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Globales Lernen digital
 
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Das eBook beschäftigt sich mit der Frage, wie das Internet und besonders Social Media im Rahmen des Globalen Lernens genutzt werden können. Es ergänzt die Konferenz "Globales Lernen digital", die ...

Das eBook beschäftigt sich mit der Frage, wie das Internet und besonders Social Media im Rahmen des Globalen Lernens genutzt werden können. Es ergänzt die Konferenz "Globales Lernen digital", die im Mai 2012 in Darmstadt stattgefunden hat.

Konferenz und eBook sind ein Projekt von PR-Studenten (4. Semester, Studiengang Online-Journalismus) an der Hochschule Darmstadt in Kooperation mit dem Portal Globales Lernen der EWIK (Eine Welt im Internet Konferenz).

Weitere Infos: http://globaleslernen-digital.de/

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    Globales Lernen digital Globales Lernen digital Document Transcript

    • ImpressumGlobales Lernen digitalEntwicklung. Bildung. InternetHerausgeber: Kambiz Ghawami, Thomas PleilStand: Juli 2012Herstellung:Hochschule DarmstadtHaardtring 10064295 DarmstadtProjektleitung:Prof. Dr. Thomas PleilHochschule DarmstadtFachbereich MediaStudiengang Online-JournalismusSchwerpunkt Public RelationsMax-Planck-Straße 264807 DieburgKoorperationspartner:Portal Globales LernenEine Welt Internet Konferenz (EWIK)World University ServiceDeutsches Komitee e.V.Goebenstraße 3565195 Wiesbaden
    • VorwortDigitale Medien, die unser Leben und die Art, wie wir kommunizieren, so tiefgreifend verän-dert haben, mit dem Gedanken des Globalen Lernens zu verknüpfen, ist eigentlich nahelie-gend. Eine Idee, die zugleich ein riesiges Potenzial verspricht, das bisher nur wenig genutztwurde. Um diesen Gedanken stärker in den Vordergrund zu rücken und einen Austauschzwischen Akteuren und Interessierten zu ermöglichen, wurde die Konferenz “Globales Ler-nen digital” erstmals am 23. Mai 2012 in Darmstadt veranstaltet. Innerhalb kurzer Zeit wardie Veranstaltung ausgebucht, und es konnten Besucher aus dem gesamten Bundesgebietund der Schweiz gewonnen werden.Die Konferenz wurde im Rahmen der Werkschau des Fachbereichs Media der HochschuleDarmstadt, der mediale*, veranstaltet. Die Konferenz war ein gemeinsames Projekt zwi-schen Wissenschaft und Zivilgesellschaft, zwischen der Hochschule Darmstadt und demWorld University Service (WUS). Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Pleil übernahmenStudierende des Studiengangs Online-Journalismus mit dem Schwerpunkt Public Rela-tions wichtige Funktionen in der Organisation, in Kommunikation und Marketing sowiein der Durchführung von Workshops auf der Konferenz. Vonseiten des WUS waren BirgitGlindmeier, Referentin des Portals Globales Lernen der EWIK, als Koordinatorin und Dr. Ma-rius Munz als Lehrbeauftragter für die Begleitveranstaltung des Projekts und als Moderatorengagiert. Die Konferenz wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zu-sammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über Engagement Global gefördert.Dieses eBook dokumentiert die Konferenz und geht darüber hinaus. Neben einer fachli-chen Einführung und einer Aufarbeitung der Workshops, die im Mittelpunkt der Konferenzstanden, ergänzen weitere Aufsätze von Teilnehmern und Fachleuten diese Publikation.Ganz im Sinne des Globalen Lernens soll hier kein fertiges Wissen präsentiert werden, son-dern die Publikation soll Impulse geben, Diskussionen anregen und Unerwartetes zutagefördern. In diesem Sinne wünschen wir eine aufschlussreiche und inspirierende Lektüre.Das Studentische Team mitBirgit GlindmeierDr. Marius MunzProf. Dr. Thomas Pleil
    • InhaltsverzeichnisSeite Link 5 Mitmach-Netz und Globales Lernen 13 Globales Lernen lernen 16 Freies Wissen und Globales Lernen 19 Wozu Facebook, Twitter, Blogs 21 Facebook und Weblogs in der PR 22 10 Regeln für Social Media 23 Arbeitsteilung im digitalen Zeitalter 25 Produzenten braucht das Web 29 Öffentlichkeitsarbeit im Web 31 Public Relations im Wandel 33 Web 2.0: Die scheinbare Allwissenheit 35 Pädagogen bei Facebook 36 Social Media: Was ist zu beachten 38 Stimmen von der Konferenz 39 Quo vadis societas 41 Rückmeldungen zur Konferenz 42 Das Team
    • //Globales Lernen digitalMitmach-Netz und Globales LernenBrücken bauen mit Medienkompetenz als PfeilerVon Thomas Pleil und Birgit GlindmeierWer weltweite Zusammenhänge verste- Das bedeutet im Einzelnen aber auch zu ler-hen möchte oder lernen soll, diese zu ver- nen, sachliche Widersprüche auszuhalten.stehen, findet im Internet ein nahezu un- Inhaltlich beschäftigt sich das Globale Ler-erschöpfliches Reservoir an Informationen: nen mit Fragen der Globalisierung undVor allem die Entwicklung eines „sozialeren kann so auf ein sehr breites Spektrum vonWebs“ in den vergangenen Jahren ermög- Themen angewendet werden, wie zumlicht ganz neue Informationszugänge – sei- Beispiel Menschenrechte, Fairer Handelen es Wahrnehmungen von Dissidenten, und Klimawandel. Der 2007 veröffentlichteseien es Reports von NGOs. Gleichzeitig „Orientierungsrahmen für den Lernbereichkönnen Lernende mit neuen Tools solche Globale Entwicklung“ zeigt, wie das ThemaInformationen finden, zusammenarbeiten in den schulischen Bereich eingebundenund auch selbst aktiv publizieren – je nach werden kann.Zielsetzung nur für eine Lerngruppe oderauch öffentlich. Dennoch gibt es Hürden Globales Lernen ist somit als grundlegen-und Vorbehalte, das Social Web systema- der Ansatz zu verstehen, der in der Schu-tisch im Globalen Lernen zu nutzen. Ein le nicht in einem Fachbereich verankert,paar Überlegungen. sondern fächerübergreifend angelegt ist. Die praktische pädagogische Arbeit im Be-Globales Lernen reich des Globalen Lernens ist partizipativZiel Globalen Lernens ist es, globales Den- und reflektiv ausgerichtet. Darüber hinausken zu fördern oder überhaupt erst zu er- ist Globales Lernen aber auch ein methodi-möglichen. Globales Denken ist dabei im sches Konzept: Es definiert die Kompeten-Sinne von „Denken in weltweiten Zusam- zen, die Menschen dazu befähigen, welt-menhängen“ zu verstehen. Die uns inne- weite Zusammenhänge zu ergründen undwohnende Tendenz, lokale Perspektiven sich selbst in der Welt zu positionieren. Zie-und Lösungsansätze zu präferieren, soll so le, die ohne Medienkompetenz kaum zuum eine globale Sichtweise bereichert wer- erreichen sind.den, die wiederum auf unser lokales Den-ken und Handeln Einfluss nehmen kann. Bildung für nachhaltige Entwicklung dient dem Globalen Lernen dabei als Orientie-Menschen sollen so in die Lage versetzt wer- rung und Leitidee. Sie strebt an, die Le-den, eigenständig und verantwortungs- bensgrundlage für alle Menschen über-voll in unserer Welt und für sie zu handeln. all auf der Welt und auf Dauer zu sichern.Wichtige konkrete Lernziele sind unter an- Globales Lernen rückt dabei vor allemderem systemübergreifendes Denken zu Aspekte wie räumliche Zusammenhängefördern, individuelle Handlungsspielräu- (lokal/global) und soziale Gerechtigkeitme aufzuzeigen sowie Perspektivwechsel des Konzeptes der Bildung für nachhalti-zu ermöglichen. ge Entwicklung in den Fokus des Lernens.-> Inhaltsverzeichnis Seite 5
    • //Globales Lernen digitalEine solche gesellschaftliche Leitidee soll werden oder dazu dienen, interne Kom-im Sinne des Globalen Lernens allerdings munikation effektiver zu strukturieren. Al-nicht als eine Erziehung zum „richtigen les Eigenschaften, die den Inhalten undVerhalten“ missinterpretiert werden. Die Konzeptionen des Globalen Lernens sehrdrei Grundprinzipien des für die politische nahe stehen. Die zögerliche Nutzung derBildung in den 70er Jahren ausgearbeite- Online-Kommunikationsmöglichkeitenten Beutelsbacher Konsenses (Überwälti- hat wahrscheinlich vielerlei Ursachen: einegungsverbot, Kontroversität, Schülerorien- kritisch geprägte Grundhaltung vieler Pä-tierung) finden auch im Globalen Lernen dagogen gegenüber den Sozialen MedienAnwendung. Letztlich bedeutet Globales spielt dabei wahrscheinlich eine Rolle. AufLernen nicht, fertiges Wissen zu präsen- der anderen Seite erfordern Soziale Medi-tieren, sondern sich gemeinsam mit den en eine weiter gefasste Medienkompetenz,Lernenden auf die Suche zu begeben. Eine die zwar als Bedarf auch im Bildungsbe-Suche, die auch Widersprüchliches oder reich erkannt worden ist, deren breite Um-Unerwartetes zu Tage fördern kann. setzung sich aber eher schleppend voll- zieht. Aus diesem Grund wurde 2009 vonGlobales Lernen digital Erziehungswissenschaftlern und Pädago-Ein Kennzeichen von Globalem Lernen ist, gen das medienpädagogische Manifestdass weder die theoretischen noch die in- „Keine Bildung ohne Medien!“ verfasst, dashaltlichen Konzeptionen abgeschlossen die zentrale Aufgabe von heutiger Medi-sind, sondern Globales Lernen muss sich im- enpädagogik darin sieht, von punktuellenmer wieder neuen Herausforderungen stel- Maßnahmen zu einer breiten Verankerunglen und aktuelle Entwicklungen einbeziehen. der Medienpädagogik in allen Bildungsbe-Seit geraumer Zeit gehören dazu auch eine reichen zu gelangen. Das Manifest iden-Fülle von neuen Kommunikationsstruktu- tifiziert die Maßnahmen, die notwendigren und –formen im Internet. Bisher wer- wären, um eine solche Verankerung zu er-den diese – Ausnahmen bestätigen hier die reichen.Regel - aber nur in geringem Umfang in dertheoretischen und praktischen Arbeit be- Neben den im Manifest geforderten Ver-rücksichtigt: Die Vielfalt der Online-Kom- änderungen, wäre es aber auch wichtig,munikationskanäle findet kaum Nieder- die technische Ausstattung der Schulen zuschlag im Globalen Lernen. Im Vergleich zu verbessern, was unter Umständen bereitsder allgemeinen Nutzung und Verbreitung an den knapp bemessenen finanziellenvon Social Media, scheinen diese Instru- Ressourcen scheitern könnte. Die immen-mente für die externe und interne Kommu- sen Vorteile, die die Online-Kommunikati-nikation längst nicht in dem Maße genutzt on für das Globale Lernen eröffnen kann,zu werden, in dem dies erfolgen könnte. werden in der öffentlichen Wahrnehmung in vielen Fällen von negativen und sicher-Auf den ersten Blick erscheint dies verwun- lich kritikwürdigen Beispielen überdeckt,derlich, da gerade die Social Media-Kanäle die Schlagzeilen verursachen. Allerdingspartizipativ und dialogisch ausgerichtet ist zu bedenken: Kommunikation ist ansind. Informationen sind frei zugänglich sich neutral, und ein an und für sich neut-und können über das Internet einer rales Medium kann nicht für kommunika-breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht tive Irrtümer und Entgleisungen seiner-> Inhaltsverzeichnis Seite 6
