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Beten per Mausklick? Religion(en) und Rituale im Internetzeitalter.

From omsein, 2 months ago

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Slide 1: Beten per Mausklick? Religion(en) und Rituale im Internetzeitalter Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft Universität Heidelberg simone.heidbrink@zegk.uni-heidelberg.de Simone Heidbrink, Nadja Miczek, Kerstin Radde-Antweiler, Jan Wessel Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 2: Gliederung. 1. Crashkurs Religionswissenschaft. Begriffe, Konzepte, Methoden. 2. Religiöse Topographie des Internet. Beispiele religiöser (Selbst-)Darstellung und Praxis von der “digitalen Steinzeit” bis zu “Web 2.0” und Virtuellen (3D) Welten. 3. Religion 2.0? 4. Die “kritische Masse” hat gesprochen. Religionswissenschaftliche Theoriebildung “Prä-” und “Post-Internet”. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 3: Crashkurs Religionswissenschaft. Die Religionswissenschaft ist eine noch recht junge Disziplin, die erst Anfang des 20. Jh. entstanden ist. In der heutigen Form versteht sich das Fach als empirisch arbeitende Kulturwissenschaft. Die Unterschiede zwischen Religionswissenschaft und Theologie sind jedoch in der Öffentlichkeit bisweilen unklar. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 4: Religionswissenschaft. Untersuchungsgegenstand. Religionswissenschaft ≠ Theologie! X Theologien können Religion jedoch Gegenstand religionswissenschaftl. Forschung sein! Untersuchungsgegenstand der modernen, kulturwiss. geprägten Religionswissenschaft ist keine “Einbahnstraße”! X Religionswissenschaft sind die Menschen und ihre religiösen Zeugnisse und Handlungen. Die Perspektive des Forschers auf seinen Gegenstand muss immer mit reflektiert werden! t Vgl. Heidbrink, S., Miczek, N., Radde-Antweiler, K. (2008): “'Online-Religion-Online'. Simone Heidbrink Mediatisierungsprozesse im Fokus religionswissenschaftlicher Internetforschung. Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg Vortrag am 7.2.2008 im Rahmen des Forschungskolloquium Medienkultur am Institut für Medien, Kommunikation, Information, Universität Bremen.

Slide 5: Religionswissenschaft. Wichtige Topoi und Perspektiven. historische Perspektive Kulturwissenschaft Diskurse politische Zuschreibungsprozesse Perspektive Akteursperspektive Konstruktivismus religiöse synchron “die Religion” Akteure kulturspezifische Sinngebungs- / diachron Forscherperspektive Deutungs- / Symbolsysteme Aushandlungsprozesse Komparatistik soziale Perspektive Genderperspektive ökonomische Perspektive ästhetische Perspektive Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 6: Religionswissenschaft. Quellen. Texte. Handlungen / Kommunikation “religiöse Räume” religiöse Gegenstände → Multimethodische & interdisziplinäre Forschungsansätze. Vgl. Heidbrink, S., Miczek, N., Radde-Antweiler, K. (2008): “'Online-Religion-Online'. Simone Heidbrink Mediatisierungsprozesse im Fokus religionswissenschaftlicher Internetforschung. Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg Vortrag am 7.2.2008 im Rahmen des Forschungskolloquium Medienkultur am Institut für Medien, Kommunikation, Information, Universität Bremen.

Slide 7: Religiöse Topographie des Internet. Im Internet, insbesondere im W WW, gibt es eine Vielzahl religiöser Homepages, die von Sammlungen religiöser Primärquellen über individuelle religiöse Homepages, W ebseiten religiöser Gruppen und Gemeinschaften bis hin zu W ebpräsenzen religiöser Institutionen reichen. Die hier gewählten Beispiele entstammen im wesentlichen dem westlich-christlichen Bereich und stellen eine wichtige religionswissenschaftliche Quelle für “individuelle Religiosität” dar. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 8: Religiöse Topographie des Internet. Frühe Beispiele. • Bereits vor der Popularisierung des World Wide Web: Religiöse Nutzung des Internet, z.B. in Newsgroups und Diskussionsforen. Z.B. “Creation Spirituality Celebration Circle” des christlich-orthodoxen Priesters John Missing aus dem Jahr 1997: http://www.ibiblio.org/londo n/agriculture/forums/sustag2/ msg00045.html Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 9: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Religiöse Texte. Beispiel einer Primärquellensammlung: Das “Internet Sacred Text Archive”, http://www.sacred-texts.com/ Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 10: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Individuelle Homepages. Beispiel einer individuellen religiösen Homepage: http://www.licht-wege.com/41234.html. Insbesondere in diesem Segment zeigen sich individuelle religiöse Synthetisierungs- und Sinnstiftungsprozesse, die – insbesondere aufgrund der Hierarchisierung des Buchmarkts – bislang weitgehend unsichtbar waren. