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Die Umsetzung von Solvency II erfordert neue Prozesse und IT-Lösungen
 

Die Umsetzung von Solvency II erfordert neue Prozesse und IT-Lösungen

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[15.05.2010] Die Eigenkapitalausstattung der Finanzdienstleistungsbranche sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Zuletzt zwangen die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an das Risikomanagement ...

[15.05.2010] Die Eigenkapitalausstattung der Finanzdienstleistungsbranche sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Zuletzt zwangen die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) die Institute zu umfangreichen Systemanpassungen. Nun stehen der Versicherungswirtschaft unter dem Schlagwort Solvency II weitere neue Vorschriften ins Haus.

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    Die Umsetzung von Solvency II erfordert neue Prozesse und IT-Lösungen Die Umsetzung von Solvency II erfordert neue Prozesse und IT-Lösungen Document Transcript

    • Heftschwerpunkt Risikomanagementtisierte Risikomanagementlösungen meinsam aussagekräftige, zielgrup- Risikomanagementlösung sinnvollvon SAS die Durchführung von Risi- pentaugliche Standardreports zu ent- machbar. Insofern ist vor allem mitkoanalysen und risikobasierten Kapi- wickeln, die den unterschiedlichen Blick auf Zeit- und Ressourcenpla-talkalkulationen auf Basis von Sol- Empfänger- und Steuerungsebenen nung eine enge Abstimmung vonvency-II-Standardmodellen ebenso entsprechen. Was müssen die Fach- Fachbereich und IT notwendig. An-wie nach individuellen internen Mo- abteilungen wissen, um ihr Geschäft dernfalls drohen Engpässe bei Pla-dellen. Mit den Ergebnissen dieser zu steuern? Und in welchem Rhyth- nung und Umsetzung. Auch wenn re-Analysen sind Versicherer in der La- mus brauchen sie die aktuellen Infor- gulatorische Vorgaben im Risikoma-ge, schnell am Markt zu agieren, Ver- mationen? Wie sind die Zahlen für nagement derzeit den Takt vorgeben,änderungen frühzeitig zu erkennen den Vorstand zu aggregieren? Wel- sollten Unternehmen bei alledem dieund proaktiv zu handeln – immer un- chen Detailgrad und welche Perspek- internen Steuerungsfunktionen undter Berücksichtigung regulatorischer tiven benötigt er, um ausreichend in- ihre Anforderungen nicht außer AchtAnforderungen. So lassen sich wich- formiert zu sein? lassen. So empfiehlt es sich unbe-tige Wettbewerbsvorteile auf- und dingt, das Risikomanagement auchausbauen, etwa mit Blick auf Bonität, Ausblick unmittelbar mit dem Controlling zuAnlagestrategien und Kapitalvertei- verknüpfen und den Informations-lung. Die anstehende Modernisierung des fluss zwischen den beiden Diszipli- Risikomanagements bei deutschen nen sicherzustellen.Alle für das Risikomanagement ver- Versicherern ist eine Aufgabe, diewendeten Daten, Modelle, sämtliche Fachbereiche und IT gemeinsam an- Die Versicherungsunternehmen sindParametereinstellungen und ihre Er- gehen müssen. Derzeit steigt die An- gut beraten, wenn sie die verbleiben-gebnisse werden archiviert. So lässt forderungslast an die Risk-Fachberei- de Zeit bis zum Inkrafttreten von Sol-sich – Stichwort: Revisionssicherheit che, die, nicht zuletzt vor dem Hinter- vency II zur konsequenten Ausrich-– noch Jahre später feststellen, wie grund der nahenden Solvency-II-Frist tung der IT auf die umfangreichenbestimmte Risikokalkulationen zu- und der aktuell durchgeführten kommenden Risikoanforderungenstande gekommen sind, welche Fak- Quantitativen Impact-Studien, lau- nutzen. Dabei hilft auch der Aufbautoren einbezogen und wie sie ge- fend neue Risikoberechnungen vorle- so genannter Risk Competence Cen-wichtet wurden. Diese Archivierung gen müssen. Dies ist – vor allem, ters, in