    • //Globales Lernen digitalNutzer verantwortlich gemacht werden. Social MediaKlar ist aber auch, dass es im Social Web Um hierbei einen Schritt voranzukommen,unter anderem eine große Spannweite ist natürlich notwendig, Social Media ge-in Bezug auf wirtschaftliche Interessen nauer zu betrachten. Denn sie stellen sichgibt. sehr vielschichtig dar. Social Media schaffen Öffentlichkeit. Und sie verändern Öffent-Für das globale Lernen eröffnen die ver- lichkeit. Dies setzt einige Wahrnehmungs-schiedenen Formen der Online-Kommu- und Lernprozesse voraus. Zunächst: Imnikation dennoch beträchtliche Mög- Brecht’schen Sinne ist beeindruckend, wielichkeiten, die längst nicht ausgeschöpft einfach es ist, plötzlich„zurück zu sprechen“:werden: Einerseits können Organisatio- Die Internetnutzer müssen eben nicht wienen mit ihren Zielgruppen relativ einfach die Radiohörer passiv am Empfangsgerätin Kontakt treten, andererseits können sitzen. Sie können direkt reagieren, einensie ihre Inhalte in Online-Diskurse kritisch veröffentlichten Beitrag kommentieren,einbringen oder sogar eigene Diskussio- empfehlen oder auch selbst ein Thema pu-nen über ihre Inhalte anstoßen. Dassel- blizieren. Anders als am Stammtisch ist dasbe gilt für Lernende. Das Internet bietet Veröffentlichte möglicherweise aber nichtbeispielsweise die Chance, den Kontakt nur den anderen am Tisch, sondern einemvon Jugendlichen weltweit zu fördern viel größeren Umfeld zugänglich. Womög-und gemeinsame Projekte zu initiie- lich einer weltweiten Öffentlichkeit. Diesren. Beispiele dafür gibt es schon, doch kann Chance und Elend sein.dieser Bereich könnte noch ausgebautwerden. Auch für Schulpartnerschaften Die Chance: Diskurse können weitere Krei-bieten sich viele Möglichkeiten den Aus- se ziehen und Interessierte bzw. zu einemtausch zu intensivieren und an gemein- Thema Kompetente hätten die Möglich-samen Projekten zu arbeiten. Wichtig keit, sich an solchen Diskursen zu beteili-wäre auch, die Ergebnisse dieser Projek- gen – oft mit deutlich niedrigeren Barri-te einer breiteren Öffentlichkeit bekannt eren als „im echten Leben“. So zeigt zumzu machen, dazu bietet das Internet viele Beispiel die Erfahrung mit Studenten anMöglichkeiten. Positionen des Globalen der Hochschule Darmstadt, dass sie durchLernens können so öffentliche Diskurse ihr 2005 begonnenes Weblog „PR-Fundsa-um wichtige Facetten bereichern. Auch chen“ oder durch Twitter auf kurzem Wegim Bereich der Medienkompetenzbil- ins Gespräch mit Profis in Unternehmen,dung sollte das Globale Lernen eigene NGOs bis hin zum AgenturgeschäftsführerPositionen entwickeln und einbringen. kommen können.Diese Chancen sollten die im Bereich desGlobalen Lernens Tätigen trotz mögli-cher Vorbehalte nutzen. Denn die kon-zeptionelle und inhaltliche Ausrichtungdes Globalen Lernens setzt ein lebens-langes Lernen voraus, das gerade Akteu-ren aus diesem Bereich auf diese Maximeebenfalls verpflichtet. PR-Fundsachen am Mediencampus-> Inhaltsverzeichnis Seite 7
    • //Globales Lernen digitalAusgehend von sachlichen Fragen kön- Das Positive: Eine aktuelle Studie aus dennen so im besten Fall bessere Diskussio- USA zeigt, dass Jugendliche gerade mitnen entstehen und auf persönlicher Ebene Facebook tendenziell in Bezug auf Daten-Vernetzungen, die in dieser Form vorher schutz heute deutlich vorsichtiger um-kaum vorstellbar gewesen wären. Oder auf gehen als noch vor drei Jahren. Subjektivdas Globale Lernen bezogen: Wie wertvoll ergeben sich ähnliche Eindrücke in Hoch-kann es für das Lernen sein, das Weblog ei- schulen. Vielleicht sind also die Jugend-ner international ausgezeichneten kubani- lichen ihren Lehrern in einigen Punktenschen Dissidentin über den Alltag in ihrem sogar voraus – was womöglich neue Pro-Land zu lesen (das Freiwillige ins Deutsche bleme schafft, denkt man an Rollenver-übersetzen) oder wie nützlich können die ständnisse. Die neuen Formen von Öf-Videos des UNHCR zum Weltflüchtlingstag fentlichkeit beschäftigen natürlich auchoder von NGOs zu Themen des Globalen Unternehmen oder Nonprofit-Organisatio-Lernens sein? Ressourcen, die bereit ste- nen. Während einerseits neue Möglichkei-hen, aber zu entdecken und zu bewerten ten einer direkten Kommunikation mit ih-sind. Auf der anderen Seite kann die plötz- ren Zielgruppen entstehen und bestimmtelich öffentliche Kommunikation zum Elend Formen der Kampagnen überhaupt erstwerden. Zum Beispiel, wenn Privates welt- möglich werden, gibt es andererseits auch bei vielen Organisationen Befürchtungen - etwa, dass Kritik an ihnen öffentlich sichtbar werden und sie die Deutungshoheit über ihre Wahrnehmung verlie- ren könnten. Welch’ Trug- schluss: Sie hatten sich die- se Deutungshoheit immer nur gewünscht. Oder anders ausgedrückt: Der Glaube anYouTube-Kanal der UNHCR die Kontrollierbarkeit von Kommunikationweit verfügbar wird wie etwa die berühmt- war in einer offenen Gesellschaft glückli-berüchtigten Partybilder, Mobbing unter cherweise schon immer ein Irrglaube.Schülern oder die Verlagerung eines Streitsins Digitale. Beispiele dieser Art werden Entscheidend ist: Im Social Web ist der Mo-von Social Web-Kritikern immer als erstes dus der Kommunikation oft standardmä-genannt. Zu Recht. Denn solche Beispiele ßig öffentlich. Dies heißt noch lange nicht,zeigen, wie elementar ganz neue Kompe- dass die ganze Welt zuhört und mitredet.tenzen im Umgang mit Medien erarbeitet Denn „öffentlich“ heißt im Social Web zu-werden müssen. 14Jährige, die Facebook nächst: zugänglich. Eine breite Öffent-intensiv nutzen – und das tun derzeit die lichkeit wird erreicht, wenn ein Thema oftmeisten – haben dies oft schon gelernt, weitergereicht und empfohlen wird (v.a. innicht selten in schmerzhaften Prozessen Social Networks wie Facebook) oder wennund häufig ohne hinreichende Anleitung Suchmaschinen dieses in ihren Ergebnis-in Schule oder Elternhaus. sen weit oben platzieren.-> Inhaltsverzeichnis Seite 8
    • //Globales Lernen digitalÖffentlichkeit im Sinne eines großen Re- Es bedarf keiner separaten Anmeldung, diesonanzraums entsteht also aus einer Kom- Bedienung ist einfach und allen bekannt.bination aus Zugänglichkeit, Sichtbarkeit, Und so diskutieren in solchen GruppenVernetzung und damit verbunden der Auf- Schulklassen die Hausaufgaben, oder Fuß-merksamkeitssteuerung. Dies erklärt, wa- ballteams organisieren die Fahrt zum Aus-rum Kampagnen in der digitalen Öffent- wärtsspiel, und kranke Spieler melden sichlichkeitsarbeit gut funktionieren können, in der Facebookgruppe ab. Wehe aber, wennaber ihr Erfolg nicht ganz einfach erreicht online gestritten wird, oder wenn nach vierwerden kann. Und umgekehrt erklärt die- Wochen rekonstruiert werden muss, was inser Zusammenhang, dass die Öffentlichkeit einer sachlichen Diskussion einmal festge-eines Sachverhaltes im Internet allein nicht legt wurde. Will heißen: Im Lernprozess istunbedingt eine Katastrophe sein muss. auch notwendig, die Kommunikationsme- chanismen einzelner Plattformen und dieEin anderer Faktor, der gerade für das Ler- Ziele von und Anforderungen an die Kom-nen von Bedeutung ist: Öffentlichkeit ist im munikation in Ruhe zu erschließen und dannSocial Web skalierbar: Neben der freien Zu- zielorientiert zu entscheiden, auf welchengänglichkeit, lässt sich in vielen Situationen Wegen und mit Unterstützung welcher In-auch gruppenbezogene Öffentlichkeit her- strumente gearbeitet werden soll. Und hierstellen. So kann ich entscheiden, ob mein bedarf es eben doch oft der Anleitung.Weblog für alle (auch für Suchmaschinen)zugänglich sein soll oder ob nur meine fünf Hierzu ist zunächst sinnvoll, die Besonder-besten Freunde oder meine Lerngruppe das heiten von Social Media zu betrachten.Ganze sehen können. Ähnlich verhält es sich Gemeint ist mit diesem Begriff, der in dermit Linksammlungen (Social Bookmarks), Fachdiskussion den Begriff „Web 2.0“ weit-mit Fotos, Videos, mit Wikis oder eben der gehend abgelöst hat, jener rasant wach-Kommunikation mit einer Gruppe, zum Bei- sende Teil des Internets, in dem die Nut-spiel innerhalb eines Social Networks wie zer die Möglichkeit haben, ohne großenGoogle Plus oder Facebook. Selbstverständ- Aufwand und technisches Know how undlich spielen für die Akzeptanz einer solchen ohne großen Mittelaufwand selbst aktiv zuGruppenkommunikation das Vertrauen in werden. War das Web in seinen ersten Jah-die gewählte Plattform und ihr Bedienungs- ren vor allem ein Präsentationsmedium, sokomfort entscheidende Rollen. ist es mittlerweile ein Möglichkeitsraum für vielfältige Kommunikations- und Inter-Als Lehrende/r muss man dabei mit einem aktionsmöglichkeiten geworden. TypischPhänomen umgehen: Sobald von einer für das Social Web ist dabei:Gruppe (z.B. einer Schulklasse) ein Kom-munikationsbedarf gesehen wird, wird sie Publizieren: Gleichgültig, ob Artikel, Videos,mit großer Wahrscheinlichkeit das Problem Fotos oder Audio-Dateien – das Veröffent-selbst lösen, wenn ihr hierfür keine Möglich- lichen ist sehr einfach. Es ist praktisch keinkeit angeboten wird. Typischerweise ent- finanzielles Kapital notwendig, und Kennt-stehen auf diese Weise derzeit blitzschnell nisse im Umgang mit einer Textverarbeitunggeschlossene Facebook-Gruppen, da dieser genügen, um mit einem Content Manage-Dienst von praktisch allen Schülern genutzt ment System für Weblogs umzugehen.wird:-> Inhaltsverzeichnis Seite 9
    • //Globales Lernen digitalTeilen: Informationen wie Links auf Arti- Für die meisten dieser Optionen besteht,kel oder Videos sowie persönliche Wer- wie oben erwähnt, die Möglichkeit, un-tungen können anderen Nutzern auf terschiedliche Arten von Öffentlichkeiteinfache Weise zur Verfügung gestellt zuzulassen – je nachdem, ob - wie in derwerden. Mechanismen dieser Art sind externen PR - öffentliche Kommunikati-in Social Networks wie Facebook oder on erwünscht ist oder – wie in der inter-Google+ von zentraler Bedeutung, mit nen Verwendung - nur Mitarbeiter undSocial Bookmarkdiensten (z.B. diigo, Mis- Mitglieder miteinander kommunizierenter Wong) existieren eigene Anwendun- sollen.gen für kommentierbare Linksammlun-gen. Social Media in der PR Seit 2004 wird intensiv diskutiert, wieZusammenarbeiten: Sowohl in definier- die neuen Online-Instrumente in PR/ten Arbeitsgruppen wie auch in einer Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werdensich selbst findenden, offenen Gruppe können. Oft wird hierbei vor allem überkönnen im Social Web Inhalte gemein- Plattformen und Tools diskutiert. Jedochsam erarbeitet werden. Bekanntestes sind die veränderten Mechanismen derBeispiel hierfür ist sicher die Wikipedia. öffentlichen Kommunikation und die Mediennutzung von besonderer Bedeu-Vernetzen: Im Social Web können sich tung und müssen zuerst betrachtet wer-Individuen und Organisationen mit- den. So gilt für die PR, dass Öffentlich-einander vernetzen bzw. bestehende keit und damit öffentlicher Diskurs nichtsoziale Verbindungen können dort ab- mehr allein durch journalistische Mediengebildet werden. Dabei ist die Art der hergestellt werden, sondern dass durchVerbindung je nach Plattform sehr un- die vielfältigen Publikations- und Diskus-terschiedlich: Während zum Beispiel Fa- sionsmöglichkeiten eine neue Art dercebook typischerweise Verbindungen Öffentlichkeit entstanden ist. Die bisherzwischen Personen, die sich kennen, bekannten Medien spielen darin nachabbildet und dieser Beziehung einen wie vor eine sehr wichtige Rolle, unterzusätzlichen Aspekt verleiht, sind die anderem da sie kontinuierlich berichten.Verbindungen bei Twitter unter Um- Gleichzeitig haben Organisationen oderständen auch rein interessensbasiert Unternehmen neue Möglichkeiten durch– etwa, wenn ein Schüler die Updates eigenes Publizieren und durch eigeneeines Umweltaktivisten im Amazonas- Diskussionsangebote direkt und unge-gebiet abonniert. filtert mit ihren Zielgruppen in Verbin- dung zu treten. Dabei kann es sich bei-Bewerten und Filtern: Möglichkeiten der spielsweise um eine Kampagne handeln,Bewertung von Produkten, aber auch in der Forderungen auch kleinerer Orga-von Videos, Artikeln oder anderen In- nisationen durch neue Verbreitungsme-halten sind mittlerweile in weiten Teilen chanismen hohe Aufmerksamkeit erhal-des Internet selbstverständlich; andere ten können. Oder es werden öffentlichInstrumente erlauben auf einfache Wei- und gemeinschaftlich inhaltliche Zielese, Informationen zu filtern (zum Bei- formuliert: Bereits vor ein paar Jahrenspiel durch Verschlagwortungen). hatten die Grünen vor einem-> Inhaltsverzeichnis Seite 10
