Der Diskurs um die Schädlichkeit von Drogen am Beispiel von Kokain und Marijuana
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Um zu verstehen wie bestimmte Drogen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, ist es auf der einen Seite erforderlich deren Wirkung auf den Körper zu verstehen um objektive Risikoeinschätzungen ...

Um zu verstehen wie bestimmte Drogen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, ist es auf der einen Seite erforderlich deren Wirkung auf den Körper zu verstehen um objektive Risikoeinschätzungen vorzunehmen... http://www.drogen.in/

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Der Diskurs um die Schädlichkeit von Drogen am Beispiel von Kokain und Marijuana Der Diskurs um die Schädlichkeit von Drogen am Beispiel von Kokain und Marijuana Document Transcript

  • Der Diskurs um die Schädlichkeit von Drogen am Beispiel von Kokain und Marijuana Um zu verstehen wie bestimmte Drogen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, ist es auf der einen Seite erforderlich deren Wirkung auf den Körper zu verstehen um objektive Risikoeinschätzungen vorzunehmen. Und auf der anderen Seite das wahrgenommene Suchtrisiko, welches unter anderem durch Medien wie Filme und Nachrichten stark transportiert wird. Im Folgenden werden zwei beliebte Drogen, Kokain und Marijuana exemplarisch untersucht, die sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten unterschiedlicher Beliebtheit erfreuen. Kokain – was ist das? Kokain ist ein Stimulansmittel aus den Blättern der Koka-Pflanze in Südamerika. Es produziert kurzfristige Euphorie, Energie und Geschwätzigkeit neben potenziell gefährlichen physikalischen Effekten wie Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Wie wird Kokain verwendet? Die Pulverform von Kokain wird häufig entweder durch die Nase inhaliert („geschnupft“), wo sie durch die Nasengewebe absorbiert wird oder in Wasser gelöst und in die Blutbahn injiziert. Crack ist eine Form von Kokain, die verarbeitet wurde, um einen Kristall zu erstellen, der geraucht werden kann. Der Kristall wird erhitzt, um Dämpfe, die durch die Lungen in den Blutstrom absorbiert werden, zu produzieren. Der Begriff "Crack" bezieht sich auf das Knistern beim Erhitzen der Kristalle. Die Intensität und Dauer der Wirkung von Kokain hängt davon ab, wie es verabreicht wird. Durch Injizieren oder Rauchen von Kokain gelangt der Wirkstoff schnell in den Blutkreislauf und das Gehirn. Das wird in der Regel von schnelleren, stärkeren und
  • kürzeren Atemstößen und Schnauben begleitet. Die Wirkung (das sogenannte „High“) von Kokain kann 15 bis 30 Minuten dauern, das High mittels Rauchen dauert in der Regel nicht so lange und liegt zwischen 5 und 10 Minuten. Welche Auswirkungen hat der Kokainkonsum auf das Gehirn? Kokain stimuliert das zentrale Nervensystem, indem es den Neurotransmitter Dopamin im Gehirn, welcher das interne Belohnungssystem reguliert, verstärkt ausschütten lässt. Insbesondere ein Bereich im Mittelhirn, der Ventrale Tegmentalbereich (VTA), welcher Nervenendungen bis hin zum Nukleus Accumbens besitzt, wird besonders stark von Kokain beinflusst. Normalerweise wird Dopamin durch Neuronen in diesen Schaltungen als Reaktion auf positive Verstärker wie z.B. Essen oder Sex freigegeben und dann wieder zurück in die Zelle geschleust. Kokain verhindert, dass das Dopamin aus dem zurückgeführt wird, wodurch sich große Mengen davon an der Verbindungsstelle zwischen Nervenzellen (den Synapsen) aufbauen. Dadurch verstärkt sich das Signal von Dopamin und stört die normale Kommunikation der Nervenzellen im Gehirn. Es ist diese Flut von Dopamin, die das für Kokain charakteristische Rauschgefühl verursacht. Bei wiederholter Anwendung kann Kokain langfristige Veränderungen in Belohnungssystem des Gehirns als auch anderer Hirnsysteme verursachen. Zudem bauen sich Toleranzen auf - viele Kokainkonsumenten berichten, dass sie nie so viel Freude erreichen, wie bei ihrem ersten Konsum. Das kann in der Folge auch zu einer psychologischen Abhängigkeit führen. Was sind die anderen physischen Auswirkungen von Kokain? Kokain wirkt auf den Körper in einer Vielzahl von Möglichkeiten. Es verengt die Blutgefäße, erweitert die Pupillen, und erhöht die Körpertemperatur, Herzfrequenz und den Blutdruck. Es kann auch Kopfschmerzen und MagenDarm-Komplikationen wie Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen. Da Kokain weiterhin dazu neigt, den Appetit zu verringern, kann es bei Suchtgefährdeten zu einer chronischen Unterernährung kommen. In gravierenden Fällen des Missbrauchs kann es zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommen, die zum plötzlichen Tod führen können. KokainTodesfälle sind oft eine Folge des Herzstillstands, gefolgt vom Atemstopp. Suchtpotential von Kokain Um das High in ähnlicher Intensität zu erleben, tendieren Konsumenten dazu ein nachhaltiges Binge-Muster an den Tag zu legen. Das heißt, das sie Kokain wiederholt in immer kürzen Abständen in größeren Dosen einnehmen.
