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Abschlussbericht "Frühe Hilfen"

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Ein Modellprojekt des Deutschen Caritasverbandes (2010-2013) in der Diözese Osnabrück Landkreis Emsland.

Ein Modellprojekt des Deutschen Caritasverbandes (2010-2013) in der Diözese Osnabrück Landkreis Emsland.


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  • 1. Ein Modellprojekt desDeutschen Caritasverbandes (2010-2013)in der Diözese OsnabrückLandkreis EmslandAbschlussbericht
  • 2. 2Inhaltsverzeichnis1 Projektdarstellung „Frühe Hilfen in der Caritas“...............................................................Seite 42 Entwicklungen in den Projektstandorten...........................................................................Seite 62.1 Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Lingen..............................................................................Seite 62.2 Caritasverband für den Landkreis Emsland, Papenburg..............................................................Seite 82.3 St.-Vitus-Werk Meppen..................................................................................................................Seite 102.4 Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte...................................................Seite 122.5 Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Osnabrück........................................................................Seite 143 „Frühe Hilfen in der Caritas“ in der Diözese Osnabrück“................................................Seite 163.1 Diözesanes Projektteam................................................................................................................Seite 163.2 Diözesane Projektkoordination......................................................................................................Seite 174 Erkenntnisse aus dem Bundesprojekt „Frühe Hilfen in der Caritas................................Seite 184.1 Evaluation der Universität Ulm.......................................................................................................Seite 184.2 Erfahrungen aus den Projektstandorten in der Diözese Osnabrück...........................................Seite 195 Ausblick.................................................................................................................................Seite 216 Literaturverzeichnis..............................................................................................................Seite 22 Impressum.............................................................................................................................Seite 23
  • 3. 3VorwortSehr geehrte Damen und Herren,wir freuen uns sehr, Ihnen Erkenntnisse und Ergeb-nisse aus dem bundesweiten Projekt „Frühe Hilfen inder Caritas“ (2010-2013) in der Diözese Osnabrückvorstellen zu können. Der Caritasverband für dieDiözese Osnabrück e. V. engagiert sich mit seinenprojektbeteiligten Trägern bei der Ausgestaltung vonfamilienunterstützenden Dienstleistungen im Land-kreis Emsland und in der Stadt Osnabrück.Nach Projektende ist Zeit für ein Fazit gekommen.Die Richtungsziele, niedrigschwellige und einfacheUnterstützungsformen für junge Familien am Start zuschaffen, haben weiterhin nichts an Aktualität einge-büßt und sind wichtiger denn je.Familien leisten einen zentralen und unverzichtbarenBeitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.Gerade junge Familien brauchen Zuspruch und kon-krete Unterstützung, um das Zutrauen in die eigenenFähigkeiten zu wecken und die eigenen Ressourcenzu stärken.Unsere Anerkennung gilt den projektbeteiligtenVerbänden: dem Caritasverband für den LandkreisFranz Loth Stephanie LüßlingCaritasdirektor ProjektkoordinatorinCaritasverband für die Diözese Osnabrück e. V. Sozialdienst katholischer Frauen e. V. LingenEmsland, Papenburg, dem Sozialdienst katholischerFrauen e. V. in Lingen, Meppen und Osnabrück so-wie dem St.-Vitus-Werk Meppen. Die Kolleginnenhaben durch ihre tägliche Arbeit mit viel Kreativität,Tatendrang und Energie zum Gelingen des Pro-jektes beigetragen.Bedanken möchten wir uns vor allem bei den Fa-milien und den Ehrenamtlichen, für das entgegengebrachte Vertrauen und die Bereitschaft, sich aufden gemeinsamen Weg einzulassen. Gleichsam giltunser Dank allen Netzwerkpartnern und dem Land-kreis Emsland für die konstruktive Zusammenarbeit.Im Mai 2013
  • 4. 4AnlassEine gelingende Eltern-Kind-Beziehung und ein an-regungsreiches Umfeld bestimmen entscheidenddie Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kin-dern und Jugendlichen in ihren Familien – sie sindaber keine Selbstverständlichkeit. Wie der steigendeUnterstützungsbedarf belegt, fühlen sich Eltern zu-nehmend verunsichert und belastet. Gerade in derFamiliengründungsphase ist die Bereitschaft derEltern jedoch hoch, sich zu informieren und Hilfenanzunehmen. Durch alltagspraktische Unterstützungkönnen Mütter und Väter frühzeitig in ihrer Erzie-hungs- und Beziehungskompetenz nachhaltig ge-fördert werden, bevor sich belastende Lebensbedin-gungen verfestigen.In Reaktion auf die Fälle von Vernachlässigung wur-de im Rahmen des Kinderschutzes auf Hilfen aberauch Kontrolle in den Familien gesetzt. Diese Am-bivalenz ist in den Frühen Hilfen hochrelevant undnicht zu leugnen. In dem am 1. Januar 2012 in Kraftgetretenen Bundeskinderschutzgesetz versteht mangemäß § 1 Abs. 4 KKG unter Frühe Hilfen die „Vor-haltung eines möglichst frühzeitigen, koordiniertenund multiprofessionellen Angebots im Hinblick aufdie Entwicklung von Kindern und vor allem in denersten Lebensjahren für Mütter und Väter sowieschwangere Frauen und werdende Väter“.Dem Deutschen Caritasverband ist es ein Anliegen,Eltern in wertschätzender Weise konkrete Entla-stung und Unterstützung bei der Bewältigung ihrerFamilienaufgaben anzubieten.Ziele und InhalteDas Projekt zielte darauf ab, die Angebote der Frü-hen Hilfen vor Ort zu entwickeln, die Vernetzung derverschiedenen beteiligten Fachdienste zu verbes-sern und eine ehrenamtliche Unterstützungsstrukturauf- und auszubauen.In der Diözese Osnabrück wurden die inhaltlichenSchwerpunkte auf Familienpatendienste sowieGruppenangebote für junge Mütter mit ihren Kinderngelegt.Das Projekt verfolgte einen primärpräventiven An-satz, der Schwangere, Eltern mit Säuglingen undKleinkindern bis zum vollendeten 3. Lebensjahrin den Fokus nimmt und zielt auf die Stärkung derBeziehungs- und Erziehungskompetenzen ab. Frü-he Hilfen sollen niedrigschwellig zu erreichen sein,halten ein Angebot von alltagspraktischen Hilfen vorund unterliegen dem Prinzip der Freiwilligkeit.Eine gute Versorgung von Familien mit Unterstüt-zungsleistungen können einzelne Modelle für sichalleine nicht gewährleisten. Hierzu bedarf es einesumfassenden und differenzierten Netzwerks FrüherHilfen.Die örtlichen Partner stellten sicher, dass ihre Dien-ste und Einrichtungen Hilfebedarfe frühzeitig erken-nen, diese einschätzen und konkrete Unterstützungorganisieren sowie geeignete Frühe Hilfen vermit-teln. Eine zentrale Anforderung im Projekt bezogsich auf das koordinierte Zusammenwirken ver-schiedener professioneller Dienste in einem Netz-werk Früher Hilfen vor Ort.Die enge Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt-lichen zeichnete das Projekt aus. Eine zentrale Be-deutung kam dabei der Ehrenamtskoordination zu.Mittels Koordinierung, Schulung und Begleitung derEhrenamtlichen trägt die Fachkraft sowohl für dieentlastete Familie als auch für die EhrenamtlichenSorge.1 Projektdarstellung „Frühe Hilfen in der Caritas“
  • 5. 5Dokumentation und EvaluationDie Dokumentation des bundesweiten Projektesdiente dazu, möglichst fundierte und präzise Aussa-gen über die Dimensionen, die Entwicklungen unddie Wirksamkeit des Projektes machen zu können.Das Projekt wurde von der Universität Ulm wissen-schaftlich begleitet. Das Anliegen der vom Bundes-ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Ju-gend geförderten Evaluation war, Möglichkeiten undGrenzen des Einsatzes von Ehrenamtlichen im FeldFrüher Hilfen auszuloten.Struktur„Frühe Hilfen in der Caritas“ hat alle verbandlichenEbenen in die Organisationsstruktur des Projektesmit eingebunden. Bundesweit beteiligten sich insge-samt 16 Diözesen mit über 90 Partnern vor Ort.Zum 01.04.2010 richtete der Caritasverband für dieDiözese Osnabrück e. V. eine diözesane Koordinie-rungsstelle, mit einem 50 % Stellenumfang, ein. DerCaritasverband für die Diözese Osnabrück e. V. de-legierte diese Stelle an den Sozialdienst katholischerFrauen e. V. Lingen. Die Finanzierung erfolgte ausMitteln der Diözese und der Lotterie „Glücksspirale“.Die diözesane Projektkoordinatorin war das Binde-glied zwischen der Projektleitung des DeutschenCaritasverbandes und den projektbeteiligten Stand-orten.Im September 2010 kamen die diözesanen Projekt-partner zur Auftaktveranstaltung im Ludwig-Windt-horst-Haus in Lingen zusammen und präsentiertendort erstmalig ihre Ideen und Angebote.Bei der Abschlussveranstaltung des Deutschen Ca-ritasverbandes im März 2013 waren alle projektbe-teiligten Verbände der Diözese Osnabrück vertreten.
