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Respect copyright

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Im Alltag kommen wir oft mit dem Urheberrecht in Berührung realisieren dies meistens aber gar nicht. Fundiertes Wissen zum Urheberrecht ist bei Erwachsenen und Jugendlichen selten vorhanden - oft ...

Im Alltag kommen wir oft mit dem Urheberrecht in Berührung realisieren dies meistens aber gar nicht. Fundiertes Wissen zum Urheberrecht ist bei Erwachsenen und Jugendlichen selten vorhanden - oft wird das Urheberrecht aus dieser Unkenntnis heraus missachtet. Die schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften haben daher die Unterrichtseinheit «respect ©opyright!» entwickelt, mit der Jugendlichen auf der Sekundarstufe I und II der korrekte Umgang mit dem Urheberrecht nähergebracht werden soll.
Im Zentrum der Unterrichtseinheit steht eine Zeitung, welche urheberrechtliche Inhalte kreativ und realitätsnah vermittelt. Sie ermöglicht den Lernenden, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, eigene und fremde Werte zu reflektieren und dadurch Handlungsmöglichkeiten für einen sinnvollen Umgang mit wichtigen Elementen des Urheberrechts zu entwickeln. Die Zeitung wird ergänzt durch Materialien für Lehrpersonen wie Arbeitsblätter, Fallstudien und Vertiefungsmöglichkeiten, die ab Anfang 2011 zum Download bereitstehen.

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    • respect opyright! Die Zeitung zum Thema Urheberrecht Herausgegeben von ProLitteris, SSA, SUISA, SUISSIMAGE, SWISSPERFORM EDITORIAL «Kreativität ist nun mal kein Urheberwasbittesehr? ‹Nine-To-Five›-Job» Am Anfang steht eine Idee. Die Idee entsteht im Kopf eines Menschen, vielleicht in deinem. Du nimmst sie und gestaltest daraus etwas Einmali­ ges, Kreatives, Kunstvolles, kurz: Du schaffst ein Werk. Und weil dieses Lied, dieser Text, diese Zeichnung so einmalig ist, gehört das Werk dir. Du allein bestimmst, was mit ihm ge­ schieht. Du kannst es publizieren, vor­ tragen, in der Schublade einschliessen oder zerstören. Dieses gesetzlich gere­ gelte Privileg heisst Urheberrecht. Ist dein Werk einmal herausge­ bracht, dann wird es von anderen Menschen gehört, gelesen, gesehen, berührt. Sie dürfen für ihren privaten Gebrauch Kopien herstellen, das Werk fotografieren oder zu Hause nachsin­ gen. Auch die Schule darf – im Rah­ men gesetzlicher Grenzen – urheber­ rechtlich geschützte Werke nutzen. Als Urheber bestimmst du über dein Werk. Niemand darf es ohne dei­ ne Zustimmung verändern, aufführen, vervielfältigen oder ausstrahlen. WennDer Schweizer Rapper und «Das Erste und Wichtigste ist immer beigetreten. Dabei ging es ihm nicht es jemand nutzt, kannst du eine Bezah­ die Idee», antwortet Stress auf die ums Geld, sondern um den Schutz sei­ lung verhandeln. Oder du kannst diesSchauspieler Stress kann ner künstlerischen Arbeit. Die vielen einer Organisation überlassen, die viele Frage, ob zuerst der Text oder dievon seiner Musik leben. Musik zu seinen Songs entstehe. Er kostenlosen Downloads aus dem In­ Künstler vertritt: einer Urheberrechts­Er erzählt, wie seine Songs findet das Urheberrecht für die Kul­ ternet hätten das Business verändert. gesellschaft. Sie sorgt dafür, dass du als turschaffenden sehr wichtig, darüber Als Musiker in der Schweiz von der Urheberin fair bezahlt wirst.entstehen und was ihm das werde viel zu wenig diskutiert. Der Musik zu leben, sei entsprechend hart, Geistiges Eigentum, und darumUrheberrecht bedeutet. Lausanner aus Estland ist der SUISA sagt Stress. Er hat es trotzdem ge­ geht es, braucht wie Sacheigentum schon ganz zu Beginn seiner Karriere schafft. Seite 6/7 einen angemessenen Schutz. Mit den Informationen in dieser Zeitung kannst du dir ein eigenes Bild machen. Damit du über deine Rechte und jene deiner Idole Bescheid weisst. Die Herausgeberinnen respect ©opyright! Schulveranstaltung zum Thema Urheberrecht Wie kommen Kunstschaffende zu ARTWORK SQUARE.CH ihrem Lohn? respect ©opyright! © WDSMPS vermittelt auf lustvolle Art Informa-Anna Luif Downloaden Leistungsschutzrechte tionen zum Thema Urheberrecht. Bekannte Künstler wie Greis erzäh-Die Zürcher Filmerin weiss aus eige­ Das Herunterladen von Musik, Texten Die Interpreten von Werken – Schau­ len aus ihrem Alltag. Auch in eurerner Erfahrung, was passiert, wenn man und Filmen aus dem Internet ist weit­ spieler, Sängerinnen und Musiker – Schule. Mehr dazu untereinen bekannten Song verändern und verbreitet. Das bleibt nicht ohne Fol­ haben keine Urheberrechte, dafür so­ c www.respectcopyright.chin einen Film einbauen will. gen für die Kulturbranche. genannte Leistungsschutzrechte. c siehe auch Seite 16 Seite 14 Seite 10 Seiten 2, 3, 6/7
    • 2 Gedanken, Ideen und WerkeTexte, Bilder, Songs oder Filme – dahinter Auguste Rodin schuf seinen «Denker» um 1880. Die Skulptursteckt viel menschliche Gedankenarbeit. zählt zu den wichtigsten Werken desOhne schöpferische Leistung gäbe es französischen Bildhauers.keine solchen Werke. Deshalb geniessendie Urheberinnen und Urheber einen Nutzung ihrer Leistungen oderbesonderen Schutz. Werke finanziell beteiligt sein. Mit anderen Worten: Schöpfe­ rische Tätigkeit und geistige Leistungen sollen einen Wert(lde) Eigentum hat in der west­ sich aber sehr vie­ haben.lichen Welt einen hohen Stel­ le Gedanken macht Nicht immer ist es einfach,lenwert. Ein Haus, ein Auto, und diese Gedanken eine Trennlinie zu ziehen – zuein Fahrrad, ein Tisch – die zum Beispiel als Ge­ entscheiden, ob es sich um einJurist/innen sprechen von schichte aufschreibt, «Werk» handelt oder nicht.Sacheigentum. Persönliches dann entsteht etwas «Drei Bedingungen muss einEigentum darf einem niemand Individuelles», sagt Werk erfüllen», erklärt Sandraohne Grund wegnehmen. Die Sandra Künzi. Eine Künzi. Erstens müsse es sichBundesverfassung garantiert Geschichte ist un­ um eine geistige Schöpfungdas Eigentum in der Schweiz. trennbar mit der Person handeln. Zweitens müsse ein Aber kann eine Person verbunden, die sie auf­ Werk grundsätzlich zur Lite­auch etwas besitzen, was man geschrieben hat. Eine Ge­ ratur und Kunst zählen – dochnicht berühren kann? «Ja und schichte ist das Produkt einer das ist ein weites Feld. DerNein», sagt Sandra Künzi, die geistigen Tätigkeit. Und weil materielle Wert des Werkesals Fürsprecherin im Kanton diese Person Anspruch hat spielt dabei überhaupt keineBern tätig ist. «Luft kann nie­ auf ihren eigenen Text, spricht Rolle. Mehr zu reden gebemand nur für sich beanspru­ man von geistigem Eigentum. hingegen das dritte Kriterium,chen. Das brauchen alle zum sagt Sandra Künzi. Das Gesetz Foto: Beat MeisterAtmen.» Schwieriger ist es Geistige Leistungen schreibe für ein urheberrecht­mit Ideen und Gedanken. Be­ lich geschütztes Werk nämlichsitzt zum Beispiel ein Mensch sollen etwas wert sein einen individuellen Charakterseine eigenen Gedanken? «Je­ Einen Text schreiben, ein Bild vor. Man könnte auch von Ori­der Mensch darf denken, was malen, ein Lied komponieren, ginalität sprechen. Insbeson­er will. Oft haben Menschen einen Film drehen – das alles dere bei Fotografien habe dasaber auch die gleichen Gedan­ sind geistige Leistungen. Ohne heberinnen – so werden die dafür aber sogenannte Leis­ in den letzten Jahren immerken», erläutert Sandra Künzi. Autoren und Malerinnen, ohne Schöpfer/innen von Werken tungsschutzrechte [c Seite 3]. wieder zu Diskussionen ge­Deshalb könne auch niemand Komponistinnen, ohne Dreh­ genannt – profitieren deshalb Interpret/innen haben, wie führt [mehr zu diesem Themafür sich beanspruchen, einen buchautoren und Regisseu­ von einem besonderen Schutz auch die Urheber/innen, An­ unter c www.hep-verlag.ch].Gedanken alleine gehabt zu rinnen gäbe es keine solchen durch das Urheberrecht. recht auf eine Entschädigung, Ob ein individueller Charakterhaben. «Wenn ein Mensch Werke. Die Urheber und Ur­ Die Urheberinnen und wenn ihre Leistungen bzw. vorliege, lasse sich letztlich Urheber können ein paar we­ Werke genutzt werden. Sie nur im konkreten Fall ent­ sentliche Rechte für sich in sollen an der wirtschaftlichen scheiden. Anspruch nehmen. Sie allein dürfen beispielsweise entschei­ Geistiges Eigentum den, ob und wann ein Werk (lde)Das geistige Eigentum – von den Jurist/innen auch zum ersten Mal veröffentlicht wird und wie dieses genutzt Privilegierte als Immaterialgüterrecht bezeichnet – umfasst zwei Be- werden darf. Auch haben sie Schulen reiche: das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte ei- das Recht, im Zusammenhang nerseits und die gewerblichen Schutzrechte andererseits. mit dem Werk genannt zu wer­ den: Schöpfer/in und Werk Foto: iStockphoto.com, Michael Jung Während das Urheberrechtsgesetz Werke der Literatur und Kunst, Computerprogramme sowie Leistungen der ausübenden gehören zusammen. Ebenfalls Künstler/innen, Produzent/innen und Sendeunternehmen schützt, zu den fundamentalen Rechten haben die gewerblichen Schutzrechte zum Ziel, geistige Leistun- der Urheberinnen und Urheber gen in Zusammenhang mit Innovation und wirtschaftlicher Tä- zählt, dass ihr Werk nicht ein­ tigkeit zu schützen. Zu den gewerblichen Schutzrechten zählen fach zerstört werden darf. unter anderem Patent-, Marken- und Designrechte. Sie werden Musiker/innen und Schau­ auch Registerrechte genannt, weil sie, anders als die Urheber- spieler/innen schaffen keine rechte, nur durch einen Eintrag in die entsprechenden Register Werke, sondern interpretieren Lehrerinnen und Lehrer dürfen – zumindest beim Urheber- und entstehen. die Werke anderer. Sie haben Leistungsschutzrecht – Dinge tun, die anderen Personen nicht c Weitere Infos: Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: www.ige.ch deshalb keine eigenen Urhe­ erlaubt sind. Dasselbe gilt auch für Schülerinnen und Schüler. berrechte an ihren Leistungen,
