemessung nach EN ISO 14644 Teil 3 und VDI 2083 ■ Bestimmung der Reinraumklassen gemäß GMP Annex 1 Bestimmung der clean-up-Phase ■ Visualisierung Strömungsverhalten ■ Bestimmung Raumluftwechsel ■ Messung Schallpegel und Beleuch- tungsstärke Bereich Industrie: ■ Dichtsitz und Leckagemessung gemäß EN ISO 14644 Teil 3 und VDI 2083 ■ Bestimmung Reinraumklassen gemäß EN ISO 14644 ■ Bestimmung clean-up-Phase ■ Visualisierung Strömungsverhalten ■ Messung Schallpegel und Beleuch- tungsstärke Bereich Krankenhaus: ■ Dichtsitz und Leckagemessung gemäß DIN 1946 Teil 4 ■ Messung der partikulären Belastung der Zuluft an OP-Decken gemäß DIN 1946 Teil 4 ■ Überprüfung Laminar ■ Flow an OP-Decken ■ Messung Abströmgeschwindigkeit Und in allen vorgenannten Bereichen: ■ Messung Temperatur/Luftfeuchte ■ Überprüfung Raumdrücke ■ Auswertung und Dokumentation ■ Handlungsempfehlungen Big Data – Big Irrtum Auch der Spiegel beerdigt die Zukunft – Dabei gilt: Gewiss ist nur die Ungewissheit
    • Beteiligung und Transparenz setzt, am Status quo. Gehackt werden Situationen, Kampagnen und das Alltagsleben. Die Urban Hacker zerstören nicht, sondern schaffen auf fantasievolle Art neue Orte. Aus der genormten Stadt werden neue Städte der Begegnungen. Durch unzählige kleine Maßnahmen wird der öffentliche Raum personalisiert. Das Ergebnis sind höchst ungewöhnliche Sofortverbesserungen im Stadtraum ohne langwierigen Planungsaufwand. Doch sind es bei weitem nicht nur jun- ge arbeitssuchende Individualisten, die von den Vorzügen der digitalen Revo- lution profitieren können. Ein zentrales Stichwort lautet „Open Education – der freie Zugang zu Lehrinhalten“. Im Zuge des technischen Fortschritts müssen alt- hergebrachte Lehrmethoden überdacht und neue Kulturtechniken in die Aus- bildung integriert werden. Das Konzept des „Flipped Classrooms” bricht daher mit der alten Lehrmethode des Frontal- vortrags im Klassenzimmer und ermög- licht es Schülern, die Vorträge ihrer Lehrer per Online-Video zu Hause anzu- sehen. Auf diese Weise sind die Schüler in der Lage, die Geschwindigkeit des Unterrichts ihrem eigenen Lerntempo anzupassen und schwierige Passagen gegebenenfalls einfach zu wiederholen. Des Weiteren besitzen neue internetba- sierte Bildungsangebote das Potenzial, benachteiligten Gesellschaftsschichten einen leichteren Zugang zu Wissen zu verschaffen und tragen somit auch zu mehr Bildungsgerechtigkeit bei. Mit Hil- fe von Online-Videos ist es bereits heute möglich, Universitätsvorlesungen nicht nur einem kleinen Kreis von Studenten, sondern für jedermann zugänglich im Internet anzubieten. Zukünftig reicht ein Internetzugang, um an universitäres Wissen zu gelangen und notwendige Prüfungen abzulegen. So entsteht die Vision der „ganzen Welt“ in einem ein- zigen virtuellen Klassenzimmer. n 16 P.T. MAGAZIN 4/2013 Als Anbieter von Systemlösungen für die Nutzfahrzeugelektronik hat sich Fahr- zeugtechnik Miunske längst internatio- nal einen Namen gemacht. Doch auch in der Region hat das Großpostwitzer Un- ternehmen einen guten Ruf. Verantwor- tung und Nachhaltigkeit prägen das un- ternehmerische Handeln der Firma – als Arbeitgeber oder Sponsor für Jugend- und Kulturprojekte ebenso wie beim Umweltschutz. So produziert Miunske seit Sommer 2012 eigenen Strom. Mit einer Photovoltaikan- lage auf dem Dach des neuen Fertigungs- und Logistikzentrums wird so viel Ener- gie gewonnen, wie das Unternehmen selbst verbraucht. Der Neubau und wei- tere Hallen werden mit Erdwärme be- heizt. Inzwischen läuft das nächste Baupro- jekt: neue Sozialräume mit Kantine für die Mitarbeiter. Denn ihre Verantwor- tung gegenüber den Beschäftigten nimmt Familie Miunske besonders ernst. Natürlich stehen sichere Arbeitsplätze an erster Stelle, doch auch ein gutes sozi- ales Umfeld und ein partnerschaftliches Mit- einander sind der Firmenleitung wichtig. Da- für setzt der Familienbetrieb auf Beständigkeit und ein langsames, aber steti- ges Wachstum. Die Ausbildung von Fachkräf- ten richtet sich nach dem eigenen Bedarf, so- dass die Azubis in aller Regel übernommen werden. Firmenchef Johannes Miunske ist überzeugt: „Erfolgreich sind wir nur, wenn wir unserer un- ternehmerischen Verantwortung gerecht werden“. www.miunske.com Nachhaltigkeit wird großgeschrieben Fahrzeugtechnik Miunske stellt sich seiner unternehmerischen Verantwortung Das Streben nach individueller Verwirklichung Entfesselte Bildung Gesellschaft (Foto:CollegeDegrees360/Flickr.com) Wer sich heute bilden will, braucht kei- nen Lehrer mehr. Jedenfalls keinen aus Fleisch und Blut. Bildung und Weiterbil- dung werden in Zeiten von Internet und Free Tutorials völlig neu definiert. Junge Menschen streben heute nicht mehr vor- rangig nach Geld und Statussymbolen, sondern nach individueller Freiheit und persönlichem Glück. Ein individueller Lebensstil ist wichtiger als die Karriere. Nicht zuletzt das Internet ermöglicht es, dass sich dieser Wunsch zunehmend auch verwirklichen lässt. Trends wie E-Learning, Open-Education oder situa- tives Wissensmanagement erleichtern es, permanent und von sich aus neue Fähigkeiten zu erlernen und beseitigen frühere Grenzen beruflicher Selbstver- wirklichung. Der Wunsch nach persön- licher Verwirklichung bringt Menschen, Bildungseinrichtungen und Unterneh- men neue Möglichkeiten und Folgen. Bildung kostenlos, immer, überall Die Integration des Internet in unseren Alltag ist allgegenwärtig. Auch der Umgang mit dem eigenen Wissen und Fähigkeiten ist ein anderer geworden. Beim „Smart Teaching“ werden Lern- fortschritte mithilfe von digitalen Tra- cking-Tools erfasst und ausgewertet. Bildung findet längst nicht mehr nur an Schulen statt. LearnZillion beispiel- weise ist eine Internetplattform, die Lehrvideos, Prüfungen und die Doku- mentation des individuellen Lernfort- schritts miteinander vereint. Für jede Schulstunde wird eine „Playlist“ erstellt, die neben den Schülern auch Eltern und Nachhilfelehrer bei den Hausaufgaben unterstützt. Die Hausaufgaben selbst werden automatisch bewertet und dokumentiert. Individuell abrufbare Lehrvideos stehen auch im Zentrum der Khan Academy – eine nicht-kommerziell betriebene Website. Alle Inhalte werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Gründer Salman Khan hat es sich zum Ziel gesetzt, Bildung für alle Menschen kostenfrei zugänglich zu machen. Schlüssel individueller Lebensgestaltung Für den Gründer des Zukunftsinstitutes, Matthias Horx, ist die wichtigste Res- source die Aneignung von Problemlö- sungskompetenz. Mit Hilfe verschie- denster Internet-Dienste ist es heute möglich, sich einer Vielzahl beruflicher und privater Herausforderungen auch ohne vorherige institutionelle Ausbil- dung oder Inanspruchnahme externer Hilfe zu stellen. Das notwendige Know- how können sich die Betroffenen auf unterschiedlichstem Wege im Internet beschaffen, selbstmotiviert und ohne formale Erlaubnis. Da durch solche infor- mellen Bildungsmaßnahmen berufliche Werdegänge nicht mehr zwangsweise an den vorherigen Bildungsweg gekop- pelt sind, können individuelle Lernent- würfe deutlich leichter realisiert werden. Hacking wird zur Kulturtechnik Die Hacker erobern den Alltag. Dabei umfasst der Begriff „Hacking“ nicht mehr nur die technikaffinen Computer- Nerds, sondern eine Lebenseinstellung. Mit gesunder Respektlosigkeit werden auf kreative Art und Weise die Regeln von Wissenschaft,Wirtschaft und Gesell- schaft gebrochen. Die im Netz prakti- zierten Prinzipien des Teilens, Tauschens und Transformierens werden in den Alltag integriert. Hacking meint weni- ger die Zerstörung von etwas, vielmehr rüttelt eine junge Generation, die auf (Grafik:Eurobarometer2009) Hacker zerstören nicht, sondern schaffen neue Orte Die ganze Welt im virtuellen Klassenzimmer
    • Mitarbeiter, die bestehenden Kunden- verträge und Aufträge, unternehmens- spezifisches Wissen sowie gewerbliche Schutzrechte (z. B. Patente) sind häufig genauso wichtig. Diesen Wert bezahlt der Käufer und möchte ihn natürlich auch nach Vertragsabschluss erhalten können. Aus diesem Grund muss der Ver- käufer so genannte Garantien abgeben. P.T.: Was sind typische Fehler, die gemacht werden, wenn das Projekt Unternehmensverkauf aktuell wird? C. Löhr: Der häufigste Fehler, den ich immer wieder erlebe: Es gibt kein ganz- heitliches, schlüssiges Verkaufskonzept. Eine Unternehmenstransaktion ist ein komplexer, aber auch klar strukturierter Prozess. Dieses methodische Wissen fehlt vielen Verkäufern. Gerade Unter- nehmer aus dem Mittelstand sind hier im Nachteil: Für sie ist der Verkauf ihres Unternehmens wahrscheinlich die größ- te Transaktion ihres Berufslebens. P.T.: Was sind die wichtigsten rechtlichen Schritte auf dem Weg zu einem erfolg- reichen Unternehmensverkauf? C. Löhr: Am Anfang steht häufig das Informationsmemorandum. Es ist qua- si der „Appetitmacher“ für den poten- ziellen Käufer und fasst grundsätzliche Fakten zusammen. Hier sollte wohl über- legt sein, was in welcher Form öffentlich gemacht wird. Der nächste Schritt sind Vertraulichkeitsvereinbarungen, die mit interessierten Käufern geschlossen wer- den. Sie sollten die Bedingung sein, um weitere Interna offen legen zu können. Möchte der Interessent konkret über einen Verkauf verhandeln, wird dies im Rahmen eines„Letter of Intent“ geregelt, einer Absichtserklärung. Dieser enthält häufig auch schon erste Eckdaten der Transaktion. Hier können auch weitere Details geregelt werden, wie zum Bei- spiel eine vorübergehende Exklusivität der Verhandlungen. Herzstück eines jeden Verkaufspro- zesses wird die „Due Diligence“ sein. Sofern der Verkäufer nicht bereits zuvor selbst eine so genannte „Vendor-Due- Diligence“ durchgeführt hat, übergibt er dem Kaufinteressenten die von diesem angeforderten Dokumente zur Prüfung. Alle rechtlich, steuerlich und betriebs- wirtschaftlich relevanten Fragen wer- den hier genau geprüft. Schließlich sind die Ergebnisse der Due Dilligence auch Basis für mögliche Garantien, die der Verkäufer geben muss. Im Anschluss gehen beide Parteien in die Vertragsverhandlungen. P.T.: Wo liegen die größten rechtlichen Risiken einer Unternehmens-Transak- tion und wie können diese vermieden werden? C. Löhr: Uns sprechen mittelständische Unternehmer oft an, wenn der Käu- fer und Kaufpreis aus Sicht des Unter- nehmers feststehen und ein entspre- chender Vertrag aufgesetzt werden soll. Bis zu diesem Punkt ist aber oftmals ein wesentlicher Aspekt nicht einkalkuliert worden: der Garantiekatalog. Und hier sehe ich ein enormes Risikopotenzial. Denn in jedem ernstzunehmenden Kauf- vertrag gibt der Verkäufer Garantien, zum Beispiel auf laufende Verträge mit Großkunden, auf gewerbliche Schutz- rechte oder auf eine komplett lizen- zierte Software. Das macht ja schließlich auch den Wert des Unternehmens aus. Erstellt wird so ein Garantiekatalog aus den Ergebnissen der Due Diligence. Die- ses Risiko muss einkalkuliert werden – auch in den Kaufpreis des Unterneh- mens. Sonst bleibt von der eingeplanten Altersvorsorge im Fall einer Garantiever- letzung nicht mehr viel übrig. P.T.: Wann ist ein Unternehmer Ihrer Erfahrung nach optimal für einen Ver- kauf aufgestellt? C. Löhr: Immer dann, wenn er recht- zeitig handelt: Wenn der Unternehmer zu einem möglichst frühen Zeitpunkt beginnt, über die Nachfolgeregelung nachzudenken. Wenn er das Projekt Unternehmensverkauf mindestens fünf bis sieben Jahre vor dem geplanten Aus- scheiden angeht. Dann sind die Weichen für einen erfolgreichen Unternehmens- verkauf gestellt. n Die mittelständischen Unternehmen, die zum „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert werden zeichnen sich nicht allein durch Erfolg aus. Sie stehen für Erfolg über Generationen hinweg. Einige existieren seit Jahrzehnten, andere über- dauerten bereits Jahrhunderte. Über ihr Fortbestehen entscheiden weni- ger Naturkatastrophen oder politische Veränderungen, sondern vielmehr der Übergang zur nächsten Generation. In Deutschland sehen sich derzeit zahl- reiche Unternehmen der Herausforde- rung des Generationenwechsels im Chefsessel gegenübergestellt:Nach einer Umfrage des Instituts für Mittelstands- forschung Bonn werden allein in der Zeit von 2010 bis 2014 rund 110.000 Unter- nehmen in Deutschland übergeben.Aber: Viele Senior-Unternehmer unterschätzen das Großprojekt „Unternehmensüber- gabe“ und bereiten die Übergabe nicht rechtzeitig vor. Wie diese professionell abgewickelt werden, welche rechtlichen Voraussetzungen erfüllt und wie häufige Stolperfallen vermieden werden können, erläutert Dr. Christian Löhr, Rechtsanwalt und Notar der renommierten Essener Wirtschaftskanzlei Kümmerlein. P.T.: Immer mehr Unternehmer stehen vor der Frage einer sinnvollen Nachfol- geregelung. Die richtige Antwort hierauf wird aber häufig viel zu spät gesucht. Was ist der Grund dafür, dass Senior- Unternehmer die Übergabe nicht recht- zeitig vorbereiten? C. Löhr: Ein Unternehmen zu verkau- fen und an einen Nachfolger zu über- geben, heißt auch loslassen zu müssen. Das fällt vielen Gesellschaftern schwer. Schließlich geht es gerade im Mittel- stand häufig um das eigene Lebenswerk. Schnell setzt sich da die Überzeugung fest, keiner könne den Betrieb so gut führen wie man selbst. Viele verpassen den richtigen Zeitpunkt auch, weil sie sich selbst noch jung genug und der Auf- gabe gewachsen fühlen. Hinzu kommt der Arbeitsaufwand, der mit einer Unter- nehmenstransaktion verbunden ist. P.T.: Welche Konsequenzen kann das für das Unternehmen haben? C. Löhr: Gerät der Unternehmer unter Zeitdruck, wird häufig übereilt und irrational gehandelt. Der Betrieb wird un­überlegt vielen Käufern „angeprie- sen“. Dadurch verringert sich der Markt- wert des Unternehmens. Das gefährdet die Nachfolge und lässt im schlimmsten Fall auch den Verkauf scheitern. Für viele Unternehmer ist das von existentieller Bedeutung: Ihr Betrieb ist schließlich ihre Altersvorsorge. P.T.: Welche Gedanken sollte sich ein Ver- käufer im Hinblick auf den potenziellen Käufer machen? C. Löhr: Zunächst muss der mögliche Käuferkreis definiert werden: Gibt es jemanden in der Familie,der übernimmt? Oder jemanden aus dem Management mit entsprechendem finanziellen Back- ground? Sind strategische Investoren oder Finanzinvestoren interessiert? Oder kommt der Wettbewerber als Käufer in Frage? Sind diese Fragen erst einmal beantwortet, ist eine erste Grundlage für die Käuferansprache gelegt. Aber: Die potenziellen Käufer sollten keinesfalls wahllos kontaktiert und angefragt werden. Das macht die Trans- aktion kaputt. Ein professioneller Käufer erwartet eine professionelle Ansprache. Daher ist es immer sinnvoll, sich mit einem Berater abzustimmen. P.T.: Was macht denn den eigentlichen Wert des Unternehmens aus? C. Löhr: Der Wert eines Unternehmens besteht darin, finanzielle Überschüsse zu erwirtschaften. In aller Regel wird er also anhand eines Ertragswert- oder DCF-Ver- fahrens (Discounted-Cashflow) ermittelt. Um Überschüsse erzielen zu können, sind natürlich die werttragenden Assets des Unternehmens ein wesentlicher Fak- tor. Diese sind aber nicht auf die Fir- mengebäude, moderne Maschinen- oder Fuhrparks begrenzt. Die Qualität der 18 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 19 Oskar-Patzelt-Stiftung Anleitung zum Unternehmensverkauf Und für den Notfall:Tipps für eine ungeplante Nachfolge Über den Interviewpartner n Dr. Christian Löhr ist Rechtsan- walt und Notar bei der Essener Wirtschaftskanzlei Kümmerlein. Schwerpunkte seiner Arbeit sind neben dem Gesellschaftsrecht und dem Notariat Unternehmen- stransaktionen und die Beratung bei Gesellschafterstreitigkeiten.  (Foto: Dr. Christian Löhr) Hemmnisse bei der Unternehmensnachfolge 46% 41% 37% 36% 25% 25% keine Vorbereitung emotionale Gebundenheit kein Nachfolger überhöhter Kaufpreis steuerliche Belastung Altersvorsorge erhöhen andere(Fotos:KellyB./Flickr.com) (Grafik:DIHK/Statista) spezifisches Wissen zusammen (z. B. besondere Fertigungsver fahren, Rezepturen etc.) 07 Listen Sie die wichtigsten Geschäfts- partner, Kunden bzw. Lieferanten auf 08 Sammeln Sie alle relevanten Zugangscodes, Passwörter, PIN/ TAN-Listen und legen wichtige Zweitschlüssel bereit 09 Verfassen Sie eine Checkliste zum Vorgehen im Notfall 10 Hinterlegen Sie den Notfallkoffer bei einem Rechtsanwalt/Notar, einem Steuerberater oder einer anderen Person ihres Vertrauens 01 Bevollmächtigen Sie einen Stellvertreter 02 Verfassen Sie einen Vertretungsplan und definieren Sie genaue Verantwortungsbereiche 03 Hinterlegen Sie private (z. B. Pati- entenverfügung) und geschäftliche Vollmachten (z. B. Prokura) 04 Legen Sie Gesellschaftsverträge, Dienst- bzw. Arbeitsverträge für den Notfall zurück 05 Fügen Sie dem Notfallkoffer Bank verbindungen, Kreditverträge, Versicherungspolicen ebenso bei wie Patente und Schutzrechte 06 Fassen Sie wichtiges unternehmens- Die zehn wichtigsten Tipps für den Notfall 7%
