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Portfolio Nicole Höhna
 

Portfolio Nicole Höhna

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Portfolio meines Studiums an der Köln International School of Design seit dem Wintersemester 2008/2009

Portfolio meines Studiums an der Köln International School of Design seit dem Wintersemester 2008/2009

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    Portfolio Nicole Höhna Portfolio Nicole Höhna Document Transcript

    • P O R T F O L I ONicole Höhna
    • Sommersemester 2012Sommersemester 2011Wintersemester 2010|2011Wintersemester 2011|2012Gala 2012 | S. 6 - 9Schloss Türnich | S. 10 - 25Ansichten und Details | S. 26 - 33alles neu | S. 36 - 45Die Seele der Dinge | S. 46 - 53Störungen | S. 54 - 59Social Interaction Design | S. 60 - 61Praktikum | S. 64 -65Bezirksregierung Köln | S. 66 - 69Soundscape Cologne | S. 72 - 73Experimental Haute Couture | S. 74 - 75Wahrnehmungsmanagement | S. 76 - 77
    • InhaltsverzeichnisSommersemester 2010Sommersemester 2009Wintersemester 2008 |2009Wintersemester 2009|2010Vorlesung SI | S. 80 - 87New Talents 2010 | S. 88 - 89Wissenschaftliches Arbeiten | S. 90 - 93Zeichen | S. 94 - 97Texte für Designtheorie | S. 100 - 104Vom Produkt zum Prozess | S. 106 - 107Communicating with Signs | S. 108 - 109Katastrophen-Design | S. 112 - 113Toolbox Ökodesign | S. 114 - 115love me fender | S. 116 - 117Sweets 2009 | S. 120 - 123Mit freundlichen Grüßen | S. 124 - 127
    • Sommersemester2012Gala 2012 | S. 6 - 9Schloss Türnich | S. 10 - 25Ansichten und Details | S. 26 - 33
    • 76KISD Gala 2012Die Planung dieses Events begann Anfang Mai 2012. Drei zusam-menhängende Veranstaltungen galt es zu organisieren. Erstens: denGalaabend (dieVerleihungderDiplomeunddasentsprechende Ca-tering und Unterhaltungsprogramm), zweitens: die anschließendeAbschlussparty für die Absolventen und drittens: die dreiwöchigeAusstellung der Abschlussarbeiten mit begleitendem Programm ausVorträgen, Podiumsdiskussionen, sowie Parties zu entsprechendenThemen im Design Quartier Ehrenfeld.Wir bildeten zu Beginn verschiedene Gruppen, welche sich denentsprechenden Events annahmen. Die Kommunikationsgruppe warfürs Corporate Design, die Erstellung des Jahrbuches und alle weite-ren kommunikatorischen Mittel(Plakate, Flyer, Website,...) zuständig.Die Finanz- und Sponsorengruppe kümmerte sich um die finanziellenMittel und die Verwaltung der Sponsoren.Es gab weitere Gruppen fürdie Gestaltung des Galaabends und des dazugehörigen Programms(unter anderem: das Professoren-Duell und die Ziehung der Tombola-Lose), der Abschlussparty,derAusstellungderDiplomarbeiten unddie Dekoration der Veranstaltungsräume. Auch das Catering und dieTombola wurden in extra Teams vorbereitet.Wöchentlich fanden Treffen aller Gruppen statt, um jeden Teilneh-mer über die Vorgänge und Fortschritte im Prozess zu informierenund gemeinschaftlich über Beschlüsse abzustimmen.Erwartungsgemäß stressig wurde es, je näher das Event rückte.Hierbei erweiterten die Gruppenmitglieder ihre Tätigkeitsfelder undunterstützten sich gegenseitig, wobei jeder Teilnehmer seine orga-nisatorischen Fähigkeiten auf den Prüfstand stellte.Rückblickendwar es ein gelungener Abend, an den sich die Absolventen und derenBegleitungen und weitere Gäste hoffentlich gern erinnern werden.KISD Gala 2012 / Eventorganisation / Sommersemester 2012 /19.04.2012 bis 11.07.2012Das Rundum-Projekt der KISD: von Catering, Sponsoring,Raumkonzepten, Corporate Design und Partyorganisationwar alles Eventorganisatorische vertreten.
    • Impressionen desGalaabends undder Ausstellung derAbschlussarbeitenim Design QuartierEhrenfeld
    • 98KISD Gala 2012 / Eventorganisation / Sommersemester 2012 / 19.04.2012 bis 11.07.2012
    • 1110Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012Identität Schloss TürnichDas Schloss Türnich in Kerpen-Türnich ist vielseitig,sowohl in architektonischer, als auch in kulturellerHinsicht: Überraschungen inbegriffen.Das Schloss Türnich in Kerpen (in der Nähe vonKöln) ist ein äußerst geschichtsträchtiger Ort. SeineUrsprünge reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück,doch seine derzeitige äußere Erscheinung wurdehauptsächlich in der Mitte des 18. Jahrhundertsgeprägt. Es befindet sich seit dem 19. Jahrhundertim privaten Besitz der gräflichen Familie von undzu Hoensbroech.Die Schlossanlage setzt sich aus verschiedenenBereichen zusammen, so gibt es den Aspekt der Ar-chitektur: das Herrenhaus, die Schlosskapelle undeine Vorburg mit angeschlossenem Hofcafé; eineGartenanlage, welche sich aus barockem Schloss-garten im französischen Stil, einem EnglischenLandschaftsgarten und einem Waldgebiet zusam-mensetzt und einen Obstpark, in welchem Obstund Gemüse nach demeter-Vorgaben angebaut undauch Saft gekeltert wird.Durch eine drastische Grundwasserabsenkungin den Siebzigerjahren, bedingt durch Bergabauar-beiten geriet das Schloss in einen sehr schlechtenbaulichen Zustand: es drohte auseinanderzubre-chen und die Folgeschäden sind bis heute sichtbar.Der Erhalt der gesamten Anlage ist ohne staat-liche finanzielle Unterstützung nicht zu gewähr-leisten, dementsprechend plant die Familie vonHoensbroech die Gründung einer Stiftung und istauf der Suche nach Investoren.Schloss Türnich visuell als Ganzes greifbar zumachen und die vielen Einzelaspekte zu vereinen,Menschen über den Ort zu informieren und fürdie Problematik zu sensibilisieren war Ziel diesesProjektes. Im Zuge der anstehenden Profanisierungdes Schlosses und somit eines »Zurücktretens«der gräflichen Familie bezüglich der Belange desSchlosses war es aus unserer Sicht auch notwendigdieses Zurückstellen des Privaten in der neuen Cor-porate Identity zum Ausdruck zu bringen. Das sogeschaffene Erscheinungsbild ist also nicht primärmit Konnotationen des Adels: also Exklusivität,Traditionalität und (teilweise eben auch) Eleganzbehaftet, sondern mit Bodenständigkeit, Schlicht-heit und einer gewissen Zurückhaltung. Es sollsolide, ruhig und stimmig wirken.
    • Das derzeitigeErscheinungsbild vonSchloss Türnich wirktzusammengewürfeltund unschlüssig.
    • 1312Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012Mehrere Varianten des Wappensfinden Anwendung, wobei die Rück-sicht auf heraldische Gesichtspunktein den Hintergrund tritt.
    • privatepublicunity diversitynarrationexperienceheritagemodernitybalancefarmthe Obstparkwith its relatedservices andopportunitieshospitalitygastronomicalservices andproducts forvisitorsEvents and rentingopportunities forindividuals & companieseducationservices foreducationalfacilities andguided tourscastlegardenthe various gardens,the Labyrinth andgeomantic stonesDie vier Bereiche, inwelche sich die Akti-vitäten um SchlossTürnich aufteilenlassenKernbegriffe,welche gemeinsammit der Familie vonHoensbroech erar-beitet wurdenKernbegriffe rund um Schloss TürnichCluster
    • investorsvisitorseducationalkindergardensculturally interestedschoolsenthusiastslocalsorganic food customerscologniansindividualscompaniesweddingspublic institutionsprivate investorscorporationsfoundationsinternationalscyclistsfamiliesrenters1514Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012Übersicht über die Ziel-und Dialoggruppen,welche rund um SchlossTürnich involviert sindder sein könnenZiel- und Dialoggruppen
    • 1716Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012Im Torbogen desEingangsbereichesbefindet sich dieseAusführung desWappensHerleitung des Logos
    • SchlossTürnichSchlossTürnichDer limburgischeLöwe, das Wappen-tier der Familie vonHoensbroech unddie Typo stehen imVordergrundLogo in zwei Varianten
    • ½wh½ h½ wwSchlossTürnichSchlossTürnich1918Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012ProportionenProportionen desLogos und die Auf-teilung in Segmente
    • Geschäftsbrief,Investorenbroschüreund InformationsflyerPrintanwendungen
    • 2120Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012gleichbleibendeDarstellbarkeitauf verschiedenenGerätenWebauftritt
    • investorrelatedhoensbroechdemeteralceaproductsservicesFarbschema für dieunterschiedlichenTätigkeitsbereicheFarbschema
    • 2322Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012Etikettkonzept fürdie Produktpalettedes ObstparkesSchloss TürnichProduktpalette
    • Herrenhaus Kapelle Hofcafé EnglischerGartenGeomantieBarock-gartenLinden-kathedraleHofladenLabyrinthObstparkOrientierung auf Schloss TürnichZugänge zumSchlospark undöffentliche Wegeauf dem GeländePiktogramme fürdas Orientierungs-system
    • 2524Identität Schloss Türnich / MP / Identität und Design / Sommersemester 2012 / 27.03.2012 bis 25.05.2012Geländeplan mitInformationsflyernund Infopanel
    • Rendering der Kaiser idell mit Cinema 4D
    • 2726Ansichtenund DetailsAnsichten und Details / WS / Design for Manufacturing / Sommersemester 2012 /18.04.2012 bis 27.06.2012In diesem Seminar standen die Wahrnehmungund Untersuchung von Details an Gebrauchsgegen-ständen im Fokus. Das Objekt meiner Wahl:die Scherenlampe 6718 der Firma Kaiser idell.Das wissenschaftliche Seminar »Ansichten und Details« erstrecktesich über ein Semester. Hierbei wählte sich jeder Teilnehmer einenGegenstand und untersuchte diesen nach Parametern wie Funktion,Material, Bauteilen und Oberfläche. Es wurde vermessen, zerlegt undfotografiert. Im Anschluss fertigte jeder Teilnehmer eine technischeZeichnung an und erstellte wahlweise ein dreidimensionales Modelldes Gegenstandes.Ich wählte die Scherenlampe Modell 6718 der Firma Kaiser idell.Konzipiert wurde sie von Christian Dell (*24.02.1893 in Offenbach amMain; †18.07.1974 in Wiesbaden) welcher unter anderem Meister amWeimarer Bauhaus war. Ab der Mitte der zwanziger Jahre entwarf erzahlreiche Beleuchtungskörper für die Lampenfabrik Gebr. Kaiser &Co in Neheim-Hüsten (Arnsberg). Diese vornehmlich für Arbeitsberei-che und Werkstätten entwickelten Lampen wurden mit dem Slogan»Der Arbeit zu Nutz – den Augen zum Schutz« beworben und erfreuensich heute wieder großer Beliebtheit in Form von Schreib- und Nacht-tischlampen, angepriesen von beispielsweise Manufactum, der »fastliterarischen Warenkunde«.Die mir vorliegende Lampe beeindruckte einerseits durch ihre aus-gewogene Form und ihr Alter von ungefähr achzig Jahren und mehrnoch durch ihre volle Funktionsfähigkeit. Alle Gelenke sind leichtgän-gig und stabil und das Objekt weist in seinen Einzelteilen trotz leichterRostspuren keine Beschädigungen oder Mängel auf.
    • Fotostudioaufnahmen der Kaiser idell
    • 2928Linke Seite:Aufnahmen ausdem FotostudioRechte Seite:Modellierte Lampeohne TexturSeite 23 unten:Detailrendering derVerbindung zwischenLampenhals undSchirmAnsichten und Details / WS / Design for Manufacturing / Sommersemester 2012 /18.04.2012 bis 27.06.2012
    • Rendering der Kaiser idell mit Cinema 4D
    • 3130Ansichten und Details / WS / Design for Manufacturing / Sommersemester 2012 /18.04.2012 bis 27.06.2012
    • Seite 26 oben:Detailfoto desLampenschirmsSeite 26 untewn:Detailrenderingeines GelenksSeite 27:Rendering desLampenschirmes
    • 3332Ansichten und Details / WS / Design for Manufacturing / Sommersemester 2012 /18.04.2012 bis 27.06.2012
    • 2011|
    • Wintersemesteralles neu | S. 36 - 45Die Seele der Dinge | S. 46 - 53Störungen | S. 54 - 59Social Interaction Design | S. 60 - 61|2012
    • alles neu:Die Deutsche Akademiefür Sprache und DichtungDie Aufgaben der Deutschen Akademie sind vielfältig:sie vergibt unter anderem den Georg-Büchner-Preis,veranstaltet Tagungen und veröffentlicht Publikationen.Hierbei ist es an der Zeit für ein neues Corporate Design.
    • 3736In diesem langfristigen Projekt war es unser Ziel,eine neues Corporate Design für die „Die DeutscheAkademie für Sprache und Dichtung“ zu erarbeiten.Die Akademie vertritt die Interessen der deutschenLiteratur und Sprache im In- und Ausland. Sie hatzahlreiche Betätigungsfelder, unter anderem veran-staltet sie Tagungen, leistet Bildungsarbeit an meh-reren deutschen Schulen, in dem sie Schüler undSchriftsteller zusammenführt, vergibt insgesamtfünf Preise, darunter der bedeutendste Literatur-preis Deutschlands, der Georg-Büchner-Preis undveröffentlicht eine Fülle von Publikationen.Die Akademie möchte mehr öffentliche Wahr-nehmung und strebt desweiteren an, an jüngeresPublikum für ihre Vielzahl von Tätigkeiten zuinteressieren, doch gibt es derzeit keinen klarengrafischen Zusammenhang zwischen ihren unter-schiedlichen Aktivitäten, all ihre Publikationensehen bisher verschieden aus.Über ein Semesterhinwegbeschäftigten sichetwa 20 Studierende in jeweils fünf Gruppen mitunterschiedlichen konzeptuellen Ansätzen miteinem neues Erscheinungsbild. Im Sommer 2012entschied sich die Deutsche Akademie für Spracheund Dichtung intern für den Entwurf meiner Grup-pe, derzeit arbeiten wir an der Implementierungund an einem Corporate Design Manual.
    • D E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GDas alte Logo,welches seit überfünfzig JahrenVerwendungfindetDas neue Logofür die DeutscheAkademie fürSprache undDichtung
    • D A DEUTSCHE AKADEMIEFÜR SPRACHE UND DICHTUNGD A DEUTSCHE AKADEMIEFÜR SPRACHE UND DICHTUNGD A DEUTSCHE AKADEMIEFÜR SPRACHE UND DICHTUNGD A DEUTSCHE AKADEMIEFÜR SPRACHE UND DICHTUNGD A DEUTSCHE AKADEMIEFÜR SPRACHE UND DICHTUNGD A DEUTSCHE AKADEMIEFÜR SPRACHE UND DICHTUNGD A DEUTSCHE AKADEMIEFÜR SPRACHE UND DICHTUNG3938Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung / LP / Typografie und Layout / Wintersemester 2011/12 / 18.10.2011 bis jetztIn diesem Konzept wird der Ansatz verfolgt, imLogo selbst mit Sprache und Schrift zu spielen,wobei gängige Seh- und Lesegewohnheiten provo-ziert beziehungsweise auf die Probe gestellt werden.Über eine konsequente Silbentrennung wird derName der deutschen Akademie für Sprache undDichtung vertikal angeordnet. Die Trennung erfolgtdabeiüber auffällig farbigeSchrägstriche und nichtwie gewohnt über Trennstriche.Dadurch wird ein zeitgemäßes Erscheinungsbildund Aufmerksamkeit über ein ungewohntes Schrift-bild erzielt, das den Blick zugleich auf sich ziehtund gewissermaßen zum Innehalten motiviert. DieSchrägstriche haben einen erhöht konstruiertenNeigungswinkel, zudem hebt sie diegrößereStrich-stärkeoptischvon den Lettern ab. Auch die kontras-tierende Farbgebung schließt eine Verwechslungmit der Schrift weitgehend aus und ermöglicht sotrotz „Störung“ des gewohnten Leseflusses dieschnelle Erfassbarkeit aller relevanten Informati-onen. Die „Gill Sans light“ wird in Versalien ver-wendet und sorgt für ein deutliches und zugleichelegantes Schriftbild, das auch in kleiner Punkt-größe noch gut lesbar ist.Durch die Silbentrennung entsteht Rhythmusund Dynamik. Dieser Rhythmus sowie das Gestal-tungselement der Schrägstriche lässt sich auf ver-schiedene Informationen übertragen und verfügt- auch unabhängig vom Namen der Akademie - übereinen hohen Wiedererkennungswert.Um sich harmonisch und ebenso gut lesbar in einehorizontale Logoleiste integrieren zu lassen, wurdezusätzlich eine zweite Variante des Logos gestaltet,die jedoch nur für diesen Fall verwendet wird. DerRhythmus des Logos lässt sich auf Titel, Veran-staltungen, Preise oder Funktionsbezeichnungenübertragen, um eine Kontinuität und Integrität desErscheinungsbildes in allen Medien und Formatenzu gewährleisten. Derzeit nehmen wir aktuell Ände-rungen aufgrund der Implementierung vor.
    • Linke Seite:Freier Farbcode fürdie Deutsche Aka-demie für Spracheund Dichtung, wobeischwarz flächig alsHintergrundfarbefür Plakate, teilweisePublikationen,Einladungen oderPostkarten dienenkann.Rechte Seite:Buchcover für neueund ältere Publika-tionen der DeutschenAkademie
    • 4140Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung / LP / Typografie und Layout / Wintersemester 2011/12 / 18.10.2011 bis jetzt
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    • D E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GDr. med. Max MustermannWilhelm-Busch Str. 1018 a51107 DarmstadtGermanyD E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GG E N E R A LS E K R E T Ä RD R . B E R N DB U S C HGLÜCKERT HAUSALEXANDRAWEG 2364287 DARMSTADTTEL 49 (0) 61 51 40 92 0B E R N D . B U S C H @D E U T S C H E A K A D E M I E . D E4342Visitenkarte: Rückseite Visitenkarte: VorderseiteBriefumschlagDeutsche Akademie für Sprache und Dichtung / LP / Typografie und Layout / Wintersemester 2011/12 / 18.10.2011 bis jetzt
    • E I N L A D U N G Z U R H E R B S T T A G U N G2 9. O K TO B E R B I S 0 1. N O V E M B E RI N D A R M S TA D T I M S TA AT S T H E AT E RP R E I S V E R L E I H U N GS A M S T A G U M 1 6 . 0 0 U H RW W W. D E U T S C H E A K A D E M I E . D ED E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GG E O R GB Ü C H N E RP R E I SE I N L A D U N G Z U R H E R B S T T A G U N G2 9. O K TO B E R B I S 0 1. N O V E M B E RI N D A R M S TA D T I M S TA AT S T H E AT E RP R E I S V E R L E I H U N GS A M S T A G U M 1 6 . 0 0 U H RW W W. D E U T S C H E A K A D E M I E . D EG E O R GB Ü C H N E RP R E I SD E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GE I N L A D U N G Z U R H E R B S T T A G U N G2 9. O K TO B E R B I S 0 1. N O V E M B E RI N D A R M S TA D T I M S TA AT S T H E AT E RP R E I S V E R L E I H U N GS A M S T A G U M 1 6 . 0 0 U H RW W W. D E U T S C H E A K A D E M I E . D EG E O R GB Ü C H N E RP R E I SD E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GE I N L A D U N G Z U R H E R B S T T A G U N G2 9. O K TO B E R B I S 0 1. N O V E M B E RI N D A R M S TA D T I M S TA AT S T H E AT E RP R E I S V E R L E I H U N GS A M S T A G U M 1 6 . 0 0 U H RW W W. D E U T S C H E A K A D E M I E . D EG E O R GB Ü C H N E RP R E I SD E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GPlakate zu denverschiedenenPreisverlei-hungen als reintypografischeVarianten
    • E I N L A D U N G Z U R H E R B S T T A G U N G2 9. O K TO B E R B I S 0 1. N O V E M B E RI N D A R M S TA D T I M S TA AT S T H E AT E RP R E I S V E R L E I H U N GS A M S T A G U M 1 6 . 0 0 U H RW W W. D E U T S C H E A K A D E M I E . D EG E O R GB Ü C H N E RP R E I SD E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GE I N L A D U N G Z U R H E R B S T TA G U N G2 9. O K TO B E R B I S 0 1. N O V E M B E RI N D A R M S TA D T I M S TA AT S T H E AT E RP R E I S V E R L E I H U N GS A M S T A G U M 16 . 0 0 U H RW W W. D E U T S C H E A K A D E M I E . D EJ O H A N NH E I N R I C HM E R C KP R E I SD E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N GE I N L A D U N G Z U R H E R B S T TA G U N G2 9. O K TO B E R B I S 0 1. N O V E M B E RI N D A R M S TA D T I M S TA AT S T H E AT E RP R E I S V E R L E I H U N GS A M S T A G U M 16 . 0 0 U H RW W W. D E U T S C H E A K A D E M I E . D ES I G M U N DF R E U DP R E I SD E U TS C H EA K AD E M I EF Ü RS P R AC H EU N DD I C HT U N G4544Namensgeberder Preisein einemAnschnitt, indem nur dieMundpartie(für Sprachezuständig)des Gesichtssichtbar istDeutsche Akademie für Sprache und Dichtung / LP / Typografie und Layout / Wintersemester 2011/12 / 18.10.2011 bis jetzt
    • Die Frage nach der Seele ist so alt wie die Mensch-heitsgeschichte selbst und so weitläufig wie es theo-logisches und philosophisches Erkenntnisstrebenin allen Teilen der Welt nur sein kann. So mancheiner hält die Frage nach der Seele von Menschenoder gar von Objekten beziehungsweise die Fra-ge nach dem Verhältnis von Körper und Seele fürmetaphysische Spekulation, die jeder empirischenGrundlage entbehrt. Andere wiederum identifizie-ren in der Frage nach der Seele ein reines Schein-problem, welches nur ein weiterer Beleg für unsereUnfähigkeit sei, die Welt kognitiv und sprachlichzu fassen. Man könnte also die Frage nach einerbeseelten Welt in den Sphären religiöser oder phi-losophischer Wahrheitssuche oder in den Tümpelnsprachlicher Unzulänglichkeiten belassen, würdenicht an Designerinnen und Designer zuweilendie Anforderung herangetragen, sie mögen doch –durch Ihre Gestaltung – den Dingen eine besondereMagie verleihen, ihnen eine Seele einhauchen. Undtatsächlich finden sich immer mal wieder Dinge,welche uns – über ihre Nützlichkeiten und ästhe-tischen Eigenschaften hinaus – vermuten lassensie würden über so etwas wie eine Seele verfügen.Genügend Grund also um der Frage nach der Seelenachzuspüren.So wurde im Wintersemester 2011/2012 durch Pro-fessor Günter Horntrich eine Projektreihe iniziiert.In dieser sollte – einem Staffellauf gleich – in na-hezu allen Lehrgebieten der KISD das Thema »DieSeele der Dinge« bearbeitet werden.Die Integration unterschiedlicher lehrgebietlicherPerspektiven auf die vielfältigen Designthemen isteine Besonderheit der Köln International School ofDesign und sollte in dieser Projektreihe voll zumTragen kommen.Vor dem Beginn der einzelnen Wochenprojektewurden Interviews durchgeführt, um erste Aus-gangspositionen zu bestimmen. Ein Großteil derBefragten stimmte darin überein, dass es sichbei der Seele der Dinge keineswegs um eine we-senhafte Objekteigenschaft (Ontologie), sondernvielmehr um Projektionen und Interpretationen derNutzerinnen und Nutzer handeln mag. Inwieferndiese Prozesse durch den Gebrauch oder durch diegestalterische Antizipation von Nutzungsformenbestimmt werden, war dann auch eine der zentralenFragestellungen für die einzelnen lehrgebietlichenProjekte.Hierin wurden dann ganz unterschiedliche Un-tersuchungsmethoden erprobt und eine Reihevon Experimenten durchgeführt. Die Bandbreitereichte von morphologoischen Studien zu zerstör-ten und deformierten Alltagsgegenstände, überExperimente mit Schusswaffen und Kuscheltieren,bis hin zu Interventionen im urbanen Umfeld. Eswurden fotografische, filmische und typografischeBeiträge und Installationen gestaltet, es wurdeüber die Seele der Stadt reflektiert (Prof. Iris Utikal,Prof. Michael Gais), der Seelengehalt von Objektenmittels Umfragen evaluiert (Prof. Birgit Mager), der„Fetischcharakter der Ware“ untersucht (Prof. Dr.Oliver Baron), die symbolischen Gebrauchsformenund sozialen Distinktionspotentiale wie Exklusi-vität und Individualität analysiert (Prof. WolfgangLaubersheimer) aber auch humoristische Variantenwaren Gegenstand der vielfältigen Ausarbeitun-gen, wie die Inszenierung einer Verschwörung derbesselten Dinge gegen die Menschen (Prof. Dr. UtaBrandes).Tatsächlich wurde so etwas wie eine Seele der Dingenicht gefunden, allerdings traten bei der Suche im-mer wieder unerwartete Ergebnisse zutage, sodassoft ein Zusammenhang durchmethodisch ähnliche Ansätze entstand.Nun muss man letztendlich die Untersuchung derFrage nach der Seele wieder an ihre herkömmlichenDisziplinen der Philosophie und der Theologie ab-geben, und es bei diesem sehr gelungenen Streifzugbelassen.
