Your SlideShare is downloading. ×
Blended Learning als Chance der Wissensver-mittlung und Verbesserung kollaborativer  Zusammenarbeit von LehrerInnen (Mittl Oliver, 2012)
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Thanks for flagging this SlideShare!

Oops! An error has occurred.

×

Introducing the official SlideShare app

Stunning, full-screen experience for iPhone and Android

Text the download link to your phone

Standard text messaging rates apply

Blended Learning als Chance der Wissensver-mittlung und Verbesserung kollaborativer Zusammenarbeit von LehrerInnen (Mittl Oliver, 2012)

795
views

Published on

Masterarbeit im Rahmen den Studiums für Angewandtes Wissensmanagement an der FH Eisenstadt, 2012

Masterarbeit im Rahmen den Studiums für Angewandtes Wissensmanagement an der FH Eisenstadt, 2012


0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
795
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1
Actions
Shares
0
Downloads
3
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

Report content
Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
No notes for slide

Transcript

  • 1. MasterarbeitBlended Learning als Chance derWissensvermittlung und Verbesserungkollaborativer Zusammenarbeit von LehrerInnenvonOliver MITTL,betreut vonProf. Mag. Dr. Paul KralFachhochschul-Studiengang Angewandtes WissensmanagementEisenstadt 2012
  • 2. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IIEhrenwörtliche ErklärungIch habe diese Masterarbeit selbstständig verfasst, alle meine Quellen und Hilfs-mittel angegeben, keine unerlaubten Hilfen eingesetzt und die Arbeit bisher inkeiner Form als Prüfungsarbeit vorgelegt.Ort, Datum Unterschrift
  • 3. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012III“Knowledge is experience. Everything else is just information.”Albert Einstein
  • 4. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IVAbstractBlended Learning considered as a chance for knowledge transfer and increase ofcollaborative joint work of teachers. The term “eLearning” is part of nearly everycompany, organization or educational institution. Schools especially want to layclaim the factor eLearning and present it on their portfolios to show a forcedcompetency and skill to their customers - the parents and children. The purposeof this thesis is to examine to what extent the use of blended learning can affectthe collaboration within a team of school teachers, and if it is an alternative to aclassic knowledge transfer.First, a review of different terms and definitions about knowledge, knowledgemanagement and schools as a learning organization is described. Furthermorecurrent literature relating on e-learning and blended learning is addressed. Theresearch part is a mix of methods and combines both quantitative and qualitativeinvestigations. The first step of the empirical study is a quantitative questionnaireconducted on all the teachers of the organization being analyzed. To deepen theresearch, three interviews with knowledge carriers of the school are conducted tochallenge and evaluate the results of the survey. Finally the combination of thetwo methods and the analysis of the data are used to get a tangible result.The main outcome of this thesis is that blended learning is an important part ofthe researched organization and it can be a chance to increase the collaborativework of the teacher’s team. According to the results of the surveys the use ofblended learning and a more positive candidness depends on the IT competencesof every teacher and the not to underestimate role of the administration of theorganization.Key words: Blended Learning, collaboration, IT competences, Community ofPractice
  • 5. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VExecutive SummaryAusgehend von der Problemstellung, welche sich in der nicht zufriedenstellen-den Zusammenarbeit und der Vernetzung in der zu betrachtenden Organisationder KMS-HS Güssing widerspiegelt, wurde in der vorliegenden Arbeit versucht,den Einfluss von Blended Learning auf die Steigerung des Wissensaustauschesund die Effektivität einer lernenden Organisation aufzuzeigen.Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: der theoretische Teil einerseits und der empi-rische Teil, aufgeteilt in einen quantitativen und qualitativen Part, anderseits.Neben der Betrachtung unterschiedlicher Lerntheorien und deren Einfluss aufdie Thematik von Blended Learning in Bezug auf den Wissensaustausch inner-halb der vorliegenden Organisation wurde speziell die Theorie von EtienneWenger über Lernen in einer Community of Practice in Betracht gezogen. Dievon ihm geprägte Theorie dieser Community of Practice wurde als passend fürdas Lernverhalten innerhalb einer lernenden Organisation, wie sie die Schuledarstellt, eingestuft.Die Teilnahme an der Vernetzung und der Austausch innerhalb des Lehrkörpersdes Kollegiums können direkten Einfluss auf das Lernverhalten jedes Einzelnennehmen. Gerade der soziale Kontext einer Schulgemeinschaft bildet hier dieGrundlage für Zusammenarbeit und Wissensaustausch, auf der Basis einer ge-meinschaftlichen Community.In diesem Zusammenhang erschien auch die Klärung der Begriffe der Kooperati-on und der Kollaboration als grundlegend, da hier ein Zusammenhang zur Ar-beit mit Blended Learning Methoden angenommen wurde. Gerade der Zugangdes kollaborativen Lernens hat nicht nur für das Individuum, sondern auch fürdie Gruppe Auswirkungen, welche zu einer Erweiterung der wissensbasiertenHandlungskompetenz führen können.Als weiterer theoretischer Hintergrund wurden die Begriffe „Wissen“, „Lernen“und „Schule als lernende Organisation“ betrachtet, wobei auf die gesteigerte Pro-fessionalisierung im Lehrberuf an sich Bezug genommen wurde.Um auch die Sichtweise des Wissensmanagements zu integrieren, wurde dasKonzept von Probst, Raub und Romhardt als theoretischer Hintergrund gewählt.Wissensziele wurden formuliert, Hypothesen aufgestellt und Wissensmanage-
  • 6. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIment wurde nach Meschenmoser als unverzichtbare Förderung kommunikativerund interaktiver Prozesse in einer lernenden Organisation eingestuft.Um einen Einblick über die Bereiche Blended Learning, IT–Kompetenz und Wis-sensaustausch innerhalb der Schule zu bekommen, wurde im empirischen Teilein Methodenmix aus quantitativer und qualitativer Forschung gewählt. In ei-nem ersten Schritt wurde, nach Absprache mit der Leitung der Organisation, einFragebogen an die Kollegen ausgeteilt, welcher vom Großteil der KollegInnenauch sehr genau ausgefüllt wurde. Die Ergebnisse wurden analysiert und in Be-zug auf die Wissensziele und die aufgestellten Hypothesen hinterfragt.Um einen genaueren subjektiven Einblick in den Bereich Blended Learning, des-sen Einsatz im Unterricht und den Wissensaustausch bzw. die Kollaboration in-nerhalb der KollegInnen zu bekommen, wurden drei problemzentrierte Inter-views gemacht. Die Interviews wurden genau transkribiert und nach MayringsInhaltsanalyse ausgewertet. Als InterviewpartnerInnen dienten hier drei Kolle-gInnen aus unterschiedlichen Fachbereichen, welche auch als Experten und Wis-sensträger eingestuft werden können. Das Ziel war, einen objektiven Quer-schnitt durch das Kollegium der Organisation zu erhalten.Die Ergebnisse aus beiden Untersuchungen wurden verglichen und in Bezug aufdie Forschungsfrage untersucht.Wichtig erschien dabei der Zusammenhang zwischen Blended Learning, dermöglichen Steigerung des kollaborativen Wissensaustausches und der Rolle derIT - Kompetenz der KollegInnen.Die Forschungsfrage lautete: „Hat der Einsatz von Blended Learning als neue Unter-richtsform Auswirkungen auf die kollaborative Zusammenarbeit innerhalb eines Lehrer-Kollegiums wie dem der KMS-HS Güssing?“Mit der vorliegenden Arbeit konnte die Forschungsfrage positiv beantwortetwerden und damit ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von BlendedLearning, der damit verbundenen Möglichkeit der Steigerung des Wissensaus-tausches innerhalb der Organisation und dem wesentlichen Einflussfaktor derIT–Kompetenz der KollegInnen bewiesen werden.
  • 7. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIIDie einzelnen Hypothesen und Wissensziele wurden bestätigt und können da-mit, bei Bedarf, als Basis für eine zukünftige Strategie zur Weiterentwicklung derOrganisation herangezogen werden.Besonders die Rolle der Wissensträger scheint hier wesentlich für die Vernetzungund den Wissensaustausch zu sein. Mehrmals wurde in den Interviews daraufhingewiesen, dass auch die Leitung einer Organisation zu einer Steigerung desWissensmanagements Wesentliches beitragen kann und damit auf eine Weiter-entwicklung der gesamten Organisation in Richtung Professionalisierung Ein-fluss nimmt.Im Laufe der Arbeit hat sich immer mehr gezeigt, dass die Thematik der Zu-sammenarbeit und des Wissensaustausches ein reales Problem für viele Kolle-gInnen der Organisation darstellt. Die vorliegende Arbeit hat das Interesse aneiner Weiterentwicklung geweckt, wurde als sehr positiv eingeschätzt und be-sonders die Leitung ist an den Ergebnissen interessiert, um sie in zukünftigenKonzeptionen zur Weiterentwicklung der Organisation in eine Neue Mittelschu-le einzubauen.Bemerkenswert ist auch die freiwillige Bereitschaft einzelner Wissensträger, hierihre Erfahrungen im Rahmen von schulinternen Fortbildungen weiterzugeben.Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Vernetzung und Steigerung der Kompe-tenz anderer KollegInnen eingeleitet werden.Es bestätigte sich damit der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von BlendedLearning, der möglichen Steigerung des Wissensaustausches innerhalb der Or-ganisation und der Wichtigkeit der IT – Kompetenz jedes Einzelnen.Schlüsselwörter: Blended Learning, IT – Kompetenz, Wissensaustausch; Com-munity of Practice, Lernende Organisation, Professionalisierung im Lehrberuf
  • 8. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012VIIIDankMein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Paul Kral, der mir durch seine motivieren-den Anregungen und fachlichen Korrekturen die Türen zu einer wissenschaftli-cheren Sicht der Dinge vermittelt hat. In unzähligen Mails und durch die Nut-zung von verschiedensten Vernetzungsplattformen haben wir gemeinsam einenroten Faden für die vorliegende Arbeit gefunden. Besonders im Ausdruck und inder Herangehensweisen hat er unterstützend eingegriffen und immer wieder zueiner Überarbeitung und Reflexion der Fakten angeregt. Bedanken möchte ichmich aber auch an seinem sehr persönlichen Interesse, an unserem gemeinsamenHobby – dem Ausdauersport.In weiterer Folge gilt der Dank meiner Frau Silvia. Sie hat mich mit ihrer ausge-glichenen Art immer wieder unterstützt und motiviert. Gerade in hektischenZeiten des Studiums waren ihre Zuwendung und Zusprache eine wesentlicheMotivation für die Arbeit. Des Weiteren hat die Rücksichtnahme meiner ganzenFamilie wesentlich zum Gelingen der Arbeit und zum erfolgreichen Abschlussdes Studiums beigetragen.Zum Abschluss möchte ich mich auch bei meinen KollegInnen der KMS-HS Güs-sing bedanken, welche durch ihr Interesse und ihre Teilnahme an den Untersu-chungen wesentlich zum Gelingen der Arbeit beigetragen haben.Last but not least gilt mein freundschaftlicher Dank besonders dem „Team 3“.Gerti und Günther sind verlässliche Wegbegleiter und Teampartner auch abseitsdes Studiums geworden. In diesem „Dreamteam“ durfte ich in den letzten zweiJahren erfahren, was gelebtes Wissensmanagement bedeutet und wie wichtigFreundschaft für die Bewältigung gemeinsamer Ziele ist.Danke!
  • 9. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012IXINHALTSVERZEICHNISABSTRACT IVEXECUTIVE SUMMARY VDANKSAGUNG VIIIINHALTSVERZEICHNIS IXABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XIABBILDUNGSVERZEICHNIS XII1. EINLEITUNG 11.1. Problemstellung 11.2. Motivation 21.3. Fragestellung und Hypothesen 31.4. Aufbau 42. THEORETISCHER HINTERGRUND 52.1. Begriffsdefinitionen 52.1.1. Wissen 62.1.2. Explizites Wissen 92.1.3. Implizites Wissen 92.2. Wissensmanagement 112.2.1. Konzept von Probst, Raub und Romhardt 122.2.2. Anwendung des Konzeptes in der Arbeit 142.2.3. Schule als lernende Organisation 152.2.4. Individuelles Wissen 172.2.5. Kollektives Wissen 172.3. State of the Art 182.3.1. E-Learning 192.3.2. Blended Learning 202.3.3. Kompetenzbegriff, Medienkompetenz oderLehrerInnen als ExpertInnen 222.3.4. Ausblick in die Zukunft von E-Learning 252.4. Lerntheorien 282.4.1. Der Lernbegriff 28
  • 10. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012X2.4.2. Behaviorismus 292.4.3. Kognitivismus 302.4.4. Konstruktivismus 322.5. Communities of Practice 332.5.1. Kollaboration 392.5.2. Kooperation 422.6. Professionalisierung im Lehrberuf 443. EMPIRISCHER TEIL 453.1. Beschreibung des Feldes und Klärung relevanter Begriffe 453.2. KMS-HS Güssing 453.3. Entwicklungsprozess zur Mittelschule 473.4. Evaluation des Ist-Zustandes 483.4.1. Methodenauswahl und Alternativen 483.4.2. Definition der Methode 503.4.3. Durchführung der Befragungen 513.4.4. Ergebnisse der Befragung 513.4.5. Schlussfolgerung über die quantitativen Ergebnisse 643.5. Einzelinterviews 673.5.1. Grundlagen der qualitativen Sozialforschung 673.5.2. Die Methode 683.5.3. Das Problemzentrierte Interview 683.5.4. Leitfaden zu den Interviews 703.5.5. Ablauf der Interviews – eine Beschreibung 703.5.6. Auswertung und Interpretation der Interviewergebnisse 724. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen – eine Bilanz 794.1. Wirkung für die Schule 804.2. Wirkung für die LehrerInnen 814.3. Wirkung für die Zukunft 825. QUELLEN UND LITERATUR 836. KURZLEBENSLAUF 91
  • 11. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012XIAbkürzungsverzeichnisAHS Allgemeinbildende Höhere Schulebm:uk Bundesministerium für Unterrichtund KunstCoP Community of PracticeECDL Europäischer ComputerführerscheinE-Learning electronic learning (elektronisch un-terstütztes Lernen)EPIK Entwicklung von Professionalität iminternationalen KontextIT InformationstechnikKMS-HS Güssing Kooperative Mittelschule – Haupt-schule GüssingLMS Lernen mit System
  • 12. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012XIIAbbildungsverzeichnisAbbildung 1: Beschreibung des Begriffes Wissen...................................................- 7 -Abbildung 2: Implizites und explizites Wissen.....................................................- 11 -Abbildung 3: Bausteine des Wissens.......................................................................- 12 -Abbildung 4: Basis für Wissensmanagement.........................................................- 13 -Abbildung 5: Ergebnisse kollaborativen Lernens ................................................- 42 -Abbildung 6: Anzahl der Dienstjahre der KMS - HS Güssing ............................- 52 -Abbildung 7: Seminare im Bereich Blended Learning und E-Learning.............- 52 -Abbildung 8: Seminare zu neuen Computerprogrammen ..................................- 53 -Abbildung 9: Methoden zur Verbesserung der Zusammenarbeit undKooperation ................................................................................................................- 54 -Abbildung 10: Teamfähigkeit und soziale Kompetenz ........................................- 54 -Abbildung 11: Zusammenarbeit in der KMS-HS Güssing...................................- 55 -Abbildung 12: Verbesserungsvorschläge aus dem Kollegium............................- 56 -Abbildung 13: Förderung systematischer Kollaboration undZusammenarbeit in der KMS-HS Güssing............................................................- 57 -Abbildung 14: Austausch von Best Practice und Unterrichtsmaterialien .........- 58 -Abbildung 15: Kommunikation und Informationsfluss.......................................- 58 -Abbildung 16: Vorschläge zur besseren Zusammenarbeit in derKMS-HS Güssing .......................................................................................................- 59 -Abbildung 17: Informationsquellen für den Unterricht.......................................- 60 -Abbildung 18: Einschätzung der eigenen IT-Kompetenzen................................- 61 -Abbildung 19: Zusammenhang zwischen Kompetenz undHäufigkeit des Einsatzes des Computers im Unterricht......................................- 62 -Abbildung 20: Vernetzung -oder Austauschplattform.........................................- 62 -Abbildung 21: Technische Ausstattung – Zufriedenheit......................................- 63 -Abbildung 22: Ablaufmodell des Problemzentrierten Interviews......................- 71 -Abbildung 23: Eigene Darstellung - Auszug aus der Tabellezur Auswertung der Interviews............................................................................- 73 -
  • 13. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 1 -EinleitungIm vorliegenden Kapitel soll genauer auf die Problemstellung, die Motivation fürdie Beschäftigung mit dem Thema eingegangen werden, aber auch die Fragestel-lung und die Hypothesen bzw. der Aufbau der Arbeit behandelt werden.1.1. Problemstellung„Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit istder Erfolg.“ (Henry Ford)Einem Artikel aus der „Zeitschrift für Pädagogen“ aus dem Jahr 2006 zufolgeherrscht in den Schulen nach wie vor ein Mangel an Kooperation undKollaboration zwischen LehrerInnen. Studien in Deutschland belegen (z.B.Esslinger 2002), dass Zusammenarbeit einen „untergeordneten Stellenwert derKooperation von Lehrkräften in Kollegien…“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006,S. 205) darstellt. Ein Trend zu einem Mehr an Zusammenarbeit und Vernetzungsei laut den Autoren nicht zu erkennen. Ergebnisse derSchuleffektivitätsforschung dagegen zeigen aber recht deutlich auf, dasserfolgreiche Schulen „gemessen an den Leistungen bzw. Leistungszuwächsenihrer Schüler/-innen sich durch ein hohes Maß an Kooperation und Kohäsion imKollegium auszeichnen.“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 205)Das praktische Problem der vorliegenden Arbeit stellt sich im Mangel an intensi-ver und qualitativ hochwertiger Zusammenarbeit bzw. Kollaboration innerhalbder Organisation der KMS-HS Güssing dar. Dieser notwendige Austausch wäreaber ein wesentlicher Ansatz, „sich wechselseitig über berufliche Inhalte undGegebenheiten zu informieren und mit Material zu versorgen.“ (Gräsel,Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 209)Durch Vernetzung, „joint work“ im Rahmen von Blended Learning undUnterrichtsplanung könnte es hier zu einer „Verbesserung der Schulqualität“(Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 209) und zur Steigerung der Effektivitätder Organisation kommen.Das Kollegium wurde in den letzten zwei Jahren durch Pensionierungen sehrstark verändert bzw. verjüngt. Viele der neuen KollegInnen setzen BlendedLearning in der Form von Lernplattformen oder Cyberhomework (www.more-
  • 14. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 2 -online.at) im Unterricht ein, und subjektiv gesehen erscheinen hier die Zusam-menarbeit und der Austausch von Wissen innerhalb dieser PädagogInnengruppewesentlich (Stangl, 2012) intensiver. Nach Breiter und Wellinger kann sich derErfolg von E-Learning in einer Organisation nur dann einstellen, wenn sein„Nutzen nicht auf einzelne Lehrkräfte beschränkt bleibt, sondern Schulen E-Learning als Angebot und Hilfe annehmen.“ (Breiter & Welling, 2009, S. 15) Da-bei wird der traditionelle Unterrichtsalltag hinterfragt und produktiv durch neueLehrformen weiterentwickelt. Reinmann, Florian, Häuptle und Metscher betonenin ihrer Arbeit zur wissenschaftlichen Begleitung von Blended Learning in derLehrerfortbildung den direkten Zusammenhang zwischen dem erfolgreichenEinsatz von digitalen Medien und Blended Learning mit der Medienkompetenzbzw. dem „mediendidaktischen Wissen und Können“ (Reinmann, Florian,Häuptle, & Metscher, 2009, S. 2) der PädagogInnen selbst.In weiterer Folge interessiert der Umstand, ob Weiterentwicklung und Kollabo-ration innerhalb des Kollegiums auch mit dem Einsatz von Blended Learning,dem Computer als Unterrichtsmittel und der offensichtlich mehr ausgeprägtenIT Kompetenz zusammenhängt.1.2. MotivationAls Lehrer und IT-Betreuer interessiert mich die Frage, ob der vermehrte Einsatzvon Blended Learning auch einen direkten Bezug auf die Zusammenarbeit zwi-schen den KollegInnen der Organisation hat. Damit wird der direkte Bezug zuWissensmanagement bzw. zur Kollaboration innerhalb der Schule hergestellt.Folgende Fragen sollten durch die Arbeit beantwortet werden:Gibt es spezielle Wissensträger im Bereich Blended Learning, und kommt es hier auchzu einem Wissenstransfer innerhalb des Kollegiums?Werden positive Erfahrungen über Blended Learning weitergegeben bzw. kommt esdadurch zu einer verstärkten Vernetzung zwischen den LehrerInnen?Beeinflusst die eigene Medienkompetenz der LehrerInnen den Einsatz von BlendedLearning?Gibt es auch einen Zusammenhang zu technischen Voraussetzungen, um BlendedLearning erfolgreich einzusetzen?
  • 15. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 3 -1.3. Fragestellung und HypothesenMeine Forschungsfrage konzentriert sich auf das kollaborative Arbeiten im Kol-legium der KMS-HS Güssing und auf seine fördernden bzw. hemmenden Be-dingungen bei der Verwendung von Blended Learning als neue Unterrichts-form im Schulalltag.„Hat der Einsatz von Blended Learning als neue Unterrichtsform Auswirkungenauf die kollaborative Zusammenarbeit innerhalb eines Lehrer-Kollegiums wiedem der KMS-HS Güssing?“Für die Arbeit selbst ergeben sich hier weitere Unterfragen:Was fördert bzw. hemmt die Kollaboration innerhalb des Kollegiums?Wird durch Blended Learning die LehrerInnenrolle neu definiert?Welche Rolle spielt dabei die IT Kompetenz der LehrerInnen?Gibt es einen Zusammenhang zwischen der IT Kompetenz der KollegInnen und demEinsatz von Blended Learning?Der Fokus der Arbeit richtet sich auf die Zusammenarbeit der LehrerInnen alsCommunity of Practice, aber auch auf die Rolle von Lehrpersonen bzw. die mög-liche Veränderung der Unterrichtsplanung im Blended Learning. In weitererFolge soll der Faktor Blended Learning und die dabei möglichen auftretendenVernetzungen und der Erfahrungsaustausch zwischen den LehrerInnen beson-ders beleuchtet werden, denn hier sollte es - wie auch in der Literatur beschrie-ben wird - zu einer Steigerung der Zusammenarbeit kommen. Der Schwerpunktliegt dabei auf dem Status Quo in der Organisation und auf der Frage, ob Zu-sammenarbeit bzw. kollaboratives Arbeiten praktiziert wird oder ob Einzel-kämpfertum die vorherrschende Arbeitsweise darstellt.Um einen Ansatz zu dem Thema zu finden, ergeben sich folgende Hypothesen:Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch über „Best Practice“ Beispiele im Bereich BlendedLearning innerhalb der KollegInnen zu einem breiteren Einsatz des Computers im Un-terricht führen könnte.KollegInnen, welche mit Blended Learning und Vernetzung arbeiten, auch wesentlich zueiner Verbesserung der Kollaboration innerhalb der Organisation beitragen können.
  • 16. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 4 -Angst und mangelnde Ausbildung viele KollegInnen von der Nutzung neuer Medienund IT-Techniken abhalten.Eine bessere Vernetzung der LehrerInnen, eine positive Auswirkung auf den Einsatzneuer Medien und die Motivation der LehrerInnen hat.Eine Steigerung der Zusammenarbeit und Kollaboration zu einer effektiveren Arbeitinnerhalb der Organisation führen kann.Reinmann weist in ihrer Arbeit über Wissensmanagement auf einen wesentlichenFaktor von kollaborativer Arbeit in Organisationen hin: „Best Practice-Sharingliefert die Grundlage dafür, dass die Mitglieder einer Organisation auf Wissenund Erfahrungen von anderen zur Lösung spezifischer Probleme gezielt zugrei-fen können. Doppelarbeiten sollen so vermieden oder reduziert werden.“ (Rein-mann, 2009, S. 78) Voraussetzung ist dabei ein „Geben und Nehmen“. DominikPetko unterstreicht hier im Gegensatz zu Reinmann die Problematik des Begrif-fes „Best Practice“ und hält es sinnvoller gerade im Schulbereich von „GoodPractice“ zu sprechen, da sich auf Grund unterschiedlicher Rahmenbedingungenin den verschiedenen Schulen eine „erfolgreiche Praxis nicht ohne weiteres voneiner Klasse bzw. einer Schule auf eine andere übertragen lässt.“ (Petko, 2009, S.65)1.4. AufbauDie vorliegende Arbeit gliedert sich grob in vier Bereiche. Das erste Kapitel be-schäftigt sich mit der Einleitung, der gegebenen Problemstellung, mit der Frage-stellung und den Hypothesen, der Motivation sich mit dem Problem zu beschäf-tigen und dem Aufbau der Arbeit. Im Kapitel zwei soll zuerst der theoretischeHintergrund zu den Themen Wissen, Kompetenz, Blended Learning, Kollabora-tion, und Wissensmanagement in der Schule als lerntheoretische Basis dargestelltwerden. Im Zuge dieser Beschäftigung werden auch Begriffe wie Lernen, Com-munity of Practice, unterschiedliche Lerntheorien, das Wissensmodell vonProbst, Raub und Romhardt und die Professionalisierung im Lehrberuf definiert.Im drittem Teil der Arbeit, der Empirie, steht auf der einen Seite die Befragung