    • 3 Schwieriger Kein ewiger Schutz Balanceakt Ein Komponist weigert sich, für das konsumierte (lde) Auch nach dem Tod eines Zuckerwasser zu bezahlen. Ein Streit mit urheber- Urhebers oder einer Urhebe­ rechtlichen Folgen. Das Urheberrecht muss verschiedene rin bleibt das Urheberrecht an einem Werk bestehen. Aber Interessen unter einen Hut bringen – (lde) Die Stimmung im Pariser Café­Concert Ambassa­ nicht für ewig. In den meis­ deurs war entspannt. Das Orchester spielte, und die Gäste eine äusserst schwierige und ten Ländern, so auch in der vergnügten sich bei Speis und Trank. Unter ihnen war konfliktreiche Aufgabe. Schweiz, erlischt es siebzig auch Ernest Bourget, ein bekannter Chanson­Komponist. Jahre nach dem Tod des Urhe­ Zusammen mit einem Kollegen trank er Zuckerwasser, bers oder der Urheberin. ein Luxusgetränk jener Zeit. Als der Kellner einkassieren Ursprünglich war im Rah­ wollte, weigerte sich Bourget, die Rechnung zu beglei­ (lde) Das Urheberrecht muss Doch die Regale der Bib­ men der «Berner Übereinkunft chen. Seine Begründung: Das Orchester habe wiederholt nicht nur auf die Ansprüche liotheken sind voll von urhe­ zum Schutz von Werken der – und ohne dafür zu bezahlen – seine, Bourgets, Musik der Urheberinnen und Urhe­ berrechtlich geschützten Wer­ Literatur und Kunst» von 1886 gespielt. ber Rücksicht nehmen, son­ ken. Haben die Urheberinnen eine Schutzdauer von fünfzig Der Streit wurde vor Gericht ausgetragen. Und dern auch auf die Interessen und Urheber nun Anrecht auf Jahren vorgesehen. Die Idee Bourget bekam recht. Am 8. September 1847 verbot das der Allgemeinheit. Oft besteht eine Entschädigung, wenn ihre dabei war, dass neben dem Tribunal de Commerce de la Seine dem Wirt, Stücke hier ein Spannungsfeld. Auch Werke ausgeliehen werden? Urheber oder der Urheberin des Komponisten ohne dessen Einwilligung zu spielen. die Erklärung der Menschen­ Wessen Interessen sind höher auch noch die Nachkommen Später erhielt Bourget auch Schadenersatz zugesprochen rechte der UNO von 1948 zu gewichten? der zwei nachfolgenden Gene­ – der Wirt musste ihm nachträglich eine Vergütung zah­ spiegelt diesen Grundkonflikt. rationen vom Urheberrechts­ len. In Artikel 27 des Dokuments Auch das eidgenössische Par­ schutz profitieren können. Beflügelt durch diesen Erfolg, schlossen sich Bour­ ist festgehalten, dass jeder lament musste eine Antwort 1993 passte die EU die Frist get, zwei weitere Komponisten und ein Verleger 1850 Mensch freien Zugang zu In­ auf diese Frage finden. Die den veränderten Bedingungen zusammen, um die Aufführungsrechte an ihren Musik­ formation und Kultur haben Schweizer Parlamentarier/in­ – etwa der höheren Lebenser­ werken gemeinsam zu verwalten. Sie legten damit den soll, dass aber auch die geisti­ nen wählten den Kompromiss: wartung – an und erhöhte die Grundstein für die «Société des Auteurs, Compositeurs et gen und materiellen Interessen Wenn Bücher oder DVDs ge­ minimale Frist für ihre Mit­ Editeurs de Musique» (SACEM), die älteste Gesellschaft der Urheber/innen zu schützen gen Entgelt vermietet werden, gliedsländer auf siebzig Jahre. der Welt für die kollektive Verwertung von Urheberrech­ sind [c www.humanrights.ch/ so haben die Urheberinnen und Mehr zu diesem Thema unter ten an Musik. home/?idcat=7]. Urheber Anspruch auf eine c www.hep-verlag.ch Bereits 1777, also noch vor der Französischen Re­ Ein gutes Beispiel für Vergütung. Keine Entschädi­ volution, wurde in Paris die «Société des Auteurs et dieses Spannungsfeld sind gung bekommen sie hingegen, Compositeurs Dramatiques» (SACD) gegründet, um den die öffentlichen Bibliotheken. wenn der Verleih – wie in den Anliegen der Autoren und Dramatiker zum Durchbruch Über sie sollen Menschen meisten öffentlichen Biblio­ zu verhelfen. freien Zugang zu Kultur und theken – kostenlos ist. Andere Wissen erhalten – unabhängig Länder, so Deutschland oder von ihren finanziellen Mög­ Österreich, haben sich für an­ © Succession Giacometti/2010, ProLitteris Zurich. Foto: Keystone, Sotheby’s Handout lichkeiten und ihrer Bildung. dere Lösungen entschieden. Dank Bibliotheken sollen ins­ Dort werden die Urheberinnen besondere Kinder und Jugend­ und Urheber auch für die in liche gleiche Bildungschancen Bibliotheken kostenlos ausge­ haben. liehenen Werke entschädigt. Das Copyright-Zeichen LeistungsschutzrechteAuf nahezu allen Büchern und Musik-CDs ist es (verwandte Schutzrechte)zu finden – das kleine ©. Aber was bedeutet das (lde) Im schweizerischen Urheberrechtsgesetz (URG) sindCopyright-Zeichen eigentlich? nicht nur die Urheberrechte geregelt, sondern auch die sogenannten Leistungsschutzrechte (auch verwandte Schutz-(lde) Der Begriff «Copyright» wie der «Berner Übereinkunft rechte genannt). Um ein Werk hör- oder sichtbar zu machen, sindstammt aus dem angelsächsi- zum Schutz von Werken der Li- neben der Person, die das Werk geschaffen hat, oft weitere Per-schen Raum. Er steht in diesen teratur und Kunst» von 1886 ist sonen nötig: Interpret/innen (z. B. Sänger/innen, Musiker/innen,Ländern für das, was wir bei uns es in vielen Ländern zu einer An- Schauspieler/innen), Produzent/innen von Ton- und Tonbildträ-als Urheberrecht bezeichnen. näherung des Rechts gekommen. gern (z. B. Musik- und Filmproduktionsunternehmen) oder Sende- Die Werke des bekanntenCopyright und Urheberrecht ha- So entstehen Urheberrechte unternehmen. Ihnen stehen Leistungsschutzrechte zu. Konkret Bündner Künstlers Albertoben sich in Amerika und Europa heute auch in Amerika grund- erhalten sie unter anderem Entschädigungen, wenn ihre Darbie- Giacometti, der 1966 starb undgeschichtlich anders entwickelt. sätzlich automatisch, sobald ein tungen, Aufnahmen und Sendungen durch Dritte genutzt werden, dessen Porträt auf unsererSo war zum Beispiel bis 1989 in Werk entstanden ist. In Europa etwa wenn in einer Bar Hintergrundmusik oder der Fernseher Hunderternote abgebildet ist,den USA ein Copyright-Hinweis war das Anbringen des © nie läuft. In der Schweiz nimmt SWISSPERFORM diese Rechte wahr. sind ab 1. Januar 2037 nichtzwingend erforderlich. Dank eine rechtliche Voraussetzung mehr durch das Urheberrechtinternationalen Vereinbarungen für urheberrechtlichen Schutz. geschützt.
    • 4 Musical: Einheit von Musik, Tanz und TheaterRahel Senn hat es geschafft: Als Ab-schlussarbeit an der Kantonsschule hatsie ihr eigenes Musical zur Aufführunggebracht. So kompliziert das Unterfangenwar, aus urheberrechtlicher Sichtwar es viel einfacher als die schweizer-deutsche Version von «Grease», dieMonika Bühlmann mit ihren Tanzschülernauf die Beine gestellt hat.(nis) «Totaler Wahnsinn» – so wenn sie sich diesmal bei derder Titel des ersten eigenen Choreografie und beim drama­Musicals von Rahel Senn. Sie turgischen Aufbau von Profiswar gerade mal 18 Jahre alt, helfen liess, war auch dieseals sie im Rahmen ihrer Ma­ Produktion «totaler Wahn­turaarbeit zusammen mit ihren sinn». Foto: Andreas IseneggerMitschülerinnen und Mitschü­ Die Urheberrechte an bei­lern das Stück einstudierte. den Musicals liegen bei derNicht nur die Musik und die mittlerweile dreiundzwanzig­Liedtexte stammen von Ra­ jährigen Zürcherin. Jedes Mal,hel Senn, sie übernahm auch wenn eines ihrer Werke auf­gleich die Regie und die ganze geführt wird oder jemand die Ein fantasiereicher Mix aus «Harry Potter» und «Herr der Ringe»: In Rahel Senns zweitem MusicalProduktionsarbeit. CD mit dem Soundtrack kauft, «Sanskaja» müssen sich friedliche Elfen gegen eine böse Macht behaupten. Heute studiert Rahel Kom­ erhält sie eine kleine Entschä­position und Klavier in Zürich digung. Und wer weiss, viel­und arbeitet an ihrem ersten leicht kommt im Laufe der Nachspielen ist nicht Produzent/innen, Regisseur/ Produktion, nicht zu verglei­Roman [c Seite 5]. Auch ein Jahre einmal so viel zusam­ innen oder Lehrer/innen ein chen mit den internationalenzweites Musical, «Sanskaja», men, dass sie sagen kann, der immer einfacher bereits bestehendes Werk, Tourneetruppen, die ganzehat sie inzwischen getextet Aufwand habe sich nicht nur Dass jemand ein Musical von das sie mit ihrer Truppe, oder Sportstadien mit Publikumund komponiert. Es wurde im für ihr Selbstbewusstsein ge­ A bis Z selbst auf die Beine eben mit ihren Schülern und füllen.Sommer 2009 im Volkshaus lohnt, sondern auch finanziell. stellt, kommt nur sehr selten Schülerinnen, erarbeiten und Noch vor den ersten Pro­Zürich uraufgeführt. Selbst vor. Meistens suchen sich die aufführen können. Damit ben ging es also darum, die hat die Tanzlehrerin Monika Aufführungsrechte einzuho­ Bühlmann schon einige Erfah­ len. Monika Bühlmann hatte rungen gesammelt. Das erste es insofern einfach, als die Eine Bearbeitung war beispielsweise Musical, das sie mit ihren 10­ Firma, die die Rechte der Au­ Cover und Bearbeitung die berühmte Interpretation der amerika- bis 16­jährigen Schüler/innen toren und Komponisten des (nis) 1600 Versionen des nischen Nationalhymne «The Star- einstudierte, war «Grease», Musicals verwaltet, auch No­ Beatles-Songs «Yester- Spangled Banner» durch den Rock- eine rockige Liebesgeschichte, ten, Texte und eine CD mit day» wurden im Laufe gitarristen Jimi Hendrix am Woodstock- die vor allem in der Filmver­ dem Soundtrack ohne Gesang der Jahre veröffentlicht, auf Festival 1969. Die verzerrten Klänge sion von 1978 mit John Tra­ liefern konnte. Trotzdem hatte 2600 bringt es George Gersh- seiner Version erinnern an den Kampf- volta weltberühmt wurde. Für Monika Bühlmann noch viel wins «Summertime», und dabei lärm auf einem Schlachtfeld. Auch die Aufführung von «Grease» zu tun, bis das Stück mit Ku­ sind Ausschnitte und Bearbei- eine Verfilmung oder Übersetzung mit ihren Tanzschüler/innen, lissen, Kostümen, Licht und tungen auf DJ-Samplern noch eines Romans stellt eine Be- die auch singen und spielen Choreografie endlich bereit nicht einmal eingerechnet. Erfolg arbeitung dar, zu der die Au- mussten, erarbeitete Monika zum Proben war. fand schon immer viele Nachah- torin oder der Autor ihr Einver- Bühlmann eine gekürzte Fas­ Auch für die Übersetzung mer. Solange man sich beim Nach- ständnis geben müssen. sung auf Schweizerdeutsch, brauchte es die Erlaubnis der spielen strikte an die Vorlage hält – man Und selbstverständlich hat der eine sogenannte Bearbeitung, ursprünglichen Urheber. Dafür spricht dann von einer Coverversion –, Urheber für die Nutzung des deren Texte sie selbst verfasst gilt Bühlmanns Dialektversion ist das auch völlig o.k. Wer das Original Werkes in allen Formen An- hatte [c Box Cover und Be- jetzt als «Werk zweiter Hand», jedoch stark verändert, muss dafür die spruch auf Entgelt. Wenn also arbeitung]. Das Stück wurde das wiederum urheberrecht­ Fotos: Keyston Erlaubnis des ursprünglichen Kompo- e seine Komposition in einer Co- öffentlich und gegen Eintritts­ lich geschützt ist. Sie bekäme nisten oder der Komponistin einholen. In solchen verversion auf CD gepresst oder geld aufgeführt, also weder an sogar Tantiemen, wenn je­ Fällen spricht man nicht von einer Coverversion, live aufgeführt wird, erhält er dafür Entschädi- einer Schule noch in privatem mand diese Fassung für eine sondern von einer Bearbeitung. gungen. Rahmen und auch nicht gratis. eigene Adaption des Musicals Trotzdem war es eine Mini­ benutzen würde.