  • Diese Praxis kann leicht zur Sucht führen, eine chronisch rezidivierende Erkrankung, die durch Veränderungen im Gehirn verursacht und durch unkontrollierbare Drogensucht verstärkt wird. Soviel zu den Auswirkungen von Kokain auf den Körper. Wie steht es nun um Marihuana, eine gesellschaftlich akzeptiertere und scheinbar harmlosere Droge? Was ist Marihuana? Marihuana bezeichnet die getrockneten Blätter, Blüten, Stängel und Samen aus der Hanfpflanze Cannabis Sativa, die die psychoaktiven Halluzinogene enthält, das Delta-9- Tetrahydrocannabinol (besser bekannt als „THC“) sowie andere verwandte Verbindungen. Das Pflanzenmaterial kann auch in einem Harz, genannt Haschisch, oder eine klebrige schwarze Flüssigkeit namens Hash-Öl verdichtet werden. Marihuana ist Polizeiangaben zufolge die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Wie wird Marihuana verwendet? Marihuana wird in der Regel in handgerollten Zigaretten („Joints“ genannt) oder in Rohrleitungen oder Wasserpfeifen („Bongs“) geraucht. Es wird auch in Zigarren mit einer Mischung aus Marihuana und Tabak geraucht. Marihuana-Rauch hat einen stechenden und unverwechselbaren, in der Regel süß-säuerlichen, Geruch. Marihuana kann auch in Essen, häufig Backwaren, gemischt oder als Tee gebraut werden. Der Effekt kann bis zu drei Stunden dauern, aber dauert in der Regel eine Stunde an. Welche Auswirkungen hat der Marihuanakonsum auf das Gehirn? Wenn Marihuana geraucht wird, gelangt THC über den Sauerstoffaustausch der Lungenbläschen in den Blutstrom, wo die Chemikalie an das Gehirn und andere Organe im Körper weitergeleitet wird. Es wirkt langsamer, wenn es in Speisen oder Getränken eingenommen absorbiert wird. THC wirkt auf bestimmte molekulare Ziele in Gehirnzellen, die so genannte CannabinoidRezeptoren. Diese Rezeptoren sind Proteinerweiterungen von Nervensynapsen und werden üblicherweise durch Chemikalien, ähnlich dem THC (z.B. Anandamid), die natürlich im Körper vorkommen, aktiviert und sind Teil eines neuronalen Kommunikationsnetzwerkes, dem EndocannabinoidSystem. Dieses System spielt eine wichtige Rolle bei der normalen Entwicklung und Funktion des Gehirns. Die höchste Dichte von Cannabinoid-Rezeptoren kann ma in Teilen des Gehirns, die für Freude , Gedächtnis, Denken, Konzentration, Sinnes- und Zeitwahrnehmung, und koordinierte Bewegung zuständig sind. Marihuana
  • überstimuliert das Endocannabinoid-System, so dass Konsumenten in einen euphorisierten Zustand versetzt werden, dem „High“. Dieser Zustand kennzeichnet sich durch veränderte Wahrnehmung und Stimmung, Koordinationsstörungen, Schwierigkeiten mit Denken und Problemlösen, und gestörte Lernen- und Gedächtnisfunktion. Marihuana wirkt sich auch auf die Entwicklung des Gehirns aus. Daher kann es zu permanenten Beeinträchtigungen der genannten Systeme bei extensiven und langfristigen Konsum führen. Eine aktuelle Studie von Marihuananutzern, die in ihrer Jugend begonnen zu konsumieren, offenbarte deutlich reduzierte Konnektivität zwischen Hirnregionen für Lernen und Gedächtnis. Und