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    WING Managementanforderungen der Zukunft  WING Managementanforderungen der Zukunft Document Transcript

    • ISSN 0256-7830; 43. Jahrgang, Verlagspostamt A-8010 Graz; P.b.b. 02Z033720M 2/10 business WINGFuture EnterpriseHuman Capital Der Unternehmer Entwicklung von- die zukünftige der Zukunft Märkten und Kon-Arbeitswelt sumverhalten Seite 6 Seite 9 Seite 13
    • Impressionen vom 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure
    • EditorialFuture Enterprise ansteigen – somit lag Watson damals um einen Faktor von einer Milliarde daneben. Aber so weit braucht man nicht zurück gehen. Denken Sie nur an die Geschichte des Internets. Um 1990 wurde es als WorldWideWeb über die Universitäten öffentlich zu- gänglich. Wer damals schon Emails schrieb, machte sich keine Vorstellungen, welch rasante Entwicklung die Anwen- dungen des Internets nehmen würden und wie fundamental es unsere Geschäftswelt und nicht zuletzt unser alltägliches Leben verändert hat: Ohne permanenten internetbasierten o.Univ.-Prof. Informationszugang (Stichwort: Emails, Facebook, Twitter) Dipl.-Ing. Dr. fühlt man sich von der Außenwelt abgeschnitten. „Sag, was tippst Du eigentlich dauernd auf Deinem iPhone?“, fragte Siegfried Vössner ich einen Freund, der auf ein Glas Wein vorbeigekommen war. „Ich habe gerade auf Twitter berichtet, dass ich mit Dir ein Glas Wein trinke – und vorher habe ich mit meiner Fa-Liebe Leserin, lieber Leser, cebook-App dasselbe gemacht!“. Gute Freunde findet man nicht leicht und darum habe ich mit einem interessierten„Future-Enterprise - Unternehmen der Zukunft“ war das „Aha!“ geantwortet.Motto unseres 18. Kongresses der Wirtschaftsingenieure, Der Blick in die Kristallkugel ist offenbar nicht leicht.welcher im Mai in Graz stattfand. Und darüber wollen wir Aber ist dies ein Grund ihn nicht zu wagen?Ihnen auch in diesem Heft berichten – daher auch der Ti- Wir wollten es wissen und haben zu unserem Kongresstel. Wenigstens ist es kein „Bindestrich-Management“ The- sechs prominente Vortragende zum Thema Zukunft derma. Aber es kommt noch besser: Die jung gebliebenen und Unternehmen eingeladen, die aufgrund ihrer Tätigkeit undzukunftsorientierten unter Ihnen denken bei diesem Titel ihres Hintergrundes dieses Thema von den verschiedenstensicher sofort auch an das „Raumschiff Enterprise“. Seiten beleuchtet haben. Die Zusammenfassung ihrer Vor- Star Trek, wie das Unternehmen der Zukunft im Heimat- träge haben wir als Fachartikel oder Interviews für Sie inland USA heißt, lieferte Stoff für sechs Science-Fiction-Fern- diesem Heft vorbereitet.sehserien mit mehr als 700 Episoden, elf Kinofilme, unzäh- Den Anfang macht ein Interview mit dem Bundesminis-lige Romane, Computerspiele und viele andere Werke. Die ter für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, RudolfGeschichten der Enterprise, welche auf der 1966 von Gene Hundstorfer zum „Thema Human Capital - die zukünftigeRoddenberry geschaffenen Fernsehserie basieren, sind die Arbeitswelt“. DDr. h. c. Peter Mitterbauer, Vorstandsvorsit-wohl populärsten Werke in der Geschichte der Science-Fic- zender der MIBA AG, beschreibt dann in seinem Beitrag dention Literatur. Das Phänomen „Star Trek“ wird laut Wikipe- „Unternehmer der Zukunft“.dia weltweit immer wieder in kulturellen, technischen oder Der ehemalige Chefstratege der Shell International B.V.,gesellschaftlichen Zusammenhängen zitiert und interpre- Dipl.-Ing. Karl Rose, beschreibt für uns Entwicklungstrendstiert. So auch hier. von Märkten und Konsumentenverhalten. Der moderne Mensch ist bekanntlich zukunftsorientiert Dipl.-Ing. MBA Lars Maydell, Practice Group Leader Tech-und versucht besonders gerne einen Blick in selbige zu wer- nology bei Egon Zehnder International, spricht in seinemfen. Und wenn er schon nicht soviel Weitblick hat, dann Interview über verantwortungsvolle Unternehmensführunglauscht er besonders gerne den Visionären, Phantasten, Pro- und Managementanforderungen der Zukunft.pheten, Sehenden, Einäugigen oder Scharlatanen, die emsig Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haberfellner, Professor am Ins-durch die Lande ziehen. titut für Unternehmensführung und Organisation der TU Gene Roddenberry gehörte gewiss zu den Visionären Graz, beleuchtet in seinem Beitrag die strategischen Aspekteund Phantasten. Seinen kleinen Kommunikator, mit dem der Unternehmensführung der Zukunft.die Raumschiffbesatzung in seinen Romanen untereinan-der kommunizierte und Positions- und andere Daten un- Den Abschluss bildet ein Ausblick in die Zukunft dertereinander austauschte, gibt es heute unter dem Namen Informationstechnologien und Informationssysteme, denSmartphones. Jeder Österreicher hat heute mindestens einen Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packarddieser Kommunikatoren. Hier gäbe es noch viele Beispiele Österreich, und ehemaliger Geschäftsführer von T-Systemszu nennen in denen man viele Errungenschaften moderner Österreich, in einem Inter-Technik vorhersagte. view gibt. Zum Ausgleich muss ich Ihnen auch ein weniger be-kanntes Gegenbeispiel nennen: Im Jahre 1943 soll Thomas Ich hoffe, dass Ihnen dieJ. Watson, damaliger Geschäftsführer von IBM, gesagt ha- Artikel, die wir in diesemben: „Ich glaube, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Heft für Sie zusammen-Computer geben wird.“ Dazu muss man zu seiner Verteidi- gestellt haben, gefallengung sagen, dass Computer damals einen ganzen Raum ein- und verbleibe im Namennahmen. Laut der Marktforschungsfirma Gartner wurden des Redaktionsteams mit2009 306 Millionen PCs verkauft - in den nächsten sechs Jah- freundlichen Grüßen,ren soll der Markt auf insgesamt fünf Milliarden PC-Nutzer Ihr Sieg fried Vössner Die Raumschiff Enterprise Crew (Kirk, McCoy und Spock) Bildquelle: © CBS Paramount TelevisionWINGbusiness 2/2010 
    • TOP-THEMA: Future Enterprise Interview Human Capital - die zukünftige Arbeitswelt 6 Ein Gespräch mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer am Kongress der Wirtschaftsingenieure Peter Mitterbauer Der Unternehmer der Zukunft 9 Vortrag, 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure in Graz Karl Rose Entwicklungen von Märkten und Konsumverhalten 13 Der Einsatz von Zukunftsszenarien zur Erarbeitung von wirtschaftlichen Entscheidungsgrundlagen Interview Verantwortungsvolle Unternehmensführung 16 Managementanforderungen der Zukunft Ein Gespräch mit Dipl.-Ing. Lars Maydell am Kongress der Wirtschaftsingenieure Reinhard Haberfellner Unternehmungsführung der Zukunft 20 Interview Informationstechnologien/-systeme der Zukunft 26 Ein Gespräch mit Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard Österreich, am Kongress der Wirtschaftsingenieure WINGbusiness 2/2010
    • InhaltsverzeichnisEDITORIAL Future Enterprise 3CALL for PAPERS Themenschwerpunkt: Energiemanagement 8 in WINGbusiness Heft 03/2010LEUTE/KÖPFE Dipl.-Ing. Wolfgang Dopf MBA 12WING-REGIONAL Johann Hintner Die Wirtschaftsingenieur-Ausbildung am 29 Management Center Innsbruck Bericht über die Veranstaltung des Regionalkreises Tirol am 18. Mai 2010 Rupert Hasenöhrl, Johann Persoglia 25. Treffen der Wirtschaftsingenieure in Kärnten 40 15-04-2010, Klagenfurt am WörtherseeWING Future Enterprise - Unternehmen der Zukunft 30 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure, Graz 13-15. Mai 2010FACHARTIKEL Ulrich Bauer, Bernd Markus, Zunk, Alfred Fürst Studie: 32 Wirtschaftsingenieurwesen in Österreich – Status quo Zentrale Ergebnisse der Studie „Ausbildungslandschaft, Berufs- bild, Karriereweg und Qualifikationsprofil von Wirtschaftsinge- nieuren“WINGnet Thomas Guerra WINGnet Graz kooperiert mit der TU Graz 36 Robert Nini Frischer Wind unter den Flügeln beim WINGnet Graz 37 Neuer Vorstand Robert Nini Look IN - Roland Berger zu Gast an der TU Graz 41MEDIENCORNER Buchrezensionen 38PRESSE-INFO Presse-Info 42IMPRESSUM Impressum 42WINGbusiness 2/2010 
    • Top-themaInterviewHuman Capital - die zukünftige ArbeitsweltEin Gespräch mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer am Kongress derWirtschaftsingenieureRudolf Hundstorfer, geboren am 19. September 1951 in Wien, hat seine gewerkschaftliche Tätigkeit als Jugend-vertrauensperson beim Magistrat der Stadt Wien begonnen. Hundstorfer wurde 1975 Jugendreferent in der Ge-werkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), 1983 Organisationsreferent, dann leitender Referent, 1998 wur-de er Vorsitzender der Landesgruppe Wien in der GdG, 2001 geschäftsführender Vorsitzender der GdG, 2003(bis 2006) Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) und bis Mai 2007Vorsitzender der GdG. Hundstorfer war von 1990 bis 2007 Mitglied des Wiener Landtages und Gemeinde-rat und von 1995 bis 2007 erster Vorsitzender des Wiener Gemeinderates. 2003 wurde Hundstorfer Vize-Präsi-dent des ÖGB, 2006 folgte er als geschäftsführender Präsident des ÖGB Fritz Verzetnitsch nach und 2007 wur-de Hundstorfer Präsident des ÖGB und Mitglied im ÖGB-Vorstand, Arbeitsschwerpunkt “Soziales”. Seit 2.Dezember 2008 ist Rudolf Hundstorfer Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz der Republik Österreich, seit 1. Februar 2009 auch Minister für Arbeit. Rudolf Hundstorfer ist verheiratet und hat drei Kinder.Im Unternehmen der Zukunft wird der Mensch mehr denn je eine zentrale Rolle spielen. Seine Arbeits-welt, die Möglichkeiten, Anforderungen und Rahmenbedingungen werden sich vermutlich von den heu-tigen deutlich unterscheiden. Für den 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure 2010 hat Herr Bundesmi-nister Rudolf Hundstorfer einen interessanten und facettenreichen Blick in diese Zukunft geworfen.Sein Vortrag verband, vielleicht auch aufgrund der großen Bandbreite seiner bisherigen Aufgaben(als Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Kommunalpolitiker und als erfolg-reicher Vorsitzender des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in seiner wohl schwierigsten Pha-se) die Arbeitnehmer-, Gesetzgeber- und Managementsicht. Im folgenden Interview, welches wir imAnschluss an den Kongressvortrag geführt haben, versuchen wir einige Vortragsthemen wiederzugeben.Sehr geehrter Herr Bundesminister, welche re Form der Flexibilität gefordert sein. vor allem, wie ich persönlich glaube,Anforderungen werden in der zukünftigen Im Moment jedoch stellt sich die Fra- wird es notwendig sein, mobiler zuArbeitswelt an die Arbeitnehmer gestellt ge: Warum stehen hier die Räder still? sein. In vielen Teilen des Landes ist die-werden? In Teilen der Industrie ist Flexibilität se Mobilität ja heute schon gang und eine Einbahnstraße. Die Industrie will gäbe. Jemand, der im Waldviertel lebt,Auf der einen Seite wird man versu- keine Überstunden zahlen. Das ist na- weiß, dass er, um Bildung zu erlangen,chen, ein sehr hohes Bildungs- und türlich für die Arbeitnehmerseite nicht wegfahren muss. Es gibt zwar dort eini-Qualifikationsniveau zu erreichen, akzeptabel. Trotzdem wird es notwen- ge AHS, aber um Bildung für gewisseauf der anderen Seite wird eine ande- dig sein, hier flexibler zu werden und Berufe zu erlangen, muss man mobil WINGbusiness 2/2010
    • Top-Themasein. Das ist in allen Teilen Österreichs Wo sehen Sie dabei einen Handlungsspiel- Jeder Unternehmer ist gut beraten,so. Demzufolge werden wir aber noch raum für die Politik? wenn er seine Arbeitnehmerinnen undmehr Mobilität brauchen und in An- Arbeitnehmer schätzt und nicht nurspruch nehmen müssen. Auch dies Wir dürfen nicht aus Jux und Tolle- „heiße Luft“ verbreitet. Eine Wertschät-wird sich verändern. Dabei muss vor rei diverse Arbeitszeitgesetze weiter zung in Form von Arbeitsbedingungenallem darauf geachtet werden, dass die öffnen. Wir dürfen auch den Arbeit- in der Arbeitsablaufgestaltung unterrechtlichen Rahmenbedingungen nicht nehmerschutz und die all die Be- Einbeziehung des Know-Hows der Be-dramatisch verändert werden, und dass wusstseinbildungsprogramme nicht troffenen und einer vernünftigen undman nicht mehr nur projektbezogene vernachlässigen. Man muss den Men- guten Entlohnung, ist der beste Rat anDienstverträge hat. schen die Möglichkeit geben, Freizeit den Unternehmer. aktiv zu erleben, das bedeutet aberSie haben in Ihrem Vortrag angeschnitten, auch ein gewisses Einkommen und Sehen Sie da einen Trend, dass sich das indass es zukünftig immer mehr „Ein-Per- eine soziale Absicherung zu gewähren. Zukunft verbessern wird?sonen-Unternehmen“ geben wird. Führtdies dazu, dass dann Arbeitszeitgesetze Die Politik wird weiterhin die Rahmen- Es gibt immer mehr große Betriebe, dievermehrt von Arbeitnehmerseite umgan- bedingungen festlegen und auch sehr sehr viel Wert drauf legen, ein Corpo-gen werden – beispielsweise weil sich die stark darauf achten müssen, dass diese rate Social Responsibility-AbkommenLeute nicht mehr schützen lassen wollen Rahmenbedingungen auch eingehalten zu haben, zumindest die größeren. Beioder weil sie keine andere Wahl haben? werden. Vor allem in Hinblick auf die den kleineren bin ich mir nicht so si- Ostöffnung im kommenden Jahr wird cher. Bei Kleinbetrieben erlebt man,Mit meiner Herkunft sehe ich das sehr dies eine Herausforderung werden. dass die Arbeitnehmer Familienmit-kritisch, wobei zu bemerken ist, dass Jene, die kommen, müssen entspre- glieder sind und es funktioniert hervor-es z.B. keinen dramatischen Anstieg chend unserer Rahmenbedingungen ragend. Es ist aber auch erfreulich, dassbei der Telearbeit gibt. Die Telearbeit entlohnt werden. man im Banken- und Versicherungs-stagniert teilweise. Weil die Leute ver- sektor, aber auch in größeren Indus-stehen, dass sie sich nur mehr selbst Sie haben in unserem Gespräch schon die triebetrieben, doch einen Wert daraufausbeuten, nur mehr wie ein Hamster steigende Burn-out-Rate und den poli- legt, so ein CSR-Abkommen zu haben.im Rad unterwegs sind. Ein „Ein-Per- tischen Spielraum angesprochen. Wie ge- Man führt eine Nachhaltigkeitsdebat-sonen-Unternehmen“ ist durchwegs hen Arbeitnehmervertreter zukünftig mit te, nicht nur showmäßig, sondern mangut. Aber es gibt auch die Gesundheit, dieser Problematik um? denkt darüber nach, wie man nach-auf die geachtet werden muss, siehe die haltiger sein kann. Ein prominentessteigende Burn-out-Rate. Da hat es offen und ehrlich gesagt, Beispiel ist die Firma Spar. Spar bietet einen Bewusstseinswandel gegeben, eine Fortbildungs- und Grundausbil-Rechtlich werden wir das nicht in den früher war Mobbing auch bei Betriebs- dungsakademie an. Da sie ganz genauGriff bekommen. Ich bin kein Illusio- räten das unbekannte Wesen. Hier hat weiß, je besser man seine Mitarbeiternist, wir werden hier keinen Rechtsrah- sich schon einiges gewandelt. Es gibt qualifiziert, desto mehr kann man demmen im Sinne von Arbeitszeitrahmen schon etliche Firmen, die Mobbing-Be- Kunden bieten.für Selbständige schaffen. Was man al- ratung anbieten, die das wirklich ernstlerdings schaffen kann, ist zu kommu- nehmen. Und es wird auch bei den In- Als eine der großen Errungenschaften undnizieren: es gibt auch Freizeit, arbeite dustriebetrieben bei Burn-Out schon Erfolgsfaktoren Österreichs nach dem 2.nicht 20 Stunden am Tag. „hingeschaut“. In der breiten Masse der Weltkrieg, wird oft die Sozialpartner- Klein- und Mittelbetriebe ist es manch- schaft genannt. Wie sehen Sie dafür dieWird sich der Stellenwert der Arbeit in mal schwieriger. Aber es entwickelt Zukunft?unserem Leben ändern? sich ein Stellenwert in dieser Frage. Das kann man natürlich auch wieder über Sie wird weiterhin stehen, sie hat sichIch glaube die Arbeit wird im Leben den Arbeitnehmerschutz beeinflussen ja immer wieder inhaltlich gewandeltder Menschen weiterhin einen sehr ho- - aus der Pensionsdebatte heraus. Denn und angepasst. Die Zeit, in der ich da-hen Stellenwert einnehmen, die Men- wenn, die Menschen länger im Arbeits- bei war, war eine Zeit, in der man sichschen wollen ihre Qualifikation auch leben bleiben sollen, muss man natür- bemüht hat für die Regierung Dingeeinbringen. lich auch dafür sorgen, dass das geht. vorweg zu erledigen. Ich habe dann mit Gerade Burn-Out ist eine Sache, die bei dem Wirtschaftskammerpräsident LeitlIn Österreich wird es noch lange Zeit frühzeitiger Erkennung gut therapier- sieben Abkommen unterschrieben, dakein erwerbsloses Grundeinkommen und behandelbar ist. Und da wollen ist einiges weiter gegangen. Jetzt in dergeben - d.h. Arbeit wird weiterhin ei- wir natürlich versuchen, frühzeitig ent- Krise hat sich zwar inhaltlich nichtnen hohen Stellenwert zur Überlebens- gegen zu steuern. wahnsinnig viel weiter entwickelt, abersicherung haben. Ich bin überzeugt da- die Sozialpartnerschaft hat sich dochvon, dass auch die Gemeinwesen-Arbeit Wir haben vom hohen Stellenwert der Ar- in der Krise als sehr stabile Plattformeinen hohen Stellenwert hat, wo wir ja beit für die Arbeitnehmer gesprochen. Wie der Begegnung erwiesen. Das ist schoneinen sehr hohen Grad an Freiwilligen steht es umgekehrt um die Bedeutung des wahnsinnig viel wert. Wir hatten großein unserem Land haben. Arbeit hat also einzelnen Arbeitnehmers für die Unter- Demos und wir werden sehen was nochschon einen sehr hohen Stellenwert. nehmen der Zukunft? kommt. Aber im vorigen Jahr gab esWINGbusiness 2/2010 