    • 5 Jahrelang schrieb ich wie ein wildes Tier … von Rahel Senn «Man wird als tor geboren wür­ Autor geboren», de; die Autoren­ Das Urheberrecht sagte mir ein­ krankheit lautet mal ein Autoren­ Schreib manie, Foto: Keystone, Gaetan Bally freund, und ich und sie macht ei­ macht vor Clubs nicht halt habe diese Aus­ nen immun ge­ sage nicht ver­ gen Rückschlä­ standen, bis ich ge, die einen auf Foto: Schafak Ünal mich eines Tages dem Weg zum gefragt habe, was Beruf erwarten. eigentlich mit mir Die Frage, Mit 17 fingt sie an, Platten aufzulegen. Heute ist DJ Tatana eine der erfolgreichsten DJs der Schweiz. los sei; jahrelang die ich immer schrieb ich wie ein wildes Tier, wieder zu hören bekom­ verbrachte ich jeden Tag zig me, wenn ich sage, dass ich Zu einer anständigen Party gehört ein DJ! sie die Songs eintragen, die Stunden mit dem aufgeschla­ an einem umfangreicher­ sie am Abend gespielt haben. genen Laptop in einem Café en Text arbeite, lautet: «Und Und zu jedem DJ gehört eine anständige Denn klar rechnen auch die (und ich tue es immer noch!), wann kommt das Buch in CD-Sammlung oder, besser noch, ein gut grossen Clubs mit der SUISA ohne ein Buch hervorgebracht die Läden?» Alle wollen das bestückter iPod. ab. «Schliesslich sollen die zu haben. Buch – das Werk einer Autorin Musiker etwas davon haben, Drei dreihundertseitige Ma­ – sehen, aber niemand würde wenn ihre Songs beim Publi­ nuskripte habe ich bereits ver­ denken, dass der Prozess vom kum ankommen», findet Splitt. worfen – jedes Mal wars, als Geschichtenerfinden bis zum (nis) DJ Splitt* bringt immer richtsstunde – da gilt die Mu­ Die Entschädigung richtet sich ob ich meinen besten Freund verkäuflichen Exemplar Jahre ein paar alte Vinyl­Scheiben sik bekanntlich als Lehrmittel nach den Eintrittspreisen und zu Grab begleitet hätte –, und dauern kann (wenns ein Best­ mit, wenn er auflegt. Statt auf und fällt unter den reduzierten nach der Anzahl Gäste, die die ich bin mir nicht sicher, ob seller werden soll, sowieso!). dem iPod hat er seine Songs Schultarif [c Seite 2]. Veranstaltung besucht haben. mein viertes Manuskript gut Ein Verlag lässt sich wohl auf einer externen Festplatte «Eine Schülerdisco kann So steuert der Veranstalter genug sein wird, um als Buch suchen – bestimmt gibt es eine gespeichert. Er sorgt min­ man mit einem Dorffest ver­ an so einem Abend für jeden auf den Markt zu kommen. Ich Handvoll Hobbyschreiber, die destens einmal im Monat an gleichen, an dem ja oft Musik Clubbesucher und jede Be­ habe das Glück, in einem ge­ ihre Texte mit parfümierten irgendeinem Fest dafür, dass zum Tanz gespielt wird», er­ sucherin etwa einen Franken standenen Autor einen treu­ Sammelbriefen an alle Verla­ auch die Faulsten abtanzen. klärt Splitt. «Dafür gibt es bei zum Einkommen der Kom­ en Freund gefunden zu haben, ge schicken, die sich im Han­ «Seit man die Songs aus dem der SUISA Pauschaltarife, die ponist/innen und Musiker/ der meine Schriftstellerkarri­ delsregister finden lassen, und Internet herunterladen kann, von der Website der Verwer­ innen bei. «Für den einzelnen ere mit gnadenlos kritischem darauf warten, ihren Buchtitel ist das DJing einfacher gewor­ tungsgesellschaft herunterge­ Musiker ist das nicht viel, aber Auge mitverfolgt und mir hilft, auf der Bestsellerliste zu lesen den», findet er, «ein Taschen­ laden werden können.» Auf je mehr Leute zu seiner Musik den Weg zu finden, den man –, aber in den wenigsten Fäl­ PC und anständige Boxen ge­ dieser Site finden die professi­ tanzen, desto mehr Geld läp­ als zukünftige Buchautorin zu len finden. Wenn ein Roman nügen.» Trotzdem ist ihm eine onellen DJs Listen, auf denen pert sich zusammen.» beschreiten hat. Es ist ein ver­ oder eine Erzählung Substanz gute Musikanlage lieber als dammt harter Weg! Und seit hat, kommen die Verlage, die die transportable Miniaturaus­ ich ihn gegangen bin, verstehe für gewöhnlich «keinen Platz rüstung: «Wenn ich zwischen ich, was er damals gemeint hat, mehr für neue Autoren haben», Platten, CDs und MP3­Player Die Künstler/innen nicht als er sagte, dass man als Au­ von selbst. abwechseln kann, habe ich mehr Möglichkeiten, auf die vergessen Leute einzugehen.» Und das (nis) Ob am Turnfest, am Abschlussball, im Tanzkurs, im Buchland Schweiz? sei das Wichtigste für einen guten DJ – zu spüren, was bei Shoppingcenter oder in der Disco: Überall, wo Musik zu hören ist, sollten deren Urheber und die Interpret/innen für ihre den Gästen gerade ankommt. Arbeit auch einen Lohn erhalten. Weil aber eine kommerzielle DJ Splitt nimmt es mit dem Veranstaltung etwas anderes ist als ein Quartierfest, unter- Musikauflegen sehr genau. scheiden sich die Entschädigungen, die an den verschiedenenFoto: iStockphoto.com, David Franklin Schon in der Schule erkun­ Anlässen zu bezahlen sind, zum Teil beträchtlich. Auskunft über digte er sich bei der SUISA die verschiedenen Tarife findet man auf der Website c www. Fast 500 Verlage gibt es in der Schweiz, jährlich erscheinen nach den rechtlichen Grundla­ suisa.ch oder direkt, über Telefon, bei der Verwertungsgesell- bei uns 10 000 Titel. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie klein gen. Ein Abschlussfest ist halt schaft. Nichts bezahlen muss man, wenn man unter Freunden das Land ist. Die Schweiz – ein Paradies für die Schriftsteller/ etwas anderes als eine Unter­ Musik hört, an einem Geburtstagsfest beispielsweise oder an innen? Mehr zu diesem Thema c www.hep-verlag.ch einer Hochzeit. *Name geändert
    • 6 INTERVEW MIT STRESS «Das Erste und Wichtigste ist immer die Idee» Foto: Seb AgnettiSchon früh wurde der Lausanner Rapper eingezogen wird, diese festen den Inhalt meiner Texte ziem­ Und die Inspiration, woher Vorstellungen machen einen lich explizit wiedergeben. kommt die?Stress (alias Andres Andrekson) Mitglied leicht zu einem Gefangenen, Manchmal hat man sie ganzbei einer Urheberrechtsgesellschaft. und neue Ideen entstehen nur Wie viel in den Videoclips be- allein, manchmal entsteht sieDabei ging es ihm nicht ums Geld. in völliger Freiheit. ruht auf deinen Ideen, und was im Team. Es gibt Songs auf kommt vom Regisseur? meinem Album, die länger Wie soll man das verstehen, Das ist, wie vieles in mei­ als ein Jahr brauchten, bis sie Ideen hat man doch immer, nem Beruf, immer ein Team­ fertig waren – und diese Zeit(nis) Was bedeuten die Urhe- Mal ist es eine Verszeile, zu sogar im richtigen Gefängnis? work – nur schon, weil ja zahlt einem niemand. Aberberrechte für dich? der ich die Musik suche, dann Ich rede hier nicht von Ge­ der Text und die Musik von Kreativität ist nun mal keinDas ist ein Thema, über das wieder habe ich einen Fetzen danken, sondern von Kre­ mir die Grundlage des Clips «Nine­to­Five­Job». Die Ideeviel zu selten diskutiert wird. Musik im Ohr, zu dem die ativität: Nehmen wir zum bilden. Wir suchen gemein­ kommt, wann sie will – darumAber das Urheberrecht ist sehr Reime fehlen. Stück für Stück Beispiel ein Albumcover. In sam nach möglichen Umset­ muss man einer CD die Zeitwichtig für uns Kulturschaf­ setzt sich das mit der Zeit meinem letzten CD­Booklet zungen. Aber danach lasse ich geben zu wachsen.fende. Da nervt es mich, wenn zu einem Song zusammen – hat es ein Foto, da liege ich dem Regisseur freie Hand.die Leute sich damit heraus­ manchmal auch mit der Hilfe auf einem Berg von Patronen­zureden versuchen, dass sie von Freunden und Kollegen. hülsen. Sie sehen fast weichdavon keine grosse Ahnung Das kann auch dann und aus, wie ein Kissen, und sindhaben. Darum geht es doch wann heissen, dass man ak­ doch ein Symbol für brutalsteimmer im Leben: Man muss zeptieren muss, wenn keine Gewalt. Das Bild wirkt sanft Stress: Sein Weg zum Erfolgsich eine eigene Meinung bil­ Ideen kommen. und vermittelt trotzdem eineden. Und dazu gehört, dass aggressive Aussage. Denn die (nis) Der Rapper, Musiker und Schauspieler Stress heisstman sich über die Dinge in­ Ohne Ideen gäbe es keinen Idee dahinter wirkt durch den mit bürgerlichem Namen Andres Andrekson. Er wurde amformiert. Gedankenlosigkeit Stress? Gegensatz nur umso stärker. 25. Juli 1978 in Estland geboren und kam als Zwölfjähriger mitging mir schon immer auf den Das könnte man so sagen, ja. Die Idee ist einzigartig, darum seiner Mutter in die Schweiz, nach Lausanne, wo er zur SchuleGeist – ganz egal, um welches Man weiss ja nicht, woher die geht es mir. ging und Wirtschaft studierte. Stress ist mit der SchauspielerinThema es sich dreht. Ideen kommen. Aber letztlich Melanie Winiger verheiratet und lebt heute in Zürich und Lau- sind sie es doch, die den Un­ In der Deutschschweiz ver- sanne. Er veröffentlichte fünf CDs mit der Hip-Hop-FormationWas entsteht zuerst: Der Text terschied zwischen den Men­ stehen allerdings viele deine Double Pact (1995–2006) sowie vier Solo-Alben: «Billy Bear»oder die Musik zu deinen schen ausmachen. Heute gibt Texte gar nicht. Ist das kein (2003), «25.07.03» (2005), «Renaissance» (2007) und «Des rois, desSongs? es oft zu viel «mise en forme» Frust? pions et des fous» (2009). 2008 erhielt Stress drei, 2010 weitereDas Erste und Wichtigste ist – Verpackung – und zu wenig Da kann ich nichts dagegen zwei Swiss Music Awards.immer die Idee. Alles Weitere eigene Ideen. Man muss auf­ tun. Aber unter anderem des­ c www.stressmusic.comdurchdringt sich gegenseitig. passen, dass man da nicht hin­ halb mache ich Videos, die