denen unterschiedliche Un-erfolgt sinnvollerweise im gleichen wenn man dem eingangs formulier- ternehmensbereiche die Risikopro-Risikomanagementsystem wie die ten Qualitätsanspruch folgt – nur mit zesse gemeinsam hinterfragen, ge-Datensammlung, die Berechnung einer integrierten, standardisierten stalten und vorantreiben.und die spätere Risikoaggregation.Insellösungen sollten möglichst ver-mieden oder zumindest überschau-bar gehalten werden. Dr. Hubert Sterner* / Thomas Lengfeld**Ergebnisse bedarfsgerechtaufbereiten Die Umsetzung von Solvency II erfor-Das Risikomanagement dient jedoch dert neue Prozesse und IT-Lösungennicht allein der Erfüllung regulatori-scher Vorgaben. Es ist auch ein zen-trales Element der strategischen Un- Die Eigenkapitalausstattung der Fi- folgt die EU bis 2012 mehrere Zieleternehmenssteuerung. Dafür ist die nanzdienstleistungsbranche sorgt seit gleichzeitig:Aggregation, die Aufbereitung, die Jahren für Schlagzeilen. Zuletzt zwan-Verteilung und richtige Deutung der gen die aufsichtsrechtlichen Mindest- – Europaweit einheitliche, prinzipien-Analyseergebnisse von zentraler Be- anforderungen an das Risikoma- basierte Regeln für die Finanz-deutung. Anders als bei externen Re- nagement (MaRisk) die Institute zu marktstabilität bei Harmonisierungportings, deren Vorgaben zum Bei- umfangreichen Systemanpassun- und Stärkung der Versicherungs-spiel durch Aufsichtsbehörden und gen. Nun stehen der Versicherungs- aufsicht,Ratingagenturen geregelt sind, ha- wirtschaft unter dem Schlagwort Sol- – grundlegende Reform vor allem derben Unternehmen bei solchen inter- vency II weitere neue Vorschriften ins Solvabilitätsanforderungen an dienen Berichten eigene Gestaltungs- Haus. Versicherungsunternehmen unterspielräume, die es sinnvoll zu nutzengilt. Dahinter stehen ambitionierte Ideen zur Modernisierung und Vereinheitli- ** Leiter Business Consulting Insurance, metafi- nanz Informationssysteme, MünchenFachabteilungen und Risikomanager chung in der europäischen Versiche- ** Senior Consultant/ Aktuar DAV bei meta-sind an dieser Stelle gefordert, ge- rungswirtschaft. Mit Solvency II ver- finanz324 Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2010
    • Heftschwerpunkt RisikomanagementAbbildung 1: Ökonomische Bilanz unter Solvency II und Zuordnung der Eigenmittel je nach Haftungsqualität Berücksichtigung des Geschäftsmo- Weitere Korrelationen gibt es zum europaweit einheitlichen Standardfor- dells („doppelte Proportionalität“), Beispiel zu IFRS, zum KonTraG, zum mel oder mittels eines von der Auf-– wert- und risikoorientierte Entschei- BilMoG, gegebenenfalls zu SOX und sichtsbehörde zu zertifizierenden (parti- dungsprozesse basierend auf einer zu den GoBS. ellen) internen Modells erfolgen. einheitlichen, konsistenten und in- tegrierten IT-Architektur. Für die betroffenen Unternehmen er- Die Säule 2 steht für alle qualitativen zeugen besonders die Integration ak- Anforderungen an die Versicherungs- tuarieller Modelle sowie die Konsoli- unternehmen und die Aufsicht imDie deutsche Versicherungsaufsicht dierung von Datenhaushalten in ei- Rahmen des Supervisory ReviewBaFin hat den Anforderungen an ein ner nachhaltigen IT-Architektur einen Process (SRP). Benötigt werden einequalitatives Risikomanagement in erheblichen Umstellungs- und Imple- Corporate Governance, ein adäqua-Großteilen bereits im Zuge der 9. mentierungsaufwand. tes Risikomanagement in einer ange-VAG-Novelle und der MaRisk ver- messenen Organisationsstruktur so-bindlich für Versicherungsunterneh-men Rechnung getragen. Sowohl das Die drei Säulen von Solvency II wie ein Internes Steuerungs- und Kontrollsystem (ISKS). Dazu kom-Gesetz als auch das Rundschreiben Zu den in Säule 1 von den Versiche- men die Stärkung der internen Revi-der