    • 20 P.T. MAGAZIN 4/2013 Ein heftiger Schlag ins Gesicht reißt den Judoka von seinen Füßen. Er fällt. Trai- nierte Kämpfer sind auf diese Situation vorbereitet. Sie beherrschen Falltech- niken, um sich bei Stürzen nicht zu ver- letzen und schnell wieder auf die Beine zu kommen. Für Unternehmen gilt das nicht. Katastrophen wie der Super-Gau in Fukushima oder die Terroranschläge am 11. September 2001 treffen die meis­ ten Firmen völlig unvorbereitet. Bricht der Umsatz durch eine andauernde katas­trophale Störung drastisch ein, schmelzen die liquiden Mittel binnen kürzester Zeit dahin. Das Unternehmen fällt, die Insolvenz ist unvermeidbar. Der Katastrophe von 9/11 folgte eine regel- rechte Pleitewelle. Nahezu alle US-Flug- linien flüchteten unter Gläubigerschutz, die europäischen Gesellschaften Sabe- na und Swiss meldeten Insolvenz an. Nur die Deutsche Lufthansa behauptete sich und ging nach vier Jahren Rezession gestärkt aus der Krise hervor. Im Opinion Paper „Fallen lernen“ erklären Berater der ICT-Managementberatung Detecon, welche Maßnahmen der Luftfahrtkon- zern ergriff und wie sich Unternehmen auf lang anhaltende katastrophale Stö- rungen vorbereiten, um im Ernstfall handlungsfähig und liquide zu bleiben. Frühwarnsystem für Global Player Echte Katastrophen berücksichtigt das Risikomanagement bislang nicht, da sie durch eine mathematisierende Betrachtung des Risikos als unbedeu- tend erscheinen. „Das ist falsch“, sagt Peter Robert Zillekens, Berater bei Dete- con und Ko-Autor der Untersuchung. Die globale Ökonomie erzeugt aufgrund ihrer vielfältigen Wechselbeziehungen unvermeidbar andauernde katastro- phale Störungen. „International ope- rierende Unternehmen müssen damit rechnen, auch wenn die Eintrittswahr- scheinlichkeit gering ist.“ Kommt es zur Krise, muss ein Unter- nehmen schnell und koordiniert reagie- ren. Das ist nur möglich, wenn es zuvor Maßnahmen detailliert ausgearbeitet und erprobt hat. „Jeder Global Player“, sagt Zillekens, „braucht ein Frühwarn- system.“ Schlägt das Sensorium Alarm, ermittelt das Unternehmen den Schwe- regrad der Störung. Dann senkt es syste- matisch seinen Ressourcenverbrauch, um den Umsatzrückgang auszugleichen. „Es gibt vier Handlungsfelder“, erläutert Zillekens, „um die Liquidität zu schüt- zen: Menschen, Anlagegüter, Projekte und Kontrakte.“ Unternehmen kön- nen etwa gezielt Kurzarbeit einführen, bestimmte Projekte stoppen, Anlagegü- ter virtualisieren und den Leistungsbe- zug verschiedener Ressourcen variabel gestalten. Diese Maßnahmen erhalten aber nur dann die Liquidität, wenn sie aufeinander abgestimmt oder gekop- pelt werden. Die Optimierung einzelner Faktoren ist nicht sinnvoll. „Diese Akti- vitäten müssen so ausgeprägt werden, dass sie gekoppelt einen Umsatzrück- gang in Höhe von 20 Prozent und mehr innerhalb eines zuvor definierten Zeit- raums ausgleichen“, rät Zillekens. n Die Wirtschaftswelt wird immer komple- xer und volatiler. Wie es Unternehmen gelingt, ihre Navigationsinstrumente den sich rasch verändernden Bedin- gungen anzupassen, die Steuerungsqua- lität zu verbessern und Instrumente zur Krisenprävention einzuführen, zeigt das im SpringerGabler Verlag neu erschie- nene Buch „Das Unternehmenscockpit“ von Arnold Weissman, Tobias Augsten und Alexander Artmann. Von Praktikern für Praktiker geschrieben, schöpft es aus einem soliden Erfahrungsschatz konkreter Unternehmensprojekte der WeissmanGruppe. Ein nahezu unmögliches Unterfangen Wie ein Pilot im Cockpit steuern Füh- rungskräfte ihr Unternehmen durch Tur- bulenzen. Ohne Instrumentenanzeige ein nahezu unmögliches Unterfangen. Das Unternehmenscockpit bildet im Sinne einer Landkarte ein Management- system ab, das mit den Bereichen Markt/ Kunde, Prozesse, Mitarbeiter/Lernen und Finanzen, abstrakte Strategien in Handlungen umsetzt und damit direkte Wirkung innerhalb der Organisationen entfaltet. Das Unternehmenscockpit gestaltet den gesamten Planungs-, Steu- erungs- und Kontrollprozess des Unter- nehmens und schließt dabei die Lücke zwischen strategischer Planung und ope- rativer Umsetzung. Es liefert nicht nur Finanzkennzahlen, sondern zeigt auf, wie das Unternehmen wirklich funktioniert und wo es zwischen verabschiedeter Strategie und formuliertem Ziel steht. Dabei lenkt das Buch den Blick auch auf qualitative Einflüsse der Zukunft – neben finanziellen Messgrößen wichtigste Indi- zes für die strategische Steuerung. Die Unternehmensführung wird in die Lage versetzt, die Notwendigkeit strategisch relevanter Investitionen zu erkennen und diese zur Sicherung der Überlebensfä- higkeit des Unternehmens auch umzu- setzen. Unternehmen, die sich allein auf klassische Kennzahlen verlassen, neigen zu einer vergangenheitsorientierten, kurzfristigen Sichtweise, da traditionelle Kennzahlensysteme Spätindikatoren verkörpern und wesentliche Zusammen- hänge der Wirklichkeit nicht abbilden. Das Unternehmenscockpit macht die Komplexität der strategischen Unter- nehmenssteuerung beherrschbar, lenkt die Aufmerksamkeit auf dasWesentliche, formuliert Ziele, macht diese messbar und versetzt den Leser in die Lage,eigene Strategien zu entwickeln und diese kon- sequent umzusetzen beziehungsweise deren Status stetig abzugleichen. n forster Stahl- und Anlagenbau GmbH Turnhallesiedlung 7a 92708 Mantel Telefon: 09605/922700 E-Mail: jmaier@forster-gmbh.de www.hallenbau-experte.de Anton Forster, Geschäftsführer Beratung Planung Realisierung Qualitätssicherung Judorolle gegen Krise Neues Risikomanagement für das resiliente Unternehmen 4/2013 P.T. MAGAZIN 21 Kein Pilot kommt auf die Idee, sein Flugzeug ohne Instrumentenanzeige zu steuern.Viele Führungskräfte aber steuern ihr Unternehmen im Blindflug. Unternehmens-Steuerung Oskar-Patzelt-Stiftung Buchtipp n Arnold Weissman, Tobias Augsten, Alexander Artmann: Das Unter- nehmenscockpit: Erfolgreiches Navigieren in schwierigen Märk- ten. Springer Gabler Verlag, 35,95 Euro, ISBN: 978-3-8349-4126-8. Über die Autoren n Prof. Dr. Arnold Weissman ist Professor für Unternehmensführung an der Hochschule Regensburg, geschäftsführender Gesellschafter von Weissman & Cie. und Erfolgsstratege für inhaber- und familiengeführte Unternehmen. n Tobias Augsten, Gesellschafter von Weissman & Cie. und Dr. Alexander Artmann sind Exper- ten im Bereich „Unternehmenssteuerung“ und haben Erfahrung aus über zehn Jahren bera- terischer Praxis für Familienunternehmen. (Foto:faire-pi-pi/Flickr.com) (Foto:SOPHOCO/Flickr.com)
    • Feuerwehrleute, Krankenschwestern und Piloten sind die drei vertrauenswür- digsten Berufe Deutschlands. Das Spit- zentrio hat seine hohenVertrauenswerte in Europas größter Verbraucherstudie, durchgeführt vom Magazin Reader’s Digest, gegenüber den Vorjahren vertei- digen können. Mit wenig Abstand folgen Apotheker und Ärzte.Ganz offensichtlich wissen die Deutschen genau,auf wen sie sich verlassen können, wenn es darauf ankommt. Nicht zu toppen sind da über Jahre die Feuerwehrleute. Sie schaff- ten es in allen zwölf untersuchten Län- dern, den höchsten Vertrauenswert zu erzielen.In Deutschland sprachen 92 Pro- zent der Befragten den Feuerwehrleuten ein „sehr hohes“ bzw. „ziemlich hohes“ Vertrauen aus. Die Krankenschwestern folgen mit 89 Prozent, die Piloten mit 88 Prozent, wobei für diesen Berufsstand in Deutschland erstmals ein Rückgang an Zustimmung zu verzeichnen ist. Bemer- kenswert außerdem, dass die Landwirte mit 74 Prozent einen hohen Stellenwert im Vertrauen der Bevölkerung genie- ßen. Und das ist in fast allen Ländern so. Am höchsten in den Niederlanden (84 Prozent) und in Finnland (82 Pro- zent). Apotheker und Ärzte erzielten in Deutschland einen Vertrauenswert von 85 Prozent bzw. 80 Prozent. Auf den letz- ten Plätzen landeten Politiker, Autover- käufer, Fußballspieler und Finanzberater. Vertrauen in Politiker auf Tiefststand Spannend sind einige Ergebnisse aus dem Mittelfeld. Können sich beispiels- weise die Richter in Deutschland über 58 Prozent Zustimmung freuen, kom- men sie im europäischen Durchschnitt nur auf 39 Prozent – ein Prozentpunkt mehr als die Rechtsanwälte, deren Ruf in Deutschland mit 52 Prozent um einiges besser als im Länderschnitt ausfällt.Wei- ter abwärts geht es mit dem Ansehen der Finanzberater. In Deutschland ist das Vertrauen nur noch bei 14 Prozent der Befragten hoch bzw. ziemlich hoch (nach 17 Prozent im Vorjahr), im rest- lichen befragten Europa immerhin noch 22 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent). Gesamt gesehen schrumpfte das Ansehen der Politiker noch einmal um einen Prozent- punkt (von acht Prozent auf sieben Pro- zent), während es sich in Deutschland leicht verbesserte: von neun Prozent auf zehn Prozent. In den osteuropäischen Ländern zeigt sich das Vertrauen in Poli- tiker auf einem Tiefststand. Unter 50 Prozent bleiben in allen Ländern außer- dem noch Reiseveranstalter, Journa- listen, Gewerkschaftsführer, Fußballspie- ler, Autoverkäufer und Priester/Pfarrer. In Deutschland hat sich allerdings das Vertrauen bei den Kirchenvertretern im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbes- sert (von 37 Prozent auf 48 Prozent) und damit liegen die Deutschen mit ihrer Zustimmung auch weit über dem Län- derdurchschnitt.Vielleicht eine Folge der Bemühungen um mehr Transparenz und Verantwortung für die aufgedeckten Skandalfälle. Die Studie „European Tru- sted Brands 2013“ beleuchtet zudem, warum Verbraucher bestimmten Mar- ken mehr als anderen vertrauen. In den Produktkategorien von A wie Automo- bile bis Z wie Zahnpasta/Mundpflege stehen an der Spitze der vertrauens- würdigsten Marken: Allianz, Aral, Aspi- rin, C & A, Frosch, Haribo, Miele, Persil, Sparkasse, TUI, Odol, Volkswagen und Wick. Erstmals gelangten in der jährlich durchgeführten Studie Nestlé, Nordhäu- ser, Samsung, Schauma und Sony an die Spitze ihrer Produktkategorien. n 22 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 23 1. Feuerwehr 92% 92% 2. Krankenschwestern 89% 82% 3. Piloten 88% 86% 4. Apotheker 85% 80% 5. Ärzte 80% 76% 17. Fußballspieler 20% 20% 18. Autoverkäufer 16% 18% 19. Finanzberater 14% 22% 20. Politiker 10% 7% Rang/Beruf Deutschland  Alle Länder Oskar-Patzelt-Stiftung Deutsche vertrauen Apothekern, Krankenschwestern und der Feuerwehr Die wertvollsten Städte Deutschlands in der Börsenliga Die vertrauenswürdigsten Berufe Es kommt nicht auf die Größe an (Foto:Paul-GeorgMeister/pixelio.de) (Grafik:Reader’sDigest) München ist nach wie vor Deutschlands wertvollste Stadt, in diesem Jahr gefolgt von Walldorf, Leverkusen, Düsseldorf und Wolfsburg. Das ergibt die Börsenliga der globalen Strategieberatung Simon- Kucher & Partners, die seit 2005 jähr- lich zusammengestellt wird. München ist seit 2005 der Börsengigant auf Platz Eins: Die Werte der dortigen elf Unter- nehmen sind in der Summe dreimal so hoch wie die der vier nachfolgenden Städte. „München ist für große Unter- nehmen sehr attraktiv, hier macht sich nicht zuletzt die konsequente Industrie- politik der letzten Jahrzehnte bemerkbar. Dort gibt es auch genügend hochqualifi- zierte Mitarbeiter, da die Region nicht nur bei Unternehmen, sondern auch bei den Menschen sehr beliebt ist“, erklärt Dr. Georg Tacke, CEO von Simon-Kucher. Unter anderem tragen Schwergewichte wie Allianz, BMW und Siemens zum Ligaerfolg Münchens bei. Das zweitplat- zierte Walldorf ist quasi schon ein Syno- nym für SAP und seit 2011 unter den ersten drei Städten. Ähnlich verhält es sich bei Wolfsburg mit VW. Leverkusen – im letzten Jahr noch auf Rang Acht – überrascht in diesem Jahr mit Rang Drei, dank des guten Ergebnisses des Bayer- Konzerns. Düsseldorf hat ebenfalls einen Stammplatz unter den Top-Positionen der Börsenliga: Im letzten Jahr noch auf Rang Zwei, heute auf Rang Vier. Der Verlierer in diesem Jahr ist Bonn: Die ehemalige Bundeshauptstadt fliegt zum ersten Mal in der Geschichte der Börsen- liga aus den Top Fünf und ist auf Rang Sieben zu finden. „Das liegt aber nicht etwa an absolut schlechten Ergebnissen von Telekom und Post. Andere haben sich in diesem Jahr einfach besser ent- wickelt und sind dadurch im Ranking hochgerutscht“, so Tacke. Wirtschaftskraft auch auf dem Land Große Städte belegen in der Börsenliga nicht immer automatisch einen Spit- zenplatz. Das wird am Beispiel Köln und Berlin deutlich. Deren Position ist auch in diesem Jahr mit Rang 19 für die Dom- stadt und Rang 24 für die Hauptstadt äußerst schwach. „Größe allein reicht nicht aus, um bedeutende Börsenun- ternehmen anzuziehen“, sagt Tacke. Die starke Dezentralisierung der Wirt- schaftskraft ist ein typisch deutsches Phänomen.Während sich beispielsweise in Frankreich oder England die Unter- nehmen in einem einzigen Ballungs- raum konzentrieren, ziehen Großun- ternehmen in Deutschland sogar aufs Land. Bad Homburg (Rang Elf) mit Fre- senius, oder Herzogenaurach (Rang 14) mit Puma und Adidas bestätigen: es kommt nicht immer auf die Größe der Stadt an. n P R E I ST R ÄG E R Großer Preis des MITTELSTANDES 2010
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    • Die deutsche Versicherungswirtschaft wächst im weltweiten Vergleich auch weiterhin langsamer als der Durch- schnitt. Marktsättigung reicht als Erklä- rung nicht aus, obgleich eine deutliche Mehrheit angibt, bei ihren Versiche- rungen bereits alles Nötige geregelt zu haben. Denn zugleich erklärt jeder Fünfte auf Nachfrage, nicht ausreichend abgesi- chert zu sein. Zeit- und Geldmangel sind dafür ebenso ausschlaggebend wie die hohe Komplexität des Themas und ein mangelndes Vertrauen zu den Anbietern. Aus Kundensicht haben sich die Versi- cherungsunternehmen und ihre Ange- bote in den letzten beiden Jahrzehnten, also nach Ende der strikten staatlichen Regulierung, nicht entscheidend verän- dert bzw. verbessert. Eine konservative Grundhaltung und vorsichtiger Umgang mit Innovationen sind immer noch kenn- zeichnend für weite Teile der Branche. Was aber während der Krise 2008 gehol- fen hat am Markt zu bleiben, wird heute zunehmend zum Problem, denn es hin- dert die Unternehmen daran,die notwen- dige Flexibilität und Geschwindigkeit zu entwickeln, um den immer schnelleren Veränderungen Rechnung zu tragen. Die Branche muss sich stellen Dass es auch anders geht zeigen Ver- sicherungen wie die L&T General Insu- rance Company, insurethebox, die Met- Life Insurance Company oder die ERGO Direkt mit ihren laufenden Innovati- onsprojekten. Markttreiber sind neben Naturgefahren und technologischen Veränderungen vor allem die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen. Standardisierungsbe­ strebungen, demografischer Wandel, (digitale) Transparenz und Vertrauen, tiefes Zinsniveau und Vulnerabilität an den Finanzmärkten sind hier nur einige der Stichworte für Entwicklungen und Trends, denen sich die Branche stellen muss. Und die das Potenzial haben, die Kunden-, Unternehmens- und Bran- chenstrukturen erheblich zu verändern und neue Märkte entstehen zu lassen. Die etablierten Versicherer werden sich sowohl in ihren heutigen als auch in den neuen Märkten mit neuen Anbietern mit neuen Leistungsangeboten und Wert- schöpfungsmodellen auseinandersetzen müssen. Eine Auseinandersetzung, bei der ihre traditionelle Stärke im Bereich der Datenanalyse nicht viel helfen wird, denn Märkte, die erst neu entstehen oder geschaffen werden, lassen sich damit weder erfassen noch verstehen. Die wichtigsten Trends für Versicherer: Kundendialog/Vertrieb Wer das Internet nur als weiteren Mar- keting- und Vertriebskanal versteht, der verkennt das Geschäftspotenzial. Das Internet verändert die Produkte. Kunden erwarten, dass sie durch das Internet bessere Produkte bekommen. Produkte Dienstleistungen Kundenerwartungen und geändertes Kaufverhaltenführenzueinerdeutlichen Polarisierung des Marktes. Im Massen- markt werden zunehmend Produkte und Dienstleistungen nachgefragt, die situa- tionsbezogen und adaptiv auf neue Nut- zungssituationen reagieren. Produkte und Dienstleistungen müssen konfi- gurierbar und skalierbar sein, gleich- zeitig müssen die Vertriebswege und die Prozesse dahinter so schlank sein, dass dadurch kein renditeschmälernder Mehraufwand entsteht. Geschäftsmodelle Je weiter die Digitalisierung um sich greift,desto aggressiver entkoppeln Over- the-top-Angebote (OTT) das Geschäfts- modell von der Infrastruktur und drän- gen die etablierten Infrastrukturanbieter skrupellos an den Rand. Die Versiche- rungen konkurrieren nicht mehr unterei- nander, sondern mit der Internetbranche, die große Kompetenzvorsprünge im Ver- ständnis des digitalen Kunden hat. Unsicherheit In neuen, bisher unbesetzten Bereichen der „Unsicherheit“ ergeben sich neue Geschäftsmöglichkeiten. Es ist offen- sichtlich, dass die Versicherungsbran- che droht, die Zeichen des gesellschaft- lichen Wandels zu verkennen. Seit einigen Jahren verzeichnet unsere Welt eine gestiegene Unsicherheit unter den Konsumenten. Diese Unsicherheit entstand des- halb, weil die Versicherungsbranche zwar nach wie vor die alten Gefahren (Feuer, Wasser, Sturm) professionell mit Rechenmodellen hinterlegt und ver- sicherbar macht. Jedoch verkennt sie, dass die neuen Unsicherheit der Gesell- schaft aus anderen Bereichen kommen: Bildung, Daten, Netzwerke, etc. Online-Vergleichsportale Im Versicherungsbereich sind Online- Vergleichsportale nicht aufzuhalten. Das Entscheidungsverhalten der Kunden geht zunehmend über Portale. Der eng- lische Markt ist hier in der Umsetzung deutlich weiter als wir in Deutschland, z. B. können Suchportale dort bereits beauftragt werden, immer den billigsten Anbieter herauszusuchen und Verträge entsprechend umzuschichten. 30 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 31 Neue Mitbewerber Google ist in den USA und in England bereits in das Vergleichsportal-Geschäft für Versicherungen eingestiegen und wird Mitte diesen Jahres voraussichtlich auch in Deutschland damit an den Start gehen. Da Google (zumindest perspek- tivisch) die üblichen Daten, die über die Eingabemasken abgefragt werden, mit seinem umfassende Wissen über Nut­ zergewohnheiten, -vorlieben etc. kom- binieren kann, ist nicht nur eine bessere Qualität (im Sinne von gefühlter Rele- vanz) der Ergebnisse möglich, sondern auch die Entwicklung komplett neuer Versicherungsangebote - entweder als Anbieter oder als Mittler in Kooperation mit Premium-Partnern. Kampf um den POS Autohersteller bieten heute durchge- hend auch Finanzierungen und Versiche- rungen, häufig auch im „Rundum-Sorg- los-Paket“ mit Garantie(verlängerungen) etc. an - und greifen damit die Agen- turen der klassischen Versicherungen an. Der Innovations-Anspruch: von Best Practice zu Next Practice Die Grundlogik der Versicherungsbran- che und ihrer Wertschöpfung wird heute schon inTeilbereichen durch Innovatoren angegriffen. Bestehende Erfolgsmuster der Versicherer können sehr schnell ihre Gültigkeit verlieren. Entsprechend dring- lich ist die Suche nach Wegen zur Erneu- erung des Geschäftsmodells, für die wiederum die Innovationsfähigkeit eine wesentliche Voraussetzung ist. Erfolg- reiche Innovation verlangt neben der engen Abstimmung mit der Unterneh- mensstrategie und dem Commitment der Unternehmensführung nach klaren Regelungen für den eigentlichen Innova- tionsprozess und seine Verankerung im Unternehmen. Der Fokus kann dabei - in Anlehnung an die Typologie von Clayton Christensen - auf verschiedene Arten von Innovation gelegt werden • „Empowering Innovations“ sind häu- fig disruptive Innovationen, die neue Märkte schaffen oder bestehende Märk­te (deutlich) vergrößern • „Sustaining Innovations“ sind im Kern inkrementelleVerbesserungen von beste- henden Produkten und Dienstleistungen • „Efficiency Innovations“ reduzieren die Produktions- oder Distributionskosten für angebotene Leistungen Mit ihrer Erfahrung und ihren Kom- petenzen sind Versicherungsunterneh- men in der Regel gut aufgestellt, um Produkte und Dienstleistungen zu ver- bessern und die Effizienz der Leistungs- erbringung zu steigern. Aber auch für disruptive Innovationen in der Versiche- rungsbranche gibt es eine wachsende Zahl von Beispielen. Weitere absehbare Regelbrüche im Markt Versicherungen versichern Risiken, bevor ein Schaden eintritt. Oder auch neuer- dings danach. Bsp.: ERGO Direkt: hier las- sen sich Versicherungen noch abschlie- ßen, wenn der Schadensfall bereits eingetreten ist, so bei der Zahnzusatz- versicherung. Versicherungen werden sich zuneh- mend nicht nur als Schadensregulierer, sondern zugleich als Präventionsdienst- leister verstehen - etwa im Bereich der heute nicht abgebildeten Unsicher- heiten, aber auch beispielsweise durch Hinweise der Telematik-Systeme für besseres, sicheres Fahren.Versicherungs- unternehmen werden zu Identitätsma- nagern ihrer Kunden, wenn sie sich als kompetente, wissende Dienstleister mit einer klaren Ausrichtung an Leitlinien (ethisch, gesellschaftlich, ökologisch, ...) positionieren. Die Grundlogik des Pro- visionsmodells wird voraussichtlich in Teilbereichen aufgelöst, wie dies etwa die Quirin-Bank als „Honorarberater“ im Finanzsektor seit einigen Jahren prakti- ziert. Versicherungsvertreter und -mak- ler erhalten damit die Chance, sich sehr viel glaubhafter als „im Sinne des Kun- den“ handelnd zu positionieren. n Jörg Wallner Über den Autor n Dr. Jörg Wallner entwickelt als „Director Innovation Management & Consulting“ bei dem 2b AHEAD ThinkTank Innovationsstrate- gien und Geschäftsmodelle der Zukunft. Als Dozent lehrt er am Competence Center Digital Eco- nomics in Hamburg. (Foto: Jörg Wallner) Die Zukunft der Versicherungen Herausforderung für eine konservative Branche Wirtschaft Der Kampf um die Kunden, muss auf mehreren Ebenen stattfinden (Foto:vorsprach/Flickr.com) (Foto:library_mistress/Flickr.com)