    • 7Nun aber konkret: Du kom- Stört es dich, wenn die Leu- viel kleiner ist. Ich habe ja sich eine eigene Meinung bil­ nicht bezahlt. Wenn also dieponierst, schreibst Texte und te deine Songs in Internet- schon lange recht viel Erfolg, den – genauso, wie ich das in Musiker und Filmemachertrittst ja auch an deinen Kon- Tauschbörsen downloaden? aber von meiner Musik leben meinen Texten mache. immer weniger Geld für ihrezerten auf. Heisst das, die Es geht ums Prinzip. Es geht kann ich erst seit etwa drei, Klar ist es schwierig für Arbeit bekommen, werdenSUISA vertritt deine Rechte darum, dass die Leute be­ vier Jahren. einen Schüler, der vielleicht sie vielleicht irgendwann haltals Komponist und Textautor greifen, dass sie die Künstler Es gibt im Musikbusiness zwanzig Stutz Taschengeld im etwas anderes machen müssenund die SWISSPERFORM nicht unterstützen, wenn sie ja nicht nur die superreichen Monat hat: Soll er sich eine und keine Zeit mehr haben fürdeine Rechte als Interpret? die Songs im Netz klauen. Am Stars und die armen tellerwa­ CD kaufen oder ins Kino ge­ ihre Musik oder die Filme –Ja. Aber ehrlich gesagt, lasse Schluss trifft es ja immer die schenden Bohemiens, son­ hen? Oder die CD runterladen weil sie ja schliesslich auchich den ganzen Formularkram Kleinen, die nicht mehr davon dern auch Menschen, die ganz und ins Kino gehen? Oder die was zu essen brauchen, um zumittlerweile von meinem Ma­ leben können. Ehrlich gesagt, normal von ihrer Arbeit leben CD und den Film downloaden überleben.nager erledigen. Er schickt die ist das ziemlich Scheisse mit wollen. Aber als Musiker in und mit den Kollegen eins Und ja: Was werden dieStücke ein und trommelt alle den Downloads. Es gibt eine der Schweiz von der Musik trinken gehen? eifrigen Downloader sagen,Beteiligten zusammen, damit Veränderung im Business, die zu leben, ist hart. Es gibt so Er muss sich einfach be­ wenn es irgendwann einmalwir die Anteile, die jeder Ein­ wusst sein, was es für Folgen keine Musik mehr gibt, weilzelne an so einem Song hat, hat, wenn er für die Musik und die, die sie machen, sich dasuntereinander aufschlüsseln die Filme, die er konsumiert, nicht mehr leisten können?können. Dann unterschreibenwir alle die Formulare, und dieSache ist für uns erledigt. Vier Fragen an die SUISASeit wann lässt du deine Rech-te schon von der SUISA wahr-nehmen? (nis) Was verdient ein Künst- bei der SUISA melden, wennIch habe schon früh beschlos­ ler oder eine Künstlerin pro sie es spielen?sen, der SUISA beizutreten. verkaufte CD? Nur die ganz kleinen pri­Dabei ging es mir nie ums Wenn ein Künstler oder vaten Radiostationen derGeld, sondern um den Schutz Foto: Seb Agnetti eine Künstlerin alle Songs Schweiz müssen kein Pro­meiner künstlerischen Arbeit. auf einer CD selbst kom­ gramm der gespielten SongsDas sind meine Songs. Ich poniert hat, dann erhält er abgeben. Das Geld, das siewollte nicht, dass man sie mir oder sie als Urheber/in pro der SUISA überweisen,klaut. Heute geht es mir auch verkaufte CD im Schnitt wird auf die Songs verteilt,darum, dass diese Einträge «Kreativität ist nun mal kein ‹Nine-to- etwa 1 Franken 50 für seine die von den anderen priva­wie ein Repertoireverzeich­ Arbeit. Was die Interpret/in­ ten Radiostationen gespieltnis funktionieren. Was bei der Five-Job›. Die Idee kommt, wann sie nen an einer CD verdienen, werden. Alle anderen Ra­SUISA erfasst ist, ist mein will – darum muss man einer CD die Zeit ist viel schwieriger zu schät­ diostationen sind jedochWerk. Wenn ich einen Song geben zu wachsen.» zen – es kommt darauf an, verpflichtet, der SUISA einbei der SUISA einreiche, setze welche Verträge sie mit ih­ Programm zu schicken. Dieich gewissermassen auch ei­ rer Plattenfirma abgeschlos­ SUISA erhält und bearbeitetnen Schlusspunkt darunter. sen haben. jedes Jahr Programme von wir nicht kontrollieren können. viele talentierte Leute. Und insgesamt rund 60 Radio­Wie setzt sich dein Einkommen Und es gibt viele Künstler, die es stimmt, manchmal ist das Wer erhält wie viel, wenn sendern. Nur so kann siezusammen? deshalb nicht mehr überleben wirklich sehr, sehr frustrie­ ein Song am Radio gespielt den Komponisten, Textau­Mehrmals im Jahr wird bei der können und die Musik höchs­ rend. wird? torinnen und Verlegern derSUISA abgerechnet, und ich tens noch nebenbei machen. Wenn ein Song auf einem weit über 100 000 Songs,erhalte als Urheber Geld, zum Und wenn eine Band dich co- Privatsender wie «Radio die in der Schweiz im RadioBeispiel pro verkaufte CD und Und wie steht’s mit den Han- vert? Was sollen die tun, damit 24» läuft, erhalten die Kom­ laufen, Geld für ihre Arbeitwenn meine Songs am Radio dyaufnahmen deiner Konzerte, das nicht illegal ist? ponistinnen und Autoren überweisen.oder TV gespielt werden. Da­ die man auf YouTube findet? Also zuallererst sollen sie sich jedes Mal etwa 70 Rappen.für erhalte ich auch als Inter­ Du meine Güte, die sind der­ Mühe geben, dass es dann Wenn der Song auf einem Wie läuft die Abrechnungpret zusätzlich Geld von der massen schlecht! Verwackelte auch gut klingt :­) Ich habe SRG­Kanal (wie «Virus» bei MTV?SWISSPERFORM. Aber im Bilder, kaum verständlicher auch schon Songs von anderen oder DRS 3) läuft, erhalten MTV ist kein SchweizerVerhältnis bringt das nicht viel Ton – das kümmert mich nicht gecovert, das gehört doch zur sie dafür etwa 6 Franken 75. Sender, deshalb gilt fürein. Das meiste verdiene ich gross, wenn die auf YouTube Entwicklung jedes Musikers. (Bei der ersten SRG­Aus­ Clips auf MTV das auslän­als Interpret mit Konzerten auftauchen. Das ersetzt ja das Aber klar, wenn jemand einen strahlung eines Songs in ei­ dische Gesetz. Bei MTVund mit dem Verkauf der CDs. richtige Erlebnis, live dabei Song von mir veröffentlichen nem Halbjahr sind es sogar Deutschland zum Beispiel gewesen zu sein, niemals. Sol­ will, braucht es die Erlaubnis rund 34 Franken.) Auch die werden die UrheberrechteUnd was sind deine grössten che Videos macht man ja nur, der SUISA, die meine Rech­ Interpret/innen (Musiker/in­ für die Schweizer Kom­Ausgaben? um damit zu prahlen, dass man te in diesem Bereich wahr­ nen und Sänger/innen) erhal­ ponist/innen von unsererNatürlich auch die Konzerte. am Konzert war. Und letztlich nimmt. ten Geld, dies dann von der deutschen Schwestergesell­Wir zahlen ja alles selbst: die ist das sogar Werbung für SWISSPERFORM. Aller­ schaft GEMA einkassiert.Mitmusiker, die Bühnentech­ mich. Was rätst du den Schülern, die dings ist der Betrag nicht so Die GEMA leitet dann diesenik, den Transport. Und wenn Musik und Filme im Internet einfach zu berechnen, weil Gelder an die SUISA weiter.wir eine CD aufnehmen, enga­ Kann man als Musiker in der herunterladen? viele Faktoren mitspielen. So erhalten auch die Schwei­giere ich jedes Mal auch Stu­ Schweiz so reich werden wie Ich kann ihnen die Entschei­ zer Urheber/innen der Songsdiomusiker, das ist nicht billig. eine Britney Spears? dung, was sie machen wollen Müssen Radiostationen je- auf MTV Deutschland einenAber das ist eine Investition Nein, reich werden kann man und was nicht, nicht abneh­ des Stück aufschreiben und Lohn für ihre Arbeit.für die Zukunft und sichert mir hierzulande als Musiker kaum men. Aber ich kann ihnenmeine Unabhängigkeit. – einfach weil der Markt viel, Denkanstösse geben, damit sie
    • 8 Technik und Urheberrecht Spezialfall Computerprogramme (lde) Computerprogramme haben im Urheberrecht eine Sonderstellung. Im Prinzip handelt es sich dabei ja nichtDas Urheberrecht musste immer wieder auf. Im selben Jahr fand in um Werke, anders als bei Texten, Bildern, Songs oder Fil- Deutschland die erste Rund­ men. Trotzdem sind Computerprogramme wie Werke geschützt.an die technische Entwicklung ange- funkübertragung eines Inst­ Ein kleiner Unterschied besteht bei der Schutzdauer: Währendpasst werden. Zu eigentlichen Entwick- rumentalkonzertes statt. Ra­ Werke der Literatur und Kunst siebzig Jahre über den Tod deslungssprüngen führten die Erfindung diopioniere fanden sich auch Urhebers oder der Urheberin hinaus geschützt sind, beträgt die in der Schweiz zusammen. Schutzfrist bei Computerprogrammen nur fünfzig Jahre.der Schallplatte, die drahtlose Kommuni- 1922 nahm in Lausanne der Die grössten Unterschiede zu den literarischen und künstleri-kation über Funk die Radio- und Fernseh- dritte öffentliche Radiosender schen Werken betreffen den Eigengebrauch. Europas seinen Betrieb auf.technik. In Zürich entstand 1924 die Radiogenossenschaft Zürich, Fernsehen im Internet die auf dem Hönggerberg den (lde) Damit ein Sender urheberrechtlich geschützte Werke (z. B. ersten Sender in der deutsch­ Filme oder Songs) senden darf, benötigt er das sogenannte Sen- sprachigen Schweiz betrieb. In derecht. Dies gilt auch fürs Schweizer Fernsehen, Radio DRS und den Zwanzigerjahren wurden für alle privaten Fernseh- und Radiosender. Firmen, die Program- im ganzen Land Radiogenos­ me weiterverbreiten und den Konsumentinnen und Konsumenten senschaften gegründet. zur Verfügung stellen, müssen über das «Weitersenderecht» ver- Die Politik musste diesen fügen. Das betrifft in erster Linie die Kabelnetzbetreiber (z. B. die neuen Entwicklungen Rech­ Cablecom), aber auch die Swisscom, die mit Bluewin auch Fern- nung tragen. 1923 trat in der sehangebote über das Telefonnetz verbreitet. Unter das Weiter- Schweiz ein neues Urheber­ senderecht fallen ebenso Unternehmen wie Zattoo oder Wilmaa, recht in Kraft. Dieses schuf die Fernsehprogramme über das Internet anbieten. Neu kommen unter anderem die Grundlage auch drahtlose Netzbetreiber hinzu. Ein Teil der monatlichen Ge- für die ersten schweizerischen bühren kommt den Berechtigten gemäss dem schweizerischen Verwertungsgesellschaften, Urheber- und Leistungsschutzrecht zugute. die sich um die Rechte von Urheberinnen und Urhebern kümmerten. So schloss etwa Darf man den Kopierschutz einer DVD die Gesellschaft für Auffüh­ knacken? rungsrechte, eine Vorgän­ gerorganisation der heutigen (lde) Umgeht eine Privatperson für das Herstellen einer gesetzlich Bild: Keystone SUISA, bereits 1926 mit der erlaubten Privatkopie einen technischen Kopierschutz, so kann Radiogenossenschaft Zürich sie nach schweizerischem Recht dafür nicht belangt werden. einen Lizenzvertrag ab. Auch Verboten ist aber das Anbieten und Verbreiten von Vorrichtun-1877 erfand Thomas Alva Edison den Fonografen – Musik auf- gab es damals schon Verträge gen, mit denen technische Schutzmassnahmen – also etwa dernehmen war damals nicht ganz so einfach wie heute. mit Musikvereinen, Konzert­ Kopierschutz auf einer DVD – geknackt werden können. veranstaltern und Kursälen.(lde) «Hello» soll das ers­ wieder vor neue Herausforde­te Wort gewesen sein, das rungen stellte. Als Musik nochThomas Alva Edison aufge­ ausschliesslich im Konzertsaalnommen und anschliessend erklang, stellten sich ganz an­ Der Buchdruck – eine Erfindung mit Folgenwieder abgespielt hat. Edison dere Fragen als in der heutigenhat nicht nur die Glühbirne er­ Zeit mit Rundfunk, Internet (lde) Um 1440 revolutionier- Johannesfunden, sondern auch den Fo­ und MP3­Playern. Entstanden te Johannes Gutenberg mit Gutenberg Bilder: iStockphoto.com (Gutenberg: nicoolay; Druck früher: Grafissimo, Druck heute: seraficus)nografen, mit dem man Töne ist ein Markt für die Massen­ der Erfindung der bewegli-auf einem Wachszylinder nutzung von urheberrechtlich chen Metalllettern und derspeichern und wiedergeben geschützten Werken. Druckerpresse den Buch- Druckenkonnte. Nur kurze Zeit nach druck. Seine Erfindung er- gesternEdisons Erfindung entwickelte Pioniere gründen möglichte die «Vervielfälti- und heuteder in Amerika tätige Deutsche gung» von Texten. Wer vorherErnst Berliner den Urahnen Radiogenossenschaften ein Buch kopieren wollte,der Schallplatte. Das Abspiel­ Ende des 19. Jahrhunderts musste es abschreiben – einegerät für diese Schallplatten, entwickelten Wissenschaftler mühselige Angelegenheit.das Grammofon, wurde 1888 in Europa und Amerika die Deshalb dachte auch nie-in Philadelphia präsentiert. Grundlagen für die drahtlo­ mand daran, den Autor des Auf den ersten Blick haben se Kommunikation und die Originals zu entschädigen.diese technischen Errungen­ Radio­ und Fernsehtechnik.schaften nicht viel mit dem Ur­ Kaum war der Grundsteinheberrecht zu tun. Bei näherer für den Rundfunk gelegt, Mehr zu diesem ThemaBetrachtung zeigt sich jedoch, nahm 1920 in den USA auch unter c www.hep-verlag.chdass die technische Entwick­ schon die erste kommerziel­lung das Urheberrecht immer le Radiostation ihren Betrieb