    • 4746Die Seele der Dinge / Kurs / Identität und Design / Wintersemester 2011/12 / 23.01.2012 bis 27.01.2012Die Seele der Dinge (ID)Resümee einer ungewöhnlichen KursreiheProdukte von heute müssen mehr können: Funktion ist selbstver-ständlich, wichtig wird der Hintergrund. Es geht darum, welcheGeschichten Produkte erzählen, also welche „Seele” ihnen innewohnt/der Gestaltende ihnen einhaucht. Der Kurs zur Thematik „Die Seeleder Dinge” wird erstmalig als eine Kursreihe, die alle Lehrgebieteumfasst, abgehalten.Anhand verschiedener Foki wird jeweils einwöchig eine lehrgebiets-spezifische Exploration zum einheitlichen Dachthema angeboten.Die Ergebnisse der Vorwoche dienen dabei als Basis des darauffolgen-den Kurses. Jede Kursgruppe wechselt in ihrer Zusammensetzung, dajeder der Kurse frei wählbar ist. Am Ende der Kursreihe entsteht durchdie Verknüpfung aller einzelnen thematischen Auseinandersetzungeneine Art Patchwork- Konstrukt, das die Seele der Dinge aus unter-schiedlichen Perspektiven beleuchtet. Der Text auf der linken Seite istdas Resümee dieser Kursreihe.
    • 4948Die Seele der Dinge / Kurs / Design Konzepte / Wintersemester 2011/12 / 16.01.2012 bis 20.01.2012Die Seele der Dinge (DK)Davon berichtete die New York Times am 11. März1907. MacDougall baute eine Präzisionswaage:ein an einem Gestell aufgehängtes Bett, dessenGewicht samt Inhalt sich auf fünf Gramm genaubemessen ließ.Die erste von sechs Versuchspersonen zeigte imMoment des Todes einen Gewichtsverlust von 21Gramm – das Gewicht der Seele. Auch der niederlän-dische Physiker Dr. Zaalberg van Zelst und auch Dr.Malta wollte nachgewiesen haben, dass man denAstralkörper eines Menschen wiegen und damitphysikalisch nachweisen kann. In einigen Versu-chen in Den Haag wogen sie sterbende Patientenund ermittelten dabei im Moment des klinischenTodes einen nicht zu erklärenden Gewichtsverlustder Personen von 69,5 Gramm. (Quelle: Len Fischer,Der Versuch, die Seele zu wiegen, Frankfurt 2005, S.29-35). Auf der Fragestllung basierend, ob die Seeleein messbares Gewicht hat, entschlossen wir unsdurch die Gewichtsermittlung verschiedener Ob-jekte die Existenz der Seele zu belegen, beziehungs-weise zu widerlegen. Wie verändert sich die Naturdes Objekts in Bezug auf Materialität und Ästhetik?Erlangt das Objekt dadurch eine Seele? Ergibt sichzwischen den Zuständen eine vierte Dimension?Zur Beantwortung dieser Fragen entschlossen wiruns an zehn verschiedenen Objekten (Teddybär,Spielzeugauto, Kondom, Snickers, Coca Cola, Tasse,Kochlöffel, Banane, WC Deo und Veranstaltungska-lender) sieben methodisch angelegte Untersuchun-gen zur empirischen Gewinnung von Informationdurchzuführen, um das Gewicht der Seele desObjektes zu ermitteln.Wir untersuchten jedes einzelne Objekt folgen-dermaßen: durch Verbrennung, Säurebad, Kochen,Zersägen, Hinunterwerfen, unter Druck setzen undEinfrieren. Die Ergebnisse wurden in einer Tabellefestgehalten.DieVersuchsergebnisse stellten wir inForm einer Matrix aus, welche wir zudem mit denGewichtsangaben versahen.Ist Seele messbar? Duncan MacDougall, ein Arzt ausHaverhill in Massachusetts, bestimmte in Experimentendas Gewicht der Seele mit 21 Gramm.
    • Patina ist 32 Jahre alt, ledig, kinderlos,lebt in Köln Ehrenfeld, studiert Sozialwis-senschaft auf Lehramt und schlendertgerne über den Flohmarkt am Südsta-dion. Dort hat sie auch ihr rotes Fahrradmit Brookssattel gefunden. Sie arbeiteth¬albtags in einem kleinen Fair-Trade Caféim Belgischen Viertel und raucht Pueblo-Tabak. Patina kauft den Großteil ihrerLebensmittel auf dem Biomarkt um dieEcke.Ihr ist wichtig, dass Ihre Besitztümereine Geschichte haben. Warum macht siedas? Sie glaubt an die Individualität desMenschen und an seine Einzigartigkeit.Patina setzt sich mit geisteswissenschaftli-chen Texten auseinander, weil sie gerne diegroßen Zusammenhänge verstehen möchte.Für sie ist ihre Kleidung, ihre Wohnung, ihreUmgebung ein Stück ihrer Geschichte, diesie gestaltet und in der sie sich wohlfühlt.Daisy ist 30 Jahre alt, ledig, glücklich al-leinerziehend und wohnt in einer großenAltbauwohnung mit altem Parkettboden.Sie lebt in der Kölner Südstadt weil siedie kleinen Geschäfte dort mag und fährteinen SUV-MINI mit Holzapplikationen.Daisy ist gerade im Stress, weil sie einenStand auf der Internationalen Möbelmessevorbereiten muss. Sie trinkt Espresso undgeht gerne gut essen. Warum macht sie das?Sie liebt die schönen Dinge des Lebens, dasStreben nach Perfektion, nach Qualitätist ihre Leidenschaft und weiß die edlenDinge zu schätzen. Sie lehnt es – wenn esihren Prinzipien widerspricht – ab, mit demStrom zu schwimmen und bildet sich lieberihre eigene Meinung.Luxia ist 34 Jahre alt, verheiratet und hatzwei Kinder. Sie wohnt in Köln Marienburgin einem freistehenden Einfamilienhausmit großem Garten. Ihre Kinder besuchenein renommiertes Internat im BayerischenWald. Luxia gibt das Geld, welches ihrEhemann hart erarbeitet, für Statusob-jekte aus. Sommers fährt sie gerne nachMonaco oder winters zum Skifahren nachSt. Moritz. Sie fährt einen BMW X5 SUV inweiß. Sie trifft sich gerne mit ihren Freun-dinnen im Restaurant Hase und schlendertdanach über die Pfeilstraße. Warum machtsie das? Für Luxia ist ihre Garderobe undihr Umfeld Zeichen dessen, was sie erreichthat. Sie weiß, dass sie es sich verdient hatund stört sich deshalb nicht an Kleinig-keiten wie astronomischen Preisen. Gefälltihr etwas, kauft sie es sich, denn nichtswäre schlimmer, als könnten die Leutenicht sehen, wer sie ist.
    • 5150Die Seele der Dinge / Kurs / Produktionstechnologie / Wintersemester 2011/12 / 09.01.2012 bis 13.01.2012Die Seele der Dinge (PT)Es gibt scheinbar Gründe dafür, weshalb sich Menschen gewisseDinge zulegen, beziehungsweise sich nur schwerlich davon trennenkönnen. Warum eigentlich? Das kann unterschiedliche Gründehaben. Dinge erlangen ihre Besonderheit durch beispielsweise:Exklusivität (Dinge werden besonders durch ihren Preis undMarke) Luxia kommuniziert nach außen, dass sie sich teure Dingeleisten kann und zeigt dies auch gern. Sie möchte Gefühle bei ande-ren auslösen.Individualität (Dinge werden besonders durch ihre Geschichte)Patina ist wichtig, dass sie in Beziehung zu ihren Dingen steht.Dinge lösen bei ihr selbst Gefühle aus.Originalität (Dinge werden besonders durch ihren Träger) Dai-sy muss Projektionsfläche bieten, sie selbst muss „neutral“ sein(schwarze Kleidung), um beispielsweise Kunden bedienen zukönnen.All diese Dinge können sich gegenseitig beeinflussen. Dies hiersind Sexpuppen, gekauft bei Mike Hunter am Barbarossaplatz, 19,95 Euro pro Stück. Ein Ding bleibt ein Ding und auch eine Sexpup-pe wird nicht beseelt, indem man ihr eine Geschichte gibt.Während der Präsentation wurden drei verklei-dete Sexpuppen als die drei Personen Patina,Daisy und Luxia vorgestellt und folgender Textwurde vorgetragen:
    • Die Seele der Dinge / Kurs / Geschlechterverhältnis im Design / Wintersemester 2011/12 / 21.11.2011 bis 25.11.2011Die Seele der Dinge (GD)Angenommen alles, Menschen und Dinge, seien beseelt.Dazu seien die Seelen unsterblich. Folgt man diesenAnnahmen, so führt dies zur Frage:Was geschieht mit all den Seelen,wenn das Leben der Träger/innen endet?Himmel oder Hölle gibt es nicht mehr, sicher aberist: Letztlich wird alles irgendwann zu Staub.Davon ausgehend und die Seelenzuschreibungender vorange- gangenen Kurse der Reihe plakativ aufdie Spitze treibend, erarbeiteten wir eine ritual-hafte Inszenierung, der die Verlesung folgenderErklärung voranging:Menschen beseelen die Dinge und die Dingehaben Seele. Menschen haben eine Seele. Alles hatSeele. Doch nichts bleibt ewig, alles kommt undgeht, aber die Seele bleibt. Also ist alles, was ist, See-le. Nichts aber, was ist, bleibt und alles, was ist, wirdStaub und Staub bleibt, ist unsterblich. Auch dieSeele bleibt, sie ist alles, was ist, sie ist unsterblich.Also ist Seele Staub und Staub ist Seele. Alles aberist Seele und folglich gilt:Alles ist Staub.Indem wir während der Präsentation den aufdem Boden liegenden Staub, die verlorenen und ver-gessenen Seelen, mit Staubsaugern aufsaugten und
    • 5352in einer rituellen Handlung diesen aufgelesenenStaub, also all die Seelen, durch hohe Dyson-Ventila-toren zurück in die Weite des Raumes beförderten,riefen wir sie so wieder ins Bewusstsein der Men-schen, animierten im Wortsinne.Assoziationen zu sakramentalen Handlungenwaren durchaus erwünscht, ebenso die Störungdurch den Staub. Die Projektion von der Seitebeleuchtete den Staub in interessanter Weise undmachte die Flüchtigkeit sichtbar.
    • 5554Störungen / KP / Geschlechterverhältnis im Design / Wintersemester 2011/12 / 14.11.2011 bis 18.11.2011StörungenDer AnsatzIn diesem kurzfristigen Projekt haben wir uns zum Ziel gesetztStörungen des Alltags genauer zu untersuchen. Während unsererRecherche fiel uns auf, dass das Thema Privatsphäre ein weitesFeld bietet, in welchem wir teilweise Beeinträchtigungen ausge-setzt sind, besonders, wenn es um das eigene Heim geht.Wer kennt es nicht: Dissens mit den Nachbarn.Hierbei reichen die Meinungsverschiedenheiten von zu hoherLautstärke über unterschiedlich Ansichten zu Verschmutzung bishin zu Belästigung verschiedener Art. Sei es in Mietwohnungen,Apartments, Eigentumshäusern oder anderen Wohnumgebungen:durch alle sozialen Gefüge hindurch ist nahezu jedem der nachbar-schaftliche Streit bekannt. Uneinigkeit ist schnell hergestellt, wennAnsichten zum Privatleben auseinanderdriften.Da wir jeweils aus eigenen Erfahrungen schöpfen konnten, hat-ten wir das Bedürfnis, eine Art »virtuellen Nachbarn« zu erschaf-fen, der auf verschiedenste Weise aufzeigt, wie man sein Umfeldbelästigt und stört.
    • Das Innere desvirtuellen Nach-barn, bestehendaus Werkzeugenund technischenGeräten, welcheLärm, Schmutz undweitere Faktorennachbarschaftli-cher Uneinigkeit
    • 5756Im Baumarkt kauften wir Spanholzplatten, um einen Korpus fürunseren »Nachbarn« zu erschaffen, den wir in meiner Wohnungunter Geheimhaltung bauten in welchem sich dann die folgendenStörfaktoren verbargen:Belästigung und Verschmutzung:Ein Türspion, durch welchen hindurch man einen aufgebrachtenNachbarn vor einer Wohnungstür beobachten konnte;Ein Drucker, welcher unentwegt seltsame Nachrichten druckte,die Willem vor einiger Zeit von seinem Nachbarn im Rahmen einespermanenten Nachbarschaftsstreites erhielt;Eine Nebelmaschine, die Rauch verbreitete und somit an Qualmvon beispielsweise Zigaretten erinnerte; Ein Föhn, der Schmutzdurch die Gegend blies.Lärm: Eine Tonspur, welche laustark Hundegebell, Geklingel,Kindergeschrei, korpulierende Menschen und dergleichen verbrei-tete. Eine in Bild, Ton und Vibration simulierte Waschmaschine.Die UmsetzungStörungen / KP / Geschlechterverhältnis im Design / Wintersemester 2011/12 / 14.11.2011 bis 18.11.2011
    • 5958Geplant war, diese überraschende Vorführung ähnlich einer Cho-reografie der Störungen am Freitag an der KISD zu präsentieren,doch während des Transportes unseres “virtuellen Nachbarn” amFreitagmorgen riss aufgrund des hohen Gewichtes unseres Expona-tes der Unterboden, genauer die daran befindlich Rollen ab.Außerstande, diesen weiterzubewegen entschieden wir uns dafür,die Performance live auf der Straße durchzuführen und diese fil-misch zu dokumentieren.Ironischerweise sorgten wir nun bei meinen Nachbarn für Stö-rung und Belästigung, worauf auch unterschiedliche Reaktionenfolgten. Von neugierigen Blicken bis hin zu sich beschwerendenälteren Damen war so manches vertreten. Interessant war dabeizu beobachten, dass Menschen höheren Alters sich weniger dafürinteressierten, sondern sofort skeptisch waren.Das ResultatStörungen / KP / Geschlechterverhältnis im Design / Wintersemester 2011/12 / 14.11.2011 bis 18.11.2011
    • 6160Social Interaction Design / KP / Interface Design / Wintersemester 2011/12 / 07.11.2011 bis 11.11.2011Social Interaction DesignDas einwöchige Projekt „Social Interaction Design“wurde von Makoto Hosoya, einem Gastprofessorder Nihon University in Tokyo, Japan geleitet undvor Beginn in Köln bereits in Japan mit selbigemThema durchgeführt. Angestrebt wurde die Ausei-nandersetzung mit Gadgets (zu deutsch: raffiniertetechnsische Geräte). Im asiatischen Raum, beson-ders in Japan, ist der Umgang mit Smartphones, Ta-blet Computern und dergleichen seit Jahren gesell-schaftlich durch nahezu alle Altersklassen etabliertund auch in Deutschland nehmen Gadgets, allen vo-ran das Smartphone, eine wichtige (durchaus auchin wirtschaftlicher Hinsicht) Rolle ein.Doch diese Entwicklung zeigt auch eine hoheAmbivalenz auf: die soziale Interaktion, beispiels-weise im öffentlichen Raum, ist unnötig geworden.Wer im Besitz eines Smartphones ist, braucht nie-manden persönlich nach dem Weg zu fragen, uman sein Ziel zu gelangen, auch in einer unbekanntenStadt. Empfehlungen zu Cafés und Restaurantsbietet Google und nicht mehr der einheimischePassant auf der Straße. Die Qualität und Zufällig-keit, die das Gespräch mit einer Person bietet, wirddurch die Linearität der Kommunikation zu einemGadget hin aufgehoben.Und hier beginnt unser Lösungsansatz: ein Gad-get, welches eben jene soziale Interaktion bedingt,oder nur dann funktioniert, wenn diese stattfindet.Am Beispiel einer Uhr haben wir verdeutlicht, wie soetwas funktionieren könnte.Gadgets, Gadgets, Gadgets
    • Sommersemester2011Praktikum | S. 64 -65Bezirksregierung Köln | S. 66 - 69
    • 6564Praktikum bei derBMW GroupMünchenSechs Monate bei VB-13, der damaligenAbteilung für Motorshows und EventsBMW Group München / Praktikum / 09.05.2011 bis 28.10.2011Nach einem Workshop an der Kölner International School of Designim Wintersemester 2010/2011, wurde ich von Herrn Joachim Blick-häuser, dem damaligen Leiter der Abteilung für internationale Mes-sen und Events zu einem Praktikum bei der BMW Group Münchenin eben jener Abteilung eingeladen.Mir wurden Einblicke in die Welt der Messekonzeption und Mes-seorganisation gewährt, besonders in Bezug auf die NAIAS Detroit2012 (North American International Auto Show), für welche Muta-bor für das Standkonzept für BMW entwickelten und Meiré & Meiréden MINI Messestand konzipierten.Der Launch des neuen BMW Einsers sowie des MINI Coupés fielebenfalls in den Zeitraum meines Praktikums, sodass ich die selte-ne Gelegenheit hatte, am entsprechenden PBE (Product and BrandExperience, vornehmlich eine umfangreiche Händlerveranstaltung)teilzunehmen.Im weiteren Verlauf meines Praktikums gestaltete ich gemein-sam mit der Berliner Agentur KSV den MAS Band (MAS: ModularesAusstellungs-System), eine von der Abteilung jährlich herausgege-bene, dreihundertseitige Broschüre, welche als internes Handbuchfür die Planung von Messen und als Dokumentation der Arbeit derAbteilung (ehemals) VB-13 diente.
    • 6766Bezirksregierung Köln / MP / Identität und Design / Sommersemester 2011 / 05.04.2011 bis 19.05.2011Kommunikationskonzeptfür die Bezirksregierung KölnEin aufschlussreicher Ausflug in die Welt der BürokratieIn diesem mittelfristigen Projekt analysierten wir die unterschiedlichenKommunikationskanäle der Bezirksregierung Köln und ihre Wirkungnach außen. Ergebnis dieser Bestrebungen ist ein 86seitiges Konzept-papier, welches unsere Beobachtungen und Empfehlungen zu Themenwie Corporate Identity, Printmedien, Bildsprache, Onlineauftritt undweitere Felder beinhaltet.Ein Hauptproblem der Bezirksregierung Köln ist die öffentlicheWahrnehmung. Sie versteht sich selbst als Bündelungsbehörde, inwelcher Kompetenzen zu unterschiedlichsten Themen von Schulthe-matiken oder Naturschutz bis hin zu Giftmüllentsorgung und derBereitstellung geologischer Spezialsoftware vertreten sind, aber auchals Exekutive – denn schließlich ist es auch die Bezirksregierung Köln,welche Strafzettel verteilt und Bußgeld fordert.Im Alltag ihrer Bürger steht der letztere Aspekt im Vordergrund undselten sind sich die in der Bezirksregierung Köln (als Arbeitstitel liebe-voll „BezReg“ genannt) wohnenden Menschen dem Leistungsangebotder Institution bewusst.Leider haben wir bis heute keine Informationen erhalten, inwiefernunsere Vorschläge diskutiert oder gar umgesetzt wurden - vielleichtgenau die Reaktion, die man von einer Behörde erwartet.