BaFin haben Mindestanforderun- rungsunternehmen zu bewertenden sion und die Einrichtung einergen an ein Risikomanagementsys- Größen zählen die Marktwerte der permanenten Compliance-Funktiontem zum Inhalt, die sich niederschla- Aktiva und Passiva, das Solvency Ca- nach dem Grundsatz der doppeltengen in: pital Requirement (SCR) und das Mi- Proportionalität. Im Rahmen eines nimum Capital Requirement (MCR) Own Risk and Solvency Assessment– einer Risikostrategie und einem Ri- als regulatorische Mindestanforde- (ORSA) soll überprüft werden, ob das sikotragfähigkeitskonzept, rung an die Eigenmittelausstattung. quantitative Instrument zur Ermitt-– der Einrichtung einer unabhängi- Ebenso gehört die Zuordnung der lung des SCR gegenüber dem gen Risikocontrolling-Funktion, verfügbaren Eigenmittel zu drei Rän- tatsächlichen Risikoprofil des Unter-– dem Bedürfnis nach einer integrier- gen (Tier 1 - 3) je nach Haftungsqua- nehmens angemessen ist. ten IT-Architektur, lität (Kernkapital, Ergänzungskapital– umfassenden Dokumentations- und und Drittrangmittel) zu dieser Säule. Transparenz, Veröffentlichung und Berichterstattungspflichten. Der Eigenmittelbedarf kann mit einer Berichterstattung an die Aufsicht sind Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2010 325
    • Heftschwerpunkt RisikomanagementAbbildung 2: Sowohl Investitionen in Säule 1 als auch in Säule 2 (Steuerungs- und Kontrollinstrumente)beeinflussen die Höhe des zu stellenden Solvenzkapitalstragende Elemente der Säule 3. Die folgende Ziele erreicht werden kön- – Modernisierung des Daten- und IT-Marktteilnehmer sollen durch detail- nen: Managements bei Integration derlierte Informationen über Solvenz erforderlichen Systeme in eineund Risiko zu mehr Disziplin angehal- – Anfängliche Festlegung der Projekt- nachhaltige, moderne IT-Architek-ten werden. ziele mit Hilfe einer GAP-Analyse tur und Bereitstellung von Daten in und flexible Anpassung an neue An- der benötigten Qualität, QuantitätDie besondere Herausforderung an forderungen, und Granularität.eine nachhaltige IT-Architektur und – Ausbau der bestehenden Gover-ein übergreifendes Datenmanage- nance hinsichtlich Risikostrategie Die Einführungsprojekte und der dar-ment über alle drei Säulen hinweg und -tragfähigkeit, angemessener auf folgende Regelbetrieb unter Sol-besteht darin, die aktuariellen Re- Aufbau- und Ablauforganisation, vency II erfordern Investitionen in diechenmodelle, den zu implementie- Risiko-Assessment und Revision Fähigkeiten der Mitarbeiter. Eventu-renden Workflow und die regelmäßi- sowie eines Internen Steuerungs- ell werden zusätzliche Kräfte vor al-gen Reportinganforderungen zu ver- und Kontrollsystems, lem für Aktuariat, Risikomanage-binden. – Aufsetzen von Prozessen, die nötig ment/-controlling, Revision, Compli- sind, um die aufsichtsrechtlichen ance und IT gebraucht.Herausforderungen für die Anforderungen zu erfüllen, Integra-Versicherungsunternehmen tion in das bestehende Prozessma- Architektonische Anforderungen nagement und Veränderungsmana- an eine zukunftssichereSolvency II wird je nach Unterneh- gement bei der Unternehmensreor- IT-Landschaftmensgröße umfangreiche Anstren- ganisation,gungen und Kapazitäten und teils – Ausbau des Risikomanagements Die MaRisk verlangen den Versiche-mehrjährige Projekte erfordern. Ein bei Implementierung eines Modells rern im deutschen Markt schon jetzthoher Prozentsatz der umzusetzen- zur Berechnung des Solvenzkapi- eine bestimmte Qualität von Daten-den Richtlinien steht fest. Die sich tals, Own Risk and Solvency Assess- haltung, Datensicherheit, Archivie-zum Beispiel durch QIS 5 ergebenden ment, Einhaltung der Use-Test-Kri- rung, Dokumentation, Prozessen undModifikationen sind flexibel in das terien und Schaffung der Basis für Organisation im IT-Bereich ab. Idea-Projekt einzuarbeiten. Ein Fahrplan das geforderte interne und externe lerweise ist damit bereits ein Stücksollte vorsehen, wie bis Ende 2012 Reporting, auf dem Weg zu einer unter Solvency326 Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2010