    • Top-Thema auch genügend zur kann und in Zukunft noch entwickeln Wirtschaf tskam- soll? mer, zum ÖGB, die immer wieder fra- Ich glaube, dass wir grundsätzlich sehr gen: „Wie geht das, vernünftige Ansätze haben und dass was macht ihr da?“ wir wirklich sehr hoch qualifizierte Und viele Bereiche Arbeitskräfte und doch in Summe Rudolf Hundstorfer bemühen sich, gesehen viele Leute haben, die bereit Bundesminister für das Miteinander sind, die weitere Qualifikation vor- Arbeit, Soziales und herbeizuf ühren. anzutreiben. Und wir haben so etwas Konsumentenschutz Der französische unschätzbar Wertvolles wie den sozi- der Republik Österreich Präsident Sarkozy, alen Frieden. All dies sind, glaube ich, hat nun wirklich Standortvorteile. Auch die Rahmen- einige Male die Ge- bedingungen z.B. der Steuerpolitikkeine riesigen Sozialkonflikte. Wir ha- werkschaften eingeladen, was früher sind bekanntermaßen in Österreichben vernünftige Lohnrunden gehabt, nie der Fall war. Präsident Obama hat ja nicht uninteressant, ebenso die Un-da gibt es eine gute Weiterentwicklung. das von Haus aus gemacht. terstützungsmöglichkeiten. Ich glau-Die Sozialpartnerschaft ist ein Stand- be, wir können schon ein attraktiverortfaktor - teilweise ein Exportartikel. Sein Vorgänger Präsident Bush hat in Standort sein. Wenn es um reinste seiner gesamten 8-jährigen Amtszeit Massenproduktion geht, da kommtIst dies auch ein Standortfaktor, der für den amerikanischen Gewerkschafts- in Westeuropa niemand mehr mit, daUnternehmen attraktiv sein kann oder führer lediglich einmal eine halbe ja der Transport nichts kostet. Dieswerden kann? Stunde lang empfangen. wird sich aber mit steigenden Energie- und damit Transportkosten ändern.Ja. Es ist ein Unterschied, ob ich jeden Österreich wird heute von vielen Unter- Dann wird es ein Umdenken geben.zweiten Konflikt mit einer Demo auf nehmen als Hochlohnland gesehen und er- Vielen Dank für das Gespräch!der Straße oder mit Arbeitsniederle- scheint in dieser Hinsicht für die Industriegungen begleite oder ob man bereits weniger attraktiv als Niedriglohnländer Das Interview führten Frau Dipl.-Ing.zuvor alle Möglichkeiten ausprobiert. wie z.B. China. Was sind aus Ihrer Sicht Sabine Hösch und Herr O.Univ.-Prof.Das ist schon ein Asset. Es kommen ja die Assets, die Österreich Betrieben bieten Dipl.-Ing. Dr. Siegfried Vössner Call for Papers Themenschwerpunkt: Energiemanagement in WINGbusiness 03/2010 Beschreibung des europäischen Kraftwerkspark, Stra- Vorlagen zur Erstellung eines WING- tegien für den Klimawandel sind un- papers und konkrete Layout-Richtli- Für die Ausgabe 03/2010 laden wir teranderem Themenbereiche, die von nien sind als Download unter: Autoren ein, wissenschaftliche Arti- Interesse sind. Speziell Zukunftssze- http://www.wing-online.at/services/ kel (WINGPaper) zum Thema „Ener- narien der Elektromobilität, der ös- wingbusiness/medienfolder.html giemanagement“ zu verfassen. terreichischen Energiewirtschaft oder oder per E-Mail verfügbar. Das Energiemanagement umfasst für den gesamten Energiemarkt sind seit jeher die Energieversorgung, Herausforderungen, die mit Spannung Autoren können ihre Beiträge zum die die notwendige Basis für die verfolgt werden. Themenschwerpunkt als PDF an Entwicklung von Gesellschaft und Mit dem Schwerpunkt „Energie- office@wing-online.at übermitteln. Wirtschaft ist. Die Entwicklung der management“ soll den Lesern im 3. Die Ergebnisse des Reviews werden Energiepreise und der Klimawandel WINGbusiness im Jahr 2010 ein Ein- dem Autor innerhalb von 4-8 Wo- zwingt bisherige Lösungsansätze zu blick in diese spannenden Themenbe- chen nach Einsendung des Artikels überdenken. Die Gestaltung optima- reiche gegeben werden. zugestellt. ler Rahmenbedingungen für erneu- erbare Energien, die Entwicklung Hinweise für Autoren: Annahmeschluss: 25.07.2010 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Thema Bildquelle: Miba AGPeter MitterbauerDer Unternehmer der ZukunftVortrag, 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure in GrazDie Miba ist strategischer Entwicklungspartner der internationalen Motoren- und Fahrzeugindustrie. Das Unter-nehmen besteht seit 1927 und ist nach wie vor in Familienbesitz. Mittlerweile ist die dritte Generation der Fami-lie Mitterbauer im Unternehmen tätig. Die Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 2600 Mitarbeitern wirdseit jeher nachhaltig und wertorientiert geführt. Um als Unternehmer der Zukunft erfolgreich zu sein, bedarf eseiner gesunden Mischung aus Tradition und Innovation. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist es vonBedeutung, unternehmerisches Handeln konsequent an den eigenen Stärken auszurichten und sich auf die eigenenWurzeln und Kernkompetenzen zu konzentrieren. Durch die klare strategische Ausrichtung auf Hochtechnologie,gut geführte und engagierte Mitarbeiter und kluge Kosteneinsparungen in allen Bereichen gelang es der Miba gut,durch die schwierigen Monate der Wirtschaftskrise zu steuern. Das Unternehmen ist gut für die Zukunft gerüstet.Wirtschaftsingenieure arbeiten in Wirtschaft und Wissenschaft an Entwicklungen von morgen. DieMiba beschäftigt zahlreiche Wirtschaftsingenieure. In unterschiedlichen Bereichen des Unterneh-mens bringen sie ihr wertvolles Know-how ein. Die Ausbildung vereint auf einzigartige Weise tech-nisch-naturwissenschaftliche Kompetenz mit wirtschaftlichen Inhalten – diese Kombination ist ineinem Unternehmen wie der Miba gefragt. Miba Technologie und langjährige Erfahrung machen Fahr-zeuge, Züge, Schiffe, Flugzeuge und Kraftwerke leistungsstärker, effizienter und umweltfreundlicher.2009 - ein herausforderndes Jahr zu 25 Prozent. Gegen Ende des Jahres Das Unternehmen wurde unter dem stabilisierte sich die Industriekonjunk- Motto: „Sales up – Cash up – CostUnternehmer blicken auf eine turbu- tur langsam, allerdings auf deutlich down“ rasch auf neue Prioritäten ausge-lente Zeit zurück und zweifelsohne niedrigerem Niveau. Das Management richtet. Die Miba blickt in die Zukunft,liegt auch eine anspruchsvolle Zeit vor der Miba hat zu Beginn der Krise die das Unternehmensziel ist unverändertihnen. 2009 war ein herausforderndes richtigen Schwerpunkte gesetzt: es galt profitables Wachstum.Jahre für die Industrie, ihre Mitarbei- die Liquidität des Unternehmens zu si-ter und ihre Unternehmer. Die Ab- chern und die Kostenstrukturen an die Miba Strategie bewährt sich in dersatzmärkte der Miba waren in einer Kundenaufträge anzupassen. Krisenoch nie dagewesenen Intensität und Gleichzeitig aber war es wichtig,Geschwindigkeit eingebrochen. In den die klare strategische Ausrichtung auf In Summe konnte das Geschäftsjahrersten drei Quartalen verzeichnete das Hochtechnologie unbeirrt weiter zu 2009/10 besser als erwartet abgeschlos-Unternehmen Umsatzrückgänge bis verfolgen. sen werden. Der Gesamtumsatz betrugWINGbusiness 2/2010 
    • Top-Themaknapp 312 Millionen Euro, was etwa Peter Mitterbauer in der zweiten Gene- Die Übernahme von Verantwortung16 Prozent Rückgang bedeutet. In der ration. Auch die dritte Generation der und gutes Management wurden langeMiba ist man stolz darauf, dass trotz Familie ist in Person der Kinder Peter Zeit belächelt und als antiquiert abge-der Umsatzeinbrüche in jedem Quartal und Therese Mitterbauer bereits in der tan. Jetzt zeigt sich, wie dringend einein positives Ergebnis erwirtschaftet Miba aktiv. Die Miba ist heute eine Wirtschaften nach diesen Prinzipienwerden konnte. Im Branchenvergleich internationale Unternehmensgruppe, notwendig ist. Viele Unternehmenist das ein hervorragendes Ergebnis. die technologisch anspruchsvolle und überleben ihre erste oder zweite KriseDie Eigenkapitalquote des Familienun- hochbelastbare Antriebskomponenten nicht – egal, ob es sich um einen größe-ternehmens stieg auf über 60 Prozent, produziert. ren Markteinbruch oder eine Fehlent-die EBIT Marge beträgt 5,3 Prozent. Sie begleitet ihre Kunden der Mo- scheidung des Managements handelt.Es ist gelungen, aus der Nettoverschul- toren- und Fahrzeugindustrie weltweit Nur wenige Unternehmen sind fähig,dung ein Nettoguthaben zu machen von der Entwicklung bis zur Umset- wirklich große politische oder wirt-und der Cashflow erreicht beinahe die- zung individueller Lösungen. An zwölf schaftliche Krisen – so wie wir sie jetztselbe Höhe wie im vergangenen Jahr. Standorten in den Wachstumszentren erleben – problemlos durchzutauchen.Die Miba hat in den herausfordernden der Welt arbeiten rund 2600 Mitarbei- In der Rezession trennt sich die SpreuMonaten Marktanteile gewonnen und ter an einem gemeinsamen Ziel: Kein vom Weizen.investiert in die Zukunft. Antrieb ohne Miba Technologie. DasEin Unternehmer muss an sein Unter- Netz der Produktionsstandorte spannt Der Unternehmer der Zukunftnehmen und seine Zukunft glauben. sich über die ganze Welt: von USA über Brasilien, Europa bis nach Singapur Um als Unternehmer der Zukunft er- Die Miba hat mit ihrem Fokus auf und China. folgreich zu sein, bedarf es einer gesun-Hochtechnologie eine klare Ausrich- den Mischung aus Tradition und Inno-tung. Doch um Technologieführer- Miba ist ein eigentümergeprägtes, vation.schaft abzusichern und ausbauen zu börsenotiertes Unternehmen. Die Ei- Ebenso wie ein Baum bedarf ein Un-können, muss man konsequent daran gentümerstruktur – rund drei Vier- ternehmen starker Wurzeln, um denarbeiten und investieren. Das Miba Ma- tel der Anteile sind nach wie vor in aufziehenden Stürmen und Unwetternnagement hat trotz Umsatzrückgängen Familienbesitz – ist seit Jahrzehnten trotzen zu können. Die Werte einesnicht aufgehört, in die Zukunft zu in- stabil. Finanzielle Unabhängigkeit, Unternehmens bilden dabei nicht nurvestieren und strategische Projekte und gesellschaftliche Verantwortung und die Grundlage ethischen Handelns,Investitionen weiterlaufen lassen. Im eine langfristige Ausrichtung prägen sondern geben Firmen in KrisenzeitenApril hat die Miba den englischen Be- das Handeln im Unternehmen. Im vielmehr den notwendigen Halt, umschichtungsspezialisten Teer Coatings Jahr 2008 entwickelten die Führungs- diese zu meistern. Im Zentrum der Un-Ltd. übernommen. Das Unternehmen kräfte die Miba Vision 2015. Damit de- ternehmertätigkeit stehen nicht einemit Sitz in Droitwich, Großbritannien finierten sie die Rahmenbedingungen kurzfristige Gewinnmaximierung,ist Technologieführer im Bereich hoch- für die Zukunft. sondern die langfristige Steigerung desspezialisierter Oberflächenbeschich- Über allem steht das gemeinsames Ziel, Wertes – und damit die Zukunftssiche-tungen. die Vision: rung des Unternehmens. Über Jahr- Das Know-How der Teer Coatings Kein Antrieb ohne Miba Technologie. zehnte hin erfolgreiche Unternehmenerweitert Produktportfolio und Kom- Die Mission: Innovation in Motion - – so wie die Miba eines ist – denkenpetenz der Miba optimal und die Unter- Miba Technologie ermöglicht Ressour- nicht in Quartalsberichten, sondern innehmensgruppe kann so ihren Kunden cen schonende Mobilität. Generationen.noch umfassendere Lösungen anbieten. Die Strategie: Globale Nummer 1 inIm Juni 2010 eröffnet die Miba einen wirtschaftlich attraktiven, techno- Daran erinnert auch eine Aussa-neuen Sinterstandort in Ohio, USA. logisch anspruchsvollen Marktseg- ge des legendären GE Managers JackMit dem Aufbau dieses Standortes menten. Welch, der auf die Frage, ob es in einerträgt sie der Nachfrage nach energieef- Die Werte lauten Technologieführer- Krise neuer Regeln für das Manage-fizienten und emissionsreduzierten schaft, Leidenschaft für den Erfolg, ment bedarf, geantwortet hat: „DieAntriebskomponenten für Autos am Lebenslanges Lernen und Unterneh- Prinzipien sind immer noch dieselben.US-amerikanischen Markt Rechnung. merisches Handeln. Diese Werte leiten Jeden Tag danach streben, die DingeAuch der bestehende Standort in Ohio, sich stark ab von den Prinzipien des besser zu machen als zuvor.“ Dabeidie Miba Bearings US, wurde weiter Firmengründers Franz Mitterbauer, sind langfristiges, strategisches Den-ausgebaut. Im Juni startet dort die Pro- der einen hohen Leistungs- und Qua- ken und Handeln in den vergangenenduktion von Hochleistungs-Gleitlagern litätsanspruch an sich selbst und sein Jahren immer schwieriger geworden.für LKW Dieselmotoren. Umfeld hatte. Diese Werte waren in Manager müssen sich und ihre Organi- der Vergangenheit Leitlinie und wich- sationen auf Flexibilität einstellen, umDie Miba Welt tiger Ankerpunkt und sie werden es mit dem Tempo des Marktes mitzuhal- auch in der Zukunft sein. ten und den Veränderungen von außenDie Miba wurde 1927 im Salzkammer- Rechnung zu tragen. Diese Flexibilitätgut gegründet, heute befindet sich das Die Miba – und das ist die wichtigste Ba- allerdings führt zu einem Verlust anUnternehmen im 83. Jahr seines Beste- sis für eine erfolgreiche Zukunft – wird Planbarkeit und Sicherheit für Mitar-hens und mit Vorstandsvorsitzenden nachhaltig und wertorientiert geführt. beiter, Kunden, Lieferanten.10 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Thema die Innovationsfä-  Gleitlagerlösungen in Windgetrie- higkeit des Unter- ben (Planetenlagerbüchsen) und nehmens. Techno- Windturbinengeneratoren (Rotorla- logieführerschaft ger-Pads) und Innovations-  Komponenten für Doppelkupp- kraft schaffen ei- lungsgetriebe oder Servo-Synchro- nen Wettbewerbs- nisierung zur Verbrauchsreduktion Dipl.-Ing. DDr. h.c. vorsprung. Ein und höherem Schaltkomfort in letzter, wichtiger PKW Peter Mitterbauer Punkt um als Un-  Reibbelag mit höherer Energiebe- Vorstandsvorsitzender ternehmer erfolg- lastbarkeit für Windturbinen der Miba AG reich zu sein, ist  Funktionale Bauteilbeschichtungen eine robuste Fi- zur Reibungsminimierung nanzstruktur des Dieses Manko – nämlich den Verlust Unternehmens. Die Miba hat darauf Alle diese Entwicklungen bringen diean Sicherheit und Stabilität – können immer großen Wert gelegt und es ge- Miba ihrer Vision einen Schritt näher:nur glaubwürdige, kompetente Füh- lingt gut, das Unternehmen auf die Zu- Kein Antrieb ohne Miba Technologie.rungskräfte wettmachen. kunft auszurichten. Es geht bei all diesen Entwicklungen nicht um kurzfristige Marktausnut-Deshalb schlägt in der Krise auch die Wachstum durch Technologie zung und schnelle Gewinne. Die De-Stunde mutiger, guter Führung. vise ist langjähriges, profitables Wachs- Die Miba investiert jährlich rund sechs tum. Dabei wird in der Miba einer Die wesentliche Aufgabe der Füh- Prozent des Umsatzes in Forschung und soliden Finanzierungsstrategie und derrungskraft in unsicheren Zeiten ist, Entwicklung und leistet mit ihrer In- Sicherung von Liquidität nicht nur inSicherheit zu vermitteln, indem sie novationskraft einen unverzichtbaren der Krise hohe Bedeutung beigemes-Werte vorlebt und unermüdlich kom- Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der sen. Ein straffes Forderungs- und La-muniziert. Kunden. Gerade in schwierigen Zeiten germanagement und die konsequente hat die Miba unverändert hoch in den Optimierung des Working Capital ver- In der Miba gibt es Führungsprin- Ausbau ihrer Technologieführerschaft schafft dem Unternehmen Luft zumzipien, die Mitarbeiter – egal, ob Rezes- investiert. Atmen. In der Miba werden Investi-sion oder Hochkonjunktur – von ihren Knapp 19 Millionen Euro flossen im tionen traditionell aus eigener Kraft,Führungskräften erwarten können. Es vergangenen Jahr in den Bereich F&E. sprich aus dem operativen Cash-flow,handelt sich dabei um ebenso vermeint- 150 Mitarbeiter arbeiten dort tagtäglich finanziert.lich banale wie essentielle Tugenden Hand in Hand mit den Kunden anwie etwa Integrität, Mut, Respekt oder neuen Entwicklungen. Eine Stärke der Warm heart – Cool head – WorkingLeistungsbereitschaft. Integrität bedeu- Miba ist, dem Kunden Lösungen anzu- handstet dabei für uns, aufrichtig zu sein, kri- bieten, die maßgeschneidert sind.tisch seine Meinung zu sagen, klar und „A warm heart – a cool head – workingtransparent zu kommunizieren und Die Miba setzt auf energieeffiziente An- hands“ - das beschreibt, was es in har-Probleme anzupacken. triebe und ressourcenschonende Mobili- ten Zeiten braucht. tät. Eine partnerschaftliche Unter- Die Qualität eines Managers machtnehmenskultur zeichnet attraktive Mit dem Forschungsschwerpunkt die richtige Kombination aus Realitäts-Arbeitgeber aus, steigert die Arbeits- auf leistungsstarke, sichere und um- sinn und Vision aus. Diese Krise bietetzufriedenheit und Identifikation mit weltfreundliche Antriebstechnologien ebenso viele Risiken wie Chancen. Gutdem Unternehmen und verbessert so ist die Miba auf die Anforderungen geführte Unternehmen finden auch indie Wirtschaftlichkeit. Das Ziel in der ihrer Kunden ausgerichtet. Großes Po- dieser Zeit enorme Wachstumsmög-Miba lautete, mit der Stammmann- tential und Chancen liegen im Bereich lichkeiten: Wenn sie sich auf ein starkesschaft durch die Krise zu kommen, da alternativer Antriebstechnologien oder Kerngeschäft konzentrieren und dortgenau diese qualifizierten Mitarbei- in der Windindustrie. Wachstumschan- vorhandene Potenziale voll ausschöp-ter für den nächsten Aufschwung ge- cen ergeben sich auch in Zukunfts- fen. Es macht Freude, in anspruchs-braucht werden. märkten wie China, Indien, Brasilien. vollen Zeiten wie diesen Unternehmer Diese Regionen entwickeln sich sehr zu sein. Das sind die Zeiten, in denen Geringe Fluktuation der Mitarbei- erfreulich – vor allem China: hier wer- eine Firma ihre Innovationskraft undter sichert die Nachhaltigkeit eines den heute mehr LKW produziert als in den Unternehmergeist unter BeweisUnternehmens ebenso wie die Schaf- Europa. Darauf richten das Unterneh- stellen und Zukunft gestalten kann.fung nachhaltiger, dauerhafter Wett- men seine Technologien aus, mit zumbewerbsvorteile: Eine hohe Kunden- Beispiel folgenden Entwicklungen: Veränderungsbereitschaft und In-orientierung und langjährige tragfä-  Hochbelastbare und völlig bleifreie novationskraft braucht es auch von derhige Beziehungen zu Kunden und Lie- Gleitlager für sparsame LKW Diesel- öffentlichen Hand, der Sozialpartner-feranten sind dabei ebenso wichtig wie motoren schaft, den politisch Verantwortlichen.WINGbusiness 2/2010 11
    • Top-ThemaDie Vorraussetzung für eine starke und geboren 1942 in Laakirchen/OÖ, Sonstige Funktionenerfolgreiche heimische Industrie ist, verheiratet, 2 Kinderdass die Unternehmen Möglichkeitenhaben, flexibel reagieren zu können. Ausbildung  1988 – 1996 Präsident der Vereini-Eine handhabbare Regelung zur Flexi- gung der Österreichischen Industrie,bilisierung der Arbeitszeit ist dringend  Realgymnasium Landesgruppe Oberösterreichnotwendig.  Studium Maschinenbau und Be-  1990 – 1996 Vizepräsident der oberös- triebswirtschaft an den Technischen terreichischen Wirtschaftskammer Österreich braucht ein innovations- Universitäten Graz und Wien  1996 – 2004 Präsident der Vereini-freundliches Klima und gezielte Inves-  Berufspraxis und Ergänzungsstudi- gung der Österreichischen Industrietitionen in Bildung und Forschung und um in den USA  2001 – 2004 Vizepräsident der UNI-Entwicklung. Als Industrieland muss CE (Vereinigung der europ. Indus-Österreich ein attraktiver Standort für Berufliche Tätigkeit trie- und Arbeitgeberverbände)die besten Köpfe sein. So erhält und  Seit 2004 Vorsitzender des Auf-stärkt das Land seine Innovationskraft  1969 Eintritt in das 1927 vom Vater sichtsrats der FFG (österrei-und ist gut für die Zukunft gerüstet. gegründete Unternehmen, Leitung chische Forschungsförderungsge- des Gesamtverkaufs und Leitung sellschaft mbH)Zur Person: mehrerer Beteiligungsunternehmen  Seit 2005 Vorsitzender des ÖIAG-  1973 Eintritt in den Vorstand AufsichtsratsDI DDR. H.C. PETER MITTERBAUER,  Seit 1986 Vorsitzender des Vorstands  Mitglied diverser anderer Aufsichts-Vorstandsvorsitzender der Miba AG, der heutigen Miba AG räte LEUTE/KÖPFE Dipl.-Ing. Wolfgang Dopf MBA Vorstandsdirektor der LINZ AG Jahrgang 1957 Nach der HTL in Vöcklabruck, dem Studium „Wirtschaftsingenieurwesen im Maschinenbau, Fachrichtung Dampf- und Wärmetechnik“ an der TU Graz und der Ausbildung zum Zivilingenieur, ergänzte das Limak General Management Executive MBA Programm seine Ausbildung. Auslandserfahrung sammelte er 1984/85 bei einem einjährigen Praxisaufenthalt bei Hills Industries Ltd. in Adelaide, Australien. Nach Tätigkeiten bei der Österreichischen Invesitionskredit AG in Wien und der Steyrermühl Papierfabriks- und Verlags AG trat er 1993 in die damalige ESG als Leiter der Kraftwerke ein. Im Oktober 2004 wurde Wolfgang Dopf zum Geschäftsführer der Linz Gas/Wär- me GmbH und im April 2007 in Personal¬union zum Geschäftsführer der LINZ STROM GmbH ernannt. Seit 1.4.2009 ist er als Vorstandsdirektor zuständig für das Energie-Ressort. Dieses umfasst die Strom-, Erdgas- und Fernwärmeversorgung und den Bereich Tele- kommunikation.12 WINGbusiness 2/2010