    • 7Die Aufgaben der Bezirksregierung Köln sind vielfältig und berühren beinahejede Lebenssituation und Fragestellung der über vier Millionen Bürgerinnenund Bürger, die im Verantwortungsbereich der Bezirksregierung Köln leben,seien sie nun direkt oder indirekt betroffen. Mehr als eineinhalb TausendMenschen arbeiten in der Behörde, die eine enorme Sachkompetenz bündeltund damit auch äußerst spezifische Fragestellungen zuverlässig bewältigenkann. Das setzt einen entsprechend hohen kommunikativen Aufwand voraus,der letztlich in der Herstellung von Rechtssicherheit für alle Betroffenenmündet und die Übernahme von Verantwortung bedeutet.Diese Aufgabenvielfalt, Kompetenz und insbesondere die vielfältigeKommunikation sind schwerlich in ihrer Tiefe und Breite zu durchdringenund zu fassen. Im Bewusstsein dieser Komplexität versteht sich vorliegendesArbeitspapier als ein Beitrag, die Bezirksregierung Köln in ihrer Bestrebungnach mehr Sichtbarkeit und Positionierung zu unterstützen. Die Ausarbei-tung gliedert sich in grundlegende Erwägungen, in erste Beobachtungen undAnalysen und mündet in Empfehlungen, die Gegenstand weiterer Erörte-rungen sein könnten. Eine Zusammenfassung dieser Empfehlungen findetsich auf Seite 81.1.VorbemerkungenVorbemerkungenErste Betrachtungen und Analysenzur Kommunikation derBezirksregierung KölnArbeitspapierStand 26. Mai 2011Kooperationsprojekt Bezirksregierung Köln – Köln International School of Design17nehmende Anforderung. Hierin liegen die kommunikativen Herausforde-rungen, aber auch die politischen Chancen, welche die Bezirksregierung Kölnnicht nur als reine Exekutive, sondern als kompetente Partnerin im Prozessder gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit wahrnehmbar machenkönnten.Ein ganz wesentlicher Schlüssel zum Verständnis von Kommunikations-prozessen ist letztlich die Sprache. Der Umgang mit und die Reflexion überSprache ist für eine bewusste und zielgerichtete Kommunikation unerläss-lich. Erst sprachlich gefasste Kriterien ermöglichen eine Plausibilisierungeinzelner Entscheidungen und eine nachvollziehbare Auseinandersetzung:Die Sache wird diskutierbar.Abb.: Die Behörde als SystemDargestellt ist die Behörde als Mittelbehörde(vertikal). Um ihre behördlichen Operationen inden Kommunikationen mit der Umwelt plausibelzu machen, muss sie »aus sich heraustreten«(horizontal). In den jeweiligen Kommunikationsfelderntritt sie in Kontakt mit ihren Umweltsystemen undbedient sich dabei verschiedener Kanäle.Kommunale EbeneLandesebeneUmweltsystemeSystemBehördeDie Bezirksregierung Köln als Kommunikationen32Das Logo der BezirksregierungAuch wenn in den »Leitlinien zum Regierungspräsident-Köln-Design« vomneuen »Behördenlogo« gesprochen wurde, muss an dieser Stelle hervorge-hoben werden, dass es sich bei der Kombination aus abstrahierter Rheinland-schaft und Textbalken gerade nicht um das »Behördenlogo« handelt.Dies existiert bereits, den Leitlinien des Nordrhein-Westfalen-Designsentsprechend, in der Kombination aus hoheitlichem Landeswappen und demlinks vorangestellten Schriftzug »Bezirksregierung Köln«. Dieses offizielleBehördenlogo bedeutet die Zugehörigkeit des Trägers zur Exekutive desLandes Nordrhein-Westfalen und symbolisiert dessen Hoheitsgewalt.Die Kombination aus abstrahierter Rheinlandschaft und Textbalken sollder Bezirksregierung zwar zu einem unverwechselbaren eigenen Erschei-nungsbild verhelfen, jedoch ist es dem Erscheinungsbild des LandesNordrhein-Westfalen untergeordnet.Die PositionierungBei Durchsicht vorhandener Faltblätter wird deutlich, dass der heterogeneEinsatz der Grafikelemente nicht nur ein inkonsistentes Erscheinungsbildzur Folge hat, sondern auch die Informationshierarchie beeinflusst. Aufden Faltblättern wird das Keyvisual als Hintergrund verwendet, auf welchenmitunter Bilder positioniert werden. Im unteren Drittel wird es durchWeißraum beschnitten, der Textbalken liegt oberhalb dieser weißen Kanteund schließt bündig mit den Seiten des Faltblattes ab. Dadurch entstehtfolgender Effekt: Optisch wird der Textbalken zu einer Zeile, der Schriftzug»Die Regierungspräsidentin« wird zur Überschrift und die eigentlichenÜberschriften, die im Weißraum liegen, werden durch diese grafische Hierar-chie zu Unterüberschriften.Die Funktion, die dieser Textbalken vermutlich erfüllen sollte, nämlichdie einer Signatur, kann aufgrund der undefinierten Positionierung nichterfüllt werden. Sie scheint je nach Medium zu wechseln oder variiert sogarinnerhalb einer Publikationsform, beispielsweise auf den Vorderseiten derFaltblätter.Durch mangelnde Stringenz verliert der Textbalken sein Potenzial alsabschließende Signatur, die neben einer gliedernden Funktion auch auf dieAbsenderin – Die Regierungspräsidentin – verweist: Es scheint, als würdeversucht, die inkonsequente Positionierung durch den um so konsequen-teren Einsatz auf fast allen Printmedien auszugleichen. Dies führt mitunterzu Anwendungen, die bei genauer Betrachtung verwirrend anmuten können.Bezirksregierung KölnAbb. rechts:Das Logo der Bezirksregierung Köln.Analyse: Das Corporate Design im Einsatz16Im Behördenleitbild heißt es dazu: »Aufgabe [sei es], gute Arbeitsergebnissezu erzielen. Das erreichen wir durch […] den Austausch von Informationennach unten, nach oben und quer […] [und durch] transparentes Handeln.«Im »Außenverhältnis« erreiche die Behörde ihre Ziele unter anderem indemsie ihr »Handeln durch eine abgestimmte Darstellung in der Öffentlichkeit«begleitet.Im »Innenverhältnis« ist noch von »transparent[em] Handeln« die Rede,wohingegen im »Außenverhältnis« eine Begleitung des Handelns »durch eineabgestimmte Darstellung in der Öffentlichkeit« als geeigneter Weg gesehenwird. Dies deutet darauf hin, dass behördliche Operationen nicht einfachunvermittelt gegenüber der Umwelt kommunizierbar sind, sondern einerÜbersetzung bedürfen.Was sind nun Merkmale einer derart handlungsbegleitenden und zuübersetzenden Kommunikation? Eindeutigkeit ist sicherlich Voraussetzung,um verstanden zu werden. Eindeutigkeit ist allerdings auch vom Kontextabhängig, in dem Kommunikation stattfindet. So mag der Inhalt einerMitteilung innerhalb der Behörde eine bestimmte Bedeutung haben, in derMitteilung an die Umwelt kann die formal identische Mitteilung aber andersverstanden werden. Bedeutungen sind nicht durch eindeutige Zuordnungenvon Inhalten gegeben, sondern werden im Gebrauch dem jeweiligen Kontextzugewiesen. Kontext heißt hier Umfeld und Struktur, in welcher die Mitteilungeingebettet ist.Beispielsweise kann eine sprachlich gefasste Information im Gespräch, ingedruckter Form oder als digitaler Text im Internetauftritt verortet sein. Eineinfaches Bildelement kann einerseits innerhalb einer Struktur als Erläute-rung fungieren und andererseits durch seine Wiederholung Zusammenhängenahelegen, die der Orientierung dienen können.Jenseits des Kontextes, in welche Informationen notwendigerweise einge-bettet sind, kommt der empfangenden Seite eine entscheidende Rolle zu.Von dort fließt immer schon ein Vorverständnis und eine Erwartungshaltungin die Kommunikation mit ein, welche die Bedeutung der Information mitbe-stimmt. Kommunikation, auch jene der Bezirksregierung Köln, ist also immerauch eine kontextabhängige, von Erwartungshaltungen und Vorverständ-nissen bestimmte soziale Interaktion.Hier sehen wir schon, dass Kommunikation wesentlich auch jenseits derSachebene geschieht. Die einschlägigen Kommunikationsmodelle (beispiels-weise von Paul Watzlawick, Karl Bühler und Friedemann Schulz von Thun)legen nahe, dass auch der Beziehungs-, der Selbstoffenbarungs- und derAppellebene entscheidende Bedeutung zukommt. Diese in der Kommuni-kation zu berücksichtigen, setzt allerdings ein hohes Maß an Empathie- undAntizipationsvermögen voraus, welches zwar dem Behördenleitbild derBezirksregierung Köln implizit ist, aber in behördlichen Kommunikationeneher selten operationalisiert zu sein scheint.Demnach ist bewusste Kommunikation, die nicht nur die Sach- undApellebenen, sondern die ebenso relevanten Beziehungs-, und Selbstof-fenbarungsebenen berücksichtigt, für die Bezirksregierung Köln keines-wegs Werbeklamauk oder überflüssige Verpackung, sondern eine ernst zuDie Bezirksregierung Köln als Kommunikationen30Das Keyvisual setzt sich aus Farbflächen zusammen und wird in nahezu allenMedien auf die eine oder andere Art eingesetzt.Bestimmend hierbei sind drei ovale, sich überschneidende grüne Flächen, diedurch ein blaues, wellenförmiges Farbfeld von links oben nach rechts untengeteilt werden. Die Flächen ergeben durch die Transparenz der einzelnenElemente und Überschneidungen weitere Grün- und Blautöne sowie weißeAbb. rechts:Das Keyvisual der Bezirksregierung Köln.Flächen rechts und links des blauen Bands. Das sogenannte »Farbspiel«besteht aus acht unterschiedlichen Grün- und Blauschattierungen.In einem Anschreiben des ehemaligen Regierungspräsidenten Hans PeterLindlar zur Einführung des neuen Erscheinungsbildes vom 18.12.2007heißt es:»Die bestimmenden Elemente sind unser neues Logo und unsere neue›Hausfarbe‹. Das grüne Farbspiel verdeutlicht die vielfältige, schöneLandschaft unseres Regierungsbezirks, die vom blauen Rhein durchflossenwird. Der graue Balken ist die Brücke, die den Raum über den Fluss hinwegverbindet und uns zugleich mit dem stilisierten Dom klar als Kölner Behördeausweist.«In den Vorgesprächen zu dieser Analyse wurde betont, dass die zurück-haltenden Farben bewusst gewählt wurden, um nicht autoritär zu wirken.Auch sollte eine zu große Nähe zu den Landesfarben sowie den Farben derKommunen vermieden werden, um ein unverwechselbares Erscheinungsbildzu schaffen.Beobachtungen: Corporate Design91.1.1ProjektzieleZiel des Kooperationsprojektes zwischen der Bezirksregierung Kölnund der Projektgruppe der Köln International School of Design ist es, dieAußenkommunikation der Bezirksregierung Köln zu analysieren und in erstenEmpfehlungen Optimierungspotenziale aufzuzeigen. Hierbei gilt es, diebehördliche Kommunikation daraufhin zu untersuchen, ob und inwieweit dieBehörde nicht nur als Exekutive, als Bündelungs- und Mittelbehörde entschei-dend und weisend, sondern auch als kompetente Partnerin in Problemlö-sungs- und Entscheidungsprozessen gegenüber den betroffenen Umwelt-systemen darstellbar ist, beziehungsweise wie die bisherigen behördlichenAnstrengungen hierzu weiter vorangetrieben werden können.Thematische Schwerpunkte dieser ersten Betrachtungen und Analysensind das aktuell angewandte Corporate Design, die Sprach-, Bild-, Print- undOnlinekommunikation sowie die Inszenierung und Kennzeichnung der Dienst-gebäude.1.1.2Voraussetzungen und VerlaufDas Projekt wurde seitens der Bezirksregierung Köln durch Herrn OliverMoritz und seitens der Köln International School of Design durch dieProfessoren Andreas Wrede und Phillipp Heidkamp betreut. Bearbeitetetwurde das Projekt von fünf Studierenden der Köln International School ofDesign: Colin Joy, Andreas Johannes Katona, Anke Riemer, Vitus Schuhwerkund Tim Zähres. Die Projektlaufzeit betrug sieben Wochen, vom 5. April bis26. Mai 2011.Nach ersten Gesprächen, allgemeiner Grundlagenermittlung und Recher-chen im Vorfeld wurden unterschiedliche Workshops und Interviews durchge-Projektziele / Voraussetzungen und Verlauf19Abb. rechts:Das Modell der Corporate Identity nachK. Birkigt/M. Stadler/H. J. Funck, Corporate Identity,2000, 11. Aufl.Corporate BehaviourCorporateCommunicationCorporateDesignCorporateIdentityCorporate DesignDer Begriff Erscheinungsbild (Corporate Design), wird oftmals fälschlicher-weise im Sinne des Begriffs Corporate Identity verwendet. Dabei ist dasCorporate Design nur eine Facette einer körperschaftlichen Identität. UnterCorporate Design versteht man den visuellen Auftritt eines Unternehmens,von dem Logo über die Schrift, Farbgebung und Werbung bis hin zur Archi-tektur.Corporate CommunicationUnter dem Begriff der Corporate Communication wird die »verbalvisuelle […]Botschaftsübermittlung« (Birkigt/Stadler/Funck 2000; S. 19) verstanden.Während generell auch die visuelle Gestaltung und das Verhalten als Bereicheder Kommunikation angesehen werden, wird der Bereich der Sprache indiesem Modell noch einmal isoliert betrachtet.Corporate Communication umfasst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,aber auch interne und externe Sprachregelungen.Corporate BehaviourEin weiterer wichtiger Bestandteil der Corporate Identity ist das Verhalten,das Corporate Behaviour. Auch wenn Aussehen und Sprache konsistent aufdas Selbstbild abgestimmt sind, so bestimmt doch auch das Verhalten einerKörperschaft – vermittelt durch ihre Organe – wie sie von außen wahrge-nommen wird. Das Handeln und Verhalten muss also den visuell wie auchsprachlich vermittelten Werten einer Corporate Identity entsprechen.Corporate ImageDas Corporate Image oder auch Fremdbild ist eine Vorstellung, welcheAußenstehende von einer Körperschaft aufgrund ihrer Erscheinung, ihrerArtikulation und ihrem Verhalten entwickeln können. Wenn man unter demBegriff Corporate Image also versteht, auf welche Art und Weise eine Körper-schaft wahrgenommen werden kann, so ist es sehr leicht nachvollziehbar,dass ein Erscheinungsbild/ein Corporate Design alleine nicht ausreichen wird,Die Bezirksregierung Köln zwischen Selbstbild und FremdbildAbb. oben:Das Faltblatt der Abteilung 7 im Vergleich zumFaltblatt der Abteilung 5.Abb. unten:Die Visitenkarte des Pressesprechers derBezirksregierung Köln, Vorder- und Rückseite.131.2.1Die Bezirksregierung Köln als SystemDie Bezirksregierung Köln steht als Behörde zwischen Landesregierung undKommunalbehörden. Sie versteht sich »als Bündelungs- und Mittelbehörde«(s. Behördenleitbild der Bezirksregierung Köln). Durch »Aufsicht, Beratungund Entscheidung« ist die Behörde »für die Bevölkerung tätig«.Die Bezirksregierung Köln kann, trotz ihrer vielfältigen Arbeitsbereiche undAufgabentiefen, als ein System verstanden werden, welches sich durchwesentliche Operationen wie beispielsweise Aufsicht, Beratung und Entschei-dung konstituiert. Hierzu Niklas Luhmann:»[…] Eine Verwaltung soll hier verstanden werden als ein soziales Systemorganisierten Handelns. Verglichen mit andersartigen Organisationen,z.B. Produktionsbetrieben, Schulen, Banken, liegt ihre Besonderheit darin,dass sie Entscheidungen herstellt, die den Empfänger binden, d.h. vonihm in seiner Situation als Prämisse eigenen Entscheidens und Handelnsübernommen werden müssen.«»[…] Fast allen Organisationen ist heute in Spuren, in Einzelrollen, in mehroder weniger ausdifferenzierten Teilsystemen eine Verwaltungstätigkeitbeigemischt; sie bindet die jeweiligen Mitglieder der Organisation. Legitima-tion für bindende Entscheidung gegenüber jedermann hat nur die ›öffent-liche Verwaltung‹: die Verwaltung des politischen Systems der Gesellschaft.Sie ist, unter dem hier gewählten Begriff, Verwaltung par excellence – injedem Fall das größte und folgenreichste, das wir kennen. […] Systeme – unddarunter soziale Systeme und darunter Verwaltungen – können betrachtetwerden als Einheiten, die sich in einer übermäßig komplexen Umweltidentifizieren durch Erhaltung einer ausgewählten Ordnung von gerin-gerer Komplexität. Diese ausgewählte Ordnung kann auch als höherwertigbezeichnet werden – aber nicht einfach deshalb weil sie geringere Entropiehat, sondern wenn und soweit sie eine komplexere Welt dem begrenztenDie Bezirksregierung Köln als System20um das Image nachhaltig zu verbessern. Eine ganzheitliche Corporate Identityund ein entsprechendes Image können nur mittels aller CI-Instrumente, alsoErscheinung (CD), Artikulation (CC) und Verhalten (CB), positiv beeinflusstwerden.Ein falsches Verständnis von Corporate Identity, eine Reduktion auf eine reinvisuelle Attributierung, führt nur zu Uniformität, zu Zwang und möglicher-weise zu Subversion. Identität und Identifikation kann aber letztlich nur dortentstehen, wo der Zwang zur Identifikation, zu Identität, endet. Hiermit seiGrenze und Herausforderung körperschaftlicher Identität, auch jener derBezirksregierung Köln, angedeutet.Abb.: Corporate Identity und Corporate ImageDas Modell der Corporate Identity erklärt dasImage als eine Art Schattenwurf des Selbstbildes.Die inneren Werte werden nicht im Einzelnensichtbar, es ist das Gesamtbild, das zählt. NachK. Birkigt/M. Stadler/H. J. Funck, Corporate Identity,2000, 11. Aufl.CorporateImageCorporate BehaviourCorporateCommunicationCorporateDesignCorporateIdentityDie Bezirksregierung Köln zwischen Selbstbild und Fremdbild35Abb.:Presseinformation zu einer Veranstaltung, in derenRahmen » […] Fernseheffekte vorgeführt« wurden.Bezirksregierung KölnKöln, 11.01.2011Köln, 11.01.2011Köln, 11.01.2011Seite 1Seite 1Seite 1PressestellePressestellePressestellepresse@brk.nrw.depresse@brk.nrw.depresse@brk.nrw.deTelefon: (0221) 147 – 2163Telefon: (0221) 147 – 2163Telefon: (0221) 147 – 2163– 2164– 2164– 2164– 2170– 2170– 2170Fax: (0221) 147 – 3399Fax: (0221) 147 – 3399Fax: (0221) 147 – 3399Zeughausstraße 2-10,Zeughausstraße 2-10,Zeughausstraße 2-10,50667 Köln50667 Köln50667 Kölnwww.bezregwww.bezregwww.bezreg-koeln.nrw.de-koeln.nrw.de-koeln.nrw.dePresseinformation 004/2011Schall und Rauch bei der Bezirksregierung KölnIm Rahmen einer Veranstaltung zur Information der Ordnungsbehördendes Regierungsbezirks Köln wurden am 10. und 11.01.2011 zu Schu-lungszwecken pyrotechnische Effekte abgebrannt.Hierbei wurde kontrolliert ein kleines Reihenfeuerwerk gezündet,Schwarzpulver abgebrannt und pyrotechnische Theater-, Film- undFernseheffekte vorgeführt.Es kam bei dem durch das zuständige Ordnungsamt genehmigte Feu-erwerk in der Zeit von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr kurzfristig zu Knall- undRauchentwicklungen, wie sie vergleichbar mit einem privaten Silvester-feuerwerk vorkommen.Die Anlieger der Stammdienststelle der Bezirksregierung Köln (Privateund Firmen) wurden vorab schriftlich informiert und um Verständnis ge-beten.Wir hoffen auch bei den drei noch folgenden Terminen (17., 18. und19.01.2011) auf ihr Verständnis!