    • //Globales Lernen digitalBundesparteitag dazu aufgerufen, Eck- on Internet und digitale Gesellschaft despunkte der Medienpolitik gemeinsam in Deutschen Bundestags: Sie empfiehlt zueinem Wiki zu erarbeiten. Und manche untersuchen, wie Social Media in Lern-NGOs sorgen für Transparenz, indem sie konzepte integriert werden können undregelmäßig Videos zu ihren Projekten auf fordert schon für die frühkindliche Erzie-YouTube bereitstellen. hung eine weitgehende Medienbildung:Social Media im LernenIm Unterricht vermitteln Lehrer klassi- „Kinder sollen im ersten Lebensjahrzehntscherweise ihr Wissen, meist gestützt sukzessive, auf der Basis des entdecken-durch Bücher und Arbeitsmaterialien. den Lernens und eingebunden in alltags-Diese sind speziell für Schüler aufberei- relevante Kontexte, angeregt werden, dietet, ihre Inhalte sorgfältig auf Lehrpläne Medien und Techniken gesellschaftlicherabgestimmt. Das Gelernte wandert ty- Kommunikation zu begreifen und zupischerweise in das Heft des einzelnen handhaben, sie selbstbestimmt und krea-Schülers. Zumindest stellt sich so die Pra- tiv zu gestalten, sie als Mittel kommunika-xis häufig dar, auch wenn seit Jahren viel tiven Handelns zu nutzen und sie in sozi-bessere Unterrichtskonzepte diskutiert aler und ethischer Verantwortung kritischund auch oft angewandt werden. Ein zu reflektieren. Dies muss im Wechselspielmögliches Lernen mit Social Media kann von gezielter Förderung und selbsttätigerals Gegenszenario gesehen werden: Kompetenzerweiterung in Bildungspro- zessen durch, mit und über Medien ge-Dieses müsste mit dem Entdecken be- schehen.“ginnen. Vielleicht gibt es Personen oderOrganisationen, die im Internet Passen-des zum aktuellen Unterrichtsthema pu-blizieren. Plötzlich werden das Finden, Medien allgemein und Social Media spe-Sammeln und Bewerten von Informa- ziell sind jedoch kein Selbstzweck. Denn:tionen zu einem wichtigen Ausgangs- Medienkompetenz gibt einen wichtigenpunkt des Lernens, wobei sich neue Rahmen.Quellen – und dabei auch Zugänge zuMenschen – erschließen und schließlich Entscheidend ist jedoch die Beschäfti-die Option besteht, das Aufgenomme- gung mit konkreten inhaltlichen Fra-ne nicht für sich zu behalten, sondern gestellungen. Dies zeigt sich auch inzu teilen, womit der Prozess jedoch wie- Erfahrungen mit Studierenden: Zwarderum nicht beendet sein muss, denn ist zunächst wichtig, Mechanismen vonwomöglich wird ein von Lernenden er- Social Media zu verstehen, aber erst diestellter Wiki- oder Blog-Artikel nun noch Anwendung auf konkrete Fragestellun-diskutiert. Vielleicht schalten sich sogar gen erlaubt ihre wirkliche zielgerichteteExterne hier ein – und am Ende wird der Nutzung, die über Privates hinausgeht.Beitrag verbessert. Wie wenig abwegig Konkreter: Wie man mit Wikis umgehtdas Lernen durch und mit Social Media einen Wiki-Artikel schreibt oder wie ge-ist, zeigt auch die Projektgruppe Bildung nau Twitter funktioniert, lernt sich amund Forschung der Enquete-Kommissi- besten, anhand eines Themas.-> Inhaltsverzeichnis Seite 11
    • //Globales Lernen digitalDas UmfeldNatürlich funktioniert die Realität nicht so,wie oben als Idealbild skizziert. Vor allemnicht mechanistisch. Allerdings erscheintuns auch klar, dass gerade das GlobaleLernen mit Instrumenten des Social Weberheblich weiter entwickelt werden kann.Denn im Umfeld bestehen noch viele wei-tere Entwicklungen, die positiv einwirkenkönnen – denken wir zum Beispiel an Ini-tiativen zu Open Data die zum Ziel haben,Bürgern, NGOs, Unternehmen oder Medi-en möglichst viele Fakten zugänglich zumachen. Ein Denken, das auch in der Dis-kussion um Open Access (also den Zugangzu wissenschaftlichen Ergebnissen) undallgemeiner zu freiem Wissen, wie es unteranderem von der Wikimedia-Foundationvertreten wird, zu finden ist. Und es fin-den sich im Internet viel zu viele wertvolleInformationen, um diese nicht zu nutzen.Zu klären ist, wie genau der Weg aussehenmuss, um dieses Ziel zu erreichen.Weiterführende Quellen: Globales Lernen digital bei TwitterSammlung von Hintergrundartikeln zum Globalen Link zu #GLdigital12Lernen unter http://www.globaleslernen.de/core-media/generator/ewik/de/07__Theorie_20und_20Praxis_20Globales_20Lernen/Hintergrundliteratur.htmlThomas Pleil: Kommunikation in der digitalen Welt,in: Zerfaß, Ansgar/Pleil, Thomas (Hg.): Handbuch On-line-PR, Konstanz 2012, S. 17-37.Zeynep Tufekci: Facebook, Youth and Privacy in Net-worked Publics. Proceedings of the Sixth Internatio-nal AAAI Conference on Weblogs and Social Media,2012. http://www.aaai.org/ocs/index.php/ICWSM/ICWSM12/paper/viewFile/4668/5001Ton Zijlstra: Owning your Learning Path - Lernen inder Netzwerkgesellschaft. Vortrag, Graz im Juni 2012,http://www.slideshare.net/TonZijlstra/lernen-in-der-netzwerkgesellschaft-> Inhaltsverzeichnis Seite 12
    • //Globales Lernen digitalGlobales Lernen lernenKonferenz und eBook: Lerngegenstände des StudiumsVon Ann-Katrin Becker und Juliane EhrichDrei Semester Online-Journalismus hat- Außerdem sollten wir inhaltlich Bei-ten wir bereits studiert. Mit dem ersten träge leisten und im Sinne des LernensSemester im Schwerpunkt Public Rela- durch Lehren Workshops planen undtions standen uns nun auch neue Her- umsetzen. Es erfolgte erst einmal eineausforderungen bevor. 15 Studierende Aufteilung in drei Teams: Organisation,entschieden sich für das Projekt „Globa- Kommunikation und Workshop. Für dasles Lernen“, in dem eine Konferenz zum Organisationsteam ging es im VorfeldThema „Globales Lernen digital“ im Rah- der Konferenz um die Raumplanung dermen der mediale* am 23. Mai 2012 in der Centralstation, das Catering und die Zu-Centralstation in Darmstadt organisiert sammenstellung der benötigten Mate-und das vorliegende eBook erstellt wer- rialien. Am Tag der Konferenz war dasden sollte. Das waren zunächst unsere Team mit der Betreuung der Gäste be-einzigen Anhaltspunkte. Schnell kamen traut. Das Kommunikationsteam mussteuns einige Fragen in den Sinn: Wen la- kurzfristig und eigenverantwortlich dieden wir eigentlich ein? Wie informieren Website www.globaleslernen-digital.dewir die Leute am besten? Welche Inhalte aufbauen, auf ihr wurde während dersollen vermittelt werden? Veranstaltung live gebloggt, außerdem gab es eine Vorab- und Liveberichter-Damit wir über das Thema „Globales Ler- stattung auf Twitter. Zudem wurden innen“ informiert sind, leitete Marius Munz Zusammenarbeit mit unseren Projekt-vom World University Service ein Begleit- partnern Pressemitteilungen und Ein-Seminar zum Projekt. Bei Fragen rund ladungen zur Konferenz verschickt undum die Konferenz stand uns seine Kolle- Flyer gestaltet und produziert.gin Birgit Glindmeier zur Verfügung, undunser PR-Professor Thomas Pleil koordi- Während der Tagung waren neben Vor-nierte unsere Arbeit an der Hochschule. trägen vier Workshops vorgesehen, dieDa wir nur eine Vorbereitungszeit von zwar von uns Studierenden verantwor-acht Wochen hatten, mussten wir direkt tet wurden, für die wir aber jeweils einenmit unserer Arbeit loslegen - und vieles Sparringspartner hatten. Dabei handeltewie Pressearbeit, Eventorganisation oder es sich in zwei Fällen um erfahrene Prakti-Fragen der Didaktik gleichzeitig erler- ker und um zwei Professoren. Zusammennen. mit den Sparringpartnern arbeitete das Workshop-Team die Themen und Inhal-Organisation ist alles te für die vier Workshops aus und führteSchnell wurde klar, dass wir als Studie- diese durch. Nach einigen anstrengen-rende die Konferenz organisieren und den Wochen und dem ein oder anderendurch PR und Marketingmaßnahmen kleinen Rückschlag war es dann soweit:Teilnehmer gewinnen sollten. die Konferenz konnte stattfinden.-> Inhaltsverzeichnis Seite 13
    • //Globales Lernen digitalViel Neues und Wir hoffen, unser Programm war für diereichlich Diskussionsstoff Teilnehmer zufriedenstellend und wirGespannt und auch ein wenig nervös tra- konnten dazu anregen, zukünftig wei-fen wir am Tag der Konferenz am Veran- tere Konferenzen zum Thema „Globalesstaltungsort, der Centralstation in Darm- Lernen digital“ zu organisieren. Deshalbstadt, ein, um letzte Vorbereitungen zu hatten wir auch überlegt, dieses eBooktreffen und die ersten Teilnehmer zu be- zu erstellen, damit es als Dokumentationgrüßen. Das Organisationsteam hatte alle und weiterer Anstoß für die DiskussionHände voll zu tun, um die technischen genutzt werden kann.und organisatorischen Probleme, dienoch kurz vor der Konferenz auftraten, zu mediale*lösen. Die Teilnehmer bemerkten davonglücklicherweise wenig und die Vorträge Es war kein Zufall, dass die Konfe-konnten starten. Damit fing dann auchdie Arbeit des Kommunikationsteams an, renz Globales Lernen digital am 23.und es wurde fleißig getwittert und ge- Mai 2012 und in der Centralstationbloggt. Eine recht anstrengende Aufgabe, in Darmstadt stattfand. Denn siedenn wie sich schnell herausstellte, war war Teil einer weiteren, von Stu-hier Multitasking gefragt. Das Workshop- denten der Hochschule DarmstadtTeam nutze die Zeit, um die Inhalte noch (h_da) organisierten Veranstaltung:einmal durchzugehen und sich gegensei- Die mediale* ist die Werkschau destig die Nervosität zu nehmen. Fachbereichs Media derNach der Mittagspause ging es dann in die Hochschule.verschiedenen Workshops. Anfangs wa-ren alle noch etwas schüchtern. Dennoch Seit 2004 präsentieren Studieren-waren die Workshopleiter von der Mitar- de aus den Studiengängen Digitalbeit und vor allem der Vorbereitung der Media, Media Direction, Informa-Teilnehmer begeistert. Für die Teilnehmer tionswissenschaften, Online-Jour-gab es viel Neues, das hinterfragt und dis- nalismus und Wissenschaftsjour-kutiert wurde - egal ob auf Deutsch oder nalismus eine Auswahl ihrer amEnglisch. Auch wenn die Abschlussrundenur noch spärlich besucht war, wurden Mediencampus der h_da in Dieburgweitere Diskussionen angeregt, wie wir entstandenen Abschlussarbeitenauch auf Twitter verfolgen konnten. und Semesterprojekte. Darüber hi- naus stehen neben Vorträgen undAlles in allem war für uns das Projekt er- Workshops für alle Medieninteres-folgreich. Wir Studenten konnten auf je- sierten auch Filmnächte auf demden Fall etwas daraus lernen, was uns Programm. Die mediale* 2012 fandauch in Zukunft von Nutzen sein wird: vom 21. bis 23. Mai statt und wurdeVon der Online-PR über Pressearbeit, vonder Event-Organisation bis zu ersten di- von über 1600 Personen besucht.daktischen Einblicken.-> Inhaltsverzeichnis Seite 14
