Danke für die Einladung und die Gelegenheit hier vor Ihnen sprechen zu dürfen. Ich habe den Fehler gemacht, zuerst meinen Vortrag auszuarbeiten, und dann erst zu schauen, was Sie selber marketingmäßig “draufhaben” - Die Hälfte meiner Folien konnte ich daraufhin löschen. Sie, die ETH Bibliothek, machen vieles schon seit Jahren, was ich ihnen heute eigentlich vorstellen wollte – Symposien, Messestände, RSS-Feeds, usw. Es sind für Sie keine Fremdworte mehr. Ich habe daraufhin meinen Vortrag auf die wenigen Sachen reduziert, die wir in Münster anbieten. Doch bevor ich ihnen diese praktischen Beispiele zeige, erlauben Sie mir, einige grundlegende Dinge zum Marketing darzustellen, so wie ich es aus der Perspektive einer kleinen Spezialbibliothek sehe.
Marketing virtueller Dienstleistungen Führungskräftetagung der ETH-Bibliothek, 29. November 2007 Dr. Oliver Obst Universitäts- und Landesbibliothek Westfälische Wilhelms Universität Münster
Virtuell wird wichtiger We must recognize that the Internet and search engines are now the main ways in which people look for information. Rather than try to change users’ habits, the library can change its approach and meet users where they are — on the Web, using the tools they enjoy using. Wan Wee Pin: Library 2.0: The new e-world order . Library Connect 5(4):2007
Virtuelle Dienstleistungen Wolfram Neubauer: Von Bibliothekskatalogen zu Wissensportalen . Bibliothek Forschung und Praxis 30(3), S.275-283 (2006) Alles sofort, jederzeit und kostenlos
Informationsdefizite
Inhalt
Warum ist Marketing nötig?
Was ist Marketing für uns?
Beispiele aus Münster
Web 1.0
Web 2.0
Social Networks
Beispiele aus Guerilla und Viral Marketing
Warum Marketing? Die allgemeinen Diskussionen hinsichtlich des grundsätzlichen Mehrwerts von wissenschaftlichen Bibliotheken werden sich in den nächsten Jahren weiter intensivieren. Warum Bibliotheken? ETH Bibliothek: Jahresbericht 2006
Warum Marketing?
Informationsmonopol
Unübersichtlichkeit
Enträumlichung
-> Verlust der Kundenbindung
Auf dem Prüfstand
Im Wettbewerb
Klischees
-> Verlust des Kundenvertrauens
Gewinnung von Neukunden ist bis zu fünf Mal so teuer wie die Kundenbindung
Verlust des Informationsmonopols ? Nationallizenzen: Archive E-Journals Web Internet Scholarly Skywriting Open Access Journal Back Files Google §UrhG: keine Fernleihe Nationallizenzen: Lfd. Abos Google Books
Konkurrenz, institutionell
Bücher
Google Books, Amazon, Wikipedia, Elsevier Wiser-Projekt
Zeitschriften
Open Access, Repositories, Pay-per-view, subito
Datenbanken
Google, Google Scholar, Verlage, Agenturen, Regierung
Konkurrenz, individuell „ Die ‚Generation Mobil‘ erstellt nicht nur ihren eigenen Content, sondern sie sucht und findet ihn auch selbst.“ Jens Oenicke: generation mobile. zeitgeistfactory 2006
Was ist Marketing?
Werbung?
Prozess!
Wirkung der Bibliothek
Bedürfnis- und Marktanalysen
-> Erfolgreiche Informationsprodukte
Produkt-Portfolio
Wie Marketing?
P roduct - Welche Angebote? Angebotsbreite und Angebotstiefe: Spezialist oder Generalist?
P rice – Welcher Preis?
P lace – Produkt verfügbar halten, Vertrieb
P romotion – Bekanntmachung, positives Image
Promotion oder Kommunikationspolitik
Push-Kommunikation
Information, Beeinflussung und Bestätigung der Kunden
Öffentlichkeitsarbeit, Werbemedien, Messestände
Link Resolver: „Help your library content travel“
Pull-Kommunikation
Aufforderung an Nutzer, mit Bibliothek in Kontakt zu treten
Bandbreite reicht von Dialog bis zur Zusammenarbeit (Folksonomies, Recommender-Systeme)
Pool an Informations- und Interaktionsangeboten
Beschwerden, Call-Center, Web 2.0-Dienste
One2One: House Calls, Avon-Beraterin, Filialen, Roadshows
Medien Presse Bib-Zeitung Newsletter Flyer Homepage Push-Medien Podcast Blog RSS Pull-Medien Communities One2One SMS Email Voice IM
Dialog und Zusammenarbeit (statt Monolog und Anweisung)
Erfordert Aufmerksamkeit, Flexibilität und Selbstbewußtsein
Web 2.0
„ Des weiteren wird die Promotion durch die Interaktivität charakterisiert. Das heißt, der Kunde kann selbst als Sender in Aktion treten, was dem gesamten Marktgeschehen einen sehr dynamischen Charakter verleihen wird.
Dialog ist einer der wichtigsten künftigen Erfolgsdeterminanten.“
„ Jede Branche hat ihre eigene Marketingkultur mit ihren jeweils typischen Instrumenten und Aktionen, und diese werden häufig unverändert und völlig von den Interessen und Bedürfnissen des Kunden losgelöst eben diesem über Jahre hinweg zugemutet.“
Thomas Patalas "Guerilla Marketing - Ideen schlagen Budget“ Cornelsen 2006
Guerilla Marketing
ungewöhnlich, low-budget
Beispielfälle (wecken Neid)
Mit Nutzerfotos und –Aussagen werben
Statt Produkthymen genauen Nutzen darlegen: „Warum ist dies von Nutzen für Sie?“
Auskunftsfragen für Werbetexte benutzen (Jargon, authentisch)
Kunden für Zeitung interviewen
Wenn Ort und Zeit Barrieren darstellen: Filialen, Tupper-Parties, Avon-Beraterin
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