    • Angetrieben von Energiepreisschwan- kungen, verschärften Emissionsnormen und der Schiefergas-Revolution in den USA gewinnt der Markt für erdgasbetrie- bene Fahrzeuge erheblich an Dynamik. Von allen alternativen Erdgastechnolo- gien üben Druckgas (CNG)- und Bio- methan-Technologien den geringsten Veränderungsdruck auf die bestehende Infrastruktur aus. Bis zum Jahr 2018 dürf- te der europäische Erdgasmarkt Produk- tionsmengen von fast 18.000 Einheiten erreichen. Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan wird der Europa- markt für mittelschwere bis schwere erdgasbetriebene Nutzfahrzeuge, Lkws und Busse eine Marktdurchdringung von geschätzten 3,4 Prozent bzw. 12,7 Prozent bis 2018 erreichen. Die Funkenzündung wird rund 90 Prozent der gewerblich hergestellten erdgasbetriebenen Busse ausmachen, wohingegen die Selbstzün- dung den Flüssiggas (LNG)-Lkw-Markt mit rund 60 Prozent beherrschen wird. Im Schwerlastsegment werden erdgas- betriebene Lkws mit LNG mit 75 Prozent der Verkäufe die marktdominierende Brennstoffvariante bilden. Untragbare Ausgaben „OEMs müssen den Markt sowie anwen- dungsfokussierte Technologien entwi- ckeln, um den gegenwärtigen Stand der Erdgasinfrastruktur durch eine nachfol- gende zukunftsfähige CNG/LNG-Infra- struktur zu ergänzen. Der Fokus sollte auf denLieferkettenliegen,umdieVorlaufkos­ ten für diese Fahrzeuge zu senken, denn derzeit nehmen viele potentielle Kunden die Ausgaben noch als untragbar hoch wahr“, erklärt Frost & Sullivan Automo- tive & Transportation Consulting Analyst, Saideep Sudhakar. „OEMs und Zulieferer arbeiten jedoch unabhängig und syner- gistisch daran, durch eine Kombination aus vertikaler und virtueller Integration für Wachstumsdynamik in diesem sich stabil entwickelnden Marktsegment zu sorgen.“ Die Bereitschaft der OEMs, Pro- dukte durch Technologiepartnerschaften zu differenzieren,führt zur zunehmenden Fokussierung auf Selbstzündungs- und dualen Brennstofftechnologien, so genannte Dual-Fuel-Technologies. Selbst- zündung macht erdgasbetriebene Fahr- zeuge langstreckentauglich, wodurch die höheren Vorlaufkosten ausgeglichen würden – allerdings unter der Voraus- setzung, dass Kraftstoffinfrastruktur und Diesel-Erdgas-Preisgefälle existieren. Fokus auf die vertikale Integration In Zukunft werden die Margen für Modul- Zulieferer schrumpfen, und dasselbe wird auch bei Komponenten-Zulieferern pas- sieren, wenn OEMs Preisdruck ausüben, sobald die Mengen anwachsen.Beschrän- kungen im Hinblick auf den Betriebs- zyklus der erdgasbetriebenen Fahrzeuge können überwunden werden, wenn gemeinschaftliche Strategien auf die Ent- wicklung von Fahrzeugen und Produkten abzielen,diehöchsteEffizienzinbestimm- ten gezielten Berufen und Betriebszyklen zusammen mit der notwendigen Kraft- stoffinfrastruktur bereitstellen. „OEMs müssen Betriebszyklen entwickeln, die sich auf Produktplattformen konzentrie- ren, und mit Kraftstofflieferanten und Regierungen zusammenarbeiten, um ein günstiges Umfeld für die Annahme der erdgasbetriebenen Fahrzeuge durch Fuhrparkbetreiber zu schaffen“, rät Sud- hakar. „Lieferanten müssen sich auf die vertikale Integration fokussieren, um ein nachhaltiges Wachsen und Entwickeln des Marktes zu gewährleisten.“ n Wirtschaft Schlüsseltechnologie Selbstzündung Chancen für den europäischen Markt für erdgasbetriebene Nutzfahrzeuge (Foto:Wikimedia/CC-3.0/Latschari) (Grafik:InitiativeErdgasmobilitätMineralölwirtschaftsverband/Statista) von 2001 bis 2012 203 2001 301 2002 379 2003 528 2004 639 2005 723 2006 769 2007 814 2008 900 2010 860 2009 906 2012 904 2011 Bestand an Erdgastankstellen in Deutschland 32 P.T. MAGAZIN 4/2013 Das Familienunternehmen WILKA Schließtechnik GmbH blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits seit fünf Generationen befasst sich das 1865 gegründete Urgestein der Branche mit Schlössern und Schließtechnik. Ange- fangen bei Möbelschlössern, folgten im Laufe der Unternehmensgeschichte die Produktbereiche Rohrrahmenschlosspro- duktion, Türschlossproduktion, Zylinder- produktion und Elektronikzylinder. Obgleich das Unternehmen auf eine lange Tradition zurückblicken kann, hat es sich ebenso für die Zukunft aufge- stellt. Am Unternehmenssitz in Velbert veränderte sich im Zuge eines Neubaus im Bereich der Produktion im letzten Jahr einiges. Ende November 2012 wurde ein neues Gebäude in Betrieb genommen. Dieses beherbergt nun die weltgrößte Räumbank für Zylinderkerne. „1.000 scharfe Messer sind dort im Einsatz und schaffen eine hohe Zahl an Profilen. So fertigen wir bei optimalen Bedingungen unsere großen Schließanlagen“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Schlieper. WILKA bekennt sich zum Standort Deutschland und ist Teil und Mitinitia- tor der Schlüsselregion e.V. Das ambiti- onierte Ziel aller Vereinsmitglieder ist der Aufbau eines Forschungsinstituts in der Schlüsselregion Velbert/Heiligen- haus. Darüber hinaus ist WILKA auch mit einem Tochterunternehmen in Polen am Markt erfolgreich. Die WILKA Polska in Leszno beschäftigt 40 Mitarbeiter und hat sich dort seit zwölf Jahren im Premi- umsegment der mechanischen Schließ- zylinder als Marktführer etabliert. Mitarbeiter mit einer hohen Firmen- Identifikation sind für WILKA das wich- tigste Kapital. Weil Kundenzufrieden- heit die Basis für Wachstum ist, setzt das Unternehmen auf seine Mitarbei- ter sowie langfristige Geschäftsbezie- hungen mit Lieferanten und Dienst- leistern. Insgesamt 245 Mitarbeiter arbeiten am Hauptsitz in Velbert an hochwertigen Sicherheitslösungen. Die hohe Motivation der Mitarbeiter und umfassende Weiterbildungsangebote sind der Garant für eine breite und qua- litativ hochwertige Produktpalette.  n Ein Traditionsunternehmen mit dem Schlüssel zum Erfolg
    • Südafrika ist seit Jahren die stärkste Wachstumsregion Afrikas und steht auch weltweit an der Spitze des Inves­ titionswachstums. Laut Prognosen von McKinsey für das Jahr 2030 werden die 18 größten afrikanischen Städte Konsum­ausgaben von 1,3 Mrd. US Dol­ lar (ca. 1 Mrd. EUR) generieren. Nicht zuletzt durch eine immer stärker wach­ sende neue Mittelschicht. Die neue Mittelschicht ist jung und gebildet und stellt die Grundla­ ge für gesellschaftlichen Wohlstand und Erfolg dar. Die Bildungselite hat in den vergangenen acht Jahren ste­ tig an Zuwachs gewonnen. Südafrikas schnell wachsende Metropolregionen Johannesburg, Kapstadt oder Durban ziehen die neue Konsumentengenera­ tion ganz besonders an. Sie bündeln Talente, neue Technologien und Innova­ tionen und bieten somit einen optima­ len Nährboden für zukunftsweisende Veränderungen. Auffallend positiv hat sich dabei vor allem Südafrikas schwar­ ze Mittelschicht entwickelt. Neuen Forschungsergebnissen des UCT Uni­ lever Institute of Strategic Marketing zufolge stieg die Anzahl schwarzer Mit­ telschichtler von 1,7 Millionen im Jahr 2004 auf 4,2 Millionen im Jahr 2012. Den Europäern voraus Die jüngste Studie des Unilever Insti­ tute „4 Million and Rising“ zeigt, dass die jährlichen Ausgaben der schwarzen Mittelschicht die der weißen Mittel­ schicht im Jahr 2008 erstmals über­ trafen und seither rasant auf aktuell 400 Mrd. Rand (31 Mrd. EUR) jährlich angestiegen sind. „Trotz der Rückschlä­ ge, die Südafrika im Zuge der jüngsten Rezession erlitt, breitet sich die schwar­ ze Mittelschicht des Landes rasch aus und ist einflussreicher und mächtiger als je zuvor“, erklärte der Direktor des Unilever Institute, John Simp­son. „Im Gegensatz dazu stagnierte die wei­ ße Mittelschicht in diesem Zeitraum ungefähr auf dem gleichen Niveau: Die weiße Bevölkerung wuchs von 2,8 Mil­ lionen im Jahr 2004 auf 3 Millionen im Jahr 2012.“ „Es ist ausschlaggebend für die Zukunft und die positive Entwicklung der Wirtschaft, dass dieser Markt wei­ terhin wächst und gedeiht. Die schwar­ ze Mittelschicht trägt zum Aufbau einer dynamischen, stabilen Gesellschaft bei, indem sie die Qualifikationsbasis des Landes stärkt, das Angebot an Arbeits­ plätzen sowie die Steuereinnahmen erhöht.“ Während die Europäer sich noch sträuben Simpson erklärte weiter, eine der wich­ tigsten Entwicklungen, der letzten zehn Jahre sei der Vernetzungsgrad im Kun­ denmarkt. Schätzungen zufolge verfü­ gen 95 Prozent aller südafrikanischen Bürger der schwarzen Mittelschicht über ein Mobilfunktelefon, im Vergleich zu 64 Prozent im Jahr 2004. Dement­ sprechend führte das Aufkommen der Smartphones und die zunehmende Ver­ breitung von Breitbandverbindungen im gleichen Zeitraum zu einer Vervier­ fachung der Internetnutzung. Damit verbunden ist auch der starke Anstieg der Mobile Economy. Während die Europäer sich noch sträuben Bankgeschäfte mithilfe von Mobiltelefonen abzuwickeln, tätigen viele Afrikaner heute schon ganz selbst­ verständlich ihre Geldtransfers via Han­ dy. Der bargeldlose Geldverkehr könnte außerdem helfen die Korruption in Afri­ ka einzudämmen. Verändertes Konsumentenverhalten Die neue Studie zeigt außerdem bedeu­ tende Veränderungen in der Haltung der Konsumenten gegenüber Marken­ produkten. Während die Teilnehmer im Jahr 2000 dazu tendierten, sich über Marken zu definieren, gab der Großteil der Befragten in der aktuellen Studie an, Marken eher als Erweiterung ihrer Identität zu betrachten. Trotz der leich­ ten Konjunkturdämpfung, ist dennoch ein vergleichsweise starker Konsumwil­ le innerhalb der südafrikanischen Mit­ telschicht zu verzeichnen. Immer mehr Großkonzerne erkennen dieses Poten­ zial und passen ihre Güter und Dienst­ leistungen bedarfsgerecht an. Auch die deutsche Wirtschaft hat das Potential des Landes erkannt. Südafrika ist außer­ halb Europas inzwischen der siebtgröß­ te Handelspartner der Bundesrepublik. Deutschland steht gar an zweiter Stelle der wichtigsten wirtschaftlichen Koo­ perationspartner für Südafrika. Seit der Fußballweltmeisterschaft 2010 verzeichnet das Land einen starken Aufwärtstrend. Im Bereich Infrastruk­ tur und Energie werden die größten Summen investiert. Dank des guten Rufes von Produkten „made in Germa­ ny“ werden auch weiterhin Aufträge an deutsche Firmen vergeben werden. Aktivitäten deutscher Unternehmen in Südafrika sind häufig das Sprung­ brett in andere Länder des südlichen Afrika, wie Namibia, Angola, Tansania, Sambia oder Mozambik. Die zum Teil sehr hohen Wachstumsraten stimulie­ ren stets mehr deutsche Unternehmen, auch in diesen Regionen tätig zu wer­ den. Ob Hersteller von Energieanlagen, Anbieter von Lebensmitteln oder Exper­ ten im Bereich Wassertechnik, die Chan­ cen für deutsche Unternehmen am Kap sind gut. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht der Löwenstaat Afrikas auf dem Sprung in eine neue und hoffnungsvolle Zukunft. n 4/2013 P.T. MAGAZIN 35 Natürliche Konzepte für: cdVet Naturprodukte GmbH Industriestraße 11 - 13 49584 Fürstenau Tel.: +49 (0) 5901 9796-0 Fax: +49 (0) 5901 9796-133 E-mail: info@cdvet.eu www.cdvet.eu Mit cdVet geht es uns gut, eil die Natur unser Zuhause ist! ERNÄHRUNG LÄSTLINGSABWEHR PFLEGE www.remy-geiser.de INDIVIDUELLE SYSTEMLÖSUNGEN FÜR PHARMAZEUTISCHE PRIMÄRPACKMITTEL Remy & Geiser ist ein zukunftsorientiertes, traditionsreiches, mittelständiges Unter- nehmen, das an insgesamt drei Standorten deutschlandweit pharmazeutische Primär- Verpackungen herstellt. An den Thüringer Standorten in Altenfeld und Hinternah werden von ca. 220 Mitar- beitern hochwertige Produkte aus Glas und Kunststoff hergestellt. Die Schwerpunkte der Produktion bilden Verschlüsse aus Kunststoff und Dosierhilfen in verschiedenen Durchmessern, die aus bis zu vier Einzelteilen bestehen können, Pipettenmonturen aus Glas und Kunststoff sowie Flaschen aus Glas. Engagierte und motivierte Mitarbeiter arbeiten an modernen Maschinen und Anla- gen – auch unter Reinraumbedingungen. F I N A L I S T Großer Preis des MITTELSTANDES Remy & Geiser GmbH Remy & Geiser Straße 1 56584 Anhausen Telefon: 02639/9311-0 | Fax: 02639/1230 info@remy-geiser.de Afrikanisches Jahrhundert Südafrika’s neue Mittelschicht: jung, gebildet und konsumfreudig Wirtschaft (Foto:whiteafrican/Flickr.com) Mounting Systems GmbH • Mittenwalder Straße 9a D 15834 Rangsdorf www.mounting-systems.com Besuchen Sie uns bei Facebook: www.facebook.com/mountingsystems Die Mounting Systems GmbH in Rangsdorf ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Be­ festigungssystemen für Solaranwendungen. Mit 20 Jahren Erfahrung gehören wir zu den innovativsten Herstellern auf diesem Gebiet. Mit höchstem Anspruch an Kunden­ zufriedenheit und Qualität sind wir mit über 250 Mitarbeitern an unseren Standorten in Frankreich, Großbritannien und den USA sowie an unserem Hauptsitz in Rangsdorf bei Berlin tätig. Mounting Systems ist DIN ISO 9001 zertifiziert. In den letzten Jahren war das Unternehmen regelmäßig für Unternehmens­ und Qualitätspreise nominiert und hat diverse Auszeichnungen gewonnen. Umsatz, Gewinn und Mitarbeiterzahlen wurden in den letzten Jahren ebenso nachhaltig gesteigert wie das soziale Engagement vor Ort.
    • 36 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 37 Der Tourismus profitiert von zahlungskräftigen homosexuellen Reisenden Schwule retten Reisewirtschaft Schwule und lesbische Hotelgäste geben im Urlaub durchschnittlich 57 Prozent mehr Geld aus als heterosexu- elle Reisende. Das belegt eine aktuelle Studie des ITB Berlin Partners Commu- nity Marketing Inc., die von Rika Jean- Francois, CSR Beauftragte der ITB Berlin und Vorstandsmitglied bei der Interna- tional Gay & Lesbian Travel Association (IGLTA) auf dem ITB Berlin Kongress sowie kürzlich auf einer Strategietagung von Wien Tourismus vorgestellt wurde. Insgesamt 5.700 Personen wurden bei der Umfrage von Community Marketing Inc.Ende vergangenen Jahres in den USA zu ihren Reisegewohnheiten befragt. Neben den Hotels profitiert der Studie zufolge auch die gesamte Destination von den sogenannten LGBT-Reisenden (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender). Sonnenschein und Erholung im Urlaub am wichtigsten Die Tatsache, ob ein Reiseziel sich als freundlich („gay-friendly“) gegenüber LGBT-Urlaubern präsentiert, zählt laut der Umfrage für 40 Prozent der schwu- len und für knapp ebenso viele lesbische Befragte aus den USA zu den wich- tigsten Beweggründen bei der Wahl der Destination. Bei den Ansprüchen an den Urlaub liegt bei 67 Prozent der schwulen und 66 Prozent der lesbischen Reisenden das warme Wetter an der Spitze, gefolgt von kulturellen Angebo- ten, Strand und Kulinarik. Zu den Hauptinteressen auf Reisen zählen für über die Hälfte der Studien- teilnehmer Erholung. Auf dem zweiten Platz liegt bei schwulen Reisenden mit 35 Prozent der Besuch von Freunden und Familie, lesbische Paare nannten mit 32 Prozent, Zeit mit ihrer Partnerin zu verbringen. Bei der Auswahl eines Hotels zählte die Lage für 33 Prozent der schwulen und 30 Prozent der lesbischen Befragten zu den ausschlaggebenden Gründen. Der Preis landete mit rund 30 Prozent bei beiden Zielgruppen auf Platz zwei. LGBT-Reisende sind sehr internetaffin: Bei der Informationssuche rund um ihre Reise vertrauen 59 Prozent der lesbischen und 54 Prozent der schwulen nordamerikanischen Reisen- den auf Empfehlungen von Freunden und Familie. Danach folgen Reise- Websites. Werbung, die sich speziell an die LGBT-Zielgruppe richtet, wurde von 41 Prozent der schwulen und 36 Prozent der lesbischen Reisenden bei der Suche nach Informationen genutzt. Engagement für LGBT-Reisende Die ITB Berlin setzt sich im Rahmen ihres CSR Selbstverständnisses bereits seit Jahren für Menschenrechte im Tourismus ein, also auch für Toleranz und Diversität und engagiert sich zum Beispiel als Mitglied der International Gay & Lesbian Travel Association (IGLTA). 2003 präsentierten sich erstmals Aussteller aus dem LGBT-Bereich auf der weltgrößten Reisemesse. Seit drei Jahren finden im Rahmen des ITB Berlin Kongress auch Vorträge und Diskussi- onen zum Thema statt und LGBT-Travel wurde eines von 15 eigenständigen Segmenten auf der weltweit größten Reisemesse. Es verzeichnet seitdem eine stetig steigende Nachfrage. Heute hat die ITB Berlin das größte Angebot an LGBT- Reiseprodukten und Destinationen aller Tourismusmessen weltweit. Mit einem großen „Gay & Lesbian Travel Pavillion“, der ITB TomOnTour-Party und verschie- denen weiteren begleitenden LGBT- Events setzt die ITB Berlin ein Zeichen für Toleranz und gleiche Rechte. Mit Seminaren über LGBT-Tourismus in Indien im Jahr 2011, einem Informati- onsstand auf der ITB Asia 2012 in Singa- pur, einem LGBT-Informationstand auf der ABAV 2013 in Rio und internatio- nalen Seminaren und Symposien welt- weit fördert die ITB Berlin mit der ITB Academy auch die Enttabuisierung und Entwicklung dieses wichtigen Markt- segments in anderen Ländern. Wien Tourismus hat auf der ITB Berlin 2013 eine strategische Partner- schaft mit der ITB Berlin zum LGBT- Segment geschlossen, um dieses künf- tig gemeinsam global zu fördern und weiterzuentwickeln. n Thema Gay & Lesbian Travel auf der ITB Berlin 2013 Wirtschaft Am Strand von Capocotta in Italien hat man bereits auf die Marktlücke reagiert LGBT-Reisende geben durchschnittlich 57 Pro- zent mehr Geld im Urlaub aus Gay-Strände sind bereits in vielen Urlaubsländern etabliert (Foto:2013MesseBerlinGmbH) (Foto:GlobalismPictures/Flickr.com) (Foto:Wikimedia/CC-3.0/Surrogacy-UK) (Foto:dbking/Flickr.com) (Foto:blmurch/Flickr.com) (Foto:TheGirlsNY/Flickr.com) :(Foto:Ewan-M/Flickr.com) (Wikimedia/CC-2.0/DavidSim) (Fotos:Wikimedia/CC-2.0/AnthonyM.)