    • //Globales Lernen digitalAn nur einem Tag baute das mediale*-Team die Werkschau in der Centralstation Darmstadtauf. Sebastian Haase, Teamleiter der mediale* 2011, hielt den Aufbau in einem Time-Lapse-Clip fest.Anna Wittmershaus und Larissa Wagner haben in einem Interview Dr. Kambiz Ghawamivom World University Service zum Thema Globales Lernen für das Campusmagazin „Zeit-raum TV“ der Hochschule Darmstadt befragt.Weitere Videos in voller GrößeTrailer mediale*http://vimeo.com/40997766Time-Lapse mediale*http://vimeo.com/42507583-> Inhaltsverzeichnis Seite 15
    • //Globales Lernen digitalFreies Wissen und Globales LernenWikimedia Foundation: Projekte und Online-PlattformenVon Jürgen Fenn und Thomas PleilDer Ruf nach weltweit freiem Zugang Was bedeutet freies Wissen?zu Wissen ist nicht neu, und die globaleBewegung Wikimedia hat auf dem Weg Vision von Jimmy Wales:dorthin in den vergangenen Jahren Ge- Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jederwaltiges erreicht. Öffentlich wahrgenom- Mensch auf diesem Planeten freien Zu-men wird in diesem Zusammenhang gang zur Summe des menschlichen Wis-meist die Online-Enzyklopädie Wikipe- sens hat. Das ist es, was wir machen.dia, die sich als gewaltiger Wissensspei-cher entwickelt hat - kollaborativ und „Leitbild“ der Wikimedia Foundation:frei nutzbar und inhaltlich ständig in der Die Aufgabe der Wikimedia FoundationWeiterentwicklung. Dem Gedanken der besteht darin, Menschen auf der ganzenfreien Bildung folgend gibt es jedoch un- Welt dazu zu befähigen und zu ermuti-ter dem Dach der Wikimedia zahlreiche gen, bildende Inhalte unter einer freienweitere Projekte. So zum Beispiel die Wi- Lizenz oder in der Public Domain zu sam-kiversity, laut Selbstbeschreibung “eine meln und zu entwickeln, und sie effektivPlattform zum gemeinschaftlichen Ler- und weltweit zu verteilen.nen, Lehren, Nachdenken und Forschen”.Das bedeutet, dass dort Lehrende undLernende Themen diskutieren und Kurse Wikipedia bedeutetzu den unterschiedlichsten Themen ent-wickeln und bereitstellen können. • ehrenamtliches Engagement derIn einem Impulsreferat hat Dr. Jürgen AutorenFenn, Freier Referent des Fachbereichs • soziale Zielsetzung: Teilhabe an Bil-Bildung und Wissen von Wikimedia dung vermitteln unter freier Lizenz –Deutschland, auf der Konferenz “Globa- • „Wissen befreien“ ausschließlichles Lernen digital” die Grundidee freien durch Spenden finanziertWissens erläutert. Dr. Jürgen Fenn wirbt • Website: Nr. 6 weltweit, gemessendafür, auch im Zusammenhang mit dem an den Abrufzahlen; einzigeGlobalen Lernen frei zugängliche Res- gemeinnützige Website unter densourcen zu nutzen beziehungsweise Un- Top 10 bei Alexa.com.terrichtsmaterialien und Lernergebnisse • Wikipedia als „Leitmedium“frei zugänglich zu machen. • 95 % der 14-19-jährigen … • … und 50 % der Lehrer nutzenEine Zusammenfassung des Vortrags hat Wikipedia für den UnterrichtFenn bei Wikiversity veröffentlicht, wir • Zugang zu freiem Wissen globalübernehmen diese Dokumentation imFolgenden (Stand: 4. Juni 2012)-> Inhaltsverzeichnis Seite 16
    • //Globales Lernen digitalWeiße Flecken auf der Landkarte Mark Graham vom Oxford Internet InstituteDer Statistiker der Wikimedia Foundation der Universität Oxford hat für alle Sprach-Erik Zachte hat in seinem Blog die Bearbei- versionen von Wikipedia untersucht, wietungen aller Sprachversionen von Wikipe- viele Bearbeitungen aus welchem afrikani-dia am 11. Mai 2011 nach der Einwahl der schem Land im Zeitraum 2010–2011 vor-Benutzer ins Internet geographisch veran- genommen worden sind. Ägypten stehtschaulicht. An diesem Tag wurden unangefochten an der Spitze der Statistik,insgesamt 369.384 Bearbeitungen in allen gefolgt mit einigem Abstand von Südaf-Wikipedias vorgenommen. Man erkennt, rika und den Maghreb-Staaten Algerien,dass die Schwerpunkte in Nordamerika Marokko, aber auch Libyen. Das Institut ar-und in Europa sowie in den großen Bal- beitet seit April 2011 an einem Projekt zumlungszentren auf den anderen Kontinen- Thema: Who represents the Arab world on-ten liegen. Dazwischen ergeben sich große line? Mapping and measuring local know-„weiße Flecken“ auf der Landkarte: ledge production and representation inGebiete, aus denen heraus niemand oder the Middle East and North Africa.Vorrangige Regionen, in denen Wikipedia bearbeitet wirdnur sehr wenige zur Wikipedia etwas bei- Die Wikimedia Foundation fördert den Zu-tragen. Die Teilhabe an freiem Wissen und gang zu freiem Wissen in unterschiedlichs-die Möglichkeit, hierzu selbst etwas beitra- ten Projekten, so zum Beispiel:gen zu können, ist nicht nur abhängig vonder Bildung, sondern auch vom Zugang zu • Die Wikimedia Foundation arbeitet mit(möglichst breitbandigem) Internet. dem Mobilfunkprovider Orange in Afri- ka und im Nahen Osten zusammen, umIn einem späteren Blogpost hat Erik Zach- mobilen Zugang zu Wikipedia zu verbil-te auch die Aufrufe von Wikipedia für den ligen (Flatrate speziell für Wikipedia).Monat August 2011 visualisiert. Die Ergeb-nisse unterscheiden sich erwartungsge- • Die Wikimedia Foundation führt Bil-mäß nicht wesentlich voneinander (vgl. dungsprogramme an Hochschulen inAbbildung auf der nächsten Seite). Indien, Ägypten und Brasilien im Rah- men von Wikimedia Outreach durch. (Campus Ambassador Program)-> Inhaltsverzeichnis Seite 17
    • //Globales Lernen digital• Das Schulprogramm von Wikimedia Deutschland betreibt einen Bereich, der Kenia hat unter anderem das Ziel, eine sich explizit der Gewinnung neuer Autoren Offline-Version von Wikipedia an die widmet. Zur Jahreswende 2011/2012 wur- kenianischen Schulen zu bringen. de der Fachbereich Bildung und Wissen bei Wikimedia Deutschland etabliert, inWikimedia hat sich das Ziel gesetzt, die dem die drei Programme „Wikipedia machtTeilhabe der Nutzer und der Autoren zu Schule“, „Silberwissen“ (für Senioren) undverbessern. Wikipedia gibt es in mehr als das Wikipedia-Hochschulprogramm ver-280 Sprachversionen. eint sind. In diesem Rahmen werden unter anderem Einblicke hinter die Kulissen vonFachbereich Bildung und Wissen Wikipedia gegeben und Fortbildungen fürbei Wikimedia Deutschland Lehrer angeboten.Der deutsche Förderverein für Wikipediaund für die Schwesterprojekte Wikimedia-> Inhaltsverzeichnis Seite 18
    • //Globales Lernen digitalWozu Facebook, Twitter, BlogsSocial Media-Strategie am Beispiel „Brot für die Welt”Von Ramona Pistone und Niko WaldDer Workshop mit Niko Wald, Leiter der Öf- Was sind relevante Ereignisse über die manfentlichkeitsarbeit von „Brot für die Welt“, berichten kann? Welche Inhalte lassen sichgab einen Überblick über das Web 2.0. Bei über Social Media gut transportieren? WieÜberlegungen, Social Media für die eigene werden Nutzer eingebunden und dort abge-Arbeit zu nutzen, sollten einige strategi- holt, wo sie stehen?sche Entscheidungen an erster Stelle ste-hen: Welche Inhalte möchte man warum, Niko Wald beantwortet die Fragen am Bei-für wen, wie und mit welchem Ziel anbie- spiel „Brot für Welt”ten? Mit welchen Inputs ist das erreichbar?Und wie prüft man, ob die Ziele erreicht Die Organisation betreut drei Social Media-wurden? Kanäle. Hierbei sei nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität wichtig, er-Wichtig dabei ist, die eigenen Ressour- klärt Wald. Seit eineinhalb Jahren betreibtcen wie Finanzen, Zeit und Motivation „Brot für die Welt” seine Twitter- und Face-zu berücksichtigen. Erst dann sollte ein book-Accounts.Netzwerk ausgewählt werden. Auch soll-te geklärt sein, wie mit Rückmeldungen, Den YouTube-Kanal gibt es schon seit zwei-Kommentaren und Kritik aus dem Netz- einhalb Jahren. Mit den verschiedenen Toolswerk umgegangen wird und wer hier für wird ein Einblick in die Arbeit der Organisati-die Organisation reagiert. Stimmen diese on gegeben. Außerdem wird auch über allge-Vorüberlegungen, glückt auch der Start in meine Dinge gesprochen, wie zum Beispieldas Web 2.0. Konkrete Fragen der Work- ein Fernsehtipp für den Abend. Damit sollshop-Teilnehmer bezogen sich insbeson- den Nutzern eine Plattform geboten werden,dere darauf, wie sich Social Media auch auf denen sie die Inhalte bewerten können.für kleinere Organisationen nutzen lassen.Und ob Aufwand und Nutzen in einem gu- Doch nicht nur Facebook, Twitter und You-ten Verhältnis stehen. Voraussetzungen für Tube werden von “Brot für die Welt” genutzt.die Arbeit in Sozialen Netzwerken sind Of- Die Organisation führt auch ein Blog, einefenheit für neue Entwicklungen und Lern- Mediathek und ein Download-Center. „Soci-bereitschaft. Es kann hilfreich sein, sich Eh- al Media ist mit Aufwand verbunden. Einrenamtliche in den Arbeitskreis zu holen, festes Social Media-Team gibt es bei unsdie ihr Wissen weitergeben. Es zeigt sich, nicht, die Aufgaben werden verteilt.”, erklärtdass Social Media mehr als nur Technik ist. Wald. Wer einen Vortrag besucht, twittertDenn die Akteure müssen auch inhaltlich zum Beispiel automatisch live mit. Ein Min-und konzeptionell arbeiten und folgende destmaß an Know-How über journalisti-Fragen beantworten: sches Arbeiten sollte allerdings vorhanden sein, um auch online anständige Texte pro- duzieren zu können.-> Inhaltsverzeichnis Seite 19
    • //Globales Lernen digitalMan sollte aber auch sozialeKompetenzen mitbringen, ummit den Nörglern im Web um-gehen zu können.“Social Media ist der Alltag derMehrheit und wenn Sie das nichtglauben, dann gucken Sie dochwas die Leute mit ihren Handysan der Bushaltestelle machen”,sagt Niko Wald. Soziale Netz-werke sind wichtig, gerade füreine Non-Profit Organisation, dieSpenden sammelt und auf finan-zielle Unterstützung angewiesenist. Über Twitter und Facebook istes “Brot für die Welt” möglich, dazu sein, wo die Menschen sind.So können sie erklären, was mitGeldspenden passiert, wem sie zuGute kommen und warum ein ge-wisser Anteil der Spenden für Ver-waltungskosten genutzt werdenmuss.Social Media bietet aber auchdie Möglichkeit des direkten Di-alogs. “Wir sind Gesprächsthemaund wir sind dabei”, so Niko Wald.Letztlich ist es für Unternehmeneine Chance beinahe in Echtzeitund gratis Trends und Marktbe-obachtungen (Social Monitoring)durchzuführen, da man über So-ziale Netzwerke schnell das ak-tuelle Meinungsbild zu relevan-ten Themen erkennt. Die unterschiedlichen Kanäle von Brot für die Welt-> Inhaltsverzeichnis Seite 20