  • 17. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 5 -der KollegInnen der Organisation mit Hilfe eines Fragenbogens, auf der anderenSeite stehen drei Interviews mit Wissensträgern der Schule zum Thema „BlendedLearning“ im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.Das Hauptaugenmerk beider Befragungen liegt dabei auf der Fragestellung, obder Einsatz von Blended Learning als neue Unterrichtsform Auswirkungen aufdie Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums der KMS-HS Güssing hat bzw.welche Rolle dabei die IT Kompetenz der LehrerInnen spielt.Wesentlich erscheinen hierbei die individuellen Erfahrungen und Einschätzun-gen der LehrerInnen bzw. die Ergebnisse der Befragungen, welche dann mit denFragestellungen und Hypothesen verglichen werden.Das letzte Kapitel soll dazu dienen Bilanz zu ziehen. Ziele, Fragestellungen,Hypothesen und die Auswertung werden gegenübergestellt, und die Wirkungder Arbeit soll aufgezeigt werden. Im Zuge der empirischen Analyse wird auchdie Organisation selbst beschrieben, ebenso die aktuelle Entwicklung zu einerNeuen Mittelschule und relevante Begriffe werden definiert.2. Theoretischer HintergrundAls Einstieg in das folgende Kapitel soll an dieser Stelle Wiater zitiert werden,der sich in seinem Buch „Wissensmanagement – Eine Einführung für Pädago-gen“ intensiv mit den Zusammenhängen von Wissen und Schule beschäftigt. InBezug auf zukünftige Entwicklungen im Bildungsbereich stellt er zur Rolle derLehrerInnen folgendes fest: „Pädagogen können diese Aufgabe nur auf Dauererfolgreich bewältigen, wenn sie ihr Professionswissen weiterentwickeln.“(Wiater, 2007, S. 12) Damit soll auch der Zugang und der Blickwinkel dervorliegenden Arbeit beschrieben werden, wobei auf den Begriff der Professionbzw. Professionalisierung im Lehrberuf an anderer Stelle der Arbeit nochgenauer eingegangen wird.2.1. BegriffsdefinitionenIm folgenden Kapitel soll der Begriff des Wissens genauer durchleuchtet werden.Ausgehend vom theoretischen Ansatz und der wissenschaftlichen Sichtweise istes relativ schwer eine passende Definition zu finden. Es soll versucht werden,
  • 18. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 6 -sich dem Begriff von verschiedensten Seiten zu nähern, um ein besseres Ver-ständnis für den Terminus „Wissen“ herauszuarbeiten. Im Fokus der Herange-hensweise sollen aber die Schwerpunkte der Arbeit, „Kollaboration“ und „Wis-sensteilung“, nicht aus dem Blickwinkel der Betrachtung verloren gehen.2.1.1. Wissen“Knowledge is experience. Everything else is just information.“(Albert Einstein)Wissen im alltäglichen Gebrauch ist eng mit verschiedenen Fertigkeiten verbun-den. Situationsbedingt und intuitiv wird gehandelt und reagiert. Ändern sich dieRahmenbedingungen und herkömmliches Wissen, Wiater spricht von„Gebrauchswissen“ (Wiater, 2007, S. 19), reicht nicht mehr aus, so muss neuesWissen angeeignet werden. Hier erscheint es notwendig den Begriff desreflexiven Wissens oder anders ausgedrückt das „metakognitives Wissen“(Wiater, 2007, S. 21) genauer zu betrachten, denn das damit verbundendeBeurteilen und Einschätzen des eigenen Wissens, kann als Basis für dieindividuelle Weiterentwicklung angesehen werden. Besonders im Bereich deslebenslangen Lernens und der im Schulbereich so wesentlichen regelmäßigenFortbildung wird der Reflexion über den eigenen Wissensstand hohe Bedeutungzugemessen. Arbeiten mit Blended Learning und die Reflexion über dieLerntätigkeit setzt sowohl reflexives Wissen als auch konditionales Wissenvoraus und erscheint auch in der Weitergabe von Wissen und der Kollaborationmit KollegInnen als wesentlich. (Wiater, 2007, S. 19 f.)Wissen als Bindeglied zwischen Erfahrung und Werthaltung, wie von Reinmann-Rothmeier und Mandl propagiert, ist ein weiterer passender Ansatzpunkt für dasVerständnis des Begriffes „Wissen“. Die Schule an sich kann als Institution desWissens angesehen werden, doch erscheint „der Wissensbegriff ebenso viel-schichtig und facettenreich, wie dies beim Lernen der Fall ist.“ (Reinmann, 2008,S. 117). Wissen wird als Fertigkeit und Kenntnis über Abläufe beschrieben,ebenso aber auch als internalisierte und relflektierte Erfahrung oder als eine„ausgeprägte Handlungskompetenz“ (Reinmann, 2008, S. 117) der Lernenden.Der Begriff der „Kompetenz“ soll hier aber nicht genauer behandelt werden,denn eine Beschreibung und Integration im Kontext des Themas erfolgt an
  • 19. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 7 -anderer Stelle der Arbeit. Im Zusammenhang mit Kollaboration undZusammenarbeit kann aber Wissen auch als verbindendes Element angesehenwerden, denn in diesem Zusammenhang erscheint Wissen als „gemeinsamerGegenstand“ (Reinmann, 2008, S. 117) von Lehrenden, die ihr Wissen nicht nurweitergeben, sondern auch gemeinsam aufbauen und vertiefen wollen.Wird Wissen als Produkt von Lehren und Lernen eingestuft, dann hat dies nachReinmann auch eine verbindende Wirkung beider Aktivitäten und muss sowohlvon „kognitiver und sozialer Natur“ sein, als auch in „hohem Maße vonEmotionen und Motivation beeinflusst.“ (Reinmann, 2008, S. 177 f.)Besonders in der Zusammenarbeit zwischen PädagogInnen kommen diesenFaktoren eine wesentliche Bedeutung zu, denn die Aneignung von Wissen alsgemeinsamer Gegenstand, die Weitergabe von Erfahrungen als kollaborativeTätigkeit und die Reflexion auf eigene Erfahrungen und Wertvorstellungen kannals Basis für erfolgreiche Vernetzung angesehen werden. Um aber ausInformationen und Daten „Wissen“ zu entwickeln, muss der Lernende sie inseinen „Erfahrungskontext“ (Wiater, 2007, S. 15) einbauen, mit seinemabgespeicherten Wissen verbinden und bewusst in Problemlösungsstrategienumsetzen können.Kral beschreibt dazu sehr anschaulich, dass es bei der Beschreibung des BegriffesWissen auf die Erkenntnisse, auf Verknüpfungen und Prozesse ankommt, welchemit Erfahrungen des Individuums verbunden und reflektiert werden (Kral,2011). Wissen erweitert dabei die Handlungsmöglichkeiten des Empfängers undWissen gibt Antworten auf die folgenden Fragen:Was? Know what?Warum? Know why?Wie? Know how?Wer? Know who?Abbildung 1: Beschreibung des Begriffes Wissen nach Kral, 2011Bezugnehmend auf die Kollaboration innerhalb der Organisation Schule wird inweiterer Folge auch noch zwischen individuellem, kollektivem undorganisationalem Wissen unterschieden.
  • 20. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 8 -Individuelles Wissen beschreibt dabei den Wissensbestand des Einzelnen,kollektives Wissen dagegen ein „Konstrukt einer Gesamtmenge des zu einerbestimmten Zeit in einem bestimmten geografischen Raum vorfindlichenWissens.“ (Wiater, 2007, S. 21) Organisationales Wissen wird definiert als„Erfahrungs – und Reflexionswissen, das Abläufe, Regeln, Gewohnheiten oderStrukturen von Organisationen und Institutionen zugrunde liegt […]“ (Wiater,2007, S. 21) Dieser Wissensschatz ist den betroffenen Personen und Individuenleider oft nicht bewusst, und gerade hier kann ein Ansatz in der Vernetzunggemacht werden, um dieses Potential in Organisationen transparent zu machenund für die Weiterentwicklung bzw. Professionalisierung zu nutzen. Wiater stellthier den Bezug zum Begriff der Wissensgesellschaft her, und fordert, dass nichtnur „Indivuduen kontinuierlich lernen müssen, sondern auch die Organisationenmüssen sich den wandelnden gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen unddazulernen“. (Wiater, 2007, S. 33)Von der Sichtweise der Psychologie dagegen lässt sich Wissen nach dem„Bewusstheitsgrad“ (Wiater, 2007, S. 23) in vollbewusstes, unterbewusstes, nichtbewusstes und unbewusstes Wissen unterteilen. Diese Herangehensweiseerscheint als interessant, wird aber im gegebenen Zusammenhang nicht passendangewendet.Im wissenschaftlich anerkannten Zusammenhang erscheint die Unterteilung in„implizites Wissen“ (tacit knowledge) und „explizites Wissen“ (externalizedknowledge) interessanter, stellt den Bezug zu den Wissensbausteinen von Probst,Raub und Romhardt her und soll genauer durchleuchtet werden. Besonders inder Wissensvermittlung ist diese Unterscheidung von wesentlicher Bedeutung.Zusätzlich soll auch die Sichtweise der Wirtschaftswissenschaften angeführtwerden, denn aus diesem Blickwinkel erscheint der Begriff des implizitenWissens als Basis für die Steigerung von Potenzial und Produktion einerOrganisation zielführender, und kann auch in der Verbindung vonWissensmanagement und Schule wesentlich zu einer Steigerung der Effektivitäteiner Organisation beitragen.„Wissen ist der entscheidende Produktionsfaktor unserer Zeit.“ (Fredmund Malik)
  • 21. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 9 -2.1.2. Explizites WissenExplizites Wissen ist das Wissen, das von „Individuen relativ einfach zumAusdruck gebracht werden kann, entweder durch Sprache oder eine andere Artder Kommunikation.“ (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 29)Explizites Wissen stellt demgegenüber das bewusste Wissen eines Individuumsdar. Es ist gebunden an intellektuelle Erfahrung des Einzelnen und kann in ver-schiedenen Medien gespeichert oder auch, und dies erscheint für Kollaborationund Zusammenarbeit wesentlich, weitergegeben werden. Wissen wird durchKommunikation geteilt oder kann anderen in dokumentierter Form zugängiggemacht werden.Nonaka und Takeuchi beschreiben in ihrer Wissensspirale auch den Begriff derInternalisierung, welcher die Umwandlung von explizitem Wissen in implizitesWissen beschreibt. Dieser Prozess entsteht, wenn Wissen verinnerlicht wird unddamit auch zu einer organisationalen Wissensentwicklung beitragen kann.(Mittelmann, 2001)In weiterer Folge kann explizites Wissen laut Wiater in: „abrufbares Experten-wissen, transparente Kompetenz und geäußerte Kenntnisse“ (Wiater, 2007, S. 22)unterteilt werden. Explizites Wissen ist „präsent, artikulierbar undkommunizierbar“. (Wiater, 2007, S. 22)2.1.3. Implizites WissenDiese Art von Wissen kann „eine Person nicht ausdrücken und in Informationumwandeln […]“. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 29)Im Gegensatz zu explizitem Wissen stellt das implizite Wissen laut PolanyisKlassifikation des Wissens aus dem Jahre 1966 das nicht vollständig in Wortenauszudrückende Wissen dar. Es ist schwer zu kommunizieren und umfasst ne-ben dem Wissen des Individuums auch den Faktor „Können“. Dieser Teil desWissens ist sehr komplex, von Intuition und langjährigen Erfahrungen bestimmtund kann nur schwer für andere zugängig gemacht werden. Neben den kogniti-ven Fähigkeiten beinhaltet es auch körperliche Fähigkeiten. Um dieses Wissensichtbar zu machen ist es laut Mandl, wesentlich, dass Wissensträger direkt zu-sammenarbeiten und unter anderem durch „Laut Denken“ (Mandl, 2011), Vor-
  • 22. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 10 -machen der Tätigkeiten und direktes Fragen bei Nicht-Verständnis voneinanderlernen und dadurch auch ihr Wissen weitergeben. Dieser Ansatz erscheint auchunter dem Fokus der Zusammenarbeit und des Austausches von Erfahrungenund Wissen in Bezug auf Blended Learning innerhalb des Lehrkörpers der zuuntersuchenden Organisation als wesentlich. Wenn LehrerInnen zu ExpertInnenauf unterschiedlichsten Gebieten werden, dann lernen sie auch implizites Wissenbewusst zu nutzen und können laut Polanyi bestimmte Sachverhalte und Zu-sammenhänge besser beurteilen. In Bezug auf Kollaboration und Wissensweiter-gabe scheint hier auch der Knackpunkt zu liegen, denn dieses Wissen zu kom-munizieren und mit anderen zu teilen erscheint als wesentliche Säule der Zu-sammenarbeit und des Austausches von miteinander arbeitenden Individuen.Implizites Wissen wird von Wiater in seinem Buch „Wissensmanagement – Ein-führung für Pädagogen“ als Faktor mit großem Potential eingestuft, welches vonOrganisationen besser genutzt werden könnte. Implizites oder auch „tacit know-ledge“ (Wiater, 2007, S. 25) kann organisationales Wissen steigern und dadurchzu „systemischer Expertise“ (Wiater, 2007, S. 25) führen. Diese Entwicklungunterstützen elektronische Medien, denn im Blended Learning, in derKonzeptualisierung und Vorbereitung von Blended Learning Einheiten kommtdem Faktor „Technik und Internet“ eine wesentliche Bedeutung zu. Soll derFaktor Professionalisierung und Wissensmanagment in der Schule zum Tragenkommen, so führt dieser Ansatz dazu, dass Wissen zu einer Ressource, zumHumankapital, als „Produktionsfaktor“ (Wiater, 2007, S. 25) zur Steigerung derEffektivität im Schulbereich beiträgt.Die Mitglieder solcher Gesellschaften lernen ständig weiter, bilden sich fort,besuchen Kurse und „das kontinuierliche Lernen“ (Wiater, 2007, S. 32) wird zueiner tragenden Disziplin jeder Organisation. „Lernen wird eine dauerhafteForderung an das Verhalten des Menschen und steht unter einem hohenInnovationsdruck“ (Wiater, 2007, S. 34), welcher besonders inBildungsorganisationen zu einem wesentlichen Entwicklungsfaktor werdenkann.
  • 23. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 11 -Abbildung 2: Implizites und explizites Wissen nachWiater, 2007, S. 222.2. Wissensmanagement“Communications is human nature; Knowledge sharing is human nurture." (AlisonTucker, Buckman Laboratories)Die Verbindung zum Wissensmanagement soll in der vorliegenden Arbeit überdas Konzept der Wissensbausteine von Probst, Raub und Romhardt hergestelltwerden. Probst sieht Wissensmanagement als ein integriertesInterventionskonzept, das sich mit den Möglichkeiten zur Gestaltung, Lenkungund Entwicklung der organisationalen Wissensbasis auseinandersetzt. (Probst,Raub, & Romhardt, 2003, S. 23) Dieser Ansatz bietet laut Eschenbach und Geyereine „Handlungsgrundlage für den systematischen Umgang mit Wissen inOrganisationen“. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 116)Die erste Verknüpfung zu diesem Konzept wurde schon im vorigen Kapitelangesprochen, denn die dort definierten Begriffe des expliziten und implizitenWissens von Nonaka und Takeuchi wurden auch von Probst, Raub undRomhardt als Grundlage für ihre Wissensbausteine herangezogen. Wie auch inWirtschaftorganisationen kann die Schulorganisation auf hochqualifizierteMitarbeiterInnen zurückgreifen, wobei hier die Unterscheidung von„individuellen und kollektiven Wissensbeständen“ (Wiater, 2007, S. 106)wesentlich ist. Einzelwissen von LehrerInnen kann durch die Vernetzung undKollaboration in Teams weitergegeben werden. Dadurch kann es zu einer„organisationalen Wissensbasis“ (Wiater, 2007, S. 106) kommen, welche durchWissensmanagement evaluiert und kontrolliert umgesetzt werden soll. Diegegenwärtige Entwicklung der Autonomie in den Schulen, die Herausarbeitung
  • 24. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 12 -von Schulkonzepten bzw. Leitbildern und die Umstrukturierungsprozesse zuunterschiedlichen Schultypen (Hauptschule wird zur Neuen Mittelschule) , kannauf die effektive Nutzung der Ressource Wissen nicht verzichten.In seiner Arbeit „Wie kommt das „Wissen“ in die Schule? Eine Einführung in dasWissensmanagement“ betont Kral die Zielsetzung von Wissensmanagement imSchulbereich und das notwendige Umdenken moderner Schulen. „Ziel desWissensmanagements in lernenden Organisationen ist es, Prozesse derWissensgenerierung, der Wissensspeicherung, des Wissenstransfers und derWissensanwendung zu initiieren und zu etablieren.“ (Kral, 2010, S. 21)2.2.1. Konzept von Probst, Raub und Romhardt„Wissen ist die einzige Ressource, welche sich durch Gebrauch vermehrt!" (Probst, Raub& Romhardt, 1999, S. 17)Nach Eschenbach und Geyer, kann das Konzept von Probst, Raub und Romhardtbzw. ihr Buch „Wissen Managen – Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressourceoptimal nutzen“ als „Standardwerk für Wissensmanagement im deutschenSprachraum“ (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 117) angesehen werden. Dienachfolgenden Grafik soll dem Leser einen Überblick über das Konzept bieten.Im Anschluss wird kurz auf die wesentlichen Inhalte der einzelnen„Wissensbausteine“ hingewiesen, wobei besonders auf Eschenbach und Geyermit ihrem Buch „Wissen & Management“ eingegangen wird.Abbildung 3: Bausteine des Wissens, nach Probst, Raub und Romhardt
  • 25. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 13 -Im ersten Schritt des Konzeptes werden Wissensziele in Bezug auf die Organisationherausgearbeitet. Auf diese Ziele soll aber genauer im Punkt 2.2.2. eingegangenwerden. Im Folgenden soll ein eher theoretischer Einblick in das Konzept vonProbst und seinen Mitautoren geboten werden.Baustein - WissenszieleWissensziele stellen dabei die Kompetenzen dar, welche für zukünftigeEntwicklungen der Organisation wesentlich erscheinen. (Eschenbach & Geyer,2004, S. 118 f.)Die Erarbeitung der Wissensziele wird von Eschenbach als „Pionierarbeit“(Eschenbach & Geyer, 2004, S. 120) in der Weiterentwicklung einer Organisationbezeichnet. Diese Ziele bilden dann die Basis für Wissensmanagement undControlling. Hier wird zwischen normativen, strategischen und operativenWissenszielen unterschieden.Normative Wissensziele stellen dabei das Leitbild der Organisation, imvorliegenden Fall das Leitbild der Schule dar. Hier wird das Umfeld fürWissensmanagment und Kollaboration gelegt.Strategische Wissensziele stellen im Gegensatz dazu „strategisch wichtiges Wissen– Kernwissen des Unternehmens „ (Probst, Raub & Romhardt, 1999, S. 78) dar,welches für die zukünftige Entwicklung wesentlich erscheint.Operative Wissensziele drücken aus, was konkret im Unternehmen geändert oderunternommen werden muss. Sie bilden die Basis für die Umsetztung dernormativen und strategischen Ziele.Abbildung 4: Basis für Wissensmanagement, nach Eschenbach & Geyer, 2004
  • 26. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 14 -2.2.2. Anwendung des Konzeptes in der ArbeitWissen als solches wird nicht von einer Person zur anderen unreflektiertweitergegeben, sondern es kommt zu einem Wechsel der Positionen bzw.Sichtweisen.Die Entwicklung von Wissen wird als dauernder und wachsender Prozessgesehen, und der Faktor Wissen an sich erschließt sich in den Kenntnissen undErfahrungen aller Beteiligten einer Organisation. Schule als lernendeOrganisation besitzt neben dem organisationalem Wissen (individuelles Wissen,kollektives Wissen, Daten und Informationen) auch organisationales Lernen.Dieser Bereich ist auch entscheidend für den Ansatz des Blended Learning.Eschenbach stellt fest, dass Veränderungen in diesem Bereich zu einer„Erhöhung der Problemlösungs- und Handlungskompetenz vonOrganisationen“ führen. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 118) Die Einführung vonE-Learning und Blended Learning führt nach Mayer, Resinger und Schratz zueiner fachlichen Weiterentwicklung, aber auch „zu einer Entwicklung der Schuleals Ganzes (Zielorientierung, Evaluation, Teamarbeit etc.)“. (Mayr, Resinger, &Schratz, 2009, S. 141)Um hier einen Ansatz für zukünftige Chancen in der Organisation zu finden,wurden folgende Wissensziele definiert.Die Auswahl des Bausteins „Wissensziele“ als strategisches Element in ihremModell (Eschenbach & Geyer, 2004) kann an der Schule bewirken, dassE-Learning und Blended Learning neue didaktische Türen öffnen undhöhere Kompetenzen durch Wissensnutzung vermitteltn.Blended Learning nicht nur den Unterricht abwechslungsreicher machenkann, sondern auch die Zusammenarbeit und Kollaboration im Lehrerteamsteigern kann.Schulungen ein Anstoß zu einem selbstgesteuerten Lernen sein können.In weiterer Folge kann die Auswahl der Bausteine der „Wissensnutzung“, der„Wissensidentifikation“ und des „Wissensaustausches“ in Bezug auf denStrukturwandel innerhalb der Organisation folgendes bewirken:eine quantitativ und qualitativ bessere Vernetzung innerhalb derKollegenschaft
  • 27. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 15 -einen Anstoß zu einem selbstgesteuerten Lernen durch E-Learning undBlended Learningdie Identifikation von Wissensträgern und potenziellen Multiplikatoren fürBlended Learning innerhalb der Kollegenschaftdie schrittweise Umwandlung von proprietärem Wissen in öffentlichesWissendie Bereitschaft für regelmäßige Fortbildung und Schulung im Bereich NeueMedien und Blended Learning.Gelungenes Wissensmanagement und E-Learning in einer Schule kann durchgezielte Organisation des Wissens zum Status einer Lernenden Organisationführen. „Erfolgreiches Wissensmanagement fordert deshalb unverzichtbardie Förderung kommunikativer und interaktiver Prozesse.“ (Meschenmoser,2001, S. 141)2.2.3. Schule als lernende Organisation„Die lernende Organisation nimmt Abschied von überholten und traditionellenDenkweisen.“ (Kral, 2010, S. 21) In weiterer Folge betont Kral den Wandel derOrganisation von einem maschinenähnlichen Konstrukt hin zu einem„lernfähigen System ähnlich dem menschlichen Gehirn“ (Kral, 2010, S. 21), wodas Lernen im Zentrum steht und Mitarbeiterinnen nicht nur als „Rädchen imGetriebe funktionieren müssen“. (Kral, 2010, S. 21)Um die Änderungen der Organisation Schule von einer institutionellenOrganisation zu einer lernenden Organisatoin aufzuzeigen, soll an dieser Stelleeiner der führenden Manager Europas zitiert werden – Fredmund Malik. Erbeschäftigt sich in seinem Buch „Führen, Leisten, Leben“ mit verschiedenenAufgaben modernen Managements, unterstreicht immer wieder den Faktor„Mensch“ mit seinen Stärken. In weiterer Folge betont Malik auch, dass inmodernen Gesellschaften „fast alle Menschen ihr Berufsleben innerhalb vonOrganisationen“ (Malik, 2006, S. 14) verbringen.Auch Wiater zeigt hier den Wandel von durch „Stabstellen mitLeitungsfunktion“ (Wiater, 2007, S. 90) geführten traditionellen Organisationen
  • 28. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 16 -hin zu durch die Mithilfe von Individuen gestalteten Systemen auf. Sein Ansatzberuht auf der Theorie des amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler PeterSenge, welcher vom Journal of Business Strategy im Jahr 1990 als „Strategist ofthe century“ bezeichnet wurde.Bezugnehmend auf das Zitat von Senge aus demJahr 1990, „Organizations learn only through individuals who learn. Individualleraning does not guarantee organizational learning. But without it noorganizational learning occurs.“ (Wiater, 2007, S. 91), betont Wiater dieWichtigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters für die organisationaleWeiterentwicklung.“Zentraler Aspekt dieses Lernens ist die direkte Mitwirkung aller Mitglieder derOrganisation und die Aktivierung ihrer praktischen Erfahrung.” (Wiater, 2007,S. 91)Reinmann weist in ihrem Studientext über Wissensmanagement auf denwesentlichen Faktor von kollaborativem Arbeiten in Organisationen hin. DerEinzelne wird als der Träger des Wissens angesehen, seine Erfahrung undFähigkeiten als Kapital, welcher der Organisation zu Gute kommt. Um diesesKapital für den gemeinsamen Lernprozess zu aktivieren, erscheint eineOrganisationsstruktur, welche einen Informationsaustausch und eineVernetzung fördert, als wesentlich. Die MitarbeiterInnen sollen nicht ihreEinstellungen und Verhaltenweisen ändern, sondern zu Kreativität, Intuitionund Reflexion ermuntert werden. (Wiater, 2007, S. 92 f.)In dem Artikel „The school as a learning organisation: Distant Dreams” in derZeitschrift „Theory into Practice“ hat Fullan schon 1995 darauf hingewiesen, dasserfolgreiche Schulen ihren Fokus auf „knowledge and skills and the acqusitionand examination of information“ (Fullan, 1995, S. 232) legen. Weiters spricht erschon damals von „knowledge and skills expansion…information sharing andprocessing“ (Fullan, 1995, S. 232). Diese Einschätzungen können alsBrückenschlag zur lernenden Organisation und des Weiteren zuWissensmanagment und Schule angesehen werden.Willke zu Folge kann hier abschließend gesagt werden, dass „nicht nur dasWissen von Personen die kritische Leistungsqualität trägt, sondern in gleicherWeise auch das Wissen des Systems“. (Willke, 2001, S. 105)