  • 6. 62.1 Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Lingen Daniela Kaß Bögenstraße 12 49808 Lingen Tel. 0591 80062-46 daniela.kass@skf-lingen.de www.skf-lingen.de FamilienpatenFamilienpaten sind ehrenamtlich Tätige, die Familieneinen Teil ihrer Zeit und Aufmerksamkeit schenken.Der Unterstützungsbedarf in den Familien ist sehr un-terschiedlich und kann verschiedene Ursachen haben.Einige Familien verfügen über wenig intakte soziale undfamiliäre Netzwerke, daher ist eine Verstärkung von au-ßen wünschenswert. Familien benötigen Freiräume, umKraft zu tanken und dabei ihre Kinder gut aufgehobenzu wissen. Hier setzt das Familienpatenprojekt des So-zialdienstes katholischer Frauen e. V. Lingen an. VieleFamilien wünschen sich eine Art „Leihoma/-opa“, da dieeigenen Eltern verstorben sind oder nicht vor Ort leben.Familienpaten bringen sich mit ihrer ganzen Persönlich-keit ein und schauen dabei nicht so genau auf die Uhr.Eine Familienpatenschaft ist eine Partnerschaft, von dersowohl Familie als auch Pate profitieren. Ein Familien-pate soll nicht „ein Leben lang“ mit einer Bezugsfamilieverbunden sein, sondern auf Zeit solange, wie beideSeiten an ihrer Beziehung Freude haben.ProjektzieleEine Patenschaft verläuft individuell unterschiedlich undverfolgt vielseitige Zielsetzungen. Eine Gemeinsamkeitverfolgen jedoch alle Familienpatenschaften: die Ent-lastung der Eltern im Familienalltag. Die Unterstützungdurch einen Familienpaten kann sehr unterschiedlichsein von der Freizeitgestaltung mit dem Kind bis hin zuergänzender Kinderbetreuung. Der Familienpate stehtals Ansprechpartner und Vertrauensperson zur Seite.Bei Bedarf wird die Kontaktaufnahme zu anderen Fa-milien oder Institutionen und Vereine unterstützt. DieBegleitung von Behördengängen und Arztbesuchen istdarüber hinaus denkbar.Zum Projektbeginn wurden folgende Zieleausgearbeitet:1. Netzwerke aufbauen/Kooperationen mit anderenTrägern herstellen2. Akquise von Ehrenamtlichen2 Entwicklungen und Erkenntnisse aus den Projektstandorten3. Ausarbeitung von Fortbildungsmodulen für die Qua-lifizierung ehrenamtlicher Familienpaten4. Fortbildung/Qualifizierungen5. Familienpatenschaften initiieren/Vermittlung6. Begleitung der Familienpatenschaften7. Treffen der Ehrenamtlichen zur Reflexion der Paten-schaften organisieren und moderieren, bei Bedarfweitere QualifizierungProjektverlaufZum Projektbeginn kam es zu einer Kooperation mit derKatholischen Erwachsenenbildung und dem Freiwilli-gen-Zentrum in Lingen. Mit der Katholischen Erwachse-nenbildung wurde ein Curriculum für die Qualifizierungder Ehrenamtlichen entwickelt. Das Freiwilligen-Zen-trumLingenunterstütztdieAkquisevonEhrenamtlichen.Zur Gewinnung von Ehrenamtlichen fanden zweimaljährlich Informationsabende statt. Zusätzlich erschienenregelmäßig Artikel in den örtlichen Tageszeitungen. AufNetzwerktreffen oder regionalen Veranstaltungen wur-de das Projekt vorgestellt und beworben.Die Ehrenamtlichen werden in Anlehnung an die Hand-reichung „Qualifizierung für ehrenamtliche Familienpa-ten“ des Deutschen Caritasverbandes adäquat auf ihreAufgabe als Familienpate vorbereitet. Das Curriculumumfasst Themen wie Entwicklungsphasen eines Kindesin den ersten Lebensjahren und Hilfsangebote vor Ort.Die Qualifizierung wird in Zusammenarbeit mit der Ka-tholischen Erwachsenenbildung und Mitarbeitern ausverschiedenen Beratungsstellen vor Ort durchgeführt.Die Paten werden zusätzlich angeleitet, ihre eigenenWünsche und Grenzen hinsichtlich der Patenschaft zuformulieren. Die Erarbeitung eines sogenannten Paten-profils steht im Vordergrund. Darüber hinaus wird denPaten „Kommunikationswerkzeug“ an die Hand gege-ben.Nach Erarbeitung des Curriculums ist es gelungen imJahr 2011 zwei Kurse durchzuführen. Innerhalb der Pro-jektlaufzeit wurden 13 Familienpaten ausgebildet. DieEhrenamtlichen haben ein erweitertes Führungszeug-nis vorgelegt.Bei der Vermittlung zwischen Familie und Pate werdendie Erwartungen und Wünsche der Familie mit den ent-wickelten Patenprofilen verglichen. Im Anschluss daran
  • 7. 7erfolgen die Anbahnungs- und Kennlerngespräche zwi-schen Familien und Ehrenamtlichen, in denen die Ein-sätze konkretisiert werden. Durchschnittlich finden dieKontakte zwischen Familienpate und Familie einmalwöchentlich für ca. 3 Stunden statt.StatistikFamilienIm Projektzeitraum konnten 14 Familien das Angebotder Familienpatenschaft nutzen. Bei sieben FamilienhandelteessichumEhepaaremitKindern,beiderande-ren Hälfte um alleinerziehende Frauen. Die begleitetenFamilien weisen in der Regel die deutsche Staatsange-hörigkeit auf. Die Familien wandten sich überwiegendselbst an unsere Beratungsstelle, um sich über dasAngebot zu informieren. Von den 14 Familien leben 12Familien mindestens mit zwei Kindern im eigenen Haus-halt. Das Patenprojekt des Sozialdienstes katholischerFrauen e. V. Lingen ist in erster Linie auf Familien mitKindern im Alter von 0-3 Jahren ausgerichtet. Im Projektwurden jedoch auch viele ältere Kinder betreut, dabeihandelte es sich meist um Geschwisterkinder.Bei den Patenschaften standen die gemeinsame Frei-zeitgestaltung mit Kindern und ggfls. auch die stun-denweise Betreuung der Kinder im Vordergrund. ImEinzelfall erfolgten Hilfestellungen in schulischen Be-langen oder bei Kontakten zu Behörden. Einige Fami-lien benötigten Unterstützung auf Grund akuter Bela-stungssituation wie beispielsweise bei Erkrankungen. Indiesen Fällen wurde möglichst zeitnah ein Angebot zurStabilisierung des Alltags zur Verfügung gestellt. Einealleinerziehende Mutter von drei Kindern bringt ihreWertschätzung über die Familienpatenschaft wie folgtzum Ausdruck: „Das ist ein tolles Angebot. Sie hat michrichtig aufgebaut, jetzt geht es mir besser.“EhrenamtlicheIm Projektzeitraum standen insgesamt 17 Ehrenamt-liche zur Verfügung. Die Erfahrungen haben gezeigt,dass die Akquise durch persönliche Kontakte beson-ders erfolgreich war. Die Familienpaten weisen eine he-terogene Altersstruktur auf, im Schwerpunkt lag die Al-tersspanne bei den 40-60-jährigen. Es engagierten sich16 Frauen und ein Mann als Paten. Die überwiegendeAnzahl der Patinnen ist selber nicht berufstätig, einigesind in Teilzeit beschäftigt. Die Motivation für die Über-nahme einer Patenschaft ist individuell unterschiedlich.Gemeinsamer Tenor ist jedoch der Wunsch nach einer„sinnvollen Tätigkeit“ und der Kontakt zu Familien.14 qualifizierte Familienpaten waren in der Projektlauf-zeit im Einsatz. Im vierteljährlichen Rhythmus fandenAustauschtreffen statt. Dabei ist den Ehrenamtlichen dieReflexion ihrer Einsätze ein wichtiges Anliegen. Es kön-nen schöne und schwierige Erlebnisse geschildert undder persönliche Kontakt untereinander gepflegt werden.Auf Wunsch wurden zu den Gesprächskreisen weiterethemenspezifische Inhalte wie beispielsweise die Rolleund Funktion des Jugendamtes vermittelt.Das Familienpatenprojekt des Sozialdienstes katho-lischer Frauen e. V. Lingen wurde als Modellstandortfür die Evaluation der Universität Ulm ausgewählt. Diebetreuten Familien und eingesetzten Familienpaten ha-ben sich in Form von Interviews und Fragebögen an derEvaluation beteiligt.Fazit und AusblickFamilienpatenschaften sind fester Bestandteil der An-gebote Frühen Hilfen beim Sozialdienst katholischerFrauen e.V. Lingen und werden auch zukünftig fortge-führt. Die Netzwerkpartner vor Ort schätzen das Projektund vermitteln bei Bedarf Familien und interessierte Eh-renamtliche an unseren Dienst.In den Gesprächen wurde deutlich, dass sowohl dieFamilie als auch der Pate vom Angebot profitieren: DieFamilien schätzen die Unterstützung und Entlastung,die Paten sind dankbar für das entgegengebrachte Ver-trauen der Familien und die sinngebende Aufgabe. Ineinigen Patenschaften haben sich sehr vertrauensvolleBeziehungen entwickelt.