    • Heftschwerpunkt RisikomanagementII benötigten IT-Architektur zurückge- aussetzung ist eine weitreichende nen Quellen oder gar per Experten-legt. Standardisierung, Automatisierung meinung angereichert, ist auf Einhal- und Professionalisierung und damit tung von Policies zu achten. DieseDennoch besteht erheblicher Investi- eine nachhaltige Industrialisierung. beschreiben den Datenermittlungs-tionsbedarf, um die über die qualitati- Eine Daten-Policy regelt die benötig- prozess, die Rollen und Verantwor-ven MaRisk hinausgehenden Anfor- ten Standards. tungen, die benutzten Modelle, diederungen zu erfüllen. Da die IT und Datenquellen und den Valuierungs-das Datenhandling bereits existenzi- Bereits auf der Ebene der operativen und Sign-off-Prozess.elle Kernkompetenzen eines Versi- Quellsysteme ist auf Integrität, Ver-cherers darstellen, konzentrieren sich fügbarkeit, Stabilität, Historien- Das Modell zur Berechnung desdie Unternehmen stark auf aktuariel- führung und Glaubwürdigkeit der benötigten Solvenzkapitals greift imle Werkzeuge und deren Input. Es be- Daten zu achten. Regelmäßiges Mo- Idealfall auf die Ergebnisse dezentralsteht aber die große Chance, die IT- nitoring, Prozesse zum Umgang mit verwendeter, meist aktuarieller Mo-Prozesse und -Organisation umfas- Datenfehlern, Gewährleistung der delle zurück (Use Test). So wird ge-send zu überprüfen und zu erneuern. Datensicherheit, Dokumentation des währleistet, dass die beispielsweiseZiel muss eine einheitliche Architek- Datenmodells, Abbau der System- für das Reserving, das Pricing, die Be-tur sein, die auf angemessener, voll- vielfalt und Automatisierung der rechnung eines MCEV oder die Er-ständiger und richtiger Datenbasis Schnittstellen sind Erfolgsgaranten. mittlung des Rückversicherungsbe-nicht nur dem Risikomanagement Bei ausgelagerter Datenverarbeitung darfs qualitätsgesicherten Daten undgerecht wird, sondern im Sinne einer zum Beispiel im Investmentbereich Verfahren wieder verwendet werdenwert- und risikoorientierten Steue- ist die Aufsicht mit dem neuen Regel- können.rung auch die Bedürfnisse der opera- werk befugt und angehalten, auchtiven Einheiten erfüllt. den Outsourcing-Partner im Rahmen Die zur Modellierung benutzten Tools des Supervisory Review Process wie sind in der Regel marktgängige, ak-Moderne Business-Intelligence-Werk- ein Versicherungsunternehmen zu tuariell dokumentierte Insellösungenzeuge unterstützen die Bilanzierung, prüfen. für einen eingegrenzten Anwen-die Planung, das interne Reporting, dungsbereich (Reserving, Pricing,Erfolgs- und Wertrechnungen (EVA, Werden dezentrale Datentöpfe wie NatCat-Modellierung, ALM). Für eineRoRAC, MCEV), die Risikoberichter- ein Insurance Data Warehouse oder Integration in die IT-Landschaft einesstattung und Ad-hoc-Analysen. Vor- ein Investmentdatenpool aus exter- Unternehmens ist ein besondererAbbildung 3: Beispiel eines Fahrplans für die Implementierung der für Solvency II nötigen Projektinhalte Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2010 327