    • 9 Die digitale Technik Bereits vor mehr als zehn Jahren hat man erkannt, dass diese neuen digitalen Ent­ pflügt die Gesellschaft um wicklungen in den nationalen Urheberrechtsgesetzen rücksichtigt werden müssen. be­ Zentral ist das sogenannte On­Demand­Recht. DarunterDank Internet, CD- und DVD-Brennern, versteht man das Recht, der Öffentlichkeit ein Werk in ei­MP3-Playern und Handys lassen sich nem Kommunikationsnetz –Werke heute beliebig oft und kosten- etwa über Internet oder Mobil­günstig kopieren. Dies stellt das Urheber- funknetze – zugänglich zu machen. Online­Musikshopsrecht vor neue Herausforderungen. beispielsweise sind auf dieses Recht angewiesen. Sie müssen sowohl bei den Urheber/innen(lde) Als 1982 die erste CD zogen werden. Letzteres kann als auch bei den Interpret/in­mit digital gespeicherter Mu­ legal oder aber auf unerlaubte nen und Produzent/innen einesik auf den Markt kam, ahn­ Weise geschehen. Lizenz einholen, um mit derenten nur wenige, wie rasch Werken ihr Geschäft betreibender neue Tonträger die Vinyl­ Kopieren ohne zu können.Schallplatte verdrängen wür­de. Die Ablösung markiert den Qualitätsverlust Das Internet als neue Foto: iStockphoto.com, Matt JeacockÜbergang von der analogen Gespeichert und kopiert wur­zur digitalen Welt. Die rasan­ de zwar schon lange. Mit Drehscheibete Entwicklung der digitalen Tonbandgerät, Kassetten­ und Nicht nur Musik und TexteTechnologie und vor allem das Videorecorder konnte man Eine tabellarische Übersicht werden übers Internet unter dieInternet haben den Umgang Musik und Filme aufnehmen über die technische Leute gebracht. Immer mehrder Gesellschaft mit Informa­ und Kopien herstellen. Aller­ Entwicklung findet sich unter dient das Web auch zur Ver­tionen grundlegend verändert. dings war das recht aufwen­ c www.hep-verlag.ch. breitung von Podcasts, Filmen,Nutzer/innen und Konsument/ dig, und die Kopien erreichten Fernseh­ und Radiosendungen.innen haben Zugang zu Inhal­ nie die Qualität des Originals. sich per Mausklick herunterla­ Ländern mit rechtlichen Mit­ Werden Sendungen zeitgleichten aus der ganzen Welt. Und In dieser Hinsicht hat sich den. An die Stelle der schlech­ teln vorgegangen – und zerr­ auch im Internet angeboten,diese Informationen können vieles grundlegend verändert. ten Kopien von einst sind Klo­ te fehlbare Nutzer/innen vor so spricht man von «Strea­auf den eigenen Rechner ko­ Mit digitalen Geräten wie CD­ ne von hoher Qualität getreten. Gericht. Andererseits entwi­ ming». Wenn Inhalte hinge­piert und gespeichert werden. oder DVD­Brennern können Die Musik­ und Filmindustrie ckelte sie sogenannte Digital­ gen zeitverschoben und zumEine Folge davon ist, dass Kopien ohne Qualitätsverlust ist dadurch stark unter Druck Rights­Management­Systeme individuellen Gebrauch aufMusik und Filme zunehmend in beliebiger Zahl und kos­ geraten. Gegen das Kopieren (DRM) – bisher allerdings mit einer Webseite angeboten wer­nicht mehr im Laden gekauft, tengünstig produziert werden. und Downloaden aus illega­ mässigem Erfolg [c www.hep- den, handelt es sich um «On­sondern über das Internet be­ Songs aus dem Internet lassen len Quellen ist sie in einigen verlag.ch]. Demand»­Dienstleistungen. Privatkopien sind erlaubt Im Gegenzug erhalten die Urheberinnen und Urhe­ ber, die Interpretinnen dern. Sie gelangten mit ihren Anliegen sogar ans Bundesge­ richt. Das höchste Schweizer und Interpreten, aber auch Gericht gab jedoch den Urhe­Seit 1992 dürfen Werke für den privaten die Produzent/innen und berrechtsgesellschaften recht. Sendeunternehmen eine Seit 2007 werden auch dieGebrauch kopiert werden. Im Gegenzug Vergütung. In den ers­ digitalen Speichermedien wieerhalten die Urheberinnen und Urheber ten Jahren wurde diese MP3­Player und Videorecor­ hulzund die Inhaber/innen von Leistungs- Vergütung nur auf Leer­ der mit eingebauter Harddisc , Volkmar Sc kassetten erhoben, spä­ erfasst.schutzrechten eine Entschädigung. ter auch auf CD­ und Die Höhe der Vergütun­ ne DVD­Rohlingen. Die gen wird zwischen den Urhe­ Foto: Keysto weitere Anpassung ans berrechtsgesellschaften und digitale Zeitalter, das heisst Nutzerverbänden periodisch(lde) Das Problem entstand in umgehen. Eigentlich war das CD oder ein Video zum Pri­ die Ausdehnung der Leerkas­ ausgehandelt und durch eineden 1980er­Jahren: Mit der Aufnehmen illegal, bis 1992 vatgebrauch auf einen leeren settenvergütung auf digitale Schiedskommission geneh­zunehmenden Verbreitung der eine Lösung gefunden wur­ Träger zu überspielen. Auch Speichermedien, hat zu hit­ migt. Seit einiger Zeit treten anKassettenrecorder begannen de: Das Kopieren zu privaten Familienangehörige und enge zigen Diskussionen geführt. die Stelle der MP3­Player ver­Teenager in grossem Stil die Zwecken ist erlaubt, aber auf Freunde dürfen diese Kopi­ Konsumentenschutz­ und Nut­ mehrt Musik­Handys. Auchim Radio ausgestrahlte Hitpa­ dem Träger oder dem Speicher en benutzen. Unter keinen zerorganisationen störten sich auf diesen Geräten werden Ur­rade auf Kassette aufzuneh­ ist dafür eine Vergütung ge­ Umständen darf man sie aber an den in ihren Augen zu ho­ heberrechtsvergütungen erho­men. Damit konnten sie den schuldet. verkaufen. Wer dies tut, macht hen Vergütungen – oder woll­ ben, der entsprechende TarifKauf der aktuellen Singles Es ist also zulässig, eine sich strafbar. ten diese sogar ganz verhin­ wurde 2010 genehmigt.
    • 10 Alle tun es – und (fast) alle schämen sich dafür Foto: iStockphoto.com, druvaViele Jugendliche laden Musik oder «In der Regel findet man downloaden und unseren Freundinnen anschauen will. in den Tauschbörsen vor allem Freunden vorspielen, machen Zu Hause im trauten Kreis istFilme aus dem Internet auf ihren wir ja gleichzeitig Werbung, das kein Problem. Anders sieht Mainstream», meint eine derComputer. Die Künstlerinnen und Künstler Befragten, «und die grossen davon profitieren die Künstler es aus, wenn man eine Partysind aber darauf angewiesen, dass ihre Bands und Hollywoodstu­ doch auch.» im Gemeindehaus veranstaltet dios kassieren doch schon ge­ Tatsächlich ist es erlaubt, und dort eine FilmvorführungCDs und DVDs gekauft werden. nug ab.» Independent­Filme eine heruntergeladene Datei plant. Oder im Klassenlager, und Musikstücke unbekann­ an Freunde und Freundinnen als Krönung des Abschluss­ ter Bands leihe sie sich in weiterzugeben, solange man abends. In beiden Fällen gilt(nis)Ein schlechtes Gewissen bewusst sind, dass vor allem der Videothek oder kaufe sie vernünftige Grenzen einhält. es, zuerst die Vorführrechte beihaben fast alle. Eine spon­ weniger bekannte Künstler/ an Konzerten. «Man darf nicht Und natürlich bedeutet weiter­ der Produktionsfirma einzuho­tane Strassenumfrage zeigt, innen auf CD­Verkäufe an­ vergessen, dass Leute in mei­ geben nicht, dass man Geld für len. Ähnliche Fragen stellendass die meisten jungen Leu­ gewiesen sind. Nicht nur aus nem Alter sich in der Regel seine Files verlangen kann. sich bei der Musik: Wer gernete glauben, sie machten sich finanziellen Gründen, sondern gar nicht mehr leisten können Etwas komplizierter wird Karriere als DJ machen möch­strafbar, wenn sie Musik oder auch, weil die Hitparaden­ als das, was sie bereits fürs es, wenn man einen Film – te, liest weiter auf c   5 SeiteFilme aus dem Internet auf ih­ ranglisten aufgrund der CD­ Kino und Konzerte ausgeben», auch einen aus der Videothek (Das Urheberrecht macht vorren Computer laden. Das liegt Umsätze berechnet werden. fügt sie an. «Wenn wir etwas – zusammen mit Freunden und Clubs nicht halt).nicht zuletzt an der Bericht­erstattung in den Medien, woimmer wieder von spektaku­lären Prozessen und Urteilen Unterschiedliche Personen, die das Urheberrecht verletzen. Einen anderen Weg hat Frankreich ge-zu lesen ist. Dass es sich in der Der eidgenössische Datenschutzbeauf- wählt. Im Mai 2009 verabschiedeten dieRegel um Fälle aus dem Aus­ Strategien gegen die tragte sah in diesem Vorgehen jedoch die Abgeordneten der Nationalversammlungland handelt, entgeht der eili­ Internet-Piraterie Persönlichkeitsrechte der betroffenen Per- ein neues Gesetz; es sieht vor, dass mitgen Leserin beim Überfliegen sonen verletzt. Das Bundesgericht hat ihm bis zu einem Jahr Internetsperre bestraftder Schlagzeilen gerne. (lde ) In zahlreichen europäischen Ländern nun recht gegeben; es beurteilte das Vor- werden kann, wer wiederholt illegal Musik In der Schweiz ist der wird gegen die Internet-Piraterie vorge- gehen als bedeutsamen Eingriff in die Pri- und Filme vom Internet bezieht. NachdemDownload für den Privatge­ gangen, weil Urheber und Kulturwirtschaft vatsphäre der Betroffenen. Die Firma darf der französische Verfassungsrat das Ge-brauch tatsächlich nicht straf­ dadurch unter anderem wirtschaftliche ihre Software also nicht mehr einsetzen. setz gebilligt hat, steht der neuen Straf-bar. Der Upload hingegen, Verluste erleiden. Die getroffenen Mass- praxis nun nichts mehr im Wege. Ähnlichealso die Freigabe der eigenen nahmen sind allerdings umstritten. Schritte hat auch die britische RegierungDateien für andere User, ist Im April 2009 sorgte ein Prozess in Schwe- erwogen.nicht erlaubt. Wer also ein den für Aufsehen. Die Betreiber der Inter- In der Schweiz ist nach vorherrschender«Peer to Peer»­Programm be­ net-Tauschbörse «The Pirate Bay» wurden Meinung der Experten das private Down-nutzt, das den Computer wäh­ wegen Verletzung des Urheberrechts zu loaden erlaubt, und zwar selbst dann, wennrend des Downloads anderen Gefängnisstrafen und hohen Geldbussen das Angebot illegal ist. Gerichtsurteile dazuUsern im gleichen Netzwerk verurteilt. gibt es allerdings keine. In Deutschland istöffnet, verletzt in der Regel In der Schweiz hat eine Firma eine spezielle das Herunterladen von «offensichtlich» il-Urheber­ und/oder Leistungs­ Software entwickelt, mit der sie im Internet legalen Angeboten verboten.schutzrechte. nach Anbietern von illegalen Musik- und Ein schlechtes Gewissen Filmdownloads suchen kann – oder nach Foto: iStockphoto.com, Noam Armonnhaben viele auch, weil sie sich
