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O'gradyund der weise wisemann
 

O'gradyund der weise wisemann

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    O'gradyund der weise wisemann O'gradyund der weise wisemann Document Transcript

    • LICHTBLICKE O’Grady und der weise Wisemann von Scott Macgregor illy O’Grady lächelt noch immer, wenn er »Ja, das Erwachen!« an diesen Weihnachtsabend vor 15 Jahren »Erwachen?« zurückdenkt. Er saß in Doyles Grillbar in »Als ich meine Mission erkannte!« der dritten Straße, wie üblich allein, starrte »Mission?« gedankenverloren in sein Glas Dunkelbier »Ja, das Geschenk den Menschen Freude und fragte sich, warum er das faul schme- zu bringen, die guten Willens sind!« ckende Zeug überhaupt trank. Man muss Ire »Oh, schon wieder die Sache mit dem Auf-sein, grübelte er, um die Welt davon zu überzeugen, dass muntern.«dieses Zeug so toll ist. »Es ist mehr als Aufmuntern, mein Freund! Die Quaste am Ende seiner Weihnachtsmann- Ich fand heraus, dass mein Leben, unnütz undmütze baumelte vor ihm. Ohne wirklich darüber nichts sagend wie es war, wenigstens einen gutennachzudenken, fing er an, seinen Kopf auf und ab zu Nutzen haben würde, wenn ich jedem auf meinembewegen, so dass die Quaste bei jedem Nicken näher Weg etwas Freude bringen würde. Ich war arbeits-daran war, ins Glas getunkt zu werden. los, außer mir vor Verzweiflung und auf dem Weg, »Das ist ein schönes Spiel, das du da spielst«, sagte von der nächsten Brücke zu springen, als derein Mann, der bisher unbemerkt neben ihm an der Bar Engel erschien.«gesessen hatte. »Engel?« O’Grady drehte sich leicht zur Seite, um sich den »Ja, der mir sagte, dass ich mich in diesemkleinen Mann mit beginnender Glatze anzuschauen. Zustand befand, weil ich meinen Auftrag nicht»Nur wenn man nichts Besseres zu tun hat«, erwiderte erfüllt hatte.« »Welchen Auftrag?«, fragte ich. ErO’Grady ruhig. sagte: »Mit einem Namen wie Melchior Wise- »Zweifelsohne, aber am Weihnachtsabend gibt es mann sollte ich ein Geschenk aus meinem Lebenbessere Dinge zu tun«, antwortete der Mann. »Erlauben machen, anstatt es wegzuwerfen. Ich hatteSie mir, mich vorzustellen. Melchior Wisemann*, zu meinen Namen immer gehasst, weil die Leuteihren Diensten.« [*sprich: Weismann] über mich lachten, wenn sie ihn hörten.« »Zu meinen Diensten, ach wirklich?«, murmelte »In dem Moment schaute ich zur Seite undO’Grady. »Nun, warum tun Sie mir nicht einen Gefallen sah, dass ich vor dem Parfüm- und Seifengeschäftund überlassen mich meinem Trübsinn?« eines gewissen Frank Nelson stand«, erzählte »Das kann ich nicht«, erwiderte Melchior mit Melchior weiter. »Ich schaute mich wieder umeinem Lächeln. »Denn es ist nicht meine Natur, und der Engel war weg; aber etwas drängte michjemanden in seinem Trübsinn alleine zu lassen, ohne hineinzugehen.wenigstens versucht zu haben, ein bisschen Freude in Der Besitzer war da und ohne weiter zusein Leben zu bringen.« überlegen, fragte ich ihn, ob er einen Job für mich O’Grady starrte diesen ungewollten Unterhalter hätte. Ich weiß wirklich nicht, was über michmissmutig an. »Ein Prost dann«, sagte er sarkastisch, als kam. Mr. Nelson starrte mich an und fragte:er sein Glas hob und trank. »Erfüllt dies die Anforde- ›Woher wussten Sie, dass ich einen Verkäuferrungen?