  • 8. 82.2 Caritasverband für den Landkreis Emsland Margret Rohjans Hauptkanal re. 77 26871 Papenburg Tel. 04961 9441 mrohjans@caritas-os.de www.caritas-el.deFrühStart – Für einen guten Start ins Leben Die Situation von Familien ändert sich zunehmend.Die gesellschaftlichen Veränderungen stellen jungeFamilien vor immer größer werdende Herausforde-rungen. Der Caritasverband für den Landkreis Ems-land erlebt, dass die klassischen Familienstrukturenauch im ländlichen Raum zunehmend nicht mehr grei-fen. Besonders betroffen sind hiervon alleinerziehen-de Eltern und Familien mit Migrationshintergrund. Vorallem diese beiden Gruppen sind häufig von Armut,schwierigen Lebensumständen und Isolation betrof-fen.Durch die finanzielle Unterstützung der Aktion Menschund dem emsländischen Caritas-Stiftungsfonds Archekonnte der Caritasverband für den Landkreis Emslanddas Projekt FrühStart, Gruppenangebote für Alleiner-ziehende und Familien, realisieren und das sozialesNetzwerk ausbauen.Außerdem gibt es eine Vielzahl von Menschen, diesich ehrenamtlich engagieren möchten. Gerade dasEngagement für Menschen am Rande bzw. für Fami-lien ist groß und soll für das Projekt genutzt werden.Ziele des ProjektesFrühStart zielt auf die Unterstützung und Förderungvon Alleinerziehenden und Familien mit Kindern imAlter von 0-3 Jahren für einen gelingenden Start derKinder ins Leben ab.Um dieses Ziel zu erreichen wurden folgende Unter-ziele vereinbart:1. Die Eltern-Kind-Beziehung soll im Rahmen desProjektes „FrühStart“ gezielt gefördert werden.2. Den Eltern soll im Rahmen des Projektes ein um-fassendes Angebot gemacht werden, dass Ihnen hilftIhr Erziehungsverhalten zu reflektieren und entspre-chende Angebote für Ihr Kind anbieten zu können.3. Den Familien soll in schwierigen Lebenssituationenund bei der Bewältigung von Familienaufgaben eineumfassende Alltags- und Lebensbegleitung zur Ver-fügung gestellt werden, die den Bedürfnissen IhrerSituation entsprechen und sie unterstützen eigenstän-dige Lösungsmöglichkeiten und Perspektiven zu ent-wickeln.4. Den Eltern sollen gezielte Hilfs- und Förderange-bote zur Verfügung gestellt werden.5. Familien brauchen ein soziales Netzwerk vor Ort,damit ein guter Start gelingen kann. Eine professionellbegleitete Ehrenamtsstruktur soll aufgebaut werden.ProjektumsetzungNetzwerkEin wichtiger Aspekt des Projektes ist die enge Ver-netzung. Zu den 24 Netzwerkpartnern zählen u. a.Jugendamt, Kindernetz des Landkreises Emsland,Kindertagesstätten der Kirchengemeinden, Fami-lienzentren, Pfarrgemeinden, Hebammen, Kinder-schutzbund, Sozialpädiatrisches Zentrum Papenburg,Psychologisches Beratungszentrum und Frühförder-stellen. Zweimal jährlich findet ein Austausch statt.Die gute Vernetzung und das Wissen über die An-gebote der anderen Institutionen macht es uns mög-lich, die Familien frühzeitig – manchmal schon in derSchwangerschaft zu erreichen.Im Jahr 2012 konnte außerdem eine halbtägige Fort-bildung zum Bundeskinderschutzgesetz angebotenwerden. Mit dem Kinderschutzzentrum Oldenburgwurde eine eintägige Fortbildung zum Kinderschutzdurchgeführt. An diesen Veranstaltungen nahmen 19Netzwerkpartner teil.GruppenangeboteMit den Gruppenangeboten wurde 2011 gestartet. DieArbeit in den Gruppen orientiert sich an den Ressour-2 Entwicklungen und Erkenntnisse aus den Projektstandorten
  • 9. 9cen und Bedürfnissen der Eltern und bietet zusätzlichdie Möglichkeit der sozialen Beratung. Die Gruppen-treffen finden in den katholischen KindertagesstättenSt. Franziskus und St. Marien in Papenburg und in derArche Noah in Sögel statt.Insgesamt haben bisher 64 Familien und Alleinerzie-hende das Angebot wahrgenommen – aktuell sind es39 Mütter und ein Vater im Alter von 17 bis 34 Jahren,mit 58 Kindern im Alter von 2 Wochen bis 3 Jahren.Auffallend ist der große Anteil der Alleinerziehenden,der 60% beträgt. Bei 14 Familien hat mindestens einElternteil einen Migrationshintergrund. Die Herkunfts-länder sind hier vorwiegend Rumänien, Litauen,Kasachstan und die Türkei.Die Gruppen werden von einer pädagogischen Fach-kraft (Heilerziehungspflegerin) und einer Dipl.- Sozial-pädagogin thematisch vorbereitet und begleitet.In gemeinsamer Runde werden Fingerspiele gezeigt,Lieder gesungen und Bilderbücher angeschaut. DieEltern beschäftigen sich so mit ihren Kindern und wer-den motiviert, dies im häuslichen Umfeld zu wieder-holen.Anschließend tauschen die Eltern sich beim Kaffeeaus und schnell ergeben sich Fragen und Themenzu Bereichen wie Erziehung, Ernährung, EntwicklungPartnerschaft und Trennung.Es findet ein reger Austausch untereinander statt, deroftmals hilfreich dafür ist, sich aus der eigenen Isola-tion zu lösen und neue Perspektiven zu entwickeln.Die Eltern merken, dass sie mit ihren Problemen undFragen nicht alleine sind.Bereits seit Herbst 2010 konnte durch das zusätzlicheAngebot „Kochen und mehr“ bei 30 Teilnehmerinnendie Lust auf Kochen geweckt werden. Viele fachkun-dige Anregungen und Ideen konnten die Frauen mitnach Hause nehmen. Beim gemeinsamen Essen er-lebten die oft isoliert lebenden Teilnehmerinnen einefamiliäre Atmosphäre. Dieses Angebot wird auch wei-terhin zweimal jährlich durchgeführt.EhrenamtNach dem Aufbau des Netzwerkes und der Gruppen-angebote wurde 2012 die Arbeit mit den Ehrenamt-lichen verstärkt. Schon 2011 wurden ehrenamtlicheMitarbeiter auf das Projekt aufmerksam und habenuns durch Fahrdienste, Begleitung von Familien undGruppenangebote unterstützt.Zudem konnte die Leitung einer Eltern-Kind-Gruppean eine Ehrenamtliche übergeben werden.Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin absolviert zurzeitdie Qualifizierungsmaßnahme „Erziehung begleiten“bei der Katholischen Erwachsenenbildung in Sögel.Weitere Ehrenamtliche haben an der Fortbildung zumThema Kinderschutz teilgenommen.Die fachliche Begleitung durch die Ehrenamtskoordi-natorin ist uns ein wichtiges Anliegen, regelmäßigeAustauschtreffen werden stattfinden.Fazit und AusblickDas Projekt FrühStart wird von den drei Säulen Grup-penarbeit, Netzwerk und Ehrenamtsarbeit getragen.Es bietet vielseitige Unterstützungsmöglichkeiten fürAlleinerziehende und Eltern. Der große Zulauf in denGruppe, die hohe Inanspruchnahme der Beratung so-wie viele positive Rückmeldungen aus den Kinderta-gesstätten und von den teilnehmenden Eltern zeigen,dass das Projekt ein großer Erfolg ist.Durch die ressourcen- und bedürfnisorientierte Arbeitund den konstanten Kontakt in der Gruppe, wird einVertrauensverhältnis geschaffen , dass es den Elternleichter macht, fachliche Begleitung, Beratung und Hil-fe in Anspruch zu nehmen. Die Familien fühlen sichangenommen und gut aufgehoben.Die gute Kooperation innerhalb des Netzwerkes er-möglicht die passgenaue Vermittlung von Hilfen. DieUnterstützung und Begleitung durch die Ehrenamt-lichen bedeutet für die Eltern eine zusätzlich länger-fristige Hilfe.Im April 2013 startet, in Zusammenarbeit mit der Ka-tholischen Erwachsenenbildung Sögel eine Basisqua-lifikation für Ehrenamtliche. Bei Bedarf soll eine Auf-bauqualifikation stattfinden.Das Projekt FrühStart finanziert sich bislang aus Mit-teln der „Aktion Mensch“, aus Stiftungsmitteln sowieSpenden. Wir hoffen nach April 2014 auf die Förde-rung durch die Bundesinitiative.