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 11: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Homepages rel. Gruppen. Beispiel einer Gemeindewebsite der Evangelischen Kirche in Frankfurt / Main: http://www.frankfurt-evangelisch.de/ Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 12: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Institutionelle Homepages. Die Webpräsenz des Vatikans im Wandel der Zeit: http://www.vatican.va/phome_ge.htm, für die früheren Versionen der Site siehe das “Internet Archive” unter http://web.archive.org/web/*/http://www.vatican.va/phome_ge.htm 1998 2000 Entwicklung von sehr textlastigen Informationsseiten hin zu interaktiven 2002 multimedialen Inhalten. 2003 Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg 2008

Slide 13: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Foren und Gästebücher. Insbesondere religiöse Foren oder auch Gästebücher stellen eine wichtige religionswissenschaftliche Quelle für individuelle Religiosität dar. Gästebuch einer individuellen Homepage: http://www.licht- wege.com/41077/41076.html Bible Center Forum: http://forum.bibelcenter.de/ Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 14: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Rituelle Räume. Im Bezug auf im Internet durchführbare Ritualperformanzen stellen interaktive, sog. “rituelle Räume”, die die User – wie in diesem Beispiel eines Wicca Altars – z.T. nach eigenem Geschmack gestalten können, einen ersten Schritt dar. http://www.spiralgoddess.com/MyOwnAltar.html (nur Internet Explorer). Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 15: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Rituelle Räume. Virtueller Andachtsraum der Evangelischen Kirche Frankfurt / Main: (http://www.frankfurt-evangelisch.de/_content/0000000000,00701,00). Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 16: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Rituelle Räume. Redemptoris Mater Kapelle des verstorbenen Papst Johannes Paul II. Verfügbar unter: http://www.vatican.va/redemptoris_mater/index_en.htm. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 17: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Ritualperformanzen. Mehsprachige und mehr- bzw. nicht- konfessionelle „Light a Candle“-Site mit Kommentar- und Gästebuchfunktion. http:///www.gratefulness.org/candles/enter.cfm?l=ger Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 18: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Ritualperformanzen. “Prayer Lava Lamp”: http://www.emergingchurch.info/ prayer/lamp.html. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 19: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Ritualperformanzen. Virtuelle Rosenkränze mit verschiedenen Funktionalitäten und unterschiedlicher technischer Umsetzung. http://www.freecitywebpa ges.com/rosary/joy.html http://www.orgs.utulsa.edu/ newman/rosary.html Daneben gibt es diverse Software z.B. “Virtual Rosary”, z.B. unter http://virtualrosary.org/. http://www.ourcatholicfaith. Simone Heidbrink org/onlinerosary.html Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 20: Religiöse Topographie des Internet. WWW. Ritualperformanzen. Online-Performanzen religiöser Rituale gibt es auch ausserhalb des westlich-christlichen Kontext, z.B. als sog. Online-Puja für den indischen Gott Ganesha, bei dem man virtuell eine Glocke läutet, Weihrauch entzündet etc. Verfügbar unter http://www.dfwhindutemple.org/ganesh_puja.htm. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 21: Religiöse Topographie des Internet. Social Software. Wikis. Viele dem sog. “Web 2.0” zuzurechnenden Anwendungen sozialer Software tragen nicht nur dazu bei, die Ergebnisse individueller Synthetisierungsprozesse sichtbar zu machen (wie z.B. bei statischen Webseiten im “Web 1.0”), sondern zeigen auch deren Genese. Hier sieht man beispielsweise nicht nur den aktuellen Wikipedia-Eintrag zu “Atheismus” (http://de.wikipedia.org/wiki/Atheismus), sondern auch die Diskussionen zu und um diesem Begriff. Die Wiki-Software bietet ausserdem die Möglichkeit, Änderungen und Hinzufügungen und somit unterschiedliche Diskursstränge sichtbar zu machen. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 22: Religiöse Topographie des Internet. Social Software. Wikis. Soziale Software kann zu Meinungspluralismus und einer Enthierarchisierung von “Wahrheit” beitragen und ist insofern eine spannende religionswissenschaftliche Quelle für unterschiedliche religiöse Diskursfelder. Bsp.: Der Topos “Religion” auf versch. “Ablegern” von Wikipedia. http://www.kathpedia.com/ http:///www.conservapedia. index.php?title=Religion com/Religion http://de.wikipedia.org/ http://athpedia.de/ wiki/Religion wiki/Religion Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 23: Religiöse Topographie des Internet. Social Software. Weblogs. Weblogs religiöser Experten, religiöser Laien und Religionsforschern als Quelle akteurszentrierter und / oder systemischer religionswissenschaftlicher Forschung. Auch hier kann über Trackbacks, Permalinks und Kommentarfunktion die Genese und der Verlauf von Diskurssträngen sichtbar gemacht und untersucht werden. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 24: Religiöse Topographie des Internet. Social Software. Podcasts. Religiöse Podcasts als religionswissenschaftliche Quelle, z.B. “pray-as-you-go” (http://www.pray-as-you-go.org/). Diese Initiative der “Jesuit Media Initiative” hat sich zum Ziel gesetzt, die Exerzitien des Ignatius von Loyola mit den Mitteln moderner Internettechnologie umzusetzen und für Laien einfach zugänglich zu machen. Dies ermöglicht z.B. Einblicke in zeitgenössische Auslegung “alter” / “traditioneller” religiöser Schriften und Praktiken. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 25: Religiöse Topographie des Internet. Social Software ... Social Networking Profile z.B. auf MySpace als Quellen individueller Religiosität. http://profile.myspace.com/index.cfm?f useaction=user.viewprofile&friendID=5 92796 http://profile.myspace.com/index.cfm?f useaction=user.viewprofile&friendid=6 0807466 (mittlerweile gelöscht) Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 26: Religiöse Topographie des Internet. Social Software ... Social Networking und Social Tagging als Zeichen religiöser / konfessioneller Gebundenheit (z.B. YouTube ↔ GodTube, Wikipedia ↔ Kathpedia) und / oder als Quellen individueller Religiosität. http://www.godtube.com http://www.youtube.com Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 27: Religiöse Topographie des Internet. Virtuelle Welten. Church of Fools. “Virtuelle Welten” sind computergenerierte, zwei- oder dreidimensionale Umgebungen in denen Benutzer mittels Avataren miteinander interagieren können. Neben Massively Multiplayer Online Games (MMOGs) wie “World of Warcraft” zählen hierzu auch dreidimensionale soziale Netzwerk-Plattformen wie “Second Life”. Die britische Initiative “Church of Fools” (http://www.churchoffools.com/) veranstaltete von Mai bis September 2004 in einer interaktiven Multiuser 3D-Kirche regelmäßig Gottesdienste. Filmclips unter: http://www.churchoffools.com/view-clips/index.html. Hier ließ sich der Transfer von Offline-Ritualen in einen Online-Kontext beobachten. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 28: Religiöse Topographie des Internet. Virtuelle Welten. Second Life. “Second Life” bietet eine Vielzahl religiösen Gruppen und Individuen die Gelegenheit, sich religiös zu betätigen und sich zu vernetzen. Religionswissenschaftler können dort religiöse Individuen und ihre Interaktionen in einer neuen, computergenerierten dreidimensionalen Umgebung in Echtzeit erforschen. Z.B. die Präsenz einer anglikanische Gemeinde um den neuseeländischen Diakon Mark Brown, der über seine Erfahrungen im BrownBlog (http://brownblog.info/) berichtet. Eindrücke des Ostergottesdiensts z.B.unter http://youtube.com/watch?v=G6yOB63ajz8. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 29: Religiöse Topographie des Internet. Virtuelle Welten. MMO(RP)Gs. Massively Multiplayer Online Games (MMOGs) bieten Einblicke in religiöse Konstruktions- und Synthetisierungsprozesse der Spieldesigner einerseits und die Rezeptionsprozesse der Spieler (z.B. auf Webseiten, Blogs, Foren, Machinima, Fan Fiction, ...) andererseits. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 30: Religion 2.0? Betrachtet man den technischen W andel vom “Web 1.0” zum “Web 2.0”, der sich nicht zuletzt in neuem Nutzerverhalten und geänderter Nutzerwahrnehmung niederschlägt, stellt sich die Frage, ob mit dem Wandel von einer eher statischen Darstellung individueller Religiosität hin zu prozessualen Strukturen der Meinungsbildung bzw. der Abbildung von Diskursverläufen religionswissenschaftlich von einem Übergang von “Religion 1.0” zu “Religion 2.0” sprechen kann und welche Bedeutungen diese Begriffe in den verschiedenen Diskursfeldern von den unterschiedlichen Akteuren zugeschrieben werden. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 31: Religion 2.0? Kirche 2.0? Z.B. Christentum: Geänderte Wahrnehmung in der Akteursperspektive: Von der “Kirche 1.0” zur “Kirche 2.0”? Wandel der Kommunikationstechniken. Die Agentur iChurch (http://www.ichurch.de/) bietet Kirchen an, “die Möglichkeiten der Neuen Medien erfolgreich zu nutzen”. Im Wesentlichen geht es dabei um den Einsatz von Web 2.0-Technologien (Podcasts, Flickr, Newletter) im Gemeindekontext: (http://www.ichurch.de/zutaten-fuer-kirche-20-broetchen/). Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 32: Religion 2.0? Kirche 2.0? Z.B. Christentum: Geänderte Wahrnehmung in der Akteursperspektive: Von der “Kirche 1.0” zur “Kirche 2.0”? Analogie Kirche ↔ “Web 2.0”: theologische Zuschreibungen ans “Web 2.0”. Interview mit Peter Weibel vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe zum Thema Kirche und Web 2.0: “Das Web 2.0 hat von der Kirche gelernt. Nämlich die Idee der Gemeinschaft und des Teilens. Blogs und Video-Communities sind Gemeinschaften und die Ur-Gemeinschaft, die wir kennen, ist die christliche.” (http://www.kirchentag2007.de/ serendipity/index.php?/archives/102-Kirche-muss-vom-Web-2.0-lernen.html). Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 33: Religion 2.0? Kirche 2.0? Z.B. Christentum: Geänderte Wahrnehmung in der Akteursperspektive: Von der “Kirche 1.0” zur “Kirche 2.0”? Analogie “Web 2.0” ↔ Kirche : technische Zuschreibungen an christliche Theologie (http://www.patorbuddy.de/archives/10). Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 34: Religion 2.0? Emerging Church. Selbstverständnis. • Dezentrale, stark heterogene “Bewegung” (Selbstbezeichnung) von Christen verschiedener Traditionen mit dem Ziel, das Christentum für die Postmoderne zu (de-/re-)konstruieren. • Rezente Webtechnologien als maßgebliche Faktoren von Gruppenbildungs- und -strukturierungsprozesse und als Kommunikations- und Vernetzungsplatform. Emergent Deutschland (http://emergent-deutschland.de/) seit August 2007 als Forum der deutschen Emerging Church- Anhänger online. emergingchurch.info als größte internationale Platform. 530 Blogs zu “Emerging Church” (Stand: 16.04.2008) belegen die Bedeutung von Weblogs für die Bewegung. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 35: Religion 2.0. Emerging Church. Ritual und Medien. Medieneinsatz (in Ritualen) im Offline- und Online-Kontext. Labyrinth-Installation in der St Paul's Cathedral in London im Jahr 2001: Einsatz von “virtuellen” Kerzen als Reminiszens an die Gegenwartskultur. “Nachbau” des Labyrinths als Online-Ritual: http://www.yfc.co.uk/labyrinth/online.html#. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 36: Religion 2.0? Kirche 2.0? Emerging Church. http://tallskinnykiwi.typepad.com/tallskinnykiwi/2005/11/church_20.html Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 37: Die “kritische Masse” hat gesprochen. Die Popularisierung des Internetging auch an der religiösen Landschaft nicht spurlos vorbei: Bislang versteckte, “unsichtbare” Religion wurde insbesondere durch die M asse individueller Meinungsäußerungen online plötzlich zugänglich und veränderte maßgeblich das bislang eher von traditionellen Denken geprägte Bild von “Religion(en)” als festgefügte “Systeme”. Diese Vielzahl von individuellen Stimmen generierte und veränderte nicht nur private und öffentliche, sondern auch wissenschaftliche Diskurse um Religion(en) in der Religionswissenschaft; weg von systemischem Denken und hin zu einer “Akteursperspektive”. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 38: Religionswissenschaft Prä-Internet: Systemischer Religionsbegriff. Katholizismus Pfingst- Yoga Wicca Buddhismus gemeinde t Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 39: Religionswissenschaft Post-Internet: Akteursperspektive! Wicca Katholizismus Yoga Pfingstgemeinde Buddhismus “Individualreligiosität” als akteursseitige patchworkartige Kombination religiöser Elemente unterschiedlichster Traditionen ungeachtet etwaiger dogmatischer Widersprüche in den dominanten theologischen Oberschichtendiskursen. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 40: Akteursperspektivische Religionsgeschichtsschreibung. Forscher- perspektive Wicca Yoga Katholizismus Pfingstgemeinde Buddhismus t Religiöse Identitätsbildung als fluider, prozessualer synchroner und diachroner Verlauf. Berücksichtigung der Forscherperspektive mit Reflexion des rezenten wissenschaftlichen Diskursfelds. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 41: Simone Heidbrink Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hana Undertone www.rituals-online.de www.sl-research.de www.omsein.de Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg

Slide 42: Hinweise zur Zitation. Alle Rechte an der vorliegenden Präsentation liegen bei der Autorin. Bitte zitieren Sie wie folgt: Heidbrink, Simone (2008): „Beten per M ausklick? Religion(en) und Rituale im Internetzeitalter”. Präsentation des Vortrags am 03. April 2008 im Rahmen der Tagung re:publica in Berlin. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Webpräsenzen www.rituals-online.de sowie www.sl-research.de oder kontaktieren Sie mich per E-Mail unter: simone.heidbrink@zegk.uni-heidelberg.de. Simone Heidbrink Institut für Religionswissenschaft, Universität Heidelberg