    • Heftschwerpunkt RisikomanagementAbbildung 4: Modell einer modernen IT-Architektur fokussiert auf die Unterstützung des RisikomanagementsAufwand nötig. Sowohl die Modell- Die Ergebnisse der dezentralen Mo- Um vom Thema IT-Governance imPlattformen als auch die kaum auto- delle, aber auch die verwendeten Zuge der Einführung von Solvency IImatisiert bedienbaren Schnittstellen Rohdaten sind in einem zentralen nicht überrascht zu werden, ist einestehen im Kontrast zur angestrebten Risk-Datawarehouse zu sichern. Spä- Bestandsaufnahme der IT-Land-Industrialisierung in der IT. testens auf dieser Ebene müssen die schaft, der Werkzeuge und Systeme, Daten konsistent, vollständig, adä- der Richtlinien und Standards essen-Revisionssicherheit, Historienführung quat und redundanzfrei vorliegen. ziell. Eine GAP-Analyse, eventuell un-und Reproduzierbarkeit der Ergeb- Die Kredibilität ist aufgrund der pro- terstützt durch einen Fragenkatalognisse sind nur mit umfangreicher duktiven Verwendung der Modelle der Revision oder des Wirtschaftsprü-Kapselung sicherzustellen. Das ak- bereits gegeben, ebenso die ausrei- fers, deckt die Mängel im Datenma-tuarielle Wissen in den Modellen ist chende Granularität und die stochas- nagement, den Prozess- und Organi-aufgrund seiner Komplexität und tische Auswertbarkeit der Daten. Do- sationsstrukturen, den Kontrollsyste-fachlichen Tiefe meist nicht für alle kumentation, Historienführung, Auf- men auf und zeigt damit, in welchemZielgruppen verständlich und nach- bau- und Updateprozesse nebst Grad die Compliance-Anforderungenvollziehbar zu beschreiben. Qualitäts- Monitoring sind auch für diesen Da- erfüllt sind.und Kredibilitätsprüfungen sind tenpool zu gewährleisten.mangels geeigneter Referenzsyste- IT-Unterstützung für neuartigeme für den gleichen Modellierungs- Auf das Risk-Datawarehouse setzen aktuarielle Fragestellungenzweck nur eingeschränkt möglich. Werkzeuge, Modelle, Methoden zurSoftware-Updates und technische Berechnung, Aggregation und Allo- Die in der Solvency-II-Bilanz benötig-Kalibrierungen der Modelle werden kation des Risikopotenzials auf Basis ten, auch für Zukunftsszenarien öko-oft nicht von der IT-Abteilung, son- der Risikoklassen, der Lines of Busi- nomisch bewerteten Daten sinddern vom aktuariellen Personal aus- ness, der Vertriebswege und der Le- meist nicht aus versicherungstechni-geführt. Diese Verbindung zwischen gal Entities auf. Verbreitet sind markt- schen Datenpools extrahierbar. Dieaktuarieller Spezialsoftware und gängige Standalone-Lösungen für Aktuare in Produktentwicklung, Re-interner IT-Architektur ist für die Versi- ein qualitatives Risikomanagement serving, Kapitalanlagemanagementcherungsunternehmen und ihre Revi- mit pseudoquantitativen Ansätzen, oder Risikocontrolling der Versiche-soren, Wirtschaftsprüfer und Auf- Risikokapitalberechungstools für Le- rungsunternehmen müssen dahersichtsbehörden eine sehr anspruchs- ben/Kranken und Sach sowie Aggre- mit Hilfe der IT viele neue Fragen be-volle Aufgabe. gations- und Allokationssoftware. antworten, vor allem, wenn ein inter-328 Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2010
    • Heftschwerpunkt Risikomanagementnes Modell zur Anwendung kommt. Modells zielgerichtet auf Risikomini- rungsunternehmens bei, wenn esZentrale Themen aktuarieller Experti- mierung und Verringerung des Eigen- sein Eigenkapital sowohl bei den Ka-sen sind: mitteleinsatzes überdacht und getrof- pitalanlagen als auch in der Versiche- fen werden. rungstechnik optimiert einsetzt und– Simulation von Asset- und Liabiliy- Verluste, die sich aus überraschen- Cashflows unter Berücksichtigung Automatisierte Risikomessung und - den Risiken ergeben können, vermei- von Zins, Stornoentwicklung, Infla- steuerung auf Basis einer rundum det. tion und der Änderung biometri- und nachhaltig modernisierten IT- scher Risiken, Landschaft macht das Unternehmen Die Konformität mit den EU-Vor-– Modellierung von Schadenvertei- zukunftsfähiger. Es trägt zum wirt- schriften führt über ein umfassendes lungen für Groß- und Katastro- schaftlichen Erfolg eines Versiche- IT-Projekt. phenrisiken auf statistisch ausrei- chender Datenbasis gegebenen- falls mit Software-Insellösungen,– Modellierung