    • 602.3Kommunikationskanäle/MedienKommunikationkanäle/Medien70wahrscheinlich große Industriebetriebe ansprechen soll, sowie das fürLehrkräfte angebotene Faltblatt »Eine Fortbildung für Kollegien am Berufs-kolleg«. Teilweise wird, wie im Fall der Publikation »Wissenswertes zurLadungssicherung« mit der Unterüberschrift »Für Verlader und Fahrper-sonal« die angesprochene Zielgruppe konkret genannt.Printkommunikation mittels FormularenFür fünf Abteilungen werden auf dem Internetauftritt unter dem Navigations-punkt Service diverse Formulare und Anträge zum Herunterladen angeboten.Eine konkrete Zielgruppenansprache gibt es hier – wie auch bei den meistenFaltblättern – nicht. Zum einen findet man Formulare zur Aus- und Fortbil-dung für Pädagoginnen und Pädagogen oder zur Approbationserteilungvon Ärztinnen und Ärzten, zum anderen findet man die »Genehmigung zurEinrichtung eines Internationalen Linienverkehrs« für Busunternehmen.Abteilung 1 bietet im Gegensatz zu den anderen gelisteten Abteilungen,keinerlei Formulare an; hier findet sich eine leere Seite ohne die in dieserRubrik zu erwartenden Formulare. Gleiches gilt für einzelne Dezernate derAbteilungen 2, 3 und 4.Printkommunikation mittels BekanntmachungenUnter dem Navigationspunkt Presse findet man auf dem Internetauftritt allePressemeldungen der letzten fünf Jahre als druckbare Dokumente in einemArchiv. Stellen- und Ausbildungsangebote sowie das Amtsblatt befinden sichunter dem Navigationspunkt Service.Die Pressemeldungen stehen auf dem Briefbogen der BezirksregierungKöln, der die Anschrift der Pressestelle, das Behördenlogo und das KeyvisualBeschreibung der Printkommunikation562.2.3.1Beobachtungen: BildkommunikationIn der Kommunikation der Bezirksregierung Köln treten Bilder an verschie-denen Stellen und in unterschiedlichem Umfang auf. Neben dem ehersparsam bebilderten Internetauftritt, in dem kaum illustrative Abbildungenzu finden sind, die den Textinhalt auflockern, lässt sich die Verwendung vonBildmaterial vor allem an den Faltblättern untersuchen.Auf den Titelseiten der Faltblättern sollen Abbildungen unterstützend undverdeutlichend wirken. Hier lässt sich noch am ehesten eine Konsistenz inGröße und Platzierung feststellen. Die Abbildungen werden in der Regel anden rechten Seitenrand gesetzt und mit einem, in der ursprünglichen Gestal-tungsdirektive des »RP Design« und im Nordrhein-Westfalen-Design nichtvorgesehenen, Transparenzverlauf zur Seitenmitte hin versehen.Im Innenteil der Faltblätter finden sich teilweise Abbildungen, die aucheine inhaltliche Funktion übernehmen, also klare Aussagen treffen, zumBeispiel über den korrekten Umgang mit Gefahrgut ( A: richtig, B: falsch ).Dazu zählen Informationsgrafiken und die Darstellung von Gegenständen,auf die im Textteil Bezug genommen wird. Eine andere Form der Bildnutzungliegt im Einsatz als Lückenfüller: Hier werden atmosphärische Abbildungenohne konkrete Aussage und inhaltlichen Mehrwert platziert. Die Platzierungselbst scheint im Innenteil keiner feststehenden Systematik zu folgen.Gleiches gilt für die Anzahl, Auswahl und Qualität der Abbildungen.2.2.3.2Analyse: BildkommunikationEin bewusster Umgang mit dem Thema Bildsprache ist derzeit nicht ersicht-lich. Bei Auswahl, Qualität und Einsatz von Bildern lässt sich eine großeHeterogenität bis hin zum unbestimmten, beliebig anmutenden Einsatz vonBildern beobachten.Dies ist insofern keine Überraschung, als dass die Bildsprache ein zuUnrecht häufig vernachlässigter Aspekt der Kommunikation ist. Dabeigehören fotografische Abbildungen – neben der Sprache – zu den aussage-kräftigsten Grundelementen eines Corporate Design. Fotografien sprechenemotional an und können das Selbstverständnis der Bezirksregierung Kölnauf einer nonverbalen Kommunikationsebene zum Ausdruck bringen. Diesgilt gleichermaßen für die Art der Anwendung von Bildern in der Kommunika-tion, also für Einsatzrahmen, Platzierung und Umfang derselben.Positive Ansätze, die einen bewussten Umgang mit Bildmaterial aufzeigen,lassen sich in der Darstellung der Dienststellen auf dem Internetauftritt derBezirksregierung Köln finden. So wie hier darauf geachtet wurde, dass dieBilder hinsichtlich des Wetters selektiert wurden – alle Fotografien zeigendie Gebäude unter blauem Himmel – kann dies auch auf andere Anwen-Beobachtungen: Bildkommunikation / Analyse: BildkommunikationAbb.:Nicht alle Bilder transportieren eine klare inhaltlicheAussage. Die untere Abbildung aus dem Faltblatt»Schwangerschaft und Arbeit« wirft die Frage auf,inwiefern hier die Inhaltsebene unterstützt wird.692.3.2PrintkommunikationNeben den Onlineinhalten kommuniziert die Bezirksregierung Köln auch überein breites Angebot an Printprodukten.2.3.2.1Betrachtung der PrintkommunikationDer Begriff Printkommunikation impliziert nicht, dass die Dokumente auchwirklich in gedruckter Form vorliegen müssen. Er schließt vielmehr auchdie für den Druck vorgesehenen Dokumente mit ein, die beispielsweise alsDownload bereitgestellt werden. Exemplarisch sollen hier drei unterschied-liche Elemente der Printkommunikation näher betrachtet werden.FaltblätterEin Teil des in gedruckter Form vorliegenden, öffentlichen Informationsma-terials der Bezirksregierung Köln besteht in den mehr als 40 Faltblättern. Mitdiesen wird versucht, unterschiedliche Adressaten – von Privatleuten, überSelbstständige bis hin zur Großindustrie – zu erreichen.Bei genauer Betrachtung lässt sich unter den Faltblättern eine Hierarchiemit drei Ebenen erkennen: Auf der obersten Ebene steht das Behördenfalt-blatt. Es existiert in genau einer Ausführung und beschreibt die Bezirks-regierung Köln. Es folgen die Abteilungsfaltblätter, welche die Aufgabenund Bereiche der Abteilungen sowie deren Dezernate darstellen. Darunterangesiedelt sind die Themenfaltblätter, welche über spezifische Sachthemeninformieren und von einem oder mehreren Dezernaten verfasst und heraus-gegeben werden.Als Beispiele wären zu nennen: das Faltblatt »Landkarten verstehen undrichtig nutzen« der GEObasis.nrw, das vermutlich auf den Privatanwenderzielt. Das Faltblatt »Region schützen. Emissionen verringern.«, welchesPrintkommunikation / Beschreibung der Printkommunikation432.2.2.1Beobachtung: Sprache in der BehördeDas Thema Sprache lässt sich exemplarisch am Internetauftritt derBezirksregierung Köln untersuchen. Hier finden sich tausende Dokumente,welche sich in Art, Umfang und Informationsaufbereitung unterscheiden.Man findet die Pressemitteilungen, verschiedenste Formulare, die Hausord-nung, Amtsblätter und Informationen zu den Abteilungen sowie zu sachspe-zifischen Themen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Faltblättern undanderen Druckerzeugnissen, die sich der Sprache bedienen und anhandderer hier die behördliche Sprache in einen ersten Augenschein genommenwurde. Exemplarisch wurden nur einige Beobachtungen zu den BereichenRechtschreibung, Zeichensetzung, sowie den Umgang mit Daten und Abkür-zungen zusammengetragen, die für weitere Analysen hilfreich sein könnten:Rechtschreibung und ZeichensetzungBei einer Informationsmenge, wie sie die Bezirksregierung Köln verarbeitet,ist es nicht verwunderlich, dass sich Rechtschreib- und Zeichensetzungs-fehler finden lassen. Da viele Dokumente archiviert werden (müssen), findensich Texte, die in der alten Rechtschreibung verfasst sind. Die überwiegendeMehrheit der Rechtschreibfehler sind sogenannte Tippfehler, die sich beimMaschineschreiben leicht einstellen können.Die folgenden Beispiele sind als Anstoß für weitergehende Betrachtung zuverstehen, die weit mehr über die Kommunikation der Behörde aussagen,als es auf den ersten Blick scheinen mag, wie schon in der Einführung unterSprache angeklungen ist und in der folgenden Analyse deutlich wird:Bei den Druckerzeugnissen wird überwiegend die Schreibweise »eMail«der empfohlenen Schreibweise »E-Mail« vorgezogen. Dies könnte zunächstvermuten lassen, dass es eine behördeninterne Vereinbarung über dieSchreibweise gibt. Im Internetauftritt wird dagegen »E-Mail« verwendet. Inden Abteilungsfaltblättern, die im Internetaufritt einsehbar sind, wird mitAusnahme des Blattes von Abteilung 5 die E-Mail-Adresse nicht zusätzlich alssolche gekennzeichnet, sondern nur genannt, also »poststelle@brk.nrw.de«.Beobachtung: Sprache in der BehördeGelingende Kommunikation zeichnet sich durch auf allenEbenen widerspruchsfreie Signale aus. Jede Nachricht,welche die Behörde an eine Person oder ein anderesSystem sendet, stößt immer auf alle vier Ohren, auchwenn beim Senden nur eine der Ebenen angesprochenwerden sollte.So geschehen in der Kommunikation der Bezirks-regierung immer »Selbstoffenbarung« und immer»Beziehung«.Das Arbeitshandbuch »Bürgernahe Verwaltungs-sprache« (2002) der Bundesstelle für Büroorganisa-tion und Bürotechnik, das Sprachempfehlungen fürVerwaltungen zusammenfasst, macht insbesondere denAspekt der Selbstoffenbarung anschaulich: »Spracheist Ausdruck des Denkens!« und »Das Schreiben einerBehörde wirkt wie eine Visitenkarte der öffentlichenVerwaltung«.42Sender EmpfängerSachebeneBeziehungSelbstoffenbarungApellNachrichtVier-Seiten-Modell der KommunikationFolgen wir dem Vier-Seiten-Modell des PsychologenFriedemann Schulz von Thun, lassen sich vier Ebenenausmachen: die schon erwähnte »Sachebene«, die Ebeneder »Selbstoffenbarung«, die »Beziehungsebene« undjene, auf welcher der »Sender« dem »Empfänger« eineHandlungsaufforderung vermittelt, die »Apellebene«.Dieses, auch Vier-Ohren-Modell genannte Modell,beschreibt die Kommunikation zwischen Menschen;wir können es jedoch auch zur Analyse bei der Betrach-tung der Kommunikation der Bezirksregierung Köln alsKörperschaft mit Gesicht und Kommunikationspartnerinheranziehen.SachebeneTeilt die Behörde der Umwelt eine »Nachricht« mit, soübermittelt sie auf der »Sachebene« Sachverhalte wiebeispielsweise die Zuständigkeitsbereiche einzelnerDezernate, Angaben über Geschehnisse oder Telefon-nummern.SelbstoffenbarungIn jeder Mitteilung geschieht aber auch »Selbstoffenba-rung«. Der Sender, hier also die Behörde, teilt immer auchetwas über sich selbst mit, offenbart also sich selbstgegenüber dem Empfänger. Wenn dies auch unbewusstgeschieht, so wird – im Modell gesprochen – das»Selbstoffenbarungsohr« des Empfängers immer auf dieSprecherin rückschließen, in unserem Fall: sich ein Bildvon der Behörde machen.Wie bereits zuvor festgestellt, kommt sprachlichenZeichen im Gebrauch ihre Bedeutung zu. Folglich sindKontext und Form immer als bedeutungsentscheidendeGröße zu verstehen.BeziehungsebeneDieser Sachverhalt spiegelt sich im Modell durch dieBeschreibung der »Beziehungsebene« wider. Auf dieserEbene kommt, willentlich oder unwillentlich, die Bezie-hung zwischen der Behörde und ihrem Gegenüber zumAusdruck, ihre Haltung. Auf dieser Ebene wird erkennbar,ob und in welcher Form die Beziehung beispielsweise vonAchtung und Anerkennung oder Mangel an Anteilnahmebestimmt ist. Hier zeigt sich – auf die Behörde bezogen –wie hoch die Bereitschaft und Kompetenz ist, sichwirklich auf die Bürgerinnen und Bürger einzulassen.Im Behördenleitbild soll in verschiedenen Formu-lierungen der Wille der Beschäftigten zum Ausdruckgebracht werden, den Bürgerinnen und Bürgern anerken-nend gegenüberzutreten: Sie wollen »die individuellenAnliegen [ihrer] Ansprechpartner/innen ernst nehmenund ihnen gerecht werden, […] Vertrauen und Akzeptanzstärken, […] hilfsbereit, aufrichtig und höflich […] « sein.(s. Behördenleitbild)ApellebeneAuf einer vierten Ebene, der »Apellebene«, werdenSignale gesendet, die in die Handlung des Gegenüberseingreifen. Hier geschieht Bitten, Auffordern undBefehlen, etwas zu tun oder zu lassen.Sprache64Nutzer kann durch Überprüfung der Anliegen und Bedürfnisse verbessertwerden. Das Potenzial, das in Ausbau von Reichweite und Interaktionsmög-lichkeiten der Onlinekommunikation liegt, kann stärker genutzt werden.Form und Aktualität der Inhalte stärker gewichtenSo wie ein Schreibtisch, auf dem sich alte Akten und Schmierzettelauftürmen, ein Bild beim Betrachter vermittelt, kann auch eine mangelndeSorgfalt bei den Inhalten der Onlinepräsenz negativ auf die Nutzer undNutzerinnen wirken. Der negative Eindruck, der durch nicht aktualisierte oderstark veraltete Bereiche und Angebote entsteht, lässt sich durch einfachesEntfernen oder Ausblenden der betreffenden Links vermeiden. Dies wäreunter anderem für die ungenutzten RSS-Feeds eine sinnvolle Option.Die mobile Version des Internetauftritts sollte inhaltlich neu gefasstwerden. Hier ist die Frage zu stellen, in welchem Kontext dieses Angebotgenutzt wird und welche Informationen für die Benutzer und Benutzerinnenin diesem Kontext von Relevanz sind. Eine vollständige Übertragung derregulären Seiteninhalte in eine für mobile Lesegeräte optimierte Fassung istdaher nicht zielführend und würde vermutlich den leistbaren Arbeitsaufwand,auch in Bezug auf die zukünftige Pflege, übersteigen. Wichtiger sind diePunkte »Lokalisierung der Bezirksregierung Köln«, »Kontaktmöglichkeiten«und gegebenenfalls aktuellste Informationen, die aus der regulären Versionaggregiert, also automatisch zusammengeführt werden können, um zusätzli-chen Arbeitsaufwand zu vermeiden.Für die einzelnen Bereiche des Internetauftritts sollte gelten, dass Umfang,Form und Inhalt in Hinblick auf die Außensicht zu gestalten sind. Grundsätz-lich ist zu beobachten, dass der zu leistende Aufwand für redaktionelle Pflegeund Aktualisierung des Internetauftritts mit den zur Verfügung stehendenRessourcen bei der aktuellen Form des Internetauftritts quantitativ nurschwer zu bewerkstelligen ist. Das bei der qualitativen Aufbereitung derInhalte in diesem Kontext nicht die gebotene Sorgfalt eingebracht werdenkann, liegt auf der Hand. Für eine zukünftige Ausrichtung des Internetauf-tritts empfiehlt sich daher eine Analyse der Inhalte hinsichtlich von Nutzung,Nutzen und Notwendigkeit.Verschlankung des Informationsangebotes und NutzungsevaluationZiel der Überarbeitung sollte primär eine Verschlankung des Angebots sein,ohne dass wesentliche Inhalte dem Rotstift zum Opfer fallen. Um dieseAnpassungen an Struktur und inhaltlicher Ausgestaltung sinnvoll durch-führen zu können, wird eine vorausgehende Evaluation notwendig sein.Wichtig ist dabei, dass diese Analyse sich nicht auf quantitative Erhebungenbeschränkt. Die bereits umfassend erfolgende quantitative Auswertung derNutzungsstatistiken kann jedoch sinnvoll eingebunden werden, um poten-zielle Bereiche für eine tiefergehende, qualitative Evaluation zu identifizieren.Konkret ließe sich so beispielsweise eine Aussage über Umfang und Häufig-keit der Nutzung für einzelne Themenbereiche und Segmente des Internet-auftritts machen und in einem zweiten Schritt qualitativ evaluieren worin dieUrsachen für eventuell abweichende Ergebnisse begründet sind. LetzteresEmpfehlungen zum Umgang mit Onlinemedien76Auf den topografischen Karten der Plattform tim-online.nrw.de kommenunter anderem die Bezeichnungen »Verwaltung« und »Museum« vor, aufder Liegenschaftskarte hingegen lediglich die Bezeichnung »Regierung«.Auf dem Cityplan Köln von Falk lautet die Bezeichnung ebenfalls kurz»Regierung«, auf wieder anderen Karten »Regierungspräsidium«.Die an den Haltestellen der Kölner Verkehrsbetriebe angebrachtenKarten nennen den Gebäudekomplex »Reg.-Präs«, auf dem Umgebungs-plan findet sich die Bezeichnung »Bezirksregierung« und wer einen Blickauf den Haltestellenlageplan des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg wirft, liest»RP Bezirksregierung Köln«. Im offiziellen Innenstadt-Plan der Stadt Kölnfindet sich die Bezeichnung »Bezirksregierung«.Die Zuordnungen von Suchbegriffen und tatsächlicher Position, aber auchdie Bezeichnungen von Orten in analogen und digitalen Karten, sind allesandere als einheitlich.PassantenbefragungBei einer stichprobenartigen Passantenbefragung in Köln ergab sichfolgendes Bild: Im Stadthaus Deutz, in der Stadtbibliothek und bei Befra-gung mehrerer Passanten im Innenstadtbereich konnten wir keine hilfrei-chen Auskünfte und Wegbeschreibungen erhalten, obwohl die Befragtensich mehrheitlich als Kölner bezeichneten. Die überwiegende MehrheitBeobachtungen: Sichtbarkeit und Gebäudekennung51mitgedacht, so schwingt hier auch ihre Erfahrung mit. Dieser Claim wird dannbeispielsweise auf den Abteilungsfaltblättern variiert, wobei hier erkennbarwird, dass die Regeln, mit denen gearbeitet wird, nicht klar gefasst wurden.Bei den vorliegenden Abteilungsfaltblättern übernimmt Abteilung 7 die Zeilenfast wörtlich: dort wird »Region« durch »Räumlich« ersetzt. Für Abteilung 1,Zentrale Dienste, schien der Aspekt der Region nicht zu ihrem Aufgaben-feld passen. So heißt es dort: »Prozesse organisieren. Innovativ verwalten.«Abschließend sei noch die Betitelung des Faltblattes der Abteilung 2 genannt,deren Aussagen weder in eine Reihe mit den anderen Abteilungen zu bringensind, noch besonders spezifisch bezüglich ihrer Aufgaben sind: »Ordnungvon A bis Z, Die Abteilung 2 stellt sich vor.«Während die eingefügte Abbildung zwar auf das Sachgebiet »Gefahrenab-wehr« verweist – wenn auch nicht in seiner ganzen Breite – so kann sie fürAußenstehende nur schwer zur Kommunikation der Bereiche »Ordnungs-recht«, »Sozialwesen«, »Verkehr« und »Gesundheit« eingesetzt werden.Bei dem Versuch die Handlungsschwerpunkte der über dreißig Dezernatezu fassen, ergaben sich folgende Themenfelder: Hilfe/Förderung, Schutz/Sicherheit und Ordnung/Beratung. Hierbei ist zu beachten, dass sich dieseKategorisierung auf die Handlungsfelder der Behörde, nicht auf die existie-rende, organisatorische Struktur der Behörde bezieht.Wie schon deutlich wurde, sind durchgehend Kompetenz, Effektivität undVielseitigkeit wesensbestimmende Größen der Behörde. Diese drei Größenliegen, bildlich gesprochen, hinter jeder Außendarstellung der Behörde. BeiDurchsicht der Textinhalte der Bezirksregierung Köln fällt jedoch auf, dassversucht wird, behördeninterne Operationen, die durch Zuständigkeitenund Entscheidungsstrukturen bestimmt sind, sichtbar und »transparent« zuAbb.:Die Faltblätter mit denen sich die Behördeund die Abteilungen vorstellen: Behörde,Abteilungen 1, 2, und 7 (von links nach rechts).Analyse: Sprache in Form und als Werkzeug65würde sicherlich auch eine nähere Untersuchung der jeweiligen Zielgruppenmit einschließen.Orientierung für externe Nutzerinnen und Nutzer verbessernEin weiteres Potenzial zur Verbesserung der Onlinekommunikation liegtim Bereich der Navigation. Wie im vorangegangenen Analyseteil bereitsbeschrieben, folgt das Navigationskonzept dem organisatorischen Aufbauder Behörde, also der internen, hierarchisch gegliederten Struktur. Fürnicht eingeweihte Nutzerinnen und Nutzer wird dadurch der Zugang zumgewünschten Inhalt erschwert. Dabei bleibt auch die Möglichkeit ungenutzt,über die Navigation ein schnelles und besseres Verständnis für die Tätigkeits-felder der Behörde zu vermitteln. Ein Beispiel für die – leider nur partielle –Umsetzung dieses Ansatzes ist auf dem Internetauftritt der BezirksregierungArnsberg zu finden. Ähnliche Lösungsansätze finden sich auch auf dem Inter-netauftritt der Bezirksregierung Düsseldorf. In beiden Fällen wird mithilfe vonDropdown- und Flyout-Navigation ein schnellerer Zugriff auf tieferliegendeEbenen der Navigation ermöglicht. Über den Aspekt der Benutzerfreund-lichkeit (Usability) hinausgehend, ist dieses Navigationskonzept auch für dasVermitteln von Strukturen hilfreich. Man schafft ein leichteres Verständnisfür die Hierarchie der Themenfelder, wie auch für die behördlichen Struk-turen.Empfehlungen zum Umgang mit OnlinemedienAbb.:Die Bezirksregierungen Arnsberg und Düsseldorfnutzen für ihre Hauptnavigation(en) das Prinzipder Dropdown bzw. Flyout Menüs. Diese habenneben dem erleichterten Zugriff auf tiefer liegendeMenüpunkte den entscheidenden Vorteil, dass sieauch Information zur Organisationsstruktur derBehörde und dem Spektrum der Themen vermitteln.Eventuell unklare Menüpunkte der ersten Ebeneerschließen sich leichter im Kontext der unmittelbarsichtbaren Unterpunkte.83Selbstverständnis herausarbeiten und reflektierenVoraussetzung für die erfolgreiche Außenkommunikation ist ein reflek-tiertes Selbstverständnis. Allen Kommunikationsbestrebungen derBezirksregierung Köln – in welcher Ausdrucksform auch immer – sollte daherzunächst ein klares Selbstverständnis zugrunde liegen (siehe auch Behör-denleitbild). Erst wenn die eigenen Kommunikationsformen und systembe-dingten Operationen in der gesamten Behörde reflektiert und verstandenwerden, können diese auch für Außenstehende (Umweltsysteme) in gelin-gende Kommunikation transformiert werden. Aus dem eigenen Selbstver-ständnis lassen sich Kriterien zur Qualitätsbewertung von Kommunikationentwickeln, um behördliche Operationen »durch eine abgestimmte Darstel-lung in der Öffentlichkeit begleiten« zu können.In diesem Arbeitsprozess gilt es, ein vorhandenes Selbstverständnis derBehörde zu fassen, was den Dialog mit den Angehörigen der Behördenotwendig einschließt. Im Behördenleitbild sind wichtige Bedingungeneines wertvollen Diskurses angelegt. Wesentlich sind hierbei »Aufrichtig-keit, gegenseitige Wertschätzung und ein verantwortungsvoller Umgangüber alle Ebenen hinweg«. Diese interne Phase der Kommunikation mussderart moderiert sein, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter als einwichtiger Teil des Systems Behörde ernst genommen wird und in einemgeschützten Rahmen Gehör findet. Auch Unbehagen und Kritik muss offenformuliert werden können.Jede imagebildende Unternehmung, die nicht das Selbstverständnisder Menschen als Behördenangehörige ernst nimmt, ist letztlich unnötigressourcenzehrend und kann nicht dauerhaft erfolgreich sein.Selbstverständnis ist jedoch nur Bedingung der Möglichkeit,verstanden zu werden und lediglich der erste Schritt einer zielgerichtetenKommunikation.So ist es beispielsweise im Umgang mit Sprache in der Kommunikation derBehörde von Bedeutung, die behördeninterne Sprache der ZuständigkeitenQualitätgeringerRessourceneinsatzQuantitätZusammenfassung der EmpfehlungenAbb.:Das Dreieck zeigt die wechselseitige Abhängigkeit derParameter, die für die Ziele der behördlichen Kommu-nikation bestimmend sind.Dabei gilt es zu beachten, dass jeweils nur zweider Parameter zusammengebracht werden können.Bei gleichbleibendem Ressourceneinsatz bedingt eineSteigerung der Qualität den Rückgang der Quantität(und umgekehrt). Eine Steigerung der Qualität beigleichbleibender Quantität erfordert also eine Steige-rung im Bereich des Ressourceneinsatzes.Die angedeutete Verschiebung des Punktesentspricht einer Empfehlung für den zukünftigenUmgang mit der behördlichen Kommunikation.552.2.3BildBilder sind wie Sprache ein essenzieller Bestandteil von Kommunikation.Sprache erzeugt Bilder, aber Bilder selbst sind auch maßgebliche Informati-onsträger. Dieses Bewusstsein ist im Umgang mit Abbildungen wichtig, umeinerseits gezielt Botschaften zu vermitteln und andererseits auch unbeab-sichtigte Botschaften zu vermeiden. Neben dem Bildinhalt und der Bildstim-mung, spielen auch die Qualität der Abbildungen und der richtige Umgangmit selbigen eine Rolle.BildAbb.:Collage aus den Medienerzeugnissen derBezirksregierung Köln. Dort werden Bilderunterschiedlichen Ursprungs und in variierenderQualität eingesetzt.6968Auszüge aus dem 86seitigenKommunikationspapier fürdie Bezirksregierung Köln mitBetrachtungen, Analysenund Empfehlungen zu ihrenverschiedenen Kommunika-tionskanälenBezirksregierung Köln / MP / Identität und Design / Sommersemester 2011 / 05.04.2011 bis 19.05.2011
    • 2010|
    • WintersemesterSoundscape Cologne | S. 72 - 73Experimental Haute Couture | S. 74 - 75Wahrnehmungsmanagement | S. 76 - 77|2011
    • 7372Soundscape CologneSoundscape Cologne / MP / Designtheorie und -geschichte / Wintersemester 2010/11 / 07.12.2010 bis 04.02.2011Das Wesen einer Stadt wird maßgeblich von vielen verschiedenarti-gen Komponenten, unter anderem den einzelnen Stadteteilen undden unterschiedlichen in ihr lebenden Menschen beeinflusst. InKöln hat jedes Veedel seine eigene Geschichte, seinen eigenen Cha-rakter, eine eigene Atmosphäre und ein eigenes Umfeld. Die Ein-zigartigkeit der Stadt wird weder außschließlich von touristischenAttraktionen oder einem gewissen „Getümmel“ geschafft, sondernauch von vielen unscheinbaren und unterbewusst vernommenenFaktoren, wie dem Sound.Murray Schaeffer, ein kanadischer Komponist und Schriftstel-ler, schrieb im Jahre 1977 das Buch „The Tuning of the World (TheSoundscape)“ und entwickelte später für die Stadt Toronto eine sol-che Soundscape. Die Wahrnehmung einer „soundscape“ einer Stadtist immer abhängig von der Perspektive des Betrachters.. Ein Tou-rists nimmt die Stadt ganz anders wahr als ein Einheimischer oderein Zugezogener. Es gibt demnach keine einzig gültige soundscape,da sie immer unterschiedlich wahrgenommen wird. Wir verfolgtenden Ansatz, die Vielseitigkeit der Stadt Köln zu zeigen, die Raum füreigene Interpretationen lässt und somit alle Beteiligten, wie Bürger,Touristen, und viele weitere einschließt.Dementsprechend starteten wir einige detailierte Research-Trips durch verschiedene Veedel (Südstadt, Chorweiler, Mülheim,Junkersdorf und Weiden) und zeichneten Klänge natürlichenUrsprungs auf, sowie Klänge in Einkaufszentren, öffentlichenVerkehrsmitteln und öffentlichen Plätzen auf. Mit Fortschreiten desProjektes wurde somit ein kleines Archiv an Klängen geschaffenund eine entsprechende Kategorisierung dieser Klänge erlaubteuns, Vergleiche und Rückschlüsse zwischen den Vierteln zu ziehen.Die Klänge in Verbindung mit ihrer geographischen Lage aufeiner Karte von Köln bietet einen Vorteil gegenüber bestehendenreinen Sound-Archiven oder Sammlungen. Zusätzlich besteht dieOption, live streams zu verfolgen und Nutzer können die Soundmapnach Belieben vervollständigen und erweitern.Eine Landschaft aus Klängen
    • 7574ExperimentalHaute CoutureDarf man eigentlich Pelz tragen?Wie wird er hergestellt?Eine deutsch-dänische Kooperation sorgte für FuroreExperimental Haute Couture / KP / Produktionstechnologie / Wintersemester 2010/11 / 22.11.2010 bis 26.11.2010In diesem Wochenprojekt wurde mit der FirmaCopenhagen Fur kooperiert, einem der größtenPelzhersteller weltweit. Unter der Leitung von GritSeymour, Professorin für Modedesign an der Uni-versität der Künste Berlin wurden unterschiedlicheKonzepte erarbeitet. Das Projekt begann mit einerhochinteressanten Diskussion über die Verwen-dung von Pelz und den daraus resultierendenethischen Fragen, vor die sich jeder, der mit Pelzarbeitet, oder der ihn trägt, gestellt sieht.Darf man ein Tier töten, um sich damit einzu-kleiden oder sollten wir dieses atavistische Den-ken ablegen? Sind Tiere Objekte, können wir nachBelieben über sie verfügen? Ist das Tragen von Pelzmoralisch verwerflich, das Tragen von Leder jedochlegitim? Interessanterweise wird beim Thema Le-der kaum so heftig debattiert, doch wo die bizarrenGegensätze »flauschig, kuschelig« und »bedrohlich,todbringend« aufeinandertreffen, bezieht manschnell Position. Es scheint folglich eine irrationaleUnterscheidung in der Verteilung unseres Mitleidszu geben.Pelz ist auch wiederum bei richtiger Pflege einsehr beständiges Material, welches über ein Lebenlang halten kann: eine Eigenschaft, die nur wenigeneuartige Textilien bieten. Auch seine isolierendenEigenschaften sind fast unübertroffen.Es fällt auf, dass trotz aller Kontroversen um diesesThema noch immer fast jedes große Modelabel aufechten Pelz setzt, sodass sich dieses Material invielen Winterkollektionen wiederfinden lässt, sei esals Stola, Innenfutter oder ähnliches.Zeil des Projektes war es, sich mit Pelz in Ver-bindung zu (Wohn-) Accessiores zu befassen, docheinen Großteil der finalen Präsentation bean-spruchten Fragen und Diskussionen rund um dasThemenfeld Pelz, seine Herstellung und Weiterver-arbeitung, seine Fans und Gegner.