    • Immer mehr Bürger sind wütend. Zumeist richtet sich ihr Zorn gegen Infrastrukturmaßnahmen oder Stad- tentwicklungsprojekte. Man möchte den modernisierten Bahnhof, das neue Gewerbegebiet oder einen weiteren Flughafen nicht vor der eigenen Haustür haben: frei nach dem Prinzip: „Heiliger Sankt Florian / Verschon' mein Haus / Zünd' andre an“. Warum gehen Bürger auf die Barri- kaden? Diese Frage hat sich der Göttin- ger Politikwissenschaftler Franz Walter mit einem Team junger Wissenschaft- ler seines Instituts für Demokratiefor- schung gestellt. Untersucht wurden Bür- gerproteste gegen Bauprojekte im Zuge der Energiewende, Proteste im Bereich der Bildungspolitik, die Anti-Atomkraft- Bewegung, Occupy, Anti-Euro-Proteste etc. Laut Bernhard Shaw sind alte Män- ner deshalb gefährlich, weil „ihnen die Zukunft egal“ ist. Dies trifft offenbar auch auf die deutsche Protestbewegung zu, die vornehmlich im Milieu der Kin- derlosen stattfindet. Bürger, die dauernd in Wut sind, haben viel Tagesfreizeit. So finden sich in der Riege der Erregten besonders viele Hausmänner, Teilzeitan- gestellte, Freiberufler, Schüler, Pastoren und Lehrer, aber auch – siehe Shaw – eine Vielzahl an Vorruheständlern, Pen- sionären und Rentnern. Heutzutage sind Wutbürger meist studierte Leute, oft Ingenieure oder andere Angehörige der technischen Intelligenz. Arbeiter sind kaum unter den Protestierenden zu fin- den. Die Kluft zu den Angehörigen nicht- akademischer Schichten wächst also. Entwicklung zur „Misstrauensgesellschaft“ „Protest und Kritik sind wichtige Ele- mente einer lebendigen Demokratie. Ich halte es allerdings ähnlich wie Walter für problematisch, wenn wir uns hin zu einer „Misstrauensgesellschaft“ ent- wickeln. Ohne Medien, Lobbyisten und Parteipolitiker ist nun mal kein Staat zu machen. Nach dem Parteitag der Libe- ralen findet die Bundesregierung nun vielleicht endlich mal wieder die Kraft für Reformen und mutiges Regieren. Kanzler Schröder hat vor fast auf den Tag genau zehn Jahren mit seiner „Agenda 2010“ bewiesen, wie man gut und nachhaltig regieren kann, ohne immer nach dem Wähler zu schielen. Unsere Wirtschaft und unser Land profitieren noch heute von den damals eingeleiteten Maßnah- men. Sollte diese Regierung weiter nach dem Mikado-Prinzip „Wer sich bewegt, hat verloren“ regieren, dann wird an greifbaren Erfolgen nicht viel übrig blei- ben“, sagt der Personalexperte Michael Zondler. Das politische Geschäft ist nun einmal mühsam, und die einfachsten Lösungen sind nicht immer die besten. Es braut sich was zusammen Ein Beispiel für weit verbreiteten Unmut der Bevölkerung ist die Euro- Politik. Die „Wahlalternative 2013“, die von verschiedenen Volkswirtschaftspro- fessoren und konservativen Publizisten wie Konrad Adam oder Alexander Gauland getragen wird, macht zurzeit Furore. Dort sammelt sich laut FAZ der Protest von Anwälten, Professoren, Pen- sionären und Beamten gegen die Politik der Bundesregierung und der gesamten Euro-Rettung. „Es ist augenscheinlich, dass sich hier etwas zusammenbraut, auch wenn ein solches Bündnis auf- grund eines prominenten Zugpferds an der Spitze bei Wahlen vielleicht keine große Chance hat. Als Unternehmer ist man gewohnt, schnell Entscheidungen zu treffen. Als Volkswirtschaftsprofes- sor oder Journalist kann man die reine Lehre hochhalten. Da haben es Politiker schwerer. Allerdings ist die Art, wie die Politik momentan Probleme aussitzt und lieber Personalkämpfe betreibt, mit verantwortlich für das Anwachsen der „Wutbürger“. n Ansgar Lange 38 P.T. MAGAZIN 4/2013 Wirtschaft Und die Politik handelt weiter nach dem Mikado-Prinzip Bürger auf den Barrikaden Arbeiter sind kaum unter den Protestierenden zu finden Über den Autor n Ansgar Lange ist Politikwis- senschaftler und Publizist. Er studierte Politische Wissenschaft, Geschichte und Germanistik in Bonn. Seit 2002 setzen wir erfolgreich Online-Kon- zepte als Individuallösungen für namhafte Kunden um. Unsere beste Referenz? Die Zu- friedenheit und der Erfolg unserer Kunden! Erstellen Sie mit uns Ihren modernen Inter- netauftritt: optisch attraktiv, imagestark und leicht in Pflege & Bedienung. FIRMENPRÄSENZEN ONLINE-MAGAZINE COMMUNITIES INTRANET E-COMMERCE MOBILE DESIGN ONLINE-KONZEPTE SOCIAL PUBLISHING REDAKTIONSSYSTEME BERATUNG & SCHULUNG DATENMIGRATION SCHNITTSTELLEN & APIS Entwickeln Sie mit uns Ihren perfekten Online-Auftritt KONTAKTIEREN SIE UNS web: comm-press.de mail:info@comm-press.de comm-press GmbH Altonaer Poststraße 9a | 22767 Hamburg | +49 (40) 350 80 141 Mittelstand versteht sich! (Foto:Libertinus/Flickr.com) (Foto:KhairulAbdullah/Flickr.com)
    • kompetenznetz mittelstand Unternehmen Veranstaltungen Experten News Produkte Stellenangebote (SatzundLayout:©OPSNetzwerkGmbH,Foto:©AndresRodriguez/Fotolia.com) Sie wollen mehr? www.kompetenznetz-mittelstand.de Netzwerken auf höchstem Niveau Die Arbeit im Netzwerk der Besten, im Kreis der Teilnehmer des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung entwickelt sich zum 5-Sterne-Netzwerken. Der Begriff OPWERKEN lehnt sich bewusst an die Oskar-Patzelt-Stiftung und deren Servicegesellschaft, die OPS Netzwerk GmbH, an. OPWERKEN verbindet vier Tätigkeitsbereiche: • Empfehlungsmarketing • Positionierung • Kommunizieren • Führen und Gestalten Gefragt sind Kreativität und Konsequenz in der Nutzung dieser Instrumente. Empfehlungsmarketing Zum Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ kann man sich nicht selbst bewerben, sondern muss von Dritten nominiert werden. Da es weder Teilnahme- noch Bearbeitungsgebühren gibt, kann man sich auch nicht „einkaufen“. Firmen zum Wettbewerb zu nominieren, ist daher Empfeh- lungsmarketing pur. Positionierung Man kann Firmenprofile auf www.kompetenznetz-mittelstand.de pflegen und mit Inhalten anreichern. Man kann sich in den Medien und Websites des Wettbewerbs präsentieren. Und man kann auf Tagungen und Veranstaltungen des Wettbewerbs auftreten, und und und… Nicht umsonst berichten bereits mehr als 40 Bücher über den Wettbewerb „Großer Preis des Mittel- standes“. Kommunizieren Man muss miteinander reden, wenn man sich wirklich kennenlernen und miteinander ins Geschäft kommen will. Dafür bieten der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ mit seinen Websites, Veranstaltungsformaten und Medien eine hervorragende Plattform. Natürlich auch im Web2.0: • www.youtube.com/opsnetzwerk • www.flickr.com/photos/opwerk • http://twitter.com/#!/opsnetzwerk • www.xing.com/companies/oskar-patzelt-stiftung • www.facebook.com/opwerk • http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Preis_des_Mittelstandes Führen und Gestalten In fünf Wettbewerbskriterien erfassen die Juryfragebögen ein Unternehmen als Ganzes und in seiner Rolle in der Gesellschaft. Bereits seit Jahren werden die Juryunterlagen daher als ergän- zendes Führungs- und Managementinstrument benutzt. Das will die Stiftung künftig noch besser unterstützen. Künftig kann auf ausgewählte Unternehmensberater zurückgegriffen werden, die als „Autorisierte Berater der OPS Netzwerk GmbH“ frei tätig sind. • Christian Kalkbrenner, KALKBRENNER-Unternehmensberatung, 88131 Lindau, Tel. 083 82 - 409 301, www.ub-kalkbrenner.de • Volkmar Redlich, REDLICH - Unternehmen beraten, 15838 Am Mellensee, Tel.: 033703/687-78, www.redlich-beraten.de • Wolf-Helmut Sieg, Sieg-Consulting Si.C, 23899 Gudow, Tel. 04547 159 303, www.sieg-consulting.com • Christian Wewezow, 69120 Heidelberg, Tel.: 06221- 778 20 08, www.clockwise-consulting.de • Wolfram Kuhnen, IMB GmbH & Co. KG, 41516 Grevenbroich, Tel. 02181 70 54 70, www.imb-beratung.de Großer Preis des MITTELSTANDES Oskar-Patzelt-Stiftung www.argenta-schoko.com Süßes für die Sinne - Moderne Ma- schinen und hochmotivierte Mitarbeiter produzieren über 50 Sorten feinste Pra- linen, edle Schokoladen und traditionelle Süßwaren. Argenta Schokoladen­- manufaktur GmbH Kästner Präzisionswerk- zeuge GmbH www.zerspanungswerkzeuge.net Auf 21 Jahren Firmengeschichte basiert die Erfahrung von Kästner. Das Sortiment besticht durch Sonderwerkzeuge, Vielfalt und modernste Technik. Es gelang bereits der internationale Durchbruch. PARAVAN GmbH www.paravan.de PARAVAN ist Erfinder, Entwickler und Hersteller von einzigartigen Fahrzeugen für behinderte Menschen. Seit 2009 ist das Unternehmen Weltmarktführer in diesem Bereich. HENKA Werkzeuge+ Werkzeugmaschinen GmbH www.henka.de Mit 20 Jahren Erfahrungen mit Präzisions­ werkzeugen von SANDVIK und PRECI- TOOL helfen wir auch Ihnen bei Zerspa- nungsproblemen. 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SAFT PolymertechnikGmbH Die Oskar-Patzelt-Stiftung www.mittelstandspreis.com Die Oskar-Patzelt-Stiftung mit Sitz in ­Leipzig nimmt sich bundesweit der Würdigung hervorragender Leistungen mittelständischer Unternehmen an und verleiht jährlich im Herbst den Wirtschafts- preis „Großer Preis des Mittelstandes”. OPS Netzwerk GmbH www.pt-magazin.de Betreibt das Kompetenznetz-Mittelstand, verlegt das bundesweite P.T. Magazin und ist Hauptsponsor des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“. Netzwerk OPS GmbH EDUR-Pumpenfabrik Eduard Redlien GmbH & Co. KG www.edur.com Die hochspezialisierte Pumpentechnik überzeugt mit exzellenten Ingenieurleis­ tungen seit 1927. Innovative Kreisel- und Vakuumpumpen setzen Maßstäbe.
    • (Grafik:StatistischesBundesamt/Statista) Bei Schenkungen braucht niemand eine Steuererklärung abgeben, solange keine Aufforderung der Finanzverwaltung erfolgt ist. Jedoch besteht für Schen- ker und Erwerber die Pflicht, die Schen- kung dem Finanzamt anzuzeigen (laut §30 Erbschaftsteuergesetz). Auch wer sich sicher ist, dass keine Steuer anfällt, sollte sich ein „Negativtestat“ – also eine Bestätigung, dass keine Steuer anfällt – vom zuständigen Finanzamt geben las- sen.Wer besonders gewissenhaft ist, und legal diese Abgaben mindern möchte, sollte insbesondere bei Schenkung von Immobilien und Versicherungen – schon gar, wenn dabei zur Steueroptimierung Leibrenten-, Pflege- u. ä. Zusagen vorbe- halten sind – einen Sachverständigen mit der Bewertung beauftragen. Schenkungssteuerpflicht bei einem Anknüpfungspunkt im Inland Meist beträgt die Steuerersparnis durch Einschaltung von Beratern ein Vielfaches der Kosten, und dies nicht nur wenn es um legale Steuervermeidung durch Gestaltungen innerhalb der Familie geht. Die deutsche Schenkungsteuer setzt alternativ voraus, dass der Schenker oder der Beschenkte oder das Schenkungs- objekt (meist eine Immobilie) sich in Deutschland befindet. Auch im Voraus bezahlter Unterhalt,wie auch eine Unter- haltsabfindung vor Eheschließung für den Fall späterer Scheidung wird zumeist als Schenkung zu behandeln sein, denn dann liegt (zeitlich) eben noch kein fäl- liger Anspruch auf derartigen Unterhalt vor. Schenker und Beschenkte haften für anfallende Steuern. Eine Steuerklausel im Schenkungsvertrag wird die Abgaben- belastung spürbar senken. Steuerbescheide nach 30 Jahren Erfolgt die Anzeige der Schenkung, beginnt zum darauf folgenden Jahres- ende eine vierjährige Verjährung. Erfährt das Finanzamt nichts von der Schenkung, so beginnt die Verjährung erst mit dem Ende des Jahres in dem der Schenker verstirbt und beträgt dann noch bis zu sieben Jahre. In der Praxis kann man dem Beschenkten nur raten, den Steuerbe- scheid entsprechend lange aufzubewah- ren, denn nach Vernichtung von Akten beim Notar und/oder Finanzamt könnte es zu Beweisproblemen kommen – und damit zur doppelten Festsetzung von Schenkungsteuer. Schenkungswiderruf bei Verarmung Vielfach besteht der Wunsch mit war- men Händen zu geben. Kommt es später jedoch zur Verarmung des Schenkers, wird der Beschenkte vielfach verpflich- tet sein, einen Wertersatz zu leisten, etwa eine Geldrente als Unterhalt für den Schenker. Überraschend kann es auch dazu kommen, dass das Sozialamt diese Forderung auf Geldzahlung ein- treibt – eine Rückgabe des Geschenkes beim Widerruf wegen Verarmung ist im Gesetz nicht vorgesehen. Bei Schen- kungen, auch solchen unter Vorbehalt weitergehender Immobiliennutzung, bedarf es zumeist einer Regelung des Unterhaltes. Hinzu kommt die Notwen- digkeit etwa beim Nießbrauchsvorbe- halt die vielfachen negativen steuer- lichen Folgen zu bedenken. Derartige Beratungen wird man so gut wie nie von einem Notar erwarten dürfen. Anfechtung durch Gläubiger Wer versucht, durch Schenkung den Rest seines Vermögens dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen, macht sich im Zweifel genauso strafbar, wie jene Hel- fer aus dem In- oder Ausland die dafür Gestaltungen über Stiftungen, Trusts und Lebensversicherungen propagieren. Vielfach misslingt bereits die Rechts- wahl, um beispielsweise das sogenannte Konkursprivileg im ausländischen Recht wirksam zu vereinbaren. Kommt es bei derartigen Tarnkonstrukten lediglich auch zur Steuerverkürzung, werden der- artige Gestaltungen im Inland gar nicht erst anerkannt – nahezu jedwede Gestal- tung einer vorweggenommenen Erb- folge durch Schenkung bleibt damit von Anfang an null und nichtig. Vielfach ist den in- und ausländischen Treuhändern ihre persönliche Haftung für Strafen und Steuern solange nicht bekannt, bis sie sich einer Vollstreckung bzw. Exekution ausgesetzt sehen. Auch die üblichen Ver- tragsangebote aus dem Ausland oder von der Stange erweisen sich in aller Regel als rechtlich höchst unsicher, denn sie werden üblicherweise etwa von Exper- ten im Vertrieb und Marketing gestaltet. Rechtsfolgen sind dann häufig Anfech- tung, Rückabwicklung oder Haftung auf Wertersatz. Eine Selbstanzeige scheitert vielfach daran, dass der Treuhänder im Ausland das Geld beispielsweise für die Bezahlung der Steuern erst gar nicht mehr zur Verfügung stellt. Absicherung durch Auskunft Wer bei der Gestaltung rechtlich schwie- riger Sachverhalte sichergehen möchte, wird seinen steuerlichen Berater bitten müssen, eine verbindliche Auskunft vom Finanzamt einzuholen. Für den Steuer- pflichtigen wird es zudem entscheidend sein, ob er den Rat angeblicher Steuer- freiheit von seinem Berater schriftlich erhält, und für den Fall eines Rechtsirr- tums eine ausreichende Versicherungs- deckung besteht. 90 Prozent falsche Steuerbescheide In weiten Teilen der Bevölkerung besteht ein Misstrauen gegenüber der Obrig- keit, so dass gerade solche Berater hoch im Kurs stehen, die vermeintlich legale Gestaltungen als angebliche Geheim- Tipps verkaufen. So berichtet mancher Mittelständler,dass er sein Geld bereits zu Hause in bar aufbewahrt,damit sich jeder Begünstigte eines der mit Geld befüllten namentlich beschrifteten Kuverts nach dem Todesfall einfach mitnehmen könne – denn sonst würde beim sauer verdienten Geld auch noch eine Steuer abgezogen. Nachlassverwalter, Insolvenz- treuhänder, Vormünder, Betreuer, Nach- lasspfleger und Testamentsvollstrecker haben dann alle Mühe solche Irrtümer zu bereinigen – faktisch als amtlich bestellte Steuereintreiber, um nicht in eigener Per- son in eine Steuerhaftung zu geraten. Willfährige Helfer bei illegaler Steuerverkürzung Seit Jahrzehnten unterhalten Finanzbe- hörden eigene Datenbanken, in welchen sich amtlich bekannte Helfer beim Trick- sen, Tarnen und Täuschen wiederfinden – etwa weil hunderte von Tarnfirmen den gleichen Telefaxanschluss verwen- den. Dann werden Scheinrechnungen für angebliche Beratungen anlässlich von Betriebsprüfungen meist sofort erkannt. DiesesWissenderFinanzämterhat jedoch vielfach noch nicht den Weg zu den Finanzämtern für Grundbesitzabgaben und Schenkungsteuer gefunden. Wür- den in die üblichen Meldepflichten auch Grundbuchämter und Notare eingebun- den und etwa ein bundesweiter Abgleich mit den „Onshore-Leak-Datenbanken“ der Betriebsprüfer zu den üblichen Ver- dächtigen stattfinden, so könnte hier- zulande die Steuerbelastung normaler Einkommensbezieher um geschätzt bis zu mehr als 50 Prozent gesenkt werden. 50 Jahre steuerfrei leben Ein guter Kunde einer zyprischen Bank kaufte sich eine Immobilie mit Seegrund. Natürlich bedient er sich einer schein- bar anonymen Gesellschaft als Käufe- rin, welche durch einen weltweit (nicht nur durch Offshore-Leaks) bekannten Treuhänder vertreten wird. Seine Haus- banken – auch in Deutschland – haben ihm über 1.000 Anwälte und Steuerbera- ter im In- und Ausland benannt, welche seit Jahrzehnten renommiert und erfah- ren in der nur scheinbar legalen Steuer- vermeidung sind. Ein Notar beurkundet den Verkauf – dass der Treuhänder ein- schlägig bekannt ist, kann er nicht wis- sen – vermutlich auch nicht der Sachbe- arbeiter beim Finanzamt für Schenkung und Erbschaftsteuern. Ähnlich ergeht es dem Fall beim Grundbuchamt, so dass auch keine Kommune informiert wird, einmal zu schauen, wer denn die Immo- bilie bewohnt und sein Welteinkommen hier zu Lande zu versteuern hätte. Der „kreative Berater“ von der Bank oder aus der Beraterzunft hatte selbstverständlich davon abgeraten, sich bei der Gemeinde ordentlich anzumelden – nicht mal als Hausmeister und Hüter des Fahrzeug- parks für den meist abwesenden Haus- herrn aus dem Ausland. Bis zu mehr als 50 Jahre steuerfrei in Deutschland zu leben ist damit völlig problemlos – bis zur 42 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 43 Wirtschaft Erbschaften und Schenkungen in Deutschland 141.848 141.196 133.836 42,856 110.810 28.718 110.595 26.825 49.37845.449 2007 2009 20102008 2011 Erbschaften Schenkungen (Foto:HowardDickins/Flickr.com) Steuerpflicht bei Schenkungen - Fallstricke für Schenker, Beschenkte und Behörden Steuerhinterziehung Deluxe