  • 29. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 17 -2.2.4. Individuelles WissenDiese Form des Wissens bezieht sich immer auf das Wissen von Einzelpersonen,sogenannten Wissensträgern, die in ganz bestimmten Situationen ihr Wissengezielt einsetzen, um Problemlösungsstrategien oder Problemlösungen zuentwickeln. Reinmann spricht in diesem Zusammenhang von „personalem oderidiosynkratischem Wissen“ (Reinmann, 2008, S. 120). Ihrer Arbeit zu Folge musshier des Weiteren zwischen Handlungswissen, intuitivem Wissen undbegrifflichem Wissen unterteilt werden, welche die Summe des individuellenWissens einer Person darstellt. Das Handlungswissen ist für die Person nichtgreifbar und kann sprachlich nicht ausgedrückt werden. Intuitives Wissendagegen bezieht sich auf Bilder und Vorstellungen, welche der Mensch inBeziehung setzen kann, doch diese in Worten auszudrücken gelingt nicht. Dieentscheidende Form des individuellen Wissens ist das begriffliche Wissen. Eskann in Worten ausgedrückt werden, ist bewusst einsetzbar und kann dadurchauch an andere weitergeben werden. (Reinmann, 2008, S. 119 f.)2.2.5. Kollektives WissenKollektives oder öffentliches Wissen wird als Wissen bezeichnet, welches inmaterialisierter Form gespeichert ist und somit nicht nur mehr dem Individuumzugängig ist. Kollektives Wissen setzt Zusammenarbeit und Vernetzung voraus.„Das kollektive Wissen, das durch gemeinsame Diskurse und Aushandelnverdichtet, vereinheitlicht, (durch Regeln) normiert und systematisch verbalisiertist.“ (Reinmann, 2008, S. 120)Kollektives Wissen entsteht Lehner zu Folge „laufend im Wechselspiel mit ihrenIdeen, Fähigkeiten und Erfahrungen, Systemen und Technologien und in ihnen„gefrorenem“ Wissen…“ (Lehner, 2009, S. 58 f.)Wissen wird dabei transparent gemacht, verändert und wieder in den Köpfender Organisationsmitglieder verankert. Lehner bezieht sich dabei auf Wahren1996 und dessen Begriff der „shared mental models“. (Lehner, 2009, S. 59)
  • 30. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 18 -2.3. State of the ArtDie rasche Entwicklung der heutige Informationsgesellschaft und dieherausragende Bedeutung des Faktors „Wissen“ führen zu einer raschenÄnderung in der Gesellschaft. E-Learning erlangt neben dem „traditionellenLehr- und Lernangeboten einen wachsenden Einfluss“. (Rey, 2009, S. 15)Wirtschaftlich gesehen kann der deutsche Markt für E-Learning eine enormeUmsatzsteigerung aufweisen, und „so stieg…der Gesamtumsatz der E-LearningBranche laut Erhebung des Essener MMB-Institutes für Medien- undKompetenzforschung im Jahr 2007 auf rund 139 Millionen Euro.“ (Rey, 2009, S.15)Im Bereich der Bildung zeigt die Entwicklungen der letzen Jahre dagegen, dassSchulpflicht in Normalfall Präsenzunterricht bedeutet. Eine Verlagerung derKommunikation und ein Austausch über das Internet erscheinen laut Petko inseinem Buch „Lernplattformen in Schulen“ als „nicht unbedingt nahe liegend“(Petko, 2009, S. 12)Besonders im deutschsprachigen Raum ist jedoch die Nutzung von Lernsoftwareund Onlinequellen im Unterricht stark verbreitet. In seinem Editorial „E-Learning in der Schule“ in der „Zeitschrift für e-learning“ (03/2009) beschreibtAufenanger dazu recht anschaulich, dass auch schon LehrerInnen aus demGrundschulbereich das Internet und E-Learning als Möglichkeit der Vermittlungvon Medienkompetenz ansehen und selbstbestimmte Lernaufgaben in ihrenUnterricht einbeziehen. (Aufenanger, 2009, S. 4 - 7) Initiativen, wie die inDeutschland geförderte „Schulen ans Netz“-Aktion, zeigen auch denschulpolitischen Ansatz und das Bemühen, das Internet stärker in den Unterrichtund die Vernetzung innerhalb der Schulen einzubinden, um nicht nur eineveränderte Lernkultur, sondern auch ein Umdenken in der schulischenOrganisationskultur zu implementieren.Dies kann in weiterer Folge zu einer Vernetzung im Schulbereich führen, unddadurch „können sich Schulen und andere Bildungsinstitutionen dort virtuelleLern- und Kommunikationsräume schaffen, an denen Lehrpersonen,SchülerInnen und manchmal sogar auch Eltern beteiligt werden.“ (Aufenanger,2009, S. 5)Das Internet als zusätzliche Möglichkeit der Kommunikation zu nutzen und sichüber das Interternet auszutauschen, erscheint dagegen eher seltener
  • 31. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 19 -vorzukommen. (Rey, 2009, S. 15 f.) Trotz vieler Initiativen haben noch vieleLehrerInnen Vorbehalte gegenüber dem Internet und E-Learning. Immer wiederwird hier die entscheidende Rolle der LehrerInnenausbildung an denHochschulen erwähnt (Breiter & Welling, 2009, Aufenanger, 2009). DieLehrenden selbst wehren sich gegen die „Chance zum selbstgesteuerten Lernen“(Aufenanger, 2009, S. 5) und dies wiederum hat zur Folge, dass sich bei „derEinstellung und Motivation von Lehramtsstudierenden wenig“ (Aufenanger,2009, S. 6) ändert. Breiter und Wellinger weisen hier auf die Wichtigkeit desEinsatzes von E-Learning in der Ausbildung und Fortbildung von PädagogInnenhin, denn damit können „angehende Lehrkräfte lernen, wie E-Learning sinnvollim Rahmen der verschiedenen Lehr- und Lernmethoden eingesetzt werdenkann.“ (Breiter & Welling, 2009, S. 11)„Eine erfolgreiche Nutzung von E-Learning in der Schule bedarf despädagogischen und technischen Supports.“ (Breiter & Welling, 2009, S. 11)2.3.1. E-Learning„Unter E-Learning (englisch electronic learning = „elektronisch unterstütztesLernen“, wörtlich: „elektronisches Lernen“), auch als E-Lernen (E-Didaktik) be-zeichnet, werden – nach einer Definition von Michael Kerres – alle Formen vonLernen verstanden, bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsen-tation und Distribution von Lernmaterialien und/oder zur Unterstützung zwi-schenmenschlicher Kommunikation zum Einsatz kommen.“ (Kerres, Hölterhof,& Nattland, 2011)„E-Learning findet statt, wenn Lernprozesse in Szenarien ablaufen, in denen ge-zielt multimediale und (tele)kommunikative Technologien integriert sind.“(Seufert, 2002, S. 45)Rey findet dazu in seinem Buch „E-Learning“ einen ähnlichen Ansatz undspricht von einem „Lehren und Lernen mittels verschiedener elektronischerMedien“. (Rey, 2009, S. 15)An dieser Stelle könnten noch viele Definitionen des Begriffes „E-Learning“angeführt werden, doch erscheinen die angeführten Beipiele als passend für denFokus der Arbeit.Neben den Definitionen existieren auch noch deckungsgleiche Bezeichnungenund Begrifflichkeiten zum Terminus „E-Learning“: E-Lernen, electronic learning
  • 32. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 20 -oder eLearning. In weiterer Folge sind auch Bezeichnungen wie„computerbasiertes Training, computergestützes Lernen, Online-Lernen oderauch multimediales Lernen“ (Rey, 2009, S. 15) in der Literatur zu finden. Diesewerden als Synomyme verwendet, denn es existiert kein allgemein akzeptierterBegriff. Bereits diese Tatsache zeigt die unterschiedlichen Zugänge und die Weitedes Feldes „E-Learning“ auf. Petko sieht in der „Herstellung von interaktivenund multimedialen Inhalten für das eigenständige Lernen“ (Petko, 2009, S. 9)das Hauptaugenmerk von E-Learning. Gleichzeitig sieht er aber eineWeiterentwicklung multimedialer Lerninhalte, welche „nicht mehr nurInformationsbausteine und Übungsprogramme, sondern auch Simulationen,Games und komplexe Lernwelten“ (Petko, 2009, S. 9) enthalten. In weitererFolge erscheinen auch das didaktische Design, die Interaktivität, die bildhafteAufbereitung und das transparente Feedback als wesentliche Eckpfeilerwirksamen E-Learnigs. (Petko, 2009, S. 9 f.)Hier lässt sich die Brücke zur Kooperation zwischen den LehrerInnen schlagen,denn Petko sieht im Bereich E-Learning die Chance „zur Kooperation undKollaboration über das Klassenzimmer hinaus, z.B….Lehrpersonenkooperation:Ressourcenaustausch, Schulorganisation […] gemeinsame Projekte […]“ (Petko,2009, S. 9 f.)2.3.2. Blended Learning„Blended Learning bezeichnet Lehr-/Lernkonzepte, die eine didaktische sinnvol-le Verknüpfung von „traditionellem Klassenzimmerlernen“ und virtuellem bzw.Online Lernen auf der Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedienanstreben.“ (Seufert, 2002, S. 23) Blended Learning bedeutet aber auch, dass diezu vermittelnden Lerninhalte auf verschiedene Medien und Methoden verteiltwerden. (Arnold, 2004)“Blended learning, combining the best elements of online and face-to-face educa-tion, is likely to emerge as the predominant teaching model of the future.” (Wat-son, 2008, S. 4)Im Frühjahr 2011 hat das MMB Institut E-Learning Experten (aus Deutschland,Österreich und der Schweiz) zu einer Einschätzung der Entwicklung der zukünf-tigen Entwicklungen von digitalen Szenarien gebeten „92 Prozent der Befragten
  • 33. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 21 -[…] messen „Blended Learning“-Angeboten, also der Mischung aus traditionel-len Präsenzlernformen und digitalem Lernen, die größte Bedeutung bei.“ (Lutz,2011, S. 1) Gabi Reinmann spricht in ihrem Buch „Lernen mit digitalen Medien inder Lehrerbildung“ von einem nach wie vor zögerlichen Einsatz digitaler Medienbzw. E-Learning Konzepten in der LehrerInnenausbildung und bezieht diesenUmstand auf „mangelnde Kenntnisse seitens der Lehrenden“ (Reinmann, 2008,S. 30). In weiterer Folge bemängelt sie auch den Umstand, dass gerade in derLehrerfortbildung Blended Learning Angebote und der Einsatz von digitalenMedien kein verbreitetes Phänomen darstellen. Blended E-Learning Angebotesind selten und wenn dann nur als Bereicherung des Präsenzunterrichts zu se-hen. (Reinmann, 2008, S. 31f.) Der Einsatz von Lernplattformen kann eine Mög-lichkeit des Wissensaustausches im Kollegium sein, um Inhalte zu teilen bzw.eine gemeinsame Wissenssammlung zu erstellen. Schrack und Nárosy weisen inihrem Projekt „Individualisierung mit eLearning“ auf den Vorteil von Lernplatt-formen hin, welche neben dem Einsatz im Unterricht auch zu kooperativen Lern-und Wissensbasen“ für LehrerInnen werden können (Schrack, 2009, S. 24 f.). Pet-ko und Moser sprechen in ihrem Artikel von den vielfältigen Einsatzmöglichkei-ten von Lernplattformen in Präsenzschulen, wobei die Spannweite von einfachenDokumenten über die intensivere Kommunikation bis hin zu „kollektivem Wis-sensmanagement von learning communities“ (Moser, 2009, S. 22) reicht.Blended Learning und Kollaboration in Communities kann in weiterer Folge alsnachhaltig und erfolgreich angesehen werden, wenn es innerhalb der Kollegen-schaft zu Veränderungen und Vernetzung im Sinne einer Multiplikationswir-kung kommt. Nachhaltigkeit und „Transfererfolg“ (Reinmann, Florian, Häuptle,& Metscher, 2009, S. 6) in Bezug auf die Personalentwicklung zeigen sich dann,wenn Lehrkräfte durch Kollaboration und Weiterbildung ihre Kompetenzenverbessern, und es zu einem Teamlernen bzw. zu einem Austausch und zu ver-mehrter Kommunikation in der Organisation kommt.Petko (2010) sieht besonders im Blended Learning eine Chance für Schulen, inunterschiedlichen Situationen verschiedene mediale Kommunikationskanäleeinzusetzen:im Bereich der Unterrichtsvorbereitung durch kontinuierliche Dokumentati-on von Unterrichtsmaterialien und gemeinsamen Wissensressourcen.
  • 34. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 22 -zur Kooperation und Kollaboration über den Unterricht hinaus durch Klas-senkooperation (Klassen arbeiten und kooperieren via Internet), Lehrerko-operation (Unterrichtsmaterialien und Ressourcentausch, Schulorganisation)und externe Kooperation mit Experten, Eltern und anderen Schulen. (Petko,2009, S. 13 – 14)Dadurch kann es in weiterer Folge zu einem Aufbau von „individuellen oderkollektiven Wissensmanagement“ (Petko, 2009, S. 23) in Schulen oderOrganisationen kommen.2.3.3. Kompetenzbegriff, Medienkompetenz oder LehrerInnen alsExpertInnenZu Beginn dieses Kapitels soll auf den Kompetenzbegriff als Überbegriff kurzeingegangen werden. Seit PISA wurde der Begriff der „Kompetenz“ ins Zentrumpädagogischer Überlegungen gestellt und findet immer wieder Eingang inLehrpläne und fachliche pädagogische Schriften. Als Hintergrund derÜberlegungen und möglicher Definitionen gelten dabei alle Fertigkeiten,Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen, welche SchülerInnen am Endeihrer Schullaufbahn haben sollen. (Hechenleitner & Schwarzkopf, 2006, S. 1 f.)Trotz Bildungsstandards und einheitlicher Prüfungsanforderungen „wird derKompetenzbegriff auf wissenschaftlicher Seite noch immer kontrovers diskutiertund in der Praxis äußert variantenreich verwendet.“ (Hechenleitner &Schwarzkopf, 2006, S. 1)Die Anwendung von Fertigkeiten und Wissen steht im Vordergrund derÜberlegungen, und von Deutschland ausgehend hat sich die im Jahr 2001 vonF.E. Weinert formulierte und auch meistzitierte Variante des Kompetenzbegriffesdurchgesetzt.„Die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitivenFähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damitverbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften undFähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich undverantwortungsvoll nutzen zu können.“ (Weinert, 2001, S. 27 f.) Abzugrenzen isthier der Begriff der „Qualifikation“, denn damit wird „eine konkrete,personenunabhängige Befähigung bzw. Eignung“ (Hechenleitner &
  • 35. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 23 -Schwarzkopf, 2006, S. 1) angesehen. Dieser erscheint im Zusammenhang mit demvorliegenden Problem in Bezug auf Blended Learning und Kollaboration alsnicht unwesentlich, denn auch in diesen Bereichen sind Qualifikationen undWissen kein Nachteil und als Basis für Weiterentwicklung nicht unwesentlich.Auch die von Hechenleitner und Schwarzkopf beschriebenen Begriffe der„Schlüsselkompetenz“ und „Fachkompetenz“ werden als durchaus zielführendeingestuft. In Bezug auf Fachkompetenz „wird häufig von Handlungskompetenzgesprochen, welche sich wiederum in die Dimensionen der „Fachkompetenz“selbst, „Humankompetenz“ und „Sozialkompetenz“ unterteilen lässt. Besonders„im berufs- und wirtschaftspädagogischen Bereich“ (Hechenleitner &Schwarzkopf, 2006, S. 2) stellt der Begriff der „Handlungskompetenz“ daswesentliche Leitziel beruflicher Bildung dar und findet durchaus auch in dervorliegenden Arbeit seine Berechtigung.Der Begriffes der Medienkompetenz, welcher besonders im Bereich BlendendLearning und E-Learning als wesentlich erscheint, wird in der Literatur oft ausverschiedenen Positionen beschrieben bzw. definiert. Für die Herangehensweisedieser Arbeit erscheint der Ansatz Mosers passend. Heinz Moser spricht voneinem Bündel von Fähigkeiten welche der Lernende in der Auseinandersetzungmit Medien selbst zu entwickeln hätte. Dies geschieht im Rahmen von geeignetenLernsituationen, mit denen die Schüler „kompetent und souverän“ umgehenkönnen. (Moser H. , 2006, S. 220). Bewusst soll hier nun die Überleitung von derSchülerInnenrolle zur eigentlichen Zielgruppe der Arbeit gesetzt werden, zu denPädagogInnen.Mayer, Resinger und Schratz beschreiben in ihrem Buch „E-Learning imSchulalltag“, wo die Umsetzung des Themas eLearning in verschiedenen eLSA –Schulen untersucht wurde, recht anschaulich, dass KollegInnen durchZusammenarbeit und Vernetzung zu ExpertInnen auf dem Gebiet des BlendedLearning wurden. Mit der Steigerung ihrer Kompetenz wurde deutlich, dass sieihr Können auch bereitwillig anderen KollegInnen zur Verfügungen gestellthaben. Nicht nur innerhalb der eigenen Schule wurden Netzwerke aufgebaut,sondern auch schulübergreifende Kollaborationen wurden eingerichtet. Auchvon den unterschiedlichen Schulleitungen wurde bestätigt, dass die Steigerungder Kompetenz und die „Professionalität im Umgang mit E-Learning“ eine
  • 36. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 24 -Steigerung der beruflichen Professionalität der KollegInnen zu Folge hat. (Mayr,Resinger, & Schratz, 2009, S. 43 f.)Dieses Beispiel zeigt anschaulich, dass Medienkompetenz und E-Learning auchAuswirkungen auf das Wissensmanagement innerhalb von Organisationenhaben, denn mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologienkommt es zu einer Flut von (Gruber-Rotheneder, 2011) Wissen, welches inNetzwerken verbreitet wird (Wiater, 2007), und auch anderen KollegInnen inihrer Vorbereitung helfen kann.Mandl und Kopp betonen in ihrem Forschungsbericht zu Blended Learning, dassKompetenz im Umgang mit neuen Medien wesentlich ist, denn „nicht nur einesichere technische Handhabung, sondern auch die Fähigkeit, Medien gezielt zurInformationssuche einzusetzen“ (Mandl & Kopp, 2006, S. 11) erscheintwesentlich für Zusammenarbeit und Kollaboration. Blended Learning setzt alsGrundlage digitale Medien voraus, welche in Organisationen auch zuInnovationen führen können, denn der Einsatz von Medien führt neben der„Organisation und Verwaltung von Bildungsprozessen“, auch zu einer„Kommunikation, zur Kooperation und zum persönlichen Wissensmanagement“in Schulen. (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 4)In weiterer Folge kann diese Entwicklung zu „neuen Lerngemeinschaften unterLehrkräften einer Schule oder zu neuen Formen der Fortbildung von Lehrernführen.“ (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 4)Im Rahmen ihrer Arbeit „Wissenschaftliche Begleitung von Blended Learning inder Lehrerfortbildung“ (2009) konnten Reinmann, Florian, Häuptle und Metscherweiters festellen, dass die KursTeilnehmerInnen des Forschungsprojektes derUniversität Augsburg im Rahmen des »Intel® Lehren – Aufbaukurs Online«,„ihre Methoden- und Medienkompetenzen“ (Reinmann, Florian, Häuptle, &Metscher, 2009, S. 110) gesteigert haben und Offenheit bzw. Zusammenarbeitzwischen den KollegInnen als wesentliche Faktoren für den Erfolg von BlendedLearning eingestuft wurden. „Offenheit und eine Reflexion des eigenenUnterrichts sowie die Zusammenarbeit mit Kollegen erwiesen sich hier alszentrale Punkte.“ (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 110)Ob es aber zu einer erfolgreichen Umsetzung von Blended Learning Konzeptenan Schulen kommt und ob dies in weiterer Folge auch zu einer besserenZusammenarbeit zwischen Lehrkräften führt, ist nach Reinmann, Florian,
  • 37. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 25 -Häuptle und Metscher auch wesentlich von der Medienkompetenz derLehrerInnen abhängig. Auch das mediendidaktische Verständnis und dasWissen bzw. Können im Bereich der neuen Medien scheinen wesentlicheFaktoren für den erfolgreichen Einsatz von Blended Learning zu sein, dennUnsicherheit und Hemmungen sind oft der Grund für das Scheitern solcherVersuche. (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 1-2)Wenn LehrerInnen zu ExpertInnen werden, und im Zuge der eigenenFortbildung Kompetenzen im Bereich neuer Medien entwickeln, dann führt diesnach Häuptle, Florian und Reinmann zu Transfererfolgen, denn „digitaleMedien können Motor von Innovationen sein“ (Häuptle, Florian, & Reinmann,2008, S. 4)Zusammenfassend kann hier gesagt werden, dass Medienkompetenz verstärktauf den Umgang mit neuen Medien abzielt. Die Vermittlung voninstrumentellem Wissen, der richtige Einsatz der Medien, aber auch die kritischeReflexion im Umgang mit den Medien erscheint als wesentlich und wird auch imHandbuch „Digitale Medien“ von Gruber-Rotheneder so definiert. (Gruber-Rotheneder, 2011)2.3.4. Ausblick in die Zukunft von E-LearningAls Abschluss dieses Kapitels soll nicht nur die Zukunft des E-Learnings imMittelpunkt der Betrachtungen stehen, sondern auch der Versuch einer kriti-schen Auseinandersetzung mit dem Thema dargestellt werden.Wernstedt und John-Ohnesorg streichen in ihrem Konferenzprotoll zumThema Neue Medien in der Bildung „die Hoffnung auf ein moderneres, indi-viduelleres, selbstbestimmteres Lernen mit digitalen Medien“ (Wernstedt &John-Ohnesorg, 2008, S. 5) hervor, weisen aber im nächsten Satz auf geboteneSkepsis hin, denn „zu häufig schon sind Bildungsrevolutionen durch neueTechniken ausgerufen worden“ (Wernstedt & John-Ohnesorg, 2008), welcheaber dann nie eingetreten sind. Diese kritische Betrachtung soll aber nichtdazu führen, sich Neuen Medien gegenüber zu verschließen, denn zeigensich weitreichende Chancen für die Bildung, welche schon durch denselbstverständlichen Umgang der SchülerInnen mit den Neuen Medienvorgezeichnet sind. Schon 2006 nutzten laut PISA 90 Prozent der
  • 38. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 26 -Jugendlichen in Deutschland den Computer, kommunizierten über sozialeMedien und nutzten alle ihnen zugänglichen Medien, um sich Informationenzu beschaffen.Als wesentlicher Einflussfaktor zum erfolgreichen Einsatz von E-Learningmuss aber auch die Technik bzw. die Ausstattung an den Schulen angesehenwerden. „Die Technik muss funktionieren – verbesserte Ausstattung undlangfristige Nutzungsmöglichkeiten sichern.“ (Wernstedt & John-Ohnesorg,2008, S. 8)Studien von Prof. Dr. Bardo Herzig und Sandra Aßmann von der UniversitätPaderborn zeigen recht deutlich, „der Zugang zu und die Nutzung vondigitalen Medien hängt in Deutschland nach wie vor vomsozioökonomischen Status ab.“ (Wernstedt & John-Ohnesorg, 2008, S. 41) DieSchule kann hier einen Ausgleich schaffen und allen SchülerInnen in gleicherWeise die Chance zu einem Zugang zum Computer bieten, unabhängig vonihrem sozialen Status. Initiativen wie „Schulen ans Netz“ versuchen inDeutschland die Computerausstattung, den Netzzugang in ihrer Qualitätund auch die Anzahl der Computer an Schulen zu steigern. ÄhnlicheProbleme finden sich auch in Österreich, und gerade hier kann einwesentlicher Ansatzpunkt für die Zukunft von E-Learning in der Schulegesetzt werden. Die Kompetenzvermittlung unserer SchülerInnen im Bereichdes E-Learnings muss in der Zukunft vermehrt von den Schulen getragenwerden, wobei aber als Voraussetzung eine fundierte Ausbildung derLehrkräfte notwendig erscheint. „Nimmt man das Ziel, neue Medien in derSchule verstärkt einzusetzen, ernst, dann ist die Fortbildung der Lehrerschaftin diesem Bereich unabdingbar.“ (Wernstedt & John-Ohnesorg, 2008, S. 8)„Lehrende wie Lernende, Schulleitungen und Bildungsexperten müssen je-doch selbst dazu beitragen, indem sie Erfahrungen mit den neuen Medien inder Schule weitergeben, evaluieren und kontinuierlich entwickeln und so zueiner Qualitätskontrolle des Lernens und Lehrens mit eLearning-Instrumentarien beitragen.“ (Revermann, 2008, S. 51)In einem Interview mit den Autoren des Buches „Digitale Lernwelten“ (2010)skizzieren Arnold und Reinmann die Zukunft digitaler Lernwelten. DieserAnsatz wird auch in Bezug auf die vorliegende Arbeit als passend angesehen,handelt es sich gerade bei Reinmann um eine der führenden
  • 39. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 27 -WissenschaftlerInnen, die sich mit den Themen E-Learning, Blended Learningund im Speziellen dem Bildungsbereich beschäftigen.Reinmann sieht enorme Chancen in Web 2.0 Anwendungen, aber auch in derAufgabe, die dafür notwendigen Kompetenzen in der Organisation Schuleaufzubauen. Die Chance diese Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien zuerlernen und diese auch selbstständig zu nutzen, erscheint auch Arnold alswesentlich. Das Öffnen der Institution Bildung und die Wandlung zu einerflexiblen und lernenden Organisation kann sogar zu einer „Aufklärung 2.0“(Arnold & Reinmann, 2010, S. 292) führen.„Bildung muss sich entgrenzen, Bildungsinstitutionen müssen ihre Lernorteflexibilisieren, Mixed-Mode-Strukturen entwickeln…“ (Arnold & Reinmann,2010, S. 292).Hier schließt sich auch der Kreis zur Kollaboration innerhalb desLehrerkollegiums, zur Schule als lernender Organisation, zuWissensmanagement im Bildungsbereich und zum Blended Learning. DerLernende, egal ob Schülerin oder LehrerIn, soll eine eigenständige Entwicklungmachen können, gezielt Informationen aus dem Internet holen, „medialeKommunikations- und Kooperationswege im Alltag nutzen“ (Arnold &Reinmann, 2010, S. 292), differenziert und dynamisch mit Vernetzungenumgehen können, aber auch den Bezug zur realen Welt durch „klassische Zielewie Selbstorganisation, Relexion und Verantwortung“ (Arnold & Reinmann,2010, S. 292) nicht verlieren.Abschließend sei betont, dass beide Wissenschaftler den Wandel zu mehrProfessionalisierung im Lehrberuf als Voraussetzung sehen: „Dieser Prozesswird neuartige Professionalitätsmuster von uns verlangen.“ (Arnold &Reinmann, 2010, S. 293)Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommen auch Mayer, Resinger und Schratzin ihrer Zusammenfassung der Ergebnisse aller teilnehmenden Schulen amösterreichischen eLSA-Projekt (eLearning im Schulalltag) desBundesministeriums. Durch Innovationen und die Einführung von BlendedLearning an den teilnehmenden Schulen hat es in vielen Schulen auch einenWandel der Strukturen gegeben. Viele LehrerInnen haben sich„ExpertenInnenwissen angeeignet, das vor allem über die Netzwerkarbeit“(Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 139) weitergegeben wurde. Das informelle