  • 10. 102.3 St.-Vitus-Werk Meppen Frühförderung- und Entwicklungsberatung Marita Vox Hermann-Keller-Str. 9-11 49716 Meppen Tel. 05931 937411 marita.vox@vitus-werk.de www.vitus-werk.deEltern-Kind-Treff – Gemeinsam in Bewegung Die Frühförderung und Entwicklungsberatung arbei-tet seit vielen Jahren im Kompetenzfeld „KindlicheEntwicklung und Familie“ mit Familien/Eltern mitKindern im Alter von 0-3 Jahren. Frühe Hilfen bie-ten Chancen die bedeutenden frühen Phasen derkindlichen Entwicklung, unter Einbeziehung der fa-miliären Sozialisationsbedingungen, durch Stärkungelterlicher Kompetenzen frühzeitig zu unterstützen.Ziel unseres präventiven, niederschwelligen Ange-botes Eltern-Kind-Treff – Gemeinsam in Bewegung –ist es, Eltern mit ihren jungen Kindern frühzeitig inihrem Sozialraum zu erreichen. Familien mit behin-derten Kindern bzw. mit Kindern mit Entwicklungs-beeinträchtigungen zu integrieren und inklusiveStrukturen zu schaffen bzw. zu unterstützen.Die Eltern sollen in ihrer Beziehungs- und Erzie-hungskompetenz gestärkt und die frühe Eltern-Kind-Interaktion erweitert werden. Durch ein frühzeitigesErkennen von Belastungen und Risiken können kon-krete Hilfen zur Entlastung und Unterstützung initiiertbzw. integrierende Angebote im Sozialraum vermit-telt werden.GruppenangebotDer Eltern-Kind-Treff – Gemeinsam in Bewegung –für Eltern mit Kindern im Alter von 0-3 Jahren istein offenes, niederschwelliges Gruppenangebot. Eswird von einer Dipl.-Sozialpädagogin geleitet undvon ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Das Ange-bot findet in Kooperation mit unserem Netzwerkpart-ner, dem Familienzentrum Haren, in den dortigenRäumlichkeiten in einem 14-tägigen Rhythmus statt.Im Jahr 2012 haben zwei Durchgänge mit insgesamt20 Treffen stattgefunden. Insgesamt haben 17 Müt-ter mit 19 Kindern teilgenommen. Der überwiegendeTeil der Mütter hat den Eltern-Kind-Treff über einenZeitraum von mehr als einem Jahr besucht.In dem derzeitigen vierten Durchgang erweitert sichdie Teilnehmerzahl kontinuierlich; es nehmen 15Mütter mit 17 Kindern teil. Vermehrt werden Familienmit Kindern mit Entwicklungsbeeinträchtigungen,insbesondere aus psychosozial belasteten Familien-konstellationen erreicht sowie junge Alleinerziehen-de und Familien mit Migrationshintergrund.Im gesamten Projektzeitraum haben 23 Familien mitihren Kindern das Angebot wahrgenommen.Die Themen und Aktivitäten der Treffen sind eine Mi-schung aus Bildung, Information und gemeinsamenHandeln. Sie sind in einem Modulsystem an die Be-darfe der Teilnehmer angepasst zusammengestellt.Im Vordergrund standen Informationen, Anregungenund Hilfen zum gemeinsamen Spiel mit dem Kindsowie Fragen zur kindlichen Entwicklung und zumErziehungsverhalten. Feste Bestandteile des Ange-botes waren Information und Beratung zur Ernäh-rung und Gesundheitsvorsorge in Kooperation mitdem Kindernetz Emsland. Die Teilnahme am Projekt„Lesestart“ in Zusammenarbeit mit der örtlichen Bü-cherei sowie Informationen zu Angeboten im „Hausder Sozialen Dienste“ in Haren waren integriert.Für die Teilnehmerinnen war insbesondere der Kon-takt und Austausch untereinander ein wesentlichesAnliegen. Im Projektverlauf wurden Erfahrungen mitweiterführenden Hilfen und unterstützenden Maß-nahmen ausgetauscht. Einige Mütter, die über we-nig soziale Kontakte verfügen, haben Beziehungen2 Entwicklungen und Erkenntnisse aus den Projektstandorten
  • 11. 11untereinander aufgebaut und unterstützen sich ge-genseitig.Im Projektverlauf hat sich die regelmäßige Teilnah-me der Mütter mit ihren Kindern verbessert, eineZugehörigkeit zur Gruppe hat sich entwickelt. DasErkennen von Entwicklungsgefährdungen bei ein-zelnen Kindern und eine Beratung und Vermittlungvon unterstützenden Hilfen konnte in mehreren Fäl-len erfolgen.NetzwerkarbeitIm Projektverlauf wurden Kontakte zu örtlichenNetzwerkpartnern erweitert, z. B. zu Mitarbeiternim Haus der Sozialen Dienste sowie zu der Gleich-stellungsbeauftragten der Stadt Haren. Durch einepersönliche Vorstellung des Projektes bei Angebo-ten dieser Einrichtungen konnten weitere Familien/Alleinerziehende erreicht werden. Die MöglichkeitAnsprechpartner persönlich kennenzulernen er-leichtert den Familien einen Zugang zum Angebot.Ein Flyer informiert über Inhalte, Termine und Kon-taktmöglichkeiten.Unser Kooperationspartner, das FamilienzentrumHaren, ist in 2012 eingebunden in die Informationund Vermittlung unseres Angebotes.Im März 2012 wurde das Projekt auf der Zwischen-bilanztagung des Deutschen Caritasverbandes inFrankfurt präsentiert.Im Projektverlauf konnten Spendengelder aus Stif-tungen für dieses Projekt eingeworben werden.EhrenamtDie Bewerbung und Gewinnung von Ehrenamtlichenwar ein wesentlicher Schwerpunkt des Projektes. InZusammenarbeit mit der Kontaktstelle Gemeindenä-he/Ehrenamt des St.-Vitus-Werkes Meppen und derFreiwilligenagentur Haren wurden Interessierte überAushänge und Internetportale beworben, Qualifi-zierungsmaßnahmen für Tagesmütter sowie derPraxismarkt des Fachbereiches Soziale Arbeit derHochschule Osnabrück wurden genutzt.Seit Juli und Dezember 2012 arbeiten zwei Frauenals ehrenamtlich Tätige in dem Projekt. Eine Eh-renamtliche hat an der „Qualifizierung Frühe Hilfen“im Rahmen des Projektes im Jahr 2012 teilgenom-men. Die Schulung der weiteren Ehrenamtlichen istfür 2013 geplant, hier ist ggf. eine Teilnahme an derQualifizierungsmaßnahme des ProjektteilnehmersCaritasverband für den Landkreis Emsland, Stand-ort Papenburg möglich.Fazit und AusblickEine verbesserte soziale Einbindung und ein Zuge-winn an elterlichen Kompetenzen sind bei den Teil-nehmern zu erkennen. Eine ständige professionelleBegleitung des Projektes hat sich als unabdingbarherausgestellt.Insbesondere Familien in erschwerten Lebenslagenerfahren Entlastung, Teilhabe und alltagsorientierteBegleitung. Entwicklungsgefährdungen von Kindernkönnen frühzeitig erkannt, Eltern in ihren Erzie-hungs- und Beziehungskompetenzen gestärkt undweiterführende Hilfen initiiert werden.Regelmäßige Netzwerktreffen in Form von rundenTischen sind erforderlich, um bereits vorhandeneAngebote abzustimmen und weitere Hilfen zu initi-ieren.Eine Verstetigung, Ausweitung und Weiterentwick-lung des Gruppenangebotes in mindestens einerweiteren Gemeinde im Landkreis in Absprache mitdem Fachbereich Jugend des Landkreises Emslandund unseren Kooperationspartnern wird angestrebt.Eine Umsetzung ist abhängig von der Refinanzie-rung des Angebotes.
  • 12. 122.4 Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte Rita Janssen Nagelshof 21b 49716 Meppen Tel.05931 984122 rita.janssen@skf-meppen.de www.skf-meppen.deFamilienpaten – Frühe Hilfen für Eltern und KinderDer Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte hat sich an dem Projekt „Frühe Hilfen inder Caritas“ mit dem Themenschwerpunkt „Familienpa-ten“ beteiligt. Dabei handelt es sich um ein ehrenamt-liches, präventives Hilfs- und Unterstützungsangebot,das durch eine hauptberufliche Kraft koordiniert wird.Der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte hat bereits 2008 in diesem Bereich eineInitiative gestartet. Es wurden über 50 Familienpatenqualifiziert, von denen ein Großteil sehr schnell dieBetreuung in Familien übernahm. Der Sozialdienst ka-tholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte konntesomit Vorerfahrungen in das bundesweite Caritaspro-jekt einbringen und zugleich von den Erfahrungen undErkenntnissen anderer Projektträger profitieren.Projektbeschreibung und ZielformulierungDas Angebot „Familienpaten – Frühe Hilfen für Elternund Kinder“ richtet sich an junge Familien, die sich alleingelassen und überfordert fühlen, an Mütter und Väter inschwierigen, materiellen und persönlichen Lebenslagenund an schwangere Alleinerziehende, insbesondereauch an ausländische schwangere Frauen.Familienpaten sind Ansprechpartner, Helfer und Ver-trauenspersonen für die Hilfe suchenden Familien. Sieunterstützen bei der Erziehung und Pflege von Kindernsowie in schulischen Fragen. Des Weiteren helfen sieim hauswirtschaftlichen Bereich und vermitteln leben-spraktische Fähigkeiten (Haushalt, Einkäufe, Wirtschaf-ten). Familienpaten begleiten bei Behördengängen,Arztbesuchen usw., beteiligen sich an der Freizeitge-staltung mit den Kindern, unterstützen bei der Kontakt-aufnahme zu anderen Eltern und Kindern und leisteneinen nachhaltigen Beitrag für eine familienfreundlicheGesellschaft.Zu den wesentlichen Aufgaben der hauptberuflichenKoordinatorin zählen Vermittlung, Begleitung und Bera-tung der ehrenamtlichen Familienpaten während ihresEinsatzes in den Familien.Umsetzung und spezifische BesonderheitenSeit der Teilnahme an dem Projekt (2011) konnte der So-zialdienst katholischer Frauen e. V. Meppen-EmslandMitte sein Angebot über Meppen hinaus in die Flächeausweiten. An zwei weiteren Standorten, Haren und Ha-selünne, konnten insgesamt 18 Familienpaten gewon-nen werden, die in einem Qualifizierungskurs von 46Unterrichtsstunden in Kooperation mit der KatholischenErwachsenenbildung Meppen e. V. geschult wurden.Erfreulich war, dass sich fünf Paare für den Dienst indiesem Projekt zur Verfügung stellten.Immer häufiger werden, insbesondere in den alleiner-ziehenden Familien auch Männer als Familienpatengewünscht, um den Kindern auch männliche Bezugs-personen im privaten Bereich erlebbar zu machen.Eine wichtige Rolle spielt dabei die Vorbildfunktion desmännlichen Familienpaten, insbesondere für die Jungenin den Familien.Lediglich das Ziel, auch Menschen mit Migrationshinter-grund als Ehrenamtliche zu gewinnen, konnte in diesenbeiden Qualifizierungen nicht erreicht werden und bleibteine Aufgabe für die Zukunft.Es finden regelmäßige Patentreffen statt, die dem ge-genseitigem Austausch und der themenspezifischenFortbildung dienen. Dabei werden Fortbildungswün-sche der Familienpaten wie „Der Strukturwandel in derFamilie“, „Gewaltfreie Kommunikation“ berücksichtigt.Das Angebot „Familienpaten“ wird von den Trägern derJugendhilfe, der Familienzentren, der Schulen und vonden Casemanagements der umliegenden Geburtskran-2 Entwicklungen und Erkenntnisse aus den Projektstandorten