    • Top-ThemaKarl RoseEntwicklungen von Märkten und KonsumverhaltenDer Einsatz von Zukunftsszenarien zur Erarbeitung von wirtschaftlichenEntscheidungsgrundlagenWie schön wäre es im Vorfeld einer großen Investitionsentscheidung zu wissen, ob die zugrunde liegen-den Annahmen richtig sind. Der Wunsch zu wissen wie die Zukunft aussieht ist so alt wie die Mensch-heit selbst. Leider ist und bleibt es unmöglich die Zukunft vorherzusagen. Aber die Zukunft ist nicht un-denkbar. Die Erschaffung von alternativen Zukunftsmodellen, auch Szenarien genannt, und das Arbeitenmit Zukunftsszenarien ist zu einem festen Bestandteil der modernen Unternehmensführung geworden.I n diesem Artikel beschäftigen wir uns mit möglichen Szenarien für dieglobale Entwicklung von Märkten und Planung Methoden und Instrumente um Unsicherheiten zu bewältigen und unsere Annahmen über die Zukunft zu machen, sondern primär um die Identifizierung der treibenden Kräfte und kritischen Unsicherheiten, derenKonsumverhalten. Es geht dabei nicht zu überprüfen. Die Entwicklung von unterschiedliche Lösung verschiedeneum die Vorhersage von konkreten Zukunftsszearien ist eine Methode, die Zukunftsentwicklungen zur Folge hat.Kennzahlen, sondern um den Ansatz sich sehr gut eignet um mit grossen Un- Wir suchen in der Szenarioplanung ge-qualitativ über die Auswirkungen glo- sicherheiten systematisch umzugehen. zielt nach den Trendbrüchen, die mög-baler Trends auf die Märkte der Zu- Einige Beispiele wichtiger externer lich und sogar wahrscheinlich sind.kunft nachzudenken. Wir werfen einen Unsicherheiten die uns zum jetzigen Diese frühzeitig zu erkennen ist fürBlick auf die möglichen Auswirkungen Zeitpunkt betreffen sind die Finanz- die Entwicklung von Handlungsopti-der Finanzkrise auf regionale Märkte krise, demographische Entwicklungen onen und zukunftsrobusten Strategienund betrachten potentielle makro-öko- und die Auswirkungen einer alternden von großem Wert. Dabei stellen wir unsnomische Verschiebungen im globalen Gesellschaft, sowie die Problematik nicht die Frage: „Was wird passieren?“,Handel genauso wie die Auswirkungen des Klimawandels. Es handelt sich da- sondern: „Was werden wir tun, wenndemographischer Entwicklungen. Ein bei um trans-nationale, oft unlösbar diese mögliche Zukunft wirklich ein-solcher Ansatz ermöglicht es, zum Bei- erscheinende Probleme, die Menschen tritt?“. Eine solche Einstellung ermög-spiel, Konsumverhalten und seine po- stark verunsichern und ein Gefühl licht es uns schneller als Konkurrentententiellen Auswirkungen auf die wirt- der Ohnmacht und Hilflosigkeit hin- auf eine mögliche, aber im Prinzip un-schaftliche Entwicklung einer Region terlassen. Für viele dieser Themen ist vorhersehbare, Zukunft zu reagieren.zu erkunden und auf Glaubwürdigkeit es beinahe unmöglich um exakte Vor- Schauen wir uns kurz die heutigezu testen. hersagen zu treffen. Darum verwenden Lage an. Die Erholung der globalen Die wichtigsten Entscheidungen wir in der Entwicklung von Strategien Wirtschaft wird gestützt durch dasder Gegenwart hängen von unseren und Handlungsoptionen gerne die Wachstum der sich entwickelnden Be-Annahmen über die Zukunft ab. Wir Technik der Szenarioplanung. Dabei völkerungsgiganten China und Indien.brauchen deshalb in der strategischen geht es nicht darum eine Vorhersage Aus Angst vor den negativen FolgenWINGbusiness 2/2010 13
    • Top-Themader Krise auf lokaler und regionaler Der wirtschaftliche Aufschwung in auch wenn sie nicht auf SpekulationEbene, wie zum Beispiel regional hoher den USA ist wie erwartet stärker als in zurückzuführen sind, wird mit großemArbeitslosigkeit oder stark steigender Europa, wobei im Nordatlantischen Mißtrauen und Ablehnung begegnetStaatsverschuldung, halten schon ver- Wirtschaftsraum durchaus noch das werden. Das Potential für politischeschwunden geglaubte nationale Priori- Risiko einer zweiten Rezession („dou- Radikalisierung durch bestehende undtäten und Interessen wieder Einzug in ble dip“) im zweiten Halbjahr 2010 steigende Einkommensdisparität steigtdie internationale Politik. Es kommt und ersten Halbjahr 2011 gegeben ist. und es besteht die Gefahr des Einzugsverstärkt zu einer Kombination von Grundlage dafür ist das Auslaufen der von Populismus und Extremismus instark nationalen Positionen mit einem staatlichen Konjunkturpakete und die die tagespolitische Debatte.Stückwerk an wichtiger Kollaboration Frage, ob die Weltwirtschaft ohne diese Das Vertrauen in Institutionen, undund Entwicklung gemeinsamer Stand- Hilfspakete, und die dadurch ausgelös- hier inbesondere in die Politik, ist anpunkte, vor allem im Bereich der Um- te Nachfrage nach Investitionsgütern, einem historischen Tiefpunkt ange-weltpolitik, die noch stets sehr große weiteres eigenständiges Wachstum langt. Das Verlangen nach Gerechtig-politische Aufmerksamkeit genießt. zeigen wird. Bis jetzt hat die Entwick- keit und Vergeltung für die Verursa-Die stärkere Rolle der G20 gegenüber lung des Privatkonsums im Westen ent- chung der Finanzkrise führt zu Rufenden G8 und die in Kopenhagen neu täuscht und es wird für die weitere po- nach mehr Regulierung und hat nega-entstandenen „table stake“ Koalitionen sitive Entwicklung der Weltwirtschaft tive Auswirkungen auf wirtschaftlichesind ein gutes Beispiel einer solchen von außerordentlicher Bedeutung sein, Risiken. Finanzierungsdefizite bei öf-internatonalen Zusammenarbeit unter ob Asien, und hier vor allem China und fentlichen Dienstleistungen und Pensi-Wahrung der nationalen Interessen. Indien, langfristig einen Binnenmarkt onen, und die Bürde demographischer In der Wirtschaft hat eine, nicht für Eigenkonsum entwickeln können Trends schaffen die Grundlage für Här-nur konjunktur- sondern auch struk- und wollen. tefälle und das Potential für politischeturell bedingte, Differenzierung der Unternehmen werden sich auf stär- Krisen. Steigender Protektionismuswirtschaftlichen Positionierung ein- kere nationale Interessen einstellen ist in einer solchen Zukunft durch-zelner Staaten stattgefunden, wie ein müssen. Daher werden die Betriebe aus möglich. Wachsender Konsum inVergleich der Wirtschafts- und Finanz- den globalen Wettbewerb gewinnen, Asien ist dabei die einzige Lösung fürlage der EU Staaten Griechenland und die am besten lokalen Beziehungen ein stabiles Wachstum der WirtschaftDänemark deutlich erkennbar macht. aufbauen und erhalten können, und auf globaler Basis.Entstandene Budgetdefizite sind nicht diejenigen, welche zur Zeit die Der Trend der steigenden Urbanisie-langfristig wahrscheinlich nur durch größte internationale Erfahrung haben. rung in Entwicklungsländern setzt sichstärkeres Wachstum zu bekämpfen, Globalisierung wird sich, wenn auch fort, und eine wachsende Anzahl anwobei Strukturdefizite unbedingt be- holprig, fortsetzen, aber wahrscheilich „Megacities“ gewinnen an Bedeutungseitigt werden müssen. Im Falle eines in einem langsameren Tempo und mit und entwickeln sich zu Kristallisati-weiteren wirtschaftlichen Rückschlags nationalen Übertönen. onspunkten des Wachstums und derdroht uns die Gefahr eines „verlorenen Die geopolitische Landschaft er- Innovation. Sie werden zu vernetztenJahrzehnts“. scheint stabil, aber Volatilität steigt ins- Zentren der Macht und sind Pioniere gesamt. In der weiteren Machtverschie- einer Eco-Lebenskultur sowie einer Durch die Auswirkungen der Finanz- bung von Ost nach West ist vor allem globalen Dienstleistungsgesellschaft.krise hat Europa deutlich an Einfluß das Verhältnis zwischen China und Dabei stellt sich die Frage, ob stärkereund Macht verloren und weist im Ver- den Vereinigten Staaten von entschei- regionale Zusammenarbeit die Ant-gleich mit Asien und Amerika in den dender Bedeutung. Es ist vorauszuse- wort von kleineren Städten auf die sel-Bereichen Arbeitsmarkt, Konsum und hen, daß es zwischen diesen beiden ben Herausforderungen darstellt.Potentialwachstum, strukturell schwä- Supermächten in den nächsten Jahren Ungebremster Luxus wird sehr baldchere Leistungserwartungen auf. Der sowohl Perioden der Turbulenzen als zu einem Negativbild im Westen, aberjetzige wirtschaftliche Aufschwung ist auch des Entgegenkommens geben nicht im Osten. Es ensteht ein Rezes-regional sehr verschieden und schwankt wird, was direkte Auswirkungen auf sions-Chic, bei dem Luxusmarkenzwischen einer sehr schnellen Erholung die globalen Märkte nach sich zieht. auch mit gezielt billigeren Produktenin einigen Ländern Asiens, einem so- Für China wird die Entwicklung eines auf den Markt kommen. Jugend undgenannten V-Wachstum, bis zu einem funktionierenden Binnenmarktes lang- Konsumenten in den sogenanntendeutlich langsameren Aufschwung in fristig nicht nur wirtschaftlich sondern BRIC Staaten (Brasilien, Rußland, In-Ländern wie Großbritannien, Grie- auch innen- und außenpolitisch zur dien China) gewinnen immer mehrchenland, Italien, Spanien, und Ruß- Schlüsselfrage. an Bedeutung für den weltweiten Kon-land. Die zu erwartenden großen Un- Eine weitere Kernfrage lautet in allen sum. Demographische Trends zeigenterschiede in der makro-ökonomischen politischen Systemen: „Wer sind die Ge- uns, daß es in den nächsten JahrenLeistung von Staaten sind sehr oft auf winner und Verlierer im Schultern der und Jahrzehnten zu einer einschnei-strukturelle Schwächen zurückzufüh- Auswirkungen der finanziellen Krise?“, denden Verschiebung im Bereich desren. Österreich und Deutschland lie- wie man auch in der österreichischen Privatkonsums kommen wird. Erstens,gen zur Zeit eher im Mittelfeld, wobei Tagepolitik beobachten kann. Es wird zeichnet sich in Europa, und in schwä-die stattfindende Konjunkturbelebung sicherlich stärkere Eingriffe der Staaten cherem Maße den USA, eine sehr starkehauptsächlich durch Exportwachstum in den Industrie- und Finanzsektor ge- Veralterung der Gesellschaft ab. Diesergetrieben wird. ben. Größeren Gewinnen von Banken, Trend verstärkt sich ab 2010 in zuneh-14 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Thema steigen, da es einen und Gemeinschaften für langfristige großen öffentlichen wirtschaftliche und gesellschaftliche Kapitalbedarf gibt Entwicklung einzusetzen. Erfolgreiche um Budgetdefizite Unternehmen brauchen eine Vision, zu finanzieren, so- die über viele verschiedene Kulturen wie eine steigende hinweg wirksam ist, und doch auf das Dipl.-Ing. Regulierung der lokale Umfeld zugeschnitten werden Finanzmärkte. Die kann. Die Reputation von Unterneh- Karl Rose geforderte höhere men hängt nicht von Entscheidungen Geschäftsführer Qualität von Ver- der Gerichte, sondern von der Mei- Strategy Lab GmbH, mögenswer ten, nungsbildung in der Gesellschaft ab. Wien zum Beispiel bei Unternehmen können nicht überall tä- Banken, Versiche- tig sein, aber ihr Ruf wird überall gese- rungen und Pensi- hen werden. Als direkte Folge werdenmenden Maße und führt zu einer star- onen, wird sich in Form höherer Zin- Unternehmen wieder weniger Risikenken Verschiebung des wirtschaftlichen sen auswirken. eingehen.Schwerpunkts von Güterproduktion Bei der Entwicklug der BRIC Staa- Abschließen möchte ichzu Dienstleistungen. ten wird es sowohl Ähnlichkeiten als aus aktuellem Anlaß mit ei- Zweitens, verschiebt sich das Aus- auch markante Unterschiede geben. Es ner (alt)griechischen Weisheit:maß des Konsums vom Westen in den handelt sich bei allen Staaten um große „Es kommt nicht darauf an, die ZukunftOsten, sowohl in Anzahl der Konsu- Wirtschaftsräume und rasch anstei- zu wissen, sondern auf die Zukunft vorbe-menten, als auch im absoluten Konsum- gende Märkte mit einem starken Ar- reitet zu sein.“ (Perikles)volumen. Es wird erwartet, daß Asien beitsmarktpotential. Ihre Binnenmärk- Dipl.-Ing. Karl Rose:in beiden Fällen über 80% des Welt- te werden an Bedeutung zunehmen 1979 - 1984 Studium der Erdölwissen-konsums ausmachen wird. Eine solche und neue bedeutende Absatzmärkte schaften, Montanuniversität LeobenVerschiebung des Schwerpunktes nach für den weltweiten Konsum werden. 1985 Militärdienst in ÖsterreichOsten, die sich schon heute in Städten Für Brasilien wird wahrscheinlich er- Royal Dutch Shellwie Istanbul mit seiner wirtschaft- folgreicher Technologietransfer aus 1985 - 1996 Petroleum Engineering -lichen Macht und jungen Bevölkerung dem Westen zu einer Kernfrage, wäh- Technische Laufbahn in verschiedenenbeobachten läßt, wird weitreichende rend Rußland stark unter Auswande- PositionenAuswirkungen für Wertschöpfung und rung leidet. Indien hat wahrscheinlich 1996 - 1998 Business Development Ma-damit verbunden auch Steueraufkom- die besten Voraussichten, da China’s nager - Leiter der Entwicklung neuermen und Wohlstand haben, und wich- ”Ein Kind” Politik schwerwiegende de- Märkte im Bereich Exploration undtige Fragen nach der Nachhaltigkeit der mographische Auswirkungen zeigt. Förderungproduzierenden Wirtschaft im Westen Regionalen und globalen Organisati- 1998 - 1999 Vice President, Governmentaufwerfen. onen wird in Zukunft eine zusätzliche Relations - Kontakte mit der Regierung Die genannten demographischen Rolle zukommen. Nationale Interessen in den USAEntwicklungen werden einen starken und kurzfristige Anliegen treiben Ent- 1999 - 2001 Business Intelligence - Grün-Druck auf die Haushalts- und Steuer- scheidungsträger und es herrscht ein dung der ersten “Business Intelligence”politik in westlichen Ländern ausüben, starkes Element der Rivalität. Überein- Abteilungda abzusehen ist, daß die öffentlichen stimmung gibt es nur dort, wo Interes- 2001 - 2007 Corporate Strategy - Ver-Ausgaben steigen und die Basis für das sen zusammenfallen. Daher entsehen schiedene Positionen im Bereich Strate-Steuereinkommen sinkt. Dem muß neue Koalitionen des gemeinsamen gie für Shell in London und Den Haag,gezielt durch Reformen zur Steige- Interesses aus Furcht vor Verlust von inklusive Vizepräsident für Strategierung von Produktivität, Effizienz und Lebensqualität und wirtschaftlichem 2008 - 2010 Chief Strategist - Unter-Wachstum entgegengewirkt werden. Fortschritt. Das Recht seine Stimme stütung des Vorstandes und des Auf-Außerdem ist eine De-regulierung zur geltend zu machen hält Einzug. Prag- sichtsrates in allen Aspekten der derFörderung von neuen Märkten, Pro- matische Netzwerke von globalen/regi- strategischen Ausrichtung und Ent-dukten und Dienstleistungen gefragt, onalen Institutionen existieren neben scheidungsfindungwas im direkten Wiederspruch zur nationalen Regierungen und üben World Energy Council, Londonerwarteten stärkeren Regulierung als zum Beispiel finanzielle Kontrolle seit 1.2.2010 Senior Fellow, Global Sce-Folge der Finanzkrise steht. Weitere aus oder entwickeln neue Standards narios - Berichtet an den Generalsekre-Auswirkungen sind eine Verschiebung unsw. Es kommt zu Hybridmodellen tär des WEC und leitet Als Experte (inin den heimischen Märkten zu Dienst- (öffentlich+ privat) der Führung. Diese Teilzeit) die Entwicklung der globalenleistungen, vor allem im Gesundheits- neuen Institutionen fungieren als “ein- Energieszenarien 2050 für das WECsektor, sowie eine stärkere Nachfrage gebaute” Stabilisatoren für wirtschaft- Strategy Lab GmbH, Wiennach Qualität und maßgeschneiderten liche und politische Volatilität. seit 1.4.2010 Geschäftsführer und Grün-Lösungen für Kunden, symptomatisch Auch die Position und gesellschaft- der - Etablierung einer Beratungsfirmafür eine alternde Gesellschaft. Auch die liche Rolle von multinationalen Un- für alle Bereiche der Unternehmens-Kapitalkosten für Unternehmen wer- ternehmen ändert sich. Sie haben die führung und des strategischen Ma-den als Folge der Krise wahrscheinlich Chance sich als Partner für Staaten nagements.WINGbusiness 2/2010 15
    • Top-ThemaInterviewVerantwortungsvolle UnternehmensführungManagementanforderungen der ZukunftEin Gespräch mit Dipl.-Ing. Lars Maydell am Kongress der Wirtschafts-ingenieureNeueste Forschungsergebnisse, die Egon Zehnder International in Kooperation mit der Harvard BusinessSchool erarbeitet hat, zeigen die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gesamtperformance eines Unterneh-mens unabhängig von Größe und Branche. Diese sind: Firmenkultur, Teamstruktur, CEO-Impact, Indus-trie- und Brancheneffekte, makroökonomische, globale und/oder volkswirtschaftliche Effekte sowie sonstigeEinflussfaktoren. Besonders signifikant ist die festgestellte Korrelation zwischen Firmenkultur, Teamstruktu-ren und CEO-Impact (der in Einzelfällen bis auf 40 % ansteigen kann). Es wird zukünftig notwendig sein, mit„Contextual Intelligence“ zu agieren und Nachfolgegenerationen danach auszuwählen und zu befähigen.In dem Vortrag plädiert Egon Zehnder International für einen Führungsstil, der stärker interdiszipli-när ausgeprägt ist und weit über die Grenzen des eigenen Positions- und Unternehmensbereiches hin-ausgeht. Ziel ist es, dass Führungskräfte einerseits verlorene Bodenhaftung zurück gewinnen und ande-rerseits eine noch höhere Komplexität managen und gleichzeitig Orientierung geben können. Der dafürnotwenige Transformations- und Entwicklungsprozess von einzelnen Führungskräften bzw. ganzer Teams sowiemögliche „Lehren“, Konsequenzen und Maßnahmen aus der Krise sind ein wesentlicher Teil der Ausführungen.Was muss ich morgen tun, um dem Profil tung zu übernehmen. Suchen Sie ein Was wäre denn die perfekte Ausbildungeines Top-Managers zu entsprechen? Unternehmen, das Ihren Wertevor- für eine Position im Top-Management? stellungen entspricht. Führungsverhal-Als ersten Schritt nach der Universität ten, Kommunikationsverhalten sowie Natürlich ist eine hervorragende Aus-würde ich Ihnen empfehlen, sich das Team Work werden in dieser Zeit in bildung eine GrundvoraussetzungUnternehmen sehr genau auszusuchen, höchstem Maße geschult, und dies sind für einen guten Karriereweg. Es gibtfür das Sie arbeiten wollen. Im Sinne jene Fähigkeiten, die sie dann später als natürlich auch immer Ausnahmen,von Führungskultur, von Weiterbil- Unternehmensführer können müssen. Persönlichkeiten, die genauso ohnedung, und von der Möglichkeit, schon Das größte Risiko für einen Berufsein- spezielle Ausbildung diese Fähigkeitenin einem frühen Stadium Verantwor- steiger ist ein schlechter Vorgesetzter. erlernen. Aber dieses Lernen von stra-16 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Themategischen, analytischen und konzep- Vermächtnis aufgebaut haben, indem Aber viele kennen wir nicht! Sie arbei-tionellen Bereichen um eine Struktur Sie gute Führungsarbeit geleistet ha- ten in einer ähnlichen Industrie, ent-für sein Wissen bekommen, ist meiner ben. sprechen dem gesuchten Profil oderMeinung nach extrem wichtig. Ich bin werden empfohlen. Generell läuft beiaber schon vorsichtig, dabei zu sagen, Was macht einen Headhunter aus? uns sehr viel über Empfehlung. Wir ru-welche Ausbildung das genau wäre. fen Leute an und fragen, wer gut fürWenn wir nicht genau wissen, welche Ich will erklären, warum ich den Be- diese Rolle wäre. Von den genanntenBerufe in den nächsten Jahren so er- griff Headhunter nicht zielführend Leuten haben wir bestimmt 2/3 nochfolgreich sein werden und welche sich finde. Es impliziert, dass die Dienst- nie gesehen. Wir interviewen jedenentwickeln, ist sicher eine Betonung leistung das Finden ist, und das ist der Kandidaten persönlich, bevor wir ihnauf Technik oder Betriebswirtschaft große Irrtum. Das ist heute noch we- vorstellen. Das ist wie ein Trichter. Vonzu kurz gegriffen. Aber die Kombinati- niger wahr als früher. Was Manager zwanzig interviewten Personen präsen-on aus Wirtschaft und Technik, dieses und HR Persönlichkeiten bei einem tieren wir schließlich drei.Kennenlernen verschiedener Werte- Executive Search Berater suchen, istkonflikte, verschiedener Denkarten, eine hohe Vertrautheit mit der Indus- Wie hat sich die Branche verändert bzw.verschiedener Wissenschaftskulturen trie, ein etabliertes Netzwerk und ein wie wird sie sich in Zukunft verändern?bereits in einem frühen Zeitpunkt der Wissen um die Leute in dem Markt Wird man einen Topmanager über Face-Ausbildung, kann nur ein großer Vor- – sogenanntes Insiderwissen. Und die book finden können?teil sein. Fähigkeit, dieses Insiderwissen nicht nur national, sondern auch internatio- Es gibt das Phänomen der sozialenDiese Heterogenität ist nicht nur in nal sicherzustellen. Netzwerke erst seit sehr kurzer Zeit.einem Lehrgang oder in einem Studi- Das ist ein Prozess, der erst gestartetenzweig zu erreichen. Erasmus bietet Man muss den Österreicher finden, der wurde, unter der Annahme, dass sichviele Möglichkeiten, ebenso Praktika. gerade in Silicon Valley ist. Man muss die Veränderungsgeschwindigkeit en-Ich denke, dass Sie zu allererst ihrer auch den