Respect copyright

820 views
769 views

Published on

Im Alltag kommen wir oft mit dem Urheberrecht in Berührung realisieren dies meistens aber gar nicht. Fundiertes Wissen zum Urheberrecht ist bei Erwachsenen und Jugendlichen selten vorhanden - oft wird das Urheberrecht aus dieser Unkenntnis heraus missachtet. Die schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften haben daher die Unterrichtseinheit «respect ©opyright!» entwickelt, mit der Jugendlichen auf der Sekundarstufe I und II der korrekte Umgang mit dem Urheberrecht nähergebracht werden soll.
Im Zentrum der Unterrichtseinheit steht eine Zeitung, welche urheberrechtliche Inhalte kreativ und realitätsnah vermittelt. Sie ermöglicht den Lernenden, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, eigene und fremde Werte zu reflektieren und dadurch Handlungsmöglichkeiten für einen sinnvollen Umgang mit wichtigen Elementen des Urheberrechts zu entwickeln. Die Zeitung wird ergänzt durch Materialien für Lehrpersonen wie Arbeitsblätter, Fallstudien und Vertiefungsmöglichkeiten, die ab Anfang 2011 zum Download bereitstehen.

Published in: Education
0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total views
820
On SlideShare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1
Actions
Shares
0
Downloads
3
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

No notes for slide

Respect copyright

  1. 1. respect opyright! Die Zeitung zum Thema Urheberrecht Herausgegeben von ProLitteris, SSA, SUISA, SUISSIMAGE, SWISSPERFORM EDITORIAL «Kreativität ist nun mal kein Urheberwasbittesehr? ‹Nine-To-Five›-Job» Am Anfang steht eine Idee. Die Idee entsteht im Kopf eines Menschen, vielleicht in deinem. Du nimmst sie und gestaltest daraus etwas Einmali­ ges, Kreatives, Kunstvolles, kurz: Du schaffst ein Werk. Und weil dieses Lied, dieser Text, diese Zeichnung so einmalig ist, gehört das Werk dir. Du allein bestimmst, was mit ihm ge­ schieht. Du kannst es publizieren, vor­ tragen, in der Schublade einschliessen oder zerstören. Dieses gesetzlich gere­ gelte Privileg heisst Urheberrecht. Ist dein Werk einmal herausge­ bracht, dann wird es von anderen Menschen gehört, gelesen, gesehen, berührt. Sie dürfen für ihren privaten Gebrauch Kopien herstellen, das Werk fotografieren oder zu Hause nachsin­ gen. Auch die Schule darf – im Rah­ men gesetzlicher Grenzen – urheber­ rechtlich geschützte Werke nutzen. Als Urheber bestimmst du über dein Werk. Niemand darf es ohne dei­ ne Zustimmung verändern, aufführen, vervielfältigen oder ausstrahlen. WennDer Schweizer Rapper und «Das Erste und Wichtigste ist immer beigetreten. Dabei ging es ihm nicht es jemand nutzt, kannst du eine Bezah­ die Idee», antwortet Stress auf die ums Geld, sondern um den Schutz sei­ lung verhandeln. Oder du kannst diesSchauspieler Stress kann ner künstlerischen Arbeit. Die vielen einer Organisation überlassen, die viele Frage, ob zuerst der Text oder dievon seiner Musik leben. Musik zu seinen Songs entstehe. Er kostenlosen Downloads aus dem In­ Künstler vertritt: einer Urheberrechts­Er erzählt, wie seine Songs findet das Urheberrecht für die Kul­ ternet hätten das Business verändert. gesellschaft. Sie sorgt dafür, dass du als turschaffenden sehr wichtig, darüber Als Musiker in der Schweiz von der Urheberin fair bezahlt wirst.entstehen und was ihm das werde viel zu wenig diskutiert. Der Musik zu leben, sei entsprechend hart, Geistiges Eigentum, und darumUrheberrecht bedeutet. Lausanner aus Estland ist der SUISA sagt Stress. Er hat es trotzdem ge­ geht es, braucht wie Sacheigentum schon ganz zu Beginn seiner Karriere schafft. Seite 6/7 einen angemessenen Schutz. Mit den Informationen in dieser Zeitung kannst du dir ein eigenes Bild machen. Damit du über deine Rechte und jene deiner Idole Bescheid weisst. Die Herausgeberinnen respect ©opyright! Schulveranstaltung zum Thema Urheberrecht Wie kommen Kunstschaffende zu ARTWORK SQUARE.CH ihrem Lohn? respect ©opyright! © WDSMPS vermittelt auf lustvolle Art Informa-Anna Luif Downloaden Leistungsschutzrechte tionen zum Thema Urheberrecht. Bekannte Künstler wie Greis erzäh-Die Zürcher Filmerin weiss aus eige­ Das Herunterladen von Musik, Texten Die Interpreten von Werken – Schau­ len aus ihrem Alltag. Auch in eurerner Erfahrung, was passiert, wenn man und Filmen aus dem Internet ist weit­ spieler, Sängerinnen und Musiker – Schule. Mehr dazu untereinen bekannten Song verändern und verbreitet. Das bleibt nicht ohne Fol­ haben keine Urheberrechte, dafür so­ c www.respectcopyright.chin einen Film einbauen will. gen für die Kulturbranche. genannte Leistungsschutzrechte. c siehe auch Seite 16 Seite 14 Seite 10 Seiten 2, 3, 6/7
  2. 2. 2 Gedanken, Ideen und WerkeTexte, Bilder, Songs oder Filme – dahinter Auguste Rodin schuf seinen «Denker» um 1880. Die Skulptursteckt viel menschliche Gedankenarbeit. zählt zu den wichtigsten Werken desOhne schöpferische Leistung gäbe es französischen Bildhauers.keine solchen Werke. Deshalb geniessendie Urheberinnen und Urheber einen Nutzung ihrer Leistungen oderbesonderen Schutz. Werke finanziell beteiligt sein. Mit anderen Worten: Schöpfe­ rische Tätigkeit und geistige Leistungen sollen einen Wert(lde) Eigentum hat in der west­ sich aber sehr vie­ haben.lichen Welt einen hohen Stel­ le Gedanken macht Nicht immer ist es einfach,lenwert. Ein Haus, ein Auto, und diese Gedanken eine Trennlinie zu ziehen – zuein Fahrrad, ein Tisch – die zum Beispiel als Ge­ entscheiden, ob es sich um einJurist/innen sprechen von schichte aufschreibt, «Werk» handelt oder nicht.Sacheigentum. Persönliches dann entsteht etwas «Drei Bedingungen muss einEigentum darf einem niemand Individuelles», sagt Werk erfüllen», erklärt Sandraohne Grund wegnehmen. Die Sandra Künzi. Eine Künzi. Erstens müsse es sichBundesverfassung garantiert Geschichte ist un­ um eine geistige Schöpfungdas Eigentum in der Schweiz. trennbar mit der Person handeln. Zweitens müsse ein Aber kann eine Person verbunden, die sie auf­ Werk grundsätzlich zur Lite­auch etwas besitzen, was man geschrieben hat. Eine Ge­ ratur und Kunst zählen – dochnicht berühren kann? «Ja und schichte ist das Produkt einer das ist ein weites Feld. DerNein», sagt Sandra Künzi, die geistigen Tätigkeit. Und weil materielle Wert des Werkesals Fürsprecherin im Kanton diese Person Anspruch hat spielt dabei überhaupt keineBern tätig ist. «Luft kann nie­ auf ihren eigenen Text, spricht Rolle. Mehr zu reden gebemand nur für sich beanspru­ man von geistigem Eigentum. hingegen das dritte Kriterium,chen. Das brauchen alle zum sagt Sandra Künzi. Das Gesetz Foto: Beat MeisterAtmen.» Schwieriger ist es Geistige Leistungen schreibe für ein urheberrecht­mit Ideen und Gedanken. Be­ lich geschütztes Werk nämlichsitzt zum Beispiel ein Mensch sollen etwas wert sein einen individuellen Charakterseine eigenen Gedanken? «Je­ Einen Text schreiben, ein Bild vor. Man könnte auch von Ori­der Mensch darf denken, was malen, ein Lied komponieren, ginalität sprechen. Insbeson­er will. Oft haben