  • 13. 13kenhäuser durch eine stetig steigende Anzahl von An-fragen gewürdigt.StatistikIm Jahr 2012 wurden im mittleren Emsland insgesamt33 Familien von 34 ehrenamtlichen Familienpaten un-terstützt. Gründe waren:• Probleme bei der Bewältigung des Alltags(11 alleinerziehende Mütter )• plötzlicher Tod des Partners (2 Familien),• Krankheit / Behinderung eines Kindes (4 Familien),• Migrationshintergrund (5 Familien)• Überforderung mit Erziehungs- und Haushaltsaufga-ben (13 Familien)Die durchschnittliche Dauer einer Betreuung lag bei8-12 Monaten.Gründe für die Beendigung waren im Jahr 2012 die er-reichte Selbständigkeit der Familie und die Einbindungder Familie in ein soziales Netzwerk, wie Familienzen-trum, Mutter-Kind-Gruppe oder Schule.Gründe für die Beendigung seitens der Familienpatenlagen u. a. in der eigenen veränderten Familiensituation.Auch im Jahr 2012 konnten nicht alle Anfragen bedientwerden.Fazit und AusblickDie Teilnahme am Projekt „Frühe Hilfen in der Caritas“ermöglichte dem Sozialdienst katholischer Frauen e. V.Meppen-Emsland Mitte den weiteren Ausbau ihres er-folgreichen Familienpatendienstes.Im Rahmen der diözesanen Projekttreffen fand stets einreger Erfahrungsaustausch statt, der dazu beitrug, mo-tiviert die eigene Arbeit vor Ort fortzusetzen.Wichtige Informationen über die Arbeit auf Bundesebe-ne ergänzten diese Treffen.Positiv zu vermerken ist die Organisation und Durchfüh-rung von Fachtagungen (Bundeskinderschutzgesetz,Frühe Hilfen für Familien mit Migrationshintergrund), andenen die Mitarbeiterinnen der verschiedenen Stand-orte teilnehmen konnten.Die gemeinsame inhaltliche Arbeit am Thema „FrüheHilfen“ und die Gespräche über die unterschiedlicheAusgestaltung dieses Projektthemas trugen erheblichzur Vernetzung der einzelnen Projektstandorte bei.Im Rahmen des Projektes ist deutlich geworden, wiewichtig es ist, die Reflexions- und Austauschtreffen derFamilienpaten zu nutzen, um eine Kultur der Wert-schätzung zu pflegen, um die Motivation und die Freudean der ehrenamtlichen Arbeit in den Familien zu unter-stützen.Im Rahmen der Weiterentwicklung wird der Sozial-dienst katholischer Frauen e.V. Meppen-Emsland Mitteim Jahr 2013 für bereits qualifizierte Familienpaten einWeiterbildungsmodul mit dem Themenschwerpunkt„Die gesundheitsbewusste Familienpatin, der gesund-heitsbewusste Familienpate“ anbieten.Die Betreuungserfahrungen der Familienpaten habengezeigt, dass es oft Defizite in den unterschiedlichenBereichen der körperlichen und seelischen Gesundheitsind, die zu Überforderungssituationen in den Familienführen.Im Jahr 2013 wird der Sozialdienst katholischer Frauene. V. Meppen-Emsland Mitte einen weiteren Qualifizie-rungskurs für Familienpaten anbieten. Es sollen Frauen,Männer, Paare, insbesondere aber Menschen mit Mi-grationshintergrund als Ehrenamtliche gewonnen wer-den.Eine stärkere Kooperation mit den professionellenFachdiensten (Jugendamt, Hebammen, KindernetzEmsland, Geburtskliniken) über eine fallbezogene Koo-peration hinaus wird angestrebt.Der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte würde es begrüßen, wenn das Angebot„Familienpaten“ auch im nördlichen Emsland realisiertwerden könnte. Denkbar wäre, dass Familienpaten inKooperation mit den örtlichen Familienzentren oder an-deren Organisationen tätig werden und der Sozialdienstkatholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte beimAufbau eines solchen Netzwerkes koordinierende Ver-antwortung übernehmen würde.Mit dem am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Bundes-kinderschutzgesetz hofft der Sozialdienst katholischerFrauen e. V. Meppen-Emsland Mitte auf finanzielle Un-terstützung bei der Ausweitung und Verstetigung desProjektes „Familienpaten“ insbesondere bezüglich derFinanzierung der hauptberuflichen Ehrenamtskoordina-torin.
  • 14. 142.5 Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Osnabrück Beate Schreinemacher Johannisstraße 91 49074 Osnabrück Tel.0541 33876-13 bschreinemacher@skf-os.de www.skf-os.de Für einen guten Start ins Leben – StartKlarDie Schwangerenberatung des Sozialdienstes katho-lischer Frauen e. V. Osnabrück hat zu Beginn des Jah-res 2011 zwei Gruppenangebote für junge Familien neukonzipiert, umgesetzt und durchgeführt. Auch in 2012konnten diese Angebote erfolgreich weitergeführt wer-den. Unser Angebot der Frühen Hilfen StartKlar um-fasst den Babytreff für Mütter/Väter mit Säuglingen unddie Mutter-Kind-Spielgruppe.Babytreff – das erste LebensjahrStartKlar setzt nach der Wochenbettbetreuung derHebammen ab dem 3. Lebensmonat des Kindes an.In 2012 konnten insgesamt drei Durchgänge mit jeweils10 Treffen für Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahrdurchgeführt werden. Themen und Aktivitäten der Tref-fen sind eine Mischung aus Information, Bewegungse-lementen, Aktion und gemeinsamem Tun. Der Aufbaueines Kurses wird je nach Gruppenzusammensetzungauf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen abgestimmt.Ziel dieses präventiven Angebotes ist es, Eltern mitSäuglingen frühzeitig in ihren Lebensbezügen anzu-sprechen: Die Eltern-Kind-Bindung soll gestärkt unddie Eltern-Kind-Interaktion verbessert und erweitertwerden. Dies geschieht u. a. durch die Vermittlung vonStreichelmassagen, Finger-, Tast- und Greifspielenund praktischen Spieleinheiten. Grundlage für alle be-deutsamen Bildungsprozesse von Kindern bildet einesichere und stabile Bindung, die durch Frühe Hilfen för-derlich unterstützt werden kann. Forschungsergebnissezur frühen Kindheit verweisen auf die Wichtigkeit derfrühen positiven Bindungsbeziehungen für die spätereSelbst- und Persönlichkeitsentwicklung. Besonders Kin-der mit hochunsicherer Bindung sind gefährdet, spätermit Verhaltensproblemen und Entwicklungsstörungenzu reagieren.Weitere Inhalte sind der Besuch einer Familienbil-dungsstätte („Snoezelen“) sowie das Kennenlernenvon örtlichen Angeboten wie Mehrgenerationenhaus,Familientreffs in den einzelnen Stadtteilen und Mutter-Kind-Turngruppen. Für die Teilnehmerinnen hat nebender Wissensvermittlung der Kontakt und Austausch un-tereinander eine zentrale Bedeutung. Dies zeigt sich vorallem auch nach Kursende: Gegenseitige Besuche odergemeinsame Spaziergänge werden vereinbart. Bei derVermittlung in andere Treffpunkte kann die Gruppenlei-tung behilflich sein.Jeweils 3 Treffen pro Durchgang wurden von einer Fa-milienhebamme begleitet. In den drei Kurseinheiten liegtder Schwerpunkt auf der gesunden Ernährung und derEinführung in die Beikost.Mit unserem niedrigschwelligen ganzheitlichen Kursan-gebot, das von einer Dipl.-Sozialpädagogin geleitet wird,konnten in 2012 insgesamt 25 junge Mütter, davon 13Alleinerziehende, erreicht und in ihren Erziehungskom-petenzen gestärkt werden. Auch ein alleinerziehenderVater nahm an dem Gruppenangebot teil.Mutter-Kind-Spielgruppe für Mütter mit Kindernim Alter von 1-2 Jahren: „Spiel und Spaß undsonst noch was ...“Die Mütter haben im Anschluss an den Baby-Treff dieMöglichkeit, sich für ein weiteres halbes Jahr mit ihrenKindern einer Mutter-Kind-Spielgruppe anzuschließen.Der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Osnabrücksieht einen Beratungs- und Unterstützungsbedarf vonEltern, deren Kinder noch nicht institutionell erfasst (Kin-derkrippe oder Kindertagesstätte) sind. Durch die Ab-nahme der medizinischen Vorsorgeuntersuchungen mitsteigendem Alter fehlt häufig für diese Altersgruppe eineniedrigschwellige Informations- und Beratungsmöglich-keit zu Gesundheits- und Erziehungsfragen.Der Spielkreis ist auf eine Gruppenstärke von zehn Müt-tern mit ihren Kindern ausgelegt. Er wird von einer Er-2 Entwicklungen und Erkenntnisse aus den Projektstandorten