    • Entdeckung. Man darf auch nicht erwar- ten, dass die Bundesanstalt für Finanz- dienstleistungsaufsicht so etwas beach- tet, denn schließlich handelt es sich um eine Einrichtung zum Schutz der Finanz- häuser vor dem eigenen Untergang. Steuerhinterziehung Deluxe Nun gibt es die politische Meinung, dass man solche Steuerprobleme „erst international lösen müsse“, und dass es notwendig sei die Selbstanzeige abzu- schaffen, oder die Strafen zu erhöhen. Diese Argumente erscheinen als Nebel- kerzen, denn es bedürfte schlicht der systematischen Zusammenführung sol- cher Daten, die amtlich bekannt und/ oder öffentlich zugänglich sind. Die „üblichen Verdächtigen“ findet man zumeist durch Auswertung der Ankla- gen gegen Bank(st)er und „Berater“ der US-Steuerbehörden, ihre Vita und die Kaderschmieden deren Besuch sie sich berühmen. Keine Schenkungsteuer bezahlen? Wenn es zutrifft, dass es eine massen- hafte Steuerhinterziehung ohne nachhal- tige effiziente Kontrolle durch den Staat gäbe, dann wäre die Frage nach der Steu- ergerechtigkeit berührt. Nicht Einzelfälle in bestimmten Bundesländern, sondern die faktische Ungleichbehandlung wäre als Einladung zu verstehen, (abermals) beim Bundesverfassungsgericht die Erb- schaft- und Schenkungsteuer „wegen eines strukturellen Vollzugsdefizits oder verfassungswidriger Fehlbesteuerung“ auf den Prüfstand stellen zu lassen. Frei nach dem Motto: Warum soll eigentlich der Steuerehrliche der Dumme sein? n Johannes Fiala und Peter A. Schramm Fahrer dürfen am Lenkrad nicht telefo- nieren. Aber ihre Autos sollten selbstän- dig miteinander und mit Verkehrsein- richtungen kommunizieren. Das ist das klare Ergebnis eines der größten Feld- versuche zur Car-to-X-Kommunikation. Forschungsinstitute, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen testeten das gemeinsam entwickelte System simTD mit 500 Versuchsfahrern im laufenden Verkehr. Rund 120 Fahrzeuge waren ein halbes Jahr lang auf Autobahnen, Land- und Stadtstraßen in Hessen unterwegs und legten rund 1,6 Millionen Kilometer zurück. Die „Drehbücher“ mit verschie- denen Szenarien des Feldversuchs wur- den maßgeblich von Verkehrstechnikern der TU München konzipiert. Sie haben auch die gesammelten Daten ausgewer- tet – mit einem Volumen von mehr als vier Terabyte. Dabei simulierten die Wis- senschaftler, wie sich der Verkehr entwi- ckeln würde, wenn bestimmte Anteile sämtlicher Fahrzeuge mit dem System ausgestattet wären. Elf Milliarden Euro Nutzen Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der jährliche volkswirtschaftliche Nut- zen beträgt 6,5 Milliarden Euro durch Unfallvermeidung und weitere fünf Milliarden Euro durch Stauvermeidung und sinkende Umweltbelastung. „Die Car-to-X-Technologie ist nun bereit für den Markt“, sagt Projektkoordinator Dr. Christian Weiß. Ab 2015 soll simTD daher erstmals in der Praxis zum Einsatz kommen. Ein Korridor von Rotterdam bis Wien wird Baustellenwarnungen mit- hilfe dieser Technologie vornehmen. Das System des Projekts „Sichere Intelligente Mobilität –Testfeld Deutschland (simTD)“ vernetzt Fahrzeuge und die Infrastruk- tur elektronisch miteinander. Autos und Motorräder sowie an den Straßen instal- lierte Stationen nehmen über Sensoren das Verkehrsgeschehen und äußere Ein- flüsse wie die Witterung wahr. Mit einer eigens entwickelten Funktechnik, die auf dem WLAN-Standard aufbaut, tauschen sie sich unmittelbar untereinander aus. Außerdem übermitteln sie Informationen anonymisiert an eine Verkehrszentrale, die dann die Entwicklung des Verkehrs prognostiziert und steuert. Jeder zweite Unfall an Kreuzungen wäre vermeidbar Mehr als die Hälfte der Unfälle in Kreu- zungsbereichen können verhindert wer- den,wärenalleFahrzeugemitdemsimTD- System ausgestattet. Der Assistent weist Fahrer im Stadtverkehr bereits deutlich vor einer Kreuzung auf Fahrzeuge hin, die sich aus der anderen Straße nähern. Die Fahrer werden mit simTD in die Lage versetzt, deutlich vorausschauender zu fahren. Sie bekommen auf einem Dis- play zum einen Vorschläge für die aktuell günstigste Route und Empfehlungen wie etwa zur optimalen Geschwindigkeit für eine grüne Welle. Schnellstmögliche Reaktion Zum anderen werden die Fahrer akustisch und visuell vor drohenden Gefahren gewarnt.Beispielsweise zeigt ein Lichtsig­ nal an, wenn ein vorausfahrendes Auto stark bremst – auch wenn sich zwischen dem bremsenden und dem eigenen Auto mehrere andere Fahrzeuge befinden. So kann der Fahrer schon reagieren, selbst wenn er die Gefahr noch gar nicht sehen kann. Frühzeitig kündigt der Assistent auch Stauenden, Rettungsfahrzeuge oder verlorene Ladung an. „Der Feldversuch hat eindeutig gezeigt, dass das System zu mehr Sicherheit, Effizienz und Komfort im Straßenverkehr führt“, sagt Prof. Fitz Busch vom TUM-Lehrstuhl für Verkehrs- technik. „Aufgrund der Informationen haben die Fahrer Geschwindigkeit und Fahrweise frühzeitiger an die Verkehrsla- ge angepasst. Vor allem in Situationen, in denen versteckte Gefahren lauern, ist der Nutzen der Vernetzung groß.“  n Wirtschaft Personalisierung & Adressierung Stanzungen & Perforationen Nummerierungen WA-Gummierung & Rubbellack Sonderfarben & Lackierung Vielzahl von Falzmöglichkeiten PowerSelfmailer Druckerei Vetters GmbH & Co. KG · Gutenbergstr. 2 · 01471 Radeburg www.druckerei-vetters.de Hier klappt´s! Lernen Sie uns kennen. FENSTER TÜREN FASSADEN WINTERGÄRTEN AKOTHERM GmbH • Aluminium-Profilsysteme Werftstraße 27 • D-56170 Bendorf Phone: +49 (0) 2622 9418-0 • Fax: +49 (0) 2622 9418-255 E-Mail: info@akotherm.de • Internet: www.akotherm.de SYSTEMLÖSUNGEN FÜR DEN METALLBAU... ...SO EINFACH GEHT DAS MIT UNS. 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    • Thermografie-Drohnen haben sich als praxistaugliches, zuverlässiges Mittel erwiesen, Defekte von Photovoltaik- Anlagen aus der Luft zu erkennen. Solche Drohnen und Dienstleistungen bietet FLIR Systems in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vertriebspartnern an. Die Thermografie-Drohne arbeitet effizient, zeit- und kostensparend und detektiert mit der richtigen Kalibrierung sämtliche thermischen Anomalien. Durch die hohe radiometrische Auflösung der eingesetz- ten FLIR T620bx bzw. T640bx von 640 x 480 Pixeln können große Solarflächen in kurzer Zeit kostensparend auf ther- mische Anomalien untersucht werden. Multi Spectral Dynamic Imaging Im Auflösungsbereich bis 320 x 240 Pixel bietet FLIR das Modell FLIR T440bx an. Die Kamera ist mit der innovativen Funktion „Multi Spectral Dynamic Ima- ging (MSX)“ ausgestattet, die für sehr detailreiche Bilder sorgt. MSX verbes- sert die Struktur eines Wärmebildes. Dank dieser neuen Funktion lassen sich mehr Anomalien entdecken, de- taillierte Analysen durchführen und Bewertungen im Bruchteil einer Sekunde abgeben. Sowohl auf dem Wärmebild als auch auf dem Tageslichtbild lassen sich relevante Bereiche durch einfaches Skiz- zieren auf dem Touchscreen der FLIR T440bx hervorheben. Ein „Sofortbe- richt“ der Inspektion, mit Skizzen oder schriftlichen Kommentaren, kann direkt in der T440bx generiert werden. In die T440bx ist auch ein Kompass eingebaut. So wird jedem Bild automa- tisch beigefügt, in welche Richtung die Kamera schaut. Mithilfe dieser Funk- tion lassen sich mögliche Anomalien noch besser und genauer erkennen und dokumentieren. Kameras mit Vollausstattung Auflösungen mit einer noch höheren Bildqualität von bis zu 640 x 480 Pixeln ermöglichen die Kameras der 600er Modelle der Tbx-Serie von FLIR (T620bx und T640bx). Sie kommen bei anspruchsvollen bauthermografischen Untersuchungen zum Einsatz und eig- nen sich auch für die Untersuchung von photovoltaischen Solarmodulen und -anlagen. Die Kameras der Tbx-Serie von FLIR verfügen über viele speziell für Gebäudeinspektionen äußerst nütz- liche Funktionen: • Bei der Bild-im-Bild-Funktion werden Realbild und Wärmebild überlagert • Die innovative Funktion Multi Spectral Dynamic Imaging (MSX) sorgt für sehr detailreiche Bilder. MSX verbessert die Struktur eines Wärmebildes. • Die Thermal Fusion-Funktion führt Tageslicht- und Wärmebilder zusam- men und bietet damit bessere Aus- wertungsmöglichkeiten • Ausführliche Kommentarfunktion • Permanenter Autofokus • Erkennung von Bereichen, bei denen die Anforderungen an die Gebäude- dämmung nicht erfüllt werden • Mit der Funktion „Skizzierte Kommen- tare“ erstellen Anwender Skizzen zum Bild direkt auf dem Touchscreen • Drahtlose Übertragung von Daten eines Extech-Feuchtemessgerät zur Wärmebildkamera • Berichterstellung direkt in der Kamera • Drahtloses Senden von Bildern zu einem PC, Tablet PC oder Smartphone sowie Nutzung zur Fernsteuerung der Kamera • Ein Kompass mit dem der Anwender erkennen kann, in welche Richtung er schaut und wie zum Beispiel eine Mauer ausgerichtet ist. Diese Informa- tion kann bei Gebäudeinspektionen eine wichtige Rolle spielen. Die Kameras FLIR T620bx/T640bx verfü- gen außerdem über eine GPS-Funktion, mit der Wärmebildern eine Georeferenz zugeordnet werden kann, um ihre geo- graphische Position zu bestimmen. So lassen sich mögliche Problemstellen oft einfach und genau wiederfinden. Eine Lösung mit zwei Digitalkameras ermög- licht einen stufenlosen Autofokus für die Wärmebilder. Der stufenlose Autofokus macht die FLIR T640bx zur ersten vollauto- matischen Wärmebildkamera auf dem Markt. Jede Wärmebildkamera der Tbx- Serie wird mit der Software FLIR Tools ausgeliefert. Damit lassen sich Wär- mebilder direkt von der FLIR Tbx-Serie auf einen PC übertragen Dort kann der Anwender dann grundlegende Funkti- onen zu Analyse und Berichterstellung seiner Entdeckungen ausführen. n BÜRGEL Wirtschaftsinformationen Vertriebsgesellschaft mbH – Niederlassung Leipzig – Dohnanyistraße 28 • 04103 Leipzig Tel.: (0341) 4 4903-0 • Fax: (0341) 4490350 Internet: www.buergel-Leipzig.de Die häufigsten Lügen überhaupt: Ich liebe Dich. 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    • In Deutschland bieten sich mehr Mög- lichkeiten für die Windenergie an Land als bisher angenommen. Bis zu 13,8 Pro- zent der deutschen Landesfläche lassen sich auf der Basis der getroffenen Annah- men und modernster Anlagen nach einer neuen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) für die Windenergie nutzen – ohne sensible Schutzgebiete erheblich zu beeinträchtigen oder Abstriche beim gesetzlichen Lärmschutz zu machen. Theo­retisch ließe sich auf dieser Fläche eine Strommenge erzeugen, die den in bisherigen Szenarien angenommen Bedarf an landseitiger Windenergie übersteigt. Das zeigt: „Grundsätzlich ist für den Ausbau der Windenergie an Land mehr Platz vorhanden als wir praktisch brauchen, selbst dann, wenn man inner- halb des Erneuerbaren-Energiemixes den Anteil der Windenergie an Land ver- größert. Wir müssen das Potenzial nur zu einem kleinen Teil ausschöpfen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Bun- desweit betrachtet besteht damit ein großer Gestaltungsspielraum für den Ausbau der Windenergie an Land und für den künftigen erneuerbaren Ener- giemix insgesamt,“ sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Die Ergebnisse stellen die Windkraft auf See und deren weitere Förderung nicht in Frage. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müsse aber darüber nachgedacht werden,in welcher Größen- ordnung der Ausbau der Windkraft auf See erfolgen soll. Einhundert Prozent Ökostrom Um eine vollständige Stromversor- gung aus erneuerbaren Energiequellen zu erreichen, ist der Ausbau von Wind­ energieanlagen besonders wichtig. Die Windenergie an Land ist nach der Was- serkraft die günstigste erneuerbare Ener- gieform. Schon heute produzieren diese Windenergieanlagen im Schnitt Strom zu acht Cent je Kilowattstunde, also zu einem Preis, der nur knapp über dem von Strom aus Kohle und Gas liegt. Derzeit sind an Land rund 30 Gigawatt Wind- energie installiert, die bereits acht Pro- zent des deutschen Stroms liefern. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) hat im Auf- trag des UBA berechnet, welche Fläche in Deutschland sich prinzipiell für die Wind- energienutzung eignet. Das Ergebnis: Es ließen sich theoretisch 13,8 Prozent der Landesfläche für Windenergieanlagen nutzen. Das entspricht einer Leistung von 1.200 Gigawatt. Diese Menge übersteigt beiWeitem die Leistung anWindkraft,die das UBA im Jahr 2010 in einem Szenario zu Grunde gelegt hatte, um die Strom­ erzeugung zu 100 Prozent auf erneuer- bare Energien umzustellen – zusammen mit Offshore-Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft und Geothermie. Demnach würde man im Jahr 2050 60 Gigawatt Windenergie an Land benötigen. Neue Technik, mehr Leistung Die Berechnungen in der Potenzialstu- die basieren auf folgenden zwei Anla- gentypen: eine Starkwindanlage, welche über eine Leistung von 3,4 Megawatt verfügt. Ferner eine Schwachwindanla- ge, mit einer Leistung von 3,2 Megawatt. Mit dieser modernen Anlagentechnik lässt sich im Bundesdurchschnitt eine hohe Auslastung erzielen, von ca. 2.400 Volllaststunden im Jahr. Heute liegt der Durchschnitt aller bestehenden Winde- nergieanlagen bei 1.700 Volllaststunden. Diese Technik ermöglicht einen verhält- nismäßig geringen Abstand zwischen Windenergieanlage und Wohnbebau- ung. Aus den gesetzlichen Vorgaben ergibt sich für dieseWindenergieanlagen ein Mindestabstand von 600 Metern. Damit lassen sich die geltenden Lärm- richtwerte auch in der Nacht einhalten. Das errechnete Flächenpotenzial ist an detaillierte Annahmen geknüpft. Neben den Siedlungsbereichen wurden Natio- nalparke und andere Schutzgebiete, die für den Naturschutz relevant sind, aus- geschlossen sowie Straßen, Wasserflä- chen und Flughäfen. Stromversorgung nur mit Technologiemix In der Realität ergeben sich vor Ort noch weitere Einschränkungen des ermit- telten Potenzials. „Eine bundesweite Studie kann natürlich nicht alle wich- tigen Aspekte – vor allem Akzeptanz in der Bevölkerung vor Ort oder die Wirt- schaftlichkeit eines konkreten Projektes – berücksichtigen“, sagt Flasbarth. Die Genehmigung einer Windenergieanla- ge ist letztlich immer eine Einzelfall- entscheidung, die vor Ort zu treffen ist. Der UBA-Präsident warnte davor, die Ergebnisse so zu interpretieren, als ob die Windenergie an Land die anderen erneuerbaren Energietechniken in den Hintergrund dränge: „Trotz des hohen Windenergiepotenzials an Land ist die Kombination mit anderen regenerativen Energiequellen, wie Photovoltaik und Windenergie auf See, wichtig und sinn- voll.“ Verschiedene Studien zeigen, dass ein hoher Anteil an erneuerbaren Ener- gien an der Stromversorgung nur mit einem geeigneten Technologiemix erreichbar ist, um die fluktuierende Ver- fügbarkeit unterschiedlicher erneuer- barer Energiequellen auszugleichen. Die Potenzialstudie zeigt aber, dass beim Ausbau der Windenergie an Land Spiel- raum besteht. n 4/2013 P.T. MAGAZIN 49 Wirtschaft Mehr Potential als benötigt Über ein Zehntel der Landesfläche eignet sich prinzipiell für Windenergieanlagen S T E E L F R A G E www.stahlbau-naegele.de 7,9% Flächen ohne Restriktionen 4,4% Nutzbarer Wald ohne Schutzgebiete 77,6% 10,1% Nutzbare Schutzgebiete Nicht nutz- bare Flächen Verteilung nutzbarer Flächen für Windenergie in Deutschland (Foto:stevep2008/Flickr.com) Energie vom Dach ja. E-Smog unterm Dach nein. Erneuerbare natürliche Energie nutzen, ohne sich zusätzlicher negativer Strahlung auszusetzen. Die memon Philosophie: Wir denken anders, als dies die Schulwissenschaft überwiegend noch tut. Nach zehn Jahren Forschung und Erfahrung sind wir überzeugt, dass elektromagnetische Felder gefährlich und gesundheits- schädlich sind. Schützen Sie sich vor Risiken. Mit dem memonizerSOLAR. Ganz einfach anwendbar. Erleben Sie das gute Gefühl. Lassen Sie sich beraten: www.memon.eu Tel. +49 (0) 8031 402-223 Keine Photovoltaik- anlage ohne memonizerSOLAR Natürlich. Besser. Leben. (Grafik:Fraunhofer/IWES/Statista)