finden, der sich gerade in Süd- orm steigern wird. Man kann heutePassion, was sie gerne machen möch- afrika befindet. Außerdem wird von noch gar nicht einschätzen, was das al-ten, folgen müssen. Wichtig ist, dass Sie einem Executive Search Berater erwar- les für uns bedeutet. Aber es ist sicher,eine gewisse Breite in der Ausbildung tet, dass er die Aufgabe analytisch ver- dass diese Plattformen in kürzester Zeitbekommen und sich nicht zu früh in standen hat, um dann Leute zu finden, nicht mehr vorrangig für Freizeitbe-ihrem Berufsweg zu sehr einengen. die diese Aufgabe erfüllen können. lange genutzt werden, sondern dass es eine Aufgliederung, eine VerfeinerungWann wird man von Ihnen entdeckt? Wir nennen das Judgement - Beurtei- geben wird. lungskraft. Eine Führungskraft möchteWas macht junge Leute erfolgreich? sich nicht mehr als drei bis fünf Leute Es wird vermehrt ein sehr ausführ-Vorrangig sind da Themen wie Leis- anschauen, denn er hat nicht die Zeit licher Lebenslauf nicht nur im mittle-tungsfähigkeit und Engagement – aber für zwanzig. Er möchte, dass alle von ren Management, sondern bis hinaufnatürlich auch Glück! Das wird immer diesen drei bis fünf Leuten in der Lage zu den höchsten Führungskräftendazugehören! Was Sie hingegen aktiv sind, die Aufgabe zu machen, und letzt- online abrufbar sein. Betrachten wirsteuern können, ist in ihren ersten Füh- endlich menschliche Eigenschaften noch einmal die Kompetenzen desrungsaufgaben bei den Leuten, die Sie bzw. Sympathie den Ausschlag geben. Executive Search, die sich in die Teilbe-geführt haben, den Eindruck zu hinter- reiche Identifizierung, Beurteilung undlassen, dass es wertvoll war, mit Ihnen Wie läuft ein Executive Search Prozess schließlich in das Hineinbringen in diezu arbeiten. Sie werden heute kaum letztendlich ab? Position gliedern lassen.in einem Unternehmen in die nächstePosition befördert, wenn Sie nicht von Zuerst definieren wir das Profil für die Der Bereich der Identifizierung verän-der Akzeptanz und von der positiven Rolle, die Sie suchen. Da geht es noch dert sich in jedem Fall als erstes ganzReputation getragen werden. Es gibt gar nicht darum, ein Netzwerker zu dramatisch. Der Bereich der Beurtei-keinen Prozess, der ohne Referenzna- sein und Leute zu kennen. Es braucht lung jedoch wird immer ein Spezialbe-men stattfindet, ohne eine Befragung die Fähigkeit zu analysieren, was die reich sein! Das ist die Dienstleistung,des Umfelds. Aufgaben dieser Rolle genau sind. Was die unsere Branche anbietet. Egon macht jemanden in dieser Rolle er- Zehnder als Firmengründer hat vor 40Bekommen Sie auch klassische Bewer- folgreich? Wo sind die Grenzen zu den Jahren begonnen, diese Branche in Eu-bungen? Nachbarbereichen? Wie fließt die Kom- ropa aufzubauen. munikation in diese Rolle ein? DieserDie Charakteristik unserer Brache ist erste Teil ist reine Vorbereitungsarbeit. Damals hatte er nur das Telefonbucheigentlich, dass wir uns bei Ihnen mel- Erst danach beginnt der Prozess der ak- von Zürich, um an Informationenden. Und zwar dann, wenn Sie gewisse tiven Suche mit Unterstützung von Re- über Firmen zu kommen! Was ist inSchritte in ihrem Berufsweg bereits ge- searchern. Einen Teil der potenziellen den letzten 40 Jahren passiert? Diemacht haben und in einer Führungspo- Kandidaten können wir aus unserem Möglichkeiten, um Leute zu finden,sition sind, erfolgreich sind und Poten- Netzwerk gewinnen, wenn man ein- um Informationen zu bekommen, sindzial aufweisen. Wenn Sie ein gewisses schätzen kann, dass sie passen würden. geradezu exponentiell gewachsen. DieWINGbusiness 2/2010 17
    • Top-ThemaVisibilität ist heute überall. Die Beur- Das ist eine sehr vielschichtige Evaluie- und Familie zu vereinbaren. Und dasteilung ist aber in keinem Fall leichter rung, die nicht nur nach Matrix erfolgt, übt Druck auf Unternehmen aus. Wenngeworden. Das Unternehmenskonzept sondern sehr viel auch aus Wissen und ein Unternehmen Frauen einstellendes Executive Search ist somit nicht Gefühl. Man kennt das Unternehmen möchte, muss es eine gewisse Flexibi-verloren gegangen. und bekommt ein Gefühl dafür, was lität zur Verfügung stellen, sodass es passt. Grundwerte bzw. gewisse Dinge, auch für Frauen, die Karriere machenGibt es gewisse Grundwerte, die Sie bei die man nicht überschreiten darf, sind möchten, interessant bleibt.Topmanagern erkennen können? Gibt es immer da. Wenn Sie heute in einerdiesen einen „Typ Mensch“ und welche Führungsposition etwas getan haben, Bemerken Sie etwas von diesem InteresseWerte hat bzw. lebt er? das wirklich Schaden angerichtet hat, seitens der Unternehmen, ein attraktiver bleibt das in einer Volkswirtschaft wie Arbeitgeber für Frauen zu sein?Sie tendieren am Anfang einer Bera- Österreich nicht verborgen. Reputati-terkarriere immer dazu, diesen einen onsmanagement ist in allen Branchen Das Interesse wächst stetig, und wirTypus, der auf jede Position passt, zu sehr wichtig. spüren es vor allem in größeren Un-finden. Das verfeinert sich mit der ternehmen. Denken Sie nur an dieBerufserfahrung. Mit dem Industrie- Vor allem in einem kleinen Land wie Ös- Risiken und an die Reputation! Einwissen lernen Sie auch, was die Unter- terreich? Unternehmen, das explizit keine Frau-nehmenskultur der unterschiedlichen en einstellt, hat ein enorm hohes Dis-Player prägt. Das hängt immer von der Vernetzung kriminierungs- bzw. Reputationsrisiko. der Führungsleute ab. Grundsätzlich Stellen Sie sich vor, man liest auf Face-Dies gelingt nur, wenn Sie nicht aus- bleibt in einer Branche nicht viel ver- book oder Twitter „Herr xy hat gesagt,schließlich Executive Search Berater borgen, egal wie groß das Land ist. dass…“! Eine schlechte Reputation istsind, sondern auch Begleiter und ver- auch dementsprechend schnell verbrei-trauter Ratgeber der Führungskräfte Sie haben in ihrem Vortrag auch das The- tet. Aber natürlich dürfen wir uns derin einem Unternehmen. Aus diesem ma Frauen in Führungspositionen ange- Realität nicht versperren, es gibt nachengen Begleiten der Karrierewege von sprochen. Woran liegt es, dass es so wenige wie vor großteils Männer in Führungs-Führungskräften erfahren wir sehr viel Frauen in höheren Positionen gibt? Sehr positionen. Wenn wir allerdings davonüber das Unternehmen selbst, deren provokant formuliert: Streben einfach we- ausgehen, dass Entwicklungen ausKultur und wer zum Unternehmen niger Frauen als Männer eine Führungs- Amerika nach einer gewissen Zeit zupasst. Wir unterscheiden sehr genau, position an? uns kommen, dass wir uns händerin-wer in die Unternehmenskultur passen gend um fähige Arbeitskräfte und Ma-könnte, und suchen ganz gezielt Leute, Das Thema ist so individuell, so wie nager bemühen, dann wird es gar nichtdie hier entsprechen können. wir hier am Tisch sitzen. Aus meiner anders möglich sein, als die Frauen hier Sicht ist dies wirklich eine Frage der gleichberechtigt mit einzubeziehen. IchDas heißt man orientiert sich an den Wer- Generationen. Wenn ich überlege, wie bin fest überzeugt, das ist eine Frage,ten des Unternehmens? ich meine Töchter aufziehe, würde die sich sehr schnell auswachsen wird. ich in der Ausbildung und in meinemDie Frage nach Grundwerten ist ein Wunsch für deren zukünftiges Le- Gute Leute sind also rar?sehr heikles Thema. Sie finden nun in ben keine Sekunde einen Unterschiedeinem multinationalen Umfeld sehr zwischen Mann und Frau machen! Ja, und zwar mit fünf Rufzeichen!viele Nationalitäten. Werte wie fleißig, Obwohl mein Vater auch schon so ge- Betrachten Sie nur die Komplexitätanständig und pflichterfüllend sind für handelt hat, kann ich mir vorstellen, der Führungsaufgabe, wie viele un-alle Mitarbeiter in diesem Unterneh- dass es in seiner Generation noch viele terschiedliche Fähigkeiten ein Mana-men gleich vorgegeben. Die Werte in- anders denkende Menschen gab, die ger neben seiner fachlichen Kompe-terkulturelle Offenheit und Neugierde der Meinung waren, der Sohn solle stu- tenz entwickeln muss, um in so einerauf andere Kulturen hingegen werden dieren, und die Tochter wird schon ir- komplexen, von vielen StakeholdernSie nicht in allen Österreichern gleich gendetwas machen. Insofern bemerke getriebenen Welt, ein Unternehmenfinden. ich, dass sich in der Denkweise unserer erfolgreich zu führen. Das ist ja auch Bevölkerung dramatisch etwas ändert. nicht immer lustig. Es reicht nicht nur,Jemanden, der sehr auf sein lokales die Kommunikationsfähigkeit, dieUmfeld fokussiert ist, der auch in sei- Dabei spreche ich nur von unserem analytische Fähigkeit, die Fähigkeit,nem Studium kein interkulturelles In- Kulturkreis, ich kann nicht über Ame- strategisch zu denken, die Fähigkeit interesse gezeigt hat, den werde ich für rika oder Asien urteilen. Die Gender- einem Team zu arbeiten zu besitzen,diese Position höchst wahrscheinlich Frage ist ein Thema, das sich in einer Sie müssen auch wirklich wollen.nicht ansprechen. Hingegen jemand, gewissen Art und Weise auswächst.der schon während seines Studiums ein Die Akademikerrate der Frauen steigt Ich hab noch keine Führungskraft ge-Austauschsemester z.B. in China oder stetig, und eine Akademikerin möchte funden, die nicht einmal auf diesemAmerika war, an deren Universitäten nicht unbedingt all das, was sie gelernt Weg überdurchschnittlich belastetstudiert hat, den werde ich sehr wohl hat, wofür sie sich eingesetzt hat, nicht war und auf gewisse Dinge verzichtenansprechen, weil ich denke, dass das mehr ausleben dürfen. Die Frauen su- musste. Sie können sich nun vorstel-ein Umfeld in seinem Interesse wäre. chen aktiv nach Möglichkeiten, Beruf len, dass es nicht viele gibt, die können18 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Thema ein und tagaus zu Zur Person: arbeiten. Das wird aber auch trans- Dipl.-Ing. Lars Maydell, MBA, parent dargestellt Berater, Egon Zehnder International und jeder weiß, was ihn z.B. bei einer Ausbildung I nve s t m ent b a n k Dipl.-Ing. erwartet. Insofern 1984 – 1993 Universität für Bodenkultur kommen wir zu- in Wien - Schwerpunkt Siedlungswas- Lars Maydell, MBA rück zu einer Ihrer serbau Berater, Egon Zehnder ersten Fragen: Su- 1991 – 1992 Technische Universität International chen Sie sich Ihren Wien - Diplomarbeit für die VA TECH Arbeitgeber so aus, Wabag AG dass er zu Ihnen 1992 – 1993 Université de Technologieund wollen. Für ein Unternehmen ist persönlich passt! de Compiègne - Erasmus Austausch-es demnach überaus wichtig, sich als programmattraktiver Arbeitgeber zu positionie- Sind Sie selbst von einem Headhunter ge- 1997 – 1999 Rotterdam School of Ma-ren, denn diese wenigen sehr guten funden worden? nagement - MBA and MBIFührungskräfte können sich ihren Jobaussuchen. Diese Persönlichkeiten ge- Für diesen Beruf bewirbt man sich eher Berufliche Tätigkeithen dort hin, wo sie ihre Fähigkeiten selten. Es gehört zu einem Vorteil die-am besten einbringen können. ser Brache, dass man viele Persönlich- 1994 – 1997 Kommunalkredit Austria keiten trifft. AG - öffentliche Finanzierung - ProjektEine Top-Management Position ist sehr Controlling.zeitintensiv. Lebt man als Top-Manager Wir haben die Möglichkeit, den beruf- Verantwortlich für den kaufmän-für den Beruf? lichen Werdegang von Führungskräf- nischen und technischen Due Dili- ten zu verfolgen und wenn wir denken, genceIch bin fest davon überzeugt, es ist dass jemand zu uns passt, diese Person Prozess im Rahmen der Wasserwirt-Aufgabe eines Unternehmens, diese auch proaktiv anzusprechen. schaftsförderung des BundesWork-Life-Balance für ihre Mitarbeiter 1999 – 2002 Arthur D. Little Internatio-zu managen. Es gehört für mich zu der Und so ist es auch bei Ihnen gewesen? nal, Inc. - Management Consultingsozialen Verantwortung eines Unter- Senior Manager in der Strategie & Cor-nehmens. Viele Führungskräfte sagen So war es auch bei mir. Ich habe mir die- porate Finance Practice Groupmir, es ist eines ihrer ganz dringenden sen Beruf vorher wenig vorstellen kön- 2003 – 2004 Berliner BeratungsdiensteAufgaben Burnouts zu vermeiden und nen. Man kannte die wesentlichen Fir- GbR - Management Consultingzu beurteilen, wie viel Belastung jeder men und wusste so manches, aber eine Abteilungsleiter “Wasser- und Abfall-einzelne aushalten kann. Ebenso ist es wirklich tiefe Vorstellung, was dieser management” in Deutschland und Ös-wichtig, auf die individuelle Lebens- Beruf erfordert, was man dort macht, terreichsituation eingehen zu können, wenn was die Rolle in der Wirtschaft ist, das seit 2004 Egon Zehnder Internationaljemand heiratet oder eine Scheidung erfahren Sie erst dort, denn die Branche GmbH - Management Consultingdurchläuft. ist sehr diskret und ein stiller, effizienter, - Weltweite Executive Search und Ma- und vertrauensvoller Dienstleister. nagement Appraisal ProjekteEs gibt jedoch auch Unternehmens- Herzlichen Dank für das Gespräch! - Mitglied der globalen “Industry Practi-felder, die mehr als 100%igen Einsatz ce Group” sowie Leitung derverlangen. Dabei ist das Konzept sehr Das Interview führten Frau Dipl.-Ing. “Technology & Communication Practi-einfach: „Get rich quick“. Dort werden Elisabeth Plankenauer und Frau Dipl.- ce Group” in Österreichgute Leute gesucht, die bereit sind, tag- Ing. Verena Manninger sowie in Zentral- und OsteuropaWINGbusiness 2/2010 19
    • Top-ThemaReinhard HaberfellnerUnternehmungsführung der ZukunftAuch Konzepte der Unternehmungsführung sind der Mode und dem Zeitgeist ausgesetzt. Eine Zeit lang ha-ben sie einen hohen Stellenwert, Theorie und Praxis zitieren bzw. berufen sich auf sie. Und eines Tages sind sie„out“, nicht mehr aktuell. Ein neues, moderneres Konzept hat sie verdrängt. Wir sollten diese Aussage nichtdahingehend interpretieren, dass wir uns um das Neue nicht zu kümmern brauchen, weil es ohnehin baldüberholt sein könnte. Wir sollten das Neue durchaus mit Interesse zur Kenntnis nehmen und neugierig dar-aufhin prüfen, ob es interessante und brauchbare Einsichten ermöglicht. Und wenn es dies tut, sollten wir di-ese Einsichten nutzbringend anwenden – ohne dass es nötig ist, die bewährten Konzepte über Bord zu werfen.I ch bin überzeugt davon, dass die Unternehmungsführung in der Zu-kunft nicht total anders sein wird, wie aktuellen Management-Literatur verste- hen kann. Diese beeinflussen im Zuge der zunehmenden Professionalisierung obigen Red Ocean-Situation - keine fixen Größen sind, denen man sich zu stellen hat. Dem Wettbewerbjene in der Gegenwart und Vergangen- sowohl die unternehmerische Praxis, weicht man am besten dadurch aus,heit. Die Herausforderungen bleiben als auch die Lehrmeinungen. Diese Pa- dass man einen neuen Markt schafft,im Prinzip ja bestehen: Es wird weiter- radigmen haben sich in der Vergangen- also gewissermaßen in einen Blue-hin einen großen Bedarf an unterneh- heit geändert und sie werden sich ohne Ocean geht. Die Repräsentantenmerisch denkenden und handelnden Zweifel auch in Zukunft ändern. Dies dieses Ansatzes sind zwei INSEAD-Menschen geben. An Menschen, die möchte ich schwerpunktsartig an vier, Professoren W. Chan Kim und Re-Ideen haben, was der Markt brauchen in den letzten 25 Jahren besonders ein- nee Mauborgne.könnte, die das Bedürfnis verspüren, flussreichen strategischen Paradigmen  Der Ressource Based View, bei demdaraus etwas zu machen, die den Kun- zeigen. Es sind: Unternehmungen als Reservoirs vondennutzen als oberste Maxime der Ge-  Der sog. Market based view: Ausge- Ressourcen betrachtet werden, dieschäftstätigkeit sehen und wissen, dass hend von der Annahme, dass Markt genutzt, clever eingesetzt und weiterdann der Gewinn durch die Hintertür und Konkurrenz existieren, lautet entwickelt werden sollen. Vertreterhereinkommt, die fähig sind, andere die zentrale Frage: Wie müssen wir dieses Ansatzes sind C. Pümpin, so-Personen, Geld, Betriebsmittel, Koope- uns verhalten, damit wir im Wettbe- wie G. Hamel und C.K. Prahalad.rationspartner etc. zu finden bzw. auf- werb am besten bestehen können?  Der Agile Enterprise-Ansatz, der vonzutreiben, die nötig sind, um die Ideen Die wichtigsten Vertreter dieses der Voraussetzung ausgeht, dass nie-und Absichten umzusetzen, die bereit Ansatzes sind zwei US-Professoren: mand weiß, was die Zukunft brin-sind, ein Risiko einzugehen, u.v.a.m. W.K. Hall und M. Porter. gen wird und die Unternehmungen Und es wird auch weiterhin sich än-  Der sog. Blue Ocean View, bei dem deshalb agil, d.h. flexibel, anpas-dernde Paradigmen geben, die man als davon ausgegangen wird, dass Markt sungsfähig und –willig in allen Be-Weltbilder, als gängige Ideologien der und Konkurrenz – im Gegensatz zur reichen sein müßen. Vertreter dieses20 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Thema Ansatzes sind R. Dove und N. Pal & Weitere interessante Feststellungen von sourcen Erfolgspositionen aufbauen D. C. Pantaleo. Hall im Hinblick auf die Problemfir- konnten.1. Der Market based view:Diesen Ansatz hat W.K. Hall sehrschön in seiner Untersuchung „Survi-val strategies in a hostile environment“beschrieben. Er hat 64 Firmen in 8 ver-schiedenen Branchen untersucht undfestgestellt, dass es – trotz einer feind-lichen Umwelt (gekennzeichnet durchhartnäckige Stagnation, hohe Lohn-und Lohnnebenkosten, einen Verdrän-gungswettbewerb mit Importen ausBilliglohnländern bzw. Ländern mithöherer Produktivität u.a.m) – in jederdieser Branchen überdurchschnittlicherfolgreiche Firmen gab, die sich her-vorragend behaupten konnten, wäh-rend ihre Konkurrenten von Krisengeschüttelt wurden. Erfolgreiche Strategien, so stellteHall fest, hatten gemeinsame Charak- men waren:  Diversifikation war keine erfolg-teristiken: Die in den einzelnen Bran-  Alle Problemfirmen seines Untersu- reiche Strategie: nur 3 von 64 konn-chen jeweils Erfolgreichen (die „Klas- chungssamples produzierten teuer, ten diesen Weg einigermaßen erfolg-senbesten“) waren ihren Konkurrenten ohne sich im Produkt wesentlich reich gehen. Der Beitrag, den einein irgendeiner Art voraus: von der Konkurrenz zu unterschei- Diversifikation geliefert hat, war Entweder konnten sie ihren Kunden den. Oft waren sie hins. der Qualität einerseits gering und kam – insbes. Produkte mit höherem Kundennut- sogar unterdurchschnittlich. bei Problemfirmen - zu spät. zen und/oder besserem Service an-  Unfaire ausländische Konkurrenz Der in der Management-Literatur bieten und andere Wettbewerbsverzer- bekannteste Vertreter des Market-ba- Oder sie hatten niedrigere Herstell- rungen konnten zum endgültigen sed View ist Michael Porter (Harvard kosten, die sie bei der Preisbildung Untergang beitragen, waren für den Business School): geltend machen konnten. Misserfolg aber nicht allein verant- M. Porter hat den Ansatz von HallHinsichtlich beider Aspekte führend wortlich. um zwei Elemente erweitert, siehezu sein, ist kaum möglich und in der  Wesentlicher Grund war immer Abb. 2.Regel auch nicht nötig. Probleme ent- auch eine falschestanden immer dann, wenn eine füh- strategische Positio-rende Position weder im einen noch nierung in früherenim anderen Fall erreicht bzw. gehalten Jahren: White Motorswerden konnte. beispielsweise war in den 1960-er Jahren dieKonkret hatten die „Klassenbesten“ in starke Nr. 2, investier-der Nutzfahrzeugbranche (Abb. 1) te aber unnötigerwei- entweder die niedrigsten Kosten se in die Erhöhung der und Preise, verbunden mit einer ak- Fertigungstiefe und zeptablen Qualität. Damit konnten schaffte damit nur sie ihre Marktanteile erhöhen und unausgelastete Kapa- ihre Marktposition stärken. zitäten. Chrysler war oder die höchste Produkt-/Service- in den 1950-er Jahren Qualität (= Kundennutzen), verbun- technologisch führend und hatte ei-  die Schwerpunktsbildung (Focus), den mit höheren, aber akzeptablen nen Marktanteil von 25%. die zum Ausdruck bringt, dass die Kosten und einer Preispolitik, wel-  Der Heimmarkt wurde vernachläs- Position des Qualitäts- bzw. des che die zum Halten der Position er- sigt, man imitierte General Motors Preisführers nicht auf den gesamten forderlichen Erträge ermöglichte. wo es nur ging, expandierte durch Markt einer Branche bezogen seinDie Erfolgsposition bestand also darin, Zukauf von Firmen nach Europa muss. Sie ist auch in einem Markts-hins. eines der o.g. Aspekte Qualität (Sunbeam, Simca). Dies hat sich segment sinnvoll anwendbar.oder Kosten, ausgezeichnet und hins. nicht gelohnt, weil weder Mutter-  „Stuck in the middle“ als unent-des anderen nicht schlecht d.h. wenigs- noch Tochtergesellschaften wegen schlossene Mittelposition . Natürlichtens durchschnittlich zu sein. insgesamt nicht ausreichender Res- ist das keine Erfolgsposition undWINGbusiness 2/2010 21