  • 15. 15zieherin mit musikalischer Zusatzausbildung geleitet. Imersten Halbjahr 2012 nahmen 10 Frauen mit 10 Kindernteil. Im zweiten Halbjahr wurde die Hälfte der Plätze neubesetzt, so dass erneut fünf Mütter, die bereits den Ba-bytreff besucht hatten, nun nachrücken konnten. AlleFamilien haben einen Migrationshintergrund.Der Spielkreis zielt ebenfalls auf eine positive Eltern-Kind-Interaktion ab. In den wöchentlichen Gruppentref-fen geht es neben dem Austausch über Erziehungsthe-men, schwierige Erziehungssituationen und adäquateHandlungsmöglichkeiten der Eltern um Spiel und Spaßmit verschiedenen Bewegungsspielen und kreativenGestaltungsangeboten. Es wird ein gemeinsamer Ab-lauf mit den Kindern angestrebt. Sie sollen Anregungendurch Spiele, Lieder und kreative Angebote erhaltenund sich im Umgang mit anderen Altersgenossen üben.Drei große Themenbereiche mit möglichen Inhaltenwerden im Laufe des halben Jahres mit jahreszeitlichentsprechender Gestaltung berücksichtigt:1. Gruppen(er)leben• Rituale für Kleinkinder• Netzwerke für junge Familien (Großeltern, Freunde,Nachbarn, Gemeinde etc.)• Förderung des Sozialverhaltens – Kinder lernenKontakte knüpfen• Entwicklung der Gruppenfähigkeit bei Kleinkindern• Kinderstreit – wie lernen Kinder Konflikte zu lösen?2. Mit Kindern leben (und) lernen• Bindung durch körperliche Nähe (Finger- und Knie-reiterspiele)• Förderung der Motorik durch Bewegungsspiele• Förderung der Sprachentwicklung durch Vorlesen• „Mein Kind haut“ – vom Sinn kindlicher Aggressionen• Kinderkrankheiten, Entwicklung im 2. Lebensjahr• Gesunde Ernährung – Vorbeugung gegen Überge-wicht• Sinnvoller Umgang mit Medien• „Konsumterror“ im Kinderzimmer – pädagogischsinnvolles Spielzeug• Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Tagesbetreuung)• Väter in der Familie (Rolle, Bindung, Engagement etc.)3. Kreativität und Musisches• Kreativ gestalten mit Material – kneten, kleben, malen• Tanz und Rhythmik, musikalische Früherziehung• Wahrnehmungsübungen für Groß und Klein• Feste (je nach Religion der Teilnehmerinnen) imJahreskreisWeitere Inhalte sind der Besuch von Spielplätzen in derNähe, des Figurentheaters oder der Stadtbibliothek.Auch hierbei steht das Kennenlernen von unterschied-lichen Angeboten (möglichst kostenfreie) und Instituti-onen in der Stadt für Familien im Mittelpunkt.Frühe Hilfen für Familien mit MigrationshintergrundIm Verlauf des Projektes stellte sich heraus, dass Frü-he Hilfen für Familien mit Migrationshintergrund bereitseine große Bedeutung haben und immer mehr an Be-deutung gewinnen angesichts des demografischenWandels und der Zusammensetzung der Bevölkerung.Mütter mit Zuwanderungsgeschichte sind im Vergleichzu ihren Altersgenossinnen kinderreicher und jünger.Junge Eltern, die selber ihre eigenen Entwicklungsauf-gaben noch nicht abgeschlossen haben, zugleich abersensibel sein sollen für die Bedürfnisse ihrer Kinder,können mit dieser neuen Herausforderung schnell über-fordert sein.Untersuchungen zeigen, dass viele junge Migrantinnentrotz ihres Aufwachsens in Deutschland den (eher länd-lichen) Traditionen ihrer Eltern bzw. dem Geburtslandfolgen. Um den Erhalt der eigenen kulturellen Identitätzu wahren versuchen sie – oft verstärkt- ihre eigenenkulturellen Werte an die nächste Generation zu vermit-teln.Migrantenfamilien sind häufiger von schwierigen Le-bensbedingungen und Benachteiligungen betroffen.Neben Sprachdefiziten können andere ungünstige Le-bensbedingungen wie Arbeitslosigkeit, beengte Wohn-verhältnisse, geringe Bildung hinzukommen und Barrie-renbilden.KulturspezifischeBarrierenwieSchamgefühl,geringes Selbstvertrauen sowie geringes Vertrauen inInstitutionen können Gründe dafür sein, dass Instituti-onen weniger in Anspruch genommen werden. Ein Teildieser Erkenntnisse spiegelt sich ebenfalls in den Grup-pen wieder. Die Gruppenteilnehmerinnen stammen
  • 16. 163.1 Diözesanes ProjektteamDie Ehrenamtskoordinatorinnen aus den fünf Stand-orten, die Diözesanreferentin für den FachbereichErziehungshilfen und die Projektkoordinatorin bil-deten gemeinsam das Team auf diözesaner Ebene.In regelmäßigen Treffen fand ein intensiver Erfah-rungsaustausch zu projektbezogenen Inhalten so-wie Möglichkeiten von Vernetzungsaktivitäten statt.Der Transfer von Erkenntnissen und Informationenaus dem Bundesprojekt des Deutschen Caritasver-bandes wurde sichergestellt.Die Bedarfe werdender Eltern und junger Familienwurden am Anfang eruiert und mit den regionalenund trägerspezifischen Angeboten verglichen. DieseErkenntnisse gingen in die konzeptionelle Entwick-lung ein. Bei der Akquise von Finanzierungsmöglich-keiten war die diözesane Projektleiterin behilflich.EhrenamtskoordinationEin Curriculum „Ehrenamtskoordination“ wurdedurch das Projektteam auf Bundesebene entwickelt.In regionalen Fortbildungsangeboten sind die Inhalteden hauptberuflichen Fachkräften vermittelt worden.Die Ehrenamtskoordinatorinnen sind Ansprechpart-nerin und Kristallisationspunkt für das Gesamtthe-ma Ehrenamt in den Frühen Hilfen. Ihre Aufgabenbeziehen sich auf die Ehrenamtlichen, die Familien,auf das Netzwerk und den Sozialraum sowie auf denTräger. Die Kompetenzen der Ehrenamtskoordinato-rin sind daher von zentraler Bedeutung.Qualifizierung Frühe HilfenDas Arbeitsfeld der Frühen Hilfen und die Unterstüt-zung junger Familien bringen eine große Bandbrei-te an Fachthemen mit, die sowohl die Bereiche derfrühen kindlichen Entwicklung betreffen als auch diegesetzlichen Rahmenbedingungen (Bundeskinder-schutzgesetz) sowie das Know-how für eine erfolg-reiche Vernetzung.3 „Frühe Hilfen in der Caritas“ in der Diözese Osnabrückhäufig aus osteuropäischen Ländern oder EU-Ländernund sind auf Transferleistungen angewiesen.Finanzierung des ProjektesDie Finanzierung des Projektes StartKlar wurde in2011 und 2012 durch Mittel der Caritas-Gemeinschafts-stiftung für die Diözese Osnabrück sowie Eigenmitteldes Sozialdienstes katholischer Frauen e. V. Osnabrückund Spenden sichergestellt. Die Ernährungsmodulekonnten aus Mitteln der „Sternstundenstiftung“ des Bay-rischen Rundfunks finanziert werden.Dank einer Spende aus der Aktion „Antenne für Kinder– Niedersachsen hilft“ konnten die Kosten der Honorar-kraft, die den Spielkreis leitet, gedeckt werden.Fazit und AusblickSeit Projektbeginn am 01.01.2011 wurden mit unseremAngebot StartKlar insgesamt 120 Familien erreicht. ImProjekt ist es gelungen, zwei Ehrenamtliche für Fahr-dienste sowie für Familienpatenschaften zu gewinnen.Die Akquise von Ehrenamtlichen, die sich in Familienengagieren möchten, wird weiter Aufgabe bleiben.Eine Besonderheit in 2012 war, dass mehrere Müt-ter aus den Gruppen parallel dazu im Rahmen derSchwangerenberatung des Sozialdienstes katholischerFrauen e. V. Osnabrück bei verschiedenen Anliegen (z.B. Wohnungssuche, Partnerprobleme, Überforderungund Erziehung des Kindes) Unterstützung suchten. InGesprächen wurde nach konkreten Lösungen gesucht.In zwei Fällen konnte die Kontaktaufnahme zum Ju-gendamt gelingen und nach Prüfung des Bedarfes wur-de eine Sozialpädagogische Familienhilfe gemäß §31SGB VIII eingeleitet. Somit liegt neben der Gruppenar-beit ein weiterer Schwerpunkt in der Begleitung, in derpsychosozialen Beratung der jungen Eltern und in dieVermittlung innerhalb des Netzwerkes.Für 2013 wird dank einer erneuten Kostenzusage zu-sätzlich zum Spielkreis ein offener Treff im Sinne einesElterncafes geplant.
  • 17. 17In der Diözese Osnabrück fand hierzu im ZeitraumJanuar bis April 2012 eine fünftägige Seminarreihestatt. 25 Fachkräfte nahmen an der „QualifikationFrühe Hilfen“ teil. Neben der Wissensvermittlungund dem fachlichen Diskurs wurden Möglichkeitender Zusammenarbeit thematisiert.Durch die Fachtagung „Frühe Hilfen für Familienmit Migrationshintergrund“ mit Carmen Guerra,vom Fachbereich Migration und Integration desCaritasverbandes für die Diözese Osnabrück e. V.,im Oktober 2012 konnten sich die hauptamtlichenFachkräfte nochmals intensiv mit Themen wie Ste-reotypisierungen, Interkulturalität und Grundlagenzum Aufenthalts- und Freizügigkeitsrecht auseinan-der setzen. Die vom Caritasverband für die DiözeseOsnabrück e. V. geförderte Schulung zielte daraufab, unterschiedlichen Kulturen und Lebensweltenmiteinander in Kontakt zu bringen und für Verständ-nis untereinander zu werben.ZwischenbilanzNach Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzeswar es dem diözesanen Projektteam ein Anliegen,konkret auf das Projekt „Frühe Hilfen in der Caritas“und dessen Umsetzung im Landkreis Emsland undder Stadt Osnabrück aufmerksam zu machen. DieVeröffentlichung eines Zwischenberichtes hatte zumZiel für die erfolgreichen Frühe Hilfen-Angebote zuwerben und eine Argumentationsgrundlage für dieVerstetigungsbemühungen zu schaffen.3.2 Diözesane ProjektkoordinationDer Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Lingenwurde vom Caritasverband für die Diözese Osna-brück e. V. mit der diözesanen Projektkoordinationbeauftragt.Die Aufgaben der diözesanen Koordinierungsstellelassen sich in folgende Schwerpunkte unterteilen:• Begleitung und Unterstützung der projektbetei-ligten Standorte• Mitarbeit im Projekt „Frühe Hilfen in der Caritas“auf Bundesebene• Transfer von Informationen und Erkenntnissenzwischen örtlicher Ebene und BundesebeneDie diözesanen Projektkoordinatoren aus 16 Diöze-sen, eine Vertreterin des Sozialdienstes katholischerFrauen e. V. und der Projektleiter des DeutschenCaritasverbandes bildeten das Team auf Bundese-bene.Eine aktive Mitarbeit bei der Entwicklung und Aus-arbeitung von Konzepten und Handlungsempfeh-lungen im Feld Früher Hilfen fand in verschiedenenArbeitsgruppen statt.Die entwickelten Materialien:• Curriculum Ehrenamtskoordination• Handreichung „Qualifizierung für ehrenamtlicheFamilienpaten“• Aufgaben- und Kompetenzprofil von Ehrenamtsko-ordinatorenkönnen beim Deutschen Caritasverband, ReferatKinder, Jugend, Familie und Generationen angefor-dert werden.