    • Um der Trägheitsfalle der Mitarbeiterzu- friedenheit zu entkommen, braucht es Mobilisierungsstrategien. Und um die Mitarbeiter zu kostenlosen Unterneh- mensberatern zu machen, braucht es kluge Fragen. Dieser Beitrag zeigt jen- seits von öden Jahresgesprächen und klassischen Zufriedenheitsfragebögen, wie das funktioniert. Wie in einem Unternehmen Exzel- lenz entsteht? Tom Peters,einer der welt- weit angesehensten Managementden- ker und Verfasser des Buches „Auf der Suche nach Spitzenleistungen“, hat das in einem Vortrag einmal wie folgt aus- gedrückt: „Organisationen sind nichts weniger als Kathedralen, in denen die unterschiedlichsten Menschen mit der entfesselten Macht ihrer Fantasie, ihres Geistes und ihres angeborenen unter- nehmerischen Gespürs leidenschaftlich nach Spitzenleistungen streben.“ Um dieses Ziel zu erreichen, kann man entsprechende Anweisungen geben – oder die Mitarbeiter fragen, wo es nur geht. Den Mitarbeitern kluge Fragen stellen Um die Ist-Situation an den einzelnen Punkten der Zusammenarbeit zu reflek- tieren, können Führungskräfte ihre Mit- arbeiter jederzeit schriftlich befragen. Dazu legt man dem Mitarbeiter zum Beispiel folgende Fragen vor, die sich auch anonym beantworten lassen: • Was mir bei uns am besten gefällt, ist: • Was mir bei uns am meisten fehlt, ist: • Was sich an meinem Arbeitsplatz kon- kret verbessern ließe: • Ich biete an, folgende Aufgaben zu übernehmen: • Ich biete an, folgende Aufgaben abzu- geben: • Mein größter Wunsch an meine Füh- rungskraft ist: • Was wir für die Kunden noch tun könnten: • Warum mir unser Unternehmen so wichtig ist: • Was ich Außenstehenden über uns sagen würde: • Woran ich bei mir selber arbeiten möchte: • Wo ich mir Unterstützung wünsche: • Was mich bewegen könnte, noch lange hier zu bleiben: • Was ich immer schon mal sagen wollte: • Was mir besonders am Herzen liegt: • Was man beim nächsten Mal noch fragen könnte: Schließlich gibt es eine ultimative Frage, die jederzeit auch solo gestellt werden kann: Würden Sie sich heute wieder für unser Unternehmen entscheiden? Und wenn ja, aus welchen Hauptgründen? Und wenn nein, weshalb nicht? Wie die Mitarbeiterloyalität ermittelt wird Loyale Mitarbeiter sind solche, die sich engagieren, ihrem Arbeitgeber emotio- nal verbunden sind sowie draußen als Botschafter agieren. Solche Mitarbeiter- loyalität lässt sich wie folgt erfragen: • Ich kann mir gut vorstellen, noch län- ger hier zu arbeiten. Und dies, weil: • Ich spreche mit Dritten (Bekannte, Freunde, Kunden und anderen Stake- holdern) positiv über uns. Und dies, weil: • Ich ermutige Interessenten, bei uns Kunde zu werden. Und dies, weil: • Ich ermutige potenzielle Mitarbeiter, sich bei uns zu bewerben. Und dies, weil: • Ich tue all dies nicht, weil: Solche offenen Fragen zwingen den Mitarbeiter nicht in ein festes Antwort- schema und sie degradieren ihn auch nicht zum Kreuzchenmacher. Sie geben ihm vielmehr die Mög- lichkeit, sich frei auszudrücken. So wird er sich intensiver mit den einzelnen Punkten auseinandersetzen – und das Unternehmen erhält brauchbarere Antworten. Fragen wie diese dienen auch dazu, den Mitarbeiter aktiv einzubinden. So gewinnt dieser das gute Gefühl, den Dingen nicht ohnmächtig ausgeliefert zu sein. Vielmehr wird er zum Mitge- stalter werden und kann wertvolle Bei- träge leis­ten. Verantwortungsbewusst- sein und auch Akzeptanz entwickeln sich dabei fast wie von selbst. Und der Füh- rungskraft verhelfen die Antworten zu wertvollen Informationen für zukünftig bessere Arbeitsergebnisse. Sehr effizient: die Gewissenfrage Meine Lieblingsfrage in diesem Zusam- menhang ist übrigens die „Gewissens- frage“, und die geht so:„Lieber Mitarbei- ter, stellen Sie sich vor, Sie wären unser Unternehmensgewissen. Was würden Sie uns sagen?“ Wird die Gewissensfrage schriftlich gestellt, so kann dazu eine fiktive Person gezeichnet werden,bei der ein Engelchen und ein Teufelchen rechts und links auf der Schulter sitzen. Je nach- dem lässt sich sogar ein Portraitfoto der befragten Person einbauen. Das macht die Sache noch emotionaler. Die Antworten können vieles ans Licht bringen, was man vielleicht schon immer mal gerne wissen wollte: Zum Beispiel, wie sich der Mitarbeiter in einer ganz bestimmten Situation fühlte. Oder was der Kunde dann und dann gesagt hat und aus welchem Grund.Womöglich wird der Chef so endlich auch erfahren, was gerüchtemäßig außer ihm schon 50 P.T. MAGAZIN 4/2013 Mitarbeiter mobilisieren und von ihnen lernen Die richtigen Fragen Mobile Räume für Industrie, Verwaltung, Bau, Handwerk & Handel Chemnitz Dresden Leipzig Gera Hof Container Vermietung und Verkauf Menzl GmbH www.menzl.de Fax: 037208 / 600-11 Mail: info@menzl.de 09244 Lichtenau Gottfried-Schenker-Str. 19 Fon: 037208 / 600-0 Halleneinbauten Industriegebäude Dachaufstockungen Verkaufspavillons Bürocontainer Aggregatecontainer Sanitärmodule FERNSEHEN . INTERNET . TELEFON Wirtschaft (Foto:Jinx!/Flickr.com)
    • alle wussten, und was die eigentlichen Gründe für hartnäckige Probleme sind. Sowas ist kostbar wie Gold, denn nur, wer die wahren Ursachen kennt, kann auch die richtigen korrigierenden Schritte einleiten. Engagierte Kunden geben ja oft die wertvollsten Tipps, was sich wie verbes- sern ließe. Und diese werden insbeson- dere bei den Mitarbeitern deponiert, mit denen man vertrauensvoll zusammen arbeitet. Doch das meiste davon ver- schwindet lieblos auf Zettel gekritzelt im Verkaufskoffer, in irgendwelchen Akten- ordnern, in nicht mehr auffindbaren Dateien und schließlich im Papierkorb. Weil sich „oben“ niemand für die Ideen von „unten“ interessiert. Fokussierende Fragen stellen Jeder Mitarbeiter ist auf seine Weise zu Lust auf Leistung zu motivieren. Mit fokussierenden Fragen kommen Sie sei- nen wahren Beweggründen am schnells- ten näher – ohne ihm dabei zu nahe zu treten. Eine solche Frage geht beispiels- weise so: Welches sind die drei Dinge, die Sie sich von Ihrem Vorgesetzten am meisten wünschen? Nach dieser Frage machen Sie unbe- dingt eine ausführliche Pause. Lassen Sie Ihrem Gesprächspartner Zeit, in seinem Oberstübchen Klarheit zu schaffen, um seine Antwort formulieren zu können. Beantworten Sie Ihre Frage auch dann nicht selbst, wenn das etwas dauert. Seien Sie offen für alles.Denn nicht selten spürt der Gefragte latente Erwartungen, die er heraushört und womöglich dann auf erwünschte Art und Weise bedient. Mitarbeiter werden immer auch ins Kalkül ziehen, was der Chef wohl gerne hören will. Sie werden ihm sogar dann gefallen wollen, wenn es für das Unter- nehmen kontraproduktiv ist. Es ist eine naive Illusion, zu glauben, man bekäme von seinen Leuten die ganze Wahrheit. Denn letztlich entscheidet der Chef über das „Leben und Sterben“ eines Mit- arbeiters. Noch mehr fokussierende Fragen Damit Mitarbeiter im Kern ihrer Talente arbeiten können, bieten sich folgende Fragen an: • Wenn es eine Sache gibt, die Sie in Zukunft unbedingt übernehmen wollten, was wäre das für Sie? • Wenn es eine Sache gibt, die Ihnen in Hinblick auf Ihre Arbeit als besonders nutzlos erscheint, die also wirklich nie- mandem etwas bringt, was wäre das für Sie? • Und wenn es eine Sache gibt, die wir im Interesse der Kunden unbedingt verändern sollten, was wäre da aus Kundensicht betrachtet das Wich- tigste für Sie? So erhalten Sie (hoffentlich) endlich wichtige Informationen über schlechte Arbeitsplatzbedingungen, über betrieb- liche Zwänge, räumliche Enge, Dop- pelarbeit und Zeiträuber, über Kom- munikations-, Schnittstellen- und Kundenprobleme und damit über die eigene Betriebsblindheit, deren Wir- kung auf die Loyalität der Mitarbeiter und Kunden Sie womöglich deutlich unterschätzt hatten. Ein weiterer Vor- teil: Sie werden schnell. Heute gefragt kann morgen schon was geändert wer- den. Und nicht vergessen: Ehrliche und mutige Mitarbeiter haben ein dickes Danke verdient. n Anne M. Schüller Wirtschaft MetallkoMpetenzzentruM für die Produktion & Entwicklung von Stents in Rostock-Warnemünde CORTRONIK GmbH | Friedrich-Barnewitz-Str. 4a | 18119 Rostock-Warnemünde | info@cortronik.de Der Medizintechnikstandort in M-V durch Symbiose mit hochschulnahem Forschungsnetzwerk EIN UNTERNEHmEN dER BIOTRONIK-GRUPPE WWW.CORTRONIK.dE www.renexpo.de Energiezukunft durch Innovation 14. Internationale Fachmesse für Erneuerbare Energien & Energieeffizienz 26. – 29.09.2013 Messe Augsburg Über die Autorin n Anne M. Schüller ist Europas führende Expertin für Loyali- tätsmarketing. In ihrem Buch „Touchpoints“ erklärt sie Manage- mentstrategien für unsere neue Businesswelt. Das Hörbuch zum Thema n Anne M. Schüller: Touchpoints - Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute. Manage- mentstrategien für unsere neue Businesswelt, 8 CDs, ISBN 978-3- 86936-501-5, € 49,90. flexible Arbeitszeit- modelle Weiter-/ Fortbildung Erhebung zur Mitarbeiter- zufriedenheit Gesundheits- förderung Aufstiegspro- gramme Programme für ältere Arbeitnehmer Vereinbarkeit von Familie und Beruf 54,9% 54,8% 34,7% 28,6% 20,7% 20,4% 12,6% Eingesetzte Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung (Grafik:IWKöln/Statista)
    • lung im Wettbewerb auf. Wurde die- se früher meist nur über das Produkt erreicht, gelingt dies heute auch über die Bedürfnisse für eine klar umrissene Zielgruppe. Und der Clou dabei: nichts ist so begehrenswert wie die Kirschen in Nachbars Garten. Also keine Sorge vor kleinen Zielgruppen, der Kreis der Bewunderer und Fans wird automatisch größer. Plötzlich kommen Kunden auf Sie zu, mit denen Sie vor ein paar Jahren nie gerechnet hätten. B2B folgt B2C Das Ganze funktioniert im B2B-Bereich ebenso wie im B2C-Markt. Suchen Sie sich auch hier die Zielgruppe heraus, die nach quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten am besten zu Ihnen passt. Kombinieren Sie die Bedürfnisse neu und bieten Sie Ihre Leistungen und Produkte so an, dass sich in diesem Markt nur eine überschaubare Anzahl an Kunden tummelt. Wenn Sie diesen Markt dann vollständig abdecken, lassen sich die besten Preise erzielen. Beispiel Messebauer Als Messebauer könnten Sie sich z. B. auf inhabergeführte, erfolgreiche Unterneh- men konzentrieren, die pro Jahr an über zehn Messen teilnehmen und denen ein gleichmäßiger, professioneller Auftritt sehr wichtig ist. Die Bedürfniskombi- nation, die Sie bedienen, setzt sich aus Sicherheit, Einfachheit und Ausdruck der Persönlichkeit zusammen. Natürlich brauchen Sie dazu ein neues Produktpa- ket und vermutlich eine passende EDV- Lösung. Aber dann sind sie raus aus der Menge. Und können mit Fug und Recht behaupten:„Phantasie schlägt Preis“. Fazit Schaffen Sie aktiv Nachfrage. Nicht nur nach Ihren Standardprodukten, sondern auch nach neuen Produkten. Tun Sie das Unerwartete und setzen Sie einen Trend für ein fest umrissenes Marktsegment. Dann stimmt der Preis und damit auch der Gewinn. n Christian Kalkbrenner Ob Ausschreibungen, Profi-Einkäufer in Großunternehmen oder Preisvergleiche im Internet: bei manchen Aufträgen führt kein Weg am Preis vorbei. Und doch gelingt es manchen Unterneh- men, diesem Ablauf erfolgreich ein Schnippchen zu schlagen, eine eigene Preisstrategie aufzubauen und dabei ansprechende Gewinne zu machen. Wecken oder bedienen Sie Bedürfnisse Die große Schraube, an der das Unter- nehmen drehen muss, um der Schlacht um den billigsten Preis zu entkommen, heißt Marketing. Marketing ist weit mehr als Werbung. Es ist die Kunst, ein Unternehmen nach den Bedürfnissen des Marktes zu führen. Ist der Wettbewerb groß und befin- den sich die Preise im Keller, ist das als Alarmsignal erster Güte zu werten. Die Bedürfnisbefriedigung findet nur noch auf niedrigem Niveau statt. Ohne besonderes Know-how, ohne tieferen Zusatznutzen. In dieser Situation ste- hen prinzipiell zwei verschiedene Wege zur Verfügung. Es können sowohl vor- handene Bedürfnisse bedient als auch noch nicht vorhandene Bedürfnisse geweckt werden. Erfolgsbeispiele weisen den Weg • Das iPhone rollte einen gesättigten Markt völlig neu auf, indem es aus einem Kommunikationswerkzeug ganz konsequent ein Unterhaltungs- instrument machte. • Kein Stadtmensch hat auf einen SUV gewartet. Doch seit die Autos da sind, finden Sie reißenden Absatz. Der Gesamtmarkt SUV wächst seit Jahren. • In Luzern erfreut sich das Jailhotel Löwengraben zunehmender Beliebt- heit. Urlaub in der bizarren und kar- gen Atmosphäre des Knasts. Wo wäh- rend mehr als 135 Jahren tausende von Fluchtplänen geschmiedet wur- den, genießen heute Touristen die unwirtliche Atmosphäre. Die Beispiele zeigen, dass abseits des Mainstreams genügend Möglichkeiten darauf warten, gewinnbringend umge- setzt zu werden. Sie aufzuspüren ist die Schwierigkeit dabei. Bedürfnisse werden mit der Zielgruppe verknüpft Um Ihren neuen Markt zu entdecken, können Sie in zwei Schritten vorgehen. Zunächst müssen Sie die Bedürfnisse festlegen, die Sie befriedigen wollen und dann Ihre geeignete Zielgruppe bestimmen. Step 1: Die sieben Bedürfnisse kennen und kombinieren Im Prinzip lassen sich alle Produkte und Dienstleistungen auf sieben verschie- dene Bedürfnisse, die sie befriedigen, reduzieren: 1. Sicherheit 2. Einfachheit 3. Sportlichkeit 4. Vergnügen 5. Wissen 6. Kommunikation 7. Ausdruck der Persönlichkeit Neue Lösungen lassen sich am einfachs- ten entwickeln, wenn Sie zwei oder drei Bedürfnisse miteinander kombinieren. Im Beispiel des iPhones sind es Kom- munikation, Einfachheit und Ausdruck der Persönlichkeit. Im Falle der SUVs werden Sicherheit, Vergnügen und Aus- druck der Persönlichkeit bedient und das Jailhotel kombiniert Einfachheit, Wissen und Vergnügen. Step 2: Die Zielgruppe quantitativ und qualitativ segmentieren Für welche Gruppe von Menschen soll Ihr Angebot besonders anziehend wirken: • Welches Geschlecht haben sie? • Wie alt sind sie? • Wie leben sie? • Wo wohnen sie? • Was verdienen sie? etc. Diese Komponenten sind alle quantita- tiver Art. Die qualitativen Komponenten Ihrer künftigen Zielgruppe können sie wie folgt ermitteln: • Welche Vorlieben haben sie? • Was machen sie in Ihrer Freizeit? • Sind sie sportlich oder musisch inter­ essiert, wissensorientiert oder action- betont? • Verbringen sie ihre Zeit lieber alleine oder in Gruppen? Wenn Sie nun beide Komponenten kombinieren, haben Sie das Profil Ihrer Zielgruppe. Beispiel Reisemobilhersteller Der Reisemobilhersteller Carthago spielt auf dem Gesamtmarkt eine untergeord- nete Rolle. Aber im Markt der exklusiven Reisemobile ist er in Europa der Platz- hirsch mit über 60 Prozent Marktanteil. Die Kunden sind wohlhabende Best- Ager jenseits der 60, die meist schon die ganze Welt per Flugzeug bereist haben und sich nun Zeit nehmen, Land, Leute und Kulturen kennenzulernen – so prä- zise lassen sich Zielgruppen beschrei- ben. Auf diese Weise bauen sich clevere Unternehmer heute eine Monopolstel- Fantasie schlägt Preis Wege aus preissensiblen Märkten Wirtschaft Über den Autor n Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm. (univ.) verhilft Unternehmen mit seinem prämierten Strategiean- satz „Bambus-Code“ zu neuen Kunden und mehr Nachfrage. Er ist Strategieberater, Autor mehre- rer Fachbücher und Redner. 54 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 55 (Foto:Henry./Flickr.com) Exzellente Pumpentechnologie für internationale Märkte | Bergbau | Energiesektor | Öl & Gas | Chemische Industrie | Lebensmittel & Pharmazie | Abwasser FELUWA Pumpen GmbH | Tel. +49 (0) 6594.10-0 | www.feluwa.de
    • Dienstleistungen sind heute die vor- rangige Erwerbsquelle in den Indus- triestaaten und haben ein erhebliches Wachstums- und Innovationspotenzial. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI zeigt, dass durch die Integration von Dienstleistungsmodellen in die Wert- schöpfungsprozesse nicht nur Wettbe- werbsvorteile realisiert, sondern auch Rohstoffe eingespart werden können. Dienstleistungsmodelle (DLM) dienen der Lösung kundenspezifischer Pro- bleme. Dabei wird die Verantwortung für bestimmte Prozesse oder Ergebnisse an einen Spezialisten delegiert, wodurch die Unternehmen ihre Aufmerksamkeit stärker auf ihre Kernkompetenzen rich- ten können. Diese Konzentration ermög- licht den Aufbau dauerhafter Wettbe- werbsvorteile und führt zu höheren und stabileren Erträgen. Es fehlt die Erfahrung Die Studie„Ressourceneinsparpotenziale durch den Einsatz von Dienstleistungs- modellen in rohstoffnahen Produkti- onssystemen“ entstand im Rahmen des BMBF- Förderschwerpunkts „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – rohstoffintensive Produktionsprozesse“. Das Fraunhofer ISI befragte Experten aus den Bereichen Stahl- und Metallproduk- tion, Chemische Industrie/Beschichtung sowie Recycling. Dabei stellten die Wis- senschaftlerinnen und Wissenschaftler fest, dass in Deutschland in den unter- suchten Industrien vorrangig klassische Geschäftsmodelle eingesetzt werden, bei denen alle Eigentumsrechte sowie die Verantwortung für alle Produktions- prozesse allein beim produzierenden Unternehmen liegen. Im Gegensatz zu den klassischen Geschäftsmodellen ist bei DLM eine deutlich höhere Integra- tion und Interaktion mit Prozessen des Kunden erforderlich, im Gegenzug profi- tieren sowohl Anbieter als auch Kunden von dem Modell. An den richtigen Stellen integrieren Risiken sehen die Kunden sowohl in der Abhängigkeit von Anbietern als auch im Verlust von Know-how in teilweise betriebskritischen Verantwortungsbe- reichen. Nicht zuletzt schrecken einige potenzielle Kunden vor dem organisato- rischen Aufwand für die Einrichtung,Pla- nung und Gestaltung der Rahmenbedin- gungen für DLM zurück. Die Studie zeigt jedoch, dass DLM wirtschaftlich attraktiv sind und zudem einen Beitrag zur Ein- sparung von Rohstoffen leisten können, wenn sie an den richtigen Stellen im Pro- zess integriert werden. Die bislang feh- lende Erfahrung mit der Auslegung und Organisation von DLM erfordert eine systematische Herangehensweise an die Thematik. Das Fraunhofer ISI empfiehlt daher, in sechs Schritten vorzugehen: 1. Heutige Situation In Schulungen oder Workshops lässt sich das grundsätzliche Konzept von DLM vermitteln und die Akzeptanz im Unter- nehmen fördern. Nach einer internen Ideengenerierung und Sensibilisierung für das Konzept ist ein Austausch zwi- schen Anbietern und Kunden ratsam, um mögliche DLM zielgerichtet zu dis- kutieren. 2. Nutzenversprechen Im zweiten Schritt ist es wichtig, eine Win-win-Situation zu genieren. Kun- denseitig bedeutet dies beispielsweise einen umfassenden Kostenvergleich zwischen dem DLM und dem traditio- nellen Geschäftsmodell. 3. Ertragsmodelle und Wertschöpfungsarchitekturen Im dritten Schritt gilt es, das Ertragsmo- dell und die Wertschöpfungsarchitektur zu konkretisieren und eine Win-win- Situation zwischen Anbieter und Kunde zu beschreiben. 4. Technische Eigenschaften Bei der Integration des DLM in die beste- henden Prozesse übernehmen insbe- sondere die technischen Abteilungen die Aufgabe, dass bestehende Prozesse nicht beeinträchtigt werden. 