    • Top-Thema erfordert eine strategische Entschei- und ist von den Cafes zusehends auch 2010 war zu lesen, dass es in der Kon- dung in Richtung mehr Kundennut- in die Büros gewandert. Sobald man zernzentrale in Vevey zunächst sogar zen oder deutliche Kostenvorteile. sich daran gewöhnt hatte, mehrmals verboten war, Nespresso zu konsu- täglich einen Espresso zu trinken, war mieren, weil die mächtigen Vertreter2. Blue Ocean View es natürlich nahe liegend, diese Mög- von Nescafe (löslicher Pulverkaffee) lichkeit auch zu Hause haben zu wol- die Kannibalisierung ihres ProduktesDieser Ansatz soll darauf hinweisen, len. Eine Espresso-Maschine, wie sie fürchteten.dass man nicht um jeden Preis im „Ro- vielleicht im Büro angemessen war, Die anzusprechende Zielgruppe hatten Ozean“ bleiben sollte, der evtl. vom war dafür aber nicht gut geeignet: sie Nestle offensichtlich selbst nicht sofortWettbewerb schon „blutgetränkt“ ist. ist teuer in der Anschaffung und wenn erkannt bzw. nicht wirkungsvoll adres-Vielmehr sollte man versuchen, dem der Verbrauch zu Hause nur gering ist, siert. Vielleicht war die Zielgruppe zumWettbewerb auszuweichen und im leidet das Kaffee-Aroma darunter. Die Zeitpunkt der Entwicklung der Kap-„Blue Ocean“ einen neuen Markt zu kleinen italienischen Espresso-Kocher seln auch noch nicht so gut sichtbar,schaffen, auf dem es (noch) keinen oder bzw. -Kannen (früher meist aus Alu- wie heute. Man hat dies aber später,nur wenig Wettbewerb gibt. minium und 6-eckig) hatten zusätzlich in einem gezielten zweiten Schuss sehr Dieser Ansatz wird von W. Chan noch den Nachteil, dass die Befüllung wirkungsvoll nachgeholt: ein perfektesKim and R. Mauborgne vom INSEAD/ mit Wasser und Kaffee, der Schraubvor- Marketing mit George Clooney unter-Fontainebleau propagiert. Als Erfolgs- gang, das Erhitzen auf der Herdplatte, stützt den leicht zu argumentierendenBeispiele werden genannt: das Reinigen etc. umständlich waren. Kundennutzen wirkungsvoll. Der Cirque du Soleil, der mit einem Damit wäre die Zielkundschaft ei- künstlerisch-ästhetisch orientierten gentlich klar zu definieren: jemand, 3. Resource Based View Programm der Konkurrenz der der/die auch zu Hause oder in einem großen Zirkusse aus dem Weg geht. kleinen Büro einen guten (d.h. frisch Die Vertreter dieses Ansatzes (z.B. C. Es gibt weder teure Stars, noch Tier- schmeckenden) Espresso haben Pümpin, Hamel und Prahalad) emp- Dressur, auch keine gefährlichen möchte. Der Preis des Kaffees (Kilo- fehlen, eine Unternehmung gewisser- Akrobatik-Nummern. Stattdessen preis) ist - wegen des insgesamt geringen maßen als ein Reservoir von Ressour- wird Wert auf Musik, Tanz, ästhe- Verbrauchs – meist kein bedeutendes cen zu betrachten, das clever eingesetzt tische Bewegungen etc. gelegt. Das Argument: die Tasse Espresso braucht und strategisch weiter entwickelt wer- Konzept scheint sehr erfolgreich zu nicht vom Preis für ½ Kilo Kaffee her- den soll. sein. untergerechnet werden, man vergleicht C. Pümpin definiert sein Konzept Der ungarische Bus-Hersteller NABI, ihn eher mit dem Preis einer Tasse im über den Begriff der Strategischen Er- der in den USA in das harte Geschäft Kaffeehaus. folgsposition (SEP), die er beschreibt der kommunalen Schulbusse ein- gestiegen ist. Die Konkurrenz war geprägt von harten Preisverhand- lungen (Billigstbieter-Prinzip), mit der Konsequenz der unterlassenen technischen Weiterentwicklung, eines altmodischen und auch un- praktischen Designs, hohen Unter- halts- und Reparaturkosten. NABI setzte auf modernes Design, mehr Sitzplätze, bequemeres und schnel- leres Ein- und Aussteigen, Fiberglas- Karosserien, die leicht im Gewicht und leichter zu reparieren sind, etc. Obwohl NABI im Anschaffungspreis leicht über der US-Konkurrenz lag, konnte man bei den Lebenszyklus- kosten (12 Jahre) deutliche Vorteile nachweisen. NABI soll in diesem Die Produktidee, Espresso in Porti- als: Wichtige und dominierende Fähig- Marktsegment in kurzer Zeit einen onen-Kapseln zu verpacken, soll Nestle keiten bzw. Voraussetzungen, die in ei- Marktanteil von 20% erreicht haben. schon vor mehr als 20 Jahren gehabt ner Unternehmung bewusst aufgebaut Als besonders pfiffiges und uns allen und auch realisiert haben. Allerdings wurden und es ihr erlauben, langfristiggeläufiges Beispiel für eine Blue Ocean- wurden Espresso-Maschinen und Kaf- im Vergleich zur Konkurrenz über-Strategie halte ich den Erfolg von Nes- feekapseln über verschiedene Kanälepresso . vertrieben: Maschinen erhielt man im  Die Clooney-Botschaft beschränkt sich auf die Espresso wurde in den letzten Jah- Elektrohandel, die Kapseln im Super- „hervorragende Qualität“ und zeigt auf amüsante Art, wie schöne junge Frauen George Clooneyren immer stärker zum „in“-Getränk markt. In einem Interview mit dem die letzte Kapsel abluchsen und dass sogar Petrus Die Idee, Nespresso mit dem Blue Ocean Kon- Nestle-Chef P. Brabeck-Letmathe in ein Nespresso-Fan ist. Die Botschaft, dass manzept zu verbinden, verdanke ich einer Kaffeepau- der Zeitung „Die Presse“ vom 30. März das auch zu Hause für wenig Geld haben kann,sen-Diskussion an unserem Institut. wird über andere Kanäle vermittelt.22 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Themadurchschnittliche Ergebnisse zu erzie- mittel- bislen. langfristi- Die Grundidee des SEP-Konzepts ist ge Angele-aus Abb. 3 ersichtlich: genheit. Alle Aktivitäten in den verschie-  Der Nut-denen Funktionsbereichen sollen auf zen voneine sorgfältig zu definierende SEP SEPs än-ausgerichtet sein. SEP’s können un- dert sichterschiedlicher Art sein, es kann sich im Zeitab-um produktbezogene, marktbezogene lauf (Kon-und/oder funktionale SEP’s handeln. kurrenten Als Beispiel seien produktbezogene lernen,SEP’s beschrieben. Sie können darin imitieren;bestehen, dass M a r k t die Firma imstande ist, rasch be- und /oder dürfnisgerechte Marktleistungen Technolo- anzubieten, also Kundenbedürf- gien verändern sich).  Kernprodukte sind eine Vielzahl nisse überdurchschnittlich gut und  Zwischen Unternehmungskultur von optischen Präzisionsgeräten und schnell in verkaufsfähige Produkte und SEP besteht ein Zusammen- Baugruppen, welche diese Kernkom- umsetzen kann, über das entspre- hang. petenzen in ihrer Kombination be- chende Personal, geeignete Maschi-  SEPs müssen gelebt werden. Es ge- anspruchen und beinhalten. nen und Anlagen, Vertriebskanäle nügt nicht, nur davon zu sprechen.  Endprodukte sind die uns allen be- etc. verfügt kannte Fotoapparate und Videoge- Die SEP kann technologiebezogen In die gleiche Richtung zielt der in der räte, Fotokopierer, Faxgeräte, Dru- sein und z.B. in der überdurch- Management-Literatur interessanter- cker, aber auch Justiergeräte für die schnittlichen Beherrschung be- weise viel stärker beachtete Kernkom- Chipproduktion u.a. stimmter Technologien bzw. Verfah- petenz-Ansatz von G. Hamel und C.K. ren bestehen (z.B. Kombination von Prahalad: 4. Agile Enterprise View analogen und digitalen Chips)  Kernfähigkeiten einer Unterneh- Sie kann auch werkstoffbezogen sein mung bestehen in der überragenden Der letzte hier beschriebene Ansatz i.S. einer überdurchschnittlichen Fä- Beherrschung von Schlüssel-Ge- geht von der Dynamik der Umwelt, higkeit, bestimmte Werkstoffe her- schäftsprozessen bezüglich der am der Märkte, der Technologien, der Ge- zustellen, zu verwenden bzw. zu be- Markt entscheidenden Leistungsgrö- sellschaft und den damit verbundenen und verarbeiten (z.B. Schweißen von ßen wie Qualität, Kundennutzen, unsicheren Erwartungen für die Zu- hochwertigen Stählen, Schmieden Innovationsgrad, Geschwindigkeit, kunft aus. Da niemand weiß, wie die von sehr großen Werkstücken etc.) Geschäfts-Präzision, Kosten oder weitere Entwicklung sein wird, ist ein Service-Grad. Dies im Sinne von möglichst hohes Maß an Agilität, Fle-C. Pümpin hat für sein Konzept ein paar „prozessualem Können“ xibilität, Bereitschaft und Fähigkeit zurLeitsätze formuliert:  sowie in der gezielten Anstrengung Anpassung nötig und angebracht. Ty- in Richtung unternehmerische Ziele pische Vertreter dieses Ansatzes sind R. Das Vorhandensein von SEPs be- als „motivationales Wollen“ Dove, sowie N. Pal & D. C. Pantaleo. stimmt den Unternehmungserfolg. SEPs werden durch die Zuordnung Der Nutzen von Kernfähigkeiten be- Das Agile Wettbewerbsmodell von von Ressourcen aufgebaut (Geld, steht darin, dass diese den Zugang zum R. Dove (Abb. 5) kann wie folgt inter- Management-Auf merk samkeit, Kunden öffnen, Wettbewerbsvorteile pretiert werden: neues Wissen entsteht, Zeit!). schaffen und Schutz bieten vor (ra- ob wir das wollen oder nicht. Wettbe- Die Ressourcen, die einer bestimm- scher) Imitation. werber und Kunden werden davon Ge- ten SEP zugeordnet werden, müssen brauch machen, wenn sie meinen, dass anderen SEPs vorenthalten werden. Das Konzept wird in Form eines Baums es für sie nützlich ist. Die Herausforde- Die Anzahl aufbaubarer SEPs ist da- dargestellt, siehe Abb. 4: Der Stamm rung besteht darin, in diesem Wettbe- durch begrenzt. stellt die Kernkompetenzen dar, die Äste repräsentieren die Kernprodukte Die Erhaltung einer SEP erfordert und an den Zweigen hängen die End- laufende Pflege und Ressourcenzu- produkte. teilung. Starke SEPs können nur aufgebaut Als Beispiel sei die Firma Canon genannt: werden, wenn alle Unternehmens- bereiche konzentriert auf dieses Ziel  Kernkompetenzen liegen in 4 Berei- hinarbeiten. chen: in der Beherrschung von Op- Der Aufbau einer SEP ist nicht kurz- tik, Feinmechanik, Mikroprozessor- fristig möglich, sondern ist eine steuerung und Bildverarbeitung.WINGbusiness 2/2010 23
    • Top-Themawerb durch entsprechende Agilität die  Finanzen: Solide Finanzbasis, die Stärken und Schwächen, die Aktivi-Nase vorne zu behalten: es ermöglicht, neue Möglichkeiten täten der Wettbewerber, u.a. nicht re- Eine agile Unternehmung agiert und rasch zu nutzen alistisch eingeschätzt hat, weil sich in- reagiert schnell, ist anpassungsfähig  Management, Strategie: Waches, tern kein Zugpferd gefunden hat bzw. und robust. aufmerksames, interessiertes Ma- zu finden war, das sich dieser Aktivität Sie kann sich schnell auf unerwar- nagement. Verankerung von Agili- angenommen hätte u.v.a.m. Anderer- tete, nicht vorhergesehene Verände- tät in der Kultur durch Vorbildwir- seits ergeben sich aber Möglichkeiten rungen, Geschehnisse, Marktchan- kung, Anerkennung und Förderung und Chancen, an die man nie gedacht cen, Kundenbedürfnisse einstellen. erwünschter Verhaltensweisen hat, die aber in Kombination mit dem Sie weist Prozesse und Strukturen planmäßig realisierten Anteil der Stra- auf, welche schnelle Reaktion, Ge- Agilität darf und soll aber nicht ab- tegie viel Sinn geben. schwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, solute Beliebigkeit in dem Sinn bedeu- Für den anhaltenden Erfolg einer Robustheit, schnelle Koordination, ten, dass hektisch (und aus einer Situa- Unternehmung ist es wichtig, dass die gemeinsame konzertierte Aktionen tion der Schwäche) auf jeden beliebigen Entwicklungen außerhalb und inner- in einem Ausmaß ermöglichen, das externen Impuls sofort reagiert wird. halb der Unternehmung aufmerksam mit herkömmlichen Praktiken nicht Dadurch steigt i.d.R. die Komplexität, beobachtet, miteinander besprochen erreicht werden kann. was wiederum die Effizienz und Effek- und richtig beurteilt werden. Und vor tivität beeinträchtigt. Gerade Firmen, allem, dass in der Folge entschlossenDiese Eigenschaften ergeben sich nicht die einen hohen Kundennutzen ihrer und gemeinsam gehandelt wird.von selbst, vor allem in größeren Un- Produkte anführen können, die überternehmungen muss die Fähigkeit zur wichtige und starke Kernkompetenzen 5. Schlussfolgerungen:Agilität bewusst gestaltet werden. Sie verfügen, werden ihre Agilität gelas-soll auch nicht auf einzelne Funkti- sener einsetzen undonsbereiche einer Unternehmung be- einen ruhigerenschränkt bleiben, sondern möglichst Kurs fahren kön-alle Unternehmungsbereiche umfas- nen.sen: Agilität muss Konstruktion, Produktgestaltung, eine gekonnte Mi- Architektur: modularer Produktauf- schung sein aus bau: Mehrfachverwendbarkeit von Vorbereitung auf Moduln, Baukastenprinzip, gleiches Veränderungen, ge- Funktionsprinzip auf verschiedene danklicher Vorweg- Anwendungen übertragbar, u.a.m. nahme künftiger Verkauf, Vertrieb: sensible und intel- Ent w ick lungen, ligente Wahrnehmung von Markt- Planung von Szena- und Wettbewerbssituationen, in- rien und Maßnah- teressante Kunden-Wünsche rasch men und der Bereit- erkennen, verstehen, beurteilen, schaft zum raschen intern kommunizieren, in Produkte Handeln, wenn umsetzen diese vorgedachte Logistik: Beschaffbarkeit von Aus- Ent wick lungen gangsmaterialien und Produkt- nicht oder nicht ganz so eintreffen, wie Die hier vorgestellten Konzepte komponenten schnell, in den erfor- geplant. Sie muss damit die Fähigkeit der Unternehmungsführung sollen derlichen Mengen und Qualitäten. und Bereitschaft zu sinnvollem und ko- nicht als Gegensätze oder feindliche Hohe Variabilität der Mengen nach ordiniertem Handeln umfassen, wenn „Schulen“ betrachtet werden, die sich oben und unten, effiziente Koopera- eine Veränderung völlig unvorbereitet gegenseitig bekämpfen. Es handelt tion etc. eintrifft. sich vielmehr um Sichtweisen, die zu Produktion: Rasche Herstellung Das in Abb. 6 gezeigte Modell der einem bestimmten Zeitpunkt aktuell und/oder Montage, rasche Umstel- Entwicklung einer Strategie im Zeitab- sind oder waren und von der Praxis als lung/Anpassung der Kapazitäten lauf bringt die Idee der Agilität schön wichtig angenommen wurden. Und auf an den Bedarf, Veränderungen des zum Ausdruck, obwohl H. Mintzberg keinen Fall sind es Erfolgsrezepte, aus Bedarfs nach oben und unten leicht den Begriff Agilität gar nicht verwen- denen man unmittelbar und zwingend verkraften, Produktion immer nahe det: Eine Strategie wird geplant, auf richtige strategische Verhaltensweisen dem kostengünstigsten Bereich, etc. Basis des Wissens, das zu diesem Zeit- ableiten könnte. Sie sollten vielmehr Personal: Qualifiziertes Personal, Be- punkt vorhanden ist. Ein Teil dieser als Denkhilfen gesehen werden, die reitschaft, etwas Neues zu machen, Strategie wird niemals realisiert, aus helfen, die Logik des eigenen Geschäfts keine Scheu vor Veränderungen, ge- welchen Gründen auch immer: weil selbst zu entdecken. meinsame Lernplattformen. Koope- man eine Chance zu optimistisch ein- Am Beispiel Nespresso kann m.E. ration hat hohen Wert geschätzt hat, weil man die benötigte schön gezeigt werden, dass jedes der Source: Paul T. Kidd, http://www.cheshirehen- Technologie nicht beherrscht, den Zeit- Modelle anwendbar ist und wichtigebury.com/agility/two definitions.html, Zugriff punkt ihrer Wirksamkeit, seine eigenen Einsichten liefern kann:10.5.201024 WINGbusiness 2/2010
    • Top-Thema Aus der Sicht des Marked-based View feemärkten, exzellente Marketingfä- Strategischer Erfolgspositionen; Bern, Stuttg- ist Nespresso sicherlich zunächst higkeiten, Attraktivität für Partner, art: Haupt 1982 als „Stuck in the Middle“-Position wie es die Hersteller von Kaffeema- anzusehen (Abb. 2). Das Marktseg- schinen sind etc. Die Bedeutung von 9. Suter, A. u.a.: Vorlesungsunterlagen TU ment Kleinverbraucher wurde nicht Kernkompetenzen wird einsichtig, Graz erkannt bzw. nicht wirkungsvoll be- wenn wir überlegen, ob Sie oder ich arbeitet. Durch die getrennten Ver- mit der Nespresso-Idee auch imstan- Autor: kaufskanäle für Kaffeekapseln und de gewesen wären, einen ähnlichen Maschinen war der Zugang zum Erfolg wie Nestle zu erzielen. Ich Reinhard Haberfellner, o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing., Kunden erschwert. Die Kapseln denke, nein. Dr.sc.techn., Jahrgang 1942, wurden hins. ihres Kaffeeinhalts in  Aber auch das Agilitätsmodell ist 1960 - 65 Studium Maschinenbau und Wirt- Gramm beurteilt und natürlich als zur Erklärung geeignet, insbes. die schaftsingenieurwesen an den Technischen zu teuer empfunden. Die Wende zu Fähigkeit, rasch und massiv die Hochschulen Wien und Graz. Dipl.-Ing. TH- einer Erfolgsposition kam mit der Richtung zu ändern, sobald man die Graz, Dr. sc. techn. der ETH-Zürich. Fokussierung auf das Marktsegment Chance und das bisher unzweckmä- „Kleinverbraucher“ in dem das Pro- ßige Verhalten erkannt hat. 1966 - 79 Unternehmensberater am BWI (Be- dukt ganz offensichtlich einen über- triebswissenschaftliches Institut) der ETH. durchschnittlichen Kundennutzen Literatur: liefert, der gewisse Nachteile leicht 1979 - 94 o.Univ.-Prof. für Unternehmungs- überkompensieren kann. 1. Chan Kim, W. und Mauborgne, R.: Der blaue führung und Organisation an der TU-Graz. Nespresso kann außerdem als Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Unterneh- eine Blue-Ocean-Strategie gese- schafft, wo es keine Konkurrenz gibt. Hanser, mungsführung, Organisation, Strategie, Systems hen werden: Das Marktsegment 2005 Engineering, Projekt-Management, Prozess-Ma- Kleinverbraucher war ziemlich un- nagement, Unternehmensgründung. bedeutend, weder professionelle Es- 2. Dove, R.: Response Ability. The pressomaschinen noch die kleinen Language, Structure and Culture of the Agile En- 1984 - 86 Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Espressokocher konnten einen aus- terprise. John Wiley & Sons, 2001 1987 - 89 Rektor der TU-Graz. 1995 bis 1999 ka- reichenden Kundennutzen liefern. renziert und Vorstandsvorsitzender der STYRIA Der Markt der „zu Hause noch nicht 3. Hall W. K.: Survival Strategies in a Medien AG. Espresso-Trinker“ war der Fokus, Hostile Environment. Harvard Business Review, 1999 Sabbatical, USA (Stanford, MIT-Sloan, Har- oder sollte es sein. Nespresso brachte vol. 58 (1980), pp. 75-87 hohe Qualität des Espresso, auch bei geringem Verbrauch und einfache 4. Hamel, G. and Pra- Bedienung. Nestle hat den „blue halad C. K.: Competing ocean“ aber offensichtlich zunächst for the Future. Bos- nicht erkannt und deshalb nicht ge- ton, Harvard Business O.Univ.-Prof. konnt adressiert. Erst mit dieser Ein- School Press 1997, 2. ed. sicht konnte – mit entsprechender Dipl.-Ing. Dr.techn. Agilität - der Erfolgsweg beschritten 5. Mintzberg, H.: Craf- werden. ting Strategy. Harvard Reinhard Haberfellner Nespresso kann aber auch mit dem Business Review, Vol. Inst. f. Unternehmensfüh- Ressource Based View beschrieben 65. (1987) Nr. 4, S. 66-75 rung u. Organisation TU werden: Zunächst war es nicht ge- Graz lungen, eine starke SEP aufzubau- 6. Pal, N. and Pantaleo, en (Verkauf/Marketing haben nicht D. C.: The Agile Enter- sofort auf die richtige SEP gesetzt). prise. Reinventing Your Organization for Suc- vard Business School, Kelloggs). Ab 2000 zurück Kernkompetenzen von Nestle konn- cess in an on an der TU-Graz. ten genutzt werden und haben den Demand World. Springer, Berlin 2005 Erfolg herbeigeführt: starke Etab- 5 Buch- und ca. 50 Zeitschriften-Veröffentli- lierung im Kaffeegeschäft, das In- 7. Porter, M.: Competitive Strategy. New York: chungen. teresse an und die Fähigkeit zur The Free Press 1980 Technologieentwicklung (Kapseln), Mitglied verschiedener Aufsichtsrats- bzw. Bei- Zugang zu – auch exotischen – Kaf- 8. Pümpin, C.: Management rats-Gremien.WINGbusiness 2/2010 25