  • 18. 184.1 Evaluationsergebnisse der Universität UlmBei der Abschlussveranstaltung des Deutschen Cari-tasverbandes „Familie ist kein Kinderspiel“ – Erkennt-nisse und Ergebnisse aus 3 Jahren Projektarbeit –präsentierte Frau Prof. Dr. Ute Ziegenhain die For-schungsergebnisse des Universitätsklinikums Ulm.„Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Eh-renamtlichen in den Frühen Hilfen“ - so lautete der Ar-beitstitel der externen Evaluation der „Frühen Hilfen inder Caritas“. Auch wenn im ursprünglichen Projektan-satz verschiedene Angebote vorgesehen waren, stell-te sich heraus, dass sich mehrheitlich das Konzept„Familienpatenschaften“ als aufsuchender Dienst imSinne einer Primärprävention durchgesetzt hat.Im Folgenden finden sich die zusammengefasstenErgebnisse, aus denen Handlungsempfehlungen fürEhrenamtliche in den Frühen Hilfen entwickelt werden:Zugang zu den Familien/zumehrenamtlichen AngebotDer Zugang zum ehrenamtlichen Angebot definiertsich in erster Linie darüber, ob die Familien einenniedrigschwelligen Unterstützungsbedarf haben, derdurch Ehrenamtliche abgedeckt werden kann. Er de-finiert sich nicht über spezielle Probleme in der Fami-lie oder Familienstruktur wie beispielsweise bei Allein-erziehenden.Familien nutzen das ehrenamtliche Angebot, wenndie beruflichen Ehrenamtskoordinatoren selber be-reits in anderen Zusammenhängen in niedrigschwel-ligen Angeboten tätig sind. Daneben wirkt sich dieräumliche Nähe der Ehrenamtskoordinierung mitanderen Angeboten des Trägers (Schwangerschafts-beratung, Sozialpädagogische Familienhilfe etc.) unddes professionellen Netzwerkes positiv aus.Ausgehend von der definierten Altersspanne 0-3 Jah-re für das Konzept Frühe Hilfen durch das NationaleZentrum Frühe Hilfen (NZFH) bleibt unpräzise, inwie-weit „Frühe Hilfen in der Caritas“ sich auf Familien mitKindern unter drei beschränken sollte. Der Anteil derFamilien mit Kindern über 3 Jahren lag bei 25%.Kompetenzprofil EhrenamtlicheDie typischen Aufgabenbereiche von Familienpatenlagen in den Bereichen: Kinderbetreuung, Beratungin Erziehungsfragen, Angebot als Gesprächspart-ner, organisatorische Unterstützung von Familien (z.B. Behördengänge, Fahrdienste, Unterstützung imHaushalt, etc.).Paten unterstützen Familien mit einem unterschied-lich breiten Belastungsspektrum. Ehrenamtliche müs-sen nicht über Expertenwissen/-kompetenzen verfü-gen, sehr wohl sollten sie Warnzeichen für kritischeEntwicklungssituationen von Kindern erkennen undsich bei Unsicherheiten an kompetente Ansprech-partner wenden können.Das Aufgabenprofil von Ehrenamtlichen in den Frü-hen Hilfen wird durchaus kontrovers diskutiert. Als Er-gebnis lässt sich festhalten, dass die Ehrenamtlichenweniger Unterstützungsbedarfe haben und Überfor-derungssituationen erleben, je klarer sie sich überihre Aufgaben und die Erwartungen an sie sind.Kompetenzprofil Ehrenamtskoordinationdes TrägersDie Ehrenamtskoordinatorinnen sind Schlüsselfi-guren für den Erfolg der Projekte.Die Passung Familie und ehrenamtliches Angebot so-wie das Matching der Familie mit einem potentiellenPaten wird überwiegend systematisch und sorgfältigüberlegt. Viele Ehrenamtskoordinatoren legen bei-spielsweise Wert darauf, die Familien vorab persön-lich kennen zu lernen.Die hinreichenden zeitlichen Ressourcen der Ehren-amtskoordination gilt es dabei zu beachten.Der Ehrenamtskoordination liegen kaum standardi-sierte und empirisch abgesicherte Instrumente zurEinschätzung von familiären Belastungen und Res-sourcen (Checkliste zur Risikoeinschätzung) vor.Eine zeitliche Begrenzung von ehrenamtlichen Ein-sätzen in den Frühen Hilfen ist überwiegend nichtstandardisiert geregelt. Die Beendigung wird vom in-dividuellen Bedarf der Familie und dem Gespür derPaten abhängig gemacht.Beim Profil der Ehrenamtskoordination wird darüberhinaus auf das vom Projektteam entwickelte „Kompe-tenz- und Aufgabenprofil der Ehrenamtskoordinato-rin“ verwiesen.4 Erkenntnisse aus dem Bundesprojekt „Frühe Hilfen in der Caritas“
  • 19. 19Kompetenzentwicklung der EhrenamtlichenQualifizierungDie Untersuchung belegt, dass sich ein Großteil derEhrenamtlichen gut auf ihre Tätigkeit in den FrühenHilfen vorbereitet fühlt. Die Bedeutsamkeit von Schu-lungen der Ehrenamtlichen wird jedoch unterschied-lich eingeschätzt. Die Intensität der Qualifizierungreicht bis zu einer Dauer von maximal 32 Stunden.Kontinuierliche Begleitung und UnterstützungWährend ihres Einsatzes werden den Ehrenamtlichenunterstützende Maßnahmen wie Austauschtreffen,themenzentrierte Fortbildungen und Supervision an-geboten. Der Unterstützungsbedarf ist individuell un-terschiedlich. In der Regel sind die Ehrenamtskoordi-natoren jederzeit erreichbar. Insgesamt zeigten sichdie meisten Ehrenamtlichen mit der Betreuung durchdie Ehrenamtskoordination sehr zufrieden.Je mehr Wertschätzung die Ehrenamtlichen durchden Caritas-/Fachverband erleben, desto zufriedenersind sie mit ihrer Tätigkeit. Ebenso fühlen sie sich beihoher Wertschätzung betreffend der Aufgaben undErwartungen weniger unsicher und zeigen ein hö-heres Selbstwirksamkeitserleben.Einbindung in die lokale VernetzungAlle Standorte kooperieren mit caritas-internen Dien-sten, darunter z.B. Schwangerschaftsberatungsstel-len, Allgemeine Sozialberatung, Schuldnerberatungund Migrationsdienste sowie caritas-externen Stellen,darunter Jugendamt/ASD, Gesundheitsamt, Psycho-logische Beratungsstelle, Pro Familia, Kindergärten,Pfarrgemeinden etc.FazitDer Einsatz von Ehrenamtlichen in den Frühen Hil-fen setzt auf die alltagspraktische Unterstützung undEntlastung für die Familie und stellt das Wohlbefindendes Kindes in den Vordergrund.In der Praxis findet sich eine bunte Vielfalt wieder; dieVereinbarung von Minimalstandards wird empfohlen.Das Universitätsklinikum Ulm kommt zu dem Er-gebnis, dass sich der ehrenamtliche Einsatz in denFrühen Hilfen bewährt hat. Die Familien zeigten einehohe Zufriedenheit und würden das Angebot weiter-empfehlen.4.2 Erfahrungen aus den Projektstandorten in der Diözese OsnabrückDas Bundesprojekt „Frühe Hilfen in der Caritas“ star-tete zum 01.04.2010. Vor Ort begannen die Projektejedoch zu unterschiedlichen Zeiten, zuletzt im Okto-ber 2011. Inzwischen haben sich die Frühen Hilfenetabliert, so dass nach offiziellem Projektende imMärz 2013, alle Standorte ihre Angebote fortsetzen.Mit dem Aus- und Aufbau von Familienpatendienstensowie Gruppenangeboten für junge Eltern mit ihrenKindern wurde die Projektidee umgesetzt:Zielgruppe und ZugängeIn allen fünf Standorten richtete sich das Angebotzunächst an alle (werdenden) Eltern mit Kindern imAlter von 0-3 Jahren. Bei den Familienpatenschaftenfiel auf, dass die Altersspanne der Kinder weiter ge-fasst ist. Patenschaften sollen auch ein Angebot fürFamilien mit mehreren Kindern sein, so dass selbst-verständlich auch ältere Geschwisterkinder mit einbe-zogen werden.Bei den Gruppenangeboten findet eine passgenaueAbstimmung auf die Zielgruppe statt: das St.-Vitus-Werk richtete sein Angebot auf Familien mit behin-derten Kindern bzw. Kindern mit Entwicklungsbe-einträchtigungen aus, der Sozialdienst katholischerFrauen e. V. Osnabrück sprach vor allem Familien mitMigrationshintergrund an und der Caritasverband fürden Landkreis Emsland verzeichnete eine hohe An-zahl junger alleinerziehender Mütter.Obwohl die erreichten Familien in ihrem sozialen Hin-tergrund ganz unterschiedlich sind, ist deutlich gewor-den, dass viele in belasteten Familienkonstellationen/-situationen leben. Der Anteil der Alleinerziehendenwar an allen Projektstandorten deutlich erhöht.Für alle Standorte war es bedeutsam niedrigschwel-lige Zugänge zu gestalten. Die Zugänge waren hier-bei sowohl interner als auch externer Art. Als äußerstpositiv erwiesen sich die Kooperationen mit den inder Stadt und Kommune tätigen Institutionen, die inden Bereichen Kinder, Familie und Gesundheit be-raten und unterstützen. Hierzu zählen Jugend-, So-zial- und Gesundheitsämter, Beratungsstellen, Kin-dertagesstätten, Familienzentren, Pfarrgemeinden,