5. Bewertung von Alternativen und 6. Auswahl Geschäftsmodell Im fünften und sechsten Schritt werden die erarbeiteten Alternativen einander gegenübergestellt, und ein DLM wird ausgewählt.Entscheidungskriterienkön- nen Quantität und Qualität, „Total Cost of Ownership“, Abhängigkeit gegenüber einem Geschäftspartner, Nutzung exter- ner Expertise, Know-how-Verlust, Mate- rialeffizienz sowie die nachhaltige Siche- rung der Wettbewerbsfähigkeit sein. n 56 P.T. MAGAZIN 4/2013 Wirtschaft ▪ Objektbau ▪ Ladenbau ▪ Messebau ▪ Inneneinrichtung ▪ Banken ▪ Serienmöbel ▪ Trennwandsysteme ▪ Schiffsinnenausbau 49584 Fürstenau, Von-Tambach-Straße 2 Telefon (0 59 01) 93 33-0, Telefax 93 33-16 eMail: info@richter-moebelwerkstaetten.de Internet: www.richter-moebelwerkstaetten.de Qualität als Philosophie Vertrauen durch Kompetenz So jung wie die Branche selbst präsen- tiert sich das Unternehmen BioConstruct aus Melle bei Osnabrück. Seit nun mehr als zehn Jahren entwirft und baut das Unternehmen schlüsselfertige Biogasan- lagen. So unterschiedlich wie die Anfor- derungen der Kunden sind, so individu- ell erfolgt auch die Konzeption dieser umweltfreundlichen Anlagen. Fast 100 Mitarbeiter verfolgen das Ziel, für jedes bioenergetische Substrat und jegliche Art von Infrastruktur, für jeden Energie- versorger und – Rentabilität vorausge- setzt – für jeden landwirtschaftlichen Betrieb ein maßgeschneidertes Konzept zu entwickeln. BioConstruct zeichnet sich durch kundenspezifische Konstruk- tionen, von der Idee bis zur Realisierung, aus: Angefangen bei einer Wirtschaft- lichkeitsprognose, der Grundlage aller Berechnungen, werden neben Art und Verfügbarkeit der benötigten Substrate auch Angaben über die Gegebenheiten des zukünftigen Standortes sowie die Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen Flächen zur Ausbringung der ausgego- renen Substrate berücksichtigt. Umfangreiche technische Kennt- nisse in verschiedensten Disziplinen sind die Grundvoraussetzung bei der Planung und Realisierung von Energieprojekten wie komplexen Biogasanlagen. Bei Bio- Construct sind Mitarbeiter aus der Land- wirtschaft, der Energieanlagentechnik sowie Bauingenieure, Umwelttechniker und Angestellte aus dem Rechtswesen gefragt. Der besondere Mix aus lang- jähriger Erfahrung gepaart mit frischen Denkanstößen verwirklicht auch die außergewöhnlichsten Anforderungen an die jeweiligen Biogasanlagen. Energie der nächsten Generation Klimaschutz wird heutzutage groß- geschrieben. Biogasanlagen von Bio- Construct erzeugen nachhaltig und sauber Strom und Wärme aus Abfällen und heimischen Rohstoffen. Die Anla- gen überzeugen durch erstklassige Auslastungszahlen, können aber auch bedarfsgerecht gefahren werden. Selbst- verständlich bezieht auch BioConstruct selbst ausschließlich Strom aus 100 Pro- zent Erneuerbaren Energien. Lösungen mit Weitblick Das Unternehmen aus Melle betreibt zudem eigene Biogasanlagen und stellt seinen Kunden das so gewonnene Know- how zur Verfügung. Für die maximale Rentabilität und Betriebssicherheit aller erbauten Biogasanlagen werden aus- schließlich Komponenten eingesetzt, die sich im langjährigen Einsatz bereits erfolgreich bewährt haben. Geplant und erbaut werden die Bio- gasanlagen mit Weitblick in die Zukunft. So ist es bei Anlagen von BioConstruct beispielsweise mit vergleichsweise gerin- gem Aufwand möglich, auf alternative Substrate umzustellen. Auch wenn Bio- gasanlagen aus dem Hause BioConstruct langlebig und wartungsarm konzipiert werden, wird der Service nach der Errich- tung groß geschrieben. Nach der erfolg- reichen Beendigung des Probebetriebs fungiert das Unternehmen als Ansprech- partner und berät in Fragen zur Auswahl neuer Inputstoffe, bei der Analyse von Störungen in der Gasproduktion oder bei technischen Problemen. 365 Tage im Jahr steht das Meller Unternehmen als verlässlicher Partner zur Verfügung. n Mit Herz und Verstand 4/2013 P.T. MAGAZIN 57 (Foto:RDECOM/Flickr.com) Die optimale Produktion Einsparpotentiale einer Dienstleistungsgesellschaft
    • Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen für Führungsaufgaben zu finden und zu halten ist besonders in der Dienstleistungsbranche schwierig. Das Unternehmen„Teamwork – Die Bütt- gen GmbH“ geht hier mit ihrem Qua- lifizierungsprogramm neue Wege. Über 130 Minijobber haben seit 2011 dieses Programm erfolgreich abgeschlossen und Führungsaufgaben als Marktmana- ger übernommen. „Ich bin ausgebildeter Marktmanager des Dienstleistungsun- ternehmens Teamwork – Die Büttgen GmbH. Mein Werdegang dorthin (zum Marktmanager) war einfach klasse!“ so berichtet Alexander B. und er fährt fort: „Ich habe beruflich gerne mal aufs falsche Pferd gesetzt und auch meine Arbeitsmoral in den vorherigen Jobs ließ zu wünschen übrig. Auch die Motivation und das Durchhaltevermögen fehlten mir oft, als ich im November 2011 bei der Firma Teamwork als Minijobber anfing. Nach kurzer Zeit wurde ich wegen guter Arbeits­leistung ausgezeichnet und plötz- lich ging alles ganz schnell. Mir wurde die Stelle eines Teamchefs angeboten. Ich nahm die Herausforderung an. Ich hatte mir geschworen, sie zu überzeugen. Dies war meine Chance bei Teamwork Fuß zu fassen und mich zu beweisen. Endlich hatte ich in meinem Leben das Gefühl etwas wirklich gut machen zu können.“ Sie alle haben die Chance genutzt Als Lohn für seine Arbeit wurde Alexand- er B. für die Fortbildung zum Marktmana- ger vorgeschlagen und diese Fortbildung hat er erfolgreich mit einem Zertifikat abgeschlossen. „Sie möchten jeden tat- kräftigen Mitarbeiter unterstützen und fördern, egal wie sein Leben vor Team- work war!“ begründet Alexander B. sei- nen Werdegang. So oder ähnlich wie Ale- xander ging es dem Ehepaar Sergej und Gaby von M., Saide O., Saskia W. und über 100 inzwischen zertifizierten Marktma- nagerinnen und Marktmanagern. Es sind Menschen mit Migrationshintergrund, oder auch Menschen, die in der Selbstän- digkeit gescheitert sind. Menschen die keine Vollzeitarbeit gefunden haben, Menschen die während der Elternzeit einen Nebenjob gesucht haben oder nach der Elternzeit keine passende Arbeit mehr gefunden haben. Menschen mit Berufs- abschluss und Menschen ohne Berufsab- schluss.Sie alle haben die Chance genutzt mehr aus sich zu machen. Fit for Future „Fit for Future“, so heißt das Programm, das Minijobbern die Chance bietet Füh- rungsaufgaben als Vollzeitkraft oder Teilzeitkraft zu übernehmen. Hinter- grund für dieses Programm war und sind die steigenden Anforderungen an den Bereich der Instore Logistik. Die lan- gen Öffnungszeiten der Märkte erfor- dern eine immer größere Flexibilität.Die Qualitätsansprüche der Kunden werden immer höher und die Personalfindung immer schwieriger. Vor diesem Hinter- grund wurde im Herbst 2010 durch das „Fit for Future“-Programm eine Quali- fizierungsoffensive für die Teamchefs/ Teamchefinnen gestartet und die Wei- terbildung zum Marktmanager ange- boten. Das Fortbildungsprogramm um- fasst die Themen: Administration, Füh- rung, Instore Logistik, Auswahl und Einstellung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Zeit-und Selbstma- nagement. Referenten sind erfahrene Praktiker,diedieseThemen„vorOrt“bzw. in Seminarveranstaltungen vermitteln. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung wird das Zertifikat „Marktmanager“ erteilt und der oder die Kandidat/in als Marktmanager/in für mehrere Märkte eingesetzt. Basis für eine sichere Zukunft „Die Karrierechancen im Unternehmen sind ausgesprochen gut!“ so urteilen Sergej und Gaby von M. Beide befin- den sich jetzt schon wieder in einer weiteren Fortbildungsmaßnahme, der Fortbildung Teammanager. Der Team- manager ist Chef von ca. 30 Teamchefs und Marktmanagern und für ca. 300 Mitarbeiter/innen verantwortlich. Ziel der Maßnahme ist es, die Führungs- strukturen, der in den verschiedenen Orten tätigen Teams so zu verändern, dass möglichst vielen Minijobbern die Chance zur Qualifizierung zum Markt- manager geboten werden kann. Zurzeit sind weitere 90 Minijobber in Ausbil- dung. Ende des Jahres 2013 werden über 200 Minijobber die Zertifizierung zum Marktmanager abgeschlossen haben und damit die Basis für eine sichere berufliche Zukunft gelegt haben. n Kleine und mittlere Unternehmen sind das Kraftzentrum der Wirtschaft unseres Landes. Sie stellen mit 99,6 Pro- zent das Gros unserer Unternehmen, bei ihnen arbeiten 60 Prozent aller sozi- alversicherungspflichtig Beschäftigten. Der Mittelstand ist ein wichtiger Stabili- tätsanker für unseren Wirtschaftsstand- ort sowie von elementarer Bedeutung für die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen. Attraktiv und lebenswert Die Bedeutung von Investitionen des Mittelstands wird in der Öffentlichkeit häufig unterschätzt. Investitionsvorha- ben der Unternehmen, oder Infrastruk- turprojekte für Unternehmen, werden oft einseitig negativ wahrgenommen. Gute Politik zeichnet sich durch einen Interessenausgleich aus. Dazu müs- sen wir unseren Blick verstärkt auf die Chancen lenken, die erfolgreiche Unternehmen für unser Land und die Gesellschaft bieten. Wir wollen, dass Unternehmen optimal gestaltete Rah- menbedingungen für Innovation und Wachstum vorfinden und gleichzeitig auf sozial gerechtes und ökologisch ver- trägliches Wirtschaften achten. Unser Wirtschaftsstandort soll für die Unter- nehmen attraktiv und für die Menschen lebenswert sein. Eng verzahnt Diese Rahmenbedingungen schaffen wir in Nordrhein-Westfalen u. a. durch unser neues Mittelstandsförderungsge- setz. Damit werden die Interessen des Mittelstandes eng mit dem Handeln von Politik und Verwaltung verzahnt. Ziel ist es, alle relevanten Gesetzes- und Ver- ordnungsvorhaben der Landesregierung frühzeitig über sogenannte Clearingver- fahren auf ihre Mittelstandsfreundlich- keit hin zu überprüfen. Dazu wird eine Clearingstelle Mit- telstand außerhalb der Landesverwal- tung eingerichtet. Mittelstandsgerechte Regelungen, flexible Verfahren und eine dauerhaft unternehmensnahe Verwal- tungspraxis sollen zum bundesweit anerkannten Markenzeichen nordrhein- westfälischer Wirtschaftspolitik werden. Von guten Beispielen lernen Wie werden Unternehmen fit für die Zukunft? Wie schaffen sie den Spagat zwischen einer gleichermaßen effizi- enten und flexiblen Unternehmenssteu- erung? Antworten auf diese Fragen gibt es viele. Daher ist es entscheidend, sich neben der Theorie auch an der Praxis zu orientieren. Das bedeutet, von guten Beispielen zu lernen - und das kann man besonders gut bei den Gewinnern des Wettbewerbs „Großer Preis des Mit- telstandes“. Ich darf den Preisträgern schon jetzt gratulieren. Sie alle sind Vor- bilder, die unserem erfolgreichen Wirt- 4/2013 P.T. MAGAZIN 59 Vom Minijobber zum Marktmanager Von guten Beispielen lernen Wer Vertrauen säht wird Leistung ernten Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin über mittelstandsnahe Wirtschaftspolitik 58 P.T. MAGAZIN 4/2013 Über den Autor n Der gebürtige Ostfriese Garrelt Duin ist seit dem 21. Juni 2012 Minister für Wirtschaft, Ener- gie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein- Westfalen (Foto: Ralph Sondermann ) (Foto:Wikimedia/CC-SA-3.0/RaimondSpekking) (Foto:Keees/Flickr.com) (Foto:martinroell/Flickr.com) (Foto:gruenenrw/Flickr.com) Markenzeichen nordrhein-westfälischer Wirtschaftspolitik Spezial|Regional
    • GroßeBühnefürdenMittelstandinEssen: Rund 500 Akteure aus dem Essener Wirt- schaftsleben, der Politik und Verwaltung folgten der Einladung der EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (EWG) zum Essener Mittelstandsemp- fang 2013 am 6. Mai 2013 im Colosse- um Theater Essen. Im Mittelpunkt der 2008 von der EWG ins Leben gerufenen Veranstaltung stand in diesem Jahr der Strategieprozess Essen.2030. Unter dem Motto „Essen.erfolgreich“ disku- tierten die geladenen Gäste, was Essen bieten muss, um auch im Jahr 2030 ein gefragter Unternehmensstand- ort und attraktiver Wohn- und Arbeits- ort zu sein. Gesellschaftliche Verantwortung Dem starken Essener Mittelstand kommt dabei eine besondere Rolle zu. Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß betonte in seiner Begrüßungsrede, dass es in Zeiten des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels unerlässlich sei, sich auf Essens Stär- ken zu besinnen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Zukunfts- und Wett- bewerbsfähigkeit des Standortes zu stärken und auf Dauer zu sichern. Des- halb sei es ihm ein besonderes Anlie- gen, die kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetriebe in den Strategieprozess Essen.2030 ein- zubinden: „Sie kennen den Standort, sie wissen um die Anforderungen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Arbeitsort stellen, sie überneh- men gesellschaftliche Verantwortung und sorgen durch die Ausbildung jun- ger Menschen dafür, dass die Stadt zukunftsfähig bleibt. Auf ihr Wissen und ihre Erfahrungen können und wol- len wir nicht verzichten“, so Paß. Die tragenden Säulen der Stadt Dr. Dietmar Düdden, Geschäftsfüh- rer der EWG - Essener Wirtschafts- förderungsgesellschaft mbH, stellte daraufhin die Bedeutung des Essener Mittelstandes für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Standortes Essen heraus: „Die rund 12.600 kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetriebe sind die tra- gende Säule des Wirtschaftswachstums unserer Stadt. Und das ist beachtlich. Zwischen 2008 und 2010 verzeichnete Essen beim Bruttoinlandsprodukt und bei der Bruttowertschöpfung Steige- rungen von über 15 Prozent.Im Vergleich der zehn größten Städte Deutschlands ist das absolute Spitze. Im kürzlich ver- öffentlichen Städteranking des renom- mierten Hamburgischen WeltWirt- schaftsInstituts HWWI gehört Essen zu den zukunftsfähigen Großstädten in Deutschland. Das verdanken wir auch dem Essener Mittelstand, der mit seiner hohen Produktivität maßgeblich zu die- sem positiven Ranking unseres Stand- ortes beigetragen hat.“ Unternehmen, die in vorbildlicher Weise außerge- wöhnliche unternehmerische Leistun- gen mit gesellschaftlichem Engage- ment verbinden, erhielten während des anschließenden Essener Unternehmer- talks die gebührende Anerkennung: die Dipl.-Ing. Scherzer GmbH, die Mintrops Land Hotel GmbH & Co. KG, die ratiotec GmbH & Co. KG und die Westdeutsche Farbengesellschaft Brüche & Co. GmbH & Co. KG. Oberbürgermeister Reinhard Paß nominierte auf Vorschlag der EWG die vier Mittelständler für den „Großen Preis des Mittelstandes 2013“ in der Wettbewerbsregion Nordrhein-Westfa- len. Der von der Oskar-Patzelt-Stiftung jährlich vergebene Preis gilt deutsch- landweit als eine der begehrtesten Wirtschaftsauszeichnungen. n 3/2013 P.T. MAGAZIN 67 Exzellente Technik für anspruchsvolle Menschen • Elektro-Gebäudetechnik • Sicherheitstechnik • Kommunikationstechnik • Energietechnik M it dem größten GiraRevoxStudio in NRW www.beinert-knotte.deF I N A L I S T Großer Preis des MITTELSTANDES LOHNT SICH EFFIZIENZ ENERGIE Wir fördern Energieeffizienz. Mit der passenden Förderung lohnt sich Energieeffizienz für Sie gleich dreifach: Sie modernisieren mit günstigen Zinsen, sparen Energiekosten und schonen die Umwelt. Ob mit dem NRW.BANK.Effizienzkredit für Unternehmen oder dem Förderkredit NRW.BANK.Gebäudesanierung für alle Eigenheimbesitzer – Energieeffizienz lohnt sich. Fragen Sie Ihre Hausbank oder direkt uns: 0211 91741-4800 (Rheinland) oder 0251 91741-4800 (Westfalen). www.nrwbank.de 01.07.13 PT Das Regionalmagazin 210x145.indd 1 11.06.13 11:34 Im Zeichen der Zukunft Spezial|Regional Essen ehrt seinen Mittelstand – auf dem Mittelstandsempfang 2013 (v.l.) Alexander Pramschüfer (Dipl.-Ing. Scherzer GmbH), Manuel Schneider (ratiotec GmbH & Co. KG) Reinhard Paß, Moritz Mintrop (Mintrops Land Hotel GmbH & Co.KG) Robert Schramm (West- deutsche Farbengesellschaft Brüche & Co. GmbH & Co. KG), Harald Mintrop, Dr. Dietmar Düdden (Foto:Wikimedia/CC0-1.0/Wiki05) (Foto:EWG) Flexibel Zuverlässig Innovativ NachhaltigNachhaltig THERMO&DURO in FORM www.kb-backhaus.de Kunststofftechnik Backhaus GmbH Waldheimstraße 8 58566 Kierspe Tel.: +49 23 59 - 906-0 Fax: +49 23 59 - 75 79 E-Mail:info@kb-backhaus.de