    • //Globales Lernen digitalFacebook und Weblogs in der PRWie man Social Media für seine Organisation nutzen kannVon Ramona PistoneVor einiger Zeit hat Facebook für die Seiten Punkten unabhängiger. Welche Vorteileder Unternehmen die neue Timeline ein- bietet ein Blog gegenüber einer normalengeführt. Sie können sich jetzt noch besser Website und was braucht man alles, um alspräsentieren, denn ihnen wurden vom So- Organisation einen eigenen Blog zu erstel-cial Network deutlich mehr Freiheiten für len? Im Workshop wurde darüber gespro-das Layout eingeräumt. Weil auch private chen, was zu beachten ist, bevor ein BlogNachrichten an Unternehmensseiten ge- online geht. Im Dialog mit den Teilneh-schrieben werden können, soll der Dialog mern kamen einige gute Ideen zusammen:mit den Usern leichter werden. Außerdem Kontinuität, Transparenz, Dialog anregenfunktioniert der Informationsaustausch und zielgruppenorientiert arbeiten. Dannbesser. Der Administrationsbereich mit sei- lebt ein Weblog vor allem davon, dass ernen neuen Features erleichtert das Beob- regelmäßig mit relevanten Inhalten gefüt-achten (Monitoring) von Facebook-Seiten. tert wird.Denn Social Monitoring ist essentiell füreine gute Social Media-Strategie: Sie be- Am Ende des Workshops gab es noch einobachten aktuelle Themen, greifen sie auf paar Tipps, wie man als Organisation mitund fragen somit das aktuelle Meinungs- möglicher Kritik der User umgehen kann.bild zum Thema ab. Die Workshopleiter haben zum Abschluss einige Faustregeln zur Krisenkommuni-Der Grundgedanke des Workshops „Positi- kation zusammengefasst: Reaktionen aufonierung“ war: Wie nutze ich Social Media Kritik müssen zeitnah, angemessen, aufam besten für meine Organisation oder Augenhöhe und transparent sein. Beimmein Unternehmen? Welche Möglichkei- Austausch mit den Teilnehmern stellte sichten haben unterschiedliche Tools? „Chan- heraus, dass nun einige die Positionierungcen nutzen – aber mögliche Gefahren er- ihrer Organisation im Web 2.0 überdenkenkennen“, so lautete das gemeinsame Fazit. und optimieren wollen.Die Teilnehmer diskutierten Kennzeichenfür eine gute Unternehmensseite auf Fa-cebook und Anzeichen für eine schlechte.Besonderes Augenmerk legten sie auf eineprofessionelle Unternehmensbeschreibungim Infobereich. Negativ aufgefallen sindzum Beispiel Lücken in der Timeline derUnternehmensseite.Während man sich mit Facebook-Seitensich den Regeln eines Social Networks un-terwirft, ist ein eigener Weblog in vielen Link zur Präsentation-> Inhaltsverzeichnis Seite 21
    • //Globales Lernen digital-> Inhaltsverzeichnis Seite 22
    • //Globales Lernen digitalArbeitsteilung im digitalen ZeitalterVon Juliane EhrichDas digitale Zeitalter erleichtert es Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammenzu arbeiten. Über die Herausforderungen des verteilten Arbeitens sprachen Dr. MihaelaVorvoreanu von der Purdue University und Juliane Ehrich im englischen Workshop „Distri-buted Work“. Im ersten Workshop-Teil erläuterte Mihaela Vorvoreanu die Einflussfaktorendes verteilten Arbeitens und erklärte die Abstufungen der Arbeitsteilung. Im zweiten Teilerarbeitete Juliane Ehrich zusammen mit den Teilnehmern eine Übersicht von Web-Toolsund Anwendungen, die das verteilte Arbeiten auf den einzelnen Stufen unterstützen underleichtern. Da sich der Workshop an gemeinnützige Projekte und Institutionen richtete,wurden hauptsächlich kostenlose beziehungsweise günstige Tools und Apps genannt.Das ModellAusgangspunkt des Workshops war das Collaboration Framework von Dennis C. Neale, JohnM. Carroll und Mary Beth Rosson. Nach diesem Modell können bei arbeitsteiligen Projektenfünf Kommunikations-Stufen unterschieden werden – beginnend auf einer leicht vernetz-ten Ebene bis hin zu einer starken Verknüpfung. Collaboration Framework nach Neale e.a.-> Inhaltsverzeichnis Seite 23
    • //Globales Lernen digitalDie Contextual Factors sinddabei die Rahmenbedin-gungen, unter denen ge-arbeitet wird und auch dieAusgangsbasis (ein gemein-sames Ziel) Je enger dieProjektpartner zusammen-arbeiten, desto mehr musskoordiniert werden (distri-buted process loss) und des-to weniger können Program-me und Anwendungen diedirekte Interaktion ersetzen.Bei digitaler Kommunikationstellt vor allem die (fehlen-de) Activity Awareness einegroße Herausforderung dar.Arbeiten Personen zusam-men in einem Raum, könnensie relativ problemlos nach-vollziehen, was der Kollegegerade tut und welche Fort-schritte er macht. Befindensich die Projektpartner da-gegen in unterschiedlichenStädten oder gar Ländern,kann man schlecht einschät-zen, wie der Stand beimKollegen ist. Bei internati-onalen Teams müssen sichdie Mitarbeiter außerdemder kulturellen Unterschie-de bewusst sein. Die Art, wieder einzelne kommuniziertoder auch Sachverhalte ein-schätzt, kann erheblich von Die fünf Ebenen des verteilten Arbeitensder eigenen Wahrnehmungabweichen. Dieser fehlendeCommon Ground sorgt da-für, dass noch mehr auf Kom-munikation geachtet werdenmuss und die fehlende Acti-vity Awareness umso schwe- Link zur Präsentationrer wiegt.-> Inhaltsverzeichnis Seite 24
    • //Globales Lernen digitalProduzenten braucht das WebVon Tom Neubert und Michael BitschDas Internet hat unsere Kommunikati- und somit am öffentlichen Diskurs teilha-on verändert. Faktoren, die früher sehr ben. Mit dieser Öffnung geht aber aucheinschränkend auf unsere Verständi- das Zugeständnis einher, dass wann im-gung wirkten – beispielsweise Zeit oder mer man sich am öffentlichen Diskurs imOrt – verlieren angesichts immer größe- Netz beteiligt, die eigenen Inhalte auchrer Vernetzung und der Verbreitung von zum Gegenstand dieses Diskurses wer-mobilen Endgeräten an Bedeutung. Mit den können. Es ist nicht möglich, sicheinfachen Mitteln ist es heute möglich kritischen Stimmen im Internet zu ent-Inhalte und Botschaften im Internet zu ziehen. Daher sollte man sich dement-platzieren, die für jeden sicht- oder sogar sprechend auf diese Situationen vorbe-greifbar sind. Das Potential dieses Kom- reiten und einen kühlen, sachlichen Kopfmunikationsweges ist groß. Auf der an- bewahren. Es kann sich bei der Planungderen Seite steigen allerdings auch die der eigenen Kommunikation lohnen,Anforderungen an eine „gute“ Art und wenn man einzuschätzen weiß, was sichWeise der Kommunikation. Im Zentrum besser online lösen lässt und was nicht.dieser Professionalisierung stehen häufigzweierlei Ansprüche: Einerseits die An- Der Beitrag als Ausgangspunktsprüche, die meine Zielgruppe an mich Was man allerdings nicht vergessen soll-stellt und anderseits die Ansprüche, die te, ist der Wandel, den der Umgang mitich selbst an meine Inhalte stelle. Informationen erfahren hat. Früher wur- den Nachrichten einfach „abgesetzt“.Besser online Weiterführende Berichterstattung oderDementsprechend birgt Kommunikati- Anregungen gab es nicht oder man muss-on im Netz nicht nur Vor-, sondern auch te sie selbst in mühseliger Recherche fin-Nachteile. Durch die hohe Verbreitung den. Ganz gemäß dem Ausspruch „Nichtsvon Endgeräten ist das Netz heute be- ist so alt wie die Zeitung von gestern“.reits mehr als einer Milliarde Menschen Die Lebenserwartung einer Informationzugänglich. Allein in Deutschland liegt war also dementsprechend gering. Mitdie Zahl der Internetnutzer bei mehr als dem Internet hat sich dies jedoch grund-55 Millionen. Das entspricht einer Vernet- legend geändert: Inhalte können auchzungsquote von 75 Prozent. Die Zahl der über ihre Erstellung hinaus auf dem neus-Menschen, die man im Internet erreichen ten Stand gehalten werden, andere Nut-kann, ist also zumindest theoretisch sehr zer können Beiträge kommentieren undhoch. Dabei ist es gleichzeitig verhält- beispielsweise neue Sichtweisen auf einnismäßig einfach, selbst Inhalte ins Netz Thema geben, Verlinkungen bieten wei-zu stellen. Alles, was man heute dazu terführende Informationsmöglichkeiten.braucht, ist ein Computer sowie einen Die eigenen Inhalte müssen überwachtInternetzugang. Das bedeutet: jeder, der und gepflegt werden. Für den professi-diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich onellen Umgang mit dem eigenen Con-oder seine Inhalte im Netz positionieren tent bedeutet das:-> Inhaltsverzeichnis Seite 25
    • //Globales Lernen digitalDen eigenen Beitrag überwachen: möchte, eine spezielle Aufbereitung. So-• Feedback nutzen bald Inhalt bzw. Aussage klar sind, gilt es• Auf Nutzer/Kommentare eingehen diese überlegt zu positionieren. Eine Mög- lichkeit dazu bietet folgender Dreisprung:Das Themenfeld im Blick behalten• (aktuelle) Ergänzungen • An wen richtet sich meine Information?• Passende Verlinkungen (Zielgruppe) • Welche Form des Beitrags unterstütztDie Kommentarfunktion auf Webseiten ist meinen Inhalt am besten? (Aufberei-nicht nur dazu gedacht, Lob entgegenzu- tung)nehmen. Feedback und Meinungen von • Über welchen Kanal erreiche ich meineUsern sollte man generell immer in die Zielgruppe? (Verteilung)eigenen Arbeitsabläufe mit einbeziehen,denn Nichts ist so schädlich für die eige- Diese Aufteilung dient dazu, die Informa-nen Inhalte, wie Nutzer, die sich ignoriert tionen zielgerichtet und zielgruppenge-fühlen. Ausnahmen bilden hier natürlich recht zu verteilen. Im ersten Schritt wirdinhaltsentfernte Beiträge und Stören- sichergestellt, dass der Inhalt die Nutzerfriede. Weiterhin kann es nicht schaden, erreicht, die sich auch dafür interessierenüber den Tellerrand hinauszublicken. Gibt oder zumindest interessieren könnten. Ines neue Entwicklung zu diesem Thema? Schritt 2 erhält der Inhalt eine Form, ge-Hat ein Politiker etwas dazu gesagt? Was mäß der angepeilten Zielgruppe. Dabeischreiben andere Blogs oder Portale dazu? sollte man in jedem Fall darauf achten, dieLinks und Aktualisierungen sollte man da- Aussagekraft der Inhalte nicht zu verwäs-bei in einem erträglichen Rahmen halten. sern. Letztlich braucht man noch einenDie wenigsten Nutzer bekommen Updates geeigneten Kommunikationsweg um dieim Sekundentakt überhaupt mit, und auch jeweilige Zielgruppe zu erreichen. Darun-Linksammlungen entwickeln ab einer be- ter fallen Beiträge in sozialen Netzwerkenstimmten Größe eine eher abschreckende ebenso, wie klassische PressemitteilungenWirkung. Feedback und Aktualisierungen oder postalische Einladungen.zu einem bestehenden Beitrag können Es reicht allerdings nicht, dass Informatio-unter Umständen auch die Basis für völlig nen den richtigen Adressaten im Web fin-neue Inhalte sein. Der Lebenszyklus einer den. Wie in Printmedien auch, müssen In-Information, auch „information lifecycle“ halte ordnungsgemäß präsentiert werden.genannt, hat sich grundlegend geändert. Je nach eingesetztem Medium sind dieDer Beitrag bzw. die Information steht so- Möglichkeiten dabei recht unterschiedlich.mit als Ausgangspunkt für Neues. Im Normalfall sind entsprechend ausgebil- dete Profis mit der Erstellung und PflegeZielgerecht portioniert der Netzidentität einer Organisation ver-Bei all den theoretischen Grundlagen darf traut. Dieses umfassende Netzprofil, auchman nicht vernachlässigen, worum es bei Corporate Design genannt, beinhaltetder Kommunikation eigentlich geht: An- meist Farbgebung, Gestaltung, verwende-dere zu erreichen. Um möglichst sinnvoll te Schriftarten und grundlegende Aspektebei den Nutzern anzukommen, benötigen der Web-Usability. Es kann aber durchausInhalte, die man im Netz veröffentlichen sinnvoll sein, sich auch „im Kleinen” mit-> Inhaltsverzeichnis Seite 26