Menschen einen Film drehen – das alles dere bei Fotografien habe dasaber auch die gleichen Gedan­ sind geistige Leistungen. Ohne heberinnen – so werden die dafür aber sogenannte Leis­ in den letzten Jahren immerken», erläutert Sandra Künzi. Autoren und Malerinnen, ohne Schöpfer/innen von Werken tungsschutzrechte [c Seite 3]. wieder zu Diskussionen ge­Deshalb könne auch niemand Komponistinnen, ohne Dreh­ genannt – profitieren deshalb Interpret/innen haben, wie führt [mehr zu diesem Themafür sich beanspruchen, einen buchautoren und Regisseu­ von einem besonderen Schutz auch die Urheber/innen, An­ unter c www.hep-verlag.ch].Gedanken alleine gehabt zu rinnen gäbe es keine solchen durch das Urheberrecht. recht auf eine Entschädigung, Ob ein individueller Charakterhaben. «Wenn ein Mensch Werke. Die Urheber und Ur­ Die Urheberinnen und wenn ihre Leistungen bzw. vorliege, lasse sich letztlich Urheber können ein paar we­ Werke genutzt werden. Sie nur im konkreten Fall ent­ sentliche Rechte für sich in sollen an der wirtschaftlichen scheiden. Anspruch nehmen. Sie allein dürfen beispielsweise entschei­ Geistiges Eigentum den, ob und wann ein Werk (lde)Das geistige Eigentum – von den Jurist/innen auch zum ersten Mal veröffentlicht wird und wie dieses genutzt Privilegierte als Immaterialgüterrecht bezeichnet – umfasst zwei Be- werden darf. Auch haben sie Schulen reiche: das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte ei- das Recht, im Zusammenhang nerseits und die gewerblichen Schutzrechte andererseits. mit dem Werk genannt zu wer­ den: Schöpfer/in und Werk Foto: iStockphoto.com, Michael Jung Während das Urheberrechtsgesetz Werke der Literatur und Kunst, Computerprogramme sowie Leistungen der ausübenden gehören zusammen. Ebenfalls Künstler/innen, Produzent/innen und Sendeunternehmen schützt, zu den fundamentalen Rechten haben die gewerblichen Schutzrechte zum Ziel, geistige Leistun- der Urheberinnen und Urheber gen in Zusammenhang mit Innovation und wirtschaftlicher Tä- zählt, dass ihr Werk nicht ein­ tigkeit zu schützen. Zu den gewerblichen Schutzrechten zählen fach zerstört werden darf. unter anderem Patent-, Marken- und Designrechte. Sie werden Musiker/innen und Schau­ auch Registerrechte genannt, weil sie, anders als die Urheber- spieler/innen schaffen keine rechte, nur durch einen Eintrag in die entsprechenden Register Werke, sondern interpretieren Lehrerinnen und Lehrer dürfen – zumindest beim Urheber- und entstehen. die Werke anderer. Sie haben Leistungsschutzrecht – Dinge tun, die anderen Personen nicht c Weitere Infos: Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: www.ige.ch deshalb keine eigenen Urhe­ erlaubt sind. Dasselbe gilt auch für Schülerinnen und Schüler. berrechte an ihren Leistungen,
  3. 3. 3 Schwieriger Kein ewiger Schutz Balanceakt Ein Komponist weigert sich, für das konsumierte (lde) Auch nach dem Tod eines Zuckerwasser zu bezahlen. Ein Streit mit urheber- Urhebers oder einer Urhebe­ rechtlichen Folgen. Das Urheberrecht muss verschiedene rin bleibt das Urheberrecht an einem Werk bestehen. Aber Interessen unter einen Hut bringen – (lde) Die Stimmung im Pariser Café­Concert Ambassa­ nicht für ewig. In den meis­ deurs war entspannt. Das Orchester spielte, und die Gäste eine äusserst schwierige und ten Ländern, so auch in der vergnügten sich bei Speis und Trank. Unter ihnen war konfliktreiche Aufgabe. Schweiz, erlischt es siebzig auch Ernest Bourget, ein bekannter Chanson­Komponist. Jahre nach dem Tod des Urhe­ Zusammen mit einem Kollegen trank er Zuckerwasser, bers oder der Urheberin. ein Luxusgetränk jener Zeit. Als der Kellner einkassieren Ursprünglich war im Rah­ wollte, weigerte sich Bourget, die Rechnung zu beglei­ (lde) Das Urheberrecht muss Doch die Regale der Bib­ men der «Berner Übereinkunft chen. Seine Begründung: Das Orchester habe wiederholt nicht nur auf die Ansprüche liotheken sind voll von urhe­ zum Schutz von Werken der – und ohne dafür zu bezahlen – seine, Bourgets, Musik der Urheberinnen und Urhe­ berrechtlich geschützten Wer­ Literatur und Kunst» von 1886 gespielt. ber Rücksicht nehmen, son­ ken. Haben die Urheberinnen eine Schutzdauer von fünfzig Der Streit wurde vor Gericht ausgetragen. Und dern auch auf die Interessen und Urheber nun Anrecht auf Jahren vorgesehen. Die Idee Bourget bekam recht. Am 8. September 1847 verbot das der Allgemeinheit. Oft besteht eine Entschädigung, wenn ihre dabei war, dass neben dem Tribunal de Commerce de la Seine dem Wirt, Stücke hier ein Spannungsfeld. Auch Werke ausgeliehen werden? Urheber oder der Urheberin des Komponisten ohne dessen Einwilligung zu spielen. die Erklärung der Menschen­ Wessen Interessen sind höher auch noch die Nachkommen Später erhielt Bourget auch Schadenersatz zugesprochen rechte der UNO von 1948 zu gewichten? der zwei nachfolgenden Gene­ – der Wirt musste ihm nachträglich eine Vergütung zah­ spiegelt diesen Grundkonflikt. rationen vom Urheberrechts­ len. In Artikel 27 des Dokuments Auch das eidgenössische Par­ schutz profitieren können. Beflügelt durch diesen Erfolg, schlossen sich Bour­ ist festgehalten, dass jeder lament musste eine Antwort 1993 passte die EU die Frist get, zwei weitere Komponisten und ein Verleger 1850 Mensch freien Zugang zu In­ auf diese Frage finden. Die den veränderten Bedingungen zusammen, um die Aufführungsrechte an ihren Musik­ formation und Kultur haben Schweizer Parlamentarier/in­ – etwa der höheren Lebenser­ werken gemeinsam zu verwalten. Sie legten damit den soll, dass aber auch die geisti­ nen wählten den Kompromiss: wartung – an und erhöhte die Grundstein für die «Société des Auteurs, Compositeurs et gen und materiellen Interessen Wenn Bücher oder DVDs ge­ minimale Frist für ihre Mit­ Editeurs de Musique» (SACEM), die älteste Gesellschaft der Urheber/innen zu schützen gen Entgelt vermietet werden, gliedsländer auf siebzig Jahre. der Welt für die kollektive Verwertung von Urheberrech­ sind [c www.humanrights.ch/ so haben die Urheberinnen und Mehr zu diesem Thema unter ten an Musik. home/?idcat=7]. Urheber Anspruch auf eine c www.hep-verlag.ch Bereits 1777, also noch vor der Französischen Re­ Ein gutes Beispiel für Vergütung. Keine Entschädi­ volution, wurde in Paris die «Société des Auteurs et dieses Spannungsfeld sind gung bekommen sie hingegen, Compositeurs Dramatiques» (SACD) gegründet, um den die öffentlichen Bibliotheken. wenn der Verleih – wie in den Anliegen der Autoren und Dramatiker zum Durchbruch Über sie sollen Menschen meisten öffentlichen Biblio­ zu verhelfen. freien Zugang zu Kultur und theken – kostenlos ist. Andere Wissen erhalten – unabhängig Länder, so Deutschland oder von ihren finanziellen Mög­ Österreich, haben sich für an­ © Succession Giacometti/2010, ProLitteris Zurich. Foto: Keystone, Sotheby’s Handout lichkeiten und ihrer Bildung. dere Lösungen entschieden. Dank Bibliotheken sollen ins­ Dort werden die Urheberinnen besondere Kinder und Jugend­ und Urheber auch für die in liche gleiche Bildungschancen Bibliotheken