    • Top-ThemaInterviewInformationstechnologien/-systeme der ZukunftEin Gespräch mit Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-PackardÖsterreich, am Kongress der WirtschaftsingenieureWir befinden uns inmitten einer Revolution, die mit dem Internet begonnen hat und die uns in eine Zukunftder Informationen und Erfahrungen bringen wird, die weit jenseits dessen liegt, was wir bisher erreicht und ge-sehen haben. Vom Gesundheits- und Bildungswesen bis hin zu Energie- und Umweltfragen benötigen wir mutigeneue Ansätze und Lösungen. Technologie spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie ermöglicht es, Ideen in die Wirk-lichkeit umzusetzen, Informationen zu schaffen, zu teilen und darauf basierend bessere und schnellere Entschei-dungen denn je zu treffen. Daraus entstehen bisher ungekannte Möglichkeiten für Innovation und Wachstum.Der Vortrag von Herrn Kemler im Rahmen des WING-Kongresses umfasste verschiedene Ein-satzszenarien und Entwicklungsfelder und gab einen Überblick über aktuelle Forschungspro-jekte aus den HP Labs, den Entwicklungszentren des weltweit größten Technologieunternehmens:Aufbau intelligenter Infrastrukturen am Beispiel von CeNSE (Central Nervous Sys-tem for the Earth), einem IT Ecosystem aus Sensoren, das in Echtzeit eine riesige Men-ge an Informationen über Bauwerke wie Brücken, Straßen etc. aufspürt, sammelt und auswertet.IT und Nachhaltigkeit: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) können das Rückgrat einer energieef-fizienten und CO2-reduzierten Wirtschaft bilden. Der Beitrag, den sie im Zusammenhang mit Klimaschutz und Ener-gieeffizienz zu leisten imstande sind, ist erheblich. Neben der laufenden Verringerung der CO2-Emmissionen kann IT mitihrer Innovationskraft wesentlich dazu beigetragen, wirtschaftliche Lösungen für die übrigen 98 Prozent anzubieten.Information Management: Ziel der Forschungsprojekte in diesem Bereich ist, die riesige und jährlich wachsendeFlut an Informationen in einem Unternehmen in unmittelbar nutzbare Entscheidungsgrundlagen zu verwandeln.Wie wird die IT in Zukunft Ihr Leben be- Ich bin jemand, der die Dinge, die wir elektronisch – und das seit sehr langereinflussen? am Markt transportieren auch selbst Zeit. Ich habe es mir abgewöhnt, Din- ausprobiert und bin daher eng verbun- ge auch persönlich zu archivieren, dieDie Interaktion mit Informationstech- den mit allen Möglichkeiten, die mir ich digital wiederbekommen oder auf-nologien ist für mich eine seit Jahren heute Software und Hardware bieten. bewahren kann. Das versuche ich auchsteigende. meinen Kindern entsprechend zu ver- Ich führe meine private Korrespon- mitteln. Abgesehen von meiner alten denz, die Datenhaltung, Kalender etc. analogen Schallplattensammlung und26 WINGbusiness 2/2010
    • dem Plattenspieler sind alle anderen Produkt. In der nächsten Stufe begin- so wäre das eine bedeutende Verbesse-Daten bei mir digitalisiert. nen Technologien nun zusammen zu rung. wachsen: Mobiltelefone, bei denen zu-Welche Bedeutung wird die IT in Zukunft sätzliche Komponenten wie beispiels- Inwieweit sehen Sie die Verantwortung fürgenerell haben? weise automatische Updates verfügbar HP in diesem Bereich etwas zu tun? sind und gleichzeitig alles mit einemEine weiter steigende. Da sind meiner Server synchronisiert ist. HP setzt sich intensiv mit dem The-Meinung nach keine Limits gesetzt. ma Sustainability auseinander. UnsereWir sind in der IT über die ganz großen Das heißt also, es gibt einen Trend hin Forschungsausgaben gehen sehr starkGrundlagenthemen hinaus. Man wird zu Lifestyle und Vereinfachung des in diese Richtung. Die Finanzierungsich in Zukunft mit Verfeinerungen Handling. Man hat von überall Zugriff einer Organisation wie der HP Labs istauseinander setzen, die sehr stark mit auf benötigte Informationen – man ist bewusst gelebte Innovation, um auf derdem Angebot und dem dahinter ste- quasi „always on“. In dieser Stufe leben einen Seite „corporate social responsi-henden Inhalt verbunden sind. Das wir – diese Dinge sind heute bereits für bility“ zu leben – aber natürlich auch,Internet wird auf jeden Fall auch in jeden selbstverständlich. um daraus wirtschaftlichen Nutzen zuZukunft eine ganz wesentliche Rolle ziehen. Diese Dinge gehen miteinanderspielen. Was sehen Sie in der IT noch auf uns zu- einher. kommen? Wo werden noch große Innova-Heute gibt es Applikationen am Mobil- tionssprünge gemacht? Mir hat mal ein alternativer Denkertelefon, die mir dabei helfen, als nicht in einer Diskussion vorgeworfen, dassregelmäßiger Nutzer der öffentlichen Die Themenkreise, die HP in den HP wir das alles nur tun, um damit wie-Verkehrsmittel in Wien von Punkt A Labs transportiert, das sind die Punkte, der Geschäft zu machen. Was natür-nach Punkt B zu gelangen. Man ruft wo in Zukunft noch viel passieren lich stimmt – allerdings ließe sich aufeinfach die Applikation auf, gibt an, wird. (Anmerkung der Redaktion: anderen Gebieten, wo man auf diesedass man zu einer bestimmten Uhrzeit CeNSE – ein zentrales Nervensystem Themen keine Rücksicht nimmt, vielan einem Punkt sein möchte und der für die Welt; Intelligent Infrastructure - schnelleres Geld machen. Aber dasRest wird von der Applikation erledigt. Entwicklung intelligenter und sicherer muss natürlich Hand in Hand gehenDamit gewinnt man Zeit, die man frü- Geräte, Netzwerke und skalierbarer – sonst wären wir eine Wohltätigkeits-her darauf verwenden musste, um die Architekturen, die sich miteinander organisation. Als marktorientiertesInformationen zusammen zu tragen. verbinden lassen; Wynyard – ein Re- Unternehmen kann man solche DingeWir sind da also schon einen Schritt chenzentrum das von der Nordsee- nur versuchen zu verbinden. Aber ebenweiter und solche Dinge werden in luft gekühlt wird; HP Halo und HP sehr gut zu verbinden und genau dasZukunft immer mehr benutzt werden, SkyRoom – virtuelle Konferenzräume tun wir auch.um uns das Leben so einfach wie mög- entwickelt von HP; etc.) In vielen Be-lich zu machen. reichen geht es um Umweltfragen wie Ich möchte mal ein Beispiel nennen: den CO2 Footprint, aber auch um Si- Wir haben in Österreich für mehrereWird man sich die IT noch aus dem nor- cherheit. Großkunden die Rechenzentren ana-malen Leben wegdenken können? lysiert. Ohne am Maschinenpark etwas Die IT-Branche ist für rund 2% der welt- verändert zu haben, sprich ohne An-Das kann ich mir nicht mehr vorstel- weiten CO2-Emmissionen verantwortlich. schaffung neuer Hardware, sondernlen – beim besten Willen nicht. Ich Kann denn die IT auch auf die verblei- rein durch Einstellungen, durch Positi-sehe das schon in der eigenen Familie: benden 98% Einfluss nehmen? onierung der Geräte, Justierungen vonselbst jene Generation, die jetzt etwa 80 Klimaanlagen, etc. haben wir dort imJahre alt ist. Selbst hier gibt es Berüh- Der Wettbewerb läuft. Die EU und Normalfall den Energiebedarf um 20-rungspunkte mit der IT. Natürlich gibt auch die Weltpolitik haben verstanden, 25% gesenkt.es in dieser Generation auch Personen, dass das ein Problemthema ist. Derdie noch Berührungsängste mit der IT CO2-Fußabdruck ist ein absolut re- Das heißt in der Realität natürlich, dasshaben – für jene Generationen, die mit ales Thema. Wenn es uns gelingt, den auch die Kosten für diesen Bedarf ge-diesen Themen aufgewachsen sind, ist CO2-Output zu reduzieren, weil man senkt wurden. Das ist wie gefundenesdie Nutzung jedoch selbstverständlich. zum Beispiel die Produktionstechnik Geld. Und das sind natürlich nicht die ändert, weil man neue Modelle schafft kleinsten Unternehmen, sondern eherWelche Entwicklung der Produkte kann oder die Prozesse besser steuern kann, die größeren. Wir haben das zum Bei-man in der IT Branche beobachten? weil man sie punktgenau analysieren spiel bei Spar, mobilkom oder H3G ge- kann – dann sind wir einen großen tan. Bei diesen Unternehmen spielt IT-Die Entwicklung der Produkte durch- Schritt weiter. Damit müssen wir uns Kapazität schon eine große Rolle. Wirläuft eine Kurve: Vor der Zeit von auseinandersetzen! sind wie gesagt sehr aktiv im Nach-Outlook & Co hatte man ein privates haltigkeitsbereich. In den Themen derAdressbuch in Papierform mit ein Selbst wenn das vorerst breitflächig HP Labs kommen überall Nachhaltig-paar hundert Einträgen bei sich – in nur in den entwickelten Ländern ge- keitsthemen vor. Ich möchte an dieserder nächsten Stufe wurde daraus das tan würde, die im Regelfall ohnehin Stelle das Rechenzentrum in Nordeng-Mobiltelefon, heute quasi ein Lifestyle- die größten CO2-Produzenten sind, land erwähnen. Da haben wir schonWINGbusiness 2/2010 27
    • einen gewissen Trendsetter geschaffen Informationen, die für alle zugänglich die Mitarbeiter des Konzerns auf Ver-wenn es darum geht, die natürlichen sind, für wie wichtig befinden Sie Themen änderungen vorzubereiten und sie dar-Ressourcen entsprechend zu nutzen. wie die Datensicherheit? auf einzuschwören. Ganz anders alsIn diesem Fall ist das schlicht die kalte das bei europäischen UnternehmenLuft der Nordsee, die zum Kühlen des Auf Facebook werden pro Tag rund 28 immer wieder vorkommt, dass Vor-Rechenzentrums genutzt wird – da- Millionen Fotos hochgeladen – das ist standsentscheidungen erst auf allendurch gelingt es, enorme Energiemen- allein Facebook, da sind andere Dinge Ebenen lange diskutiert werden – dortgen einzusparen. noch gar nicht inkludiert. Ich kann es hat das anders funktioniert: wenn Jack durchaus verstehen, dass es Menschen nach links gegangen ist, sind alle mitEs gibt viele solcher Bereiche, in denen gibt, die sich aus solchen Netzwerken ihm mitgegangen. Ihm gegenüber warman in absehbarer Zeit mit Lösungen wieder zurückziehen, weil es ihnen zu eben dieses Vertrauen da, das währendrechnen kann. Das Rechenzentrum unsicher wird. Ich bin einer, der sich der vielen Jahre, die er im Unterneh-in Nordengland, Wynyard, existiert ja das gut überlegen würde. Ich denke, men war, gewachsen ist. Das hat in derbereits. Dieses Rechenzentrum nutzen dass vielen – vor allem Jugendlichen – damaligen Form der Entwicklung sehrwir selbst bereits. Das war für uns ein die ganze Tragweite gar nicht bewusst geholfen. GE Capital hat innerhalbPrototyp, den wir an vielen Standorten ist. Zahlreiche Personalchefs werfen von drei Jahren 30 bis 40 Banken undder Erde – es gibt ja genug kalte Län- schon mal einen Blick in die diversen Finanzinstitute gekauft, da muss dasder – einsetzen können. So wie man Portale um zu sehen, was man über schon funktionieren. Das war eine sehreben eine Schipiste nur dorthin baut, diesen Menschen, der sich da bewirbt, lehrreiche Zeit.wo auch ein Berg ist – wo eben die na- herausfinden kann. Welche Informati-türlichen Ressourcen dafür vorhanden onen man dabei von sich preisgibt, liegt Herzlichen Dank für das Gespräch!.sind – so gilt das für das Rechenzent- in der Einstellung und im Bewusstseinrum genauso. des Nutzers. Die können wir als Tech- Das Interview führten Frau Dipl.-Ing. nologielieferant nicht ändern. Verena Manninger und Frau Dipl.-Ing.Sie haben in Ihrem Vortrag auch das Elisabeth PlankenauerThema Bevölkerungswachstum angespro- Wir machen allerdings auf solche Din-chen. Das Bevölkerungswachstum betrifft ge durchaus aufmerksam, aber ich glau- Zur Person:ja vor allem die wachsenden Märkte wie be nicht, dass wir da die Kraft sind, diebeispielsweise Indien. Machen Sie Beob- das wirklich verhindern kann. Wir als Ing. Rudolf Kemler ist seit 2008 Gene-achtungen, dass es hier unterschiedliche HP könnten sagen, wir verkaufen kei- raldirektor von HP Österreich.Bedürfnisse hinsichtlich der Produkte gibt? nen Speicher mehr an Facebook (lacht)Werden von diesen Märkten andere Pro- – aber dann wird der Speicher eben Nach ersten Stationen in der Banken-dukte verlangt und muss man sich da spe- beim Nächsten gekauft. welt (Creditanstalt, Girozentrale undziell darauf einstellen? Studiengesellschaft für Sparkassenau- Welcher Mensch hat denn Ihr Leben und tomation) übernahm Rudolf KemlerDie Produkte müssen natürlich an den Ihren Werdegang besonders beeinflusst 1984 die Geschäftsführung der WBGlokalen Markt angepasst werden und und geprägt? Betriebswirtschaft Beratungsgesell-zwar aus vielerlei Gründen: Das fängt schaft m.b.H., einer international tä-bei ganz banalen Dingen wie der Netz- Gute Frage – das waren sehr viele. Ich tigen Unternehmensberatung mit denspannung an und hört beim entspre- habe immer versucht die positiven Schwerpunkten „Organisationsent-chenden Alphabet auf – betrifft also Dinge jener Menschen, mit denen ich wicklung und Strategieberatung“.generell Einstellungen, um damit über- zusammen gearbeitet habe, zu sehenhaupt arbeiten zu können. Es ist jedoch und über diese nachzudenken – man- 1989 wechselte er zur Nixdorf Compu-nicht so, dass diese Länder, die später in ches davon zu verinnerlichen und zu ter GmbH in Wien, wo er Mitglied derdie Entwicklungskurve einsteigen, die nutzen. Wenn ich von diesen Men- Geschäftsleitung und Unternehmens-Entwicklung von hinten aufrollen. Di- schen wirklich jemanden herausgrei- bereichsleiter für Banken & Versiche-ese Länder steigen genau an dem Punkt fen würde, dann wäre das Jack Welch, rungen wurde. Nach maßgeblicherin die Technologie ein, die im Moment der frühere General Electric – Chef. Mitgestaltung der Fusion von Siemens-am Weltmarkt ’state-of-the-art’ ist. Das Während meiner Zeit bei GE – ich war Data und Nixdorf wurde er 1990 zumNotebook oder das Mobile, die dort über drei Jahre bei GE und damals im Direktor bei der Siemens Nixdorf In-verwendet werden, sind genau jene, die weltweiten Board für die Informati- formationssysteme GmbH in Wien,auch im Rest der Welt verwendet wer- onstechnologie des Teilkonzerns GE 1992 folgte der Wechsel in die interna-den, nur eben angepasst an die Landes- Capital verantwortlich – hatte ich ei- tionale Konzernzentrale zur Siemensspezifika. Das liegt natürlich auch zum nigen Kontakt mit ihm. Er hat mich Nixdorf Informationssysteme AG inTeil daran, dass die Hardwarekosten in seinem strategischen Denken und München, wo er als Executive Vice Pre-schon so extrem gering sind. Handeln beeindruckt – nicht nur, weil sident die weltweite Verantwortung für seine Strategien so toll waren – die wa- das Geschäftsfeld „Branch Systems“ fürSie haben in Ihrem Vortrag erwähnt, dass ren natürlich gut, das steht außer Frage die Finanzwirtschaft übernahm.es in Zukunft eine richtige Informations- – aber vor allem in der Art und Weise,flut auf uns zukommen wird bzw. dass das wie er sie den Menschen um sich her- Ab 1995 leitete Rudolf Kemler die Di-zum Teil ja bereits passiert. Bei so vielen um vermittelt hat. Er hat es geschafft, vision Computer Systems von Siemens28 WINGbusiness 2/2010
    • Nixdorf für die Region Austria & T-Systems AustriaSouth East Europe mit Sitz in Wien. und Regionsver-Von 1998 bis 2000 war er als Senior Vice antwortlicher fürPresident und CIO bei der GE Capital Zentral- und Ost-Corporation in Stamford (USA) mit europa. Rudolfinternationaler Verantwortung tätig. Kemler ist MitgliedIm Jahr 2000 wurde er Vorstandsvor- des Vorstandes der Ing.sitzender der börsennotierten Stage1.cc Industriellenverei-Technology Business Incubator AG mit nigung Wien und Rudolf KemlerSitz in Wien. Vizepräsident der Generaldirektor A merikanischen Hewlett-PackardVon 2002 bis Anfang 2008 war er Vor- Handelskammer Österreichsitzender der Geschäftsführung von in Österreich.Johann HintnerDie Wirtschaftsingenieur-Ausbildung amManagement Center InnsbruckBericht über die Veranstaltung des Regionalkreises Tirol am 18. Mai 2010I m Herbst 2010 startet am Manage- menter Center Innsbruck (MCI) einMasterstudiengang für Wirtschaftsin- Jährlich stehen 30 Studienplätze zur Verfügung. Als Zugangsvoraussetzung wird vorzugsweise ein Bachelorstudium genieure made by MCI zur Verfügung. Das geplante Einsatzgebiet reicht von der Entwicklung über Prozessingeni-genieurwesen. Grund genug für den mit dem Schwerpunkt Umwelt- und eurwesen, Produktionsmanagement,Regionalkreis Tirol, sich vor Ort ein Verfahrenstechnik oder ein vergleich- Marketing und Vertrieb bis zu Füh-Bild über die Ausbildung der künf- barer Abschluss einer technisch-natur- rungspositionen im technischen undtigen Berufskollegen zu machen. So be- wissenschaftlichen Bildungseinrich- betriebswirtschaftlichen Bereich.suchten wir am 18. Mai 2010 das MCI tung erwartet. Über die Aufnahme Das unternehmerische Denkenund wurden vom Studiengangsleiter, entscheidet die Studiengangsleitung und Handeln wird am MCI groß ge-FH-Prof.Dr.-Ing Gerhard Hillmer, aus aufgrund des individuellen Werde- schrieben. Die Bezeichnung „MCIerster Hand über die Motivation für ganges (50%) und eines komissionellen - die unternehmerische Hochschule“den neuen Studiengang sowie über den Bewerbungsgespräches (50%). ist sogar markenrechtlich geschützt.Studienplan informiert. Das berufsbegleitende Studium dau- Getreu dem Leitspruch „Wir begleiten Das MCI wurde 1994 unter der Trä- ert vier Semester. Die Lehrveranstal- motivierte Menschen“ werden Studie-gerschaft von Gebietskörperschaften, tungen finden am Freitag nachmittags rende und Absolventen auch bei derSozialpartnern und universitären Ein- von 13:30 bis 21:30 Uhr und am Samstag wirtschaftlichen Verwertung von For-richtungen gegründet. Ursprünglich von 8:00 bis 15:45 Uhr statt. Zusätzlich schungsergebnissen sowie bei der Un-umfasste das Angebot des MCI kom- wird eine Intensivwoche pro Semester ternehmensgründung unterstützt.pakte akademische Weiterbildungspro- angesetzt. Es besteht Anwesenheits-gramme für Berufstätige in Ergänzung pflicht. Die Studiengebühr beträgt 363,- Wir bedanken uns beim MCI für diezum bestehenden universitären Studi- € pro Semester zuzüglich gesetzlichem gelungene Veranstaltung. Besondersenangebot. Mit der Erlassung des Fach- ÖH-Beitrag. Die technischen Fächer gefreut haben wir uns über das geäu-hochschul-Studiengesetzes (FHStG) umfassen 60% der Ausbildung, wobei ßerte Interesse an einer Mitgliedschaftwurden im Laufe der Zeit elf eigene hier wiederum die Umwelt-, Verfah- beim WING.Studiengänge eingerichtet, die heute rens- und Energietech-von ca. 2400 Studierenden in berufs- nik den Schwerpunktbegleitender Form oder in der Vollzeit- bildet. Bleiben 40% fürversion besucht werden. Wirtschaftsfächer. Das Mit dem neuen Studiengang Wirt- Studium wird mit demschaftsingenieurwesen reagiert man akademischen Gradauf veränderte bzw. erweiterte Aufga- Master of Science (MSc)benstellungen in den Unternehmen, abgeschlossen und be-bei denen technische und betriebswirt- fähigt in der Folge zuschaftliche Aspekte immer weniger einem einschlägigenklar zu trennen und folglich gemein- Doktoratsstudium.sam betrachtet und bearbeitet werden Ab Mitte 2012 stehenmüssen. die ersten Wirtschaftsin-WINGbusiness 2/2010 29