  • 40. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 28 -Lernen zwischen den KollegInnen hat sich intensiviert, Chancen für eineNeuorientierung im Unterricht wurden wahrgenommen, und „durch dieNotwendigkeit der Zusammenarbeit wurde an den Schulen in unterschiedlichenKonstellationen Teamarbeit gefördert.“ (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 139)Diese Zusammenarbeit hat in weiterer Folge zu einer besseren und effektiverenVernetzung innerhalb der KollegInnen geführt, aber auch „einen bedeutendenBeitrag zur Unterrichts-, Personal- und Schulentwicklung gemacht.“ (Mayr,Resinger, & Schratz, 2009, S. 140)2.4. LerntheorienIm nächsten Abschnitt soll genauer auf die unterschiedlichen Lerntheorien ein-gegangen werden. In der Erforschung des Begriffes „Lernen“ und „Lehren“ gibtes drei entscheidende Theoriebegriffe: den Behaviorismus, den Kognitivismusund den Konstruktivismus. Wesentlich erscheint hier auch die Reihenfolge derAufzählung, denn dadurch wird die zeitliche Abfolge der Entstehung der Theo-rien dargestellt. Im Rahmen dieser Arbeit erscheint die in Punkt 2.5.beschriebene „Community of Practice“, welche auf der Theorie von EtienneWenger begründet ist, als wesentlich. Wenger versteht dabei Lernen als Tätigkeit„on the job“ (Meyer, 2005 S. 14) bzw. Lernen in Praxisgemeinschaften. Lernen,nach Wenger, hat immer etwas mit sozialen Prozessen zu tun. Lernen bedeutetnicht nur die Aneingung von Wissen, sondern ist geprägt durch Vernetzung undAustausch in Gruppierungen, wie es auch das Kollegium der in dieser Arbeituntersuchten Organisation darstellt. „Lernen ist Identitätsentwicklung und nichtnur Wissenserwerb“ (Meyer, 2005, S. 14).Um aber diese Theorien und Ansätze genauer zu durchleuchten, ist einetheoretischen Beschäftigung mit den klassischen Begriffen wesentlich, und diesesoll nach den Ansätzen von Reinmann auch in Bezug auf „Blended Learning“durchgeführt werden. (Reinmann, 2008, S. 148 f.)2.4.1. Der LernbegriffBevor auf die einzelnen Theorien genauer eingegangen wird, soll hier zuerst einHerantasten an den Begriff des Lernens versucht werden. Reinmann unterschei-
  • 41. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 29 -det in ihrer Herangehensweise an den Begriff Lernen zwischen: informellem undinstitutionalisiertem Lernen. Informelles Lernen beschreibt dabei „alle Lernakti-vitäten, die außerhalb von Bildungsinstitutionen bzw. außerhalb systematischorganisierter Bildungsveranstaltungen stattfinden.“ (Reinmann, 2008, S. 123) InReinmanns Ansätzen kann die Verbindung zu Wengers „Community ofPractice“ hergestellt werden, denn informelles Lernen findet alleine oder inGruppen statt. Es passiert situativ, kennt „kein Motivationsproblem“(Reinmann, 2008, S. 123), ist „selbstbestimmt und interessengeleitet“.(Reinmann, 2008, S. 123) Institutionalisiertes Lernen dagegen sind Lernprozesse,welche geplant bzw. organisiert sind, und sie finden oft inBildungseinrichtungen statt. Diese Form des Lernens kennt Motivationsproblemeund das persönliche Engagement erscheint geringer. Auf der anderen Seitewerden aber andere Perspektiven aufgezeigt, welche zu einem Zugang zuöffentlichem Wissen führen können. Reinmann sieht hier eine Entwicklung vonsituiertem Lernen hin zu einer Weiterentwicklung des Indiviuums mit Hilfe vonöffentlichem Wissen. Blended Learning und digitale Konzepte können dazubeitragen, dass „das informelle und institutionalisierte Lernen bessermiteinander verzahnt“ (Reinmann, 2008, S. 125) werden.2.4.2. BehaviorismusDas Modell des Behaviorismus ist als Reiz-Reaktionsmodell bekannt, und wirdauch als Black-Box-Denken bezeichnet. Im Zentrum dieser Theorie steht das Ge-hirn des Lernenden, welches als Organ auf Reize durch Gelerntes reagiert bzw.durch nachfolgende Konsequenzen weiterlernt. Die wichtigsten Ansätze stam-men hier von Pawlow aus dem Jahre 1928 mit der klassischen Konditionierung,von Skinner mit der operanten Konditionierung aus dem Jahr 1938 und das Ler-nen am Modell von Bandura (1970). Besonders berühmt ist der Versuch vonPawlow, wo es bei Experimenten mit Hunden zu Reiz –und Reaktionsreflexen(Speichelfluss) kommt. Begriffe wie positive und negative Verstärkung, die Lö-schung und Bestrafung von Verhalten werden als Säulen dieser Lerntheorie an-gesehen. Positive und negative Verstärkung soll zu richtigem Verhalten des Ler-nenden führen, Löschung oder Bestrafung dagegen soll nicht erwünschtes Ver-halten tilgen (Göhlich & Zirfas, 2007, S. 21)
  • 42. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 30 -Dem internen Lernprozess wird hier keine Bedeutung zu gemessen und Vorgän-ge im menschlichen Gehirn waren für diesen Ansatz nicht wesentlich. Als we-sentlich erscheint dem Behaviorismus, dass gelerntes Verhalten erfolgreich war,und es damit zu einer Verstärkung und Motivation für den Lernenden kommt.Vom einem kritisch - wissenschaftstheoretischen Blickwinkel wird das Men-schenbild des Behaviorismus als „eindimensional und wenig komplex“(Reinmann, 2008, S. 152) beschrieben.In Bezug auf die vorliegende Thematik des Blended Learning bzw. E-learingkönnen hier laut Rey nur wenige Rückschlüsse von den Tierexperimenten auf E-learning Umgebungen gemacht werden. Interne Lernprozesse, wie sie in spätererFolge als wesentlicher Faktor des Lernprozesses angesehen werden, werden indieser Lerntheorie nicht berücksichtigt. In Bezug auf die Fragestellung dervorliegenden Arbeit erscheint die Theorie des Behaviorismus nicht zielführend,denn Reiz und Reaktionslernen als Hintergrundtheorie von Kollaboration undVernetzung innerhalb der Organisation erscheinen als nicht passend, obwohlgerade persönliche Erfolge und Lernfortschritte des Einzelnen als möglicherErfolgsfaktor und Basis für Zusammenarbeit angesehen werden können.2.4.3. KognitivismusBereits parallel zum Behaviorismus entwickelte sich der Kognitivismus, in dem„auch mentale Prozesse beim Lernen wieder zu einem angesehenen Forschungs-gegenstand wurden.“ (Reinmann, 2008, S. 152)Göhlich und Zierfas sprechen hier von aktiven und mentalen„Informationsverarbeitungsprozessen“ (Göhlich & Zirfas, 2007, S. 24), diewährend des Lernvorganges im menschlichen Gehirn vor sich gehen. DerBlickwinkel fällt hier auf „kognitive Prozesse im Organismus“ (Rey, 2009, S. 32)und auch bei Arnold wird Lernen wird als „kognitiverInformationsverarbeitungsprozess verstanden“(Arnold P. ,2005, S. 3) bei demWahrnehmungs-, Denk- und Gedächtnisprozesse Berücksichtigung finden.„Lernende verfügen gemäß kognitivistischer Ansätze überAbstraktionsvermögen und die Fähigkeit zur Problemanalyse.“ (Arnold P. , 2005,S. 4)
  • 43. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 31 -Als wesentlicher Kritikpunkt kognitiver Lerntheorien wird die„Vernachlässigung sozialer, motivationaler und emotionaler Aspekte“ (Rey,2009, S. 33) ausgeführt, welche gerade im Lernprozess eine tragende Rolle spielt.Dieser Aspekt spielt laut Rey und Reinmann besonders in Blended Learning einewesentliche Rolle. (Reinmann, 2008, S. 152 ff.)Der Lernende reagiert auf äußere Reize und diese werden aktiv verarbeitet,verstanden und neues Wissen wird in Strukuren im Gehirn neu aufgebaut. „ImKognitivismus wird Lernen als Prozess der Aneignung von Wissen im Gedächt-nis eines Individuums aufgefasst. Dieses Wissen ist in der Person gespeichertund kann später aus dem Gedächtnis abgerufen bzw. rekonstruiert werden“(Kerres, 2001. S. 74). Lernen im Kontext des Kognitivismus wird nach Göhlichund Zierfas als Interaktion zwischen vorhandenem Wissen, das empfangen wird,und den inneren Strukturen des Individuums gesehen. Das Individuum wird alsEmpfänger gesehen, welcher Informationen verarbeitet und im passenden Kon-text das Gelernte einsetzt. Bei auftretenden Lernproblemen wurden falsche In-formationen aufgenommen, die Übertragung war fehlerhaft oder ungeeigneteMedien wurden zur Informationsübertragung verwendet. (Göhlich & Zirfas,2007, S. 24)Der Lernende soll selbständig Problemlösungsstrategien entwickeln und lautStangl kann man den Kognitivsmus mit drei Merkmalen genauer beschreiben:„Einsicht ist abhängig von der Anordnung der Problemsituation,Lernerfolg stellt sich plötzlich ein („Aha“-Erlebnis),die gewonnene Lösung kann auf andere Situationen angewendet werden.“(Stangl, 2012)In weiterer Folge seiner Arbeit geht Stangl genauer auf den Begriff des„Konzepterwerbs“ von Jerome Bruner ein. Demzufolge ist die Tätigkeit desLernens durch drei wesentliche Merkmale gekennzeichnet:die Aneignung neuer Informatiodie Umwandlung (Transformation), um das Wissen für eine neue Aufgabentauglich zu machendie Bewertung (Evaluation), also die Prüfung, ob die Art, wie wirInformationen angeeignet und angepasst haben, dem neuenAnwendungszweck adäquat ist. (Stangl, 2012)
  • 44. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 32 -Kritisch erscheint der Lernprozess im Kognitivismus in gänzlich neuenLernsituationen zu sein. Kerres zu Folge kann hier auch der Kritikpunkt amKongnitivismus angesetzt werden, denn Wissen scheint in unbekanntenSituationen nicht anwendbar (Kerres, 2001, S. 75).Bei der vorliegenden Arbeit erscheint die Aneigung von neuem Wissen, derAustausch von Wissen und dessen Weitergabe als wesentlich. Kollaboration unddas gemeinsame Lernen als Weg der Wissenserweiterung des Einzelnen könnendurch diesen Ansatz des Kognitivismus nicht erzielt werden, denn das Lernenvon anderen und das gemeinsame Arbeiten werden hier nicht berücksichtigt.Laut Reinmann kann das Ziel des Kognitivismus als „Suche nach möglichstberechenbaren…Beziehungen und Regeln innerhalb und zwischen kognitivenProzessen des Menschen“ (Reinmann, 2008, S. 154) angesehen werden.Erpenbeck und Sauters zählen hier besonders Web Based Trainings im Rahmenvon Blended Learning Arrangements zu den Einsatzgebieten und Vorteilen vonkognitivistischen Ansätzen, doch stellen sie fest, dass „mit diesen künstlichenÜbungsaufgaben oder Fallstudien … nur bedingt Dissonanzen erzeugt werden,so dass auch kaum ein Prozess der emotionalen Labilisierung erzeugt“(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 156) wird.Lernen und die Weitergabe von Wissen entsteht im Rahmen dieser Arbeit abernicht in künstlichen Situationen, sie passiert bewusst oder unbewusst, ist mitEmotionen verbunden und soll damit auch zu positven Vernetzungsprozessenbzw. Wissensaustausch führen.2.4.4. Konstruktivismus„Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“ Dieser Satz vonArthur Schopenhauer aus seinem Werk Aphorismen zur Lebensweisheit I, ver-anschaulicht recht deutlich die Grundtendenzen des Konstruktivismus. Wissenist an das Individuum gebunden und spiegelt „die erlebte Wirklichkeit wider.“(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 157) Stangl zu Folge lernt jeder Mensch in einemkonstruktiven Prozess. Er zeigt auf, „dass jeder Lerner auf der Grundlage seines"Experience" lernt, dabei eigene Werte, Überzeugungen, Muster und Vorerfah-rungen einsetzt.“ (Stangl, 2012)
  • 45. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 33 -Lernen wird als aktiver, situativer und sozialer Prozess definiert, und„menschliche Kognition wird dabei nicht nur als reine Informationsverarbeitunggesehen, sondern als Konstruktion von Wissen“ (Erpenbeck & Sauter, 2007, S.157) gesehen. Wissen wird individuell konstruiert und der Lernprozess ist durchsechs zentrale Merkmale beschrieben.Lernen ist einaktiver Prozess – Der Wissenserwerb erfolgt eigenständig und aktiv.konstruktiver Prozess – Wissen wird vom Lerner selbst konstruiert und miteigenen Wissensstrukturen in Verbindung gebracht.emotionaler Prozess – Neues Wissen wird auf der Basis positiver Emotionengeneriert. Lernen unter Stress bleibt träge und oberflächlich.selbstorganisierter Prozess – Lernen passiert mit individuellem Lerntempo.Der Lernende steuert den Lernprozess eigenverantwortlichsozialer Prozess – Wissenserwerb erfolgt durch Austausch mit Experten undanderen Lernenden – Kommunikation und Reflexion sind wesentlich.situativer Prozess – Wissen entwickelt sich im Kontext zur Lernsituation(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 157 f. )In Bezug auf Blended Learning wird hier eine Situation des „Lernenden“ unddes „Trainers“ angenommen, doch kann diese Tatsache nicht in die vorliegendeArbeit übernommen werden. Im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen undSeminaren ist dieser konstruktivistische Ansatz gut einsetzbar, kann zupassablen Lernerfolgen führen, doch sind solche Situationen im Lehrkörper eherseltener. Die Transferierung von Gelerntem und die Weitergabe von Wissen sollin Alltagssituationen entstehen und aus diesem Blickwinkel heraus scheint dieTheorie des Konstruktivismus für diese Arbeit nicht passend. Für direkteskollaboratives und kooperatives Lernen in Web 2.0 basierten Lernumgebungenkann aber die Theorie Erpenbecker und Sauter gut eingesetzt werden.(Erpenbeck & Sauter, 2007, S. 159)2.5. Communities of PracticeIm vorigen Kapitel wurde versucht mit Hilfe der Literatur einen geeigneten Zu-gang, mit dem Fokus auf das Thema Blended Learning und die eventuellen Zu-sammenhänge zu Wissensmanagement und Wissensaustausch, herzustellen. Am
  • 46. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 34 -Beginn sollte der Begriff des Lernens definiert werden und verschiedene Lern-theorien wurden beschrieben. Auf Grund der fehlenden Zusammenhänge zumThema der vorliegenden Arbeit wurden einzelnen Ansätze und Lerntheorien alsteilweise geeignet eingestuft, doch zum größeren Teil wieder verworfen.Im Folgenden soll nun der Begriff der „Community of Practice“, welcher vonEtienne Wenger und Jean Lave in den 1990er Jahren eingeführt wurde, genauerin Bezug auf Zusammenarbeit und Kollaboration in der vorliegenden Organisa-tion untersucht werden. Der Begriff ist im Zusammenhang mit „situated lear-ning“ entstanden und stellt nach Wenger und Lave die soziale Theorie des Ler-nens dar. Niemeyer beschreibt den Prozess des Lernens „als den sukzessivenEntwicklungsprozess vom Newcomer zu Experten innerhalb eines sozialen Ge-füges, einer Community of Practice.” (Niemeyer, 2005, S. 79)Das Lernen des Einzelnen wird dabei als “kontinuierliches Hineinwachsen”Niemeyer, 2005, S. 79) in die Gemeinschaft gesehen, wobei der Schwerpunkt desLernens aber nicht nur auf den Erwerb von Fachkompetenzen abzielt, sondernauch für die Ausbildung einer kulturellen Identität wesentlich erscheint. “Com-munities of Practice are groups of people who share a concern or a passion forsomething they do and learn how to do it better as they interact regularly.”(Wenger, 2006)Personen, die in solchen Gemeinschaften miteinander kommunizieren und zu-sammenarbeiten, bilden eine Community of Practice (CoP). Hinterhuber undRenzl finden einen ähnlichen Zugang in ihrer Definition: „Als Communities ofPractice (d.h. Gemeinschaften von Praktikern) werden informelle bereichsinterneoder bereichsübergreifende Personengruppen innerhalb einer Organisationverstanden, welche sich aufgrund ihrer Expertise und gemeinsamen Interessenzusammenschließen und über einen längeren Zeitraum Kenntnisse, Wissensowie Erfahrungen austauschen“. (Hinterhuber & Renzl, 2002, S. 30) In Bezug aufdie KMS – HS Güssing kann dies das gesamte Lehrerteam oder auch einzelneKleinteams, die fachlich miteinander verwoben arbeiten, betreffen. Der Ansatzvon Wenger zeigt eine Gemeinschaft von Lernenden, die miteinander eine„Passion“ für etwas teilen, und freiwillig mit und voneinander lernen. Lernenwird hier als situativ und sozial verstanden, kann nicht von außen bestimmtwerden, und der Lernprozess ist ein selbstbestimmter Prozess. (Liening &Mittelstädt, 2010)
  • 47. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 35 -Liening und Mittelstädt betonen aber, dass von der Organisation ein Rahmengeschaffen werden kann, welcher für die Entstehung und die Weiterentwicklungvon Communities of Practice förderlich ist. (Liening & Mittelstädt, 2010)Hier sehe ich auch die Chance, durch förderliche Rahmenbedingungen in dervorliegenden Organisation diese Form des „Miteinander - Lernens“ zu fördernbzw. eine fruchtbare Basis für Zusammenarbeit und Kollaboration zu schaffen.Wenger betont aber auch , dass nicht alle Gemeinschaften als Community ofPractice einzustufen sind.„Not everything called a community is a community of practice. A neighborhoodfor instance, is often called a community, but is usually not a community ofpractice.” (Wenger, 2006)Wenger zu Folge müssen drei Faktoren erfüllt werden, um von einer Communityof Practice zu sprechen: the domain, the community and the practice. In weiterFolge soll hier kurz auf die drei Faktoren eingegangen werden. Bettoni spricht indiesen Zusammenhang von Wissensbereich (domain), Gemeinschaft (communi-ty) und Praxis (practice). (Liening & Mittelstädt, 2010)„...the combination of these three elements that constitutes a community of prac-tice.” (Wenger, 2006)The domain„They value their collective competence and learn from each other…“ (Wenger,2006)In der Community kommt es zu einer klaren Abgrenzung zu anderen Gruppenund gemeinsame Kompetenzen definieren die Inhalte und Interessen der Grup-pe. Neues Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen werden in Zusammenhangmit bereits gemachtem Erfahrungswissen gebracht. Lernen spielt sich in authen-tischen Zusammenhängen ab, denn die Lernumgebungen sind nicht künstlichkonstruiert.The community“...members engage in joint activities and discussions, help each other, and shareinformation.” (Wenger, 2006) Individuelle und kollektive Handlungen sind aufein gemeinsames Ziel gerichtet. Der Lernprozess wird wesentlich durch dieKommunikation und Interaktion zwischen den Mitgliedern bestimmt.
  • 48. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 36 -The practice„They develop a shared repertoire of resources: experiences, stories, tools...”(Wenger, 2006)Der Lernprozess in der Community ist bestimmt durch praktisches Handeln.Erfahrungen werden geteilt und der Austausch bzw. die Kommunikation sindwesentliche Merkmale einer Community of Practice.Um eine Community of Practice weiterzuentwickeln, beschreiben Wenger,McDermott und Snyder in ihrem Buch „Cultivating communities of practice: aguide to managing knowledge“ (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 51) sie-ben Prinzipien, welche den Autoren zu Folge die Erreichung des Zieles einerCommunity „…own internal direction, character and energy“ (Wenger,McDermot, & Snyder, 2002, S. 51) unterstützen können.Gestaltung durch Evolution (design for evolution)Weiterentwicklung der Community ist möglich durch die Aufnahme von neuenMitgliedern und die Offenheit für Veränderungen in den Strukturen der Ge-meinschaft. Wenger stellt hier die Verbindung zum Begriff des LebenslangenLernen her, welcher sich in der Selbstreflexion der Community widerspiegelt.Die Dynamik in den Strukturen der Community kann Interessen und Foki derGemeinschaft in unterschiedliche Richtungen verschieben.„…new members bring new interests and may pull the focus of the communityin different directions.” (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 53)Um die Verbindung zu der vorliegenden Arbeit herzustellen, kann gerade dielaufende Umstrukturierung im Kollegium der Organisation durchPensionierungen und Versetzungen als Chance und Richtungswechsel in derCommuity angesehen werden.Eröffnung eines Dialogs zwischen inneren und äußeren Perspektiven (open a dialoguebetween inside and outside perspectives)Gewohnte Strukturen werden hinterfragt, persönliche Netzwerke werden offen-gelegt und neue Perspektiven können in Vernetzung bzw. Weiterentwicklungeingebaut werden.
  • 49. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 37 -„…effective community design is built on the collective experience of the mem-bers.” (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 54) Gerade im Bereich E-Learningund Blended Learning kommt es immer wieder zu Vernetzungen einzelnerMitglieder mit anderen Netzwerken. In Seminaren und Fortbildungen wirdneues Wissen gelernt, neue Sichtweisen und Erfahrungen aus anderenCommunties kennengelernt. Diese neuen Ansätze werden in die Schulezurückgebracht und können als Basis für Richtungsänderungen und ständigeWeiterentwicklung angesehen werden.Verschiedene Stufen der Teilnahme ermöglichen (invite different levels of participation)Communities sind im Wesentlichen in drei große Gruppen einzuteilen. DasKernteam übernimmt organisatorische Aufgaben, initiiert neue Themen, setztSchwerpunkte und regt Diskussionen an. Wenger spricht hier von der „coregroup“ oder auch von den „community coordinator“. Es handelt sich hier umeine prozentuelle Größenordnung von 10 – 15 Prozent. Außerhalb dieser Kern-gruppe beschreibt Wenger die Gruppe „active group“, welche er mit einer Grö-ßenordnung von 15 – 20 Prozent beziffert. Diese Gruppe nimmt regelmäßig anTreffen teil, beteiligt sich an Gruppenaktivitäten, arbeitet aber nicht mit der In-tensität der Kerngruppe. Die größte Gruppe der Community sind Mitglieder, diesich nicht regelmäßig an Treffen beteiligen, aber die anderen zwei Gruppen beo-bachten. Es kommt zur Kommunikation und zum Austausch mit einzelnen Mit-gliedern, und Wenger vergleich diese Gruppe recht anschaulich mit „…peoplesitting in a cafe watching the activity on the street.“ (Wenger, McDermot, &Snyder, 2002, S. 56)Die Mitgliedschaft in den jeweiligen Gruppen ist aber nicht fix, sondern wechseltje nach persönlichen Interessen oder Schwerpunkt der Mitglieder. Wenger be-tont, dass erfolgreiche Commuities dadurch gekennzeichnet sind, dass die Fluk-tuation aller Mitglieder auf allen Ebenen möglich ist.„The key to good community participation…allows participants at all levels tofeel like full members. “(Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 56)
  • 50. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 38 -Entwicklung von öffentlichen und privaten Begegnungsräumen (develop both public andprivate community spaces)Die Konzentration erfolgt hier nicht nur auf die Begegnung in öffentlichen Tref-fen, sondern es soll hier auch zu einer Förderung privater Begegnungsräumekommen. Damit kann es zu einer Entfaltung und Ausbildung persönlicher Be-ziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern kommen, welche sich wiederumpositiv auf die Gesamtentwicklung der Community auswirkt. Gemeinsame Be-gegnungen und „Face to Face Meetings“ sind wichtig. „When the individual re-lationships among community members are strong, the events are much richer.”(Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 59)Betonung des Nutzens (focus on value)Der Wert einer Community stellt sich oft erst im Laufe der Zeit heraus. „As thecommunity grows, developing a systematic body of knowledge that can be easilyaccessed becomes more important”. (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 59)Gerade im Bereich der Schule kann sich hier eine Struktur der Vernetzung etab-lieren und Wissen wird innerhalb der Community weitergeben. Nach Wengerkann der Nutzen für den Einzelnen darin liegen, dass TeilnehmerInnen gezieltauf Wissensträger zugehen können, wenn sie Probleme in Einzelbereichen ha-ben. Hier wäre auch die Verbindung zu Professionalisierung und Effektivität imLehrberuf zu finden - Zeitersparnis durch gegenseitige Hilfe und Unterstützung.„…he knew who to contact when he had a problem. “ (Wenger, McDermot, &Snyder, 2002, S. 60)Kombination von vertrauter und anregender Interaktion (combine familiarity and exci-tement)Zur Weiterentwicklung der Community of Practice soll hier eine Mischung vonvertrauter Kommunikation und auch innovativen Ansätzen zur Weiterentwick-lung gefunden werden. „Routine activities provide the stability for relationship-building connections; exciting events provide s sense of common adventures”(Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 62)