    • //Globales Lernen digitalder Aufbereitung der eigenen Inhalte aus- In jedem Fall gilt jedoch, dass der Inhalteinanderzusetzen. Anhand drei einfacher über allem steht. Die hier angebotenenPunkte lassen sich bereits viele Grundla- Hilfestellungen und „Regeln“ stellen keingen zur Gestaltung ableiten: Allheilmittel dar, sondern können nur punktuelle Anregungen sein. Das Internet• Ansprechend ist vor allem auch ein lebendiger Raum, in• Benutzerfreundlich dem es sich lohnen kann, etwas zu riskie-• Zeitgemäß ren. Letztlich geht es darum, die eigenen Inhalte, die eigenen Aussagen richtig zuAnsprechend bedeutet, beispielsweise platzieren. Das darf unkonventionell sein –ein sauberes Layout in Mails oder Mittei- muss es aber nicht.lungen anzustreben, Bilder mit Bildun-terschriften zu versehen oder auf eine Kräfte, die das Web bewegenpassende Farbgebung zu achten. Als be- Auch wenn 15,3 Millionen Menschen unternutzerfreundlich gelten lesbare Schrift- 30 Jahren das Internet hauptsächlich nut-arten und Farbkombinationen, sowie zen, um Freundschaften zu pflegen, steigtdeutlich erkennbare Verlinkungen. Au- der Bedarf an professionellen Inhalten ste-ßerdem sollte man auf sinnvolle Datei- tig. Wie die ARD/ZDF Onlinestudie und dienamen achten, denn „DSC0038457253“ Jim-Studie belegen, entfallen 50 Prozentist nicht nur aussagelos, sondern lässt der Zeit, die junge Menschen im Web ver-sich bei späterem Gebrauch auch nur bringen, auf die Kommunikation. Nebenschwer finden. Das macht unter Umstän- den technischen Anforderungen ist es da-den den Unterschied, ob ein Journalist her mit entscheidend, junge Menschenein Artikelbild mit in die Zeitung bringt und ihre Motivation zu verstehen. Diesoder nicht. Unter zeitgemäß fallen bei- gilt im Besonderen dann, wenn Inhalte fürspielsweise Begriffe, wie Suchmaschi- den Beruf, Bildung oder zu aktuellen Ge-nenoptimierung oder Verschlagwor- schehnissen veröffentlicht werden. Grund-tung. Im Netz geht es immer auch darum legend ist davon auszugehen, dass jungegefunden zu werden bzw. überhaupt Menschen je nach Alter jeweils anderen In-gefunden werden zu können. Heutige teressengebieten folgen. Dabei, wie auchSuchmaschinen haben die Angewohn- bei der Pflege von Freundschaften, folgenheit, Inhalte im Netz nach Schlagworten Schüler, Auszubildende und Studierendezu durchforsten und dementsprechend ihrer inneren Antriebskraft. Diese intrin-zu gewichten. Beliebte Schlagworte sische Motivation begründet sich in denund somit auch häufig gesuchte Begrif- immateriellen Bedürfnissen, die alle Men-fe sind beispielsweise „Glaube“, „Quiz“, schen von Haus aus mitbringen. In jünge-„Werbung“ oder derzeit „Griechenland“. ren Jahren – mehr oder weniger bewusstMittlerweile gehört es zum Alltag vieler - zählt Geborgenheit exemplarisch zu die-großer Onlineportale, Artikel regelrecht sen Bedürfnissen. Mit steigendem Alterauf die Algorithmen der Suchmaschinen rücken Motivatoren wie Selbstverwirkli-zu trimmen. Es obliegt jedem Einzelnen, chung und soziale Anerkennung stärkersich dem anzuschließen oder nicht. Über in den Vordergrund. Für die Produzentendie Konsequenzen sollte man sich aber von medialen Erzeugnissen, die ihrerseitsbereits vorher im Klaren sein. auch Verantwortungsbewusstsein haben-> Inhaltsverzeichnis Seite 27
    • //Globales Lernen digitalsollten, bedeutet dies, dass es die intrinsi- Das Für und Widersche Motivation zu fördern gilt, um damit Allerdings birgt eine derart ausgerichtetenicht nur einem pädagogischen Anspruch Kommunikation, die das Ziel haben sollte,zu genügen, sondern auch, um verstärkte die Leserschaft langfristig zu binden, dasAufmerksamkeit für die eigenen Erzeug- Risiko, dass sich die Zielgruppe minimiert,nisse zu erlangen. Gleichgültig, ob die Er- da unmöglich alle Menschen gleichzeitigzeugnisse für die Einwegkommunikation bedient werden können.oder für einen Dialog gestaltet werden, es Zwar kann es eine verantwortungsvolleist wichtig zu beachten, in welches Rollen- Aufgabe sein, mittels pragmatischer Inte-selbstbild man sich dabei begibt. gration die Partizipation junger Menschen zu fördern, doch sollte der gegenseitigeUnter dem pädagogischen Aspekt ist Nutzen im Verhältnis stehen. Man solltees unabdingbar, die Kommunikation so also prüfen, ob alle Medien geeignet sind,auszurichten, dass der intrinsischen Mo- oder ob nicht ein einfaches Forum genügt,tivation der Rezipienten nicht gescha- um den gewünschten Effekt zu erzielen.det wird, ob dies etwa durch Kränkung Es sollte daher geprüft werden, welcheroder durch Missachtung der Bedürfnisse Weg für die Onlinekommunikation jeweilsgeschieht oder auch durch falsch ange- am ehesten geeignet ist - vom Forum überwandte Kommunikation. Bei der Online- Blogs, zu Videos oder anderen Angeboten,kommunikation ist darauf zu achten, mit denen das Vorhaben in die Tat umge-dass bei rund 19 Prozent der deutschen setzt werden soll. Pädagogen und etwai-Staatsbürger das große Potenzial darin ge Medienerzeuger, die im Internet etwasbesteht, sie für angrenzende Wissensge- riskieren wollen, haben sich vor Augen zubiete zu interessieren und zu motivieren. führen, dass sie sich bei starker Missach-Die Prämisse, gezielt extrinsische Motiva- tung der pädagogischen und technischention anzuwenden, kann einen Teil eines Grundlagen schnell auf dünnem Eis befin-Erfolgskonzeptes darstellen, das Produ- den und das ganze Vorhaben womöglichzenten und junge Menschen näher zu- scheitern kann.einander bringt. Gezielt formale Inhalte,die zu Beruf oder Stu-dium passen und fach-lich wie pädagogischbetreut werden, bietenzum einen die Möglich-keit, junge Menschenso lange zu motivieren,bis die von außen her-beigeführte extrinsischeMotivation in eine in-nere, intrinsische Moti-vation umschlägt undzum anderen kann sichdadurch das Image derAnbieter verbessern. Link zur Präsentation-> Inhaltsverzeichnis Seite 28
    • //Globales Lernen digitalÖffentlichkeitsarbeit im WebEine Online-Konzeption am Beispiel eines ProjektsVon Yannick MüllerDas Internet und soziale Medien sind noch Twitter aktiv zu werden, nur weil das plötz-relativ jung, gehören mittlerweile aber als lich jeder macht. Stattdessen sollte manfester Bestandteil zur Öffentlichkeitsarbeit. sich vorher überlegen, wie man am bestenDas Web 2.0 ist nicht nur ein Bestandteil die für die Organisation wichtigen Ziel-von Public Relations, sondern hat sie ver- gruppen und die Kommunikationsziele er-ändert und ergänzt. Diesen Wandel der reicht.PR muss man erkennen können und darfnicht Fehler begehen, mehr oder auch we- Der Workshop „Konzeption: Online-PR anniger aus dem Social Web zu machen, als einem Beispiel“ im Rahmen der Konferenzes eigentlich ist. „Globales Lernen digital“ griff diese Pro- blematik auf. Die Studierenden DanielaWenn man diese Konstellation erkannt hat, Sawetzki und Yannick Müller führten denist es einfacher, bei der Online-Kommuni- Workshop mithilfe des Gastreferenten Mi-kation strategisch vorzugehen. Es bringt chael Strecker (Lokale Agenda 21 Berlin-nichts, unüberlegt auf Facebook und Mitte e.V.) durch.Auf Panke.de können Nutzer ihre eigenen Fotos bereitstellen-> Inhaltsverzeichnis Seite 29
    • //Globales Lernen digitalZiel des Workshops war es, einen Ansatz line-Kommunikation des gemeinnützigenzu vermitteln, wie man Konzepte für die Vereins panke.info e.V. angesehen. DieseOnline-Kommunikation beliebiger Orga- umfasste eine Website inklusive Pressemit-nisationen entwickeln könnte. Was wir teilungen und Newsletter, einen dazuge-während unseres Studiums immer wieder hörigen Weblog, eine Facebook-Seite undfeststellen ist, dass einige Organisationen ein Twitter-Profil. Anhand dieses Beispielsin der Online-Kom- kann man sehrmunikation oftmalsohne jegliche Stra- „Formulieren Sie schön verdeutli- chen, wie auch klei-tegie vorgehen. ne gemeinnützigeDie Gründe dafürmögen vielschich- Ihre Ziele kurz und Organisationen das Social Web für sichtig sein, sicher istjedoch, dass ein prägnant“ nutzen können. Ziel des Workshops warHauptgrund in der mangelnden Erfahrung es aber auch, zu zeigen, wo noch Verbes-mit dem Internet und vor allem mit sozia- serungsbedarf besteht und was noch nichtlen Netzwerken liegt. optimal gelöst ist.Ein paar Faustregeln zum strategischenVorgehen mit sozialen Medien: Formulie-ren Sie Ihre Ziele kurz und prägnant, aberauch überprüfbar. Definieren Sie, wer IhreBezugsgruppen sind und finden Sie heraus,wo diese zu finden sind. Erst dann kommtder Schritt, an dem Sie sich über Tools wieTwitter, Facebook und Co. erste Gedankenmachen sollten. Dabei müssen Sie sich mitdem spezifischen Aufbau der verschiede-nen Online-Tools genau auseinanderset-zen, um entscheiden zu können, ob diesefür Ihre Organisation sinnvoll einsetzbarsind. Dies schließt auch eine Abschätzungder benötigten personellen Ressourcenein. Wenn Sie diese Schritte abgeschlossenhaben, benötigt man eine Content-Strate-gie. Schließlich müssen die verschiedenenKanäle nachhaltig mit relevanten Inhaltengefüllt werden, die zudem dem Mediumgerecht werden. Vergessen Sie zum Ende Link zur Präsentationhin nicht, Ihre verschiedenen Aktivitätenuntereinander zu vernetzen und schließlichauch zu evaluieren. Um dieses theoretischeWissen mit den Workshop-Teilnehmern zuüben, haben wir uns gemeinsam die On--> Inhaltsverzeichnis Seite 30
    • //Globales Lernen digitalPublic Relations im WandelVon der digitalisierten zur Cluetrain-PRVon Daniela SawetzkiIn Sachen der Organisationskommuni- berechtigt ist. Mithilfe von Text, Bild undkation hat sich in den letzten 20 Jahren multimedialen Inhalten präsentiert sichviel verändert. Während Public Relations die Organisation im Netz und vermitteltin den 90er Jahren meist von vielen mit (oft bereits bestehende) Inhalte, wie Or-reiner Pressearbeit gleichgesetzt wurde, ganisationsinformationen, Broschüren,eröffneten sich mit der digitalen Welt Pressemitteilungen und Neuigkeiten.ganz neue Wege. Nun ging es darum, Der Rezipient bleibt dabei - bezogen aufsich im Web zu präsentieren. Vom klas- die Kommunikation - in seiner passivensischen Gatekeeper-Modell des Journa- Rolle. Dafür sind die Informationen fürlismus abgerückt, hatten Organisatio- ihn zu jeder Zeit leicht zugänglich undnen plötzlich nicht nur mit Events und er entscheidet, wie tief er in ein ThemaKundenzeitschriften die Möglichkeit, einsteigen möchte. Da der Online-Auf-ihre Informationen für ihre Bezugsgrup- tritt meist eine Erweiterung der beste-pen bereitzustellen. Doch nicht nur das henden PR-Arbeit einer Organisation– neue Online-Anwendungen machten darstellt, ist der Aufwand zur Pflege die-es schließlich auch für die Rezipienten ser Inhalte eher gering.einfacher zu publizieren. Aus einer Weltder Massenmedien entwickelte sich die Anders sieht es hingegen im Cluetrain-heutige Welt der Medienmassen. Ob Modell aus. Mit der Online-Präsenz willdurch Organisationen, Medienschaffen- sich die Organisation online mit dende oder den einzelnen Internetnutzer einzelnen Bezugsgruppen verständigen– Informationen wurden im neugebo- und diese selbst aktiv werden lassen. Ne-renen „Web 2.0“ veröffentlicht, geteilt ben den Inhalten kommt ein sozialer As-und bewertet. Ein Begriff, der mit zu- pekt hinzu. Die Verantwortlichen setzennehmender Vernetzung untereinander dabei auf Social Software, um sich mitdurch den Begriff des „sozialen Netzes“ den Bezugsgruppen zu vernetzen, sowieabgelöst wird (vgl. Pleil, Zerfaß, 2010). die eigenen Kanäle miteinander zu ver- binden. Erfolgreich ist eine OrganisationTypen der Online-PR nur dann, wenn sie die genutzten An-In der Theorie lassen sich heute be- wendungen regelmäßig pflegt und über-stimmte Typen der Online-PR unter- wacht (Monitoring). Ohne Zweifel, dassscheiden – die digitalisierte PR und die diese Art von Online-PR nicht nur mehrCluetrain-PR (vgl. Pleil, Zerfaß, 2010). Bei Zeit kostet, sondern es auch einer hohender digitalisierten PR handelt es sich um sozialen Kompetenz bei den Beteiligtenein monologisches Modell – eben jene bedarf. Die Cluetrain-PR zielt vor allemEin-Wege-Kommunikation, die sich Ende auf eine positive Online-Reputation ab,der 90er Jahre im Internet entwickel- um so Vertrauen und Glaubwürdigkeitte und auch heute in vielen Situationen zu schaffen.-> Inhaltsverzeichnis Seite 31