  • 20. 20(Familien)-hebammen, u. a. Intern spielten vor allemSchwangerenberatungsstellen eine besondere Rolle.Zudem wurde die Zahl der Selbstmelder im Laufe desProjektes stetig größer, da die teilnehmenden Fami-lien die Angebote weiter empfohlen haben.Eltern-Kind-GruppenangeboteDie angeleitete Gruppenarbeit zielt auf die Stärkungder Erziehungskompetenz ab und dient der gegensei-tigen Unterstützung und dem „Voneinander-Lernen.“Die Erfahrungen an den Standorten mit Eltern-Kind-Gruppenangeboten haben gezeigt, dass die Moti-vation der teilnehmenden Familien umso höher ist,je mehr die individuellen Wünsche und Bedürfnisseangesprochen werden. Informationen zur Ernährungdes Kindes und das gemeinsame Kochen waren da-bei besonders beliebte Module. Die Motivationsar-beit, die im Vorfeld und während der Durchführunggeleistet werden muss, darf jedoch nicht unterschätztwerden.Eine Problematik stellten mitunter die weiten An-fahrtswege für die Familien dar. Es konnten zum TeilFahrdienste durch Ehrenamtliche organisiert undauch wohnortnahe Lösungen, durch die Nutzung vonRäumen der Kindertagesstätten/Pfarrgemeinden,geschaffen werden.FamilienpatenschaftenFamilienpatenschaften werden durch hauptberuflicheEhrenamtskoordinatoren vermittelt. In der Projekt-laufzeit konnten stetig neue Ehrenamtliche für dieseAufgabe gewonnen und qualifiziert werden. Mitunterwaren vor Ort jedoch zu wenig ehrenamtliche Patenverfügbar. In diesen Situationen hatte die Ehrenamts-koordinatorin anhand des Bedarfes einzuschätzen,welche Familie priorisiert wird. Die getroffene Ent-scheidung orientierte sich am Bedarf und der momen-tanen Lebenssituation der Familie (Bsp.: fehlendessoziales Netzwerk, Erkrankung der Eltern oder desKindes, Mehrlingsgeburten, etc.Ehrenamtliche in den Frühen Hilfen investieren in derRegel 2-4 Stunden in der Woche für die Familien. Inder Regel handelt es sich um über fünfzigjährige Fa-milienpatinnen, die verheiratet sind und eigene Kinderhaben.Alle Paten haben vor dem Einsatz an einer Qualifi-zierungsmaßnahme teilgenommen. Der zeitliche Auf-wand variiert zwischen 18 und 46 Unterrichtsstunden.Daneben findet ein intensiver Austausch mit den Eh-renamtskoordinatorinnen und in den Gruppen statt.Von den Ehrenamtskoordinatorinnen erwarteten dieEhrenamtlichen vor allem Unterstützung bei den The-men Konflikte in den Familien, Abgrenzung, Reflekti-on des Familienpatenprofils sowie trägerspezifischeInformationen und Entwicklungen.Die Familien wünschen sich vom Familienpaten all-tagspraktische Unterstützung durch die stundenwei-se Kinderbetreuung und die gemeinsame Freizeitge-staltung.Alle Ehrenamtliche sehen ihren Dienst als hilfreich fürdie Familien an. Gleichzeitig profitieren sie selbst vondieser sinngebenden Aufgabe.VernetzungAn allen fünf Standorten konnte ein weites Netz anKooperationen mit anderen Institutionen erreicht wer-den. Dies gelingt vor allem durch den persönlichenKontakt. Eine Vernetzung – auch über „Frühe Hilfenin der Caritas“ hinaus – ist vorgesehen.Die Angebotspalette der Frühen Hilfen in Städten undGemeinden hat sich in den letzten Jahren rasant ent-wickelt. Es ist unbedingt sinnvoll, regelmäßig zu über-prüfen, ob das Frühe Hilfen-Angebot weiter passendund am Bedarf der Familie ausgerichtet ist.Insbesondere in den Gruppenangeboten wurde diepositive Erfahrung gemacht, dass ein an den Bedürf-nissen und Ressourcen orientierter Ansatz hilfreichund wirksam ist.
  • 21. 21Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzessind die Frühen Hilfen in den Mittelpunkt des Ge-setzes gestellt worden. Das Gesetz intendiert, be-reits bestehende Aktivitäten von Ländern und Kom-munen mit zusätzlichen Maßnahmen zu ergänzenund zu unterstützen.So sollen laut Ausführungsbestimmungen des Lan-des Niedersachsen• der Einsatz von Familienhebammen und vergleich-bare Berufsgruppen aus dem GesundheitsbereichFrühe Hilfen• Netzwerke mit Zuständigkeit für Frühe Hilfen und• Ehrenamtsstrukturen und in diese Strukturen ein-gebundene Ehrenamtliche im Kontext Frühe Hilfenfinanziell gefördert werden.Mit dem Projekt „Frühe Hilfen in der Caritas“ habenim Landkreis Emsland und der Stadt Osnabrück bis-lang über 300 Familien Angebote der Unterstützung,Beratung und Entlastung erfahren. Durch das Mit-wirken von 65 Ehrenamtlichen in den Frühen Hilfenwurde das multiprofessionelle Netzwerk erweitert.Das Modellprojekt konnte sich im Netzwerk FrüheHilfen etablieren und wird nach dem offiziellen Pro-jektende an allen fünf Standorten fortgesetzt.Die begleiteten Familien zeigten sich sehr zufriedenmit der alltagspraktischen Unterstützung. Ehrenamt-liche betrachten ihr Engagement als hilfreich undsinngebend. Als beiderseitiger Gewinn werden dieneu entstandenen, vertrauensvollen Beziehungenkonstatiert.Die kindliche Entwicklung früh zu unterstützen unddies zusammen mit allen zu tun, die mit Familien inKontakt sind, ist eine sinnvolle und im Besonderenpräventiv wirkende Aufgabe.Aus der Projektzeit ergeben sich folgende 6 zentraleThesen:1. Frühe Hilfen waren ein Strohfeuer und sind seit-dem ein Dauerbrenner.2. Im Diskurs um Frühe Hilfen und Kinderschutz hatsich ein präventives Verständnis durchgesetzt.Kernanliegen ist die Befähigung von Eltern, fürein gesundes Aufwachsen ihrer Kinder sorgen zukönnen.5 Ausblick„Familie im Sinn – und die Kinder im Blick“3. Frühe Hilfen sind ein Paradebeispiel für die Ver-änderungen im Zusammenspiel von privat und öf-fentlich wahrgenommener Verantwortung für dasAufwachsen von Kindern. (vgl. 14. Kinder- undJugendbericht: Aufwachsen in neuer Verantwor-tung)4. Die Ambivalenz von Hilfe auf der einen und Kon-trolle/Schutz auf der anderen Seite ist auch fürFrühe Hilfen relevant.5. In den nächsten Jahren wird es zu einer stärkerenVereinheitlichung der Frühen Hilfen kommen mitden Elementen Netzwerk, Familienhebammenund ehrenamtlichen Strukturen.6. Was machen Ehrenamtliche in den Frühen Hilfen?Sinn! Eltern brauchen konkrete Entlastung undUnterstützung im Alltag. So lautet auch das dies-jährige Motto des Deutschen Caritasverbandes:„Familie schaffen wir nur gemeinsam“.Bürgerschaftliches Engagement in den Frühen Hil-fen wird als eine adäquate Antwort auf familiäre Un-terstützungsbedarfe gesehen. Insgesamt lässt sichals Bewertung des Projektes resümieren, dass eh-renamtliche Unterstützung professionelle Hilfe sinn-voll ergänzen kann – nicht aber ersetzt.Um die im Projekt entstandenen Frühe Hilfe-Ange-bote langfristig vorhalten und verstetigen zu können,braucht es eine gesicherte finanzielle Perspektive.Eine Förderung, durch die im Rahmen der Bundesi-nitiative zur Verfügung gestellten Landesmittel, wärehier ein wichtiges und hilfereiches Signal.
  • 22. 22Deutscher Caritasverband e. V. Referat Kinder, Ju-gend, Familie und Generationen: „14. Kinder- undJugendbericht – Aufwachsen in neuer Verantwor-tung“. Handout zur „Aktuellen Stunde“ der Bundes-fachkonferenz KJF. Berlin, 13.03.2013.Kaesehagen-Schwehn, Georg: „Familie im Sinn– und die Kinder im Blick?“ Vortrag auf der Ab-schlussveranstaltung des Projektes „Frühe Hilfenin der Caritas“. Münster, 14.03.2013. Unveröffent-lichtes Manuskript.Liebhardt, Hubert: „Frühe Hilfen: gut entla-stet durch Ehrenamtliche“. In: neue caritas.Heft16/2012.Sann, Alexandra: „Keiner schafft das allein“.In: neue caritas. Heft 16/2012.Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.: „Guter Start ins Leben“. Dortmund, 2011.Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtvereine. V.: „Schnittstellen und Abgrenzungen FrüherHilfen“. Tagesdokumentation. Köln, 07.12.2012.Ziegenhain, Ute: „Möglichkeiten und Grenzen desEinsatzes von Ehrenamtlichen in den Frühen Hil-fen“. Vortrag auf der Abschlussveranstaltung desProjektes „Frühe Hilfen in der Caritas“. Frankfurt,19.03.2013. Unveröffentlichtes Manuskript.6 Literaturverzeichnis
  • 23. 23HerausgeberSozialdienst katholischer Frauen e. V. LingenBögenstraße 1249808 LingenTel. 0591 8006246info@skf-lingen.dewww.skf-lingen.deCaritasverband für die Diözese Osnabrück e. V.Knappsbrink 5849080 OsnabrückTel. 0541 34978100DICV-OS@caritas-os.dewww.caritas-os.deRedaktionStephanie Lüßling, ProjektkoordinationSozialdienst katholischer Frauen e. V. LingenChristiane Sobeczko, Fachberatung ErziehungshilfenCaritasverband für die Diözese Osnabrück e. V.Stand: Mai 2013Impressum
  • 24. Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Lingen Daniela Kaß Bögenstraße 12 49808 Lingen Tel. 0591 8006246 daniela.kass@skf-lingen.de www.skf-lingen.de Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Meppen-Emsland Mitte Rita Janssen Nagelshof 21b 49716 Meppen Tel. 05931 984122 rita.janssen@skf-meppen.de www.skf-meppen.de Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Osnabrück Beate Schreinemacher Johannisstraße 91 49074 Osnabrück Tel. 0541 3387613 bschreinemacher@skf-os.de www.skf-os.de Caritasverband für den Landkreis Emsland Margret Rohjans Hauptkanal re. 77 26871 Papenburg Tel. 04961 944161 mrohjans@caritas-os.de www.caritas-el.de St.-Vitus-Werk Meppen Frühförderung- und Entwicklungsberatung Marita Vox Hermann-Keller-Str. 9-11 49716 Meppen Tel. 05931 937411 marita.vox@vitus-werk.de www.vitus-werk.deStand: Mai 2013