kostenlos ausge­ haben. liehenen Werke entschädigt. Das Copyright-Zeichen LeistungsschutzrechteAuf nahezu allen Büchern und Musik-CDs ist es (verwandte Schutzrechte)zu finden – das kleine ©. Aber was bedeutet das (lde) Im schweizerischen Urheberrechtsgesetz (URG) sindCopyright-Zeichen eigentlich? nicht nur die Urheberrechte geregelt, sondern auch die sogenannten Leistungsschutzrechte (auch verwandte Schutz-(lde) Der Begriff «Copyright» wie der «Berner Übereinkunft rechte genannt). Um ein Werk hör- oder sichtbar zu machen, sindstammt aus dem angelsächsi- zum Schutz von Werken der Li- neben der Person, die das Werk geschaffen hat, oft weitere Per-schen Raum. Er steht in diesen teratur und Kunst» von 1886 ist sonen nötig: Interpret/innen (z. B. Sänger/innen, Musiker/innen,Ländern für das, was wir bei uns es in vielen Ländern zu einer An- Schauspieler/innen), Produzent/innen von Ton- und Tonbildträ-als Urheberrecht bezeichnen. näherung des Rechts gekommen. gern (z. B. Musik- und Filmproduktionsunternehmen) oder Sende- Die Werke des bekanntenCopyright und Urheberrecht ha- So entstehen Urheberrechte unternehmen. Ihnen stehen Leistungsschutzrechte zu. Konkret Bündner Künstlers Albertoben sich in Amerika und Europa heute auch in Amerika grund- erhalten sie unter anderem Entschädigungen, wenn ihre Darbie- Giacometti, der 1966 starb undgeschichtlich anders entwickelt. sätzlich automatisch, sobald ein tungen, Aufnahmen und Sendungen durch Dritte genutzt werden, dessen Porträt auf unsererSo war zum Beispiel bis 1989 in Werk entstanden ist. In Europa etwa wenn in einer Bar Hintergrundmusik oder der Fernseher Hunderternote abgebildet ist,den USA ein Copyright-Hinweis war das Anbringen des © nie läuft. In der Schweiz nimmt SWISSPERFORM diese Rechte wahr. sind ab 1. Januar 2037 nichtzwingend erforderlich. Dank eine rechtliche Voraussetzung mehr durch das Urheberrechtinternationalen Vereinbarungen für urheberrechtlichen Schutz. geschützt.
  4. 4. 4 Musical: Einheit von Musik, Tanz und TheaterRahel Senn hat es geschafft: Als Ab-schlussarbeit an der Kantonsschule hatsie ihr eigenes Musical zur Aufführunggebracht. So kompliziert das Unterfangenwar, aus urheberrechtlicher Sichtwar es viel einfacher als die schweizer-deutsche Version von «Grease», dieMonika Bühlmann mit ihren Tanzschülernauf die Beine gestellt hat.(nis) «Totaler Wahnsinn» – so wenn sie sich diesmal bei derder Titel des ersten eigenen Choreografie und beim drama­Musicals von Rahel Senn. Sie turgischen Aufbau von Profiswar gerade mal 18 Jahre alt, helfen liess, war auch dieseals sie im Rahmen ihrer Ma­ Produktion «totaler Wahn­turaarbeit zusammen mit ihren sinn». Foto: Andreas IseneggerMitschülerinnen und Mitschü­ Die Urheberrechte an bei­lern das Stück einstudierte. den Musicals liegen bei derNicht nur die Musik und die mittlerweile dreiundzwanzig­Liedtexte stammen von Ra­ jährigen Zürcherin. Jedes Mal,hel Senn, sie übernahm auch wenn eines ihrer Werke auf­gleich die Regie und die ganze geführt wird oder jemand die Ein fantasiereicher Mix aus «Harry Potter» und «Herr der Ringe»: In Rahel Senns zweitem MusicalProduktionsarbeit. CD mit dem Soundtrack kauft, «Sanskaja» müssen sich friedliche Elfen gegen eine böse Macht behaupten. Heute studiert Rahel Kom­ erhält sie eine kleine Entschä­position und Klavier in Zürich digung. Und wer weiss, viel­und arbeitet an ihrem ersten leicht kommt im Laufe der Nachspielen ist nicht Produzent/innen, Regisseur/ Produktion, nicht zu verglei­Roman [c Seite 5]. Auch ein Jahre einmal so viel zusam­ innen oder Lehrer/innen ein chen mit den internationalenzweites Musical, «Sanskaja», men, dass sie sagen kann, der immer einfacher bereits bestehendes Werk, Tourneetruppen, die ganzehat sie inzwischen getextet Aufwand habe sich nicht nur Dass jemand ein Musical von das sie mit ihrer Truppe, oder Sportstadien mit Publikumund komponiert. Es wurde im für ihr Selbstbewusstsein ge­ A bis Z selbst auf die Beine eben mit ihren Schülern und füllen.Sommer 2009 im Volkshaus lohnt, sondern auch finanziell. stellt, kommt nur sehr selten Schülerinnen, erarbeiten und Noch vor den ersten Pro­Zürich uraufgeführt. Selbst vor. Meistens suchen sich die aufführen können. Damit ben ging es also darum, die hat die Tanzlehrerin Monika Aufführungsrechte einzuho­ Bühlmann schon einige Erfah­ len. Monika Bühlmann hatte rungen gesammelt. Das erste es insofern einfach, als die Eine Bearbeitung war beispielsweise Musical, das sie mit ihren 10­ Firma, die die Rechte der Au­ Cover und Bearbeitung die berühmte Interpretation der amerika- bis 16­jährigen Schüler/innen toren und Komponisten des (nis) 1600 Versionen des nischen Nationalhymne «The Star- einstudierte, war «Grease», Musicals verwaltet, auch No­ Beatles-Songs «Yester- Spangled Banner» durch den Rock- eine rockige Liebesgeschichte, ten, Texte und eine CD mit day» wurden im Laufe gitarristen Jimi Hendrix am Woodstock- die vor allem in der Filmver­ dem Soundtrack ohne Gesang der Jahre veröffentlicht, auf Festival 1969. Die verzerrten Klänge sion von 1978 mit John Tra­ liefern konnte. Trotzdem hatte 2600 bringt es George Gersh- seiner Version erinnern an den Kampf- volta weltberühmt wurde. Für Monika Bühlmann noch viel wins «Summertime», und dabei lärm auf einem Schlachtfeld. Auch die Aufführung von «Grease» zu tun, bis das Stück mit Ku­ sind Ausschnitte und Bearbei- eine Verfilmung oder Übersetzung mit ihren Tanzschüler/innen, lissen, Kostümen, Licht und tungen auf DJ-Samplern noch eines Romans stellt eine Be- die auch singen und spielen Choreografie endlich bereit nicht einmal eingerechnet. Erfolg arbeitung dar, zu der die Au- mussten, erarbeitete Monika zum Proben war. fand schon immer viele Nachah- torin oder der Autor ihr Einver- Bühlmann eine gekürzte Fas­ Auch für die Übersetzung mer. Solange man sich beim Nach- ständnis geben müssen. sung auf Schweizerdeutsch, brauchte es die Erlaubnis der spielen strikte an die Vorlage hält – man Und selbstverständlich hat der eine sogenannte Bearbeitung, ursprünglichen Urheber. Dafür spricht dann von einer Coverversion –, Urheber für die Nutzung des deren Texte sie selbst verfasst gilt Bühlmanns Dialektversion ist das auch völlig o.k. Wer das Original Werkes in allen Formen An- hatte [c Box Cover und Be- jetzt als «Werk zweiter Hand», jedoch stark verändert, muss dafür die spruch auf Entgelt. Wenn also arbeitung]. Das Stück wurde das wiederum urheberrecht­ Fotos: Keyston Erlaubnis des ursprünglichen Kompo- e seine Komposition in einer Co- öffentlich und gegen Eintritts­ lich geschützt ist. Sie bekäme nisten oder der Komponistin einholen. In solchen verversion auf CD gepresst oder geld aufgeführt, also weder an sogar Tantiemen, wenn je­ Fällen spricht man nicht von einer Coverversion, live aufgeführt wird, erhält er dafür Entschädi- einer Schule noch in privatem mand diese Fassung für eine sondern von einer Bearbeitung. gungen. Rahmen und auch nicht gratis. eigene Adaption des Musicals Trotzdem war es eine Mini­ benutzen würde.