« O’Gradys Gesicht nahm einen noch saureren suche?‹Ausdruck an, als er auf den Geschmack reagierte. »Mein Ich antwortete, dass ich es vorher nichtGott, schlimmes Zeug!«, fluchte er. gewusst hätte, sondern mich einfach gedrängt »Das ist ja ein schöner Anblick. Ein Ire, der sein fühlte, hereinzukommen. Ich sagte ihm meinenDunkelbier hasst!«, rief Melchior aus, während das Namen und er begriff sofort. Er brüllte vorLächeln auf seinem Gesicht breiter wurde, und er fügte Lachen und sagte, dass ich eine Antwort aufhinzu: »Nein, tut es nicht.« Gebet wäre. »Tut was nicht?«, gab O’Grady zurück. Sein Geschäft lief nicht gut und wenn es in »Die Anforderungen erfüllen«, antwortete Melchi- dieser Weihnachtszeit nicht eine bedeutendeor. »Es ist Heiligabend und ich kann nicht gehen, ohne Wende geben würde, dann werde er schließendich aufgemuntert zu haben. Wenn du über deinem müssen. Doch er sagte, dass ich gekommen war,Bier ein mürrisches Gesicht ziehst, ist das eher ein sei ein Geschenk Gottes. Ich – ein GeschenkMinus für mich. Ich sehe, dass ich einiges an Arbeit Gottes! Ich war verblüfft.vor mir habe.« Am nächsten Tag ging ich zur Arbeit und der »Machen Sie sichs bequem«, murmelte O’Grady, Schildermaler war da. Er malte ein großes Schild»aber erwarten Sie nicht viel Kooperation meinerseits.« über der Tür: Melchior Wisemann verkauft Parfüm »Es ist die Einsamkeit, nicht wahr? Sie hat einen von Frank N. Herr Nelson kleidete mich ein wiefürchterlichen Einfluss auf den Zustand eines Men- einen der drei Weisen in Königskleidung, legteschen.« Melchior sprach ernst: »O Gott, hilf mir, etwas mir eine Robe um und setzte mir eine Krone aufFreude in das Leben dieses Mannes zu bringen.« den Kopf. Schon bald begannen Kunden hereinzu- »Mein Gott, Sie klingen trübsinniger als ich, wenn kommen, angelockt durch das Schild. DieSie so weiter machen«, erwiderte O’Grady und richtete Neuigkeit ging herum und bald konnten wir densich in seinem Stuhl auf. Ansturm kaum bewältigen.« »Ja, das war ich auch, vor langer Zeit, vor dem »So, wer war der Engel?«Wunder«, erwiderte Melchior geheimnisvoll. »Oh, er sah aus wie irgendein Typ von der »Wunder?« Straße. Nichts, was man normalerweise als einenR181
    • LICHTBLICKEEngel bezeichnen würde. Aber ich weiß, dass er einer war, denn Königliche Weise aus dem Osten Aus dem Ostener rettete mein Leben.« Sie ritten von sehr fern, O’Grady lächelte. »Nun, das ist eine erstaunliche Geschich- Warum folgt ihr stetigte, Mister, und ich wünsche Ihnen das Beste. Aber trotzdem Dem hellen, strahlenden Stern?habe ich keinen persönlichen Grund, um aufgemuntert zu sein.« »Nun, wenn es mir passiert ist, dann kann etwas Ähnliches Hat der Herr des Himmelsauch Ihnen passieren! Man kann nie wissen, wer der Engel in Ins Herz euch wohl gesprochen?seinem Leben sein könnte, oder welche Gelegenheit auf einen Euch erzählt von einem Wunderwartet. Es mag keine geschäftliche Chance sein, wie bei mir. Das würde bald geschehen?Vielleicht ist das auch nicht, was Sie brauchen.« Melchior zog seine Taschenuhr heraus. »Oh je, wie die Zeit Königliche Weise aus dem Ostenvergeht. Ich muss mich beeilen.« »Schade, dass Sie gehen«, bemerkte O’Grady. »Danke für die Sie kamen von sehr fern,Geschichte und für die Aufmunterung. Ich gebe es nur ungern Ihr werdet finden das Baby,zu, aber ich fühle mich besser.