    • | Stand von Oben |Lösung |Ein weiteres Mittel zur Schaffung von Orientierung bietet der Blick von oder Besucher jederzeit nachvollziehen, wo er bereits war und was ihnwas er noch erkunden möchte.WahrnehmungsmanagementInnovative Fahrzeuge, neuartige Exponate und Highlightsauf Ausstellungen, Besucherströme, Aufenthaltsdauer, nurvier Tage Zeit. Joachim Blickhäuser, damaliger Leiter derAbteilung Internationale Ausstellungen und Events bei derBMW Group gab Einblicke in das Messegeschehen.
    • oben auf den Stand. So kannn noch interessieren könnte,7776Wahrnehmungsmanagement / KP / Ökologie und Design / Wintersemester 2010/11 / 03.11.2010 bis 05.11.2010In dem einwöchigen Workshop zum Thema Messenund Ausstellungen in Automobilbereich, mit Fokusauf die BMW Group, erarbeiteten vier Gruppen ver-schiedene Konzepte.Meine Gruppe widmete sich dem ThemenfeldOrientierung und Besucherströme auf (großen)Messeständen und suchte nach Lösungen, die aufdie intuitive Wahrnehmung der Besucher setztenund sie anhand unterbewusst wirkender Maßnah-men, wie dem gezielten und von der Besucherzahlabhängigen Steuern von Licht und „Dunkelheit“oder dem Einsatz von speziellen Materialien, wiebeispielsweise Formgedächtnismaterial, steuerten.Dabei war das Ziel, die Aufenthaltsqualität und-dauer auf einem Messestand so hoch wie möglichzu halten und dem Besucher Abwechselung zu bie-ten in Form von klarer Orientierung durch eine Artvon landmarks (wie sie Highlights darstellen), aberauch die Option zu bieten, den Stand zu erkunden,den Entdeckergeist der Besucher zu wecken, sodasssie man nahezu labyrinthartig und weniger offen-kundig das Areal begutachten kann.Anhand dieses Workshops ergab sich für michdann einige Monate später mein Praktikum.
    • Sommersemester2010Vorlesung SI | S. 80 - 87New Talents 2010 | S. 88 - 89Wissenschaftliches Arbeiten | S. 90 - 93Zeichen | S. 94 - 97
    • Vorlesung über dieSituationistische InternationaleIm Mai 2010 fragte Prof. Dr. Michael Erlhoff mich, ob ich eineVorlesung über die Situationistische Internationale (kurz: SI)halten würde, da dies in Bezug zum Nebenthema meinesIntermediate Project stand und zeitlich genau in den damaligenKontext seiner Vorlesungen passte.CoBrADie Situationistische Internationale (abgekürzt wirdsie im Folgenden mit SI) wurde am 28. Juli 1957 inCosio d‘Arroscia von Pinot Gallizio, Piero Simondo,Elena Verrone, Michéle Bernstein, Guy Debord,Asger Jorn und Walter Olmo als eine internationaleVereinigung von linken Intellektuellen und Künst-lern zur Revolutionierung der Gesellschaft undKultur gegründet. Sie umfasste insgesamt mehr als70 Mitglieder zur Zeit ihres Bestehens. Ihre offiziel-le Auflösung wurde im April 1972 bekannt gegeben.Für das Verstehen der Philosophie und Tätigkeit derSI ist es von Bedeutung, ihre Herkunft in Bezug zurGruppe CoBrA , zur Bewegung für ein ImaginäresBauhaus und zur Lettristischen Internationale zuerläutern.Asger Jorn, (Asger Oluf Jörgensen) 1914 geboren inVejrum in Westjütland, studierte Kunst in Paris beidem Maler Ferdinand Léger und war Mitglied derkommunistischen Widerstandsbewegung in Däne-mark während des 2. Weltkriegs. Danach schlosser sich der Gruppe revolutionärer Surrealisten an,welche sich bewusst von Andrè Breton abgrenzten,nachdem dieser zunehmend seine Abneigung derKommunistischen Partei gegenüber verlauten lies.Nach dem Auseinanderbrechen dieser Gruppe,wurde er neben Karel Appel, Guillaume Corneille,Christian Dotremont, Constant Nieuwenhuis undJoseph Noiret Gründungsmitglied der Künstler-gruppe CoBrA (Copenhagen, Brüssel, Amsterdam).Der Name kam durch die Verbindung der Haupt-personen zustande: Jorn in Kopenhagen, Corneil-le und Dortemont in Brüssel und Constant undAppel in Amsterdam. Heftiger, expressionisterPinselstrich, die Behandlung mythologischer undfolkloristischer Thematiken und das Interesse anKunst von Kindern und Geisteskranken, auch „Aus-senseiterkunst“ genannt, sowie ein allgemeinermarxistischer Standpunkt waren die Erkennungs-merkmale der CoBrA. Asger Jorn praktizierte einegewollt naive Malerei. Seine geistige Grundpositionwar durch die Studien der skandinavischen Ro-mantiker Swedenborg und Kierkegaard in Bezugauf Anarchismus und Marxismus gekennzeichnet.Die CoBrA-Gruppe war so vielfältig, dass es nie zueinem theoretischen Fundament für ihre Aktivi-täten reichte. 1951 löste sich die Gruppe aufgrundpersönlicher und politischer Verschiedenheiten auf.
    • 8180Nach 18 monatiger Krankheit (Tuberkulose), suchteer Mitglieder für seine neue Kunstbewegung: DieInternationale Bewegung für ein ImaginistischesBauhaus (kurz M.I.B.I.). 1954 wurde die Gruppe inder Schweiz gegründet. Alte CoBrA Künstler, wie Ap-pel und Corneille, aber auch neue ital. Künstler, wieEnrico Baj und Sergio Dangelo der ein Jahr zuvorgegründeten „arte nucleare“ kamen hinzu.Dem Schweizer Künstler Max Bill, ehemaligerStudent am Bauhaus, wurde die Aufgabe überrta-gen, die Hochschule für Gestaltung (kurz HfG) Ulmaufzubauen als eine Art „neues Bauhaus“. Bill wand-te sich an Jorn, welcher anfangs begeistert war vonder Idee. Es kam aber schnell zu großen Meinungs-verschiedenheiten: Bill wollte ein auf Rationalismusund Funktionalismus ausgerichtetes Bauhaus, Jornwar für ein Bauhaus, in dem Subjektivität, Experi-ment, Automatismus und Zufall beachtet werdensollten. Jorn wollte den Künstler nicht versklavt wis-sen unter einer primären Ästhetisierung der Tech-nik, sondern wollte durch das neue Bauhaus dieberechtigte Rolle des Künstlers im Maschinenzeit-alter finden. Er schlug vor, künstlerische Forschunggenauso zu behandeln wie die Humanwissenschaf-ten und wollte eine Zusammenarbeit von Künstlernund Wissenschaftlern fördern.Als Gegenreaktion auf das technologische Den-ken von Bill begann Jorn sich auf theoretische Artmit allgemeiner Ästhetik und Stadtplanung zu be-fassen, was ihn Constant und der LI näher brachte.1954 ließ sich Jorn mit Bill auf der Triennale fürIndustrielles Design in Mailand auf eine öffentli-che Debatte über das Thema „Industrielles Designin der Gesellschaft“ ein. Jorn erklärte, dass dasBauhaus und Le Corbusier zu ihrer Zeit revolutionärwaren, doch die Unterordnung der Ästhetik unterdie Technologie und die Funktion führe zu Standar-disierung, Automatisierung und stärker regulierterGesellschaft.Jorn reiste 1955 nach Alba im italienischen Pie-mont zu Pinot Gallizio, um mit ihm gemeinsam einWerkstatt-Laboratorium als Prototyp des imaginis-tischen Bauhauses in Gallizions Atelier, einem 30Meter tiefen Raum innerhalb eines im 17. Jahrhun-derts erbauten Klosters, einzurichten.Im folgenden Jahr wurde der „Erste Weltkongressfreier Künstler“ in Alba von Jorn und Gallizio or-ganisiert, zu der Künstler aus ganz Europa kamen.Wolman vertat die LI, Jorn, Gallizio und Simondode Verrone den M.I.B.I. Weitere Künstler und nichtMitglieder waren Constant, Baj, Jacques Callone,Ettore Sottsass jr., Walter Olmo, Franco Garelli,Sandro Cherchi, Franco Assetto, sowie die tschechi-schen Künstler Pravoslav Rada und Jan Kotik.Die erste Beziehung von Jorn und der LI war herge-stellt, man wollte sich gegenseitig unterstützen. Sowurde Wolman in die Redaktion der Eristica, dieZeitschrift des M.I.B.I. aufgenommen und Jorn indas Leitungskommitee der LI.Guy Debord, wurde am 28.12.1931 in Paris geboren.Nach Kriegsende 1945, folgte zu Beginn der 1950erJahre der wirtschaftliche Aufschwung Frankreichs.Eine Veränderung im alltäglichen Lebensstilswurde spürbar, der Massenkonsum wurde voran-getrieben. Fernsehen hielt Einzug in die privatenHaushalte, serienmäßig hergestellte Autos wurdenerschwinglich und erste große Wohnanlagen ent-standen.Die Surrealisten waren in den 1950ern reiche undberühmte Künstler geworden, was problematischwar hinsichtilich ihrer Rolle als Avantgardebewe-gung und so kam es, dass der an literarischen Aus-senseitern und Rebellen interessierte Debord seineAufmerksamkeit auf eine neue avantgardistischeGruppierung, die Lettristen, richtete.Im April 1950 wird die Ostermesse in Notre Damevon den Lettristen (Berna, Michel Mourre, GhislainDesnoyres de Marbiax und Jean Rullier) gestört, inForm eines als Dominikanermönch verkleidetenMourre, der eine blasphemische Rede hielt, welchevon Berna geschrieben wurde. Den Teilnehmernder Aktion war es nur durch „Rettung“ durch dieVorlesung / Designtheorie und -geschichte / Sommersemester 2010 / gehalten am 23.06.2010Imaginäres BauhausDie Beziehung von Guy Debord zu denLettristen und die Gründung der LI
    • Polizei gelungen, dem wütenden Mob zu entrinnen- die Lettristen waren in aller Munde. Während denFilmfestspielen in Cannes im April 1951 begegnetDebord den aus Paris stammenden extremistischenLettristen, welchen er sich noch im selben Jahranschließt.Isidore Isou (Allitaraion zu Tristan Tzara) (mit wah-rem Namen Jean-Isidore Goldstein) wurde 1925 inBotosani im rumänischen Moldawien geboren undgründete 1946 mit Gabriel Pomerand in Paris dielettristische Bewegung, welche Worte und Sätze aufihre Buchstaben zurückführte, um Gefühle gegendie Sprache zu erzeugen, (Manifest der lettristi-schen Dichtung: Introduction á une Nouvelle Póesieet une Nouvelle Musique, Paris 1947). In sogenann-ten Hypergraphiken wurde die Zusammenfügungvon Dichtung und Malerei erforscht, ähnlichdadaistischen und futuristischen Wortcollagen, inwelchen Maurice Lemaitre, ebenfalls Theoretikerder lettristischen Bewegung, eine Synthese ausvielen Kommunikationsformen erkannte. Isoumachte in seinem Text „Abhandlung über die Nuk-learökonomie: der Aufstand der Jugend“ darauf auf-merksam, dass rebellische Jugendliche sich nichtihrer gesellschaftlich untergeordneten Rolle fügensollten, er bezeichnete sie als „das neue Proletariat“,eine Klasse mit revolutionärem Potential, welche „...nichts zu verlieren habe“.Im Anschluss an Debords Umzug nach Paris imOktober 1951, vorgeblich um an der Sorbonne Jurazu studieren, kam dieser schnell in Kontakt miteiner Gruppe Jugendlicher im Pariser Saint-Ger-main-des Prés, welche das Bürgertum in höchs- temMaße ablehnten, Kleinkriminalität verübten undsich dem Nichtstun hingaben. Debord umschreibihr wichtigstes Gebot mit einer Parole an der Rue deSeine: „Ne travaillez jemais!“ (Arbeitet nie!), woraufspäter noch eingegangen wird. Im Juni 1952 hatDebord genug von Isou und bildet eine neue Gruppe(die LI) mit Berna, Brau und Wolman.Debords erster Film „Geheul für Sade“ (Hurle-ments en faveur de Sade), wird am 30.6.1952 zumersten Mal in Armand J. Cauliez „Filmclub derAvantgarde“ aufgeführt. Es war ein Film, der nichtnur darauf aus war, Situationen zu zeigen, sondernsie auch zu erschaffen, in dem die abwertenden Re-aktionen, Beschimpfungen des Publikums bewussterschaffenener Teil dieser Situation sind.Als die LI am 29.10.1952 eine PressekonferenzCharlie Chaplins im Pariser Ritz durch Verteilungvon Flugblättern unterbrach, welche Chaplin be-leidigen und die ablehnende Haltung der LI seinerArbeit und ihm gegenüber aufzeigen sollten, kam eszum Bruch mit Isidore Isou, da Isou diesen Vorfallnicht billigte. Persönliche Differenzen von Isou undDebord, wie zum Beispiel Isous Personenkult, wel-chen Debord vollkommen ablehnte, waren bereitszuvor zu Tage getreten.Nach diesem Bruch kommt es am 7.12.1952 in derKonferenz von Aubersville zur formellen Gründungder LI. Dieser gehörten neben Debord, Wolman,Berna, Mension und Brau auch Michèle Bernstein,Barbara Rosenthal, Sarah Abouaf, Vali Meyers(Australierin), Paulette Vielhomme und Elaine Brau(damals Papai) und weitere an, es bestand einelockere Besetzung.Die LI hat große Pläne, ihr Ziel ist „der bewussteund kollektive Aufbau einer neuen Zivilisation“.(Jean-Francois Martos, Paris 1989) Sie wollen nichtnur die Ästhetik verändern, sondern auch das Ver-halten der Menschen. Deren Leben und Sehnsüchtesind von diesem Umsturz nicht trennbar, darumlehnen sie die traditionelle Politik oder die sozialeRevolution ab. Sie stellen ihre Idee von Glück einemrevolutionären Programm voran.Die Ideen der Psychogeographie, des Dérive unddes Détournement, welche wichtige Bestandteile inder Theorie der späteren SI waren, wurden bereitsin der LI durch Ivan Chtcheglovs Schlüsseltext „For-mular für eine neue Stadt“ entwickelt.Dérive ist im Deutschen wohl am verständlichs-ten mit „Umherschweifen“ zu übersetzen. Eineorientierungslose Bewegung durch die Stadt, einabsichtliches und forschendes Verirren, das flüch-tige Durchstreifen verschiedener Umgebungen undder dabei entstehende Einfluss der Architektur. Einsolches Umherschweifen konnte Stunden oder auchMonate dauern und wurde nicht grundlos von denLettristen betrieben.
    • 8382Sie nutzten dérive als Mittel für die Psychogeogra-phie, eine „Erforschung der unmittelbaren Wirkungder geographischen Umwelt auf das Gefühlsleben“,zur Herstellung neuer emotional begründeter Stadt-pläne, welche eine Konstruktion neuer, utopischerUmgebungen, wie der Aufhebung einer Teilung derFreizeit und Arbeitszeit, dienen sollte. Nach MichèleBernstein: „Keine neue Lehre der Stadtplanung,sondern eine Kritik der Stadtplanung.“ Ein „unitä-ren Urbanismus“, eine ganzheitliche Stadtentwick-lung wurde angestrebt. Die LI problematisierte auchals eine der ersten politischen Gruppen die Freizeit.Ein weiterer Aspekt ist die Theorie des détour-nement, der Zweckenentfremdung. 1958, als die SIbereits gegründet ist, findet sich hierzu eine situ-ationistische Definition:„Zweckentfremdung vonästhetischen Fertigteilen. Integration aktueller odervergangener Kunstproduktionen in eine höhereKonstruktion des Milieus. In diesem Sinne kann esweder eine situationistische Kunst, noch eine situa-tionistische Musik, wohl aber eine situationistischeAnwendung dieser Mittel geben.In einem ursprünglicheren Sinne ist die Zweck-entfremdung innerhalb der alten kulturellenGebiete eine Propagandamethode, die die Abnut-zung und den Bedeutungsverlust dieser Gebieteaufzeigt.“Potlatch war ab dem 22. Juni 1954 die Zeitschrift derLI, welche das vorherige Mitteilungsblatt, schlichtInternationale Lettriste genannt, ablöste. Getipptvon Michèle Bernstein und zeitweise von unter-schiedlichen Mitgliedern der LI herausgegeben,wurden von Potlatch in dern ersten Ausgabe noch50 Exemplare hergestellt, stieg die Auflage schonim zweiten Heft auf 400 an. Käuflich war es nichtzu erwerben, es wurde verschenkt. Hier tauchtenauch zum ersten Mal die Begriffe dérive, détour-nement und Psychogeographie auf. Es beinhaltetedie künstlerischen Werke der LI und revolutionäreGesellschaftskritik, sprach sich für antikolonialis-tische und antiimperialistische Revolten aus undunterstützte Arbeiterstreiks.Debord schreibt den Rapport über die Konstruktionvon Situationen und die Organisations- und Akti-onsbedingungen der Internationalen Situationis-tischen Tendenz. Der zentrale Begriff „Situation“hat mit dem Existentialismus von Jean-Paul Sartrezu tun, doch wo Sartre das Empfinden des Selbst-bewusstseins der Existenz innerhalb eines gege-benen Milieus oder einer gegebenen Atmosphärebeschreibt, fordert Debord eben nicht nur daspassive Hinnehmen, sondern das aktive Schaffensolcher Situationen. Der Hauptgedanke des Rap-ports war „die konkrete Konstruktion kurzfristigerLebensumgebungen und ihre Umgestaltung ineine höhere Qualität der Leidenschaft“. Der weitereHauptbestandteil des Rapports ist die Kritik derRolle der historischen Avantgarden und die Forde-rung Debords nach neuen Avantgarden mit einemzusammenhängenden revolutionären Programmund Methoden der Organisation aus dem revoluti-onären Untergrund. Nach dieser Feststellung undder umfangreichen Kritik ihrer Vorgänger fühltedie SI sich in der Lage, ihren Platz an der Spitze derAvantgarden einzunehmen.Die Gründungskonferenz fand am 27. und 28. Juli1957 in Cosio d‘Arroscia statt, dem Geburtsort desKünstlers Pierro Simondo statt, in dessen Famili-enhaus die Delegierten Debord, Bernstein, Gallizio,Simondo, Verrone, Olmo und Jorn unter- gebrachtwurden. Nur wenige Monate später, im Oktober1957 wurden Olmo, Simondo und Verrone ausge-schlossen.Die erste Nummer der IS mit einer Auflage von200 Exemplaren und einem goldfarbenen Chromo-luxumschlag erschien im Juni 1958 mit Debord alsHerausgeber. Ihr Stil blieb in den elf Jahren ihresBestehens nahezu gleich. Sie war als Ideenplatt-form von großer Bedeutung für die IS und enthieltin ihrer ersten Ausgabe unter anderem den Artikel„Formular für einen neuen Urbanismus“ von IvanChtcheglov, welcher in den folgenden Jahren aufConstant und sein New Babylon auswirkte. In An-betracht der Tatsache, dass Jorn sich zum internati-onal rennomierten Künslter entwickelte, und stetsPotlachDie SI 1957 - 1965Vorlesung / Designtheorie und -geschichte / Sommersemester 2010 / gehalten am 23.06.2010
    • unter Zeitdruck stand, fand er Zeit für das Engage-ment in der IS. 1957 arbeitet er mit Debord am Buch„Fin de Copenhague“, welches aus vorgefundenenBildern und Texten besteht, angeblich zufällig beimBesuch eines Zeitungskiosk gefunden und aufge-sammelt und im Hintergrund durch Jorns Farb-tropfen getragen wird. Aus Jorns und Debords Sichtenthält es einen satirischen Angriff auf die tech-nologische Konsumgesellschaft. Ein Jahr späterarbeiten Debord und Jorn an den Memoires, einemin Sandpapier gebundenen Buch über die Früh-geschichte der LI. Der wohl nachhaltigste BeitragJorns zur SI sind die zwei Serien zweckentfremdeterGemälde Jorns, die Modifikationen, in welchenbesonders in der zweiten Ausstellung mit Modifika-tionen „Nouvelles défigurations“, ein Mädchen imblassen Kleid, dem Jorn Schurr- und Ziegenbart an-gemalt hat - eine Verbindung zu Marcel DuchampsL.H.O.O.Q. ist offensichtlich, wobei das Ausserge-wöhnliche der herausfordernde Blick des Mädchensist, welcher an eine Warnung an alle erinnert, dieglauben, die Avantgarde sei tot. Im April 1963 ver-ließ Jorn die SI, stand aber weiterhin in Kontakt mitihr, um mit Bildern oder Geld auszuhelfen. Er starbam 1. Mai 1973 vermutlich an Lungenkrebs.Pinot Gallizio, der ebenfalls Gründungsmitglied derSI war praktizierte die „industrielle Malerei“. Seineerste Ausstellung fand in der Turiner Gallerie Noti-zie 1958 statt. Er bearbeitete lange Leinwandrollenmit selbst gebauten Malmaschinen und beabsich-tigte, seine Leinwände als Meterware zu verkaufen.Es folgten eine weitere Ausstellung in Paris derGalerie René Drouin und sein Manifest der indus-triellen Malerei. Am 31. Mai 1960 schloss DebordPinot Gallizio und seinen Sohn Melanotte aus derSI aus, mit der Erklärung, sie hätten zunehmendeVerbindunge zur kommerziellen Kunstwelt. PinotGallizio verstarb plötzlich 1964.Constant befasste sich während seiner Zeit inder SI mit dem unitärem Urbanismus und seinemProjekt „New Babylon“, einem Architekturkonzept,wobei nicht Funktionalismus im Vordergrundsteht, sondern eine künftige spielerische Gesell-schaft. Le Corbusiers Architektur galt auch schonder LI als verhasst. 1959 gründete Constant mitseinem Freund Armando und den ArchitektenHar Oudejans und A. Alberts das Forschungsbürofür unitären Urbanismus. Nach einem Streit mitDebord über seinen Umgang mit der Galerie van deLoo und Oudejans und Albers tritt Constant 1960aus der SI aus.Durch die Bekanntschaft mit Jorn kam die deut-sche Künstlergruppe SPUR, bestehend aus LotharFischer, Heimrad Prem, Helmut Sturm und HansPeter Zimmer 1959 zur SI. Sie beschäftigte sich mitKitsch und war im besonderen hervorgehoben duchihren kollektiven und gemeinsamen Arbeitspro-zess. Mithilfe von Jorn btrachten sie ihre ZeitschriftSPUR heraus, anders als die franz. Zeitschrift der SI,erinnerte ihre äußere Erscheinung an ein chaoti-sches Sammelalbum. Weitere neue Mitglieder derSI kamen aus Skandinavien hinzu, wie Jörgen Nash,der jüngere Bruder von Jorn, sowie Ansgar Elde undJeppesenVictor Martin. Im September 1960 nahmenneue Vertreter der deutschen und der skandinavi-schen Sektion an der vierten Konferenz der SI inLondon teil. Hierbei kam eine Debatte zustande, inwie weit die SI eine politische Bewegung sei.Die deutsche Sektion brachte ihren Zweifel an denrevolutionären Fähigkeiten des Proletariats hervorund empfahl die Mobilisierung der Avantgarde-künstler. Debord kritisierte sie dafür scharf unddie SPUR-Gruppe war bereit, sich der Meinung derMehrheit der SI anzuschließen. Diese Debatte warjedoch noch nicht abgeschlossen. Ein Jahr später,im August 1961 in Göteborg bei der 5. Konferenz derSI, der ersten ohne Jorn, verdeutlichte sich der Kon-flikt. Wieder war es die deutsche Sektion, welchedie Behandlung der Künstler durch die SI- Mehrheitkritisierte: Gewinnt ein Künstler an Macht in der SI,wird er rausgeworfen. Diese Verschiedenheiten zurAuffassung des Status der Kunst führten im Febru-ar 1962 zum Ausschluss der SPUR-Gruppe und ei-nen Monat später zum Ausschluss von Jörgen Nash,Ansgar Elde und Jaqueline de Jong. Diese verfasstenein Flugblatt, in dem sie ihren Ausschluss anpran-gerten und verdeutlichten, dass eine Organisation,