  5. 5. 5 Jahrelang schrieb ich wie ein wildes Tier … von Rahel Senn «Man wird als tor geboren wür­ Autor geboren», de; die Autoren­ Das Urheberrecht sagte mir ein­ krankheit lautet mal ein Autoren­ Schreib manie, Foto: Keystone, Gaetan Bally freund, und ich und sie macht ei­ macht vor Clubs nicht halt habe diese Aus­ nen immun ge­ sage nicht ver­ gen Rückschlä­ standen, bis ich ge, die einen auf Foto: Schafak Ünal mich eines Tages dem Weg zum gefragt habe, was Beruf erwarten. eigentlich mit mir Die Frage, Mit 17 fingt sie an, Platten aufzulegen. Heute ist DJ Tatana eine der erfolgreichsten DJs der Schweiz. los sei; jahrelang die ich immer schrieb ich wie ein wildes Tier, wieder zu hören bekom­ verbrachte ich jeden Tag zig me, wenn ich sage, dass ich Zu einer anständigen Party gehört ein DJ! sie die Songs eintragen, die Stunden mit dem aufgeschla­ an einem umfangreicher­ sie am Abend gespielt haben. genen Laptop in einem Café en Text arbeite, lautet: «Und Und zu jedem DJ gehört eine anständige Denn klar rechnen auch die (und ich tue es immer noch!), wann kommt das Buch in CD-Sammlung oder, besser noch, ein gut grossen Clubs mit der SUISA ohne ein Buch hervorgebracht die Läden?» Alle wollen das bestückter iPod. ab. «Schliesslich sollen die zu haben. Buch – das Werk einer Autorin Musiker etwas davon haben, Drei dreihundertseitige Ma­ – sehen, aber niemand würde wenn ihre Songs beim Publi­ nuskripte habe ich bereits ver­ denken, dass der Prozess vom kum ankommen», findet Splitt. worfen – jedes Mal wars, als Geschichtenerfinden bis zum (nis) DJ Splitt* bringt immer richtsstunde – da gilt die Mu­ Die Entschädigung richtet sich ob ich meinen besten Freund verkäuflichen Exemplar Jahre ein paar alte Vinyl­Scheiben sik bekanntlich als Lehrmittel nach den Eintrittspreisen und zu Grab begleitet hätte –, und dauern kann (wenns ein Best­ mit, wenn er auflegt. Statt auf und fällt unter den reduzierten nach der Anzahl Gäste, die die ich bin mir nicht sicher, ob seller werden soll, sowieso!). dem iPod hat er seine Songs Schultarif [c Seite 2]. Veranstaltung besucht haben. mein viertes Manuskript gut Ein Verlag lässt sich wohl auf einer externen Festplatte «Eine Schülerdisco kann So steuert der Veranstalter genug sein wird, um als Buch suchen – bestimmt gibt es eine gespeichert. Er sorgt min­ man mit einem Dorffest ver­ an so einem Abend für jeden auf den Markt zu kommen. Ich Handvoll Hobbyschreiber, die destens einmal im Monat an gleichen, an dem ja oft Musik Clubbesucher und jede Be­ habe das Glück, in einem ge­ ihre Texte mit parfümierten irgendeinem Fest dafür, dass zum Tanz gespielt wird», er­ sucherin etwa einen Franken standenen Autor einen treu­ Sammelbriefen an alle Verla­ auch die Faulsten abtanzen. klärt Splitt. «Dafür gibt es bei zum Einkommen der Kom­ en Freund gefunden zu haben, ge schicken, die sich im Han­ «Seit man die Songs aus dem der SUISA Pauschaltarife, die ponist/innen und Musiker/ der meine Schriftstellerkarri­ delsregister finden lassen, und Internet herunterladen kann, von der Website der Verwer­ innen bei. «Für den einzelnen ere mit gnadenlos kritischem darauf warten, ihren Buchtitel ist das DJing einfacher gewor­ tungsgesellschaft herunterge­ Musiker ist das nicht viel, aber Auge mitverfolgt und mir hilft, auf der Bestsellerliste zu lesen den», findet er, «ein Taschen­ laden werden können.» Auf je mehr Leute zu seiner Musik den Weg zu finden, den man –, aber in den wenigsten Fäl­ PC und anständige Boxen ge­ dieser Site finden die professi­ tanzen, desto mehr Geld läp­ als zukünftige Buchautorin zu len finden. Wenn ein Roman nügen.» Trotzdem ist ihm eine onellen DJs Listen, auf denen pert sich zusammen.» beschreiten hat. Es ist ein ver­ oder eine Erzählung Substanz gute Musikanlage lieber als dammt harter Weg! Und seit hat, kommen die Verlage, die die transportable Miniaturaus­ ich ihn gegangen bin, verstehe für gewöhnlich «keinen Platz rüstung: «Wenn ich zwischen ich, was er damals gemeint hat, mehr für neue Autoren haben», Platten, CDs und MP3­Player Die Künstler/innen nicht als er sagte, dass man als Au­ von selbst. abwechseln kann, habe ich mehr Möglichkeiten, auf die vergessen Leute einzugehen.» Und das (nis) Ob am Turnfest, am Abschlussball, im Tanzkurs, im Buchland Schweiz? sei das Wichtigste für einen guten DJ – zu spüren, was bei Shoppingcenter oder in der Disco: Überall, wo Musik zu hören ist, sollten deren Urheber und die Interpret/innen für ihre den Gästen gerade ankommt. Arbeit auch einen Lohn erhalten. Weil aber eine kommerzielle DJ Splitt nimmt es mit dem Veranstaltung etwas anderes ist als ein Quartierfest, unter- Musikauflegen sehr genau. scheiden sich die Entschädigungen, die an den verschiedenenFoto: iStockphoto.com, David Franklin Schon in der Schule erkun­ Anlässen zu bezahlen sind, zum Teil beträchtlich. Auskunft über digte er sich bei der SUISA die verschiedenen Tarife findet man auf der Website c www. Fast 500 Verlage gibt es in der Schweiz, jährlich erscheinen nach den rechtlichen Grundla­ suisa.ch oder direkt, über Telefon, bei der Verwertungsgesell- bei uns 10 000 Titel. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie klein gen. Ein Abschlussfest ist halt schaft. Nichts bezahlen muss man, wenn man unter Freunden das Land ist. Die Schweiz – ein Paradies für die Schriftsteller/ etwas anderes als eine Unter­ Musik hört, an einem Geburtstagsfest beispielsweise oder an innen? Mehr zu diesem Thema c www.hep-verlag.ch einer Hochzeit. *Name geändert