    • WINGFuture Enterprise - Unternehmen der Zukunft18. Kongress der Wirtschaftsingenieure, Graz 13.-15. Mai 2010Liebe WING-Mitglieder!Wir haben ein langes Wochenende hinter uns, ein voller Erfolg, wie sich alle Beteiligten einig waren. Es standder (bereits!) 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure mit rund 200 Kongressteilnehmern an der Tagesord-nung. Darunter wirklich renommierte Referenten aus Wirtschaft, Forschung und Politik, zahlreiche Eh-rengäste, WING-Mitglieder und Gäste unserer Partnerverbände aus Deutschland und der Schweiz, Studie-rende verschiedenster Universitäten - u.a. auch ein größere Abordnung der TU Hamburg - und viele weitereBesucher des Kongresses. Das Kongressteam - bestehend aus Mitgliedern der Studierendengruppe WINGnet Graz- hat sich dabei wieder größte Mühe gegeben, um für diesen Anlass einen angemessenen Rahmen zu gestalten.E röffnet wurde der Kongress mit dem Get Together am Donnerstag,dem 13. Mai, im festlichen Ambiente wurde der WING-Kongress traditi- onsgemäß durch den Präsidenten des Wirtschaftsingenieurverbandes Dr. der Zukunft. Er berichtete dabei über die Aktionen, die in den letzten einein- halb Jahren durch das Füh-rungsteamder Orangerie im Grazer Burggarten Hans-Jörg Gress mit der Begrüßung seines Unternehmens gesetzt wurden,auf Einladung des Herrn Landes- und einleitenden Worten eröffnet. um den außergewöhnlichen Verände-hauptmann Mag. Franz Voves. Die Zum Auftakt der Vorträge hatte der rungen und Entwicklungen am MarktBegrüßungsworte hielt dabei Land- WING dabei die Ehre, Bundesminis- entgegen zu wirken. Mit Erfolg, wie dietagsabgeordneter Mag. Gerhard Rupp, ter Rudolf Hundstorfer am Redner- präsentierten Zahlen zeigten.welcher zum Abschluss seiner Rede das pult begrüßen zu dürfen. Unter dem Als dritter Referent widmete Dipl.-Ing.Buffet eröffnete. Hier bot sich für alle Titel „Human Capital - die zukünftige Karl Rose (CEO, Strategy Lab) seinenKon-gressteilnehmer eine wunderbare Arbeitswelt“ strich Bundesminister Beitrag den „Entwicklungstrends vonGelegenheit, die weiteren Kongress- Hundstorfer die zentrale Rolle des Märkten und Konsumentenverhalten“.teilnehmer kennen zu lernen und alte Faktors Mensch im Unternehmen der Seine Botschaft lautete dabei, dass dieBekannte zu begrüßen. Im Anschluss Zukunft heraus. Dabei sprach er vor Zukunft unvorhersehbar ist und diesan das Get Together zogen noch einige allem über dessen - durch die sich än- auch bleibt, aber dennoch nicht un-Teilnehmer weiter in das Glöcklbräu dernden Rahmenbedingungen erge- denkbar ist. Er gab einen Anstoß dar-im Herzen der Grazer Innenstadt um benden - neuen Anforderungen, aber über nachzudenken, welche Szenarienden Abend ausklingen zu lassen. auch Möglichkeiten in der Arbeitswelt für die globale Entwicklung möglich„Future Enterprise - Unternehmen der von morgen. sind und wie sich diese auf die MärkteZukunft“ war dann am Freitag, dem Anschließend legte DDr. h. c. Peter der Zukunft auswirken könnten.14. Mai, im Prunksaal des ehrwürdigen Mitterbauer (Vorstandsvorsitzender Nach diesen drei sehr interessantenMinoritenklosters das bestimmende der Miba AG) den Fokus auf die Her- Ausführungen ging es in die Mittags-Thema. Zu Beginn der Veranstaltung ausforderungen für den Unternehmer pause, zu der sich auch die Begleitper-30 WINGbusiness 2/2010
    • WINGsonen, welche an der parallel zum Kon- führung und Organisation, TU Graz) ihrem wunderbaren Ambiente mittengress stattgefundenen Führung durch widmete sich der „Unternehmensfüh- im Herzen der Grazer Altstadt zurdie Grazer Innenstadt teilnahmen, ein- rung der Zukunft“. Er beschäftigte sich Abendveranstaltung ein. Hier konntefanden. Es wurden beim gemütlichen dabei mit der Thematik, dass Konzepte der Kongresstag unter musikalischerEssen wie auch schon in den kürzeren der Unternehmungsführung der Mode Untermalung in einer gemütlichenKaffeepausen davor rege Diskussionen und dem Zeitgeist ausgesetzt sind. Es Atmosphäre gebührend ausgeklungenunter den Teil-nehmern über das zuvor wurde anhand von vier wichtigen stra- werden.gehörte geführt. Ohne Zweifel ein Be- tegischen Konzepten der jüngeren Ver-leg für die gelungene Zusammenstel- gangenheit und Gegenwart beispielhaft Einen würdigen Schlusspunkt des Kon-lung interessanter Vor-tragender und gezeigt, dass diese nicht der Tyrannei gresses bot schließlich der Ausflug inThemen am Kongress. des „entweder-oder“ unterworfen wer- das Steirische Vulkanland am Samstag, den sollten. dem 15. Mai. Gemeinsam mit allen Teil-Das Nachmittagsprogramm begann nehmern dieses Rahmenprogrammsdann mit einem Vortrag von Dipl.- Als letzter Beitrag des Kongresses re- wurde das Firmengelände des Biomas-Ing. MBA Lars Maydell (Berater, Egon ferierte Ing. Rudolf Kemler (General- sehei-zungsherstellers KWB besichti-Zehnder International), der die An- direktor, Hewlett-Packard Österreich) gt, den Eindrücken nach ein wirklichforderungen an den Manager der Zu- über „Infor-mationstechnologien und vorbildhaftes „Unternehmen der Zu-kunft aus seiner Sicht präsentierte. Er -systeme der Zukunft“, wobei die kunft“. Mit dem Besuch der Schnaps-zeigte dabei die wichtigsten Einfluss- Schlüsselrolle von Technologien groß- und Essigmanufaktur Gölles und demfaktoren auf die Gesamtperformance geschrieben wurde. Der Vortrag um- gemeinsamen Essen in der Hofberg-eines Unternehmens unabhängig von fasste verschiedene Einsatzszenarien stube Wippel fand der 18. Kongress derGröße und Branche auf, welche aus und Entwicklungsfelder und gab einen Wirtschaftsingenieure schließlich sei-Forschungen seines Unternehmens Überblick über aktuelle For-schungs- nen Abschluss.in Kooperation mit der Harvard Busi- projekte aus den HP Labs, den Ent-ness School hervorgingen. Er plädierte wicklungszentren des weltweit größ- In diesem Sinne möchten wir uns beidabei für einen Führungsstil, der stär- ten Technologieunternehmens. Im allen Teilnehmern für die schönenker interdisziplinär ausgeprägt ist und Anschluss an die abwechslungsreichen Tage bedanken und freuen uns auf einweit über die Grenzen des eigenen Po- Vorträge wurde noch die WING-Gene- Wiedersehen beim Kongress 2012,sitions- und Unternehmensbereiches ralversammlung von den anwesendenhinausgeht. Mitgliedern abge-halten. Ihr KongressteamDer anschließende Vortrag von O.Univ.- Am Abend lud der Verband der Wirt- Alois Bauer, Nicole Harter, Frank Hart-Prof. Dr. Reinhard Haberfellner (Pro- schaftsingenieure dann in die Räum- mann, Georg Michael Lexer, Michaelfessor am Institut für Unternehmens- lichkeiten der Alten Universität mit Schütz, Dipl.-Ing. Iris UitzWINGbusiness 2/2010 31
    • FachartikelUlrich Bauer, Bernd Markus Zunk, Alfred FürstStudie:Wirtschaftsingenieurwesen in Österreich – Status quoZentrale Ergebnisse der Studie „Ausbildungslandschaft, Berufsbild, Karrie-reweg und Qualifikationsprofil von Wirtschaftsingenieuren“Mit den ausgezeichneten Berufsmöglichkeiten von Wirtschaftsingenieuren steigt auch die Attrak-tivität einer Wirtschaftsingenieurausbildung permanent, was sich nicht zuletzt an dem stark ex-pandierenden Ausbildungsangebot an Universitäten und Fachhochschulen in Österreich zeigt.So positiv diese Entwicklung auch ist, so schwierig wird es für die Interessengruppen Studierende, Personal-manager etc. sowie den Österreichischen Verband der Wirtschaftsingenieure, den Überblick über Ausbil-dungslandschaft, Berufsbild, Karriereweg und Qualifikationsprofil zu behalten. Die folgend zusammenge-fassten Untersuchungsergebnisse sollen einen Beitrag zur Schaffung der notwendigen Transparenz leisten.Die präsentierten Ergebnisse basieren auf einer zweiteilig aufgesetzten Untersuchung des Ins-tituts für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der Technischen Universität Graz.1 Wer ist Wirtschaftsingenieur? So kam es in den letzten Jahren zu Fragen zum Anlass und definierte den einer starken Vergrößerung des Aus- Begriff „Wirtschaftsingenieur“ wieIm Jahr 2009 veröffentlichte die Zeit- bildungsangebots im Bereich des Wirt- folgt (WING 2010):schrift FORMAT in ihrer 23. Ausgabe schaftsingenieurwesens in Österreich, „Wirtschaftsingenieure sind wirt-die Ergebnisse einer Umfrage unter 200 was die Fragen aufwirft: „Wer ist den schaftswissenschaftlich ausgebildeteFührungskräften im Personalbereich im Sinne des Österreichischen Wirt- Ingenieure mit akademischem Studi-zur Qualität von Hochschulstandorten schaftsingenieurverbandes überhaupt enabschluss, die in ihrer beruflichenund den dort angebotenen Studienrich- ein Wirtschaftsingenieur?“ und: „Kann Tätigkeit ihre technische und ökono-tungen. Dabei wurde den Wirtschafts- jeder Bildungsanbieter sein Studienan- mische Kompetenz ganzheitlich ver-ingenieurstudienrichtungen in Bezug gebot aufgrund der ‚Strahlkraft‘ einer knüpfen.“auf einen erfolgreichen Start in das Be- solchen zukunftsträchtigen Ausbildungrufsleben ein ausgezeichnetes Zeugnis mit der Marke ‚Wirtschaftsingenieur‘ 2 Die 3 Säulen des Wirtschaftsingeni-ausgestellt, was die Attraktivität eines schmücken?“ eurwesensWirtschaftsingenieurstudiums sowohl Der Österreichische Wirtschaftsin-für Bildungsanbieter wie Auszubilden- genieurverband nahm diese aktuellen, In Bezug auf die Ausbildungsinhaltede maßgebend erhöht hat. den Wettbewerb stark beeinflussenden in der Wirtschaftsingenieurausbildung32 WINGbusiness 2/2010
    • Fachartikel 3 Untersuchung der Ausbil- Bereich des Wirtschaftsingenieurwe- dungslandschaft im Wirt- sens erarbeitet. WIRTSCHAFTSINGENIEURWESEN schaftsingenieurwesen Im ersten Halbjahr 2009 wurde Als Basis zur Umsetzung die- eine Sekundärerhebung und Analyse ser Dreiländererklärung soll des Studienangebots im Bereich des Natur- die am Institut für Betriebs- Wirtschaftsingenieurwesens in Ös-3 Säulen wissenschaft Integration Wirtschaft und wirtschaftslehre und Be- terreich durchgeführt. Dabei wurden Technik triebssoziologie der TU Graz alle Universitäts- und Fachhochschul- durchgeführte Studie „Ausbil- studiengänge, welche prinzipiell dem dungslandschaft, Berufsbild, Wirtschaftsingenieurwesen zugerech- Abb. 1: 3 Säulen des Wirschaftsingenieurwesens Karriereweg und Qualifika- net werden könnten, auf Basis des von tionsprofil von Wirtschafts- ihnen veröffentlichten und zugäng-vertritt der Verband die Meinung, dass ingenieuren“ dienen. Darin wird ein lichen Datenmaterials analysiert. Dieder Hauptanteil (d.h. mehr als 50%) im Überblick über das derzeit bestehende Kriterien für die Vorauswahl der Studi-Bereich technisch-naturwissenschaft- Angebot an Studienmöglichkeiten im enrichtungen und Studiengänge warenlicher Fächer zu liegen hat. Zugleichreicht es nicht aus z.B. wirtschaftliche BACHELORSTUDIENInhalte rudimentär in den Lehrplänen Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Graz)zu verankern, sondern ihnen ist ent- Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Wien) Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (FH Technikum Wien)sprechend hohes Gewicht beizumessen. Maschinenbau und Produktion Industriewirtschaft/Industrial Management (FH Joanneum)Aus der Formulierung „[…] in ihrer Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement (FH Joanneum)beruflichen Tätigkeit […] ganzheitlich Wirtschaftsingenieur (FH Wiener Neustadt)verknüpfen […]“ folgt, dass Wirtschafts- Wirtschaftsingenieurwesen (FH Vorarlberg)ingenieure neben Fachkenntnissen Softwareentwicklung und Wirtschaft (TU Graz)im wirtschaftlichen und technischen Informatik Wirtschaftsinformatik (TU Wien)Bereich zur Umsetzung ihres Fachwis- Informationstechnologien und IT-Marketing (FH Campus02)sens über weitere Fähigkeiten verfügen Wirtschaftsinformatik (FH Technikum Wien)müssen. Hierzu sind unter anderem Elektronik und Technologiemanagement (FH Joanneum) Elektrotechnik, ElektronikKenntnisse und Fähigkeiten aus den Elektronik/Wirtschaft (FH Technikum Wien)Bereichen „Kommunikation“, „Präsen- Bauingenieurwesen und Infrastrukturmanagement (TU Wien)tation“, „Recht“ und „Projektmanage- Bauwesen, Gebäudetechnik Bauplanung und Bauwirtschaft (FH Joanneum)ment“ notwendig. Der Österreichische und Gebäudemanagement Bauingenieurwesen-Baumanagement (FH Campus Wien)Verband der Wirtschaftsingenieure Energie- und Umweltmanagement (FH Burgenland)fasst diese Kenntnisse in einer eigenen MASTERSTUDIENKategorie von Ausbildungslehrinhal- Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Graz)ten mit der Bezeichnung „Integration“ Production Science and Management (TU Graz)zusammen. Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Wien) Somit bilden die Bereiche „Naturwis- Maschinenbau und Produktion Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (FH Technikum Wien)senschaft und Technik“, „Wirtschaft“ Supply Chain Management (FH Wiener Neustadt)und „Integration“ die drei Säulen des Produktions- und Prozessmanagement (FH Wiener Neustadt)Wirtschaftsingenieurwesens. Technisches Produktmanagement (FH Wiener Neustadt) Softwareentwicklung und Wirtschaft (TU Graz) Um dieses Ausbildungsprofil ba- Wirtschaftsinformatik (TU Wien)sierend auf den drei Säulen des Wirt- Informatik Wirtschaftsingenieurwesen-Informatik (TU Wien) Informationstechnologien und IT-Marketing (FH Campus02)schaftsingenieurwesens im deutschspra- Wirtschaftsinformatik (FH Technikum Wien)chigen Raum nachhaltig zu etablieren,verabschiedeten die drei Wirtschaftsin- Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwesen (TU Graz) Infrastrukturplanung und -management (TU Wien)genieurverbände aus der Schweiz (STV Bauwesen, Gebäudetechnik Energie- und Umweltmanagement (FH Burgenland)- Schweizerischer technischer Ver- und Gebäudemanagement Baumanagement und Ingenieurbau (FH Joanneum)band), Deutschland (VWI - Verband Bautechnische Abwicklung internationaler Großprojekte (FH Campus Wien)Deutscher Wirtschaftsingenieure) und Gebäudetechnik und Gebäudemanagement (FH Burgenland)Österreich (WING - Österreichischer Architektur Architektur und Projektmanagement (FH Joanneum)Verband der Wirtschaftsingenieure) Kunststofftechnik Wirtschaftsingenieurwesen in Kunststofftechnik (JKU Linz)folgende Dreiländererklärung: DIPLOMSTUDIEN „Wir wollen eine hohe Qualität und Maschinenbau und Produktion Mechatronik Wirtschaft (FH Wels)das unverwechselbare Profil des Wirt- Chemie Wirtschaftsingenieurwesen-Technische Chemie (JKU Linz)schaftsingenieurs sicherstellen undseinen hohen Arbeitsmarktwert durch „Anerkannte“ Wirtschaftsingenieurstudiendie Schaffung einer gemeinsamen Aus- „Sogenannte“ Wirtschaftsingenieurstudienbildungsmarke fördern.“ Abb. 2: Wirtschaftsingenieurstudiengänge in ÖsterreichWINGbusiness 2/2010 33
    • Fachartikel Andere 5,7% MBA 3,6% 4 Weiterbildung von Wirt- 6 Kompetenzprofil Wirtschaftliche Individuelle Schulungen/Seminare schaftsingenieuren Karriereplanung 7,3% 26,6% Auch die Einschätzung der Relevanz In punkto Weiterbildung bezüglich des Idealverhältnisses der Doktorat 11,5% nach dem Studienabschluss Anteile an „Fach- Methoden- und So- zeigt sich folgendes Bild: von zialkompetenz“ (siehe grundlegend den 215 an der Primärerhe- die Arbeit von ROTH 1971) im Profil bung teilnehmenden Wirt- des Wirtschaftsingenieurs steht im di-Sprachausbildung 13,4% schaftsingenieuren zeigt rekten Zusammenhang zum Idealver- Technische Schulungen/Seminare Abbildung 3, dass bei 477 hältnis aus Wirtschaft zu Technik. 18,2% abgegebenen Nennungen Auslandsaufenthalt 13,6% der „durchschnittlich“ ak- Dabei ist unter Fachkompetenz das tive Wirtschaftsingenieur Fachwissen zu verstehen, das durch n=215, m=477 (Mehrfachnennungen möglich)Abb. 3: Weiterbildung von Wirtschaftsinge- bereits mehr als zwei Wei- eine entsprechende Aus- und Weiter-nieuren terbildungsmöglichkeiten bildung und zum Teil durch Erfahrung wahrgenommen hat. Dabei zu erwerben ist. Methodenkompetenzdie Namensgebung bzw. die Beschrei- bilden wirtschaftliche und bezeichnet die Fähigkeit, dieses Wis-bung des Studiums auf der Homepage, technische Schulungen bzw. Seminare sen und diese Erfahrung anzuwendenwobei die Ausrichtung auf sowohl tech- in Summe mit 44,8% den größten An- und dazu unterstützende Skills zu be-nische als auch wirtschaftliche Inhalte teil. herrschen. Methodenkompetenz kannklar erkennbar sein musste. durch formales Training, z.B. in Semi- 5 Qualifikationsprofil naren (um Prinzipien und Theorien zu Diese zunächst wertfreie Voraus- verstehen), praktisches Training undwahl ergab 39 Studienrichtungen und Mit der Definition „Wirtschaftsingeni- Erfahrung erworben werden. Unter so-Studiengänge (Abbildung 2), welche eur“ wird die Forderung transparent, zialer Kompetenz sind die persönlichenaufgrund dieser genannten Kriterien dass in der akademischen Ausbildung Fähigkeiten im Umgang mit anderenals Wirtschaftsingenieurstudien in Fra- Anteil der Befragten (n=215) und die persönlichenge kommen könnten. Charakterzüge und 90% : 10% 1,9% Wertvorstellungen zu Darauf folgend wurde abgeklärt, 80% : 20% 5,6% verstehen (BAUER/welche dieser 39 Studienrichtungen GANGL 2005). Anteil Technik : Anteil Wirtschaft 70% : 30% 27,3%und Studiengänge vom Österrei- Abbildung 5 zeigtchischen Wirtschaftsingenieurverband 60% : 40% 30,6% 57,8% 42,2% die grundsätzlichanerkannt sind. Mit Ende des Jahres 50% : 50% 16,7% anzustrebende aus- Wirtschaft2009 sind 24 Studienrichtungen und Technik geglichene Kompe-Studiengänge (in Abbildung 2 grau 40% : 60% 8,8% tenzverteilung beihinterlegt) als Wirtschaftsingenieurstu- 30% : 70% 6,9% Wir t scha f t singeni-dien anerkannt worden, welche somit euren, wobei aus 20% : 80% 0,9%den Untersuchungsbereich für die vor- der Primärerhebungliegende Studie bilden. Die restlichen 10% : 90% 1,4% hervorgeht, dass mit15 Studiengänge erfüllen derzeit nicht 34,8% der Anteil andie definierten Voraussetzungen einer Abb. 4: „Idealverhältnis“ Technik zu Wirtschaft sozialer KompetenzWirtschaftsingenieurausbildung. überwiegt. Dabei ist der überwiegende Teil der Lehrinhalte auch der Unterschied in der Einschät- In einem zweiten Schritt wurde im naturwissenschaftlich-technischen zung der Relevanz zwischen Berufsein-eine Primärerhebung in Fragebogen- Bereich zu liegen hat. Abbildung 4 steigern (befinden sich in ihrem erstenform mittels eines Online-Umfrage- zeigt die Einschätzung der Befragungs- Einsatzgebiet ihrer Karriere) und Be-tools von POLLISCOPE im Zeitraum teilnehmer zum „Idealverhältnis“ von rufserfahrenen (befinden sich in ihremvom 09.08.2009 bis zum 31.08.2009 Technik zu Wirtschaft. vierten Einsatzgebiet) abgebildet. Inter-durchgeführt. Zur Umfrage wurden Das Idealverhältnis Technik zu essant dabei ist, dass Berufseinsteigeralle Mitglieder des Österreichischen Wirtschaft liegt bei 57,8%Wirtschaftsingenieurverbands von de- zu 42,2%. In der Umfrage 35,0% Sozialkompetenznen die E-Mail-Adressen bekannt wa- des Jahres 2005 (BAUER/ 37,4%ren, eingeladen. GANGL 2005) betrug das Insgesamt wurden 1030 Einladungs- Verhältnis noch 62,6% zu 32,7%mails verschickt. Daraufhin starteten 37,4% , was eine aktuelle Methodenkompetenz 31,9%307 Personen die Umfrage, 215 davon Verschiebung in der Ausbil-beendeten die Umfrage durch Beant- dungsinhalte im Idealprofil 32,3% Erfahrene (n=60)wortung aller Fragen vollständig. Dies zugunsten des Wirtschafts- Fachkompetenz 30,6% Einsteiger (n=31)ergibt eine Nettorücklaufquote von anteils in den Lehrinhaltenrund 21%. bedeutet. Abb. 5: „Optimales“ Kompetenzprofil34 WINGbusiness 2/2010