eine große Langzeitstudie in Neuseeland hat gezeigt, dass Menschen, die in jungen Jahren mit starkem Marihuanakonsum anfingen, im Vergleich zu ihren Altersgenossen durchschnittlich 8 Punkte im IQ im Alter zwischen 13 und 38 Jahren verloren. Wichtig ist zu beachten, dass die verlorenen kognitiven Fähigkeiten nicht vollständig restauriert werden konnten bei den Probanden, die das Rauchen als Erwachsene einstellten. Ein ähnlich starker Effekt konnte bei Personen, die erst im Erwachsenenalter mit dem Konsum begannen, nicht festgestellt werden. Was sind die anderen physischen Auswirkungen von Marihuana? Marihuana-Konsum kann ein breites Spektrum von Auswirkungen haben, vor allem auf das Herz- und Lungensystem. Marihuana-Rauch reizt die Lungen, und regelmäßiger Konsum kann zu vielen der gleichen Atemprobleme wie beim Tabakkonsum führen, wie täglicher, chronischer Husten und Schleim sowie akute Brustbeschwerden und ein erhöhtes Risiko von Lungeninfektionen. Eine Studie ergab, dass Menschen, die Marihuana aber keinen Tabak rauchen häufig mehr gesundheitliche Probleme und mehr verpassen Arbeitstage vorweisen. Es ist noch nicht bekannt, ob Marihuana rauchen zu Lungenkrebs führen kann. Eine Reihe von Studien haben chronischen Marihuanakonsum und psychische Erkrankungen in Verbindung gebracht. Bei einigen Konsumenten kann die Verwendung von Marihuana den Verlauf der Krankheit mit Schizophrenie verschlechtern - hohe Dosen von Marihuana können eine vorübergehende psychotische Reaktion, häufig Halluzinationen oder Paranoia, hervorrufen. Verbände haben ebenfalls Potentiale zwischen Marihuana und anderen psychischen Problemen wie Depression, Angst, Selbstmordgedanken bei Jugendlichen und Persönlichkeitsstörungen, darunter ein Mangel an Motivation, gefunden. Suchtpotential von Marihuana Entgegen der landläufigen Meinung, kann Marihuana Süchte erzeugen. Schätzungen aus der Forschung zeigen, dass etwa 9 Prozent der Nutzer süchtig nach Marihuana sind. Diese Zahl erhöht sich bei denen, die jung starten, etwa 17 Prozent, und bei Menschen, die täglich Marihuana
  • konsumieren, ca. 25 - 50 Prozent. Langzeit-Marihuanakonsumenten, die den Konsum einstellen, berichten von Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Angst. Fazit Es zeigt sich, dass die mediale Wahrnehmung sowie die Akzeptanz in der Öffentlichkeit sich stark unterscheidet bei verschiedenen illegalen Substanzen. Dies wirft die Frage der schleichenden Entkriminialisierung auf, da z.B. im Fall von Marihuana mitunter schon nicht mehr Tatbestände verfolgt werden. Die empirischen Daten können diese Divergenz nur zum Teil erklären, da es zwar einen Unterschied in der Wirkung – sowohl in Intensität und Suchtpotential – gibt, jedoch keine grundlegende Gefahrenunterscheidung. Beide untersuchten Substanzen können bei langfristigem und exzessiven Konsum zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen. Es bleibt abzuwarten wie stark sich eine Gemeinde zur Entkriminalisierung von Kokain oder von Marihuana mobilisieren lässt. Quelle: www.drogen.in