  6. 6. 6 INTERVEW MIT STRESS «Das Erste und Wichtigste ist immer die Idee» Foto: Seb AgnettiSchon früh wurde der Lausanner Rapper eingezogen wird, diese festen den Inhalt meiner Texte ziem­ Und die Inspiration, woher Vorstellungen machen einen lich explizit wiedergeben. kommt die?Stress (alias Andres Andrekson) Mitglied leicht zu einem Gefangenen, Manchmal hat man sie ganzbei einer Urheberrechtsgesellschaft. und neue Ideen entstehen nur Wie viel in den Videoclips be- allein, manchmal entsteht sieDabei ging es ihm nicht ums Geld. in völliger Freiheit. ruht auf deinen Ideen, und was im Team. Es gibt Songs auf kommt vom Regisseur? meinem Album, die länger Wie soll man das verstehen, Das ist, wie vieles in mei­ als ein Jahr brauchten, bis sie Ideen hat man doch immer, nem Beruf, immer ein Team­ fertig waren – und diese Zeit(nis) Was bedeuten die Urhe- Mal ist es eine Verszeile, zu sogar im richtigen Gefängnis? work – nur schon, weil ja zahlt einem niemand. Aberberrechte für dich? der ich die Musik suche, dann Ich rede hier nicht von Ge­ der Text und die Musik von Kreativität ist nun mal keinDas ist ein Thema, über das wieder habe ich einen Fetzen danken, sondern von Kre­ mir die Grundlage des Clips «Nine­to­Five­Job». Die Ideeviel zu selten diskutiert wird. Musik im Ohr, zu dem die ativität: Nehmen wir zum bilden. Wir suchen gemein­ kommt, wann sie will – darumAber das Urheberrecht ist sehr Reime fehlen. Stück für Stück Beispiel ein Albumcover. In sam nach möglichen Umset­ muss man einer CD die Zeitwichtig für uns Kulturschaf­ setzt sich das mit der Zeit meinem letzten CD­Booklet zungen. Aber danach lasse ich geben zu wachsen.fende. Da nervt es mich, wenn zu einem Song zusammen – hat es ein Foto, da liege ich dem Regisseur freie Hand.die Leute sich damit heraus­ manchmal auch mit der Hilfe auf einem Berg von Patronen­zureden versuchen, dass sie von Freunden und Kollegen. hülsen. Sie sehen fast weichdavon keine grosse Ahnung Das kann auch dann und aus, wie ein Kissen, und sindhaben. Darum geht es doch wann heissen, dass man ak­ doch ein Symbol für brutalsteimmer im Leben: Man muss zeptieren muss, wenn keine Gewalt. Das Bild wirkt sanft Stress: Sein Weg zum Erfolgsich eine eigene Meinung bil­ Ideen kommen. und vermittelt trotzdem eineden. Und dazu gehört, dass aggressive Aussage. Denn die (nis) Der Rapper, Musiker und Schauspieler Stress heisstman sich über die Dinge in­ Ohne Ideen gäbe es keinen Idee dahinter wirkt durch den mit bürgerlichem Namen Andres Andrekson. Er wurde amformiert. Gedankenlosigkeit Stress? Gegensatz nur umso stärker. 25. Juli 1978 in Estland geboren und kam als Zwölfjähriger mitging mir schon immer auf den Das könnte man so sagen, ja. Die Idee ist einzigartig, darum seiner Mutter in die Schweiz, nach Lausanne, wo er zur SchuleGeist – ganz egal, um welches Man weiss ja nicht, woher die geht es mir. ging und Wirtschaft studierte. Stress ist mit der SchauspielerinThema es sich dreht. Ideen kommen. Aber letztlich Melanie Winiger verheiratet und lebt heute in Zürich und Lau- sind sie es doch, die den Un­ In der Deutschschweiz ver- sanne. Er veröffentlichte fünf CDs mit der Hip-Hop-FormationWas entsteht zuerst: Der Text terschied zwischen den Men­ stehen allerdings viele deine Double Pact (1995–2006) sowie vier Solo-Alben: «Billy Bear»oder die Musik zu deinen schen ausmachen. Heute gibt Texte gar nicht. Ist das kein (2003), «25.07.03» (2005), «Renaissance» (2007) und «Des rois, desSongs? es oft zu viel «mise en forme» Frust? pions et des fous» (2009). 2008 erhielt Stress drei, 2010 weitereDas Erste und Wichtigste ist – Verpackung – und zu wenig Da kann ich nichts dagegen zwei Swiss Music Awards.immer die Idee. Alles Weitere eigene Ideen. Man muss auf­ tun. Aber unter anderem des­ c www.stressmusic.comdurchdringt sich gegenseitig. passen, dass man da nicht hin­ halb mache ich Videos, die
  7. 7. 7Nun aber konkret: Du kom- Stört es dich, wenn die Leu- viel kleiner ist. Ich habe ja sich eine eigene Meinung bil­ nicht bezahlt. Wenn also dieponierst, schreibst Texte und te deine Songs in Internet- schon lange recht viel Erfolg, den – genauso, wie ich das in Musiker und Filmemachertrittst ja auch an deinen Kon- Tauschbörsen downloaden? aber von meiner Musik leben meinen Texten mache. immer weniger Geld für ihrezerten auf. Heisst das, die Es geht ums Prinzip. Es geht kann ich erst seit etwa drei, Klar ist es schwierig für Arbeit bekommen, werdenSUISA vertritt deine Rechte darum, dass die Leute be­ vier Jahren. einen Schüler, der vielleicht sie vielleicht irgendwann haltals Komponist und Textautor greifen, dass sie die Künstler Es gibt im Musikbusiness zwanzig Stutz Taschengeld im etwas anderes machen müssenund die SWISSPERFORM nicht unterstützen, wenn sie ja nicht nur die superreichen Monat hat: Soll er sich eine und keine Zeit mehr haben fürdeine Rechte als Interpret? die Songs im Netz klauen. Am Stars und die armen tellerwa­ CD kaufen oder ins Kino ge­ ihre Musik oder die Filme –Ja. Aber ehrlich gesagt, lasse Schluss trifft es ja immer die schenden Bohemiens, son­ hen? Oder die CD runterladen weil sie ja schliesslich auchich den ganzen Formularkram Kleinen, die nicht mehr davon dern auch Menschen, die ganz und ins Kino gehen? Oder die was zu essen brauchen, um zumittlerweile von meinem Ma­ leben können. Ehrlich gesagt, normal von ihrer Arbeit leben CD und den Film downloaden überleben.nager erledigen. Er schickt die ist das ziemlich Scheisse mit wollen. Aber als Musiker in und mit den Kollegen eins Und ja: Was werden dieStücke ein und trommelt alle den Downloads. Es gibt eine der Schweiz von der Musik trinken gehen? eifrigen Downloader sagen,Beteiligten zusammen, damit Veränderung im Business, die zu leben, ist hart. Es gibt so Er muss sich einfach be­ wenn es irgendwann einmalwir die Anteile, die jeder Ein­ wusst sein, was es für Folgen keine Musik mehr gibt, weilzelne an so einem Song hat, hat, wenn er für die Musik und die, die sie machen, sich dasuntereinander aufschlüsseln die Filme, die er konsumiert, nicht mehr leisten können?können. Dann unterschreibenwir alle die Formulare, und dieSache ist für uns erledigt. Vier Fragen an die SUISASeit wann lässt du deine Rech-te schon von der SUISA wahr-nehmen? (nis) Was verdient ein Künst- bei der SUISA melden, wennIch habe schon früh beschlos­ ler oder eine Künstlerin pro sie es spielen?sen, der SUISA beizutreten. verkaufte CD? Nur die ganz kleinen pri­Dabei ging es mir nie ums Wenn ein Künstler oder vaten Radiostationen derGeld, sondern um den Schutz Foto: Seb Agnetti eine Künstlerin alle Songs Schweiz müssen kein Pro­meiner künstlerischen Arbeit. auf einer CD selbst kom­ gramm der gespielten SongsDas sind meine Songs. Ich poniert hat, dann erhält er abgeben. Das Geld, das siewollte nicht, dass man sie mir oder sie als Urheber/in pro der SUISA überweisen,klaut. Heute geht es mir auch verkaufte CD im Schnitt wird auf die Songs verteilt,darum, dass diese Einträge «Kreativität ist nun mal kein ‹Nine-to- etwa 1 Franken 50 für seine die von den anderen priva­wie ein Repertoireverzeich­ Arbeit. Was die Interpret/in­ ten Radiostationen gespieltnis funktionieren. Was bei der Five-Job›. Die Idee kommt, wann sie nen an einer CD verdienen, werden. Alle anderen Ra­SUISA erfasst ist, ist mein