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Akademisierung
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  • 1. Leserbrief zu: Van Minnen J.H. Editorial: Gedanken über die Akademisierung in der Physiotherapie Manuelle Therapie 2011; 15: 94 F. van den Berg manuelletherapie 2011; 15: 49 Hallo Jan Herman, mit großem Interesse habe ich Dein Edi- torial gelesen und muss sagen, Du hast mir aus dem Herzen gesprochen. Ich bin ganz Deiner Meinung, dass die Akademi- sierung der Physiotherapie eine sehr gute und notwendige Entwicklung war und ist. Wir brauchen Kollegen, die in der Lage sind, klinische Studien durchzufüh- ren, anhand derer sich die Effektivität der Physiotherapie nachweisen lässt. Aber: Wir benötigen auch weiterhin Kolle- gen, die mit großer fachlicher Kompetenz und Können die Patienten behandeln, weil wir nun einmal daran gemessen wer- den und wofür wir letztendlich ausgebil- det sind. Es reicht nicht, wenn Physiothe- rapeuten wissen, wie ein Patient zu be- handeln und was evidenzbasierte Best Practice ist, wenn sie nicht in der Lage sind, die Techniken korrekt und in der richtigen Dosierung durchzuführen. Wir brauchen in diesem Beruf Wissen- schaftler, die klinische Fragestellungen beantworten können. Diese klinischen Fragestellungen kommen von Therapeu- ten, die im klinischen Alltag ständig mit Patienten und deren Problemen kon- frontiert sind. Hier entstehen die Fragen, die unsere wissenschaftlich tätigen Kol- legen beantworten müssen. Es bringt unsere Berufsgruppe, aber vor allem die Patienten jedoch nicht weiter, wenn wir irgendwann nur noch Kollegen mit weit- reichenden theoretischen Kenntnissen (großer Kopf), aber wenig fachlichen Kompetenzen haben (2 linke Hände). In meinen Kursen ebenso wie in den von mir unterrichteten Studiengängen mache ich die Erfahrung, dass die fachli- chen Kompetenzen immer weniger und schlechter werden. Natürlich gibt es auch positive Ausnahmen und Naturta- lente, aber insgesamt sinkt das Niveau eher. Deshalb bin ich nur in einem win- zigen Punkt anderer Meinung. Ich habe nicht den Eindruck, dass das Niveau gleich bleibt, sondern vielmehr tatsäch- lich schlechter wird. Erstens ist gerade in Österreich zu sehen, wo ich selbst als Dozent in einigen Phy- siotherapieausbildungen tätig bin, dass die Zahl an Unterrichtsstunden in physio- therapeutischen Fächern gekürzt wird, um mehr Zeit für den Unterricht in wis- senschaftlichen Fächern zu haben. Damit steht wirklich schlicht und einfach weni- ger Zeit für den Unterricht im prakti- schen Handeln zur Verfügung. Dies macht sich letztendlich bei den betreffenden Therapeuten bemerkbar, wenn sie in der Praxis tätig sind und in Weiterbildungs- kursen erscheinen. Zweitens merke ich auch in den Kursen bei Gesprächen mit Kollegen immer wie- der, dass die in praktischen Fächern un- terrichtenden Lehrer immer noch ihre vor vielen Jahren in Weiterbildungskur- sen angeeigneten Kenntnisse weiterge- ben. Tatsache ist aber, dass der vor z.B. 10 Jahren in Kursen zu Manueller Thera- pie, FBL oder PNF vermittelte Unterrichts- stoff nicht mehr unbedingt dem heutigen Wissensstand entspricht. Auch das ist meiner Meinung nach ein Grund für das tendenziell eher schlechter werdende Ni- veau der Teilnehmer. Es wäre wirklich empfehlenswert, wenn Dozenten von Physiotherapieausbildun- gen regelmäßig ihre Kenntnisse in ihren unterrichteten Fächern auffrischen bzw. aktualisieren würden. Auf diese Weise bekämen unsere Schüler in den prakti- schen Fächern den aktuellen Wissens- stand vermittelt. Auch die theoretische Unterbauung der praktischen Fächer könnte sicherlich auf- gefrischt werden. Das stelle ich ebenfalls immer wieder in meinen Physiologiekur- sen fest, deren Teilnehmer oft sehr über- rascht auf meine unterrichteten „neuen“ Erkenntnisse reagieren, die aber in Wahr- heit meistens schon 10 Jahre oder länger bekannt sind. Abschließend möchte ich mich nochmals herzlich für Deine mutigen Einwände, Bedenken und Ideen bedanken. Frans van den Berg PT MT OMT B.Sc., Senior Instruktor Ortho- pädische Manuelle Therapie, Gründer und Lehrer der IAOMT-Kursreihe Klinisches Pa- tientenmanagement Oberschwand 11 4893 Zell am Moos Österreich frans.vandi@@zell-net.at Berg Fv. Leserbrief zu: Van… Manuelle Therapie 2011; 15: 94 ∙ DOI http://dx.doi.org/10.1055/s-0031-1273479 Leserbrief94 Heruntergeladenvon:FHCampusWien.Urheberrechtlichgeschützt.

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