  • 51. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 39 -Rhythmus für die Gemeinschaft (create a rhythm for the community)Wesentlich erscheint hier das richtige Arbeitstempo und einen Rhythmus zufinden, um damit auch das Arbeitsklima positiv und motivierend zu gestalten.Communities haben einen bestimmten Rhythmus, welcher durch Events in derGemeinschaft, aber auch durch die Verbindungen zwischen den Mitgliedernbestimmt ist. „…finding the right rhythm at each stage is the key to a communi-ty’s development.” (Wenger, McDermot, & Snyder, 2002, S. 63)2.5.1. KollaborationIm Folgenden sollen die Begriffe der Kollaboration und der Kooperation genauerbeleuchtet werden. Im Gegensatz zum englischsprachigen Raum werden diesebeiden Begriffe im deutschsprachigen Raum zumeist als eine Begrifflichkeit ver-standen. Betrachtet man die Bedeutung beider Termini aber genauer, so findetman heraus, dass die „Bezeichnung “kollaboratives Lernen“ eine stärkere Ge-meinschaftsarbeit im Vergleich zum “kooperativen Lernen“ (Ojstersek &Adamus, 2009, S. 2) zu Folge hat. Nach „Reinmann-Rothmeier & Mandl (1999)verfolgen beim Kollaborativen Lernen alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel“(Ojstersek & Adamus, 2009, S. 2), und Salomon (2002) stellt des weiteren fest,dass die Anforderungen an den Einzelnen beim Kollaborativen Lernen weithöher sind, „da es sowohl individuelles Lernen, Engagement in einerLerngemeinschaft als auch die Unterstützung und Förderung von anderenbeinhaltet.“ (Ojstersek & Adamus, 2009, S. 2) Bezugnehmend auf die vorliegendeArbeit und basierend auf der Tatsache, dass der Einsatz von Blended Learningauch eine Änderung der Planung und Vorbereitung des Unterrichts zu Folgehat, soll hier in weiterer Folge auch Bezug auf Seufert und Schrack genommenwerden. Damit kann auch die Brücke zu der Forschungsfrage geschlagenwerden, denn Kollaboration und Zusammenarbeit im Schulalltag haben zumeistein Ziel – die Verbesserung des Unterrichts und die Steigerung der Effizienz.Ohne ein didaktisches Konzept (Seufert, 2002, S. 45-48) verknüpft mit der nötigendigitalen Kompetenz - Basic skills entwickeln sich zu Key Competences -(Schrack, 2010), erscheint der Einsatz von E-Learning oft enttäuschend, unddessen Potential kann nicht ausgeschöpft werden.
  • 52. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 40 -Mayer, Resinger und Schratz haben in ihrer Untersuchung „E-Learning imSchulalltag“gezeigt, dass es durch eine regelmäßige Auseinandersetzung mitdem Thema E-Learning und Blended Learning bei den LehrerInnen zu einerSicherheit im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologienkommt. Dies wiederum hat zur Folge, dass „im Umgang mit E-Learningerworbene Wissen wurde vor allem unter den FachKollegInnen sowie denKlassenLehrerInnen ausgetauscht und vertieft“ (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009,S. 100 f.) wurde. In weiterer Folge konnte auch festgestellt werden, dass es auchim Bereich der Schulentwicklung bzw. Vernetzung innerhalb der KollegInnen zueffektiverer Zusammenarbeit kommt bzw. „eine Verdichtung desWissenstransfernetzes innerhalb der Schule“ (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S.101) entsteht. Auch hier kann der Zusammenhang zur Forschungsfrage dervorliegenden Arbeit gestellt werden, denn der Ansatz und die Ergebnisse vonMayr beschreiben einen ähnlichen Zugang zum Thema der Kollaboration unddes Blended Learning. Marija Cubric, Lektorin an der Universität Hetfordshirebeschreibt in ihrem Artikel „What is the innovation beyond the „state of the art“in e-learning?“ sehr klar, dass kollaboratives Lernen im Gruppenkontextstattfindet bzw. „as a result of group interactions, where knowledge is created asit is shared.“ (Cubric, 2011, S. 50). Wesentlich erscheint ihr aber auch dieUnterscheidung zwischen kollabrorativem und kooperativem Lernen, wobei fürdie Entwicklung einer Professionalisierung der Zusammenarbeit innerhalb derOrganisation sicher beide Formen einen Fortschritt bringen können.„Collaboration is a philosophy of interaction and personal lifestyle“ (Cubric,2011, S. 50) Kooperatives Handeln oder Arbeiten dagegen wäre zum Beispiel „ agroup of students working together to create a web page.“ (Cubric, 2011, S.50).Das Ende der Zusammenarbeit wäre mit dem Endprodukt der Website absehbar,doch längerfristige Zusammenarbeit erfordert Kollaboration im Team. Geradedeswegen kann die Kollaboration unterstützend wirken, denn eigene Defizite imBereich Blended Learning können in der Zusammenarbeit mit „Wissensträgern“ausgeglichen werden. Dadurch kann es aber auch zu einer Motivation derLehrerInnen führen, denn durch Kollaboration innerhalb der Community ofPractice herrscht nicht nur eine gemeinsame Sprache, sondern „gemeinsamerfahrene Geschichten und Empfindungen des regelmäßigen Miteinanders
  • 53. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 41 -erleichtern und vertiefen die Kommunikation und den sozialen Austauschuntereinander.“ (Guretzky, 2007, S. 3)Bezugnehmend auf das wesentliche Ziel jeder effektiven Zusammenarbeit imLehrkörper, die Qualität des Unterrichts zu steigern, kann festgestellt werden,„das Reizvolle des Blended Learning ist für die SchülerInnen vor allem dieAbwechslung. Der Unterricht wird für sie dadurch unterhaltsamer, spannender,anschaulicher und kreativer.“ (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 110) DieseTatsache kann wiederum zu einer Steigerung der Qualität von Unterricht bzw.der Organisation führen, denn aus der eben zitierten Untersuchung geht auchhervor, dass gerade im Rahmen von Blended Learning „die klassische Form desFrontalunterrichts zugunsten eines schülerzentrierten Unterrichts aufgebrochen“(Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 111) wird.Grote und Cordes beschreiben in ihrem Artikel „Web 2.0 als Inhalt und Methodein Fortbilungsangeboten zur E-Kompetenzentwicklung“ recht deutlich, welcheVorteile und positive Auswirkungen gerade der Einsatz des Computers bzw. inweiterer Folge des Web 2.0 auf Kollaboration und Vernetzung innerhalb vonLehrerInnen haben kann. Kollaboratives Lernen und „user generated content“(Grote & Cordes, 2009, S. 202) werden dabei als zentrale Elemente des E-Learnings bzw. Blended Learnings angesehen.Zentrale Ergebnisse von Fortbildungsmaßnahmen der Freien Universität Berlinzur E-Kompetenzerweiterung waren dabei:Gemeinsam und kollaborativ erstellte InhalteIndividuelle Lernprozesse werden durch Blended Learning KonzepteunterstütztLernprozesse werden relflektiert und Erfahrungen weitergegebenVernetzung wird auf Grund unterschiedlicher Funktionalitäten (Web 2.0)erhöht und Kommunikationsprozesse werden unterstütztGemeinsame Arbeitsprozesse werden leichter koordiniert (Grote & Cordes,2009, S. 197 - 205)Schon von Anbeginn des Internets gehört Kollaboration zu einer derGrundgedanken des World Wide Web , doch haben Ojestersek und Adamus zuFolge „erst aktuelle Entwicklungen, wie Web 2.0-Technologien, diesen Aspekt(neben anderen) wieder in den Mittelpunkt der Betrachtungen“ (Ojstersek &
  • 54. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 42 -Adamus, 2009, S. 4) gerückt. „Das Neue hierbei ist die Konsequenz, mit der die-ses Prinzip jetzt zum gemeinsamen Wissensaufbau genutzt werden kann.“(Ojstersek & Adamus, 2009, S. 4)„Die Idee des Web 2.0 mit dem Grundgedanken der Kollaboration undVernetzung des Lernens ist für viele zunächst ungewohnt, da sie oft denpersönlichen Lernerfahrungen widerspricht, und wird erst dann akzeptiert,wenn der Mehrwert durch die Lernerfahrungen im Rahmen der Fortbildung“(Grote & Cordes, 2009, S. 207) verdeutlicht wurde. Dieser Mehrwert kann auch inder vorliegenden Organisation einen der Knackpunkte für zukünftigeEntwicklungen darstellen, soll aber im empirischen Teil untersucht werden. „Beieiner gelingenden Kollaboration kommt es zu Austausch von bisher ungeteiltemWissen („distributed knowledge“) und zum Entstehen von geteiltem Wissen(„shared knowledge“), da ganz unterschiedliche kognitive Ressourcen und indi-viduelle Expertisen sich gegenseitig befruchten.“ (Wiater, 2007, S. 241 - 242)Abbildung 5: Ergebnisse kollaborativen Lernens nach(Reinmann-Rothmeier/Mandl 1999)2.5.2. Kooperation„Kooperation ist gekennzeichnet durch den Bezug auf andere, auf gemeinsam zuerreichende Ziele bzw. Aufgaben, sie ist intentional, kommunikativ und bedarfdes Vertrauens. Sie setzt eine gewisse Autonomie voraus und ist der Norm vonReziprozität verpflichtet.“ (Spieß, 2004, S. 199) Reinmann bezieht sich in ihrerDefinition bzw. der Unterscheidung zum Begriff der „Kollaboration“ vor allenauf den Terminus der „Arbeitsteilung“ (Reinmann, 2008, S. 67), welcher
  • 55. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 43 -besonders im englischsprachigen Raum als Unterscheidungsmerkmal zwischenden beiden Begriffen „Kooperation und Kollaboration“ dient. Bei Kooperationenteilen sich die Mitglieder die Arbeit auf. Jedes Mitglied hat dabei seine oder ihreArbeit zu erledigen. Die Zusammenfügung der Teile ergibt dann die Gesamtheitder Arbeit. Lernen in Teams und Kleingruppen ist charakteristisch fürkooperatives Lernen. „Versteht man Lernen unter anderen als einen sozialenProzess, liegt die Folgerung nahe, bei der Gestaltung von Lernumgebungen auchkooperatives und/oder kollaboratives Lernen zu fördern.“ (Reinmann, 2008, S.68) Grote und Cordes Ansatz in ihrem Artikel „Web 2.0 als Inhalt und Methodein Fortbildungsangeboten zur E-Kompetenzentwicklung“ sieht dabeiKooperation und selbstgesteuertes Lernen vermehrt in virtuellen Räumen desWeb 2.0. Hervorgehoben sei dabei die Tatsache, dass „in diesem Kontext sowohlan die Lernenden als auch an das Lehrpersonal neue Anforderungen hinsichtlichihrer Kenntnisse und Fertigkeiten“ (Grote & Cordes, 2009, S. 197) gestelltwerden. Damit kann der Bogen zu dem in Kapitel 2.3.3. behandeltenKompetenzbegriff gespannt werden, der als wesentlicher Faktor für Kooperationeingestuft wird. In weiterer Folge unterstreichen die Autoren Web 2.0Anwendungen und E-Learning in Bezug auf Kooperation und Zusammenarbeitan Hochschulen und Schulen, „um auf einfache Weise eine lernerorientierteGestaltung von Bildungsangeboten und die Unterstützung kooperativer undselbstorganisierter Lernprozesse zu fördern“ (Grote & Cordes, 2009, S. 197)Abschließend muss aber festgestellt werden, obwohl sich vieleerziehungswissenschaftliche Beiträge in der Fachlitertur mit der Kooperationzwischen Lehrkräften beschäftigt haben, hat das Thema der Kooperation inDeutschland innerhalb der Lehrerschaft keinen sehr hohen Stellenwert. „Vieleempirische Studien belegen den untergeordneten Stellenwert der Kooperationvon Lehrkräften in Kollegien; ein Trend zu mehr Zusammenarbeit lässt sichdabei insgesamt nicht feststellen.“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 205)Altrichter spricht schon 1996 von der Schule als „zelluläre Organisation“, inwelcher die Lehrkräfte einzig für ihre Klassen verantwortlich sind.„Zusammenarbeit ist in Schulen allenfalls vorgesehen und nicht obligatorisch.“(Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 206)Interssant erscheint aber anderseits die Tatsache, dass Ansätze in derLehrerbelastungsforschung aufzeigen, dass gerade Kooperation und
  • 56. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 44 -Kollaboration bzw. „wahrgenommene Unterstützung durch KollegInnen undKollegen sowie als produktiv und angenehm eingeschätzteArbeitsbeziehungen…als (kleiner) Schutzschild gegen Arbeitsunzufriedenheitund Burnout betrachtet werden.“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 205)Hier kann auch die Überleitung zur untersuchten Organisation gemacht werden,denn Kooperation und Zusammenarbeit können die Chance sein, dieschwindende Motivation der Lehrkräfte zu bündeln und ein Umdenkeneinzuleiten.2.6. Professionalisierung im Lehrberuf„Professionalität bedeutet qualifizierte Ausbildung und Orientierung an hohenStandards der Berufsausübung, die zumeist von einer Berufsorganisation gesi-chert werden, sowie Interesse an Weiterqualifikation.“ (Bonsen & Rolff, 2005, S.8) Dieser Begriff umfasst viele Fassetten, und es soll hier aus dem Bericht vonMichael Schratz u.a. „Domänen von LehrerInnen/Professionalität Entwicklungvon Professionalität im internationalen Kontext (EPIK)“ aus dem Jahr 2007 fol-gender Inhalt hervorgehoben werden. Dieser steht in direktem Zusammenhangmit neuen Unterrichtsmodellen bzw. mit Kollaboration innerhalb der Schule,und passt so zu der Forschungsfrage. Die Autoren beschreiben hier recht an-schaulich, dass Professionalität in der Schule dazu führt sich regelmäßig fortzu-bilden und die KollegInnen „erweitern so ihr professionelles Wissen und setzendieses in ihrem pädagogischen Handeln situationsadäquat um. In Kooperationmit anderen Lehrpersonen setzen sie sich mit neuen Modellen ihrer beruflichenTätigkeit auseinander…“ In weiterer Folge wird in dem Artikel aufgezeigt, dass„jene Schulen, die gemessen an Schülerleistungen in der empirischen Forschungals „erfolgreich“ charakterisiert werden“, sich durch „hohe Kooperationsbereit-schaft ihres Kollegiums“ auszeichnen. (Schratz, Schrittesser, Forthuber, Pahr,Paseka, & Seel, 2007)„Die Forschung zu professionellen Lerngemeinschaften zeigt darüber hinaus,dass kooperierende Lehrkräfte sich gemeinsam für das Lernen der SchülerInnenund Schüler verantwortlich fühlen und besser auf die Bedürfnisse eingehen kön-nen.“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 205)
  • 57. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 45 -Um eine Professionalisierung der Lehrkräfte zu fördern, muss laut Gräsel, undauch schon nach Altrichter (1996) versucht werden, die Kooperation anzuregen,um eine positive Wirkung für die Organisation Schule zu erzielen. (Gräsel,Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 206 f.)3. Empirischer TeilDer folgende Teil der Arbeit stellt die praktische Verbindung der Forschungsfra-ge zur Theorie des Themas Blended Learning und die mögliche Verknüpfungzur Kollaboration innerhalb der Organisation her. Den Hintergrund dazu bildetdas Feld der Empirie, welches von zwei Seiten behandelt werden soll. Der BegriffEmpirie selbst wird im Folgenden nach dem Ansatz von Ebster und Stalzer defi-niert. „Das Ziel empirischer Wissenschaftler besteht darin, Erkenntnisse durchErfahrungen zu sammeln, also durch Beobachtungen in der Realität zu veran-kern.“ (Ebster & Stalzer, 2008, S. 138)Um einen Einblick in die Strukturen der zu beobachtenden Organisation zu be-kommen, wurde ein Methodenmix aus quantitativer und qualitativer Forschunggewählt.Den ersten Teil der Herangehensweise stellt dabei die quantitative Forschung inForm eines Fragebogens dar, der zweite Teil soll durch die qualitative Methodedes Problemzentrierten Interviews, welches von Witzel (1982, 1985) geprägtwurde, erforscht werden. (Mayring, 2002, S. 67 f.)3.1. Beschreibung des Feldes und Klärung relevanter BegriffeUm den Bezug zur erforschenden Organisationen herzustellen, wird zunächstdas Feld der Erhebung, die KMS – HS Güssing, genauer beschrieben. Als wissen-schaftlicher Ansatz soll hier der theoretische Hintergrund von der in Kapitel 2.5beschriebenen Theorie der „Community of Practice“ von Wenger dienen.3.2. KMS-HS GüssingKMS – HS Güssing wurde 1924 als Bürgerschule gegründet und stellt seit Gene-rationen einen schulischen und auch kulturellen Mittelpunkt im Bezirk dar. Ge-
  • 58. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 46 -nerationen von SchülerInnen haben hier ihre solide und fundierte Ausbildungfür weiterführende Schulen oder die Berufswelt erhalten. Die Geschichte derSchule ist von verschiedensten Entwicklungen und Umstrukturierungen geprägt.Durch all die Jahrzehnte zieht sich aber der rote Faden der Innovation, dennschon die Teilnahme am Schulversuch "Integrierte Gesamtschule", welcher vonRösner 2007 als „zweckmäßige Alternative zu einem unverbundenen Nebenein-ander“ von Schulen angesehen wurde, zeigt zu Beginn der 1970iger Jahre denAnsatz der Kooperation und Kollaboration über Schulgrenzen hinweg.Jahre später wurde die Schule zur "Sporthauptschule", dann "Fußballschule mitanderen Schwerpunkten" und ab dem Schuljahr 2005/06 "Kooperative Mittel-schule". Diese Veränderungen zeigen den Entwicklungs- und Veränderungswil-len der Organisation recht deutlich.Die gegenwärtige Organisation der Schule wird durch den Direktor, das Lehrer-kollegium, bestehend aus 33 LehrerInnen und einer Schulsekretärin, dargestellt.Der SchülerInnenstand im Schuljahr 2011/12 beträgt 298 SchülerInnen. Ein we-sentliches Merkmal der Schule war und ist das breite Angebot an unverbindli-chen Übungen und Freifächern, welches seit Jahrzehnten am Schulstandort an-geboten wird. Im Folgenden soll nur kurz auf das Angebot der Schule eingegan-gen werden, da durch die Vielseitigkeit auch die Aktivitäten der LehrerInnen derSchule unterstrichen bzw. der Bezug zu Wenger durch eine gemeinsame „do-main“ hergestellt werden soll.Der Schwerpunkt Sport umfasst vor allem die Ballsportarten Fußball, Basketball,Volleyball und Tischtennis, wird mit großem Interesse angenommen und sehrerfolgreich geführt, was jährliche Landesmeistertitel beweisen. Der SchwerpunktSprache zielt auf die optimale Förderung der Weltsprache Englisch ab. Der Be-reich Informatik erfährt besondere Aufmerksamkeit, da er als Grundlage derzukünftigen Entwicklung der Gesellschaft eingestuft wird. Mit der Oberstufen-form der AHS Güssing wird kollaborativ zusammengearbeitet, um einen prob-lemlosen Übertritt nach der 8. Schulstufe zu ermöglichen und interessierte Schü-lerInnen machen den ECDL (Europäischen Computer Führerschein) bereits anunserer Schule. Viele Möglichkeiten bieten sich auch im Kreativbereich an. EineTheatergruppe, eine Instrumentalgruppe, eine Musik- und Tanzgruppe sowie
  • 59. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 47 -eine Gruppe für Kreatives Gestalten bilden für Schülerinnen und LehrerInnendie Basis gemeinsamen kreativen Schaffens.Zuletzt wurde der Bereich der Technik entwickelt, in dem zusätzlich die Natur-wissenschaften (Forschen und Experimentieren) sowie berufsvorbereitendesWerken mit vielerlei Materialien angeboten werden. Das große Interesse an die-sem Schwerpunkt zeigt, dass diese Ausrichtung im Hinblick auf die spätereSchul- und Berufswahl richtig war. Berufsorientierung, Soziales Lernen und In-tegration sind weitere wichtige Ausrichtungen an der HS - KMS Güssing. (KMS -HS Güssing, 2012)3.3. Entwicklungsprozess zur MittelschuleUm den sich ständig wechselnden Anforderungen der Gesellschaft gerecht zuwerden, hat sich das Team der Organisation der KMS – HS Güssing im vorigenSchuljahr mehrheitlich dazu entschlossen im Schuljahr 2012/2013 eine „NeueMittelschule“ (http://www.neuemittelschule.at/) zu werden. Im Zusammenhangmit der vorliegenden Arbeit soll hier nur kurz auf diese Entwicklung zur neuenSchulform eingegangen werden, da Parallelen zu den Inhalten wie Kollaboration,Individualisierung und Kompetenzen auch in der Neuen Mittelschule wesentli-che Säulen der Konzeptualisierung darstellen. Schlagwörter wie E-Learning, ver-netztes Lernen, ExpertInnen- und Teamarbeit schlagen die Brücke zu den Hypo-thesen und Wissenszielen bzw. zur Forschungsfrage.Vernetztes Lernen mithilfe des Internets unterstützt die Umsetzung der ange-strebten Individualisierung und inneren Differenzierung des Unterrichts, fördertselbsttätiges, forschendes Lernen und trägt zur Entwicklung von Schule als ler-nende Organisation bei.“ (bm:uk, 2012) Besonders das Stichwort der lernendenOrganisation kann hier als Ansatzpunkt zu einer Professionalisierung der zubetrachtenden Organisation angesehen werden, denn schon in den Seminarenund Teamarbeiten zur Vorbereitung des LehrerInnenteams wurden einige kolla-borative Arbeiten und Ansätze gemacht, die durchaus als Impuls für die Weiter-entwicklung zu einer lernenden Organisation bzw. als kollaborative Wissensba-sis angesehen werden können. Gemeinsame Ziele wurden definiert, gemein-schaftlich wurde an Projekten gearbeitet und neue Formen des Austausches(Worldcafé, Lernplattformen als gemeinsame Wissensbasis, schulinterne Fortbil-
  • 60. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 48 -dung im Bereich E-Learning und Vernetzung,…) wurden angewendet bzw. ken-nengelernt.Gerade in dieser Umgestaltungsphase können Parallelen zu Biermanns Artikelüber die Bedeutung des Habitus-Konzepts im Bereich der Medienpädagogik,welche auf den Habitus-Theorie Bourdieus beruht, hergestellt werden. Das Ha-bitus-Konzept Bourdieus berücksichtigt dabei die soziale Herkunft und dieSchulbildung von Individuen, welche Einfluss auf die Ausbildung von verschie-denen Kompetenzen des Menschen nehmen. In diesem Zusammenhang „er-scheint es notwendig, dass sich auch die medienpädagogischen Fachkräfte ihreseignen Habitus bewusst werden diesen reflektieren.“(Biermann, 2009, S. 16)In ihrem Vortrag bei der Herbsttagung 2009 der deutschen Gesellschaft für Er-ziehungswissenschaften weisen Biermann und Kommer des Weiteren auf dieErgebnisse ihres Forschungsprojekts „Medienbiographien mit Kompetenzge-winn“ aus dem Jahre 2003 – 2007 hin. Bei den in Baden-Württemberg untersuch-ten Lehramtsstudierenden konnten drei Gruppen des medialen Habitus erkanntwerden. „Während die eine kleine … Gruppe eine recht hohe Affinität zu denalten und neuen Medien aufweist, dominiert eine zweite Gruppe, die (trotz eige-ner Nutzung) insbesondere in pädagogischen Kontexten nur ungerne mit neue-ren Medien hantiert…“. (Kommer & Biermann, 2009) „Eine dritte Gruppe ist ge-prägt durch einen ebenfalls wenig reflektierten, aber auch über weite Streckennicht problematisierten Umgang mit den neueren Medien.“ (Kommer &Biermann, 2009) Auch in der vorliegenden Organisation können ähnlicheGruppen wahrgenommen werden, doch kann diese Beobachtung nur alssubjektive Einschätzung des Autors eingestuft werden.3.4. Evaluation des Ist-ZustandesIm Folgenden soll nun der Ist-Zustand der KMS – HS Güssing genauer beleuch-tet werden, um ein objektives Bild über die zu beleuchtenden Themen der For-schungsfrage zu machen.3.4.1. Methodenauswahl und AlternativenUm einen Überblick über den Ist-Zustand der Organisation zu erhalten, wurdeals erster Schritt die Form der quantitativen Erhebung mittels Fragebogens ge-
  • 61. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 49 -wählt. Diese Form wurde präferiert, um damit „Zusammenhänge und zahlen-mäßigen Ausprägungen möglichst genau zu beschreiben…“. (Winter, 2000, S. 1)In einem zweiten Schritt wurden Interviews mit drei LehrerInnen durchgeführt,um tiefer in die Thematik der Forschungsfrage einzudringen und genauere indi-viduelle Einschätzungen zu erhalten. „Das rein quantitative Denken ist brüchiggeworden; ein Denken, das sich den Menschen und Dingen annähert, indem essie testet und vermisst…“ (Mayring, 2002, S. 9 ) soll damit vermieden werden. Inder vorliegenden Arbeit wird ein Methodenmix eingesetzt, denn die Ergebnissesollen nachvollziehbar sein und einen zukünftigen Nutzen für die Entwicklungder Organisation darstellen.„Im Vergleich zu quantitativen Methoden zeichnet sich der qualitative Ansatzdurch wesentlich größere Offenheit und Flexibilität aus.“ (Winter, 2000, S.1)Die Evaluierung des Ist-Zustandes mit einem Fragebogen innerhalb der Mitar-beiterInnen der KMS-HS Güssing zum Thema Kollaboration bzw. Blended Lear-ning erscheint aber als sinnvoll und wurde bewusst gewählt, um einen Gesamt-überblick über den Einsatz von Blended Learning, Kollaboration und Vernetzungin der Organisation zu erhalten.Die Inhalte der Umfrage sollen einen realen Überblick über die tatsächliche Ver-netzung, über die Kompetenz der KollegInnen (Einsatz des Computers im Unter-richt, Umgang mit Lernplattformen und didaktischer Einsatz von Blended Lear-ning Sequenzen…) und über die Meinung der KollegInnen über das Thema Kol-laboration vermitteln.Der Fokus der Fragen liegt dabei auf den zu erforschenden Themen, der Zu-sammenarbeit, dem Austausch und den Kompetenzen der KollegInnen in derOrganisation. Der Vorteil des Fragebogens liegt in der Tatsache begründet, dassdie TeilnehmerInnen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt den Fragebogenauszufüllen. Als Nachteil wird hier angesehen, dass es keine Möglichkeit zumNachfragen seitens des Diplomanden, aber auch der Befragten selbst gibt. DieInhalte des Fragebogens beziehen sich auf die Blended Learning Aktivitäten, dieEinschätzung der eigenen Kompetenz in Bezug auf neue Medien und die Bewer-tung kollaborativer Zusammenarbeit in der Organisation selbst. Der Fragebogenbeinhaltet standardisierte Fragen und einige offene Fragen, wobei gerade dieoffenen Fragen die subjektive Einschätzung des Befragten wiedergeben sollen.