will – darum muss man einer CD die Zeit ist viel schwieriger zu schät­ diostationen sind jedochWerk. Wenn ich einen Song geben zu wachsen.» zen – es kommt darauf an, verpflichtet, der SUISA einbei der SUISA einreiche, setze welche Verträge sie mit ih­ Programm zu schicken. Dieich gewissermassen auch ei­ rer Plattenfirma abgeschlos­ SUISA erhält und bearbeitetnen Schlusspunkt darunter. sen haben. jedes Jahr Programme von wir nicht kontrollieren können. viele talentierte Leute. Und insgesamt rund 60 Radio­Wie setzt sich dein Einkommen Und es gibt viele Künstler, die es stimmt, manchmal ist das Wer erhält wie viel, wenn sendern. Nur so kann siezusammen? deshalb nicht mehr überleben wirklich sehr, sehr frustrie­ ein Song am Radio gespielt den Komponisten, Textau­Mehrmals im Jahr wird bei der können und die Musik höchs­ rend. wird? torinnen und Verlegern derSUISA abgerechnet, und ich tens noch nebenbei machen. Wenn ein Song auf einem weit über 100 000 Songs,erhalte als Urheber Geld, zum Und wenn eine Band dich co- Privatsender wie «Radio die in der Schweiz im RadioBeispiel pro verkaufte CD und Und wie steht’s mit den Han- vert? Was sollen die tun, damit 24» läuft, erhalten die Kom­ laufen, Geld für ihre Arbeitwenn meine Songs am Radio dyaufnahmen deiner Konzerte, das nicht illegal ist? ponistinnen und Autoren überweisen.oder TV gespielt werden. Da­ die man auf YouTube findet? Also zuallererst sollen sie sich jedes Mal etwa 70 Rappen.für erhalte ich auch als Inter­ Du meine Güte, die sind der­ Mühe geben, dass es dann Wenn der Song auf einem Wie läuft die Abrechnungpret zusätzlich Geld von der massen schlecht! Verwackelte auch gut klingt :­) Ich habe SRG­Kanal (wie «Virus» bei MTV?SWISSPERFORM. Aber im Bilder, kaum verständlicher auch schon Songs von anderen oder DRS 3) läuft, erhalten MTV ist kein SchweizerVerhältnis bringt das nicht viel Ton – das kümmert mich nicht gecovert, das gehört doch zur sie dafür etwa 6 Franken 75. Sender, deshalb gilt fürein. Das meiste verdiene ich gross, wenn die auf YouTube Entwicklung jedes Musikers. (Bei der ersten SRG­Aus­ Clips auf MTV das auslän­als Interpret mit Konzerten auftauchen. Das ersetzt ja das Aber klar, wenn jemand einen strahlung eines Songs in ei­ dische Gesetz. Bei MTVund mit dem Verkauf der CDs. richtige Erlebnis, live dabei Song von mir veröffentlichen nem Halbjahr sind es sogar Deutschland zum Beispiel gewesen zu sein, niemals. Sol­ will, braucht es die Erlaubnis rund 34 Franken.) Auch die werden die UrheberrechteUnd was sind deine grössten che Videos macht man ja nur, der SUISA, die meine Rech­ Interpret/innen (Musiker/in­ für die Schweizer Kom­Ausgaben? um damit zu prahlen, dass man te in diesem Bereich wahr­ nen und Sänger/innen) erhal­ ponist/innen von unsererNatürlich auch die Konzerte. am Konzert war. Und letztlich nimmt. ten Geld, dies dann von der deutschen Schwestergesell­Wir zahlen ja alles selbst: die ist das sogar Werbung für SWISSPERFORM. Aller­ schaft GEMA einkassiert.Mitmusiker, die Bühnentech­ mich. Was rätst du den Schülern, die dings ist der Betrag nicht so Die GEMA leitet dann diesenik, den Transport. Und wenn Musik und Filme im Internet einfach zu berechnen, weil Gelder an die SUISA weiter.wir eine CD aufnehmen, enga­ Kann man als Musiker in der herunterladen? viele Faktoren mitspielen. So erhalten auch die Schwei­giere ich jedes Mal auch Stu­ Schweiz so reich werden wie Ich kann ihnen die Entschei­ zer Urheber/innen der Songsdiomusiker, das ist nicht billig. eine Britney Spears? dung, was sie machen wollen Müssen Radiostationen je- auf MTV Deutschland einenAber das ist eine Investition Nein, reich werden kann man und was nicht, nicht abneh­ des Stück aufschreiben und Lohn für ihre Arbeit.für die Zukunft und sichert mir hierzulande als Musiker kaum men. Aber ich kann ihnenmeine Unabhängigkeit. – einfach weil der Markt viel, Denkanstösse geben, damit sie
  8. 8. 8 Technik und Urheberrecht Spezialfall Computerprogramme (lde) Computerprogramme haben im Urheberrecht eine Sonderstellung. Im Prinzip handelt es sich dabei ja nichtDas Urheberrecht musste immer wieder auf. Im selben Jahr fand in um Werke, anders als bei Texten, Bildern, Songs oder Fil- Deutschland die erste Rund­ men. Trotzdem sind Computerprogramme wie Werke geschützt.an die technische Entwicklung ange- funkübertragung eines Inst­ Ein kleiner Unterschied besteht bei der Schutzdauer: Währendpasst werden. Zu eigentlichen Entwick- rumentalkonzertes statt. Ra­ Werke der Literatur und Kunst siebzig Jahre über den Tod deslungssprüngen führten die Erfindung diopioniere fanden sich auch Urhebers oder der Urheberin hinaus geschützt sind, beträgt die in der Schweiz zusammen. Schutzfrist bei Computerprogrammen nur fünfzig Jahre.der Schallplatte, die drahtlose Kommuni- 1922 nahm in Lausanne der Die grössten Unterschiede zu den literarischen und künstleri-kation über Funk die Radio- und Fernseh- dritte öffentliche Radiosender schen Werken betreffen den Eigengebrauch. Europas seinen Betrieb auf.technik. In Zürich entstand 1924 die Radiogenossenschaft Zürich, Fernsehen im Internet die auf dem Hönggerberg den (lde) Damit ein Sender urheberrechtlich geschützte Werke (z. B. ersten Sender in der deutsch­ Filme oder Songs) senden darf, benötigt er das sogenannte Sen- sprachigen Schweiz betrieb. In derecht. Dies gilt auch fürs Schweizer Fernsehen, Radio DRS und den Zwanzigerjahren wurden für alle privaten Fernseh- und Radiosender. Firmen, die Program- im ganzen Land Radiogenos­ me weiterverbreiten und den Konsumentinnen und Konsumenten senschaften gegründet. zur Verfügung stellen, müssen über das «Weitersenderecht» ver- Die Politik musste diesen fügen. Das betrifft in erster Linie die Kabelnetzbetreiber (z. B. die neuen Entwicklungen Rech­ Cablecom), aber auch die Swisscom, die mit Bluewin auch Fern- nung tragen. 