    • Die Region Bonn steht für bekannte Großunternehmen wie Deutsche Post DHL, Telekom, Postbank, oder Haribo. Doch auch hier ist der eigentliche Träger der wirtschaftlichen Entwicklung der unternehmerische Mittelstand, über den viel zu wenig bekannt ist und der zu selten im Mittelpunkt steht. Um das zu ändern, setzt sich die Oskar-Patzelt- Stiftung bundesweit mit dem Wettbe- werb mittelständischer Unternehmen, dem „Großen Preis des Mittelstandes“ für Respekt und Anerkennung des Mit- telstandes ein. Am 4. September 2012 fand aus diesem Grund im Hause der IHK Bonn/ Rhein-Sieg eine Auftaktveranstaltung unter Schirmherrschaft der IHK statt. Interessierte Mittelständler wurden mit den Möglichkeiten vertraut gemacht, die die Initiative der Oskar-Patzelt-Stif- tung bietet. 2013 findet bereits der 19. Wettbewerb statt. Bundesweit wurden diesmal 4.035 Unternehmen nominiert. Davon erreichten 670 die zweite Runde, die Juryliste. Sie stehen vor der letzten Wettbewerbshürde dieses Jahres. Denn aus diesen Firmen wählen die zwölf Länderjurys die Preisträger und Fina- listen dieses Jahres aus. Für ganz Nordrhein-Westfalen sind noch 99 Unternehmen im Rennen um die begehrte Trophäe. Allein in Bonn/Rhein- Sieg erreichten neun der elf nominierten Unternehmen die zweite Runde. Sie wur- den am 27. Mai dafür auf einer separaten Veranstaltung mit einer Urkunde zum Erreichen der Jurystufe geehrt. Während sich beim „Großen Preis des Mittelstandes“ die Firmen bun- desweit messen, entwickelte der Kreis Bonn/Rhein-Sieg auf regionaler Ebene den „Ludwig“ zur Würdigung des Mit- telstandes: Gerade für kleine, unbe- kanntere Unternehmen, die sich oft auch gar nicht trauen, sich in den Vor- dergrund zu stellen. Der Name ist eine Hommage an den großen Bonner Lud- wig van Beethoven. Unternehmen eine Bühne bieten! So erhöhen die regionalen Unterneh- men spürbar ihre Chance, vor allem in der Region bekannt zu werden. Die Idee, einen eigenen Preis ins Leben zu rufen hatte der engagierte Pressespre- cher der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Michael Pieck. Der aktive Promoter des „Groß- en Preises“ nimmt seine Aufgabe ernst und ist sich sicher, dass eine derart regionale Veranstaltung eben vor allem die Medien der Region interessiert, die so automatisch mit im Boot sind. „Mit einer eigenen regionalen Preisverlei- hung, die - unabhängig von der bun- desweiten Auszeichnung - von der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der regionalen Servicestelle in der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg ausgerichtet wird, wollen wir unseren Unternehmen eine Bühne bieten und ihnen eine Auszeichnung für ihr Engagement zukommen lassen“, sagt Michael Pieck. Michael Pieck wird gemeinsam mit Dr. Christine Lötters (SCL Bonn und Servicestelle Bonn der Oskar-Patzelt- Stiftung), Frank Baake (Geschäftsführer Rhein-Sieg-Halle) und Michael Ramlau (Center TV) unter regionalen Gesichts- punkten die besten Mittelständler der Region auswählen. „Gewonnen haben bereits jetzt alle mitmachenden Unter- nehmen, denn sie leisten mit ihrer Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zum Wachstum am Standort. Dies wollen wir mit unserem zusätzlichen ‚Ludwig‘ unterstreichen“, erläutert Christine Löt- ters für die regionale Servicestelle. Aktives Networking ist angesagt Zur Mittelstandsveranstaltung am 9. Juli, 18:00 Uhr in der Rhein.-Sieg- Halle sind alle Unternehmerinnen und Unternehmer sowie interessierte Bürger der Region eingeladen. Der Eintritt ist frei. Aktives Networking ist angesagt. „Wir sind sicher, mit der aktiven Unter- stützung des ‚Großen Preis des Mittel- standes‘ einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Mittelstandes bei uns in der Region zu leisten“, betont Michael Pieck. „Nutzen Sie die Chance, die Ihnen der Wettbewerb bietet. Machen Sie sich bekannt und zeigen Sie, was der Mittel- stand kann“, ergänzt Christine Lötters. Es bleibt spannend Auf die Entscheidung der Landesjury für Nordrhein-Westfalen haben die regio- nalen Juroren aus Bonn/Rhein-Sieg kei- nen Einfluss. Ganz Nordrhein-Westfalen im Blick, entscheiden die Landesjuroren unabhängig. Es bleibt daher auch nach dem 9. Juli spannend. Die nordrhein- westfälischen Finalisten und Preisträger des „Großen Preises des Mittelstandes“ werden erst am 21. September in Düs- seldorf ausgezeichnet. Dort werden auch die Preisträger und Finalisten aus Rehinland-Pfalz/Saarland, Niedersach- sen/Bremen und Hamburg/Schleswig- Holstein gekürt. n 4/2013 P.T. MAGAZIN 63 Mittelstand im Rampenlicht Die IHK und die regionale Servicestelle Bonn/Rhein-Sieg küren ihren Mittelstand Spezial|Regional www.egger.com EGGER IN BRILON WIR PRODUZIEREN DEKORATIVE UND KONSTRUKTIVE HOLZWERKSTOFFE. MEHR AUS HOLZ. EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & C0. KG Im Kissen 19 59929 Brilon t +49 2961 770-0 f +49 2961 770-62222 info-bri@egger.com Unser Werk in Brilon ist der erste vollintegrierte Standort der EGGER Gruppe. In der täglichen Arbeit von rund 1.000 Mitarbeitern werden hier zahlreiche Synergien genutzt. Gemeinsam produzieren wir dekorative und konstruktive Holzwerkstoffe. Wir wachsen kontinuierlich mit innovativen Produk- ten für die Möbelindustrie, Architekten, Verarbeiter und den Handel und schaffen Lösungen rund um das Leben und Arbeiten mit Holz. Ihr Spezialist für Lichtwellenleiter-Technik. Wir lösen die durchgängige Kommuni- kation von Automatisierungsnetzwerken mittels eigener Hard- und Software. www.eks-engel.de Signalverstärker Anz_Allgemein_210x101_D.indd 1 10.04.2012 10:33:34 (Foto:EWG) Unternehmen aus Bonn/ Rhein-Sieg in der Juryliste n Berndt & Brungs Software GmbH n Christoph Kappes – Die Erlebnis­ gastronomie GmbH n Forest Finance Group n Hairstylers Heaven Haircare GmbH n Katja van Leeuwen Reitferienvermittlung n Meavision Media GmbH n Pflegeteam Wentland GmbH & Co. KG n Dr. Starck Unternehmensgruppe n sunshine&roses gmbh
    • Sie sind auf dieser Doppelseite gewöhnt, über großartige, automobile Leistungen in Punkto Ingenieurskunst und Design zu lesen.Aus aktuellem Anlass der bevor- stehenden Bundestagswahl in Deutsch- land beschäftigt uns diesmal ein anderes Thema: Der Zustand unserer Straßen, die Lösungen der gewählten Vertreter unseres Volkes aus der Politik und die Frage nach den Autofeinden in diesem Lande, obwohl jeder sechste Arbeits- platz in Deutschland an das Automobil gebunden ist. Es fehlt an Lösungen, an Geld und am Willen. Als ich neulich auf einer der zahl- reichen Berliner Straßen fuhr, die die Automobilindustrie inzwischen als Test- strecken nutzen könnten, um Schlag- lochresistenz und besondere Beanspru- chungen von Fahrwerken zu testen, traf ich auf ein Schild: Achtung Stra- ßenschäden. Das erinnerte mich an die DDR, deren Straßen denen des heutigen Deutschlands glichen. Mit diesen Schil- dern übertrug man die Verantwortung auf den Autofahrer. Autofahrer- verteufelter Zahlmeister der Nation Hierzulande ist der Autofahrer der Zahl- meister der Nation. Er wird besteuert, bestraft, entmündigt und für dumm verkauft. Schlagloch-Slalom auf Straßen - die Infrastruktur in Deutschland wird auf Verschleiß genutzt. Die jahrzehn- telange Vernachlässigung rächt sich. „Das deutsche Straßennetz wird von Jahr zu Jahr älter und älter“, kritisiert Stefan Kooths, Forscher des Kieler Insti- tuts für Weltwirtschaft (IfW). Zehn Jahre lang reichten die staatlichen Investiti- onen schon nicht einmal mehr aus, um den jährlichen Verschleiß zu beheben. Waren die Straßenbeläge in Deutsch- land Anfang der 1990er-Jahre im Schnitt 20 Jahre alt, so sind es heute bereits 26 Jahre. Bei den Schienen und Wasserstra- ßen ist es nicht weniger dramatisch. Der harte Winter geht an die Substanz. Er fördert zutage: Die Verkehrsinfrastruk- tur braucht dringend Pflege. Auf eini- gen Straßen werden kurzerhand Spuren gesperrt, anstatt die Winterschäden zu beseitigen. Ab und an werden notdürf- tig Löcher gestopft, Schilder und Kegel aufgestellt. Eine nachhaltige Sanierung geben die öffentlichen Verkehrsetats nicht mehr her. Die Infrastruktur wird auf Maximal-Verschleiß genutzt. Für die Unternehmen, die auf eine gute Infrastruktur der Transportwege angewiesen sind, ist das ein Dilemma: „Die deutsche Wirtschaft ist mehr als andere von funktionierenden Verkehrs- adern abhängig“, sagt Kooths – zum einen wegen der Lage im Zentrum Euro- pas, zum anderen wegen des großen Industriesektors. Wegen der Schulden- bremse fehlt dem Staat das Geld für seine Schienen und Straßen. Die Infra- struktur wird in den kommenden Jah- ren enorm an Wert verlieren. Zu dieser Einschätzung kommt das IfW in seiner neuesten Mittelfristprognose. Krokodilstränen sind in der Politik ein Kommunikationsmittel Ein Grund neben Steuerverschwen- dungen: Um die Schuldenbremse einhal- ten zu können, spart der Staat vor allem bei den Investitionen, nicht aber bei den Ausgaben für Soziales und Verwaltung. Da weder Steuererhöhungen, noch neue Schulden, noch Kürzungen beim Sozi- alstaat politisch denkbar seien, werde sich dieser zerstörerische Trend weiter fortsetzen, erwartet das IfW. Dieser Win- ter war für Städte und Gemeinden teuer. Das merkt jeder Autofahrer instinktiv, wenn er nach der Schneeperiode des vergangenen Winters die Schlagloch- Tour durch seinen Heimatort fährt und Kfz-Werkstätten eine Zunahme von Geschäft für Reparaturen am Fahrwerk verbuchen. Schon jetzt weiß mancher Bürgermeister oder Kämmerer, dass seine Stadt nicht das Geld besitzt, um all die Schäden, die der Frost geschlagen hat, so auszubessern, wie dies eigentlich notwendig wäre, oder wie es im Verhält- nis zum Steueraufkommen durch die Autofahrer finanziert werden könnte. Das war in den vergangenen Jahren nicht anders. Weil Städte, Gemeinden und Kreise, die 95 Prozent des Straßen- netzes in Deutschland unterhalten, bei der Straßensanierung improvisierten, verkommen heute ganze Straßenzüge. An vielen Stellen wurden Löcher nur notdürftig geflickt und nicht, wie es sinnvoll wäre, substantiell erneuert. Allein im vergangenen Winter sind erneut Straßenschäden von etwa 2,3 Milliarden Euro entstanden, berichtet Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Die kommunale Verkehrs- infrastruktur ist fast im gesamten Lande unterfinanziert, dabei stellen Straßen und Verkehrswege einen bedeutenden Standortfaktor dar. Die vorausgesagte Zunahme des Güterverkehrs, Fach- leute rechnen damit, dass bis 2030 der Schwerlastverkehr auf den Straßen um 50 Prozent wachsen wird, gilt als fins­ tere Prognose. Konzeptionslosigkeit heißt Steuererhöhung Was Staatshoheit besitzt, verkommt, verfällt oder wird ideologisiert. Das Bildungswesen hat es uns gelehrt bzw. sollte es uns lehren. Wenn die Ideo- logen in den Parteien immer mehr die Oberhand gewinnen, dann fahren wir eines Tages wieder so etwas wie einen Trabant und jede Tempoüberlegung hat sich dann sowieso erledigt, weil der Trabbi nur noch eine ideologisch vorbe- stimmte Höchstgeschwindigkeit fahren kann, begründet mit Klimawandel, CO2 Auflagen und dem Energiegewissen der Gedankenpolizei nach Orwell. Die Politik hat „Lösungen“. Konzep- tionslos wie gewohnt. Gerade erst forderte SPD-Chefideologe Sigmar Gabriel die Einführung von Tempo 120 auf deutschen Autobahnen. „Der Rest der Welt macht es ja längst so“, sagte er oberschlau der „Rheinischen Post“. „Tempo 120 auf der Autobahn halte ich für sinnvoll, weil alle Unfallstatis­ tiken zeigen, dass damit die Zahl der schweren Unfälle und der Todesfälle sinkt“, sagte Gabriel zukunftsweisend. Abgeschaut hat er das von Forderungen im autofeindlichen Grünen-Wahlpro- gramm. Im SPD-Wahlprogramm wurde das von Gabriel unterstützte Tempolimit nicht aufgenommen. Die SPD hatte sich auf ihrem Hamburger Parteitag 2007 für ein Tempolimit von 130 Km/h ausge- sprochen - aber im aktuellen Wahlpro- gramm taucht diese Forderung nicht auf. Bleibt also da noch ein Koalitions- versprechen an bösen Überraschungen für den Wähler? Einige Europa-Abgeordnete wollen Tempo 120 sogar in ganz Europa – Grund genug, für die Politiker hierzulande, Musterknabe zu spielen. Vielleicht gibt es dann einen Verkehrswandel neben dem Klimawandel oder eine politisch korrekte Fahrweise. In der Verkehrs- politik ist es wie in anderen Dingen der veröffentlichten Meinung der politischen Kaste. Wir bestrafen Steu- ersünder, aber Steuerverschwender nicht. Im Verkehrsrecht bestrafen wir Drängler, aber Behinderer nicht. Das Benzin bezahlen wir mit Mineralöl- steuer, Dreistufiger Ökosteuer und der Mehrwertsteuer, aber an Geld für den Erhalt der Straßen fehlt es. Stattdessen denkt sich Herr Ramsauer (CDU) ein besonders perfides Strafsystem aus, was dem Autofahrer als Flensburg-Reform verkauft wird. Der Autofahrer wird für dumm verkauft, aber wie er sich schließ- lich verkaufen lässt, entscheidet jeder an der Wahlurne selbst, vielleicht gibt es Alternativen für Deutschland. n Prof. Arnd Joachim Garth 64 P.T. MAGAZIN 4/2013 4/2013 P.T. MAGAZIN 65 Lifestyle|Auto Sigmar Gabriels Statement … und niemand geht auf die Straße Blühende Landschaften Ohne Gegenleistung Deutschlands Autofahrer sind Zitronen. Die Politik presst sie gerne aus. Die DDR lässt grüßen (Fotos:A.J.Garth)
    • 66 P.T. MAGAZIN 4/2013 Die Zeit läuft ab Am 22. September 2013 ist Bundestags­ wahl und die „Partei der Nichtwähler“ hat wieder einmal die Chance, die meis­ ten Stimmen zu bekommen. Mit dem offenbar gerne akzeptierten Dogma, das eigene Handeln sei alternativlos, hat die Bundeskanzlerin als eine Art post­ moderne Monarchin in der letzten Jah­ ren Anhänger und Opposition wirksam gelähmt. Trotz Rekordsteuereinnahmen kennt die Verschuldung nur den Weg nach oben. Die gesamten Maßnahmen zur Bankenrettung haben die Probleme in der Gemengelage aus Bankenkrise und Staatsschuldenkrise nicht verän­ dert. Ganz im Gegenteil: Mit den Geld­ kanonen der Zentralbanken rollt noch viel mehr Geld in die Finanzmärkte als im Zeitraum vor 2007. Realwirtschaftlich wirkungslos Während die meistenTeile der Presse also verkünden, endlich sei Ruhe, die Euro­ krise und die Finanzkrise seien vorbei, während Kanzlerin Angela Merkel Spie­ ler des FC Bayern herzt, Pinguine füttert und Ulli Hoeneß wieder die Hand gibt, baut sich der gesamte „Mist“, der bereits zur Finanzkrise führte, wieder auf: Die Geldkanone der EZB ist realwirtschaft­ lich wirkungslos, so dass man plant, den Verbriefungsmarkt wieder zu bele­ ben, also genau jener Markt, mit dem toxische Wertpapiere um den ganzen Globus verteilt wurden. Die Geldkano­ nen sind zur Vermeidung der Inflation so gebaut, dass die Geldmengen nur in die Welt (der Spekulationsgeschäfte) der abgehobenen Finanzwirtschaft fließen, nicht in die Realwirtschaft. Wer Vermö­ gen der Realwirtschaft „sicher“ anlegen will, erhält Realzinsen unterhalb der Inflationsrate. Da die Staaten die von Ihnen selbst immer mehr gegängelte und abgewürgte Eigeninitiative der Pri­ vatwirtschaft ausgleichen, indem sie zur Beruhigung der Wähler Geld verteilen und Schulden machen, verzerren sie die wirtschaftliche Entwicklung weiter. Die Preise der Währungen, der Anleihen, der Aktien etc. sind staatlich manipu­ liert und jeder weiß, dass die staatliche Verschuldung regulär nicht rückführbar ist. Von daher überrascht es überhaupt nicht, dass z. B. das Staatsvermögen Griechenlands auf dem Markt wenig wert ist. Kontrollwahn und Moraloffensive Seit Zypern ist daher klar: Du musst kein Steuerhinterzieher sein, damit der Staat Dein Geld wegnimmt, ein Status als Steuerzahler/Rentner oder ein Konto mit 100.000 Euro bei einer Debakelbank reicht. Staat und Gesellschaft reagieren auf die logische Kapitalflucht mit Kon­ trollwahn und einer Moraloffensive. Die Veränderung einer Gesellschaft, bei der der Zentralstaat versagt hat und mit seiner Machtfülle gerade im wirtschaftlichen Bereich immer neues Unheil anrichtet, kann nur durch eine Belebung der Vitalkräfte von Demokratie und Wirtschaft erfolgen. Die Gemein­ den, die Regionen, der Mittelstand und die dortigen Banken sind die Kraftquel­ len der Wirtschaft, nur diese schaffen Arbeitsplätze. Der Irrweg, Europa müs­ se aus einer gemischten Diktatur aus Europäischer Kommission, Regierungen und EZB bestehen, muss schnellstens korrigiert werden, durch Engagement von unten und einer Veränderung der Machtverhältnisse in Berlin. n Volker Gallandi Den ungekürzten Artikel lesen Sie Online auf pt-magazin.de Impressum ISSN 1860-501x | 9. Jahrgang Ausgabe 4/2013 Verlag: OPS Netzwerk GmbH, Melscher Str. 1, 04299 Leipzig, Tel. 0341 240 61 - 00, Fax 0341 240 61 - 66, info@op-pt.de | www.pt-magazin.de Das P. T. Magazin ist das offizielle Maga­zin des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittel­ standes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung, ein­ getragen im Stiftungsregister des Re­gie­ rungs­be­zir­kes Leipzig unter Nr. 2/1998. Geschäftsführer: Petra Tröger, Dr. Helfried Schmidt Redaktion: Dr. Helfried Schmidt (V.i.S.d.P.) Boris Kunofski Autoren/Interviewpartner: Tobias Augsten, Alexander Artmann, Gar­ relt Duin, Johannes Fiala, Volker Gallandi, Arnd Joachim Garth, Christian Kalkbren­ ner, Ansgar Lange, Christian Löhr, Johannes Maruschzik, Paul Craig Roberts, Helfried Schmidt, Peter A. Schramm, Anne M. Schül­ ler, Gunnar Sohn, Hermann Otto Solms, Petra Tröger,Jörg Wallner,Arnold Weissman Korrespondenten: Bernd Schenke (Berlin) D-ROLF Becker (Halle) Satz/Layout: Frank Heinitz, Lydia Franke Cover: DAVIN TAYLOR Markenkommunikation GmbH Anzeigen: Petra Tröger (V.i.S.d.P., Anzeigenleitung) Jana Susann Wolfram, Beatrice Schulze Druck: Druckerei Vetters GmbH & Co. KG Gutenbergstraße 2, 01471 Radeburg Erscheinungsweise: 6 mal jährlich, Ein­ zelpreis 3 € inkl. 7% MwSt.; Abonnement 16 € inkl. 7% MwSt. sowie inkl. Versand und Porto für 6 Ausgaben. Unser Maga­ zin erhalten Sie in unserem Verlag sowie im Abo und in ausgewählten öffentlichen Einrichtungen. Leser-Fax: 0341 240 61 - 66 E-Mail: redaktion@op-pt.de Mehrfachlieferungen auf Anfrage. Kondi­ tionen unter www.pt-magazin.de. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 1/2013, gültig seit 01.11.2012. © 2013 OPS Netzwerk GmbH. Nachdruck nur mit schrift­licher Genehmigung des Verlages. Alle Angaben ohne Gewähr. Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Der Verlag behält sich vor, Leserzuschriften bearbeitet zu veröffentlichen. Für unver­ langt eingesandte Manuskripte und für Anzeigeninhalte übernehmen der Verlag oder seine Mitarbeiter keine Haftung. ­ P.T.MAGAZINfür Wirtschaft und Gesellschaft Leser-Telefon: 0341 240 61-00 | Leser-Fax: 0341 240 61-66 Leserbriefe auch unter www.pt-magazin.de/service/leserbriefe Emotionale Werbefilme und Dokumentationen areamedia.de produziert hochwertige Videoinhalte für den zeitgemäßen externen und internen Kom­ munikationsauftritt in Internet, Intranet, Social­Media Plattformen und Videoportalen sowie Werbefilme und Dokumentationen zum Beispiel für POS­Präsentationen oder zur Mediendistribution. areamedia.de produziert unter anderem seit vielen Jahren Videos für die Veranstaltungen “Großer Preis des Mittelstandes”. Ihr Partner im Bereich Bewegtbildkommunikation für kleine und mittelständische Unternehmen, internatio­ nale Konzerne, Agenturen sowie Städte und Kommunen. Thomas M. Hill - areamedia.de Untere Donaulände 6 D­94474 Vilshofen a.d. Donau E­Mail: info@areamedia.de Telefon: +49 (0)8541 / 96 85 50 Mobil: +49 (0)170 / 55 24 607 www.areamedia.de  PR­Beitrag und Infocontent  Schulungsvideo  Produktvideo  Eventcontent und Dokumentation  Imagefilm und Industrievideo  Kinospot  Videostreaming, DVD, Blu­ray  Online TV Platform Auf dem Weg ins Kanzleramt: Das Foto des Jahres 2011 in der Kate- gorie Politik zeigt die Kanzlerin mit Gefolgschaft. Wird sie dieses Jahr wieder gewählt? Rechtsanwalt Volker Gallandi kandidiert im September als Direktkandidat der Freien Wähler im Wahlkreis 188 für den Bundestag. Leserbriefe|Impressum Leserbrief (Foto:obs/dpaDeutschePresse-AgenturGmbH)
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