    • 11 Was ist dir Musik wert? Monty Python profitieren von YouTube (nis) Die Entscheidung der Foto: Keystone, KPA Honorar und Belege britischen Kult­Komiker­ truppe Monty Python, ih­ ren Fans über die Video­ plattform YouTube freien Zugang zu den eigenen Werken zu verschaffen, hat sich bewährt. Wie der «Guardian» berichtet, sind die Verkaufszahlen von DVD­Boxen der fünf Komödian­ ten seit dem Start des Monty­Python­Kanals auf dem Online­ Portal im November 2008 rasant in die Höhe geschnellt. Für Fotos: Cyrill Haupt Google, den Betreiber der Seite, ist dies ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Rechteinhaber die neuen Gegebenheiten im Internetzeitalter zum eigenen Vorteil nutzen können. Quelle: www.pressetext.chSamuel (19), Printmedien- Ciro (22), Stv. Filialleiter, Tanja (15), Mittelschülerin,verarbeiter und nach eigener laut eigener Charakterisierung erzählt über sich nichts, damitEinschätzung sehr aufge- «immer gut drauf». man sie später nicht behaftenschlossen gegenüber digita-len Medien. «Für Musik gebe ich kein Geld kann. Radiohead wollen keine«Ich kaufe etwa 15 CDs im aus, für Filme bis zu 20 Fran­ ken im Monat. Fast alles lade «Für Musik gebe ich gar kein Geld aus. Stattdessen lade ich Alben mehr veröffentlichenJahr, für Blu­ray­Discs und ich aus dem Netz runter, täg­ mir ein bis zwei Alben proKinobesuche gebe ich 20 bis lich und illegal. Bei der Musik Monat aus dem Netz herunter.50 Franken im Monat aus. meist albumweise, alles, was Hip Hop, Rock, Pop – vor al­Musik und Filme lade ich sel­ mir gefällt. Ausserdem meine lem neue Alben, die sich auften aus dem Internet herunter, Lieblingsserie, ‹Die Simp­ der ‹Top 100›­Liste bei ‹Theund eigentlich nur, um mich sons›, aktuelle Kinofilme und Pirate Bay› finden, weil siein ein neues Album hineinzu­ auch viele PC­Games. Die dann innert kurzer Zeit aufhören – um herauszufinden, Anbieter wechsle ich je nach dem Compi sind. Dort ladeob es mir gefällt oder nicht. Angebot: eMule, torrents, Ra­ ich auch Filme und Serien he­ Erfolgsband konzentriert sichDazu nutze ich in der Regel pidshare und wie sie alle heis­ runter, wie ‹Desperate House­ aufs Einzelsonggeschäft im Internet Foto: Keystone, J. Scott Applewhitedas ‹Gnutella›­Netzwerk. Fil­ sen … wives› oder ‹Gossip Girl›. Esme und Serien lade ich grund­ Ich bin mir sicher, dass kommt auch vor, dass ich mir (nis)Die britische Erfolgsband Radiohead (www.radiohead.sätzlich nicht herunter, da ich das strafbar ist, schliesslich Bücher oder Computerpro­ com) will in Zukunft keine CDs mehr veröffentlichen. Wiediesbezüglich sehr qualitäts­ musste ja Geld in die Projek­ gramme auf diesem Weg be­ Thom Yorke, der Sänger der Alternative­Rocktruppe, in einembewusst bin und stark bezweif­ te fliessen, damit diese Musik, schaffe, aber viel seltener. Interview mit dem US­Literaturmagazin «The Believer» klar­le, dass sie an Blu­ray­Qualität Filme und Games entstehen Ich glaube schon, dass das stellt, müssen sich die Fans trotzdem keine Sorgen machen.herankommen. konnten. Für die Firmen ist es strafbar ist, aber ich habe das Die Band werde auf alle Fälle weiterbestehen. Aber «niemand Ich denke, dass das Her­ sicher nicht rentabel, wenn ich Geld gar nicht, mir all diese von uns hat Lust, sich noch einmal so ein kreatives Chaosunterladen vom Internet wohl downloade, ergo müssen und Filme im Kino anzuschauen anzutun, wie es bei der Produktion eines Long­Play­Albumsnicht legal ist – und ich ver­ werden sie rechtliche Schritte oder alle Alben zu kaufen. Im entsteht», erklärt der Radiohead­Sänger. Da setze man lieberstehe das auch. Ich mache einleiten. Allerdings finde ich, Internet ist es einfach, billig auf alternative Konzepte im Web, deren Potenzial sich beimmir nicht gross Gedanken da­ die Musikindustrie macht ge­ und schnell. Gerade bei gros­ letzten Album der Gruppe, «In Rainbows», deutlich gezeigtrüber – weil ich weiss, dass nug Kohle, da muss ich kein sen Filmen und Bands fällt habe. «Das hat auf mehreren unterschiedlichen Ebenen gutich die Musik kaufe, wenn sie schlechtes Gewissen haben. der Download zwar geldmäs­ geklappt: Zuerst einmal konnten wir so unsere Auffassungmir gefällt. Ausserdem gibt Man darf sich halt nicht erwi­ sig bestimmt ins Gewicht, zum Wert von Musik klarstellen. Zweitens konnten wir zei­es genug offizielle Anbieter schen lassen.» aber da trifft’s ja dann die, gen, wie sich das Netz nutzen lässt, um eine Platte zu promo­von ‹freier Musik› (Magna­ die auch so noch mehr als ten, ohne auf iTunes, Google und Co. angewiesen zu sein, undtun, Jamendo), wo Künstler genug haben. Schwierig wird drittens hat es auch finanziell gesehen gut funktioniert», fasstihre Werke kostenlos veröf­ es eher bei Independent­ Yorke zusammen.fentlichen. Und dann gibt es Filmen und klei­ Radiohead könnte mit der Abkehr von Albumproduktionennoch kostenpflichtige An­ neren Bands, und dem verstärkten Fokus auf das Einzelsonggeschäft, dasbieter (zum Beispiel die auf den durch digitale Download­Plattformen im Internet weiter an­Apple), bei ihnen Umsatz ange­ getrieben wird, den Trend vorgeben. Der Verkauf von Plattenbezahlt man pro wiesen wären.» und CDs verliert gegenüber dem Digitalmarkt zunehmendLied einen Be­ an Bedeutung. Und die jüngsten Zahlen bestätigen, dass der Foto: iStockphoto.com, Dorotrag. Diese Diens­ digitale Markt derzeit die treibende Kraft für die Umsatzent­te sind sicher legal wicklung der Musikindustrie ist: Im Jahr 2008 hat der digitaleund nicht strafbar.» Musikmarkt mit Einnahmen von 3,7 Milliarden Dollar welt­ weit ein Wachstum von 25 Prozent hingelegt. Quelle: www.featuredartistscoalition.com
    • 12 Vom Ölbild zum produziert und dafür eine Fo­ tografie verwendet, auf der zu sehen war, welche Dokumente Weltkulturerbe im Internet digitalen Wachmann Christoph Meili im Keller der UBS vor dem Schredder gerettet hatte. Eine Das Internet schafft neue Möglichkeiten, Dokumen- Schnappschuss Journalistin hatte das Bild im Rahmen ihrer Recherche auf­ genommen. Zur Klage kam es, te – Bilder, Texte, Karten oder Filme – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für Schlag- zeilen sorgen derzeit die World Digital Library der weil die BBC der Journalistin UNESCO und die europäische Online-Bibliothek der lediglich eine bescheidene Europäischen Union (EU).Bilder und Fotos sind durch das Urheber- Entschädigung zahlen woll­ te. Die Richter lehnten den (lde) Die europäische On­ wird eine Auswahl histo­recht grundsätzlich geschützt. Wie aber Schutz der Fotografie gemäss risch und kulturell wichti­ line­Bibliothek hat sich dieaktuelle Entscheide des Bundesgerichtes Urheberrecht jedoch ab. Sie gigantische Aufgabe ge­ ger Bücher, Manuskripte,zeigen, ist insbesondere in der Fotografie argumentierten, die eingesetz­ stellt, die Dokumente in den Bilder und Filme kostenlos ten fototechnischen Mittel sei­ Bibliotheken und Archiven zur Verfügung gestellt. Beidie rechtliche Situation kompliziert. en banal; jede andere Person der EU­Länder zu digitali­ den Sprachen sind die sechs hätte so ein Bild auch machen sieren. Eine grosse Heraus­ offiziellen UNO­Sprachen können. forderung besteht darin, die Arabisch, Chinesisch, Eng­ Nach der Veröffentlichung Urheberrechte zu wahren. lisch, Französisch, Russisch(lde) Bei Ölbildern ist der Fall den. Und genau damit hatte des Urteils wehrten sich die Gemeinsam wird nun nach und Spanisch sowie Portu­klar. Der persönliche Pinsel­ sich das Bundesgericht schon Berufsfotografinnen und ­fo­ Lösungen gesucht, damit giesisch vertreten.strich des Kunstmalers ver­ mehrere Male zu befassen. tografen. Und auch Experten auch urheberrechtlich ge­ Bei diesen beiden in­leiht jedem Bild einen indivi­ [Fallbeispiele finden sich un- meldeten sich zu Wort. Der schützte Werke in die On­ ternationalen Projekten istduellen Charakter. Bei Bildern ter c www.sbf.ch/fotografie- ehemalige Chefredaktor des line­Bibliothek aufgenom­ davon auszugehen, dasshandelt es sich somit um Wer­ urheberrecht c Fallbeispiele «Tages­Anzeigers» und des men werden können. die Rechte der Urheberin­ke, die durch das Urheberrecht c Beurteilte Fälle] Schweizer Fernsehens, Peter Die World Digital Libra­ nen und Urheber gewahrtgeschützt sind. Die Malerei So mussten die höchs­ Studer, vertrat die Meinung, ry startete ihr Portal am 21. werden. Entweder handeltgehört zu den klassischen Tä­ ten Richter der Schweiz be­ bei Pressefotos sollten auch April 2009. An diesem Pro­ es sich um Werke, die urhe­tigkeiten der Kunst. Wie steht urteilen, ob eine Fotografie, Aspekte wie Aktualität oder jekt sind die UNESCO* und berrechtlich nicht mehr ge­es aber mit Fotografien? Im die den Reggaemusiker Bob der Wille, etwas dokumenta­ 32 Partnerorganisationen schützt sind, oder aber dieInternet gibt es digitale Bilder Marley zeigt, urheberrechtlich risch festzuhalten, berücksich­ beteiligt. Auf der Website Rechte wurden eingeholt.wie Sand am Meer; die Welt geschützt ist. Geklagt wur­ tigt werden. Sonst müsstenwird mit digitalen Bildern de gegen eine Firma, die das Fotografen und Journalistinnen *Die UNESCO ist die Organi­ Europäische Online-überschwemmt. Sind nun Fo­ Foto für ein Poster verwendet eine grosse Zahl wichtiger Bild­ sation der Vereinten Nationen Bibliothek:tos wie gemalte Bilder grund­ hatte – ohne den Fotografen dokumente, die sie aufgespürt für Bildung, Wissenschaft und c www.europeana.eu.sätzlich geschützt? Produzie­ um sein Einverständnis ge­ und präsentiert hätten, künftig Kultur. Sie hat ihren Sitz in World Digital Library:ren unsere Kameras geschützte fragt oder ein Honorar bezahlt den Bildpiraten überlassen, Paris. c www.wdl.orgWerke am Laufmeter? zu haben. Das Bundesgericht gibt Studer zu bedenken. Damit ein Werk nach dem bejahte den Schutz dieser Fo­ Bei Fotografien ist also dieUrheberrecht geschützt ist, tografie aufgrund ihres indivi­ rechtliche Situation kompli­muss es einer geistigen Schöp­ duellen Charakters und des er­ ziert. Wer Fotos zum Beispielfung entspringen und darüber kennbaren Gestaltungswillens für kommerzielle Zweckehinaus einen individuellen und gab damit dem Fotografen verwenden will, etwa BilderCharakter aufweisen. So steht recht. aus dem Internet, muss damites im Gesetz. Doch was ist In einem anderen Fall ver­ rechnen, dass sie rechtlich ge­individuell? Es ist unmöglich, neinten die Bundesrichter hin­ schützt sind. Und wenn diesdies für alle Fälle im Voraus gegen den urheberrechtlichen der Fall ist, so sind für jedefestzulegen. Die Frage der Schutz. Der britische Sender Verwendung ausserhalb desIndividualität muss deshalb BBC hatte einen Film über Eigengebrauchs die Rechte werim Einzelfall beurteilt wer­ die Schweiz und das Nazigold einzuholen. Mehr zum Thema Fotografie, Foto: Keystone, HQ Rechte der Fotograf/innen u. a. unter c www.hep-verlag.ch Hat laut Bundesgericht einen indivi indivi- In der British Library, duellen Charakter und ist somit ein der grössten Bib- Foto: Keystone, AP amazon.com Inc. «Werk»: Konzertaufnahme von Bob liothek der Welt, Marley (l.). befinden sich Nicht als Werk anerkannt wurde rund 25 Millio- der weltbekannte Schnappschuss nen Bücher. Auf einem von Wachmann Christoph Meili (r.). E-Reader wie dem Kindle lassen sich vorläufig «nur» Erschienen in der «NZZ am Sonntag» am 14.11.2004. Mit freundlicher Genehmigung der «Neuen Zürcher Zeitung». etwa 3500 Bücher speichern. Marley: Keystone, Max Messerli, Meili; Keystone, Gisela Blau