    • 85841966 - 1968Die Gesellschaft des Spektakelswelche die Möglichkeit zur Debatte ausschließt,totalitär sei. Von der skandinavischen Sektion bliebnur noch JV Martin übrig, welcher mit offiziellemSegen noch drei Ausgaben der Zeitschrift „Situati-onisk Revolution“ herausgab und ungewöhnlicherWeise bis zum Ende der SI 1973 Mitglied blieb.Die ausgeschlossenen Mitglieder der skandina-vischen Sektion gründeten die Zweite SI und ließensich im schwedischen Örkelljunga auf einem Hofnamens Drakabygget nieder. Ihre bekanntestenAktionen waren die Besetzung des schwedischenPavillons auf der Bienale 1968 in Venedig und dasErrichten einer „Kunstbarrikade“ vor der KasselerKunsthalle Fridericanum während der docuenta1972.Am 14. November 1967 erschien das erste Buch zursituationistischen Theorie: Die Gesellschaft desSpektakels von Guy Debord. In 211 Thesen wird aufdie wesentliche Rolle des Spektakels eingeganen,den unitären Urbanismus und die revolutionäreRolle der Arbeiterräte. Es finden sich Einflüsse vonLukacs, der Hegelschen Philosophie, dem jungenMarx und dem niederländischen Marxisten Panne-koek.Nur zwei Wochen nach der Veröffentlichung von„Die Gesellschaft des Spektakels“ folgt „Das Hand-buch zur Lebenskunst für die jungen Generationen“von Raoul Vaneigem. In einem leidenschaftlichenStil verfasst, ist seine Schrift in 25 Kapitel und zweiHauptteile gefasst: „Die Perspekive der Macht“ und„Die Umkehrung der Perspektive“. Der erste Teiluntersucht den Gegenwärtigen Stand der Auflösungder bestehenden Gesellschaft, der zweite empfiehlteinige Mittel zur abschließenden Heilung.Ab 1965 nahm der Einfluss der SI zu (höhereAuflage von Potlatch) und sie übte internationalenEinfluss aus, umgekehrt wurde aber auch Einflussauf die SI ausgeübt in Form der Unabhängigkeitsbe-wegung in Algerien. 1960 wurde von Debord, Bern-stein und anderen Linken aus dem Kulturbereichdie Erklärung über das Recht zum Ungehorsam inAlgerienkrieg unterzeichnet.Einen weiteren Einfluss übte die Erhebung derschwarzen Bevölkerung im Viertel von Watts in LosAngelges auf die SI aus, sie verstanden diese Rebel-lion nicht als einen Rassenaufruhr, sondern einenKlassenaufruhr und drückten ihre Unterstützung1965 durch das Pamphlet Niedergang und Fall derspektakulären Warenökonomie aus.In der direkten französischen Umgebung wurdenStudenten um André Schneider, ihrerseits Befür-worter der SI, am 14. Mai 1966 an der StrasbourgerUniversität in die Leitung der AFGES (die Studenten-vereinigung) gewählt. Sie wollten die Geldmittel derVereinigung möglichst sinnvoll verwenden, trafensich mit Debord und Mustapha Khayati und mach-ten folgenden Vorschlag: das Pamphlet wurde vonKhayati geschrieben und von Debord überwacht.Es folgten Aktionen gegen den Kybernetiker Ab-raham Moles, darunter das berühmte Plakat überDie Rückkehr der Kolonne Durruti (humoristischeDarstellung zweier Cowboys, die sich über Verding-lichung unterhalten).Dies diente der Werbung für das Pamphlet Kaya-tis: Über das Elend im Studentenmilieu, betrachtetunter seinen ökonimischen, politischen, psycholo-gischen, sexuellen und besonders intellektuellenAspekten und über einige Mittel, diesem abzuhel-fen.Die Auflage betrug 10.000 Stück und umfasstunter anderem Aussagen über die Rolle des Stu-denten im modernen Kapitalismus (meist verach-tetes Wesen), die Notwendigkeit der Ausweitungenstudentischer Kämpfe (auf die Gesellschaft), dierevolutionäre Organisation in Arbeiterräten und dieRolle der Poesie der Zukunft. Die Flugschrift wurdezu Vorlesungsbeginn, am 22.11.1966 an der UniStrasburg verbreitet, die Störung des studentischenLebens nahm zu und zog das Interesse der Presse-welt auf sich.Am 13.12. übertrugen die Universitätsbehördendem Gericht die Beaufsichtigung der AFGES. Zudiesem Zeitpunkt war noch nicht offensichtlich,Das Handbuch der LebenskunstVorlesung / Designtheorie und -geschichte / Sommersemester 2010 / gehalten am 23.06.2010
    • dass sich die Bewegung über die Grenzen der Uniausbreiten würde. Die nächste Entwicklung zeich-nete sich an der Universität von Nanterre ab, wo dieStudenten in überfüllten und schäbigen Quartierenwohnten und veraltete Hausordnungen den Kon-takt von Männern und Frauen untersagten.Die Unruhen entwickelten sich, waren es anfangsnoch Streiks und Vorlesungsstörungen, kam es imJanuar 1968 zu Zusammenstößen mit der Polizei.Eine besonders unerschrockene Studentengruppeum René Riesel, die Wütenden (enragés) teilte denStandpunkt der SI und verteilte ihre Schriften undFlugblätter in der Universtät Nanterre. Am 22. März1968 besetze eine Gruppe verschiedener Linkerdas Verwaltungsgebäude, die enragés verließen dieVersammlung jedoch, da der von ihnen geforderteRausschmiss der Stalinisten und Beobachter derVerwaltung nicht erfolgte. Die enragés erklärtender Universitätsverwaltung den Krieg, im Gegen-zug drohte die Universität mit der Relegation derGruppe „Bewegung 22. März“ um Riesel, darunterauch Daniel Cohn- Bendit. Nach den Vorkommnis-sen an der Uni Nanterre wurde die SI in der Presseals gefährliche Agitatoren bezeichnet und man warverwundert über den Einfluss einer kleinen Gruppevon ca. 40 Personen auf mehrere tausend Studen-ten. Am 6. Mai 1968 fiel die Entscheidung überdie Relegation von Cohn-Bendit und Riesel. Am 3.Maifand die UNEF (Nationale Union franz. Studen-ten) statt und man wollte über Kampfmaßnahmengegen die Relegation beraten, es gab eine riesigePolizeipräsenz. Die Ankunft einiger Faschisten undEinsatzkommandos zur Aufstandsbekämpfungschufen eine höchst angespannte Atmosphäre. Dieenragés empfiehlen, sich mit allem möglichen zubewaffnen, es folgten Festnahmen, allerorts warenStudenten auf den Straßen, die die Freilassungihrer Kommilitonen forderten, Behörden kündig-ten Schließung der Sorbonne an, darauf fordertenHochschul- und Studentenvereinigungen zumProtest auf. Cohn-Bendit und Riesel erscheinenvor dem Rat der Uni Paris zu ihrer Anhörung, esherrschte eine Explosive Mischung aus Polizeikom-mandos, politischen Aktivisten und Studenten unddie SI verteilte das Flugblatt „Wut im Bauch“.An diesem Tag kam es zur massiven Ausweitungder Ausschreitungen, 10.000 Demonstranten vertei-digten den Platz um Sant-Germain-de-Prés, Autosumgeworfen als Barrikaden, einige Läden geplun-dert. Nicht nur Studenten waren beteiligt, sondernauch Arbeiter, Arbeitslose und Rocker. Mit Pflaster-steinen und Molow-Cocktails wurde gegen Trä-nengas und Schlagstöcke angekämpft. Eine Wochespäter, am 13.Mai gab es dann die Massendemonst-ration von 1 Mio. Studenten und Arbeitern.Nach Ende des Zuges beschlossen einige De-monstranten, die Sorbonne zu besetzen, darunterenragés und Situationisten.In der ersten Generalversammlung der Besetzerwurde diskutiert über die Perspektive der Bewe-gung und darüber hinaus - ob sie eine totale sozialeRevolution beinhalten sollte. Die SI nutzte die Ge-legenheit und machte Propaganda für Arbeiterräte.Gewissermaßen liegt darin eine Ironie: „Arbeitetnie!“ kombiniert mir der Forderung der Organisati-on einer Gesellschaft in Arbeiterräten.Es folgte die Besetzung der Flugzeugwerke „Sud-Aviation“ in Nantes und noch am selben Tag dieBesetzung einer der größten Fabriken Frankreichs,den Renaultwerken.Das Besetzungskommitee der Sorbonne schufeine Flugschrift mit zu verbreitenden Parolen, wie„Alle Macht den Arbeiterräten“, „Nieder mit derspektakulären Warengesellschaft“ usw. Dies warauch gleichzeizig der Moment, an dem die SI anEinfluss im Besetzungskommitee verlor. Es ent-fachte ein Streit über die Rolle des Kommitees, wasam 17.Mai den Rückzug der SI und der enragés zurFolge hatte. Sie gründeten im Keller einer Kunstge-werbeschule den CMDO - den 40 Personen umfas-senden Rat zur Aufrechterhaltung der Besetzungenund verfassten mehrere Flugschriften und Aufrufe.Sie sahen den Moment gekommen, an dem dieArbeiter die Revolution selbst weiterführen und aus-weiten mussten. Entweder würde sie jetzt gelingen,oder scheitern. Am 24. Mai trat Präsident De Gaulleim Fernsehen auf, worauf sich die Lage jedoch nichtLiteraturquellen:• Roberto Ohrt: Phantom Avantgarde: Eine Geschichte der Situationistischen Internationale und der modernen Kunst• Simon Ford: Die Situationistische Internationale: Eine Gebrauchsanleitung• Wolfgang Dreßen, Dieter Kunzelmann, Eckhard Siepmann: Nilpferd des höllischen Urwalds. Situationisten, Gruppe Spur, Kommune IMai 1968
    • 8786beruhigte, sondern ein Ansturm auf die Pariser Bör-se und neue Straßenkämpfe entfacht wurden. Mitseinem zweiten Fernsehauftritt am 30. Mai wurdedie Rückkehr zur Ordnung eingeleitet. De Gaulle ar-gumentierte, dass diese junge Generation Rebellie-render keinen Ersatz für die bisherige Gesellschafthaben außer Versprechen von Lohnerhöhungen.Mit dem Beginn der Sommerferien wurdeneinige Studentengruppen verboten, sodass die Be-wegung ohne Führerschaft und gemeinsame Zieleverblieb. Am 16. Juni kam es zur Rückeroberung derSorbonne durch die Polizei und am 15. Juni wurdedie Auflösung des CMDO bekannt gegeben.Vorlesung / Designtheorie und -geschichte / Sommersemester 2010 / gehalten am 23.06.2010
    • 8988New Talents 2010Erstellung audiovisueller Portraits derAkteure und deren Arbeiten im Kontext derVeranstaltung „New Talents 2010“.New Talents 2010 / MP / Audiovisuelle Medien / Sommersemester 2010 / 15.04.2010 bis 21.05.2010wIm Rahmen der Veranstaltung “New Talents 2010” wurden vom12. Juni bis 20 Juni 2010 zahlreiche Nachwuchs-Kreative einerbreiten Öffentlichkeit präsentiert. Junge Designer, Künstler undandere Medien Schaffende zeigten ihre Projekte vielerorts inKöln, unter anderem im Kölner Rheinhaufen.Hierfür entwickelten und produzierten wir in einem mittel-fristigen Projekt audiovisuelle Portraits der Akteure und derenArbeiten – diese wurden auf der Site prominent plaziert.
    • Wissenschaftliches ArbeitenIn diesem Seminar stand das wissenschaftliche Arbeitenim Vordergrund. Hierzu wurden Diskussionen geführtund Referate gehalten.
    • 9190Wissenschaftliches Arbeiten / WS / Geschlechterverhältnis im Design / Sommersemester 2010 / 14.04.2010 bis 12.07.2010Im Jahre 1977 verfasse Umberto Eco, geboren am 5. Januar 1932 inAlessandria, Italien und bekannt als Semiotiker, Professor an der Uni-versität Bologna, Kolumnist, Philosoph, Medienwissenschaftler undRomanautor, das Buch „Wie man eine wissenschaftliche Abschlußar-beit schreibt“.Es ist gedacht als eine Hilfestellung für verzweifelte Studenten,welche erstmalig eine Abschlussarbeit verfassen. Trotz des nunmehrhohen Alters des Buches ist es doch sehr aktuell und wird ambivalentbetrachtet. Einerseits gilt es als nützliche Hilfestellung: amüsant zulesen und einfach zu verstehen. Andererseits wird die Verwendung vonSchreibmaschinen und die mediale Rückständigkeit (noch in der 13.Auflage!) sowie der ausschließliche Bezug auf das italienische Hoch-schulsystem kritisiert.Schon in der Einleitung wird ersichtlich, dass Eco nicht bestrebt ist,wissenschaftliches Arbeiten oder gar einen Wissenschaftsbegriff zudefinieren. Mit viel Sympathie für die Studenten erläutert er vielmehr,wie man schnellstmöglich eine Abschlussarbeit hervorbringt, welche„...den Doktorvater in einen nicht allzu traurigen Zustand versetzt.“(S.3) Fast schon ironischer Weise erklärt er dann zusätzlich auf Seitesechs: „Eine wissenschaftliche Abschlußarbeit ist eine maschinen-schriftliche Ausarbeitung, deren durchschnittliche Länge zwischeneinhundert und vierhundert Seiten schwankt und in der der Studentein Problem abhandelt, das aus demjenigen Studienfach stammt, indem er den Abschluß erwerben will.“ Im gesamten Hauptteil beziehter sich auf Themenfindung, Materialsuche und die Auswertung desGefundenen. Ein gutes Drittel nimmt allein die Anleitung über dasMaschinenschreiben ein.Viele Ratgeber über das Verfassen wissenschaftlicher Arbeitenbeziehen sich noch heute auf Eco - ob hierbei der Erkenntnisgehaltdes Buches oder der weltbekannte Name „Eco“ eine vorrangige Rollespielt, sei dahingestellt. In einem Ratgeber wird eine wichtige TheseEcos aufgefasst: „...Der Bekanntheitsgrad ist dabei nicht unbedingtausschlaggebend, denn es ist nicht gesagt, dass die besten Gedankenauch von den bekanntesten Autoren kommen.“Genau hier liegt der Bezugspunkt eines weiteren Aspektes unseresReferates: der Wandel innerhalb des wissenschaftlichen Arbeitensoder des Lehrbuchsystems. Die Erstausgabe Ecos Buches im Jahre1977 stellt ein „altes Modell“ dar, der Einfluss der Zeit ist unüber-sehbar. Das Buch gilt aber, da es von einer anerkannten Autorität inWissenschaftskreisen: Umberto Eco stammt, daher nicht als irrele-vant oder nunmehr unbedeutend. Die Entwicklung der Technik ist imUmberto Eco und „Wie man einewissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt“
    • Laufe der Zeit einfach vorangeschritten. Im Jahre 2010 ist eine neueGeneration von Forschern, Wissenschaftlern und denen, die er werdenwollen: Studenten, vorhanden. Diese nutzen völlig neue Präsentations-und Kommunikationsformen.War bei Eco in den Siebzigern die Vorstellung von Internet und derVereinfachung der Zugänglichkeit von Büchern und Arbeitsmaterialin diesem heutigen Ausmaße noch nicht bekannt, hat ein Wechsel,oder eine Transformation stattgefunden. An diesem Punkt nehmenwir einen weiteren Aspekt hinzu, welcher für diese Veränderung vongroßer Bedeutung ist:In seinem 1967 erschienenen Werk „The Structure of Scientific Revolu-tions“ stellt er die These auf, Fortschritte in der Wissenschaft vollzö-gen sich durch revolutionäre Prozesse, nicht durch kontinuierlicheVeränderung. Eine wissenschaftliche Revolution meint den Ablö-sungsprozess von bestehenden Erklärungsmodellen, an denen undmit denen die wissenschaftliche Welt bis dahin gearbeitet hat, umdurch andere Modelle ersetzt zu werden. Er nennt dies Paradigmen-wechsel, wobei der Ausdruck Paradigma „für die ganze Konstellationvon Meinungen, Werten, Methoden usw. [steht], die von den Mitglie-dern einer gegebenen Gesellschaft geteilt werden.“ (Thomas S. Kuhn:Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, S. 186)Als eines von vielen Beispielen aus der Wissenschaftsgeschich-te führt Kuhn für einen Paradigmenwechsel die KopernikanischeWende an: „Sehen wir uns zuerst einen besonders berühmten Fallvon Paradigmawechsel an, das Auftauchen der kopernikanischenAstronomie. Als ihr Vorläufer, das Ptolemäische System [...] entwickeltwurde, war es bewundernswert erfolgreich in der Voraussage derveränderlichen Positionen von Fixsternen und Planeten. Kein anderesSystem des Altertums hatte so gut funktioniert. [...] Am Anfang dessechzehnten Jahrhunderts begann eine wachsende Zahl der bestenAstronomen Europas zu erkennen, daß das astronomische Paradigmabei Anwendungen auf seine eigenen traditionellen Probleme versagte.Diese Erkenntnis war die Voraussetzung für die Ablehnung des ptole-mäischen Paradigmas durch Kopernikus und für dessen Suche nacheinem neuen.“ (S. 80 ff.)Die Entwicklung hin zum Paradigmenwechsel vollzöge sich vonder Phase der Normalwissenschaft über die der außerordentlichenWissenschaft.„In diesem Essay bedeutet »normale Wissenschaft« eine Forschung,die fest auf einer oder mehreren wissenschaftlichen Leistungen derLiteraturquellen:• Umberto Eco: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt• Thomas Samuel Kuhn: The Structure of Scientific RevolutionsDie Theorie des Thomas Samuel KuhnThomas S. Kuhn,geboren 1922 inCincinatti, lehrteals Professor fürWissenschaftstheo-rie und Wissen-schaftsgeschichtein Princton, Berke-ley und am MIT. Erstarb 1996 an Krebsin Massachusetts.
    • 9392Vergangenheit beruht, Leistungen, die von einer bestimmten wis-senschaftlichen Gemeinschaft eine Zeitlang als Grundlagen für ihreweitere Arbeit anerkannt werden. Heute werden solche Leistungen inwissenschaftlichen Lehrbüchern, für Anfänger und für Fortgeschrit-tene, im einzelnen geschildert, wenn auch selten in ihrer ursprüng-lichen Form.“ (S. 25) Für die „normale Wissenschaft“ gilt also, dasssich viele Einzeluntersuchungen und Aussagen ergänzen und stützen,bestehende Paradigmen werden anerkannt.Durch Anfechtungen und Anomalien tritt die Wissenschaft in einePhase des Streits von Autoritäten, Lagern und Schulen, bestimmendeFaktoren sind in dieser Phase der „außerordentlichen Wissenschaft“Macht, Mehrheit und der Generationenwechsel, bis es zum Paradig-menwechsel kommt.Mit dieser Sicht und Begrifflichkeit stellen sich Fragen an die Design-Disziplin:◊ Finden wir im Design Paradigmen und wo gab es Paradigmenwech-sel? Gewiss ist hier das Modell Bauhaus oder der Übergang der Moder-ne in die Postmoderne ein guter Ansatz.◊ Ist die Entwicklung von der Einzelanfertigung hin zu industriellenFertigung ein Paradigmenwechsel?◊ Ist die Betrachtungsweise von Design als Bereich der Praxis und desHandwerks hin zu Design als Forschungsgebiet ein Paradigmenwech-sel?◊ Eine weitreichende und bleibend spannende Frage ist die, ob undwenn ja inwieweit der Wissenschaftsbegriff im Design Potential füreinen Paradigmenwechsel innerhalb der anderen Wissenschaftenaufweist.Bildquellen:http://www.italymag.co.uk/sites/mainfiles/umberto-eco1.jpghttp://filosofiadacienciaufabc.files.wordpress.com/2011/03/kuhn-110273-050-f968add7.jpgWas hat das mit Design zu tun?Wissenschaftliches Arbeiten / WS / Geschlechterverhältnis im Design / Sommersemester 2010 / 14.04.2010 bis 12.07.2010
    • ZeichenEin Referat zur Einführung in die Bildsemiotik
    • 9594Zeichen / WS / Identität und Design / Sommersemester 2010 / 07.04.2010 bis 14.07.2010Was sind Bilder?Bilder finden laut Mitchell zahlreich Verwendung inverschiedenen Bereichen: in der Kunstgeschichte inForm von grafischen Bildern, wie Gemälde, Zeich-nungen, Fotos, Statuen, usw. Auch in der Physik alsoptische Bilder, wie Spiegelungen und Prejektio-nen, sowie auch perzeptuelle Bilder, also Bilder derWahrnehmungen und Erscheinugen in Physiologie,Neurologie, Psychologie, Kunstgeschichte, Physikund Philosophie. Weitere wären geistige Bilder, wieTräume, Erinnerungen und Ideen in Psychologieund Erkenntnistheorie und es gibt sprachliche Bil-der in der Literaturwissenschaft.Bildsemiotik versteht Bilder als Zeichensysteme,sie haben also eine Struktur, unterliegen bestimm-ten Codes. Diese Codes sind aber anders als Al-phabete, Zahlensysteme oder Notensysteme. Siesind offener als die Entsprechung von Werten undZahlen oder Buchstaben und Lauten.Nach Eco gibt es eine Vielzahl verschiedenerCodes: solche der Wahrnehmung, des Erkennens,der Übertragung, Tonale Codes, Ikonische Codes,welche sich wiederum gliedern in Figuren, Zeichenund Ikonische Aussagen. Des Weiteren gibt es nochIkonographische Codes, Codes des Gechmacks undder Sensibilität, Rhetorische Codes, StilistischeCodes und Codes des Unbewussten. Bildsystemesind vieldeutig: Um sie zu verstehen, ist es wichtig,diese Veränderlichkeit zu berücksichtigen und sieauf der anderen Seite doch als geordnete Zeichen-systeme zu begreifen.Laut Charles Sanders Pierce gibt es drei Untertei-lungen des Zeichens zum Objekt in Icon, Index undSymbol. Beim Icon herrscht eine Analogie zumGegenstand vor, beipielhaft in dem Wort „Kuckuck”oder einem Stadtplan. Das indexikalische Zeichenhat eine reale, kausale Beziehung zum Gegenstand.Es ist „Anzeichen” für etwas, so wie Rauch ein An-zeichen für Feuer ist. Symbole hingegen können nurverstanden werden, wenn festgelegte Konventionenzum Verständnis dieser Zeichen vorhanden sind,wie bei den Symbolen „%” für „Prozent” oder „&” für„und”. Nun sind aber nicht nur die symbolischenZeichen an Konventionen gebunden. IndexikalischeZeichen, die „Anzeichen”, sind ebenfalls an Konven-tionen gebunden. Ein Beipiel: Ein Tier hinterlässtSpuren im Schnee oder Sand. Dies kann als Indexerachtet werden, wenn ich mir vorstellen kann,was für eine Art von Tier die Spuren hinterlassenhat. Nimmt man aber fiktiver Weise an, dass einisoliertes Naturvolk in Zentralafrika Spuren einesSeelöwen fände, könnte diese Tierspur aufgrundder Tatsache, dass kein Tier in seiner (des Volkes)Umgebung solche Spuren hinterlässt, nicht alsTierspuren gedeutet werden. Also unterliegt unserDeutungsvermögen den Konventionen, mit denenwir aufwachsen. Indexikalische Zeichen könnenaber auch erlernt werden. Durch die immer wieder-kehrende Rotfärbung des Himmels beispielsweisekann man erlernen, dass dies an Anzeichen füreinen Sonnenauf- oder Untergang ist. Schwierigerwird es bei den ikonsichen Zeichen. Hier geht manvon einer Ähnlichkeitsbeziehung oder Analogie zudem aus, was das Zeichen darstellt. Nun bestehtaber das Problem, dass graphische oder fotographi-sche Zeichen, von denen man ja die größtmöglicheÄhnlichkeit annehmen könnte, aus materiellerSicht nichts mit dem, was sie darstellen zu tunhaben.Beispiel hierfür wäre ein Porträt der Queen Eliz-abeth. Zwar erkennt man, um wen es sich handelt,oder für wen das ikonische Zeichen steht, aber ausmaterieller Sicht hat das Bild nichts mit der Per-son Queen Elizabeth gemein: im Porträt sind dieNasenlöcher nur dunkle Farbflächen und nichtdreidimensional ausgeformt. Die Haut auf demPorträt hat keine Poren, wie die Haut der „echten”Queen, usw. Es bestehen beim Icon also keine Ähn-CodesQueen ElizabethWie erkennen wir Zeichen eigentlich?