  • 62. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 50 -3.4.2. Definition der MethodeDer Fragebogen enthält 27 Fragen zu den Inhalten der Forschungsfrage und denformulierten Hypothesen (Kapitel 1.4). Durch standardisierte Fragen soll einÜberblick über den Ist - Zustand der Schule in Bezug auf die Themen BlendedLearning, Kollaboration und IT – Kompetenzen geschaffen werden. Da aber auchdie persönlichen Einschätzungen der LehrerInnen der Organisation für die Ar-beit als wesentlich erscheinen, sind offene Fragen in der Umfrage verankert. Da-durch soll der subjektive Zugang der Befragten zu einigen Fragestellungen er-möglicht und in weiterer Folge auch dargestellt bzw. ausgewertet werden. Ne-ben persönlichen Angaben über die Anzahl der Dienstjahre und des Alters er-scheinen auch das Fortbildungsverhalten in Bezug auf IT – Kompetenz als ziel-führend für die Beantwortung der Forschungsfrage und fließen in die Umfragemit ein. In weiterer Folge behandelt ein Abschnitt des Fragebogens den Wissens-austausch in Bezug auf die Unterrichtsplanung und den Zusammenhang zuBlended Learning. Immer wieder werden Fragen zur Kommunikationsstrukturund Teamarbeit eingeflochten, da Kollaboration einen Hauptfokus der Befragungdarstellt. Die Skalierung wird abhängig von der Frage unterschiedlich darge-stellt, damit eine objektive Antwortmöglichkeit geboten wird.Durch die Umfrage sollen, unabhängig von der vorliegenden Arbeit, auch eineBasis und Ansatzpunkte für Verbesserungen in der Organisation geschaffenwerden, die im Zuge der realen Umstrukturierung von einer Hauptschule zueiner Neuen Mittelschule umgesetzt werden können.Fragen zur Kollaboration und zum Wissensaustausch werden gerade skaliert,um den bevorzugten mittleren Wert auszuschließen und dadurch eine objektive-re Einschätzung der tatsächlichen Vernetzung im LehrerInnenteam zu erhalten.Da der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Blended Learning Sequenzenin der Literatur (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009) des Öfteren mit der techni-schen Ausstattung der jeweiligen Schule in Zusammenhang gebracht wird, wur-de auch eine Frage zur Zufriedenheit mit dieser in der vorliegenden Organisationeingebaut. Mayer bezeichnet diese Strukturen als „förderliche und hinderliche(schulinterne) Strukturen“. (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 25)
  • 63. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 51 -3.4.3. Durchführung der BefragungenBevor die tatsächliche Befragung durchgeführt wird, soll ein Probelauf, Winterspricht dabei von „Pretests des Erhebungsinstrumentes“ (Winter, 2000, S.4), miteinigen KollegInnen durchgeführt werden, um eventuell auftretende Unklarhei-ten in den Fragestellungen oder in der Formulierung im Vorfeld zu klären. NachAbsprache mit der Direktion konnte der Fragebogen an drei KollegInnen, welchesich freiwillig als Testpersonen zur Verfügung gestellt hatten, ausgeteilt werden.Sie sollten die Zeit, die sie zum Ausfüllen des Fragebogens benötigen, stoppen,und in einem kurzen Feedback Unklarheiten zum Inhalt oder zur Skalierung desFragebogens rückmelden. Diese Erkenntnisse konnten dann in eine Überarbei-tung des Fragenkataloges eingebaut werden, um einen störungsfreien Ablaufund eine bestmögliche Objektivität der Befragung zu gewährleisten.Der Beginn der offiziellen Befragung des Lehrerteams der KMS – HS Güssingfand dann am 23.02.2012 statt. Der Fragebogen enthält 27 Fragen, wobei einigeFragen in Unterfragen bzw. offene Fragen unterteilt werden.Da einige LehrerInnen krank waren bzw. nicht zum Kernteam der Organisationzählen, wurden insgesamt 30 Fragbögen ausgeteilt. Am Ende des Befragungs-zeitraumes von einer Woche, konnte ein Rücklauf von 93,3% festgestellt werden.Zur Auswertung und optischen Darstellung der gesammelten Daten wurde einRaster in Excel angelegt.3.4.4. Ergebnisse der BefragungVon den 30 ausgeteilten Fragebögen wurden 28 ausgefüllt und retourniert. DasFeedback zum Fragebogen war allgemein sehr positiv, da viele KollegInnen dieErhebung als eine Chance für die Weiterentwicklung und Professionalisierungfür die eigene Schule einstufen.Die Gruppe der befragten LehrerInnen besteht aus 21 Lehrerinnen (75%) und 7Lehrern (25%). Die Altersstruktur der Befragten ist mit einem Drittel über 55,einem Drittel zwischen 46 – 55 Jahren und einem weiteren Drittel zwischen 36 –45 Jahren sehr ausgeglichen.Davon sind 67,86% mehr als 20 Jahre, 21,43% zwischen 11 und 20 Jahren und10,71% weniger als 10 Jahre im Schuldienst tätig.
  • 64. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 52 -Abbildung 6: Anzahl der Dienstjahre der KMS-HS Güssing (Frage 3)Der erste Teil der Befragung ist schwerpunktmäßig auf „Fortbildung und Semi-nare“ angelegt. Besonders Fortbildungsveranstaltungen im Bereich E-Learningund Blended Learning werden, den Ergebnissen zu Folge, von einem Großteilder Befragten als „sehr wichtig“(57,14%) oder als „wichtig“ (42,86%) eingestuft(Frage 4a): „Wie wichtig finden Sie folgende Schwerpunkte in der Lehrerfortbil-dung? Fortbildungsveranstaltungen zu Neuerungen im Bereich E-Learning,Blended Learning (Lernplattformen, LMS,…) und Vernetzung“).Abbildung 7: Seminare im Bereich Blended Learning und E-Learning(Frage 4a)
  • 65. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 53 -Auch die damit verbundene Steigerung des IT - Fachwissens und der IT -Kompetenz (Frage 4c: „Wie wichtig finden Sie…Erweiterung des Fachwissens imBereich Neue Medien und Computerkompetenzen?“) finden 60,71% „sehr wich-tig“ bzw. 39,29% als „wichtig“. Dazu passend erscheint auch das Ergebnis derFrage 4h: „Habe Sie in den letzten Monaten ein Seminar zum Thema E-Learningoder Blended Learning besucht?“ Immerhin 46,43% der KollegInnen geben an,Seminare zu Lernplattformen, Anwendersoftware und Internet besucht zu ha-ben. Nur 7,14% der Befragten halten Seminar zu neuen Computerprogrammenund Office Anwendungen für „nicht so wichtig“.Abbildung 8: Seminare zu neuen Computerprogrammen (Frage 4f)Viele der KollegInnen zeigen auch Interesse an Fortbildungen und „Methodenzur Verbesserung der Zusammenarbeit und Kooperation der LehrerInnen“ (Fra-ge 4d) bzw. „Methoden zur Förderung von Teamfähigkeit innerhalb des Lehre-rInnenteams“ (Frage 4e).Frage 4d wird dabei von 60,71% als „sehr wichtig“ und 39,29% als „wichtig“ ein-gestuft.
  • 66. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 54 -Abbildung 9: Methoden zur Verbesserung der Zusammenarbeitund Kooperation (Frage 4d)75% sehen den Faktor „Teamfähigkeit“ (Frage 4e) und dessen Ausbau innerhalbder KollegInnen als „sehr wichtig“ an.Abbildung 10: Teamfähigkeit und soziale Kompetenz (Frage 4e)Als Resümee des ersten Abschnittes des Fragebogens „Fortbildung und Semina-re“ kann zusammenfassend festgestellt werden, dass Weiterbildung und Offen-heit für Fortbildung bzw. Lernen von einem Großteil der KollegInnen als „sehrwichtig“ eingestuft wird. Die Frage nach schulinternen Seminaren zum Thema„E-Learning“ sehen 35,71% der KollegInnen als „sehr wichtig“ und 42,86% als„wichtig“ an. Damit zeigt sich hier ein wesentliches Interesse für „E-Learningund Blended Learning“. Mit dem Blickwinkel auf das Hauptthema der vorlie-
  • 67. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 55 -genden Arbeit – Blended Learning - geben nur drei KollegInnen in Frage 15(„Setzen Sie Blended Learning in Ihrem Unterricht ein?“) an, „Blended Learning“nicht in ihrem Unterricht einzusetzen (10,71%). Für 42,86% trifft die Mischungaus traditionellem Unterricht und E-Learning „voll zu“ und für den gleichen Teil(42,86%) „eher zu“. Damit zeigt sich, dass Blended Learning von mehr als 85%der Befragten einen wesentlicher Faktor in ihrem Unterricht darstellt.Der nächste Teil der Befragung zielt speziell auf die zentralen Schwerpunkte derwissenschaftlichen Fragestellungen der vorliegenden Arbeit „Kollaboration, Ko-operation und Wissensaustausch“ der LehrerInnen der Organisation ab. Zu-sammenarbeit (Abbildung 6) wird als wesentliches Thema der KMS-HS Güssinggesehen und in der Frage 6 „Sind Sie der Meinung, dass die Zusammenarbeitzwischen den LehrerInnen der KMS-HS Güssing wichtig ist?“ von 78,57% derBefragten als „sehr wichtig“ und 14,29% als „wichtig“ eingestuft.Abbildung 11: Zusammenarbeit in der KMS-HS Güssing (Frage 6)Auch das soziale Klima in der Organisation wird von den LehrerInnen als über-wiegend positiv eingeschätzt, doch werden die Rahmenbedingungen der Zu-sammenarbeit als weniger positiv bewertet. Nur drei KollegInnen (10,71%) sindder Meinung, dass die Rahmenbedingungen passend sind. Als Reaktionen aufdie Unzufriedenheit werden in der offenen Frage 7a „Welche Verbesserungenfallen Ihnen spontan ein?“, folgende Ideen zur Veränderung angeführt (Mehr-fachnennungen waren bei dieser Frage möglich und auch gewünscht.):
  • 68. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 56 -Teamsitzungen (17,86%)mehr Klassenkonferenzen (28,57%)Fachkonferenzen (28,57%)Austauschgruppen zur Vernetzung (21,43%)gemeinsame Projekte (7,14%)Abbildung 12: Verbesserungsvorschläge aus dem Kollegium (Frage 7a)Auch im realen Schulalltag können in Gesprächen ähnliche Ideen und Forderun-gen als Lösung– und Verbesserungsvorschläge zur Steigerung der Vernetzungund Wissensweitergabe immer wieder beobachtet werden. Bemängelt wird desWeiteren die fehlende systematische Förderung von „Teamarbeit, Kooperationund Kollaboration“ (Frage 8) und die lückenhaften „Kommunikationsstruktu-ren“ (Frage 9). Auch die Weiterleitung von Informationen und Neuigkeiten, bzw.der fachlicher Austausch innerhalb der Organisation wird bemängelt. 35,71% derBefragten sind der Meinung, dass Kollaboration nicht systematisch gefördertwird und 64,29% geben „trifft eher zu“ als Einschätzung dazu an.
  • 69. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 57 -Abbildung 13: Förderung systematischer Kollaboration undZusammenarbeit in der KMS-HS Güssing (Frage 8)Keiner der KollegInnen ist der Meinung, dass Zusammenarbeit und Kooperationvoll zutreffend ist. Der Austausch von Unterrichtsmaterialien und Ideen mit an-deren LehrerInnen (Frage 12a) wird von 50% als voll zutreffend angesehen, dochgeben 39,29% der LehrerInnen an, keine Unterrichtsmaterialien von anderen zubekommen. Das Prinzip des „Geben und Nehmens“ scheint in der Praxis nichtoptimal umgesetzt zu werden. Des Weiteren mangelt es im Austausch und der„Auswahl computergestützter Unterrichtmethoden (Blended Learning, Lern-plattformen,…)…“ (Frage 12c) mit KollegInnen. Nur drei der Befragten (10,71%)tauschen sich „regelmäßig“, 25% „manchmal“, 32,14% „selten“ und weitere neunKollegInnen (32,14%) „nie“ mit anderen LehrerInnen über unterschiedliche Me-thoden zum Blended Learning aus.Schon in diesen Fragen ist ein Trend zu einer eher geringen Vernetzung aufGrund von Blended Learning innerhalb der Organisation festzustellen, dennauch im Bereich Abstimmung bzw. im Wissensaustausch mit anderen LehrerIn-nen kann ein eher dürftiges Ergebnis festgestellt werden. Nur vier KollegInnen(14,29%) geben in der Frage 12e „Tauschen Sie Unterrichtserfahrungen (BestPractice, gut gelungene Stunden,…) mit KollegInnen oder im Team aus?“ an, sichregelmäßig zu vernetzen, aber immerhin 57,14% geben an, dies „manchmal“ zutun.
  • 70. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 58 -Abbildung 14: Austausch von Best Practice und Unterrichts-erfahrungen (Frage 12 e)Die Art des Austausches und der Vernetzung scheint dabei besonders auf derklassischen Ebene durch das „Gespräch mit KollegInnen in der Pause“ (92,86%)zu liegen. Aber auch moderner Wissensaustausch mit „Mail“ (39,29%) undLernplattformen (14,29%), aber auch durch soziale Medien wie „Facebook“ (25%)und dem „Schulserver“ (10,71%) findet statt.Abbildung 15: Kommunikation und Informationsfluss (Frage 16)Den Befragten zu Folge wird besonders das Internet als neue Möglichkeit derVernetzung angesehen, denn nur sieben KollegInnen (25%) geben an, das Inter-
  • 71. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 59 -net nicht als Vernetzungsmöglichkeit zu sehen. Auch in der Vorbereitungsarbeitfür den Unterricht geben nur drei Befragte (10,71%) an, den Computer und dasInternet nicht zu verwenden. Die Mehrheit beantwortet die Frage 13 „Verwen-den Sie den Computer bzw. das Internet für ihre Vorbereitungsarbeit?“ mit57,14% als voll zutreffend bzw. mit 32,14% als zutreffend. Drei der BefragtenKollegInnen (10,71%) geben an, Blended Learning, und damit die Mischung vonklassischem „Face to Face“ Unterricht in der Verbindung mit Onlineübungen,nicht in ihrem Unterricht einzusetzen. 24 KollegInnen dagegen (85,72%) verwen-den Blended Learning sehr regelmäßig in ihrem Unterricht, und 17 LehrerInnen(60,71%) geben an, das Internet oder soziale Medien (Facebook) auch in der Zu-sammenarbeit mit KollegInnen zu verwenden - Frage 17: „Verwenden Sie in derZusammenarbeit mit KollegInnen auch das Internet oder Social Media (Face-book)?“Um die Vernetzung und den Austausch zu verbessern, wurde in der offenenFrage 12h nach weiteren Ideen der KollegInnen gefragt:„Die Zusammenarbeitwürde besser funktionieren, wenn […]“Dazu wurden einige Veränderungen vorgeschlagen:Abbildung 16: Vorschläge zur besseren Zusammenarbeit in derKMS-HS Güssing (Frage 12h)In der Frage 18 (Woher beziehen Sie Informationen zu ihrer Unterrichtsarbeitbzw. Vorbereitung?) wurden folgende Quellen angegeben:Schulbücher (100%)
  • 72. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 60 -Fachbücher (78,57%)Soziale Medien (17,86%)Internet (89,29%)Lernplattformen (32,14%)Gespräche mit KollegInnen (78,57%)Abbildung 17: Informationsquellen für den Unterricht (Frage 18)Frage 18 spiegelt die relativ hohe Vernetzung unter den KollegInnen wider, wo-bei hier neben den klassischen Büchern als Informationsquelle auch das Internet(89,29%) einen großen Stellenwert einnimmt. Die Kommunikation durch sozialeMedien scheint zwar einen relativ hohen Stellenwert in der Organisation zu ha-ben, denn in der Frage 25 „Sind Sie Mitglied in einer Lehrerplattform zum Aus-tausch oder zur Kommunikation (online) (Facebook, Moodle, LMS,…) ?“ gebenimmerhin 64,29% der Befragten an, eine Mitgliedschaft zu besitzen, doch er-scheint der Nutzen dieser Vernetzung nur 17,86% der KollegInnen als Alternati-ve zur Informationsbeschaffung für ihre eigene Unterrichtsplanung. Die direkteZusammenarbeit via Internet und mit Hilfe sozialer Medien bewerten 53,57% mit„trifft eher zu“ und 7,14% mit „trifft voll zu“. Das Internet bietet für mehr als dieHälfte der Befragten eine gängige und praktikable Form der Vernetzung und desAustausches.Der letzte Teil der quantitativen Befragung beschäftigt sich mit „Kompetenzenim Umgang mit dem Computer und Erfahrungen im Bereich IT“.
  • 73. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 61 -Frage 19 zeigt hier recht deutlich die Selbsteinschätzung der LehrerInnen im Be-reich IT – Kompetenzen. Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, zu wenig Kom-petenz in diesem Bereich zu besitzen.Abbildung 18: Einschätzung der eigenen IT-Kompetenzen (Frage 19)57,14% der KollegInnen sind des Weiteren der Meinung, ihre Kompetenzen imUmgang mit IT und E-Learning ständig verbessern zu müssen (Frage 20). Hierzeigt sich, dass fast zwei Drittel der KollegInnen diesen Bereich als wesentlich fürdie eigene Weiterentwicklung einschätzen, denn nur 10,71% geben an, sich „sehrgut“ im Bereich E-Learning auszukennen.Für die vorliegende Arbeit erscheint Frage 21 wesentlich: „Sehen Sie einen Zu-sammenhang zwischen der Kompetenz im Umgang mit Neuen Medien und derHäufigkeit des Einsatzes des Computers im Unterricht?“ Diese Einschätzung derKollegInnen kann in Verbindung mit einer der Unterfragen zur Forschungsfrage(„Gibt es einen Zusammenhang zwischen der IT-Kompetenz der KollegInnen und demEinsatz von Blended Learning?“) gebracht werden. Auch die in weitere Folge auf-gestellte Hypothese (Ich vermute, dass Angst und mangelnde Ausbildung viele Kolle-gInnen von der Nutzung neuer Medien und IT-Techniken abhält.), kann durch dasErgebnis der Frage, als richtig für die vorliegende Organisation eingestuft wer-den, denn nur 14,29% der Befragten sehen hier keinen Zusammenhang.
  • 74. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 62 -Abbildung 19: Zusammenhang zwischen Kompetenz undHäufigkeit des Einsatzes des Computers im Unterricht (Frage 21)In weitere Folge stimmen mehr als drei Viertel (75%) der Frage 22 „Haben dasInternet und der Einsatz des Computers in der Schule ihre eigene Unterrichts-planung verändert?“ zu. Ein Großteil der KollegInnen wünscht sich eine Aus-tauschplattform zur Vernetzung und Kollaboration.Abbildung 20: Vernetzung -oder Austauschplattform (Frage 23)Da, wie schon an anderer Stelle erwähnt, 64,29% der Befragten bereits Mitgliedin einer Austauschplattform, wie Moodle, LMS oder Facebook sind, erscheint derWunsch nach einer Plattform zur effektiveren und vernetzten Arbeitsweise
  • 75. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 63 -durchaus dem allgemeinen Trend der HS Güssing zu entsprechen. Es kann somitein Bezug zum Titel der vorliegenden Arbeit hergestellt und die Vermutung auf-gestellt werden, dass die Schaffung einer solchen Austauschplattform von derMehrheit der KollegInnen als „Chance der Wissensvermittlung und Verbesse-rung der Kollaboration“ angesehen wird. Interessant erscheint auch das Ergebniszur Frage 27: „Ändert sich durch den Einsatz des Computers und von Lernpro-grammen auch die Rolle des Lehrers?“. Nur 3,57% der KollegInnen geben an,dass es zu keiner Rollenänderung kommt. 50% antworten mit „trifft voll zu“ undweitere 46,43% mit „trifft eher zu“. Damit kann angenommen werden, dass esdem Großteil der LehrerInnen bewusst ist, dass der Einsatz von Blended Lear-ning und des Computers im Unterricht, auch eine Änderung der eigenen Rollezur Folge hat. Um die technische Ausstattung der Schule, welche gerade in die-sem Schuljahr durch ein neues Netzwerk und fast 30 neue Computer erweitertwurde, zur Diskussion zu stellen, wurde Frage 26: „Sind Sie mit der technischenAusstattung der Schule zufrieden?“ gestellt.Die Grafik zeigt, dass fast 53,57% der KollegInnen zufrieden sind, doch sind im-merhin 42,86% nicht ganz zufrieden. Daraus kann gefolgert werden, dass im Be-reich der IT Ausstattung noch Bedarf vorhanden ist, diese auf den neuestenStand der Technik zu bringen, und damit die Rahmenbedingungen für eine bes-sere Vernetzung zu schaffen.Abbildung 21: Technische Ausstattung – Zufriedenheit (Frage 26)
  • 76. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 64 -3.4.5. Schlussfolgerung über die quantitativen ErgebnisseZusammenarbeitEine der grundlegenden Erkenntnisse der quantitativen Befragung ist die Tatsa-che, dass Zusammenarbeit innerhalb der KollegInnen der Organisation der KMS-HS Güssing einen wichtigen Faktor darstellt. Trotzdem erscheint es hier Verbes-serungsbedarf zu geben, denn alle LehrerInnen zeigen ein geschlossenes Interes-se in der Erweiterung ihres Fachwissens im Bereich Methoden für Zusammenar-beit, Teamfähigkeit und Kooperation. Diese Annahme begründet sich auch in derTatsache, dass alle Befragten solche Seminare, als Angebot der Fortbildung be-grüßen würden.Kollaboration und VernetzungEin weiterer Inhalt des Fragebogens befasst sich mit den Rahmenbedingungenfür Vernetzung und Kollaboration, welche von den Befragten als mangelhaft undnicht systematisch geplant eingestuft werden. Bemängelt wird hierbei eine „feh-lende systematische“ Förderung von Teamarbeit, Kooperation und Kollaborationinnerhalb der Organisation. Damit wird als Ergebnis der Befragung auch hier einVerbesserungsbedarf innerhalb der Schule aufgezeigt.Austausch von InformationenWissen und Informationen verteilen sich über verschiedenste Kanäle innerhalbder Schule. Best Practice Beispiele werden von einem Großteil der Kolleginnenan andere weitergegeben. Das Internet stellt dabei eine zusätzliche Vernetzungs-form mit Kolleginnen der eigenen, aber auch anderer Schulen dar. Informatio-nen im Bereich Blended Learning werden neben der klassischen Kommunikationin Face to Face Gesprächen, auch über Mail, Lernplattformen und soziale Medienausgetauscht. Gerade jüngere Kolleginnen erkennen hier das Potential und dieVorteile der Vernetzung mit Onlinetools.Der Austausch von Erfahrungen und Unterrichtsmaterialien ist wesentlich undinteressante Inhalte bzw. Ideen werden auch online weitergegeben. Das Internetwird dabei von zwei Drittel der KollegInnen als Möglichkeit der Vernetzung unddes Austausches mit anderen angesehen. In Bezug auf den Einsatz digitaler Me-dien im Unterricht geben von 28 Befragten nur 6 KollegInnen an, sich nicht mitanderen LehrerInnen auszutauschen. Somit erscheint auch im Bereich Blended
  • 77. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 65 -Learning ein Austausch innerhalb der Schule stattzufinden, wobei hier aber si-cher noch ein Verbesserungsbedarf zu erkennen ist. Inhalte aus interessantenSeminaren werden eher im klassischen Gespräch weitergegeben als online mitMail oder über soziale Medien.UnterrichtvorbereitungIm Bereich der Unterrichtsvorbereitung werden das Internet und die Vernetzungmit anderen als ein wesentlicher Faktor erkannt, denn nur drei der befragtenKollegInnen geben an, das Internet nicht für ihre Vorbereitung einzusetzen.Auch der Austausch von Unterrichtsmaterialien mit KollegInnen wird vomGroßteil der Befragten als voll zutreffend eingestuft. 21 KollegInnen sehen dasInternet als eine Vernetzungsmöglichkeit, und das zeigt recht deutlich die Wich-tigkeit der Onlinekommunikation innerhalb der Organisation.Blended Learning – Hypothesen - ErgebnisseDie Hypothesen und die Forschungsfrage werden durch die ersten Ergebnissebestätigt, da Blended Learning als eine Chance einer erweiterten Wissensvermitt-lung gesehen wird.Des Weiteren kann Blended Learning als Auslöser für Kommunikation und dieSteigerung der Motivation angesehen werden. 25 der 28 befragten LehrerInnensetzen Blended Learning regelmäßig in ihrem Unterricht ein. Diesem Ergebnis zuFolge wird Blended Learning von der Mehrheit des Kollegiums als eine wesentli-che Ergänzung des klassischen Unterrichts erkannt. Hier kann auch ein Bezug zueiner der Hypothesen (Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch über „Best Practi-ce“ Beispiele im Bereich Blended Learning innerhalb der KollegInnen kann zueinem breiteren Einsatz des Computers führen.) hergestellt werden. Zwei Drittelder Befragten sehen den Einsatz des Computers als eine Chance der Verände-rung und Verbesserung der Vernetzung und Kollaboration im Lehrerkollegium.Wesentlich erscheint hier die Bereitschaft jeder einzelnen Kollegin und jedes ein-zelnen Kollegen.Bezugnehmend auf die Hypothese, Angst und mangelnde Ausbildung haltenKollegInnen von einer regelmäßigen Nutzung von neuen Medien ab, kann fest-gestellt werden, dass gerade in diesem Bereich 26 Befragte angeben, ihre eigeneKompetenz im Umgang mit dem Computer ständig verbessern zu wollen. 22 der