    • //Globales Lernen digitalIn der Nonprofit-Kommunikation kann weisend für die Entscheidung. So könnenauch ein Veränderungsprozess mit neu- eine informative Webseite und klassischeen Mitteln ein wichtiges Ziel sein. PR-Maßnahmen völlig ausreichend sein, um die eigenen Kommunikationsziele zuSocial Media: heutzutage ein Muss? erreichen. Vor allem bei einem geringenHatten sich vor allem die kleinen und Budget und wenig Ressourcen ist diesemittelständigen Organisationen gera- Variante der Cluetrain-PR vorzuziehen.de erst mit dem eigenen Online-Auftritt Bisher gibt es in der kommunikations-angefreundet, stehen heute neue He- wissenschaftlichen Forschung keine kla-rausforderungen vor der Tür. Die Web- re Aussage darüber, ob die Cluetrain-PRseite gilt zwar weiterhin als digitale Vi- grundsätzlich der effektivere Weg ist. Di-sitenkarte einer Organisation, doch das gitalisierte oder Cluetrain-PR – welche ArtSocial Web bietet viele weitere Werk- von Online-PR eine Organisation auchzeuge für die Online-Kommunikation. wählt, entscheidend ist die individuelle,Mit Facebook, Twitter und Co. - erschlie- strategische Planung der eigenen Kom-ßen sich gerade im Non-Profit-Bereich munikation.Chancen, auf sich aufmerksam zu ma-chen, Unterstützer zu finden oder Kam- Quellenverzeichnis:pagnen zu starten. Pleil, Thomas & Zerfaß, Ansgar (2010), Strategische Kommunikation in Internet und Social Web in: Pleil,Ist die Zeit also vorbei, in der es ausge- Thomas & Zerfaß, Ansgar (Hrsg.), Handbuch Online-reicht hat, lediglich eine Webseite zu be- PR. UVK Verlagsgesellschaft mbH. Konstanz.treiben? Die Frage ist nicht, ob sich eineOrganisation für die Cluetrain-PR ent-scheiden sollte, sondern warum. Errei-chen wir im Social Web unsere Kommu-nikationsziele und unsere Zielgruppen?Wie viele Mitarbeiter können die Inhaltefür die unterschiedlichen Plattformenproduzieren? Haben wir genügend tech-nisches Know-How? Welche Richtliniengibt es innerhalb der Organisation? Er-reichen wir unsere Bezugsgruppen über-haupt in sozialen Netzwerken? WelcheArt von Inhalten wollen wir veröffentli-chen? Zunächst ist eine Analyse der ei-genen Organisation notwendig, bevordie Strategie für ein Online-Konzept ent-wickelt wird und man den Schritt in diedialogische Online-PR wagt.Nicht der aktuelle Trend, sondernnachvollziehbare Kriterien und indivi-duelle Gegebenheiten sind richtungs--> Inhaltsverzeichnis Seite 32
    • //Globales Lernen digitalWeb 2.0: Die scheinbare AllwissenheitDas mobile Internet verändert den UnterrichtVon Birte FreyJahreszahlen werden schnell gegoo- zu lösen, aber diese erschließen sichgelt, Hausaufgaben über Facebook- nicht unbedingt sofort (vgl. Beitrag:Chats besprochen. Aber was bedeutet Lehrer auf Facebook).“das für künftige Lehrer? Lehrer werden künftig Anleiter„Wie oft gehst du online?“ Diese Fra- ohne Anleitung sein.ge, die momentan in jede vernünftige Wer Internet in seinem Unterricht ver-Studie zum Thema Online-Nutzung wenden und die Kompetenzen es zugehört, wird es bald nicht mehr ge- nutzen vermitteln will, muss selbst me-ben. Durch mobile Endgeräte wird In- dienkompetent sein. Zum einen ge-ternet jederzeit verfügbar. Online zu hören dazu theoretisches und techni-sein, wird der Normalzustand werden. sches Verständnis der Materie, wie esEs wird nicht mehr unterschieden zwi- Dieter Baacke bereits 1997 in seinenschen Realität und Virtualität. Aus zwei vier Dimensionen der Medienkompe-Welten werden zwei Ebenen der glei- tenz – Medienkritik, Medienkunde, Me-chen Wirklichkeit. Auch Skeptiker kön- diennutzung und Mediengestaltungnen dann die Behauptung, Realität und – formuliert hat. Zum anderen fordertVirtualität seien zwei unterschiedliche die Situation aber auch ein neues Rol-Welten nicht mehr aufrechterhalten. lenverständnis von Lehrern. Sie müssenAllseits verfügbares Internet bedeutet nicht mehr den Anschein des allwis-auch, dass wir jederzeit auf weltweit senden Gelehrten wahren. Sie werdengesammeltes Wissen zugreifen kön- zu Anleitern ohne Anleitung, die Schü-nen. Aufgabe von Lehrern kann es zu- lern Werkzeuge an die Hand geben,künftig also nicht mehr sein, Schülern um Wissen zu sammeln, zu teilen undInformationen bereitzustellen, viel- zu verstehen. Und sie werden selbst zumehr müssen sie Schüler befähigen, Schülern, die gemeinsam mit der Klas-Informationen zu selektieren, einzu- se neue Technologien erproben undordnen und zu hinterfragen. gesellschaftliche Themen à la „Wie vielSchon heute versuchen Lehrer, das In- Privatsphäre braucht der Mensch?“ dis-ternet in ihren Unterricht mit einzube- kutieren.ziehen. Wie der Versuch der LehrerinFrau Johannpeter zeigt, ist das jedoch Um diese Aufgaben bewältigen zugar nicht so leicht. Sie wollte mit ihren können, müssen Lehrer bereits wäh-Schülern über Facebook in Kontakt ste- rend ihrer Ausbildung darauf vorberei-hen, ohne dass die Schüler dort Aktivi- tet werden. Zum einen bedeutet das,täten zwischen ihr und ihren privaten Medienkompetenz muss als verpflich-Kontakten einsehen können. Facebook tender Lerninhalt Teil der Pädagogik-bietet Möglichkeiten, dieses Problem studiengänge werden.-> Inhaltsverzeichnis Seite 33
    • //Globales Lernen digitalZum anderen bedeutet es aber auch,dass neue Methodiken und Herange-hensweisen im Pädagogikstudium ein-geübt werden müssen, die dem selbst-bestimmten Lernen der Schüler einenstrukturellen Rahmen geben. Und dasgilt fächerübergreifend. Lehrer müssenwissen, wie Online-Recherche funktio-niert und welche Regeln dabei gelten,egal ob sie Geschichte oder Englischunterrichten. Das Internet lässt sicheben nicht auf einen Computerraumbeschränken, es durchdringt alle Le-bensbereiche. Lehrer bleiben also auchin Zukunft Wissensvermittler, müssensich aber auch als Lernende auf eineEbene mit ihren Schülern begeben.Das Ende der LösungsbücherSie bewegen sich damit in einem Feld,in dem es immer seltener eine Un-terscheidung zwischen „richtig“ und„falsch“ gibt. Es gibt viele Wege, wie wiran eine Information gelangen können -oder die Information zu uns. Den einenheiligen Lösungsweg, wie ihn Schulbü-cher bisher vorgaben, wird es deshalbnicht mehr geben. Das fördert selbst-bestimmtes Lernen der Schüler enorm.Es bedeutet aber auch Kontrollverlustfür Lehrer. Gleichzeitig fordert es mehrVerantwortung und Kreativität vonLehrern – eine große Herausforderung! Googledienste erleichtern die Arbeit-> Inhaltsverzeichnis Seite 34
    • //Globales Lernen digitalPädagogen bei FacebookDie Zweitidentität ist keine LösungVon Birte FreyWie sollten Lehrer mit Freundschaftsanfra- Voraussetzung für alle Lehrer, die mit ihrengen ihrer Schüler auf Facebook umgehen? Schülern über Facebook in Kontakt blei-Die Lehrerin Frau Johannpeter hat einen ben möchten. Das Problem ist, dass dieseVersuch gestartet, der leider gegen die Fa- Zweitidentitäten gegen die Richtlinien voncebook-Richtlinien verstößt. Facebook verstoßen. In den Nutzungsbe-Auf Facebook vermischt sich Berufliches dingungen von Facebook steht unter „4.und Privates. Vor allem für Lehrer ist das Registrierung und Kontosicherheit”, dassein Problem. Nehmen sie dort die Freund- jeder Nutzer nur ein Personenprofil anle-schaftsanfrage eines Schülers an, können gen darf..“ „2. Du wirst nur ein persönlichesdiese auch ihre private Kommunikation Profil erstellen.“mitverfolgen – Partyfotos, Geburtstags-glückwünsche und Beziehungsstatus wer- Eine Alternative: Kontaktlistenden für die Schüler sichtbar. Der Fall Frau Eine Alternative für Frau Johannpeter undJohannpeter zeigt, wie schwierig es für ihre Kollegen sind die Kontaktlisten vonLehrer ist, damit umzugehen.Zweitidentität mit Modellcharakter? Facebook. Dort kann jeder Kontakt einer Liste zugeordnet werden. Bei jedem PostNico Kirch hat über Twitter auf einen Arti- kann dann entschieden werden, welchekel bei Welt Online aufmerksam gemacht. Kontakte diesen sehen dürfen.Die Lehrerin Frau Johannpeter hat, um mit Hat man bereits einen Facebook-Accountihren Schülern in Kontakt bleiben zu kön-nen, ein zweites Profil bei Facebook an-gelegt. Neben ihrem privaten Profil pflegtsie ein zweites unter dem Namen “FrauJohannpeter”. Über dieses Profil bleibt sie mit vielen Kontakten, ist diese Vorgehens-mit den Schülern in Kontakt, kommentiert weise leider recht umständlich, da jederderen Fotos oder gibt über Gruppen Ände- Kontakt nachträglich zugeordnet wer-rungen im Stundenplan bekannt. den muss und es bei Facebook leider kei- ne Drag-and-Drop-Funktion wie bei denVerstoß gegen die Facebook-Richtlinien Google-Plus-Kreisen gibt. Aber diese Vor-Diese Vorgehensweise hat Modellcharak- gehensweise entspricht wenigstens denter: An der Karlschule in Hamm, an der Frau Richtlinien von Facebook.Johannpeter unterrichtet, ist der beruflicheFacebook-Account jetzt laut Welt Online Artikel erschienen bei Quäntchen+Glück-> Inhaltsverzeichnis Seite 35