    • Sehen oder Kennen?Wayne Rooney und NikeKonnotationen derlinguistischen NachrichtDenotationen derlinguistischen NachrichtLiteraturquellen:• Umberto Eco: Einführung in die Semiotik• Thomas Friedrich,Gerhard Schweppenhäuser: Bildsemiotik: Grundlagen und exemplarische Analysen visueller Kommunikationlichkeiten zum Gegenstand, sondern zum Wahr-nehmungsmodell des Gegenstandes, hier wird alsokodifiziert. Ein weiteres Beispiel für diese Proble-matik: Der Umriss eines Pferdes. Eine zusammen-hängende Linie schwarze Linie, welche der Konturdes Pferdekörpers folgt ist aber genau genommendie einzige Eigenschaft, die ein echtes Pferd ebennicht hat. Daraus schlussfolgert Umberto Eco inseiner „Einführung in die Semiotik” (S. 197): „Dieikonischen Zeichen geben einige Bedingungen derWahrnehmungen des Gegenstandes wieder, abererst nachdem diese auf Grund von Erkennungs-codes selektioniert und aufgrund von graphischenKonventionen erläutert worden sind.” Daraus ergibtsich ein weiterer Aspekt: „Aber die relevanten Zügemüssen kommuniziert werden. Es gibt also einenikonischen Code, der die Aquivalenz zwischeneinem bestimmten graphischen Zeichen und einemrelevanten Zug des Erkennungscodes festlegt.“Auch hierfür lässt sich eine Veranschaulichungfinden: Ein vierjähriges Kind ist in der Lage mitseinem Körper einen Hubschrauber zu reproduzie-ren, in dem es sich auf den Boden setzt und Armeund Beine wie Rotorblätter dreht. Wird es jedochaufgefordert, einen Hubschrauber zu malen, dannkann wird es Kreise und Zacken zeichnen, welchedann noch verbaler Erklärung bedürfen, weil manaus dem gemalten Bild nicht die für einen Hub-schrauber so relevanten Rotorblätter in Verbindungmit der Achse des Hubschraubers selbst nicht fest-stellen kann.Durch diese Feststellung ergibt sich eine neue Fra-ge: Wenn das ikonische Zeichen also Eigenschaf-ten des dargestellten Gegenstandes besitzt, sindes dann jene, die man sieht oder Eigenschaften,die man kennt? In einer Kinderzeichnung einesAutoprofils hat das Auto noch vier Räder (Eigen-schaft, die man kennt) und erst im späteren Alterentwickelt es sich zu einem Profil mit zwei Rädern(Eigenschaft, die man sieht).Anhand von Ecos vierteiliger Gliederung in• Denotationen („einfache“ Bedeutung) der linguis-tischen Nachricht• Konnotationen (Begleitvorstellungen, die kultu-rell bedingt sind) der linguistischen Nachricht• Denotationen der ikonischen Nachricht• Konnotationen der ikonischen Nachrichtsei folgendes Beispiel analysiert.Zu Beginn der Fussball WM 2006 startete Nike eineWerbekampagne mit dem englischen FußballstarWayne Rooney. Sie wurde in überregionalen engli-schen Zeitungen abgedruckt und auf einer riesigenLeinwand in London am Picadilly Circus präsen-tiert. Auch durch das Internet wurde sie schnellverbreitet. Zur Person: Wayne Rooney hat den Rufdes Machers, eines rücksichtslosen Kämpfers. Erkommt aus der Unterschicht und kokettiert auchdamit, sich hochgearbeitet zu haben.Der “Just do it” Slogan unten rechts ist versal inSerifenschrift gesetzt. Farblich ist es graue Serifen-schrift auf weißem Hintergrund. Man findet keinenPunkt als Satzende, sondern den „swoosh“ von Nikein rot, welcher mit der ikonischen Botschaft korres-pondiert. Es ist kein Firmenname von Nike vor-handen, nur der „swoosh” –dieser wird als bekanntvorausgesetzt– sowie das Wissen, dass “Just do it”der Werbeslogan von Nike ist.Der Slogan ist einfach, aber ambivalent: er konno-tiert Ehrgeiz, Wucht und sportlichen Eifer. „Tu eseinfach“ passt zu Rooneys zielorientiertem Han-deln als Macher, ebendiese Macher sind angesagt,auch außerhalb des Sports. Sie sind erfolgreich undwissen, was sie wollen. Eine gewisse Intellektuel-lenfeindlichkeit wird durch den Slogan ebenfalls
    • 9796Bildquelle:www.football-wallpapers.com/wallpapers/rooney_2_1600x1200.jpgHintergründeDenotationen derikonischen NachrichtKonnotationen derikonischen NachrichtZeichen / WS / Identität und Design / Sommersemester 2010 / 07.04.2010 bis 14.07.2010impliziert : „Nicht denken, sondern handeln!“ Folg-lich sind Denker also Zauderer. Die „Praxis“ wirddadaurch emporgehoben, während reflektieren alsaltmodisch abgetan wird. Nicht nur im Sport, auchin der Gesellschaft geht es darum, zu Siegen undErfolg zu haben, so bildet sich eine Kette: „Fußballist Leben, Leben ist überleben, überleben ist Kampf,unser Kampf ist Fußball”. Der Slogan passt zur mar-tialischen ikonischen Botschaft, man denkt sofortan Kampf und aktive Gewalt. Gleichzeitig aber auchan passive Gewalt, an die Opferrolle. Die Konnotati-on von Sport als einem lustbetonten, gemeinsamenSpiel würde nicht zu Rooneys Image passen. Ebensowenig, wie alle Zivilisationskonnotationen, welchenicht (mehr) auf blutige Kämpfe und Auseinander-setzungen aus sind.Die Kampagne wurde zu Beginn der WM 2006 ge-schaltet, als noch unklar war, ob es zu gewalttätigenAktionen kommen würde. Könnte diese Kampag-ne nicht als Aufforderung an Hooligans gesehenwerden, besonders gewalttätig zu agieren? Zwarist es nicht zu größeren Gewaltausschreitungengekommen, aber es scheint, als hätten die Werberdazu beigetragen, eine Stimmung der Aggressionmitzukommunizieren.Der Slogan hat auch eine sehr profane Bedeutungs-ebene von “Just do it”: Wir produzieren Sportartikel– kauft sie! Der „swoosh” als Haken, erinnert an„etwas abhaken”, oder als gut befinden. Kommuni-ziert wird: man kann alles schaffen, wenn man nurwill. (Der Verweis zur liberalistischen Einstellungliegt auf der Hand.)Die Denotationen der ikonischen Nachricht: Zu se-hen ist ein Foto von Wayne Rooney, welcher rot undweiß bemalt ist und mit freiem Oberkörper posiert.Seine Arme sind vom Körper abgespreizt, beideHände zu Fäusten geballt. Sein Gesicht ist starkangespannt, der Mund zum Schreien geöffnet.Kopf und Körper bilden die Mittelachse des sym-metrischen Bildaufbaus. Die Oberkante der Armeliegt fast im Goldenen Schnitt. Der Hintergrund istweiß, das Format horizontal.Die Pose Rooneys in Verbindung mit seiner Körper-bemalung ist sehr auffällig: Sein Gesichtsausdruckvermittelt Brutalität, Rohheit, Aktivität, aber auchSchmerz, Leid und Passivität. Somit steckt er alsovoller Täter- und gleichzeitig auch Opferkonnota-tionen. Man denkt an Kreuzigung: das Kreuz istRooneys Körperstellung, sowie die rote Farbe aufseinem Oberkörper. Dies kann gedeutet werden alsTäter im Blutrausch, oder aber als Märtyrer, welchersich für das Gute opfert. Eine weitere Konnotationist die Englandflagge: Rooney wird also zum Nati-onalsymbol erhöht. Er „opfert” sich für England.Diese christusähnliche Opferrolle passt aber inSachen Versöhnung nicht auf Rooney, denn er stehtganz deutlich für Kampf. Er leidet für den Sieg undunterwirft seine Feinde.Seine Nacktheit vermittelt Wildheit, aber auchVerletzlichkeit, besonders in Kombination mit demroten Kreuz, dass Blut konnotiert. Rooneys Körperist somit also gezeichnet. Die weiße Farbe konno-tiert Schamanismus oder den Ritus: „Asche aufsHaupt“ (cinis caput spargere). Ob Nationalheld,Schamane oder Jesus: Rooney wird als Heiligerpräsentiert, er wird in die göttliche Ebene gehoben.Diese Heiligkeit überträgt sich auch auf die FirmaNike, welche nichteinmal mehr verweisen muss aufeine Internetadresse oder eine Schriftmarke, dennsie ist überall, sowie Gott überall ist und jeder weiß,wie und wo er sie (die Firma Nike) und ihre Kon-sumgüter findet.
    • 2009|
    • WintersemesterTexte für Designtheorie | S. 100 - 104Vom Produkt zum Prozess | S. 106 - 107Communicating with Signs | S. 108 - 109|2010
    • Texte für Design-TheorieIn diesem Seminar wurden designtheoretischrelevante Texte analysiert.Beispiel: Otl Aicher, die Welt als Entwurf
    • 101100Texte für Design-Theorie / WS / Designtheorie und -geschichte / Wintersemester 2009/10 / 14.10.2009 bis 10.02.2010Mitte der 1970er Jahre reist Otl Aicher nach Mos-kau um Fragen für die Olympischen Spiele mit denVerantwortlichen zu besprechen. Aicher schlägt vor,die Pionierbauten des russischen Konstruktivismuszu renovieren, da der Westen großes Interesse dar-an hat. Dafür erntet er jedoch großes Unverständ-nis, obschon Chruschtschow den ZuckerbäckerstilStalins als verschwenderisch, pompös und überla-den kritisierte, blieb man dennoch dem Realismusund Naturalismus verhaftet und weiterhin blieb diekonstruktivistische Archiketur nahezu versteckt.Wie war es denn in der Stalinära möglich, diesenseltsamen Gegensatz herzustellen:Den aufgeblähten, schwülstigen Zuckerbäckerstilzu verherrlichen und zur gleichen Zeit die konsturk-tivistische Architektur, welche sich an Technik undindustrieller Fertigung orientiert hatte, was denGrundwerten des Sozialismus in Bezug auf Huma-nisierung der Technik und Industrie nahekam, zuverbieten? Obwohl Moskau als eine der Metropolen,neben Berlin und New York, die Entwicklung desKonstruktivismus massgeblich prägte, waren esdie russischen Architekten selbst, die ihre modernausge- richteten Ansätze vergaßen:(Zitat S.16 und 17: „Was war geschehen? ... dessenman sich bediente.“)Die Zeit der russischen Revolution hat die rus-sische Bevölkerung anscheinend so sehr belastet,dass der Staat es für sinnvoll hielt, eine Kunst an-zubieten, welche Gefallen finden würde bei einembreiten Spektrum der Menschen - eine Kunst desPrunkes, Goldes, des Glanzes, des Überflusses undder Übermacht (des Staates). (Zitat S. 18: „Das Volkbraucht, glaubt man, Anbetung.“)Dieses Verhältnis des Überflusses lässt sich auchauf die heutige Zeit übertragen, in der Nachkriegs-zeit, die Studentenbewegung der 1960er Jahre unddie Sozialbewegungen vorüber scheinen und wir ineiner Welt Leben, in der die einzige Sorge der Men-schen, die Sorge um das Styling und die Schönheit,die äu- ßere Erscheinung, vorrangig ins alltäglicheBewusstsein der Menschen tritt.Als einer der Gründe für diese Auffassung könntedie Tatsache dienen, dass es, ganz im Gegensatz zurKunst, welche zu Zeiten der Naturschönheit, ergoder Romantik, den Begriff des Kunsthistorikerserfand, keinen Beruf des Theoretikers und Histori-kers in Bezug auf Design oder Technik gibt, welcherdie Thematik Design und Technik analytisch be-gleitet. (1991 wohl gemerkt). (Zitat S.19:„Es erweistsich ... etwas anderes als Religion.“)Aicher erklärt hier seinen Ansatz des Design nachGebrauch. Design bezieht sich seiner Sicht nach aufSachverhalte, welche sich stets ändern und somitimmer einer dynamischen und dem Sachverhaltentsprechenden und optimal angepassten Gestal-tung bedürfen.Anbei: hier wäre interessant den Begriff des nonintentional design zu erläutern. Legt allein der Ge-stalter den Gebrauch fest?Er erklärt weiterhin, dass Design heutzutage(1991) zur angewandten Kunst abgedriftet ist undsieht in der Postmoderne eine religionsartige My-thosorientierung (in der Architektur: weg von denZielen der Moderne hin zu Erinnerung, Traditionund geschichtlichen Verweisen). (Zitat S. 19: „DerRückfall Mussolinis vom Futurismus in die Archi-tektur des alten Rom ist der Weg des Mythos...“)Aicher erläutert weiterführend, dass Design zubegründen ist, im Gegensatz zum Mythos. EinStuhl, auf dem man nicht sitzen kann ist schlechtesDesign, obschon er als Kunstwerk gelten könnte. Erspricht sich ganz klar gegen die Vermischung vonKunst und Design aus und erwähnt an späterer Stel-le (Zitat S. 23: „Kunst in untauglich ür zweckgerchte-te Entwurfsarbeit. Sie stört sie nur.“ S. 131:„Kunst istwertfrei. Kunst ist sinn- los.“ S. 24:„Kunst ist Syntaxohne ... von postmoderner Qualität.“)In zahlreichen Beispielen erläutert Aicher, wie diefälschliche Vermischung von Kunst und Design inihren Ergebnissen nichts weiter bietet als nahezuunbrauchbare Gegenstände für eine angeblich elitä-re Gesell- schaftsklasse. Bildhaft wird dies anhandvon dem Eßbesteck von Ferruccio Laviani (1987)und dem von Aldo Rossi entworfenen Wasserkessel(1984) beschrieben.(Zitat S. 116: „Dieser Tage ist wohl das erste Essbe-steck ... das ist jetzt drin im Gehirn.“)Aus der Sicht Aichers hat besonders der Staat großesInteresse daran, Design nicht mit der Lösung men-
    • schgemachter Probleme, wie der Umweltverseu-chung (FCKW, Waldsterben, Ozonloch, Giftmüll,...)zu betreuen, sondern ihm anstelle dessen nur dieVerschnörkelung und das Styling von (nutzlosen)Produkten mit dem einzigen Ziel der Profitsteige-rung und erhöhtem Konsum zu überlassen.Auch in Hinsicht auf das Subventionsprinzip desStaates für Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschafts-politik sieht Aicher eine enorme Ungerechtigkeit, daman zwar nicht von Einschränkung durch den Staatim direkt repressiven Weg sprechen kann, der Staatjedoch über die Finanzierungsverteilung entschei-det und somit in der höchsten Position des Lenkensund Planens ist. (Zitat S. 26: „Der Staat hat ... durchnoch schöneren Konsum.“)Es werden heute mehr Museen als jemals sonstgebaut, erklärt Aicher und setzt dies in Bezug aufdie der Postmoderne so willkommenen Verweiseauf Tradition, Historismus, Klassizismus und desgewollten Bewusstwerdens der Bevölkerung - be-wusst in der Hinsicht, dass es etwas Höheres, etwasUnfassbares, gar etwas Symbolhaftes gibt.Der Begriff des Symbols wird erläutert, als eineBezeichnung für alles Irrationale, alles Metaphysi-sche. Also für alles, das sich dem bloßen Verstän-dis entzieht und auf eine höhere Idee, jenseits vonWahrheit verweist. Die Römer begannen, Dingesymbolträchtig zu beladen, nachdem sie Tempelund Säulen bei den Griechen abgeschaut hatten,um sich ein Gefühl der Erhabenheit zu schaffen,da man sich gern als gebildet gab. Tempel, welchenach griechischer Betrachtung an religionsrelevan-ten Orten stehen sollten und sei es mitten im Ge-birge fanden nun bei den Römern ihren Weg in dieStädte, ans Ende einer zentralen Strasse oder Allee,um auf die römische Allmacht zu verweisen.Symbole verwischen nach Aichers Auffassung denBlick auf die Wahrheit - da alles emporgehoben wer-den muss und glorifiziert wird, ist es nicht möglichdas Tatsächliche afuzuzeigen.(Zitat S. 28: „Jeder Herrscher kann bei einem Denk-mal nur auf einem Pferd sitzen. Es gibt keinen, derauf einem Esel säße.“) Das Symbol versucht, dasWirkliche zu tarnen und von Missständen abzuken-ken:(Zitat S. 30:„Der Klassenkampf ... einer neoklassizis-tischen Architektur.“) Er erwähnt, dass die großenKon- zerne, Unternehmen, Banken und Verische-rungsgesellschaften sich opulente Kunstsammlun-gen zulegen - wiedrum als Symbol für Wohlstand.(Zitat S. 31: „Religion war einmal ... des nicht Abzu-bildenden.“)Symbolik ist an die Stelle der Herrschaft getre-ten, sie diktiert den Menschen, was man zu kaufenund zu haben hat. (Zitat S. 33: „Wir kaufen die Dingenicht mehr wegen ihres Aussehens, wegen ihrerForm, wir kaufen sie als Symbol.“)Hierbei grenzt er jedoch sehr strikt das Zeichen alsÄquivalent zu einem Sachverhalt ab, im Gegensatzzum glorifizierenden Symbol.Gegensätzlich dazu tritt die Zerstörung derSymbole (laut Aicher seit Woodstock - S.33). Da-bei erläutert Aicher anhand einer Metapher einesBühnenaufbaus von Gestänge und Scheinwerfern,bei denen das Licht nicht mehr symbolträchtigerSchein ist, sondern technisch erzeugt und manjede Schraube und jedes Detail sehen darf- nichtsist versteckt. (Zitat S. 34:„ Seit es den Strahler gibt ...davongetragen.“)Laut Aicher stehen wir auf der schwierigstenEbende aller Existenzen: wir brauchen nicht mehrzu arbei- ten, nicht mehr zu denken, nichts mehr zumachen (im Sinne von herstellen), wir sind frei (S.35). Jedoch wollen wir uns ein Stück der Selbstbe-stimmung erhalten und beziehen diese auf unsereäußere Erscheinung. (Zitat S. 36:„ Die Ästhetik heuteist der Ausweis, zu welcher Klasse man gehört.“)Am Beispiel eines Fußballtrainers und dessen Klei-dung (Sakko, Bügelfaltenhose, Halbschuhe, alsoder vollkomme Gegensatz zu den Spielertrikotsund Sportsachen), erläutert Aicher die Ähnlich-keit zu barocken Perücken, und der Verdammniszur Untätigkeit durch diese nahezu funktionsloseKleidungsart. (Zitat S. 38: „Früher hieß es ... Begrün-dung erhaben ist.“)Die erste Moderne stellt für Aicher die Mitte des 19Jh. dar, als Joseph Paxton seinen Kristallpalast fürdie erste Weltausstellung in London 1851errichtete.Bei dieser Art von Architektur bestimmte das Mate-
    • 103102rial (hier Glas und Eisenskelettkonstruktionen) dieForm des Baus. Es gab keine übergeordnete Ästhe-tik, der es zu folgen galt, das Bauen war ingeniösund somit technisch orientiert und entwickeltedadurch eine eigene Ästhetik. Es gab jedoch bereits1824 in Paris reine Eisenkonstruktionen, reineIngenieurbauten (S. 43), wie die Markthalle beider Madeleine oder der Hungerford Fischmarkt inLondon von 1835. Eine Fülle von weiteren weiterenherausragenden Eisenbauten reiht sich ein in dieArchitekturgeschichte der Mitte des 19.Jh.Annäherdkritiklos wurde der Kristallpalast Paxtons bestaunt- ganz im Gegensatz zum 1889 für die Weltausstel-lung erbauten Eiffelturm. Wie war dies möglich?Denn schließlich schien die Architektur der Eisen-konstruktion nicht allgemein auf Ablehnung zu sto-ßen. Die Erklärung ist denkbar einfach: Markt- undMessehallen, Brücken sowie jedwede weitere Formvon Profangebäuden hatte nichts Kulturelles inne,sie waren zweckgerichtet und funktional. (Zitat S.44„Die Kunst und Kultur war im Geistigen ange-siedelt. Erst durch diese Ablenkung war die Geburteiner neuen Archtektur möglich.“)Doch laut verbreiteter Lehrmeinung ist es erstmit Peter Behrens‘ und Walter Gropius‘ Schaffender Beginn der Moderne gegeben. Aicher klärtdieses Missverständnis auf, indem er erläutert, dassBehrens und Gropius es waren, welche die Bauprin-zipien des ingeniösen Bauens in die Welt der Kunstund Kultur übertragen haben. RückschrittlicherWeise stand nun wieder die Kunst, bzw. die Ästhetikam Anfang des Bauens. Es sind nicht mehr Technikund Material, welche die Form aus ihrem Gebrauchentwickeln,sondern die Überordnung des künstle-rischen Ansatzes. (Zitat S. 49„Ästhetische Werte ...Winkel zu gelb.“) Es wurde nicht mehr nach Funk-tion gebaut, sondern nach künstlerischem Ideal.Kreis, Dreieick und Quadrat, als grundlegende Vor-gabe der Konstruktion in der Maschinenwelt wur-den formgebend, auch wenn der Gebrauch darunterzu leiden hatte. Es gab jedoch auch Architekten,welche der Arbeiterbewegung nahestanden und so-ziale, sowie ökonomische und funktionale Aspektein den Vor- dergrund stellten, wie zum Beispiel ElLissitzky (Frankfurter Küche), Mart Stam oder Han-nes Mayer (Zitat S. 92 „Hannes Mayer musste ... dergesellschaftlichen Organisation.“)Den Beginn der dritten Moderne bereitet nachAicher das Wohnhaus von Ray und Charles Eames.Seiner Auffassung nach ist dieses 1949 errichtete,gebrauchsorientierte Wohnhaus, welches einemAtlier ähnelt und keinerlei Unterscheidung vonKultur und Alltag duldet, der Anfang einer durch-dachten Architektur. Aicher verehrt Eames alsersten nicht ideologischen Designer der Moderneund dessen Gestaltungsansatz aus der Ergonomieheraus für Eames‘ Sessel und Stühle. An spätererStelle erwähnt Aicher, dass Ergonomie zum erstenAnsatz der Gestaltung gehören sollte und wider-spricht seines vorangegangenen Textes im Sinnedes Taylorismus, welcher die Ergonomie als reineProfitsteigerung durch Arbeitszeitoptimieurng ver-steht. Aicher wollte Ergonomie mit Sicherheit nichtals diese verstanden wissen.Aicher zeichnet ein Bild des Aufsichtsstaates(Zitat S. 101:„Noch nie ... Bewohner seiner Straße.“),prangert Bürokratie an und verweist aber auch aufdie Aufgabe (im Sinne von aufgeben) der persönli-chen Freiheit um einen Platz im Versorgungsstaatzu ergattern, der alle Risiken des Lebens absichert.Er erläutert anhand der Laufbahn eines Lehrlings,dass dieser bei Beginn seiner Ausblidung bereitsfragen darf, wie der Staat im Krankheitsfall, imAlter, Urlaub, bei Invalidität oder Arbeitslosigkeitdie volle Versorgung für ihn übernehmen wird. Dieswiederum bedingt, dass der Staat alle Vorgabendes Berufes bestimmt: Sicher- heitsbestimmungen,Arbeitszeit und sogar die Qualität der Ausbildung,bzw. des Berufes.Besonders missfällt ihm die Entwicklung derArchitekten von eigenständigen Büros hin zu Beam-ten, die er als Schergen des Staates bezeichnet unddie er als nahezu unmündlig ansieht, da sie jedwe-des Risiko des Lebens durch den Staat abgesichertwissen und das eigenständige Denken ebenso gutaufgeben können. Er bezieht Architektur auf denZustand des Staates und stellt fest, dass es ein gro-ßes heutiges Ziel scheint, den Funktionalismus zuüberwinden und sich an dem rein symbolträchtigenund somit von ihm verabscheuten Historismus zuTexte für Design-Theorie / WS / Designtheorie und -geschichte / Wintersemester 2009/10 / 14.10.2009 bis 10.02.2010