  • 78. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 66 -Befragten erkennen einen direkten Zusammenhang zwischen der IT–Kompetenzeiner Person und der Häufigkeit des Einsatzes von Blended Learning und desComputers im Unterricht. Durch bessere Vernetzung kann es hier zu einer posi-tiven Auswirkung bezüglich des Einsatzes von neuen Medien kommen. Damitwurde auch die Hypothese „Ich vermute, dass eine bessere Vernetzung der Leh-rerInnen eine positive Auswirkung auf den Einsatz neuer Medien und die Moti-vation der LehrerInnen haben könnte“ positiv beantwortet.Der Wunsch der KollegInnen nach einer gemeinsamen Vernetzungsplattformwird als Chance gesehen. Gerade die Verbesserungsvorschläge zu einer effekti-veren Zusammenarbeit (Teamsitzungen, Fachgruppen, Fachkonferenzen, Aus-tauschgruppen,…) zeigen recht deutlich auf, dass hier der Wunsch und das Po-tential zu einer Weiterentwicklung besteht. Damit hat sich auch die letzte Hypo-these (Ich vermute, dass eine Steigerung der Kollaboration zu einer effektiverenArbeit innerhalb der Organisation führen könnte.) als richtig erwiesen. Verbesse-rungsbedarf wird von den Befragten im Bereich der zeitlichen, räumlichen undtechnischen Rahmenbedingungen bzw. in den fehlenden Kommunikationsstruk-turen im Bereich der Wissensweitergabe gesehen.VerbesserungsvorschlägeAuf die Frage, welche Änderungen oder Verbesserungen im Bereich des Wis-sensaustausches innerhalb der Organisation vorgeschlagen werden, wurden vorallem Teamsitzungen, Klassenkonferenzen, Austauschgruppen und gemeinsameProjekte seitens der Befragten vorgeschlagen. Damit zeigt sich recht gut derWunsch nach einer besseren Vernetzung und Zusammenarbeit.ZusammenfassungBezugnehmend auf die Forschungsfrage „Hat der Einsatz von Blended Learningals neue Unterrichtsform Auswirkungen auf die kollaborative Zusammenarbeitinnerhalb eines Lehrer-Kollegiums wie dem der KMS-HS Güssing?“ kann nachder Fragebogenerhebung gesagt werden, dass IT-Kompetenz einen wesentlichenBeitrag zur Motivation und zur Sicherheit im Einsatz von Blended Learning imUnterricht leistet. In weiterer Folge ergibt sich, dass Personen, welche BlendedLearning verwenden, vernetzter erscheinen bzw. nicht nur „klassische“ Metho-
  • 79. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 67 -den, wie Gespräche in der Pause und die Weitergabe von Informationen im di-rekten Gespräch, zur besseren Vernetzung und Zusammenarbeit auswählen.Um aber eine objektivere Antwort auf die Forschungsfrage zu erhalten, sollenEinzelinterviews mit drei KollegInnen aus den Hauptfächern eine weitere Annä-herung an eine mögliche Antwort auf die gestellten Fragen bringen.3.5. EinzelinterviewsDer quantitative Ansatz, durchgeführt mit dem Fragebogen kann als Vorerhe-bung und Analyse über den Status Quo der Organisation angesehen werden. Inder vorliegenden Arbeit kommt neben der quantitativen Methode mittels Frage-bogen auch die qualitative Methode durch Einzelinterviews zum Einsatz. DerZweck der Kombination liegt in der Vertiefung der Erkenntnisse über denGebrauch von Blended Learning, in der Suche nach Gründen, die dafür oder da-gegen sprechen. In Bezug auf die Forschungsfrage bzw. die Hypothesen sollenÜbereinstimmungen oder Abweichungen eruiert werden. In den Interviews sollvertiefend auf die Forschungsfrage und Hypothesen eingegangen werden, denndie Fragen der Interviews wurden auf Grund der Ergebnisse der Umfrage formu-liert bzw. sollen genauere Informationen zu einzelnen Annahmen bringen.3.5.1. Grundlagen der qualitativen SozialforschungEine der grundlegenden Entwicklungslinien qualitativer Forschung lässt sichgeschichtlich gesehen im Kerngeschäft der Institution Schule wiederfinden, derPädagogik. In Schweden und der Bundesrepublik entwickelte sich um 1940 vor-erst die „empirisch quantitative Pädagogik“ (Mayring, 2002, S. 17), welche vonder qualitativen Wende der 70-er Jahre abgelöst wurde. Gerade diese Tatsacheeiner direkten Verbindung von Pädgogik und qualitativen Forschungsmethodenstellt auch in der vorliegenden Arbeit eine optimale Kombination dar.Bevor nun aber genauer auf die Methode eingegangen wird, soll zunächst dieBasis qualitativen Denkens und Forschens nach Mayring dargestellt werden.Mayring hebt besonders fünf Grundsätze hervor. Seine Forderung bezieht sichdabei auf die „Subjektbezogenheit der Forschung, die Betonung der Deskriptionund der Interpretation der Forschungsobjekte, die Forderung, die Subjekte auch
  • 80. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 68 -in ihrer…alltäglichen Umgebung…“ zu betrachten. Als Abschluss spricht er voneiner „Generalisierung der Ergebnisse als Verallgemeinerungsprozess.“(Mayring, 2001, S. 19) Ausgehend von den Ansätzen Mayrings sollen an dieserStelle auch die Begriffe der subjektwissenschaftlichen Idee bzw. des expansivenLernens erwähnt werden, da es in der Herangehensweise für die Interviews alsgrundlegend erscheint, dass die Lernenden, im vorliegenden Fall diePädagogInnen, von eigenen und selbstgemachten Erfahrungen und Zugängensprechen. Holzkamp, der als Erfinder der oben erwähnten Begriffe gilt, erklärt ineinem Interview mit Rolf Arnold recht anschaulich, wann es zum Lernen kommt.„Ich bin demgegenüber der Auffassung, daß intentionales, d.h. absichtliches undgeplantes Lernen nur dann zustande kommt, wenn das Lernsubjekt selbstentsprechende Gründe dafür hat.“ (Grotlüschen, 2004, S.1) Der Begriff desLernens wurde zwar an anderer Stelle der Arbeit ausführlich beschrieben, sollteaber dennoch noch einmal erwähnt werden, da die Interviewpartner direkt oderindirekt über Lernerfahrungen berichten, die mit Blended Learning und derWeitergabe von Wissen einhergehen.3.5.2. Die MethodeDie in der vorliegenden Arbeit gewählte Methode der qualitativen Forschungbasiert nach Mayrings Buch der „Qualitativen Sozialforschung“ auf sprachlicherBasis. Dieser Ansatz Mayrings zeigt deutlich, dass der verbale Zugang und dasGespräch eine ganz besonders tragende Rolle spielen. Problemzentrierte undfokussierte Interviewführungen stellen „offene, halbstrukturierte qualitative Ver-fahren dar“ (Mayring, 2001, S. 67). Für die vorliegende Arbeit wird das in Punkt3.5.3. genauer beschriebene Problemzentrierte Interview gewählt. Dieses stellt imGegenzug zum Narrativen Interview eine „stärker strukturierte […]Interviewform“ (Mayring, 2001, S. 67) dar und basiert auf einemInterviewleitfaden, auf den der Fragende immer wieder seinen Fokus richtet.3.5.3. Das Problemzentrierte InterviewBei der angewandten Methode handelt es sich um die Form des problemzentrier-ten Interviews mit Leitfadenfragen, in der Kombination mit sogenannten „Ad-
  • 81. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 69 -hoc-Fragen“ (Mayring, 2002, S. 70). In den Interviews nimmt der Autor die Rolleeines interessierten Kollegen ein und orientiert sich dabei an einer vorher ausge-arbeiteten Leitfadenkonstruktion. Ziel der Befragung ist ein tieferer Einblick überdie Zusammenarbeit und Kollaboration im Lehrkörper bzw. die Anwendungvon Blended Learning im Unterrichtsalltag. Die Wahl der InterviewpartnerInnenfällt auf ExpertInnen, welche Blended Learning sehr häufig einsetzen und dieHauptfächer bzw. einige Nebenfächer abdecken. Mit dieser Auswahl soll einobjektiver und nachvollziehbarer Querschnitt durch das Lehrerkollegium darge-stellt werden. Die Auswahl selbst kann als bewusstes Auswahlverfahren angese-hen werden. Ebster und Stalzer sprechen hier „vom Vorhandensein bestimmterfestgelegter Merkmale, die als zentral für die Untersuchung angesehen werden.“(Ebster & Stalzer, 2008, S. 175)Die Ergebnisse der Interviews in Kombination mit den Ergebnissen der quantita-tiven Befragung sollen eine realistische Darstellung über den Einsatz von Blen-ded Learning und die Einschätzung der Befragten über den Wissensaustauschinnerhalb der Organisation aufzeigen. Im vorliegenden Fall stellt die quantitativeBefragung die Vorbereitung dar, um „einen ersten Überblick über Meinungsin-halte in der zu untersuchenden Stichprobe zu bekommen.“ (Witzel, 2009, S. 3)Witzel betont die Flexibilität der Methode und schlägt vor, diese mit einer „Me-thodenkombination“ (Witzel, 2009, S. 3) einzusetzen.Auch Mayring fordert, einen kritischen Blick auf die „Stärken und Schwächen inquantitativen und in qualitativen Ansätzen“ (Mayring, 2001, S. 2) zu werfen,„und damit auch nach einer Kombination qualitativer und quantitativer Strate-gien zu suchen.“ (Mayring, 2001, S. 2)Die vorliegende Fragestellung wird dabei aus unterschiedlichen Sichtweisen be-trachtet und mit verschiedenen Methoden untersucht. „Die Resultate sollen sichvielmehr gegenseitig unterstützen, der Schnittpunkt der Einzelresultate stellt dieEndergebnisse dar.“ (Mayring, 2001, S. 6)Die Form des problemzentrierten Interviews bietet sich in dem vorliegenden Fallbesonders an, da schon einiges über den Gegenstand der Befragung im BereichBlended Learning und Kollaboration innerhalb der Organisation bekannt ist. DiePerspektive der Befragten ist durch die eigene Beschäftigung mit dem ThemaBlended Learning gegeben. Ein weiterer Punkt für diese Interviewform ist dieteilweise Standardisierung durch den Leitfaden. Dadurch können die Ergebnisse
  • 82. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 70 -der Interviews verglichen und damit auch leichter ausgewertet werden.(Mayring, 2002, S. 70 f)3.5.4. Leitfaden zu den InterviewsAls Vorbereitung und Grundlage für die Interviews dient ein Leitfaden. Dersprachliche Zugang der Interviews wird so gewählt, dass die Fragestellung „aufdem Hintergrund subjektiver Bedeutung“ (Mayring, 2002, S. 69) vom Befragtenselbst formuliert und beantwortet werden kann. Als nächsten Schritt an dieErstellung des Leitfadens, schlägt Mayring eine „Pilotphase, in derProbeinterviews durchgeführt werden“ (Mayring, 2002, S. 69) vor. In demvorliegenden Fall wurde der Leitfaden mit einer Kollegin getestet undanschließend in einem Gespräch gemeinsam reflektiert. Als Ergebnis dieserRelexion wurden einige der Fragen geändert bzw. die Reihenfolge der Frageumgestellt. Als zusätzliche Korrektur wurde der Fragebogen mit dem Betreuerder Arbeit, Dr. Kral abgestimmt und teilweise geändert.Der Fragebogen besteht aus zwei Sondierungsfragen, welche den subjektivenZugang der Befragten zu den Themen „Blended Learning“ eruieren soll. AlsBeispiel soll an dieser Stelle die Sondierungsfrage 1 aus dem Leitfaden angeführtwerden: „Wie sind deine persönliche Meinung und dein Zugang zu E-Learningund Blended Learning in der Schule?“In den Leitfadenfragen selbst wird auf die Hauptthemen der Arbeit: BlendedLearning und Unterricht, Wissensaustausch und Kollaboration innerhalb derOrganisation und IT-Kompetenzen eingegangen, um in weiterer Folge auf dieFragestellung der Arbeit und die aufgestellten Hypothesen reflektieren zukönnen. Damit „sind diejenigen Themenaspekte, die als wesentlichsteFragestellungen im Interviewleitfaden festgehalten“ (Mayring, 2002, S. 70)werden, behandelt.3.5.5. Ablauf der Interviews – eine BeschreibungAls Hintergrund der Abläufe der Befragungen soll die folgende eigene Darstel-lung nach Mayring über den Ablauf des problemzentrierten Interviews dienen.
  • 83. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 71 -Abbildung 22: Ablaufmodell des Problemzentrierten Interviews - eigene Abbil-dung nach MayringDie Interviewpartner wurden im Vorfeld persönlich angesprochen, ob sie sichfreiwillig für eine Befragung zur Verfügung stellen. Alle drei KollegInnen warensofort bereit bei den Interviews mitzumachen, da ihnen das Thema BlendedLearning und der Wissensaustausch innerhalb der Organisation sehr wesentlicherscheinen. Als Einstimmung auf die Interviews und auf Wunsch der KollegIn-nen wurden die Themen der Befragung im Vorfeld noch einmal erläutert bzw.einige mögliche Fragen beispielhaft formuliert. Die Termine selbst wurdenmündlich festgelegt und als Ort der Befragung diente der Videoraum der Orga-nisation. Damit ist eine gewisse Vertrautheit und Sicherheit gegeben, denn nachMayring ist eine „Vertrauensbeziehung zwischen dem Interviewer und Befragtenzu begründen.“ (Mayring, 2002, S. 69) Als Einleitung in die jeweiligeInterviewsituation wird der Grund des Interviews erläutert, die Forschungsfrageund der Titel der vorliegenden Arbeit wiederholt bzw. darauf hingewiesen, dassalle Informationen vertraulich behandelt werden. Die Auswertungen derErgebnisse kann jederzeit eingesehen werden. Alle Interviews werden, mitZustimmung der Befragten mit einem digitalen Aufnahmegerät aufgezeichnet,welches die Interviews sofort in MP3 Dateien umwandelte, sodass sie in weitererFolge leichter am PC transkiribiert werden kann. Das Gerät selbst ist sehr kleinund wurde in der Reflexion aller drei InterviewpartnerInnen als nicht störendangesehen.Alle Interviews wurden in einer sehr angenehmen Atmosphäre aufgenommen,und die Gesprächsdauer belief sich dabei auf ca. 20 Minuten. Bereits nach denersten zwei Einstiegsfragen sprachen allen Befragten frei und ungezwungen. AlsZeichen dafür war eine lockere und offene Sitzposition gegeben. Während derGespräche waren immer wieder Situationen gegeben, in denen gelächelt odersogar gelacht wurde. Die Interviewsituation wurde allen dreiGesprächspartnerInnen zu Folge als sehr angenehm und ungezwungen beurteilt.
  • 84. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 72 -3.5.6. Auswertung und Interpretation der InterviewergebnisseAls erster Schritt der Auswertung werden die Interviews in Form von MP3 Da-teien gespeichert und transkribiert. „Für eine ausführliche Auswertung ist dieHerstellung von Transkripten zwar aufwändig, aber doch unabdingbar“(Mayring, 2002, S. 89) und kann als Basis für zukünftige Ergebnisse angesehenwerden. Die Transkriptionen erfolgt in Word Dokumenten mit aktivierterZeilennummerierung, um eine spätere Nachvollziehbarkeit zu erleichtern undgenaue Quellenangaben machen zu können. Um eine leichtere Auswertungsicherzustellen, wird nach Mayring die „Übertragung in normalesSchriftdeutsch“ (Mayring, 2002, S. 91) gewählt. Dadurch werden Fehler behoben,die Satzstellung berichtigt und „der Stil wird geglättet.“ (Mayring, 2002, S. 91)Bei dieser Form der Transkription werden auch Floskeln und Sprechpausengestrichen, da das Interesse der Auswertung auf inhaltlich und thematischpassenden Aussagen abzielt.Die Auswertung selbst erfolgt nach Mayrings ZusammenfassenderInhaltsanalyse, „…die das Textmaterial zu einem Kuztext unter Beibehaltung derwesentlichen Inhalte reduziert.“ (Ebster & Stalzer, 2008, S. 204) Die Interviewswerden dabei zusammengefasst, da Mayring dies als eine Grundform derInterpretation von Interviews ansieht. „Ziel der Analyse ist es, das Material so zureduzieren, dass die wesentlichen Inhalte erhalten bleiben, durch Abstraktioneinen überschaubaren Corpus zu schaffen“ (Mayring, 2003, S. 58) und somit dieGrundaussagen der Interviewpartner zu erhalten. „Ziel der Analyse ist es, zueinzelnen fraglichen Textteilen (Begriffe, Sätzen…) zusätzliches Materialheranzutragen, das das Verständnis erweitert, das die Textstellen erläutert,erklärt, ausdeutet.“ (Mayring, 2002, S. 115)Zur Vorarbeit werden die Interviews in kleine Textbausteine zerlegt, kategori-siert und in eine Exceltabelle übertragen. Dadurch kann ein Überblick über dieErgebnisse erzielt werden. Aussage um Aussage wird dabei analysiert. Als Ko-diereinheit werden einzelne Sätze festgelegt. „Als Kodiereinheit wird ‚ein Satz, d.h. jede Aussage des Befragten zum interessierenden Sachverhalt und als Kon-texteinheit ‚alle Fundstellen innerhalb eines Interviews’ festgelegt.“(Hiermansperger & Greindl, 2005, S. 6)
  • 85. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 73 -In einem nächsten Schritt werden die Aussagen überarbeitet, paraphrasiert undauf eine einheitliche Sprachebene gebracht. Alle zielführenden Aussagen undErgebnisse werden in der Excel-Tabelle vermerkt. Im Anschluss werden dieAussagen auf eine allgemeine Ebene gehoben, um damit eine Abstraktion zuerreichen. „[…] die Paraphrasen sind so zu generalisieren, dass ein direkterBezug auf die zu untersuchenden Annahmen hergestellt werden kann.“(Hiermansperger & Greindl, 2005, S. 7) Die Reduktion der Aussage in derKategorie „Generalisierung“ erscheint als wesentlich, da hier bedeutungsloseoder für die Arbeit nicht relevante Paraphrasen gestrichen werden.Paraphrasen mit gleichem oder ähnlichem Inhalt werden zusammengefasst, und„die entstandenen komprimierten Aussagen können als Kategoriensystem ver-standen werden.“ (Hiermansperger & Greindl, 2005, S. 8)Abbildung 23: Eigene Darstellung - Auszug aus der Tabelle zur Auswertung derInterviews nach Mayrings zusammenfassender InhaltsanalyseZiel dieses Verfahrens war eine klare und deutliche Analyse der Aussagen derInterviewpartner bzw. die Schilderung der subjektiven Erfahrungen und Mei-nungen. Zur effektiveren Ergebnisorientierung dient eine für die Forschungsfra-ge und die aufgestellten Hypothesen relevante Inhaltsanalyse der Transkripten.„Das Ergebnis dieser Analyse ist ein Set von Kategorien zu einer bestimmtenThematik, dem spezifische Textstellen zugeordnet sind.“ (Mayring, 2002, S. 117)Die Verknüpfung der Aussagen der quantitativen Umfrage und die Meinungender InterviewpartnerInnen belegen, dass Blended Learning eine wesentliche Be-
  • 86. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 74 -reicherung des klassischen Unterrichts in der vorliegenden Organisation dar-stellt. All drei InterviewpartnerInnen geben an, dass Blended Learning eine zeit-gemäße Unterrichtsform darstellt, welche den klassischen Unterricht nicht ablö-sen kann. Ein sinnvolles und modernes Gesamtkonzept für die Wissensvermitt-lung entsteht, durch die Bereicherung von Präsenz- durch Onlinephasen undBlended Learning.Schüler kommunizieren auch privat über soziale Netzwerke und daher ist es selbstver-ständlich den Computer auch im Unterricht einzusetzen. (IP 2, Zeile 28)Zeitgemäße Alternative zu klassischen Lernformaten. (IP 1, Zeile 27)Ich sehe es sehr wichtig in der heutigen Zeit, dass man den Computer einfach einsetzenmuss. (IP 3, Zeile 19)Laut Angaben der InterviewpartnerInnen beschäftigen sie sich schon einige Jahremit Blended Learning und setzen diese Form auch regelmäßig in ihrem Unter-richt ein. In weiterer Folge betonen sie dabei die Abwechslung und die Vorteilevon Blended Learning Methoden.Es ist die Bandbreite so riesig und so viel. (IP 1, Zeile 45)Für den Mathematikunterricht gibt es tolle Onlineprogramme. (IP 2, Zeile 40)Man kann, egal in welchem Fach, ob das jetzt Bildnerische Erziehung ist, Englisch oderInformatik sowieso den Unterricht ganz anders gestalten. (IP 3, Zeile 32)In der Einschätzung der Vorteile spielt dabei nicht nur die Flexibilität der Me-thode eine Rolle, sondern es wird auch der Faktor Kommunikation und Wis-sensmanagement betont. Damit kann eine erste Brücke zur Forschungsfrage ge-schlagen werden. Von den InterviewpartnerInnen wird die Auswirkung vonBlended Learning auf den Wissensaustausch und die Vernetzung innerhalb derOrganisation als Chance der eingestuft.Ein wichtiger Vorteil ist, dass dieser Computer, dieses Blended Learning, das Lernen,Kommunizieren und auch das Wissensmanagement ermöglicht. (IP 2, Zeile 62)
  • 87. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 75 -Des Weiteren wird eine Veränderung der eigenen LehrerInnenrolle im BereichBlended Learning festgestellt, und in den Gesprächen bestätigt. Die LehrerInnensehen sich selbst als Unterstützer bzw. Helfer und weniger als Vortragende.Auf jeden Fall hat sich das natürlich geändert. (IP 1, Zeile 124)Natürlich ich bin als Lehrer nicht mehr der alleinige Wissensvermittler… (IP 2, Zeile84)Der persönliche Einsatz von Blended Learning erfolgt besonders im Bereich derLernplattformen, Onlinetest und auch in der Vorbereitung, wo auch ein Wis-sensaustausch mit anderen Kollegen stattfindet. Dieser Wissensaustausch bestä-tigt die Annahme, dass sich Blended Learning unterstützend und motivierendauf eine effektivere Vernetzung innerhalb der Organisation auswirken kann. DieKommunikation erfolgt dabei neben dem klassischen Gespräch auch online.Durch den Austausch von Materialien mit Hilfe des Internets entsteht eine Basisfür Kommunikation und Zusammenarbeit. Die Folgen des Wissensaustauschessind Arbeit -und Zeitersparnisse. Vernetzung mit KollegInnen bringt schnellereInformation und einen gezielten Wissensaustausch über Inhalte, Best Practiceund Links für den Unterricht. Trotz der schon vorhandenen Vernetzung wirdaber Verbesserungspotential festgestellt.Ich frag einen Kollegen hast du was zu dem Thema, ja, ich schick dir einen Link (IP 3,Zeile 124)...einfach per Mail, um einfach Vorbereitungen, Planungen, Linklisten oder einfach Ideenauszutauschen. (IP 2, Zeile 98)Teilweise funktioniert es ja schon, weil ich auch in anderen Schulen Mitstreiter hab, aberes ist halt noch am Anfang. (IP 3, Zeile 115)Vernetzung und Austausch über Best Practice mit KollegInnen der eigenen Schu-le erfolgt vorwiegend durch Face to Face Kommunikation, Vernetzung überSchulgrenzen hinweg per Mail oder Telefon.…für mich bedeutet das auch einen Wissensaustausch per Internet (IP 2, Zeile 117)
  • 88. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 76 -Die Frage „Kann ein Erfahrungsaustausch über Tipps und Tricks im BereichBlended Learning (Internetlinks, tolle Lernseiten, Onlineübungen,…) auch zueiner besseren Vernetzung bzw. Zusammenarbeit mit den KollegInnen an derSchule führen?“ wird von allen drei KollegInnen positiv beantwortet. Ein Erfah-rungsaustausch durch Kommunikation ist wesentlich und wichtig. Durch denAustausch werden Doppelgleisigkeiten vermieden, und es kann zu einer besse-ren Zusammenarbeit innerhalb der Organisation führen. Damit wird auch eineVerbindung zu Kapitel 2.5 hergestellt werden, wo die MitarbeiterInnen der Or-ganisation durch die Brille einer Community of Practice betrachtet wurden. Inden Aussagen der Befragten zeigt sich recht deutlich, dass eine bessere Vernet-zung gemeinsames Lernen fördert und auch Doppelarbeiten vermeidbar sind.Der Austausch wäre wichtig, um diese Doppelgleisigkeiten auch wegzubringen… (IP 1,Zeile 185)Ich glaub schon, dass es möglich wäre, wenn die Lehrer einer Schule wirklich eine zu-gängliche Plattform verwenden… (IP 2, Zeile 138)..um dort tatsächlich Arbeitsmaterialien zur Verfügung zu stellen und auch zu verwen-den. (IP 2, Zeile 140)In diesem Zusammenhang erscheinen auch die allgemeine Bereitschaft der Kol-legInnen und die Unterstützung der Leitung der Organisation wesentlich für denerfolgreichen und effektiven Wissensaustausch. Gerade die Aufgabe der Leitungeiner Organisation führt wiederum zur Community of Practise, denn auch Wen-ger zu Folge hat die Core Group eine sehr bedeutende Position in einer CoP.„...this core group takes on much of the communitys leadership, its membersbecoming auxiliaries to the community coordinator.” (Wenger, McDermot, &Snyder, 2002, S. 3) Sie imitiert und leitet an, sie motiviert und gibt vor.Schon! Es geht nur um die Bereitschaft der Kollegen. (IP 3, Zeile 147)Bei mir scheiterst, weil ich mich eigentlich als Vorkämpferin an der Schule sehe und zuwenig Unterstützung habe seitens der Direktion. (IP 3, Zeile 147)Na man würde sich selber viel Arbeit ersparen…für die Vorbereitung… (IP 3, Zeile 155)Der Leitung der Schule als Verantwortungsträger für Wissensaustausch undKommunikation wird allen drei Befragten zu Folge eine wesentliche Rolle zuge-
  • 89. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 77 -schrieben. Auch die Selbstverantwortung der KollegInnen in Bezug auf Vernet-zung und Zusammenarbeit wird deutlich hervorgehoben.Ja für mich eine große Rolle…wenn ein Chef dahinter ist (IP 3, Zeile 184)…die Lehrer selbstverantwortlich arbeiten sollen (IP 2, Zeile 178)Vorleben bzw. auch organisieren (IP 1, Zeile 237)Bezugnehmend auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der IT-Kompetenz der KollegInnen und der Bereitschaft Blended Learning im Unter-richt einzusetzen, wird von allen drei Befragten eine direkte Abhängigkeit fest-gestellt. Damit bestätigt sich auch die Annahme, dass die eigene IT–Kompetenzder LehrerInnen eine förderliche Rolle im Bereich Blended spielt.Ich glaub man braucht eine gewisse Kompetenz, um sich damit überhaupt…um das zunutzen. (IP 1, Zeile 264)Na ja natürlich, weil wer selber den Umgang mit dem PC nicht so gewohnt ist, wird dieAngstschwelle, die sicher vorhanden ist, auch nicht überschreiten können. (IP 2, Zeile203)Ja schon, wenn ich mehr kann am Computer kann…trau ich mich auch den einzuschal-ten (IP 3, Zeile 210)Faktoren, die von der Nutzung und vom Einsatz von Blended Learning abhaltensind ein nicht sicherer Umgang mit dem Computer, der zusätzliche Arbeitsauf-wand, die Angst Blended Learning einzusetzen und ein gesteigerter Zeitaufwandin der Vorbereitungsphase.Angst haben wir schon besprochen, der Zeitaufwand, die Ausstattung... (IP 1, Zeile 270)Das ist am Anfang sicher ein zusätzlicher Arbeitsaufwand. (IP 2, Zeile 211)Ja die Angst es kann ja nix passieren…der Unterricht wird dadurch besser. (IP 3, Zeile218)Frage 17 des Interviewleitfadens „Bist du der Meinung, dass KollegInnen, dieBlended Learning und den Computer im Unterricht einsetzen auch vernetztersind und sich bereitwilliger mit anderen KollegInnen austauschen bzw. eigenes