    • //Globales Lernen digitalSocial Media: Was ist zu beachtenVon Larissa Wagner, Elena Leichtfuß, Dorothee FreyIn der strategischen Kommunikation gibt es kein dogmatisches Richtig oder Falsch. Aller-dings gibt es durchaus einige Richtlinien, die uns - anhand von unseren Erfahrungen imStudium und in der Praxis - weitergeholfen haben. Diese folgenden Tipps sind zwar keinErfolgsgarant, liefern aber die eine gute Voraussetzungen für einen professionellen Auftrittin sozialen Netzwerken.Zur Veranschaulichung stellen wir positive und negative Beispiele aus der Praxis vor, damitSie einen Eindruck davon bekommen, wie Sie die unterschiedlichen Tools des Web 2.0 fürsich nutzen können.In puncto Usability ist es wichtig, dass Sie es dem Nutzer immer so einfach wie möglich ma-chen. Dass auf einem Social Media-Kanal auf einen anderen hingewiesen wird, ist Standard.Der Hinweis muss allerdings auch prominent platziert werden. Nicht nur auf den Websites,sondern auch in sozialen Netzwerken ist es von Vorteil, wenn der User sich schnell von ei-nem Kanal zum nächsten klicken kann. Denn kein User investiert viel Zeit in die Suche nachden kleinen Buttons. Auf der Facebook-Seite von Amnesty International wird zum Beispieldirekt auf den Twitter- und YouTube Kanal sowie das Google+ Profil hingewiesen.Facebook Chronik Amnesty InternationalAuf der Homepage des WWF ist besonders auffällig, dass alle Inhalte von Social Media-Ka-nälen auf der Website selbst einsehbar sind. Man muss die Homepage nicht verlassen, umdie Posts auf Facebook oder die Tweets auf Twitter einsehen zu können. Das macht es demUser leicht und sorgt für Transparenz.-> Inhaltsverzeichnis Seite 36
    • //Globales Lernen digitalHomepage des WWFsWird in einer Organisation Social Media betrieben, müssen die verschiedenen Accounts ge-pflegt werden. Dazu zählen Aktualität und Regelmäßigkeit. Es reicht nicht aus, sich einfachnur auf Kanälen wie Twitter oder Facebook anzumelden, ohne regelmäßig aktiv zu werden.Die Organisation/das Unternehmen muss seinen Lesern den für sie relevanten Content bie-ten. Artikel, Bilder, Videos oder Tweets sollten täglich bis wöchentlich erscheinen. Wir un-terscheiden zwischen Twitter - wo es nötig ist, täglich Tweets abzusenden - und Blogs, beidenen es ausreicht, einmal pro Woche einen Artikel zu veröffentlichen.Wird ein Kanal gar nicht oder viel zu selten genutzt, sollte man ihn löschen. Findet kein re-gelmäßiger Traffic statt, verlieren User schnell das Interesse und springen ab. Falls man sichden Account-Namen sichern möchte, aber nicht die Zeit hat, ihn zu pflegen, sollte man diesin einem Post deutlich machen und auf gut gepflegte Kanäle verweisen.Social Media richtig einzusetzen ist nicht immer einfach - aber auch kein Hexenwerk.Die oben aufgeführten Tipps sind hoffentlich eine kleine Hilfe.-> Inhaltsverzeichnis Seite 37
    • //Globales Lernen digitalStimmen von der KonferenzVon Janine GrafJugendliche verbringen täglich mehrere Stunden auf Facebook. Globale Themen wie dieFinanzkrise oder das Waldsterben nehmen sie dabei aber nur am Rande wahr. Lehrer undVertreter von gemeinnützigen Organisationen wollen die Teenager jetzt über das Internetfür diese globalen Themen gewinnen. Ein Pädagoge sagte am Ende der Konferenz: “Wir wä-ren sehr gut beraten, die Möglichkeiten durch Social Media auch zu nutzen.”Der folgende Radiobeitrag gibt einen Eindruck von der Konferenz. Das pädagogische Kon-zept „Globales Lernen“ erklärt Birgit Glindmeier vom World University Service. Die Besuchererzählen, welche Inhalte aus der Konferenz sie zukünftig in ihre Arbeit einbauen wollen,und ein Mitglied des studentischen Teams gibt einen Einblick hinter die Kulissen. „Globales Lernen ist ein Lernen für die Welt“ „Facebook und Twitter und YouTube sind eigentlich die Medien, mit denen Jugendliche kommunizieren“ „wenn wir die Chancen nicht nutzen würden“-> Inhaltsverzeichnis Seite 38
    • //Globales Lernen digitalQuo vadis societasWieso der Begriff NGO nicht mehr zeitgemäß istVon Tom NeubertMit dem Begriff Non Profit Organisa- „Ihr[Anmerkung des Autors: NPOs] Zieltion kann man Verbände, Initiativen ist es, dass alle von Ihrer Arbeit profitie-oder Stiftungen beschreiben, für die ren und dass unsere Welt dadurch einedas Erwirtschaften von finanziellem menschlichere Welt wird. Sie sind keineGewinn nicht an oberster Stelle steht. Lückenfüller unserer Gesellschaft die ent-Doch ist dieser Begriff heute überhaupt schuldigend vor sich her tragen müssen,noch zeitgemäß? Wird „NPO“ den Wer- dass Geldvermehrung nicht zur DNA ih-ten und Zielen von Organisationen wie rer Organisation gehört. Lassen Sie sichGreenpeace, Diakonie oder Brot für die daher nicht länger als „Non-Profit-Orga-Welt überhaupt gerecht? nisationen“ bezeichnen. Sie sind vielmehr Social-Profit-Organisationen!“Im Internet ist eine Diskussion überdie Wahrnehmung einer ganzen Bran- Die Bahnen, die dieser wenige Zei-che entbrannt. Auslöser war das „Social len umfassende Blogpost mittlerweileProfit Manifest“, welches Dr. Oliver Viest durch das Netz gezogen hat, zeigen,auf themenwertstatt.de veröffentlich- dass eine Diskussion über Wahrneh-te. Hier ein kurzer Auszug aus dem Text: mung und Selbstdarstellung von „Non“ Profit Organisationen längst überfällig ist. Vieles, was Politik und Staat nicht-> Inhaltsverzeichnis Seite 39
    • //Globales Lernen digitalmehr zu stemmen vermögen fällt in Cloud-Computing, Musikdatenbankenden Aufgabenbereich von Vereinen oder kostenfreien Bibliotheken bewe-und Organisationen. Sie bündeln In- gen wir uns heute schon mit großenteressen und sind durchaus imstande, Schritten in Richtung Informations-konkrete Forderun- gesellschaft. Dabeigen an Staat und Re-gierung zu stellen. „Alle möchten werden Social Profit Organisationen eineSomit erfüllen NPOs noch wichtigere Rol-neben ihrer eigent- zu ihren Themen le in unserer Gesell-lichen Arbeit auch schaft einnehmen.eine wichtige Rollein unserer Demokra- informieren“ Ob nun also aus dem „non“ ein „social“ wird,tie. Ein ganz anderer, wesentlicher As- ist nicht nur eine Frage der treffende-pekt, ist aber die Aufklärungsarbeit, ren Beschreibung. Es ist ein Zeichen, mitdie die meisten von ihnen leisten. Ob dem die Organisationen ihre BedeutungGreenpeace, Diakonie oder der Vogel- signalisieren könnten, um einen ange-schutzverein in der Nachbargemeinde: messenen Platz in unserer GesellschaftAlle möchten zu ihren Themen infor- einzunehmen.mieren. Sie machen Fachwissen in Formvon Flugblättern, Textsammlungenoder gar ganzen Webdossiers für je-dermann zugänglich und leisten somiteinen wichtigen Beitrag zu Aufklärungund Bildung der Menschen.In diesem Zusammenhang kann auchdas Globale Lernen verstanden werden.Im ursprünglichen Sinne geht es dar-um, durch Lernmethoden und pädago-gische Ansätze, die weit über das Min-destmaß an staatlichen Schulen hinausgehen, einen Mehrwert an Bildung zuschaffen. In Zukunft wäre es durchausdenkbar, dass Lernergebnisse aus demUnterricht im Netz präsentiert werden.Für die Lernenden wäre das eine wert-volle Selbsterfahrung und würde denUmgang mit dem Medium Internetgreifbar und verständlich machen. Füralle anderen wären diese publiziertenInhalte wiederum ein bereicherndesBildungsangebot. Information undBildung wird in Zukunft einen nochhöheren Stellenwert einnehmen. Mit-> Inhaltsverzeichnis Seite 40
    • //Globales Lernen digitalRückmeldungen zur KonferenzDie meisten Teilnehmer wollen das Web 2.0 künftig einsetzenVon Jasmin Ackermann„Die Konferenz war ein großer Erfolg“, sagt Die Anmerkung, dass die Nähe zum „Glo-Birgit Glindmeier, Mitarbeiterin bei World balen Lernen“ gering gewesen sei, wirdUniversity Service und Ansprechpartnerin als Möglichkeit zur Verbesserung genutzt.von EWIK, das Portal für Globales Lernen Wenn auch die Zufriedenheit über die„Jetzt gilt es, das Projekt nicht aus den Au- Qualität der Workshops diesen Punkt ab-gen zu lassen und daraus eine langjährige schwächt. Bei den zukünftigen Konferen-Geschichte zu machen.“, so Glindmeier. zen wird man außerdem den partizipati- ven Gedanken in den Vordergrund rücken.Um ihre Einschätzungen zur Konferenz Ein Erfolg für alle: Vom Programm über dieauffangen zu können, bekamen die Be- Kommunikation bis zur Organisation ha-sucher bei der Anmeldung einen Eva- ben besonders die Studenten wichtige Er-luationsbogen, der am Ende der Veran- fahrungen gesammelt. Die verschiedenenstaltung abgegeben werden sollte. Ein Vorbereitungen, die solch eine Veranstal-guter Start: Von 48 Teilnehmern, gaben tung mit sich bringt und die allgemeine40 den ausgefüllten Bogen am Nachmit- Umsetzung ermöglichten es, theoretischetag wieder ab. Aspekte aus dem Studium in der Praxis an- zuwenden.Die Evaluationsbögen brachten interes-sante und vor allem positive Rückmel- Angesichts der Zufriedenheit von 80 bis 97dungen. Zum einen erfuhren die meisten Prozent wird die Konferenz „Globales Ler-Teilnehmer über die direkte Ansprache nen digital“ als erfolgreich verbucht. Derder Studenten per Email von der Veran- Anreiz ist da, die Veranstaltung weiterzu-staltung. Doch die Verwendung von ana- führen. Die Tatsache, dass 85 Prozent derlogen Medien wie dem Veranstaltungs- Teilnehmer das Web 2.0 vermehrt in ihreFlyer, war ebenso ein wichtiger Mittler. Arbeit aufnehmen werden, beweist die Re-Bezüglich der Themen und dem Praxis- levanz der Thematik.bezug der Konferenz zeigen die Evalua-tionsbögen, dass jeder Teilnehmer sichangesprochen fühlte. 80 bis 97 Prozentbeantworteten die Fragen in diesem Be-reich positiv.85 Prozent der Befragten gaben an, dasssie das Web 2.0 weiterhin oder sogarvermehrt in ihre Arbeit mit einbeziehenwerden. Ein Erfolg für die Konferenz undein gutes Ergebnis, um der Konferenzweitere folgen zu lassen.-> Inhaltsverzeichnis Seite 41
    • //Globales Lernen digitalDas TeamTeam Event-ManagementVier Studentinnen organisierten die Konferenz vom Programm bis zum Buffet. Vor Ort unterstützten sieauch die Referenten bei dem Umgang mit Beamer und Mikrofon. Jeder Gast wurde empfangen und mitLaptop und Infomaterial versorgt.Jasmin Ackermann (Teamleitung Management)Charlotte Seibt (CvD E-Book)Rosanna Preller (CvD E-Book)Hannah Blankenberg (CvD E-Book)Team Marketing und PRDas Kommunikationsteam erstellte die Konferenzwebseite und informierte dort im Voraus über Referen-ten und Neuheiten zum Globalen Lernen. Ebenfalls im Vorfeld fand die Pressearbeit statt und es wurdeein Flyer zur Veranstaltung entwickelt. Auf der Konferenz bloggte und twitterte das Team im Minuten-takt.Elena Leichtfuß (Teamleitung Marketing)Dorothee Frey (Gestaltung Webseite und Flyer)Janine Graf (Radiobeitrag)Larissa WagnerAnn-Katrin Becker (Pressearbeit, Teilnehmerverwaltung)Kilian KraussTeam WorkshopleitungUm bei der Konferenz auf alle Fragen eine Antwort parat zu haben, mussten sich die Workshopleiter ersteinmal in das neue Thema “Globales Lernen” einarbeiten. Dr. Marius Munz vom World University Serviceunterstützte dabei mit einem Begleit-Seminar. Auf der Konferenz schlüpften die Studenten dann in dieRolle der Lehrenden.Ramona Pistone (Workshop 1)Christoph Heeb (Workshop 1)Juliane Ehrich (Workshop 2)Tom Neubert (Workshop 3)Michael Bitsch (Workshop 3, Layout E-Book)Daniela Sawetzki (Workshop 4)Yannick Müller (Workshop 4)Dr. Marius Munz (WUS): Konferenzmoderation, Team-Betreuung, Seminar über Globales LernenProf. Dr. Thomas Pleil, Projektleiter, Blog: Das Textdepot. Twitter: @tp_da.Birgit Glindmeier (WUS): Konferenzorganisation, Team-BetreuungWeitere AutorenDr. Jürgen Fenn, Wikimedia DeutschlandNico Wald, Brot für die WeltBirte Frey, quäntchen+glück-> Inhaltsverzeichnis Seite 42
    • //Globales Lernen digitalOnline-JournalismusBachelor of ArtsEin Projekt des 4. SemestersStudienschwerpunkt Public Relationswww.journalismus.h-da.dejournalismus@h-da.de Seite 43