    • 13 Wie man sich im Internet Korrekt zitieren die Finger NICHT verbrennt (nis) Es gibt Sätze, die sind schlicht per- fekt – besser lässt sich das nicht ausdrücken. Wenn ich Zuerst war es vielleicht MeinBild, dann nun einen eigenen Text zum Thema schreibe – zum Bei- NetLog oder MySpace, und heute hat spiel eine Vertiefungsarbeit wohl jede(r), die oder der etwas auf sich oder einen Aufsatz –, darf ich solche Passagen wörtlich in hält, zumindest auch noch ein Facebook- meinen Text übernehmen, Profil und zwitschert bei Twitter mit. auch wenn das fremde Werk urheberrechtlich geschützt ist. Allerdings nur, wenn ich (nis) Nicht wenige haben zudem Songs auch herunterladen kann genau angebe, woher das Zi- ihre eigene Internetseite, auf und sie so vielleicht später an tierte stammt. Und natürlich Foto: Keystone, Adrian Wyld der Fotos zu sehen, Texte zu le­ Orten auftauchen, wo man sie sollte man es mit dem Zitieren sen und Musikstücke zu hören nicht wirklich gerne wieder auch nicht so weit treiben, sind. Solange es sich dabei um antrifft. Bei einem Vorstel­ dass das Kopierte am Ende eigene Werke und Aufnahmen lungsgespräch beispielsweise zu viel Gewicht bekommt. Es handelt und diese Aufnahmen oder auf dem Computer von soll die eigenen Ideen veran- nicht im Handel erhältlich früheren Freunden, mit denen schaulichen und ergänzen, sind, hat man höchstens das man sich verkracht hat. Und viel Geld damit – und selbst Fremde Federn können aber nicht ersetzen. Ausser- Problem, dass die ganze Welt wer weiss, vielleicht verdient hat man nichts davon. dem darf man beim Zitieren teuer sein die ursprüngliche Form nicht sich diese Texte, Bilder oder in ein paar Jahren eine Firma Längst ist es aber auch gang und gäbe, Musikstücke Das gilt nicht nur für den Up­ verfälschen. Dazu gehört seiner Lieblingsbands auf die load, sondern natürlich auch auch eine genaue Quellen- angabe und auf Nachfragen E-M@IL eigene Seite zu la­ den, Fotos und Bil­ für jede weitere Nutzung: Wer sich mit fremden Federn eine plausible Begründung, der, die man nicht schmückt, macht sich im bes­ weshalb man das Zitat in sei- Von: albin.mueller@hot selbst geschossen ten Falle lächerlich. Und wer ne Arbeit eingebaut hat. Das mail.com Gesendet: Dienstag, hat, oder auch Vide­ gar für das Qualifikationsver­ Zitatrecht gilt übrigens nicht 3. August 2010 10:44 An: suisa@suisa.ch nur beim Wort, sondern auch os, die man auf You­ fahren oder die Maturaarbeit Betreff: Hintergrund im Film oder im Theater und musik auf eigener We Tube.com entdeckt im Internet abkupfert (also bsite und besonders amü­ ein c Plagiat begeht), riskiert in der Kunst. Sehr geehrte Damen und Herren sant gefunden hat. nicht nur durchzufallen – denn Ich möchte bei meine Das allerdings ist längst gibt es Kontrollpro­ dio Swisspop abspielen r Homepage im Hinter grund die Musik von urheberrechtlich be­ gramme, die in den Arbeiten Plagiat . Wie muss ich vorgeh Ra- okay ist? en, dass das rechtlich denklich. Wer sich die kopierten Stellen aufspü­ (gas) Von einem Plagiat Fin also nicht die Fin­ ren –, sondern muss unter Um­ spricht man zum Beispiel Mit freundlichen Grüsse n ger verbrennen will ständen damit rechnen, dass er dann, wenn man bei einem Albin Müller und auch keinen dem wahren Urheber Schaden­ – an sich erlaubten – Zitat ---------------------------- Wert darauf legt, den ersatz zahlen muss. Das gilt das zitierte Werk nicht nennt -------------------------- wahren Urhebern im auch für Fotos, mit denen man oder wenn man ein urheber- Von: Rechtsdienst SU Entdeckungsfall eine seine eigenen Texte illustrie­ rechtlich geschütztes Werk ISA Datum: 4. August 201 saftige Entschädigung ren will. In den meisten Fällen abkupfert, umgestaltet oder 0 14:12:57 GMT+01: An: albin.mueller@hot 00 mail.com zu zahlen, sollte statt genügt ein Telefon oder eine bearbeitet und dann als ei- Betreff: AW: Hintergru ndmusik auf eigener des Videos oder Songs E­Mail, um die Erlaubnis zum genes ausgibt. Um «Axolotl Website Guten Tag Herr Müller nur den Link zur be­ be Abdruck oder zum Einbin­ Roadkill», treffenden Homepage den auf der eigenen Site oder den ersten Vielen Dank für Ihre An frage. Wenn Sie im Inte setzen. Wer nicht auf CD einzuholen. – Und ganz Roman der Radiosenders verbre rnet Musik eines verzich das Original verzich­ wichtig: In der Arbeit darf die 17-jährigen iten, so machen Sie ges Aufnahmen zugänglich chützte Werke und . Grundsätzlich müsse ten will, muss bei den Quellenangabe nicht fehlen. Deutschen Einwilligung der Recht n Sie deshalb die einhaber einholen. In der Regel wird die daf Rech Künstlern um die Rech­ Auch Bilder, die man auf Helene benötigte Lizenz durch ür die SUISA erteilt. te bitten. Das bedeutet Internetseiten wie flickr.com Hegemann Eine andere Situation liegt vor, wenn der Us bei einem Musikclip, findet, sind nicht automatisch bar zur Website von Ra er über einen Link sic (Bild), kam dio Swisspop gelangt, ht- Seite in einem neuen indem sich z. B. deren dass nicht nur die Band zur Nutzung freigegeben. Fra­ es unlängst zu heftigen Dis- Fenster öffnet. Weil innicht zu Ihrem eigene diesem Fall die Musik oder deren Management gen kostet nichts – und ist in kussionen über Plagiate und n Seiteninhalt gehört,Rechte nicht einholen. müssen Sie auch die die Erlaubnis erteilen jedem Fall klüger, als die Bil­ Urheberrecht, weil die Au- Regis muss – auch der Regis­ der später aus der fertigen Ar­ torin eine ganze Reihe vonMit freundlichen Grüsse n seur des Videos sowie beit wieder entfernen oder gar fremden Texten in ihr BuchRechtsdienst SUISA die Plattenfirma und eine Busse zahlen zu müssen. eingebaut haben soll, ohne Urheber die betroffene Urheber­ c Korrekt zitieren, Spalte die Quellen zu nennen. müs rechtsgesellschaft müs­ rechts, und c Privilegierte Foto: Keystone, Rainer Jensen sen angefragt werden. Schulen, Seite 2
    • 14 also, wenn man eine Szene einen Song gibt es bis in alle «Einen drehen möchte, in der sich die Ewigkeit, und es ist letztlich Leute in den Fernsehnach- Verhandlungssache, ob man richten einen Bericht über ein die Rechte dafür erhält. Unser Stones-Mitschnitt Konzert der Rolling Stones an- Beispiel mit «Love Is In The schauen? Air» zeigt, wie wichtig es ist, Da müsste die Szene schon nie aufzugeben. Es kann im­ könnte ich mir sehr, sehr wichtig für die mer sein, dass man mit Ge­ Handlung sein, dass man das schick und etwas Glück eine auf sich nimmt. Einerseits ursprünglich astronomische nie leisten» müsste man bei der TV­Station Summe auf einen zahlbaren die Rechte ergattern, anderer­ Betrag herunterhandeln kann. seits müsste man abklären, ob der Konzertausschnitt als Zitat Und was verdient man aus den gilt. Sonst könnte man sich Vorführungsrechten? den Stones­Mitschnitt sicher Ich weiss nicht, wie viel ich nicht leisten. pro TV­Sendung bekomme, aber es ist immer eine schöne Und wie steht es mit Einrich- Überraschung, wenn die Halb­ tungsgegenständen? Wenn in jahresabrechnung von SUISS­ einem Wohnzimmer ein Picas- IMAGE ins Haus flattert. Das so an der Wand hängen soll? sind bei mir meist gegen 500 Das Prinzip ist immer das Franken. Wenn jemand eine gleiche: Die Werke anderer Serie geschrieben hat, die Künstler kann man nur in ei­ häufig wiederholt wird, ist es nen Film einbauen, wenn man sicher mehr. Wenn die Filme die Rechte dafür bekommen Erfolg haben, kommt zu den hat. Bei Freunden kann man Vergütungen von SUISS­Foto: Keystone, Mirjam Wanner die ja manchmal auch gratis IMAGE meist noch das eine haben. Man muss einfach fra­ oder andere Preisgeld dazu. gen. Vom Schweizer Filmpreis für meinen Erstling «Summer­ Wenn der Film dann in die time» und von den anderen Kinos kommt, erhalten sie ja Auszeichnungen, die der Film trotzdem etwas, oder? erhielt, konnte ich etwa einDie Zürcher Filmerin Anna Luif über die Natürlich. Auch wenn Gölä Jahr leben. Aber da es doch Was hätten Sie gemacht, wenn mir einen seiner Songs gratis jedes Mal rund fünf Jahre dau­Schwierigkeiten, ein altes Lied neu zu Sie die Rechte nicht bekom- zur Verfügung stellt, bekommt ert, bis ich wieder mit einemverfilmen, Piraterie im Schweizer Film- men hätten – oder wenn sie zu er mit jeder Vorführung seine Film fertig werde, brauche ichschaffen und die wichtige Kunst, niemals teuer gewesen wären? Tantiemen. Aber das ist na­ noch andere Verdienstmög­ Weil wir nicht länger warten türlich viel weniger, als wenn lichkeiten.aufzugeben. konnten, hatten wir die Szene es um die Verwendungsrechte bereits gedreht und das Risiko geht. Stört es Sie, wenn jemand Ihre in Kauf genommen, dass wir Filme gratis runterlädt oder sie mit einem anderen Mu­ Von was für Beträgen reden kopiert?(nis)Filme bestehen aus Ge- Der übernimmt die finanzielle sikstück hätten überspielen wir da? Ich finde einfach, die Leuteschichten, Bildern und Tönen Seite. Zu den Aufgaben seiner müssen. Das wäre allerdings Meistens ist so ein Song er­ verpassen sehr viel, wenn sie– wenn man sich überlegt, wie Firma gehört es auch abzuklä­ schwierig gewesen, weil zu schwinglich. Und es ist ja nicht mehr ins Kino gehen.das alles urheberrechtlich zu- ren, wo man anfragen muss, dem Lied getanzt wird. Aber nicht so wie bei einem Mö­ Das ist doch ein ganz ande­sammenhängt, verliert man wenn man einen bekannten wir haben ja noch mal Glück bel, das man sich wünscht res Erlebnis als in den eige­wohl auch als Regisseurin Song neu vertonen und im gehabt. und das dann ausverkauft ist, nen vier Wänden, da kann derleicht den Überblick? Film verwenden möchte. Das wenn man das Geld dafür Beamer oder das SoundsystemDarum haben wir Filmer kann sehr aufwendig sein. Kommen solche Sachen häufig endlich zusammen hat. Nein, noch so toll sein.wahrscheinlich eine eige­ vor?ne Verwertungsgesellschaft, Das klingt, als hätten Sie ein In «Little Girl Blue» kommtSUISSIMAGE, die uns hilft, konkretes Beispiel im Kopf? der Song «Blue Moon» vor,unsere Rechte wahrzuneh­ In meinem neusten Film, und in «Summertime» habenmen.