    • orientieren. Als Beispiel liefert er dafür einen Behör-denkomplex in Berlin von James Stirling, welcherin seinen Gebäuden die Grundrisse von einer Burg,einem Schloss, einer Kirche, einer griechischen Säu-lenhalle und eines Amphitheaters beherbergt.(Zitat S. 99:„Die sogenannte ... wenn es Erfolg habenkann.“) An letzer Stelle setzt Aicher seinen Text„diewelt als entwurf“ und erläutert seinen Eindruck derWelt. Für ihn ist die Welt weder ein vorgegebener,statischer Kosmos, so wie die Antike es sie sah,oder nur als kine- tisches und dynamisches Systemwie der Verhaltensforschung auf Grundlagen vonDarwin und Lamarck. Er sieht die Welt als Entwurf- (Zitat S. 185: „Als Entwurf, das heißt ... sich ihrfügen.“)Aicher betrachtet den Menschen als nicht mehrdirekt naturabhängig, der Mensch ist aus der Naturherausgetreten und muss sich der Verantwortungstellen, mit der er die Welt entwirf. Er erläutertweiterhin, dass Kant ein zusätzliches Prinzipeinführte, die Urteilskraft. Diese bezeichnet er alsreflektierend, als ein Prinzip, welches nicht mehrauf kausalen Schlussfolgerungen beruht. (Zitat S.189:„Die„reflektierende Urteilskraft“ will nicht dieUrsachen der Dinge erfassen, sondern ihren Zweck,das, wozu sie gut sind.“) Nicht mehr das Vernunft-prinzip ist vorherrschend, sondern die Zweckmä-ßigkeit der Dinge. Als Kriterium für diese stellt Kantnoch nicht den Gebrauch, sondern eine Idee, auf diehin eine Sache angelegt ist - ihre Finalität. Aicherverdeutlicht, dass erst im 20.Jh. der Begriff des Ge-brauchs als einer der zentralen Begriffe der Philoso-phie erhoben wird. (heute wird er fälschlicher Weiseersetzt durch „Verbrauch“).Literaturquelle:Otl Aicher: die welt als entwurfBildquelle:http://www.ulm.de/sixcms/media.php/123/Otl%20Aicher.jpg
    • 105104
    • Products towards Processes • Service Design • Prof. Birgit Mager Nicole Höhna, André Sheydin, Géraldine Limbach, Jaco RygullaDetergent Service Conceptcts towards Processes • Service Design • Prof. Birgit Magera, André Sheydin, Géraldine Limbach, Jaco Rygulla, Ziv Feldman
    • a, Ziv Feldman107106Vom Produkt zum ProzessMiele ist tradionell ein Hersteller vonhochwertigen Produktenim Bereich der „weissen Ware“. Jedoch ist das Produkt immernur ein Teil der idealen Lösung für den Nutzer - der Prozess istvon entscheidender Bedeutung. So beim Wäschewaschen.Vom Produkt zum Prozess / KP / Service Design / Wintersemester 2009/10 / 16.11.2009 bis 20.11.2009In dem kurzfristigen Projekt „Vom Produkt zumProzess“ wurde mit der Firma Miele kooperiert.Angestrebtes Ziel war ein innovativer Service für dasUnternehmen, welcher eine verstärkte Kundenbin-dung bieten sollte.Der Projektwoche war ein umfassendes Re-searchprogramm des sedes research Forschungs-zentrum für Service Design vorangegangen. Eswurden „Waschtagebücher“ von Mielemitarbeiterngeführt, deren Auswertungen maßgeblich in dieProjektarbeit einbezogen wurden.Die Aufbewahrung der Wäsche und der allge-meine Umgang der Wäschepflege wurde analysiertund Personas wurden zusammengestellt. Wirbegannen, unterschiedliche Konzepte zu entwick-len und unterteilten diese in verschiedene Bereiche,wie: die Aufbewahrung von Wäsche, Waschmittel,Interfaces Waschmaschinen, Waschsalons, und denpoint of sale.Meine Projektgruppe befasste sich mit Wasch-mittel, dem Produkt Waschmaschine an sich unddem möglichen Interface an der Waschmaschine.Wir erweiterten die ersten Konzepte in diesemThemenfeld und entwickelten einen Service, wel-cher das Waschmittel in größeren Mengen direktzum Kunden nach Hause liefert. Die Besonderheitdes Service liegt darin, dass das Interface auf derWaschmaschine mit einem WLAN- Router verbun-den ist, und die Maschine somit stets den Kundeninformiert über den derzeitgen Waschgang, wievielWaschmittel sich noch in der Maschine befindetund was die Maschine an Strom und Wasser ver-braucht. Nach unserem Konzept befindet sich in derMaschine ein Tank für Waschmittel, welcher nichtwie üblich bei jeder Wäsche befüllt werden muss. Erfasst ein größeres Volumen und muss im Vergleichzur konventionellen Art nur selten (je nach Anzahlder Waschgänge) wiederaufgefüllt werden. Zusätz-lich kann man auch den Duft der Wäsche bei Bedarfindividuell zusammenstellen durch ein Ampullen-system. Die Maschine reguliert den Waschmittel-und Wasserverbauch durch das Gewicht der in derTrommel befindlichen Wäsche.
    • 109108Communicatingwith SignsMy generation, my heritage?Communicating with Signs / KP / Identität und Design / Wintersemester 2009/10 / 19.10.2009 bis 30.10.2009In dem kurzfristigen Projekt „Communicating with Signs“ wurdebildliche Zeichensprache thematisiert. Aufgabe war es, eine odermehrere Seiten DIN A4 ohne Typografie oder Zahlen in schwarz/weißso zu gestaten, dass es einem Außenstehenden möglich ist, die Bot-schaft dieses Plakates nachzuvollziehen. Die Ergebnisse des Projekteswerden an die australische Partnerhochschule der KISD gefaxt undvon den Studierenden interpretiert- ein Kooperationsprojekt.Zwei Themen standen jedem Projektteilnehmer zur Wahl: mygeneration, my heritage oder how I spend my money during the week.Ich entschied mich für ersteres und begann mich mit diesen Begriffen„Generation“ und „Erbe“ auf unterschiedliche Weise auseinander-zusetzen. Da dieses Thema eine Vielfalt an Interpretationspotentialbesitzt, versuchte ich etwas Spezifisches für „meine Generation“herauszufinden.Über einige Umwege entschied ich mich, mein „Erbe“ in Formmeines familiären Ursprunges zu visualisieren, doch ganz eindeutigwurde dies auf australischer Seite nicht interpretiert.
    • Sommersemester2009Katastrophen-Design | S. 112 - 113Toolbox Ökodesign | S. 114 - 115love me fender | S. 116 - 117
    • Gegenstand der Präsentation war, im Gegensatz zuden meisten anderen Vorträgen, weniger die Kom-munikation um ein bestimmtes Katastrophen-Bild,sondern vielmehr die Klima-Katastrophe an sich.Der Grund hierfür ist, dass die Klima-Katastrophekein punktuelles Ereignis ist, das in einem Bild ein-gefangen werden konnte, sondern sich vielmehr übereinen langen Prozess hinzieht.Katastrophen-Design
    • 113112Katastrophen-Design / WS / Geschlechterverhältnis im Design / Sommersemester 2009 / 22.04.2009 bis 15.07.2009Der Ausdruck„Klima-Katastrophe“ kam erst in den70er Jahren durch verschiedene Ökologie-Bewe-gungen auf. Das Thema an sich allerdings bestandschon seit der Industrialisierung. Mit der Globa-lisierung wuchs auch das Verständnis der Klima-Katastrophe, da diese nun ganzheitlich betrachtetwerden konnte, und weniger als lokales Problem.Hier wurde auch das Thema Verantwortlichkeit undNachhaltigkeit im Kontext der Umwelt in armenund reichen Ländern diskutiert. Aus wirtschaftli-chen Gründen heraus ist es für finanzstärkere Men-schen einfacher, sich umweltbewusst zu verhalten,da sie nicht auf bestimmte Ressourcen angewiesensind. Um die Klima-Katastrophe zu kontrollieren,wäre somit ein aufsteigen der Menschen in derSchicht notwendig.Da die Klima-Katastrophe kein bereits eingetrete-nes Ereignis ist, sondern vielmehr ein Zukunftssze-nario, lassen sich nur grobe Prognosen aufstellen,deren Glaubwürdigkeit stark umstritten ist. Es gibtkeine klaren Beweise für oder gegen die bevorste-hende Klima-Katastrophe, da die Aufzeichnungenüber Klimaveränderungen erst recht spät in Relati-on zur Weltgeschichte begannen. Dieser Umstandsorgte für rege Diskussionen, was Wissenschaft-lichkeit bedeutet. Zentrale Frage hierbei war, ob essinnvoller ist, ohne Beweise von der These oder derAntithese auszugehen. Obwohl oder gerade weil dieKatastrophe nicht beweisbar ist, ist sie in unsererGesellschaft ständig ein Thema – oder auch eineBedrohung.Ein Punkt, der stark zur Diskussion führte, wardie Manipulation – nicht nur durch Bilder, son-dern auch durch Statistiken und Diagramme. Einfotografisches Beispiel ist der Eisbär auf einerschmelzenden Eisscholle, der beim Menschen star-ke, beschützende Emotionen auslöst – allerdingshierbei unterschlagen wird, dass Eisbären in derLage sind, über mehrere Kilometer zu schwimmen.Ein grafisches Beispiel für Manipulation ist eineInformationsgrafik, in der die Klimaerwärmung ineinem kurzen Zeitabschnitt dargestellt wird.Wichtiger Diskussionspunkt war, ob der Mensch dieKlima-Katastrophe verursacht hat. Einige Ethikersind der Meinung, dass der Mensch, genau wie alleanderen Lebensformen, eine Daseinsberechtigunghat und keine Schuld am Lauf der Welt trägt. VieleMenschen gehen allerdings davon aus, dass sie dieKlimaveränderungen verursachen – was den Men-schen als schuldhaft darstellt. Das Bedürfnis desMenschen nach Kontrolle und Sicherheit könnteUrsache dafür sein, dass er von der Schuld an derKatastrophe – und somit der daraus resultierendenKontrollierbarkeit – ausgeht. Statistiken stellenWerte häufig so dar, dass sie einen Normalwert sug-gerieren. Hier stellte sich allerdings die Frage, obes etwas wie einen Normalwert gibt und woran sichdieser festmachen würde. Dieser Aspekt spiegelt dieTatsache wider, dass sich der Mensch als Mittel-punkt versteht und sich die Welt unterordnen will.Die Klima-Katastrophe ManipulationEthik und EgozentrikWissenschaftlichkeitBildquelle:http://klimagipfel.greenpeace.de/wp-content/uploads/2009/11/neuer-gletscher.jpg
    • But here we go again. There are leftovers andno garbage incineration plant can get rid ofthem. Because it is not their fault that thereare toxic left overs, but the fault of those thatcreated the former products regarding theneed for a fitting into the ordinary system.At this point the designer comes back intothis story. He or she should be the person thatuses materials that do not turn into toxicsafter usage, who is able to convince compa-nies to work cradle to cradle to gain betterreputation, save money that is normally usedfor problematic waste disposal an e.g. sustain-able customer loyalty. I know that this soundsutopistic. But it is about designing newprocesses instead of dull patches, an ideal ofworking as a designer to create a great andseriously innovative product, not a productthat is less bad than others.
    • 115114Toolbox ÖkodesignEine toolbox, einen Werkzeugkasten mit Hilfe-stellungen zum Thema nachhaltiges Design fürweitere Bereiche des Design zu entwicklen, warInhalt dieses kurzfristigen Projektes.Die Reichweite von nachhaltigem Design zu vergrö-ßern, es auf unterschiedliche Bereiche der Gestal-tung hin auszudehnen und dem/ der DesignerIneine Hilfestellung geben, wenn nachhaltig gestaltetwerden soll, wurde im kurzfristigen Projekt „tool-box Ökodesign“ zum Ziel gesetzt.Zwar gibt es auch heute schon ein großes Ange-bot an nachhaltig gestalteten Produkten, doch sinddiese oft sehr teuer oder wenig äußerlich anspre-chend. Um diesem Missstand entgegenzuwirkenund auf spielerische, aber effektive Weise den De-signer stets an die Aspekte zu erinnern, welche zunachhaltiger Gestaltung gehören, befasste ich michmit meiner Projektgruppenpartnerin ausführlichmit dem Thema Nachhaltigkeit.Dieser Begriff setzt sich wiederum zusammenaus den Begriffen Ökonomie, Ökologie und sozialeGerechtigkeit. In Anbetracht der Tatsache, dass fastkein Produkt absolut nachhaltig gestaltet werdenkann, da die Erfüllung aller Nachhaltigkeitskriteri-en nicht nur ausschließlich vom Designer, sondernvom gesamten Unternehmen abhängt, legten wirunser Hauptaugenmerk auf Produkte des täglichenBedarfs. Nahezu jeder hat schon einmal auf einemBürostuhl gesessen, sich die Hände gewaschen, sichGedanken bei der allmorgentlichen Wahl seinerKleidung gemacht.Doch was sich dahinter alles verbirgt, welcheProduktions- und Recyclingprozesse diese Alltags-gegenstände hinter und vor sich haben, bevor, odernachdem wir sie gebrauchen bleibt uns meistensverborgen. Woher stammen all die Kunststoffe, Me-talle und Hölzer dafür? Was wird aus ihnen, wennwir „mit einem Produkt fertig sind“? Dies ist denProdukten kaum oder gar nicht anzusehen. Und sohalten sich Schadstoffe, gesundheitsgefährdendeChemikalien und giftige Emissionen im Verborge-nen, welche bei der Produktion und des Recyclings(wenn es denn stattfindet) entstehen. Um dieszu ändern und in den Köpfen der Menschen (so-wohl der Gestalter, aber nicht ausschließlich) einBewusstsein für diese Problematik entstehen zulassen, gestalteten wir „shift“. Ob sie in Designma-gazinen oder wissenschaftlicher Lektüre, vielleichtaber auch in der Kneipe nebenan oder im Warte-zimmer der Arztpraxis ausliegen: Interesse sollensie wecken.Von der Vorderseite erweckt diese Kleinserie vonPostkarten einen gewöhnlichen Eindruck - sobaldman jedoch die überstehende Lasche aufreißt, stelltman fest, dass diese obsoleten Produkte nun beiaufgeklappter Lasche einer Grabsteininschrift äh-neln. Auf der Rückseite ist die nachhaltig designteAlternative zu sehen und weitere Informationenzum Produkt und dem Thema Nachhaltigkeit wer-den angeboten. Durch das beidseite, jedoch gegen-sätzliche Layout soll der Unterschied beider Produk-te hier zusätzlichverdeutlicht werden.Im Rahmen des Projektes unternahmen wir eineExkursion zur Müllverbrennungsanlage AVG KölnNiehl, was spannende Ansatzpunkte für „tool- boxÖkodesign“ lieferte.Toolbox Ökodesign / KP / Ökologie und Design / Sommersemester 2009 / 15.06.2009 bis 26.06.2009
    • love me fenderDas mittelfrsitige Projekt „love me fender“ war sehrexperimentell ausgerichtet. Es galt, die unterschiedli-chen Funktionsprizipien von Klang, Harmonie, Reso-nanz und Stimmfähigkeit im Bezug auf den Bau eineseinfachen Instrumentes anzuwenden.
    • 117116love me fender / MP / Produktionstechnologie / Sommersemester 2009 / 21.04.2009 bis 28.05.2009Saiteninstrumente sollten hergestellt werden, wel-che stimmbar sind und laut genug, um„unplugged“auch hörbar zu sein. Da Experimentieren mit demBaumaterial und dem daraus resultierenden Klanggefordert wurden, war es unerwünscht, eine Gitarreoder ähnliche Saiteninstrumente zu kopieren ineinfacher Bauart. Neue Wege der Ton- und Klanger-zeugung sollten beschritten werden: Man musstedas Prizip verschiedener Saiteninstrumente erstnachvollziehen können, um danach selbst ein Sai-teninstrument zu bauen.Nach der Fertigstellung des/ der Instrumente/swurden ebendiese auch innerhalb des Projektzeit-raumens im Rahmen von Proben bespielt, um amEnde des Projektes ein experimentelles „Konzert“aufzuführen.Recht schnell wurde jedoch deutlich, dass ein sol-ches Instrument, selbst auf einem simplen Niveau,schwierig zu konzipieren ist. Die Voraussetzungen:Stimmbarkeit, deutlich hörbare Lautstärke (alsoResonanz) und die Möglichkeit, verschiedene Tönezu erzeugen, welche sich in Harmonien zusammen-fügen sollen. Um all dies zu erfüllen, musste eineMenge experimentiert werden – mit Material für dieResonanzkörper und Befestigungssystemen, mitSaiten, mit Stimmmechanismen, also: Klangerzeu-gung. Wie würde der optimale Klangkörper ausse-hen? Welche Stabilität muss er besitzen? WievieleTöne werden darauf spielbar sein? Wie funktioniertResonanz? Wodurch genau entstehen Töne eigent-lich? Was bedeutet Harmonie? Ist diese immerfortwährend gleich, oder gibt es kulturelle Unter-schiede der Auffassung von Harmonien?Zu Beginn des Projektes sammelte ich Ideen fürmein Instrument: insgesamt zwölf ganze und halbeTöne spielen zu können, was ich erreichen wollte,da dies auch die gängige Tonalität eines Klavie-res (hierbei in mehrfacher Ausführung aufgrundder vielen Oktaven) ist und ich das Klavierspielenbeherrsche. Im großen Maße ist auch das Klavier(und auch der Flügel) ein Saiteninstrument, da dieTonerzeugung durch das Anschlagen von Saiten mitfilzbezogenen Hämmerchen, welche durch Tasten-anschlag betätigt werden, hervorgerufen wird.Durch diesen Ansatz baute ich aus einer Fahr-radfelge, Bremsleitungsschrauben, Metallsaitenund einer parabolisch gebogenen Polystyrolscheibeein Instrument, welches klanglich enorm einerGitarre gleicht.
    • 2008|
    • WintersemesterSweets 2009 | S. 120 - 123Mit freundlichen Grüßen | S. 124 - 127|2009
    • 121120Sweets 2009Für die Internationale Süßwarenmesse (ISM) wurdenverschiedene Konzepte rund um das Thema „NeueDarreichungsformen im Süßwarensektor“ im Rahmeneines Kooperationsprojektes der Kölner InternationalSchool of Design und der koelnmesse entwickelt.Eines davon sind die „sweet sheep“.Sweets 2009 / MP / Design Konzepte / Wintersemester 2008/09 / 09.12.2008 bis 12.02.2009In diesem Projekt wurden Süßwaren im Hinblick auf Darreichung,Verpackung, sowie Konzepte rund um den Bio-Süßwarenmarktder Zukunft thematisiert. Die realistische Serienproduktion fürindustrielle und weitere kommerzielle Zwecke nach diesem Projektwaren nicht die Hauptkriterien während der Konzeptgestaltungder verschiedenen Produkte. Dadurch ergaben sich Freiräume derGestaltung der Produkte.Ziel war es, möglichst realistische Mock-Ups zu erarbeiten, welcheauf der ISM auf einem separaten Stand der Öffentlichkeit präsen-tiert wurden. Dieser Stand sollte Anregungen bieten, das ThemaSüßwaren aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, jenseits derEinschränkungen von Produktionsmöglichkeiten.Die Idee hinter „sweet sheep“ ist ein spielerischer Umgang beimVerzehr durch alle Altersstufen. Man beißt in Zuckerwatte gehüll-ten Weingummischafen den Kopf ab und im Anschluss fließt einesirupartige Füllung aus dem kleinen Körper. Ein kleiner Einflussvon animalischer Handlung im sonst so braven und niedlichenSüßwaren-Milieu.
    • 123122Linkes Bild:Modell auf demMessestand
    • 125124Mit freundlichen GrüßenGiveaways für die Köln International School of Design!Mit freundlichen Grüßen / MP / Design Konzepte / Wintersemester 2008/09 /14.10.2008 bis 04.12.2008In diesem mittelfristigen Projekt war es Ziel, in verschiedenen Gruppengiveaways für die Köln International School of Design zu konzipieren.Die drei Kerzen beziehen sich mit ihrer unterschiedlichen Größe auf dieProjekte – kurz-, mittel- und langfristig – an der KISD und sind in einerPräsentationsbox verpackt. Da Kerzenlicht oft eine sanfte und warmeAtmosphäre schafft, betont es somit auch die warme und familiäreAtmosphäre an der KISD, welche man unter den Studenten und denProfessoren vorfindet.Aus einer Vielzahl von Skizzen und Ideen entwickelte sich das Kon-zept von KISDlight schrittweise: Die erste Idee der Kerze als Symbolikder Veränderung und Erleuchtung im Rahmen des Semesterthemas„Timemaschine“ entstand am 30. Oktober 2008 als Skizze einer Kerze,welche als vollkommen ungenaue Zeitmaschine zu verstehen ist. DieAufteilung in drei Kerzen im Zusammenhang mit der Projektlänge botsich daher idealerweise an.
    • 127126Mit freundlichen Grüßen / MP / Design Konzepte / Wintersemester 2008/09 /14.10.2008 bis 04.12.2008
    • Stand: November 2012