  • 90. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 78 -Wissen mit anderen teilen?“, wird von den drei Befragten folgendermaßen be-antwortet:Bereitwilliger ja, ich glaub das ist von Lehrer zu Lehrer verschieden. (IP 1, Zeile 283)...das ist glaube ich ein so ein Prozess…ein Lernprozess… (IP 1, Zeile 291)Ich glaub, dass es ein Anstoß ist einfach mehr zu kommunizieren. (IP 2, Zeile 227)Na ich glaube schon, dass sind schon ganz andere Typen von Lehrern. (IP 3, Zeile 233)Es sollte auch einmal ein Umdenken sein, das nicht jeder seine eigene Suppe kocht, daswäre viel einfacher für alle. (IP 3, Zeile 247)Die Vernetzung wird von den Befragten als ein Lernprozess für die Organisationeingestuft. Die Bereitschaft der KollegInnen, welche Blended Learning verwen-den, scheint hier eher gegeben zu sein, hängt aber in erster Linie von jedem Ein-zelnen ab. KollegInnen, welche Blended Learning praktizieren, sind bereitwilli-ger im Austausch von Wissen. Gerade diese Bereitwilligkeit aller KollegInnenkönnte zu einer Erleichterung des Wissensaustausches beitragen und dadurchauch zu einer Steigerung der Kollaboration und Effektivität der gesamten Orga-nisation führen. Die Befragten selbst, welche als Wissensträger und Experten imBereich Blended Learning und Kollaboration eingestuft werden können, sindselbst in einem hohen Maße dazu bereit, ihre Erfahrungen und ihr Wissen an dieKollegInnen der Organisation weiterzugeben und damit selbst zu einer Steige-rung der kollaborativen Zusammenarbeit beizutragen.Also ich würde meine ganzen Physikmaterialien, LMS Materialien natürlich zur Verfü-gung stellen. (IP 2, Zeile 234)Wenn ich unerfahrene IT Kollegen habe, würde ich natürlich auch die Grundlagen wei-tergeben. (IP 2, Zeile 236)Jederzeit und gerne und ich freue mich über jeden, der kommt und sagt zeig mirdas…sehr gerne… (IP 3, Zeile 255)Die Abschlussfrage der Interviews soll die Wünsche der InterviewpartnerInnenin Bezug auf eine gut vernetzte Schule der Zukunft einbeziehen und lautet: „Wiewürdest du dir eine gut vernetze Schule vorstellen? An welchen Merkmalenwürdest du persönlich Änderungen oder Verbesserungen im Wissensaustauscherkennen?“
  • 91. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 79 -Ich glaub, dass wir einfach einmal so vom Einzelkämpfertum weggehen müssen, dass wiruns zusammensetzten… (IP 1, Zeile 316)Dass man sich gegenseitig unterstützt und in Zukunft jeder von jedem profitiert. (IP 3,Zeile 266)Ich glaube einfach, dass man da irgendwie Gruppen bilden müsste, wo sich jeder zueiner Gruppe dazugehörig fühlt. (IP 2, Zeile 255)Wenn du da einen Chef hast, der das auch fördert und fordert, dann wird das auch besserwerden. (IP 3, Zeile 269)Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass nach Einschätzung der Inter-viewpartnerInnen eine gut vernetzte Organisation durch gut organisierte Aus-tauschgruppen mit konkreten Aufgabenstellungen gekennzeichnet ist. EineChance zur Verbesserung der Vernetzung innerhalb der Organisation, ist diegegenseitige Unterstützung und kollaborative Zusammenarbeit der KollegInnen.Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Leitung der Schule. Sie gibt die Rahmen-bedingungen vor, in denen der Wissensaustausch gefördert, aber auch gefordertwird.4. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen – eine BilanzDie Ergebnisse des Fragebogens, der Einzelinterviews und deren Interpretationbeziehen sich auf die untersuchte Organisation der KMS – HS Güssing und erhe-ben keinen Anspruch auf Übertragbarkeit oder allgemeiner Gültigkeit.Ausgangspunkt der Arbeit war die Fragestellung, ob der vermehrte Einsatz vonBlended Learning auch zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit der Kolle-gInnen der Organisation führen kann. Die Form der Untersuchung stellt ein Me-thodenmix aus quantitativer Befragung mittels Fragebogen, in Kombination mitder qualitativen Form des Problemzentrieten Interviews dar.Die Ergebnisse beider Befragungen können die Forschungsfrage der Arbeit „Hatder Einsatz von Blended Learning als neue Unterrichtsform Auswirkungen aufdie kollaborative Zusammenarbeit innerhalb eines Lehrer-Kollegiums wie demder KMS-HS Güssing?“ positiv beantworten.Sowohl in den Ergebnissen des Fragebogens als auch in der Zusammenfassungder Interviews wird festgestellt, dass Blended Learning zu einer besseren Vernet-zung und einer Steigerung des Wissensaustauschs beiträgt. Voraussetzung dafür
  • 92. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 80 -ist aber eine gesteigerte IT-Kompetenz der KollegInnen und ein sicherer Umgangmit dem Computer. IT-Kompetenz ist die Basis für einen vermehrten Einsatz vonBlended Learning. Als hemmender Faktor im Umgang mit Blended Learningwird - besonders in den Interviews - die Angst im Umgang mit Neuen Medienerkannt.Durch diese Erkenntnis wird auch die Hypothese, dass Angst und mangelndeAusbildung von einer Nutzung neuer Medien und IT –Techniken abhält, bestä-tigt.Den qualitativen Interviewergebnissen zu Folge stellt gerade im Bereich der Wis-sensweitergabe und Vernetzung die Leitung der Organisation einen wesentli-chen Faktor dar. Ihr kommt als Führungsinstrument eine besondere Rolle bei derFörderung der Kollaboration zu. Daneben ist die Selbstverantwortung der Lehre-rInnen hervorzuheben. Die LehrerInnenrolle selbst wird in beiden Untersu-chungsergebnissen kritisch hinterfragt, und ein Großteil der Befragten sieht imBereich Blended Learning einen Wandel vom Lehrenden hin zum Unterstützerund Helfer gegeben. Besonders Zusammenarbeit und Weitergabe von Wisseninnerhalb der Organisation sind grundlegenden Faktoren für eine Weiterent-wicklung der Schule als lernende Organisation. Beide Faktoren sind wichtigeVoraussetzungen für eine Steigerung der Effektivität der Zusammenarbeit.Den Wissensträgern, die Blended Learning und Neue Medien regelmäßig einset-zen kommt eine wichtige Rolle zu. In den Interviews zeigt sich eine hohe Bereit-schaft seitens der Befragten eigenes Wissen und eigene Erfahrungen weiter-zugeben und damit zu einer besseren Vernetzung innerhalb der Schule beizutra-gen. Damit bestätigt sich die Vermutung, dass KollegInnen, welche mit BlendedLearning und Vernetzung arbeiten, auch wesentlich zu einer Verbesserung derKollaboration innerhalb der Organisation beitragen. Besonders in den Interview-ergebnissen zeigt sich, dass eine Steigerung der Zusammenarbeit und des Wis-sensaustausches zu einer effektiveren Arbeit innerhalb der Organisation führt.4.1. Wirkung für die SchuleMit der vorliegenden Arbeit können auf Grund der Ergebnisse der Befragungenund Interviews folgende Auswirkungen und Chancen für die Organisation derKMS-HS Güssing dargestellt werden:
  • 93. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 81 -Blended Learning führt zu einer verbesserten Zusammenarbeit innerhalb derOrganisation. Voraussetzungen dafür sind die Bereitschaft der LehrerInnenihr Wissen mit anderen zu teilen und eine Steigerung der IT – Kompetenz.Lehrerteams und Fachgruppen, welche Erfahrungen und Wissen austau-schen, führen zu einer effektiveren Vernetzung zwischen den LehrerInnen.Durch die Steigerung der Zusammenarbeit kommt es zu einem professionel-len Wandel hin zu einer lernenden Organisation.Die Umfragen und die Interviews haben einen Diskussionsprozess angeregt,der in der gegenwärtigen Wandlung der Schule von einer Hauptschule zueiner Neuen Mittelschule als fruchtbringend eingestuft wird.Blended Learning bereichert den traditionellen Unterricht und kann ihn ab-wechslungsreicher gestalten.Die Leitung der Organisation erscheint als wichtiger Faktor, denn sie gibt dieRahmenbedingungen für eine effektive Zusammenarbeit vor.4.2. Wirkung für die LehrerInnenIm Laufe des Bearbeitungszeitraumes der vorliegenden Arbeit kann festgestelltwerden, dass schon jetzt ein Wandel und eine Reflexion in Bezug auf Zusam-menarbeit innerhalb der Organisation stattfindet. Viele KollegInnen sehen dieUmfrage, die Interviews und die Erkenntnisse als Chance, die Vernetzung inner-halb der Schule zu verbessern und sich gezielter mit KollegInnen auszutauschen.Durch eine bessere Vernetzung wird das Zeitmanagement individueller undeffektiver gestaltet.Vorhandene Unterrichtsmaterialien werden offline und online ausgetauschtund gesichert.Erfahrungen aus dem Unterricht bzw. Best Practice Beispiele werden nichtnur in Face to Face Gesprächen, sondern auch online weitergegeben.Durch gegenseitige Unterstützung kommt es zu einer Steigerung der Kom-munikation, welche neben traditionellen Kanälen bzw. Face to Face auch on-line erfolgt.Wissensträger fungieren als Vernetzer und geben ihr Wissen an KollegInnenfreiwillig in schulinternen LehrerInnenfortbildungen weiter.
  • 94. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 82 -Ziel ist die Steigerung der IT – Kompetenz und die Reduktion der Angst-schwelle vor dem Einsatz von Blended Learning innerhalb der Organisation.Vermehrter Wissensaustausch führt zu einer Sensibilisierung in Bezug aufdie Zusammenarbeit und einem verbesserten Wissensmanagement inner-halb der Organisation.Durch Transparenz und Austausch werden Doppelarbeiten vermieden, wo-durch Zeit für mehr Kommunikation und persönliche Weiterentwicklungentstehen kann.Das Einzelkämpfertum wird durch den Teamgedanken und durch den Wis-sensaustausch innerhalb von Fachgruppen reduziert.Kollaborative Werkzeuge wie Google Docs werden zur gemeinsamen Bear-beitung des Neuen Mittelschulkonzeptes als Neuerung in der Organisationeingesetzt.4.3. Wirkung für die ZukunftDurch eine Verbesserung der Zusammenarbeit kommt es zu einer effektiverenArbeit innerhalb der Schule. Schulinterne Austauschgruppen, welche bereits jetztals Folge der Arbeit eingesetzt werden, steigern den Wissensfluss und die Ver-netzung. Die dadurch gesteigerte Kommunikation bietet die Chance, die Verbin-dung zwischen den Generationen herstellen zu können. Vor allem die von allenBefragten als sehr wichtig eingestufte Zusammenarbeit (vergl. Abb. 7) wird da-durch noch einmal erhöht und gezielter eingesetzt. Gerade die Stärken der KMS– HS Güssing tragen wesentlich zu einer Verbesserung der Kollaboration inner-halb der Organisation bei. Ein regelmäßiger und organisierter Austausch überBlended Learning und Best Practice führt zu einer Vermeidung von Doppelglei-sigkeiten. Dadurch entstehen Ressourcen, die jede/n einzelne/n LehrerIn für dieeigene Wissensentwicklung und den eigenen Lernprozess einsetzen kann.Eine nicht zu unterschätzende Rolle kommt dabei der Leitung der Organisationzu. Dieser Faktor kann als zusätzliche Einsicht zu den Ergebnissen der Arbeitangesehen werden. Neben der Planung der Rahmenbedingungen für eine guteZusammenarbeit innerhalb der KollegInnen und der Bereitstellungen der Zeit-ressourcen erscheint gerade das Vorleben der Vernetzung seitens der Leitung derSchule als beispielgebend für eine lernende Organisation der Zukunft.
  • 95. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 83 -5. Quellen und LiteraturBücherArnold, P. K. (2004). E-Learning. Handbuch für Hochschulen und Bildungszentren .Nürnberg: BW Bildung und Wissen.Arnold, R., & Reinmann, G. (2010). Digitale Lernwelten: Annäherungen an dieZukunft. Eine Diskussion. In K.-U. Hugger, & M. (. Walber, Digitale Lernwelten,Konzepte, Beispiele und Perspektiven (S. 287 - 293). Wiesbaden: VS Verlag fürSozialwissenschaften.Aufenanger, S. (März 2009). E-Learning in der Schule - Editorial. Zeitschrift für e-learning , S. 4-7.Biermann, R. (18. August 2009). Die Bedeutung des Habitus-Konzepts für dieErforschung soziokultureller Unterschiede im Bereich der Medienpädagogik.Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung , S. 1-18.Breiter, A., & Welling, S. (März 2009). E-Learning im Schulsystem alsIntegrationsprozess - Eine vergleichende Länderanalyse. Zeitschrift für e-learning ,S. 8-19.Ebster, C., & Stalzer, L. (2008). Wissenschaftliches Arbeiten für Wirtschafts- und Sozi-alwissenschaftler. Wien: Facultas Verlags- und Buchhandels AG.Erpenbeck, J., & Sauter, W. (2007). Kompetenzentwicklung im Netz - New BlendedLearning mit Web 2.0. Köln: Luchterhand .Eschenbach, S., & Geyer, B. (2004). Wissen & Management. Wien: Linde VerlagWien.Fullan, M. (1995). The School as a Learning Organization: Distant Dreams. Theoryinto Practice , S. 230-235.Göhlich, M., & Zirfas, J. (2007). Lernen. Ein pädagogischer Grundbegriff. Stuttgart:Kohlkammer GmbH Stuttgart.
  • 96. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 84 -Gräsel, C., Fußangel, K., & Pröbstel, C. (März/April 2006). Lehrkräfte zurKooperation anregen - eine Aufgabe für Sisyphos? Zeitschrift für Pädagogik , S.205-219.Grote, B., & Cordes, S. (2009). Web 2.0 als Inhalt und Methode inFortbildungsangebot zur E-Kompetenzentwicklung. In N. H. Apostolopoulos, E-Learning 2009 - Lernen im digitalen Zeitalter (S. 197-208). Münster / New York /München / Berlin: Waxmann Verlag GmbH.Gruber-Rotheneder, B. (2011). Lernen mit digitalen Medien - Ein HandbuchErwachsenenbildung und Regionalentwicklung. Wien: Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.Häuptle, E., Florian, A., & Reinmann, G. (2008). Nachhaltigkeit von Medienprojektenin der Lehrerfortbildung: Abschlussbericht zur Evaluation des Blended Learning-Lehrerfortbildungsprogramms „Intel® Lehren – Aufbaukurs Online". Augsburg:Universität Augsburg.Hinterhuber, H., & Renzl, B. (2002). Die strategische Dimension desWissensmanagement in: Anwendungsorientiertes Wissensmanagement. Wiesbaden:Deutscher Universitätsverlag.Kerres, M. (2001). Multimediale und telemediale Lernumgebung: Konzeption undEntwicklung. München: Oldenburg.Kerres, M., Hölterhof, T., & Nattland, A. (30. 9 2011). Zur didaktischenKonzeption von "Sozialen Lernplattformen" für das Lernen in Gmeinschaften.MedienPädagogik, Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung , S. 1-17.Kral, P. (2010). Wie kommt Wissen in die Schule? Eine Einführung in dasWissensmanagement. Wien: Kral Paul.Lehner, F. (2009). Wissensmanagement: Grundlagen, Methoden und technischeUnterstützung. München: Hanser Verlag München Wien.Malik, F. (2006). Führen, Leisten, Leben - Wirksames Management für eine neue Zeit.Frankfurt/Main: Campus Verlag.
  • 97. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 85 -Mayr, K., Resinger, P., & Schratz, M. (2009). E-Learning im Schulalltag. BadHeilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.Mayring, P. (2002). Einführung in die qualitative Sozialforschung. Weinheim undBasel: Beltz Verlag.Mayring, P. (2003). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheimund Basel: Beltz Verlag.Meschenmoser, H. (September 2001). Wissensmanagement in der schulischenAllgemeinbildung / Chancen und Konsequenzen. Informatikunterricht undMedienbildung, INFOS 2001 , S. 133-143.Moser, D. P. (3 2009). Bedingungen der Nutzung von Lernplattformen inSchulen. Empirische Befunde zu einem nationenlen Modellprojekt aus derSchweiz. Zeitschrift für e-learning , S. 20-31.Moser, H. (2006). Einführung in die Medienpädagogik. Wiesbaden: VS Verlag.Niemeyer, B. (2005). Neue Lernkulturen in Europa? Prozesse, Positionen,Perspektiven. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.Ojstersek, N., & Adamus, T. (2009). media.brainity.com. Abgerufen am 22. Feber2012 von Kollaborative Wissenskonstruktion in virtuellen Welten:Anforderungen an die Gestaltung von Lernaufgaben:media.brainity.com/uibk2/mbw09/.../mwb09_adamus_ojestersek.docPetko, D. (2009). Lernplattformen in Schulen, Ansätze für E-Learning und BlendedLearning in Präsenzklassen. Wiesbaden: VS Verlag.Probst, G., Raub, S., & Romhardt, K. (1999). Wissen Managen. Wie Unternehmenihre wertvollste Ressource optimal nutzen. Frankfurt am Main: Gabler.Reinmann, G. (2008). Blended Learning in der Lehrerbildung. Lengerich: PabstScience Publishers.Reinmann, G. (2009). Studientext Wissensmanagement. Augsburg: UniversitätAugsburg.
  • 98. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 86 -Reinmann, G., Florian, A., Häuptle, E., & Metscher, J. (2009). Konzept, Methodik,Ergebnisse, Erfahrungen und Empfehlungen am Beispiel "Intel Lehren - AufbaukursOnline". Münster: Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat OHG Münster.Reinmann, G., Florian, A., Häuptle, E., & Metscher, J. (2009). WissenschaftlicheBegleitung von Blended Learning in der Lehrerfortbildung: Konzept, Methodik,Ergebnisse, Erfahrungen und Empfehlungen am Beispiel "Intel Lehren - AufbaukursOnline". Münster: MV-Verlag.Revermann, C. (5. Mai 2008). eLearning in der Schule - Potenziale,Herausforderungen und Erfolgskriterien. Neue Medien in der Bildung , S. 46 - 51.Rey, G. D. (2009). E-Learning Theorien, Gestaltungsempfehlungen und Forschung.Bern: Verlag Hans Huber.Schrack, C. (10 2010). Kompetenzerwerb im digitalen Zeitalter. Individualisierenlernen , S. 73-76.Schrack, C. N. (2009). Individualisieren mit eLearning - Neues Lernen in heterogenenLerngemeinschaften. Wien: BMUKK.Schratz, M., Schrittesser, I., Forthuber, P., Pahr, G., Paseka, A., & Seel, A. (Januar2007). Domänen von Lehrer/innen/professionalität. Journal für lehrerinnen- undlehrerbildung, .Seufert, S. M. (2002). Fachlexikon e-le@rning. Bonn: Gerhard May Verlag.Spieß, E. (2004). Kooperation und Konflikt. In H. Schuller,Organisationspsychologie - Gruppe und Organisation (S. 193-247). Göttingen:Hogrefe.Weinert, F. (2001). Leistungsmessungen in Schulen. In F. Weinert, VergleichendeLeistungsmessung in Schulen - eine umstrittene Selbstverständlichkeit (S. 17 - 31).Weinheim und Basel: Beltz.Wenger, E., McDermott, R., & M.Snyder, W. (2002). Cultivating Communities ofPractice. Harvard: Harvard Business Review Press.
  • 99. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 87 -Wernstedt, R., & John-Ohnesorg, M. (. (2008). Neue Medien in der Bildung -Lernformen der Zukunft. Netzwerk Bildung (S. 1-38). Berlin: Friedrich EbertStiftung.Wiater, W. (2007). Wissensmanagement - Eine Einführung für Pädagogen.Wiesbaden: GWV Fachverlag.Willke, H. (2001). Systemisches Wissensmanagement. Stuttgart: Lucius & LuciusVerlagsgesellschaft.OnlinequellenArnold, P. (12. Januar 2005). e-teaching@university. Abgerufen am 19. Januar 2012von Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre aus lerntheoretischer Sicht:http://www.e-teaching.org/didaktik/theorie/lerntheorie/arnold.pdfbm:ukk. (2011). Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Abgerufen am19. 10 2011 von http://www.bmukk.gv.at/schulen/efit21/index.xmlBonsen, M., & Rolff, H.-G. (1. Oktober 2005). Netzwerk-Schulentwicklung. Abgeru-fen am 19. Januar 2012 von http://www.netzwerk-schulentwicklung.de/ZfPaed_Bonsen_Rolff.pdfCubric, M. (Januar 2011). What is the innovation beyond the "state of the art" in e-learning? Abgerufen am 14. Dezember 2011 vonhttps://uhra.herts.ac.uk/dspace/:https://uhra.herts.ac.uk/dspace/bitstream/2299/5304/1/904471.pdfGrotlüschen, A. (2004). Abgerufen am 5. Feber 2012 von http://www.epb.uni-hamburg.de/files/u172/AG_Expansives_Lernen__CEDEFOP.pdfGuretzky, B. (13. Oktober 2007). Community-of-knowledge. Abgerufen am 4.. Okto-ber 2011 von http://www.community-of-knowledge.de/beitrag/visionen-und-werte-in-wissensgemeinschaften-undcommunities-of-practice/
  • 100. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 88 -Hechenleitner, A., & Schwarzkopf, K. (April 2006). Staatsinstitut für Schulqualitätund Bildungsforschung. Abgerufen am 20. Feber 2012 von isb.bayern.de:http://www.kompas.bayern.de/userfiles/infokompetenz.pdfHiermansperger, P., & Greindl, S. (15. Dezember 2005). www.wzw.tum.de. Abge-rufen am 29. März 2012 von Technische Universität München:http://www.wzw.tum.de/wdl/forschung/publikationen/download/Qualitative_Interviews_und_Auswertung.pdfKlein, J., & Alber, H. (2010). KMS-HS Güssing. Abgerufen am 10. Feber 2012 vonhttp://www.hs-guessing.com/Kommer, S., & Biermann, R. (6. November 2009). Technische Universität Dortmund,Institut für Schulentwicklungsforschung. Abgerufen am 22. April 2012 von ifs-dortmund.de: http://www.ifs-dortmund.de/ht/abstracts/abstract_kommer.pdfKral, P. (2011). Know.learn&lead. Abgerufen am 2. 10 2011 von Know.learn&lead:http://www.learnandlead.org/learn.htmlLiening, A., & Mittelstädt, E. (22. Juni 2010). WidaWiki . Abgerufen am 22. Januar2012 von Communities of Practice: http://widawiki.wiso.uni-dortmund.de/index.php/Communities_of_PracticeLutz, P. M. (Feber 2011). mmb-institut.de. Abgerufen am 4. Oktober 2011 vonhttp://www.weiterbildungsblog.de/2011/06/27/weiterbildung-und-digitales-lernen-heute-und-in-drei-jahren-mobile-und-vernetzte-szenarien-im-aufwind/Mandl, H. (März 2011). KM-Journal. Abgerufen am 7. Januar 2012 von KnowledgeManagement Austria: http://www.km-a.net/kmjournal/Pages/Mandl_ImplizitesWissenexplizitmachen.aspxMandl, H., & Kopp, B. (Februar 2006). http://epub.ub.uni-muenchen.de. Abgerufenam 16. Dezember 2011 von Blended Learning: Forschungsfragen und Perspekti-ven: http://epub.ub.uni-muenchen.de/905/1/Forschungsbericht182.pdf
  • 101. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 89 -Mayring, P. (6. Februar 2001). Forum: Qualitative Social Research Sozialforschung.Abgerufen am 14. November 2011 von http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/967/2110Meyer, M. A. (Januar 2005). http://www.zfe-online.de/. Abgerufen am 19. Januar2012 von Zeitschrift für Erziehungswissenschaft: http://www2.erzwiss.uni-hamburg.de/personal/meyermeinert/Lernkultur.pdfMittelmann, A. (11. November 2001). arTm & friends. Abgerufen am 7. Januar2012 von http://artm-friends.at/am/km/basics/mod-nonaka-d.htmlStangl, W. (2011). arbeitsblaetter.stangl-taller.at. Abgerufen am 7. November 2011von http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/FeedbackgebenStangl, W. (2011). arbeitsblaetter.stangl-taller.at. Abgerufen am 26. November 2011von http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Behaviorismus.shtmlStangl, W. (2012). Werner Stangls Arbeitsblätter. Abgerufen am 21. Januar 2012 vonhttp://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Watson, J. (2008). North American Council for Online Learning. Abgerufen am 4.Oktober 2011 vonhttp://www.inacol.org/research/promisingpractices/NACOL_PP-BlendedLearning-lr.pdfWenger, E. (Juni 2006). ewenger. Abgerufen am 22. Januar 2012 von Etienne Wen-ger: http://www.ewenger.com/theory/index.htmWenger, E., McDermot, R., & Snyder, W. M. (25. März 2002). Cultivatingcommunities of practice. A guide to managing knowledge - Seven Principles forCultivating Communities of Practice. Abgerufen am 17. April 2012 von HavardBusiness School: http://hbswk.hbs.edu/archive/2855.html
  • 102. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 90 -Winter, S. (5. Mai 2000). Quantitative vs. Qualitative Methoden. Abgerufen am 5.Feber 2012 von imihome.imi.uni-karlsruhe.de: http://imihome.imi.uni-karlsruhe.deWitzel, A. (2009). stebu.ch. Abgerufen am 1. November 2011 vonhttp://stebu.ch/joomla/images/stories/m4_soz/problemzentriertes_interview_langtext.pdf
  • 103. O. Mittl Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement, 2012- 91 -6. KurzlebenslaufPersönliche DatenName: Mittl Oliver, Dipl. Päd.Geboren: 16. Juli 1972Staatsbürgerschaft: ÖsterreichAusbildung1986 – 1990 Bundesoberstufenrealgymnasium Güssing1991 – 1994 Lehramtsstudium an der PädagogischenAkademie Graz - Eggenberg für Englischund Bildnerische Erziehung1999 -2001 Lehramtsstudium am Pädagogischen Insti-tut der Stadt Wien für Informatikseit 2010 Fachhochschulstudiengänge Burgenland,Angewandtes WissensmanagementBerufliche Tätigkeit1995 - 2008 Lehrer an der NMSI Prinzgasse 3 in1220 Wien2008 Lehrer an der HS Purbach2008 Lehrer an der HS Großpetersdorf2009 Lehrer an der HS Stegersbachseit 2009 IT Bezirksbetreuer und Seminarleiter ander PH Burgenlandseit 2009 Lehrer an der KMS- HS Güssing