1923 trat in der sehangebote über das Telefonnetz verbreitet. Unter das Weiter- Schweiz ein neues Urheber­ senderecht fallen ebenso Unternehmen wie Zattoo oder Wilmaa, recht in Kraft. Dieses schuf die Fernsehprogramme über das Internet anbieten. Neu kommen unter anderem die Grundlage auch drahtlose Netzbetreiber hinzu. Ein Teil der monatlichen Ge- für die ersten schweizerischen bühren kommt den Berechtigten gemäss dem schweizerischen Verwertungsgesellschaften, Urheber- und Leistungsschutzrecht zugute. die sich um die Rechte von Urheberinnen und Urhebern kümmerten. So schloss etwa Darf man den Kopierschutz einer DVD die Gesellschaft für Auffüh­ knacken? rungsrechte, eine Vorgän­ gerorganisation der heutigen (lde) Umgeht eine Privatperson für das Herstellen einer gesetzlich Bild: Keystone SUISA, bereits 1926 mit der erlaubten Privatkopie einen technischen Kopierschutz, so kann Radiogenossenschaft Zürich sie nach schweizerischem Recht dafür nicht belangt werden. einen Lizenzvertrag ab. Auch Verboten ist aber das Anbieten und Verbreiten von Vorrichtun-1877 erfand Thomas Alva Edison den Fonografen – Musik auf- gab es damals schon Verträge gen, mit denen technische Schutzmassnahmen – also etwa dernehmen war damals nicht ganz so einfach wie heute. mit Musikvereinen, Konzert­ Kopierschutz auf einer DVD – geknackt werden können. veranstaltern und Kursälen.(lde) «Hello» soll das ers­ wieder vor neue Herausforde­te Wort gewesen sein, das rungen stellte. Als Musik nochThomas Alva Edison aufge­ ausschliesslich im Konzertsaalnommen und anschliessend erklang, stellten sich ganz an­ Der Buchdruck – eine Erfindung mit Folgenwieder abgespielt hat. Edison dere Fragen als in der heutigenhat nicht nur die Glühbirne er­ Zeit mit Rundfunk, Internet (lde) Um 1440 revolutionier- Johannesfunden, sondern auch den Fo­ und MP3­Playern. Entstanden te Johannes Gutenberg mit Gutenberg Bilder: iStockphoto.com (Gutenberg: nicoolay; Druck früher: Grafissimo, Druck heute: seraficus)nografen, mit dem man Töne ist ein Markt für die Massen­ der Erfindung der bewegli-auf einem Wachszylinder nutzung von urheberrechtlich chen Metalllettern und derspeichern und wiedergeben geschützten Werken. Druckerpresse den Buch- Druckenkonnte. Nur kurze Zeit nach druck. Seine Erfindung er- gesternEdisons Erfindung entwickelte Pioniere gründen möglichte die «Vervielfälti- und heuteder in Amerika tätige Deutsche gung» von Texten. Wer vorherErnst Berliner den Urahnen Radiogenossenschaften ein Buch kopieren wollte,der Schallplatte. Das Abspiel­ Ende des 19. Jahrhunderts musste es abschreiben – einegerät für diese Schallplatten, entwickelten Wissenschaftler mühselige Angelegenheit.das Grammofon, wurde 1888 in Europa und Amerika die Deshalb dachte auch nie-in Philadelphia präsentiert. Grundlagen für die drahtlo­ mand daran, den Autor des Auf den ersten Blick haben se Kommunikation und die Originals zu entschädigen.diese technischen Errungen­ Radio­ und Fernsehtechnik.schaften nicht viel mit dem Ur­ Kaum war der Grundsteinheberrecht zu tun. Bei näherer für den Rundfunk gelegt, Mehr zu diesem ThemaBetrachtung zeigt sich jedoch, nahm 1920 in den USA auch unter c www.hep-verlag.chdass die technische Entwick­ schon die erste kommerziel­lung das Urheberrecht immer le Radiostation ihren Betrieb
  9. 9. 9 Die digitale Technik Bereits vor mehr als zehn Jahren hat man erkannt, dass diese neuen digitalen Ent­ pflügt die Gesellschaft um wicklungen in den nationalen Urheberrechtsgesetzen rücksichtigt werden müssen. be­ Zentral ist das sogenannte On­Demand­Recht. DarunterDank Internet, CD- und DVD-Brennern, versteht man das Recht, der Öffentlichkeit ein Werk in ei­MP3-Playern und Handys lassen sich nem Kommunikationsnetz –Werke heute beliebig oft und kosten- etwa über Internet oder Mobil­günstig kopieren. Dies stellt das Urheber- funknetze – zugänglich zu machen. Online­Musikshopsrecht vor neue Herausforderungen. beispielsweise sind auf dieses Recht angewiesen. Sie müssen sowohl bei den Urheber/innen(lde) Als 1982 die erste CD zogen werden. Letzteres kann als auch bei den Interpret/in­mit digital gespeicherter Mu­ legal oder aber auf unerlaubte nen und Produzent/innen einesik auf den Markt kam, ahn­ Weise geschehen. Lizenz einholen, um mit derenten nur wenige, wie rasch Werken ihr Geschäft betreibender neue Tonträger die Vinyl­ Kopieren ohne zu können.Schallplatte verdrängen wür­de. Die Ablösung markiert den Qualitätsverlust Das Internet als neue Foto: iStockphoto.com, Matt JeacockÜbergang von der analogen Gespeichert und kopiert wur­zur digitalen Welt. Die rasan­ de zwar schon lange. Mit Drehscheibete Entwicklung der digitalen Tonbandgerät, Kassetten­ und Nicht nur Musik und TexteTechnologie und vor allem das Videorecorder konnte man Eine tabellarische Übersicht werden übers Internet unter dieInternet haben den Umgang Musik und Filme aufnehmen über die technische Leute gebracht. Immer mehrder Gesellschaft mit Informa­ und Kopien herstellen. Aller­ Entwicklung findet sich unter dient das Web auch zur Ver­tionen grundlegend verändert. dings war das recht aufwen­ c www.hep-verlag.ch. breitung von Podcasts, Filmen,Nutzer/innen und Konsument/ dig, und die Kopien erreichten Fernseh­ und Radiosendungen.innen haben Zugang zu Inhal­ nie die Qualität des Originals. sich per Mausklick herunterla­ Ländern mit rechtlichen Mit­ Werden Sendungen zeitgleichten aus der ganzen Welt. Und In dieser Hinsicht hat sich den. An die Stelle der schlech­ teln vorgegangen – und zerr­ auch im Internet angeboten,diese Informationen können vieles grundlegend verändert. ten Kopien von einst sind Klo­ te fehlbare Nutzer/innen vor so spricht man von «Strea­auf den eigenen Rechner ko­ Mit digitalen Geräten wie CD­ ne von hoher Qualität getreten. Gericht. Andererseits entwi­ ming». Wenn Inhalte hinge­piert und gespeichert werden. oder DVD­Brennern können Die Musik­ und Filmindustrie ckelte sie sogenannte Digital­ gen zeitverschoben und zumEine Folge davon ist, dass Kopien ohne Qualitätsverlust ist dadurch stark unter Druck Rights­Management­Systeme individuellen Gebrauch aufMusik und Filme zunehmend in beliebiger Zahl und kos­ geraten. Gegen das Kopieren (DRM) – bisher allerdings mit einer Webseite angeboten wer­nicht mehr im Laden gekauft, tengünstig produziert werden. und Downloaden aus illega­ mässigem Erfolg [c www.hep- den, handelt es sich um «On­sondern über das Internet be­ Songs aus dem Internet lassen len Quellen ist sie in einigen verlag.ch]. Demand»­Dienstleistungen. Privatkopien sind erlaubt Im Gegenzug erhalten die Urheberinnen und Urhe­ ber, die Interpretinnen dern. Sie gelangten mit ihren Anliegen sogar ans Bundesge­ richt. Das höchste Schweizer und Interpreten, aber auch Gericht gab jedoch den Urhe­Seit 1992 dürfen Werke für den privaten die Produzent/innen und berrechtsgesellschaften recht. Sendeunternehmen eine Seit 2007 werden auch dieGebrauch kopiert werden. Im Gegenzug Vergütung. In den ers­ digitalen Speichermedien wieerhalten die Urheberinnen und Urheber ten Jahren wurde diese MP3­Player und Videorecor­ hulzund die Inhaber/innen von Leistungs- Vergütung nur auf Leer­ der mit eingebauter Harddisc , Volkmar Sc kassetten erhoben, spä­ erfasst.schutzrechten eine Entschädigung. ter auch auf CD­ und Die Höhe der Vergütun­ ne DVD­Rohlingen. Die gen wird zwischen den Urhe­ Foto: Keysto weitere Anpassung ans berrechtsgesellschaften und digitale Zeitalter, das heisst Nutzerverbänden periodisch(lde) Das Problem entstand in umgehen. Eigentlich war das CD oder ein Video zum Pri­ die Ausdehnung der Leerkas­ ausgehandelt und durch eineden 1980er­Jahren: Mit der Aufnehmen illegal, bis 1992 vatgebrauch auf einen leeren settenvergütung auf digitale Schiedskommission geneh­zunehmenden Verbreitung der eine Lösung gefunden wur­ Träger zu überspielen. Auch Speichermedien, hat zu hit­ migt. Seit einiger Zeit treten anKassettenrecorder begannen de: Das Kopieren zu privaten Familienangehörige und enge zigen Diskussionen geführt. die Stelle der MP3­Player ver­Teenager in grossem Stil die Zwecken ist erlaubt, aber auf Freunde dürfen diese Kopi­ Konsumentenschutz­ und Nut­ mehrt Musik­Handys. Auchim Radio ausgestrahlte Hitpa­ dem Träger oder dem Speicher en benutzen. Unter keinen zerorganisationen störten sich auf diesen Geräten werden Ur­rade auf Kassette aufzuneh­ ist dafür eine Vergütung ge­ Umständen darf man sie aber an den in ihren Augen zu ho­ heberrechtsvergütungen erho­men. Damit konnten sie den schuldet. verkaufen. Wer dies tut, macht hen Vergütungen – oder woll­ ben, der entsprechende TarifKauf der aktuellen Singles Es ist also zulässig, eine sich strafbar. ten diese sogar ganz verhin­ wurde 2010 genehmigt.
  10. 10. 10 Alle tun es – und (fast) alle schämen sich dafür Foto: iStockphoto.com, druvaViele Jugendliche laden Musik oder «In der Regel findet man downloaden und unseren Freundinnen anschauen will. in den Tauschbörsen vor allem Freunden vorspielen, machen Zu Hause im trauten Kreis istFilme aus dem Internet auf ihren wir ja gleichzeitig Werbung, das kein Problem. Anders sieht Mainstream», meint eine derComputer. Die Künstlerinnen und Künstler Befragten, «und die grossen davon profitieren die Künstler es aus, wenn man eine Partysind aber darauf angewiesen, dass ihre Bands und Hollywoodstu­ doch auch.» im Gemeindehaus veranstaltet dios kassieren doch schon ge­ Tatsächlich ist es erlaubt, und dort eine FilmvorführungCDs und DVDs gekauft werden. nug ab.» Independent­Filme eine heruntergeladene Datei plant. Oder im Klassenlager, und Musikstücke unbekann­ an Freunde und Freundinnen als Krönung des Abschluss­ ter Bands leihe sie sich in weiterzugeben, solange man abends. In beiden Fällen gilt(nis)Ein schlechtes Gewissen bewusst sind, dass vor allem der Videothek oder kaufe sie vernünftige Grenzen einhält. es, zuerst die Vorführrechte beihaben fast alle. Eine spon­ weniger bekannte Künstler/ an Konzerten. «Man darf nicht Und natürlich bedeutet weiter­ der Produktionsfirma einzuho­tane Strassenumfrage zeigt, innen auf CD­Verkäufe an­ vergessen, dass Leute in mei­ geben nicht, dass man Geld für len. Ähnliche Fragen stellendass die meisten jungen Leu­ gewiesen sind. Nicht nur aus nem Alter sich in der Regel seine Files verlangen kann. sich bei der Musik: Wer gernete glauben, sie machten sich finanziellen Gründen, sondern gar nicht mehr leisten können Etwas komplizierter wird Karriere als DJ machen möch­strafbar, wenn sie Musik oder auch, weil die Hitparaden­ als das, was sie bereits fürs es, wenn man einen Film – te, liest weiter auf c   5 SeiteFilme aus dem Internet auf ih­ ranglisten aufgrund der CD­ Kino und Konzerte ausgeben», auch einen aus der Videothek (Das Urheberrecht macht vorren Computer laden. Das liegt Umsätze berechnet werden. fügt sie an. «Wenn wir etwas – zusammen mit Freunden und Clubs nicht halt).nicht zuletzt an der Bericht­erstattung in den Medien, woimmer wieder von spektaku­lären Prozessen und Urteilen Unterschiedliche Personen, die das Urheberrecht verletzen. Einen anderen Weg hat Frankreich ge-zu lesen ist. Dass es sich in der Der eidgenössische Datenschutzbeauf- wählt. Im Mai 2009 verabschiedeten dieRegel um Fälle aus dem Aus­ Strategien gegen die tragte sah in diesem Vorgehen jedoch die Abgeordneten der Nationalversammlungland handelt, entgeht der eili­ Internet-Piraterie Persönlichkeitsrechte der betroffenen Per- ein neues Gesetz; es sieht vor, dass mitgen Leserin beim Überfliegen sonen verletzt. Das Bundesgericht hat ihm bis zu einem Jahr Internetsperre bestraftder Schlagzeilen gerne. (lde ) In zahlreichen europäischen Ländern nun recht gegeben; es beurteilte das Vor- werden kann, wer wiederholt illegal Musik In der Schweiz ist der wird gegen die Internet-Piraterie vorge- gehen als bedeutsamen Eingriff in die Pri- und Filme vom Internet bezieht. NachdemDownload für den Privatge­ gangen, weil Urheber und Kulturwirtschaft vatsphäre der Betroffenen. Die Firma darf der französische Verfassungsrat das Ge-brauch tatsächlich nicht straf­ dadurch unter anderem wirtschaftliche ihre Software also nicht mehr einsetzen. setz gebilligt hat, steht der neuen Straf-bar. Der Upload hingegen, Verluste erleiden. Die getroffenen Mass- praxis nun nichts mehr im Wege. Ähnlichealso die Freigabe der eigenen nahmen sind allerdings umstritten. Schritte hat auch die britische RegierungDateien für andere User, ist Im April 2009 sorgte ein Prozess in Schwe- erwogen.nicht erlaubt. Wer also ein den für Aufsehen. Die Betreiber der Inter- In der Schweiz ist nach vorherrschender«Peer to Peer»­Programm be­ net-Tauschbörse «The Pirate Bay» wurden Meinung der Experten das private Down-nutzt, das den Computer wäh­ wegen Verletzung des Urheberrechts zu loaden erlaubt, und zwar selbst dann, wennrend des Downloads anderen Gefängnisstrafen und hohen Geldbussen das Angebot illegal ist. Gerichtsurteile dazuUsern im gleichen Netzwerk verurteilt. gibt es allerdings keine. In Deutschland istöffnet, verletzt in der Regel In der Schweiz hat eine Firma eine spezielle das Herunterladen von «offensichtlich» il-Urheber­ und/oder Leistungs­ Software entwickelt, mit der sie im Internet legalen Angeboten verboten.schutzrechte. nach Anbietern von illegalen Musik- und Ein schlechtes Gewissen Filmdownloads suchen kann – oder nach Foto: iStockphoto.com, Noam Armonnhaben viele auch, weil sie sich

×