mathematisch geeig- neter Aggregationsverfahren und Hendrik Löffler*/Nikolaus Sühr** datenbasierter Allokationsverfah- ren zwecks verursachungsgerech- Supply-Chain-Risikomanagement ter, quantitativer Zuordnung von Ri- siken, Wenn die Lieferkette eines Unternehmens unterbrochen ist, kann das– Schneidung der Lines of Business, schnell auch den Betriebsablauf stilllegen und damit dramatische finanzi- Produktentwicklung, Asset-Steue- elle Folgen haben: Denn während die Kosten fortlaufen, fallen die Ge- rung, optimierter Einsatz von Rück- winne weg. Um vorbeugend entgegensteuern zu können, müssen Risiko- versicherung, Produktprofitabilitäts- potenziale in der Lieferkette frühzeitig erkannt werden - hierfür ist eine rechnungen unter Berücksichtigung detaillierte Betriebsunterbrechungs-Analyse erforderlich. von allokiertem Solvenzkapital,– Entwicklung IT-unterstützter Limit- systeme für das Underwriting und Die stetig steigenden Ansprüche der nicht nur die Produktivität der Unter- die Kapitalanlage. Endkunden hinsichtlich Qualität, Ver- nehmen, sondern auch die Verwund- fügbarkeit und Preis bei gleichzeitig an- barkeit ihrer Supply Chains erhöht.Immense Bedeutung bei der Beant- steigendem internationalen Wettbe-wortung aktuarieller Fragen kommt werbsdruck haben viele Unternehmen Ein nachhaltiges Supply-Chain-(Risi-der IT-Unterstützung zu. dazu veranlasst, ihre Supply Chains zu ko-)Management muss also Effizienz optimieren. Heutzutage wird dieser und Belastbarkeit in Einklang bringen Wettbewerb nicht mehr nur zwischen und ist somit als Chancen- und Risi-Wettbewerbsvorteile und einzelnen Unternehmen, sondern zwi- komanagement zu verstehen. Denn:Zukunftsfähigkeit schen ganzen Wertschöpfungsnetz- Ist die Supply Chain infolge einer werken ausgetragen. Die stetige Effizi- Störung erst einmal unterbrochen,Eine frühzeitige Integration eines enzsteigerung innerhalb dieser Wert- kann oftmals nicht mehr produziert(partiellen) internen Modells schafft schöpfungsnetzwerke durch. werden. Bei längeren Unterbrechun-Wettbewerbsvorteile und führt zu ei- gen ist häufig auch die Lieferfähigkeitnem Reputationsgewinn. Zusammen – „Global Sourcing“, gefährdet. Im schlimmsten Fall –mit dem Grad der Umsetzung eines – Minimierung der Lagerbestände, wenn etwa die Produktionskapazitä-Enterprise Risk Management (ERM) – Zentralisierung von Produktions- ten nachhaltig zerstört worden sind –wird sich dieser in einem besseren und Distributionsstandorten, drohen gravierende Kundenverlusteexternen Rating niederschlagen. – höhere Kapazitätsausleistung, an Mitbewerber und in Folge unter – gesteigerte Durchlaufzeiten, Umständen die Insolvenz.Eine industrialisierte Verwaltung der – Outsourcing von Wertschöpfungs-Datenhaushalte und eine technische bestandteilen und Wie wichtig Supply-Chain-Risikoma-Implementierung der Rechenmodel- – Lieferantenkonzentration nagement ist, bestätigt eine Umfrage 1le ermöglicht durch Simulationen die der Aberdeen Group unter Supply-unternehmensspezifische Optimie- hat bei vielen Unternehmen oberste Chain-Executives von 180 globalrung des SCR zum Beispiel durch Priorität. Es gilt, Kosten zu senken agierenden Unternehmen. 80% deraktives Kapitalanlage-Management und gleichzeitig den Kundenservice Befragten gaben an, in den letztenmittels Umschichtung des Asset-Port- zu optimieren. Diverse Schadenfällefolios auf andere Anlageklassen. Ka- in den letzten Jahren haben jedoch **Geschäftsführer Funk RMCE **Nikolaus Sühr, Junior Consultant, Funk RMCEpitalanlageentscheidungen können gezeigt, dass die einseitige Fokussie- 1 Aberdeen Group (2005): The Supply Chainmittels eines IT-gestützten internen rung auf Effizienzsteigerung eben Risk Management Benchmark Report, Boston Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2010 329