« Geleitet vom hellen Stern. »Froh, von Diensten gewesen zu sein«, sagte Melchior, als er Erzählt Ihm, wie am Himmelvom Barstuhl rutschte, seinen Mantel anzog und zur Tür ging. Ein Zeichen hat Gott gesetzt,»Frohe Weihnachten!«, rief er, als er in der Tür stand. Er winkteund im nächsten Moment war er weg. Und als ihr es erforschtet, O’Grady starrte für ein oder zwei Minuten die Tür an. Wusst’t ihr, es kam von Gott.Dann nahm er schnell seinen Mantel und rannte nach draußen,um den Fremden hoffentlich noch einzuholen. Doch bis er Eines König’s Geburt war’s Zeichendraußen ankam, war von Melchior Wisemann keine Spur mehr. Die Menschen retten er würd’. Das Gefühl der Verzagtheit kam wieder wie eine dunkle Bezeugen sollt’ der Welten KreisWolke über ihn, als O’Grady langsam die Straße hinunterRichtung Innenstadt trottete. Ohne Ziel, so schien es zumin- Eine hoch erhabene Geburt.dest, ging er die Gehsteige entlang, die eine Straße rauf und die Deshalb kamt ihr darzubietennächste runter. Gold, Weihrauch und auch Myrrhe; »He, Weihnachtsmann«, rief jemand aus der Tür eines Geschenke, einen König zu huldigen,kleinen Ladens, »suchst du nach einem warmen Essen?« Der hier zu uns auf Erden kam. O’Grady schaute auf die Quaste seiner Weihnachtsmann-mütze und begriff, dass die rufende Person mit ihm sprach, werimmer das auch war. Er ging hinein und sah rundherum an Ja, ihr Kommen und die GabenTischen sitzend eine bunte Schar von Obdachlosen, die ein Und das Zeichen von dem Stern,kostenloses Weihnachtsabendessen genossen. Die Frau am Das helf uns zu verstehenSchanktisch lächelte ihn an. »Was möchtest du?«, fragte sie. Die Liebe Jesu, unseres Herrn. »Ich möchte helfen«, hörte er sich selbst erwidern. – Chloe West »Helfen?«, antwortete die Frau überrascht.»Wir bekommen nicht oft Hilfe angeboten.Kommen Sie mit nach hinten und erzählen Siemir von sich.« O’Grady folgte ihr in den hinteren Teil desRestaurants. Die Frau stellte sich vor. »Ich bin GloriaWisemann«, sagte sie, »und das ist meine kleineMission. Ich tue was ich kann, um andere einbisschen aufzumuntern.« O’Grady aber hatte kein einziges Wortgehört, das sie sagte. Er starrte sprachlos aufein verblasstes rotes und grünes Schild, das imhinteren Teil des Raumes aufgehängt war.Melchior Wisemann verkauft Parfüm von Frank N. »Oh, Sie haben von meinem Großvatergehört?«, fragte Gloria, nachdem sie O’Gradysverwirrten Gesichtsausdruck bemerkt und sichumgedreht hatte, um zu sehen, was er betrach-tete. »Der alte Heilige starb heute vor zwanzigJahren. Er machte ein nettes Vermögen ineiner Partnerschaft mit Mister Nelson. Aberdann beschloss Großvater, aus dem Parfüm-geschäft auszusteigen und anderen Menschenzu helfen. Er arbeitete hier bis zu seinemTodestag. Meine Mutter starb bei meinerGeburt, und Melchior und mein Vater zogenmich auf. Ich war nur zehn Jahre alt, alsMelchior starb. Mein Vater arbeitete nach ihmhier, bis er vor einem Monat bei einem Unfallgetötet wurde. Ich bin jetzt ganz allein. Siekönnen also sehen, dass eine hilfreiche Handwie von Gott geschickt wäre.« Ja, Bill O’Grady lächelt noch immer, wenner an diesen Weihnachtsabend denkt, an demer gleich zwei Engel traf – der eine, der ihnaufforderte, einen Sinn für sein Leben zufinden und der andere, der seine Frau wurde. Kristen DufraineR182