* Und auf der anderen «Madly in Love», gibt es eine wir «Summertime» verwen­Seite ist das neben vielem Bollywood­Tanzszene zu ei­ det. Diese Rechte einzuholen, Anna Luifanderem auch ein sehr gu­ nem Hit aus den Siebzigerjah­ war einiges einfacher. Den (nis) Die Zürcher Regisseurin Anna Luif studierte anter Grund, mit einem Produ­ ren, «Love Is In The Air» von «Rest» der Filmmusik hat je­ der Hochschule für Gestaltung in Zürich. Bereits fürzenten zusammenzuarbeiten. John Paul Young – allerdings weils Balz Bachmann kompo­ ihren ersten Kurzfilm «Summertime» (1999) gewann interpretiert von tamilischen niert. sie zahlreiche Auszeichnungen. Auch ihr erster Spielfilm* SUISSIMAGE (Bern) ist die Urheber- Musikern und mit tamilischem «Little Girl Blue» (2003) war ein Erfolg. Im Frühsommerrechtsgesellschaft der Filmproduzentin-nen, Drehbuchautoren, Regisseurinnen Text. Allein die Abklärung, Urheberrechtlich betrachtet, 2010 kam ihr Bollywoodfilm «Madly In Love» in die Kinos.und anderer Miturheber am Film. Auch wer die Rechte für dieses Lied wäre es ja kompliziert, eine In ihrer freien Zeit spielt Anna Luif Gitarre und singt in derdie SSA mit Sitz in Lausanne vertritt Film-autoren und -autorinnen, hauptsächlich in verwaltet, nahm einige Zeit in Radiosendung im Original Band Niece. c www.niece.chder Romandie. Anspruch. einzubauen. Was macht man
    • 15 Kreuzworträtsel Copyright 1 2 Impressum 3 respect ©opyright! ISBN 978-3-03905-642-2 4 5 6 7 8 9 Herausgegeben von den Verwertungsgesellschaften: 10 ProLitteris 11 SSA 12 SUISA SUISSIMAGE 13 SWISSPERFORM 14 Konzept, Recherchen, Texte: 15 Nina Scheu (nis), 16 Lukas Denzler (lde) 17 Lektorat:Waagrecht Sunanda Mathis,6. Onlineplattform für soziale Kontakte Nino Coaz,8. Originalgetreu nachgespielter Song Rozafa Krasniqi10. Urheberrechtsgesellschaft für Musik Redaktion, Bildrecherche12. Vertritt die Urheberrechte des Schweizer Films und Projektleitung:13. Bücherausleihinstitution hep verlag (Christoph17. Fachbegriff für Sängerin/Musikerin 7. Vielverkauftes Buch Gassmann [gas], Michael 9. Kann ich bei einer Erfindung anmelden Egger, Manuel Schär)Senkrecht 10. Lausanner Rapper1. «Grease» ist eines 11. Freigabe der eigenen Dateien für andere User (englisch) Fachliche Begleitung:2. Männlicher Schöpfer einer geistigen Leistung 14. Herunterladen (englisch) hep verlag (Karl Uhr, Annlis3. Wenn man fremde Texte als eigene ausgibt, ist das ein … 15. Schreiberin von Steiger, Peter Egger)4. Urheberrecht (englisch) 16. Künstlername von Greg Vuilleumier Gestaltung:5. UN­Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur Lösung c www.hep-verlag.ch Ludwig Thomas Zeller Die Urheberrechtsgesellschaften in der SchweizDie Aufgaben der Steckbrief der fünf führungsrechte, Senderechte, weitere SUISSIMAGE ist die 1981 als Genossen- Rechte der öffentlichen Wiedergabe so- schaft gegründete Verwertungsgesell-Urheberrechtsgesellschaften Urheberrechtsgesellschaften wie Vervielfältigungsrechte wahr, welche schaft der Schweizer Film- und Audiovisi-Die Urheberrechtsgesellschaften wer- Die ProLitteris ist die schweizerische Ur- ihr die Urheberinnen und Urheber über- onsbranche. Sie wahrt die Urheberrechteden auch Verwertungsgesellschaften heberrechtsgesellschaft für Literatur und tragen haben. und Interessen der Drehbuchautorinnen,genannt. Sie sind von Urhebern und bildende Kunst. Sie wurde 1974 gegrün- c www.ssa.ch Regisseure, Produzentinnen und wei-Inhabern verwandter Schutzrechte ge- det. Zu den Mitgliedern der ProLitteris terer Berechtigter. Mit Nutzern wie Ka-gründete private Gesellschaften und gehören Schriftstellerinnen und Schrift- Die SUISA ist die Genossenschaft der belbetreibern, der Telekombranche undnehmen deren Rechte kollektiv wahr, steller, Autorinnen und Autoren wort- Komponisten, Textautoren und Musik- Schulen verhandelt sie Tarife (Sendung,und zwar dort, wo eine Verwertung dramatischer und wissenschaftlicher verleger der Schweiz und Liechtensteins. Weitersendung, schulische Nutzung). Diedurch die einzelnen Rechteinhaber Werke, Journalistinnen und Journalisten, Zu ihren rund 28 000 Mitgliedern zählen Einnahmen werden werkbezogen an dienicht möglich oder nicht sinnvoll wäre bildende Künstlerinnen und Künstler, Fo- Musikschaffende aller Sparten. In der Berechtigten verteilt.(z. B. Fotokopieren oder schulische tografinnen und Fotografen, Buch-, Zei- Schweiz und in Liechtenstein vertritt die c www.suissimage.chNutzung von geschützten Werken). Zu tungs- und Zeitschriftenverlage, Kunst-, SUISA das Repertoire der Musik vondiesem Zweck stellen die Verwertungs- Bühnen- und Musikverlage. weltweit zwei Millionen Musikurhebern. Die SWISSPERFORM wurde 1993 vongesellschaften Tarife auf, über die sie c www.prolitteris.ch Sie erteilt Lizenzen für die Nutzung dieses den Verbänden der Interpreten, der Ton-mit den Nutzerverbänden verhandeln. Weltrepertoires an über 90 000 Kundinnen trägerproduzenten, der FilmproduzentenDie von ihr eingezogenen Vergütungen Die Société Suisse des Auteurs SSA ist und Kunden. Mit rund 200 Mitarbeitenden und von der Schweizerischen Radio- undwerden anschliessend an ihre Mitglie- eine Genossenschaft von Urheberinnen an den Standorten Zürich, Lausanne und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) gegrün-der, die berechtigten Urheberinnen und und Urhebern der Sparten Dramatik, Lugano erzielt die SUISA einen Umsatz det und ist die jüngste Verwertungsge-Urheber, Verlage, Interpretinnen und Musikdramatik, Choreografie, Audio- von über 150 Millionen Franken. Als nicht sellschaft in der Schweiz. Sie nimmt dieInterpreten, Produzentinnen und Pro- vision und Multimedia. Die SSA wurde gewinnorientierte Organisation verteilt Rechte der Interpreten, Phonoproduzen-duzenten sowie Sendeunternehmen am 30. November 1985 von Dramatikern sie die Einnahmen aus den Lizenzen nach ten, Audiovisionsproduzenten und Sen-verteilt. und Filmemachern in Genf gegründet. Abzug der Verwaltungskosten an die Mu- deanstalten wahr. Sie vermittelt zwischen Werknutzern sikurheber und -verleger. c www.swissperform.ch und Urhebern und leistet Hilfestellung c www.suisa.ch bei Einzelverträgen. Die SSA nimmt Auf-
    • 16« (nis) Einen typischen ‹Tag im Leben vonGreis› gibt es nicht. Spätes­ Ein Tag im Leben von und der Verkauf von CDs keine verlässliche Einnahmequelle. Aber weil meine Songs häu­tens seit 2003 mein erstesSolo­Album herauskam undich von meiner Musik leben Greg Vuilleumier, aka Greis fig am Radio gespielt werden, kommt von der SUISA und der SWISSPERFORM immerkann, sieht jeder Tag anders etwas dazu. Reich wird manaus. Jetzt, wo meine neuste Jugendlichen be­ wichtig, den Leuten als Musiker in der SchweizCD frisch in den Läden ist, bin sonders beschäfti­ klarzumachen, dass nicht, aber das Klischee vomich fast nonstop unterwegs. gen? Hat der Ort ei­ sie eine grosse Ver­ armen Künstler, der für seineDazu kommen in unregelmäs­ nen speziellen Ruf, antwortung tragen: Musik am Hungertuch nagt,sigen Abständen die ‹respect eine typische Ge­ Sie bestimmen, finde ich genauso daneben.©opyright›­Workshops, wo schichte? So kann welche Musik am Manchmal fragt einer, wasich quasi als ‹Botschafter des ich besser auf die Radio und im Fern­ für ein Auto ich fahre oder obUrheberrechts› auf Schul­ Kids eingehen, und sehen zu hören ist. ich in einer Luxusvilla wohne.besuch gehe. Wenn abends spätestens, wenn es Downloaden kann Es ist doch gut, wenn ich denzuvor ein Konzert war und darum geht, zusam­ ein Weg sein, um Unterschied zwischen mir unddie Nacht entsprechend kurz, men einen Song zu Musik kennenzuler­ einem Grossverdiener wie 50fällt es mir nicht leicht, früh schreiben, lasse ich nen. Aber erst durch Cent erklären kann: Die klei­aufzustehen. Aber diese Ver­ solche Informatio­ den Kauf einer CD nen Künstler wurden von denanstaltungen finden meistens nen einfliessen. oder den Besuch Plattenfirmen schon immerin den Unterrichtsstunden vor Jede Schule ist eines Konzerts kon­ über die Einnahmen der Starsder Mittagspause statt. Da bin anders, aber die sumiert man nicht quersubventioniert, also in­ich froh, wenn ich während Unterschiede sind nur, sondern trägt direkt unterstützt. Ein Grundder Hinfahrt im Zug noch ein unabhängig davon, direkt dazu bei, dass mehr, CDs zu kaufen. Ausser­wenig dösen kann. Bis wir ob wir in einer länd­ diese Musik weiter­ dem ist es doch einfach schön,dann in der Schule eintreffen, lichen oder eher hin entstehen kann. wenn man etwas in Händenbin ich fit. städtischen Umge­ Man unterstützt die halten kann, das einem gefällt; Foto: Bianca Dugaro, Greis Wir sind ein gut eingespiel­ bung auftreten. Am Künstler in ihrer Ar­ wenn man das CD­Booklettes Team, lauter engagierte ehesten spürt man beit, sodass sie wei­ anschauen und die SongtexteLeute, das schätze ich sehr. den Steuersatz: In tere Alben produ­ lesen kann.Auch wenn wir klare Kon­ den reichen Ge­ zieren können und Und ja, wenn ich alle Fra­zepte und Abläufe haben, sind meinden wirken die vielleicht wieder gen beantwortet habe, sitze ichdie Schülerinnen und Schüler Schülerinnen und einmal für ein Kon­ an den ‹respect ©opyright›­doch jedes Mal anders. Natür­ Schüler auf den ersten Blick Teil, wo ich mit den Kids ein zert in die Region kommen. Tagen schon um 16 Uhr zu­lich habe ich mich vorbereitet: oft träger als beispielsweise im eigenes Stück kreiere. Für meine letzte CD habe frieden im Zug und gondle inIch suche mir im Internet je­ Basler Gundeliquartier, wo ich Seit wir mit diesen Work­ ich eine Auszeit von neun Mo­ den Feierabend – oder zu ei­weils Informationen über die wohne. Aber letztlich machen shops unterwegs sind, hat naten genommen, in der ich nem Auftritt am Abend. DennGemeinden zusammen, die alle mit der gleichen Begeis­ sich der Wissensstand klar ausschliesslich an den Texten Erfolg haben als Musiker be­wir besuchen. Gibt es bekann­ terung mit. Die Workshops verbessert. Trotzdem braucht und Melodien meiner neuen deutet vor allem viel und harte »te oder umstrittene Persön­ machen Spass – mir übrigens es diese Anlässe unbedingt Songs gearbeitet habe. Kon­ Arbeit. Aber eine, die Freudelichkeiten, Ereignisse, die die auch: Am liebsten ist mir der weiterhin. Ich finde es enorm zerte zu veranstalten, ist teuer macht. Impressum