    • Fachartikel die Sozialkompetenz mit 37,4% wich-  Wirtschaftsingenieure sind wirt- Wirtschaftsingenieure in Bezug auf tiger einschätzen als Berufserfahrene. schaftswissenschaftlich ausgebildete deren Karriereperspektiven. Generell sind diese Unterschiede in der Ingenieure mit akademischem Stu- Einschätzung von Einsteigern und Be- dienabschluss, die in ihrer beruf- Unabhängig vom jeweiligen Ausbil- rufserfahrenen marginal. lichen Tätigkeit ihre technische und dungsprogramm sind Wirtschaftsin- ökonomische Kompetenz ganzheit- genieure Integratoren zwischen der 7 Karriereentwicklung von Wirt- lich verknüpfen. naturwissenschaftlich-technischen schaftsingenieuren.  Die drei Säulen des Wirtschaftsin- und der wirtschaftlichen Seite eines genieurwesens bilden „naturwis- Unternehmens. Sie sind Techniker, die Wirtschaftsingenieure fungieren als senschaftliche und technische“, „in- die Sprache der Ökonomen sprechen „Brückenbauer“ zwischen den Welten tegrative“ sowie „wirtschaftliche“ und verstehen. Aus diesem Grund kön- Wirtschaft und Technik und punkten Lehrfächer. nen sie einen wertvollen Beitrag für die vor allem in den Schnittstellenberei-  Der Österreichischen Wirtschafts- erfolgreiche Zusammenarbeit und zu- chen, in denen interdisziplinäre Kennt- ingenieurverband anerkennt derzeit kunftsgerechte Entwicklung in Unter- nisse gefragt sind (siehe dazu auch den 24 Studienrichtungen und Studien- nehmen leisten. Beitrag im GEWINN 2010). gänge als „Wirtschaftsingenieurstu- dien“. Dies sind u.a. Beratung, Projekt-  Wirtschaftsingenieure bilden sich 9 Literatur- und Quellenangaben leitung im Forschungs- und Entwick- primär im Rahmen wirtschaftlicher lungsbereich oder auch im technischen Schulungen und Seminare fort; im 1. FORMAT, 2009: www.format.at/ar- Verkauf und Marketing. Abbildung 6 Durchschnitt haben Wirtschaftsin- ticles/0923/527/243499/format-uniran- zeigt, dass 24,8% aller Wirtschaftsinge- genieure während ihrer bisherigen king-welche-absolventen-chancen-be- nieure ihre Karriere im Betätigungsfeld Berufslaufbahn zwei Weiterbil- rufseinstieg, Abfrage vom 30.03.2010 1. Einsatzgebiet 2. Einsatzgebiet 3. Einsatzgebiet 4. Einsatzgebiet 2. ÖSTERREICHISCHER VERBAND (n=206) (n=172) (n=118) (n=70) DER WIRTSCHAFTSINGENIEURE Produktion und 24, 8% 19, 8% 11,0% 10,0% (WING), www.wing-online.at, Abfrage Fertigungstechnik vom 13.05.2010 Beratung 18,4% 15,7% 17,8% 14,3% Forschung und 3. POLLISCOPE, 2010: www.pollis- Entwicklung 16,5% 12,2% 5,1% 4,3% cope.de, Abfrage vom 12.04.2010Betätigungsfeld Verkauf und Marketing 13,6% 17,4% 13,6% 7,1% 4. BAUER, U.; FÜRST, A.; ZUNK, Einkauf und Logistik 13,1% 8,7% 10,2% 12,9% B.M., 2010: Ausbildungslandschaft, Be- Finanz- und 8,7% 9,9% 6,8% 5,7% rufsbild, Karriereweg und Qualifikati- Rechnungswesen onsprofil von Wirtschaftsingenieuren, Geschäftsführung 3,4% 15,7% 33,9% 44,3% in BAUER, U. (Hrsg.), Schriftenreihe Personalwesen 1,5% 0,6% 1,7% 1,4% Nummer 13 des Instituts für Betriebs- Abb.6: Berufseinstieg und Karriereentwicklung wirtschaftslehre und Betriebssoziolo- gie der TU Graz, Graz „Produktion und Fertigungstechnik“ dungsmaßnahmen in Anspruch ge- 5. ROTH, H., 1971: Pädagogische An- beginnen. Interessant ist die Betrach- nommen. thropologie, Band II: Entwicklung und tung der weiteren Karriereentwicklung  Den Wirtschaftsingenieur zeichnet Erziehung – Grundlagen der Entwick- in Richtung Führungsaufgaben. 70 typischerweise ein ausgewogenes lungspädagogik, 1. Auflage, Berlin et Studienteilnehmer hatten im Laufe ih- Kompetenzprofil zwischen Sozial-, al. rer Karriere bereits vier Einsatzgebiete. Fach- und Methodenkompetenz 6. BAUER, U.; GANGL, B., 2005: Qua- Es wird offensichtlich, dass sich der aus. lifikationsprofil und Berufsbild von Großteil der Positionen von eher ope-  Das „Idealverhältnis“ zwischen Wirtschaftsingenieuren bezogen auf rativen Bereichen im „ersten Einsatzge- technischen und wirtschaftlichen die ersten Berufsjahre am Beispiel TU biet“ hin zu dispositiven Positionen im Lehrinhalten im Zuge der Wirt- Graz und JKU Linz, in BAUER, U. Bereich der „Geschäftsführung“ ent- schaftsingenieurausbildung soll laut (Hrsg.), Schriftenreihe Nummer 8 des wickelt. Dieses Auswertungsergebnis Primärerhebung rund 58% zu 42% Instituts für Betriebswirtschaftslehre deckt sich mit der Selbsteinschätzung zu Gunsten der technischen Fächer und Betriebssoziologie der TU Graz, der befragten Wirtschaftsingenieure, betragen, was sich grundsätzlich mit Graz wenn es um die Beurteilung der Kar- der Anforderung „mind. 50% tech- 7. GEWINN, 2010: Wirtschaftsingeni- rieremöglichkeiten geht. Rund 90% der nische Fächer“ des Österreichischen eure – die Allrounder unter den Exper- Befragten schätzen ihre Entwicklungs- Wirtschaf tsingenieur verbandes ten, in: Gewinn – Das Wirtschaftsma- chancen mit „gut“ bis „sehr gut“ ein. deckt. gazin, Ausgabe 4/2010, S. 108 - 110  Der Karriereweg von Wirtschaftsin- 8. ZUNK, B.M.; FÜRST, A., 2010: In- 8 Kernaussagen genieuren entwickelt sich von stark genieure für die Wirtschaft gewinnen, operativen Aufgaben hin zu Füh- in: Personalmanager – Zeitschrift für Die Kernaussagen lassen sich wie folgt rungsaufgaben. Dies deckt sich mit Human Resources, Ausgabe 3/2010, S. zusammenfassen: der Selbsteinschätzung der befragten 36 - 37 WINGbusiness 2/2010 35
    • Fachartikel Autoren o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Ulrich Bauer ist Vorstand des Instituts für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der TU Graz. Von 1983 bis 1989 war er Universitätsassistent an der TU Graz. 1989 wechselte er in die Personalentwicklung der Steirerbrau. Von 1991 bis 1997 bekleidete er zuerst die Position des Vorstandsassistenten der Steiermärkischen Elektrizitäts AG bevor er ebendort Personalchef wurde. 1997 erhielt er den Ruf als Professor an die TU Graz. 2000 bis 2003 Dekan der Fakultät Maschinenbau. Seit 2003 ist Prof. Bauer Vizerektor für Finanzen und Personal der TU Graz. Kontaktdaten: Technische Universität Graz, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie, Kopernikusgasse 24/II, A-8010 Graz. E-mail: ulrich.bauer@tugraz.at Ass.Prof. DDipl.-Ing. Dr.techn. Bernd Markus Zunk studierte Wirtschaftsingenieurswesen an der Technischen Universität Graz. Von 2002 bis 2003 war Herr Dr. Zunk im Bau- und Projektmanagement tätig. 2003 bis 2008 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie. 2009 begann Herr Dr. Zunk eine Professorenlaufbahn an der Technischen Universität Graz. Seine derzeitigen Arbeitsgebiete in Forschung und Lehre sind Beziehungsmanagement, Kundenwert, Vertriebs- sowie Risikocontrolling. Kontaktdaten: Technische Universität Graz, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie, Kopernikusgasse 24/II, A-8010 Graz. E-mail: bernd.zunk@tugraz.at Dipl.-Ing. Dr.techn. Alfred Fürst studierte Wirtschaftsingenieurwesen- Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz. Herr Dr. Alfred Fürst war bis Mai 2010 Universitätsassistent am Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der TU Graz wo er auch promovierte. Von 2006 bis 2009 bekleidete er die Position des Geschäftsführers des Österreichischen Wirtschaftsingenieurverbands. Seit Juni 2010 ist Herr Dr. Fürst Mitarbeiter im Bereich Unternehmensentwicklung und M&A bei der KELAG in Klagenfurt. Kontaktdaten: KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, Arnulfplatz 2, A-9010 Klagenfurt, E-mail: alfred.fuerst@kelag.at WINGNETThomas GuerraWINGnet Graz kooperiert mit der TU GrazA m 4. März 2010 kam es zu einem erfolgreichen Abschluss einer viel-versprechenden Zusammenarbeit zwi- ter und Netzwerker über die Tore der TU hinaus. Mit Unterzeichnung der Vereinba- kung dieser Kooperation. Weitere In- formationen über dieses Look IN kön- nen Sie dem Artikel entnehmen, denschen dem WINGnet Graz und der TU rung hat das WINGnet Graz das allei- Sie ebenfalls in diesem Heft finden.Graz. Nach monatelangen Gesprächen nige Recht, an der TU Graz Vorträgezwischen Frank Hartmann, dem Ob- mit Recrutingzweck zu organisieren. Ein besonderer Verdienst und Dankmann des WINGnet Christoph Sadei Durch die neue Kooperation ist es nun geht an DI Christoph Adametz und DIund des Career Info Service der TU, auch möglich, Studierende aus ausge- Wolfgang Wallner für das geschenktebesiegeln nun die Unterschriften des wählten Studienrichtungen und in be- Vertrauen, an Mario Fallast für dasObmanns und des Rektors der TU stimmten Studiensemestern gezielt per Herstellen der Kontakte und das Ver-Graz Prof. Dr. Hans Sünkel eine Koo- e-mail zu erreichen. Dies bietet einen mitteln, sowie an Frank Hartmannperationsvereinbarung. großen Vorteil für Unternehmen, die und Christoph Sadei für das Engage- sich den Studierenden an der TU Graz ment und die Konstanz. Durch jahrzehntelange, professi- vorstellen möchten.onelle Organisation von Firmenvor- Auf Basis dieser Zusammenarbeit ist Für weitere Informationen und Kon-trägen und anderen Events an der TU bereits das Look IN mit Roland Berger takte, wenden Sie sich bitte an graz@Graz von Seiten des WINGnet Graz, zustande gekommen. Der große Erfolg wingnet.at oder besuchen Sie uns untergilt der Verein als erfahrener Veranstal- dieser Veranstaltung bestätigt die Wir- graz.wingnet.at .36 WINGbusiness 2/2010
    • WINGnetFrischer Wind unter den Flügeln beim WINGnet GrazIm März dieses Jahres wurden in der Generalversammlung des WINGnet Graz wieder Wahl-en abgehalten um die verschiedenen Ämter zu besetzen. Dabei ergaben sich vor allemim Vorstand große Veränderungen. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen:Obmann – Alois Bauer Seite. Ihm ist das Ansehen des Vereins Robert Nini:Obmann Stv. – Christoph Sadei an der TU Graz sehr wichtig, positivFinanzreferent – Ulrich Renner kommentiert er den steigenden Be- Er studiert zurzeit im 8. Semester Pro-Schriftführung – Ingrid Gumpesberger kanntheitsgrad. Wichtig sind ihm die duction Science & Management. Nach-Schriftführung Stv – Robert Nini professionelle Organisation unserer dem er schon ein Jahr lang mit dem Veranstaltungen und Kooperationen Gedanken spielte dem WINGnet bei-Der Vorstand stellt sich vor: mit der TU Graz und den anderen Stu- zutreten, konnten wir ihn im Herbst dierendenvereinen. Sein Ausblick: „Die 2009 endlich in unserer Mitte begrü- Zukunft ist vielversprechend da die ßen.Alois Bauer: ausgearbeiteten und festgelegten Stra- Er wollte sich neben dem Studium tegien der letzten Jahre gut gegriffen mehr engagieren und war vom Auftre-Er studiert Softwareentwicklung haben.“ ten des WINGnet begeistert. In seinem– Wirtschaft im 8. Semester und trat neuen Amt hat er vor den Vorstanddem Verein ungefähr vor einem Jahr Ulrich Renner: bestmöglich zu unterstützen, außer-bei. Er ist sehr motiviert in seinem dem ist er nun im vereinsinternen „Ac-neuen Amt und möchte viel bewegen, Er studiert nun im 8. Semester BWL tivities Team“ tätig, welches aus seinerdeswegen entschloss er sich auch dem und ist seit 2004 Mitglied beim WING- Sicht optimal die Brücke zwischen Uni-Kongressteam für den WING Kongress net. Das Amt des Finanzreferenten versität und Wirtschaft schlägt.in Graz dieses Jahr beizutreten. Seine bekleidet er schon seit 2008 und seitZiele sind Mitgliederanwerbung, vor kurzem leitet er intern das PR Team. Ingrid Gumpesberger:allem im Bereich der Softwareentwick- Seine Ziele als Finanzreferent legt erler, die Erstellung von Best Practice Do- klar da: der Verein soll in jeder Lage Sie studiert seit 2006 Wirtschaftsinge-kumenten für das WINGnet und noch finanziell abgesichert und unabhängig nieurwesen Maschinenbau und tratvieles mehr. sein. dem WINGnet im Wintersemester 2008 bei.Christoph Sadei: Über die PR meint er: „ In der PR ha- Über den Verein meint sie: „Es ist ein- ben wir, denke ich, schon einiges weiter fach eine großartige Möglichkeit et-Seit 2003 studiert er Wirtschaftsinge- gebracht. Der Zuwachs an Mitgliedern was zu lernen und mit der Wirtschaftnieurwesen Maschinenbau und 2005 ist ein gutes Zeichen. Einen einheit- in Kontakt zu kommen.“ In dem Amttrat der dem WINGnet bei, wo er von lichen Auftritt auf der TU, vor allem der Schriftführerin hat sie vor mehr2007 bis 2010 den Obmann stellte. Mit bei unseren Veranstaltungen, haben aktiv am Vereinsleben teilzunehmen,seiner langjährigen Erfahrung steht er wir realisieren können und werden wir den Obmann zu unterstützen und dienun dem Vorstand mit Rat und Tat zur in Zukunft noch weiter verstärken.“ Homepage aktuell zu halten.WINGbusiness 2/2010 37
    • Mediencorner Aumayr, K. J.: Erfolgreiches Produktmanagement Gabler Verlag, Wiesbaden 2009, 2. Auflage, 343 Seiten, € 62,00 ISBN 978-3-8349-1803-1 Wer entscheidet über den Erfolg eines Produkts? Die Käufer – und der verantwortliche Produktma- nager. Der Produktmanager kämpft dabei an mehreren Fronten: Er muss mit sinkenden Budgets immer mehr Produkte in immer kürzerer Zeit einführen und betreuen. Gleichzeitig muss er eine Fülle von Anforderungen aus den internen Abteilungen koordinieren. In dem vorliegenden Buch lie- fert Klaus J. Aumayr das komplette Rüstzeug, um diese komplexen Aufgaben souverän zu meistern. Fallbeispiele, Charts und Checklisten erleichtern den Transfer in die Praxis. Eine unverzichtbare Arbeitshilfe für alle, die ihre Produkte aktiv vermarkten wollen! Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oooþo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) o Anwendung 1 (nicht behandelt) ooooþ 5 (intensiv) Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Bernd Zunk Beck, B.: Volkswirtschaft verstehen Vdf Hochschulverlag AG, Zürich 2008, 5. Auflage, 472 Seiten, CHF 70,10 ISBN: 978-3-7281-3207-9 Der Titel dieses Buches wird seinen Ansprüchen absolut gerecht. Der Autor versteht es, in anschau- licher Weise die wichtigsten volkswirtschaftlichen Tatbestände umfassend und verständlich darzu- stellen. Dabei ist das Spektrum der behandelten Themen äußerst breit: Märkte, Marktversagen und Staat, Wohlstand und Wirtschaftswachstum, gesamtwirtschaftliche Analyse sowie Außenhandel und Entwicklungsökonomie. Neben der fundierten Darstellung und Erklärung der zentralen volks- wirtschaftlichen Fragestellungen werden auch neue internationale Entwicklungen aufgezeigt. Das Buch ist didaktisch hervorragend aufbereitet und somit bestens geeignet für Studienanfänger oder interessierte Laien, die sich einen grundlegenden Überblick über Volkswirtschaft verschaffen wollen. Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) ooþoo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) ooooþ 5 (intensiv) Anwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv) Empfehlung: erstklassig, sehr empfehlenswert Iris Uitz Bergmann, G.; Daub, J.: Systemisches Innovations- und Kompetenzmanagement – Grundlagen-Prozesse-Perspektiven Gabler Verlag, 2. Auflage, Wiesbaden 2008, 332 Seiten, € 34,50 ISBN 978-3-8349-1059-2 Das Werk ist als klassisches Lehrbuch aufgebaut. Ausgehend von Begriffsdefinitionen werden die Grundlagen des Innovations- und Kompetenzmanagements erklärt. Aus der Perspektive der Sys- temtheorie wird der Aufbau und Ablauf des Innovationsprozesses dargelegt. Besonders wird auf die Organisation der Innovation und die Kompetenzentwicklung eingegangen. Eine Beleuchtung des Themas aus dem Bereich der Ethik ist eine Bereicherung rund um das Thema. Fallbeispiele geben Einblick in Praxis. Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oþooo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) o Anwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv) Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Sonja Embst38 WINGbusiness 2/2010
    • MediencornerDerenthal, K.:Innovationsorientierung von UnternehmenGabler Verlag, Wiesbaden 2010, 313 Seiten, € 49,90ISBN 978-3-8349-1832-1Die Autorin gibt in ihrem Werk einen Überblick über Erfolgsfaktoren um mit Innovationen in ge-sättigten Märkten als Unternehmen bestehen zu können. Anhand einer quantitativen empirischenErhebung, die branchenübergreifend durchgeführt wurde, werden diese Faktoren bestätigt. Die Be-deutung der Unternehmenskultur als Innovationstreiber und somit als wichtiger Baustein für nach-haltigen Unternehmenserfolg wird dabei gut herausgearbeitet.Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oþooo 5(Experten)Theorie 1 (nicht behandelt) ooþo 5 (intensiv) oAnwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv)Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Georg PremmHerstatt, C.; Verworn, B.(Hrsg.):Management der frühen InnovationsphaseGabler Verlag, Wiesbaden 2007, 2. Auflage, 432 Seiten, € 49,95ISBN: 978-3-8349-0375-4In diesem Buch werden aktuelle Forschungsergebnisse, die sich mit der frühen Phase des Innovati-onsprozess befassen, vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass die frühen Phasen von entscheidenderBedeutung für den Innovationsverlauf sind. Ausgehend von Arbeiten zu Innovationsanstößen wirdweiters auf die effektive und effiziente Gestaltung der frühen Phasen des Innovationsprozesses einge-gangen. Im letzten Teil werden Ergebnisse aus der Innovationspraxis angeführt. Dieses Buch liefertpraktische Unterstützung für Innovationsverantwortliche Manager sowie Wissenschaftler und Stu-dierende des Technologie- und Innovationsmanagements.Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oooþo 5(Experten)Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) oAnwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv)Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Caroline RiemerTaleb, N. N.:Der Schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher EreignisseCarl Hanser Verlag, München 2008, 441 Seiten, € 25,00ISBN: 978-3446415683Dieses Buch zeigt wie sehr das Weltgeschehen durch unwahrscheinliche Ereignisse beeinflusst wird.Und diese passieren viel häufiger als man annimmt, egal ob es sich um Terroranschläge, Umwelt-katastrophen, Finanzkrisen oder auch um den Siegeszug einer vorher nicht beachteten Technologiehandelt. Speziell die Probleme der empirischen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften werden indiesem Zusammenhang durchleuchtet und gängige Vorhersagemodelle kritisiert. Schließlich wer-den Strategien, die zu einer erfolgreichen Bewältigung von unwahrscheinlichen Ereignissen führensollen, vorgestellt.Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oooþo 5(Experten)Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) oAnwendung 1 (nicht behandelt) oooþo 5 (intensiv)Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Ernst StelzmannWINGbusiness 2/2010 39
    • WING-RegionalRupert Hasenöhrl, Johann Persoglia25. Treffen der Wirtschaftsingenieure in Kärnten15-04-2010, Klagenfurt am WörtherseeEine Jubiläumsveranstaltung sollte es werden, die im Gedächtnis haften bleibt! Wie bei einem ge-lungenen Cocktail galt es, die Ingredienzien gut aufeinander abzustimmen. Spannende und kurz-weilige Vortragende, ein Thema, das alle interessiert, Prominenz und etwas Gutes für den Gau-men waren die Zutaten, gewürzt mit der einen oder anderen Überraschung sollte es gelingen, denKärntner Wirtschaftsingenieuren einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Aber alles schön der Reihe nach!B undespräsident Heinz Fischer zur BegrüßungDie Grußadresse übernahm UHBP per-sönlich. Interessiert zeigte er sich nichtnur der Ausbildung zum Wirtschafts-ingenieurwesen gegenüber, er nützteauch die Gelegenheit, alte Bekannt-schaften aus der Zeit vor der Präsident-schaft aufleben zu lassen, als Prof. Veitim Rahmen der Rektorenkonferenztätig war. Worum es damals ging, konntenicht mehr eruiert werden, aber dassVeit seinerzeit Heinz Fischer mit einemBurgenländerwitz aufmunitionierte,um bei seinem Bundeskanzler Fred Si-nowatz zu „punkten“, blieb unbestrit-ten.Eine Standortbestimmung der BWL fokussiert sich die BWL von heute in ih- Pointen und Anekdotenals Teilbereich der Techno-Ökonomie rem Lehr- und Forschungsangebot auf lieferte dann em. Univ. Prof. Walterskizzierte dann Univ. Prof. Ulrich Bauer die Themen Wirtschaftlichkeit, Markt- Veit, als er 60 Jahre Wirtschaftsingeni-und ging dabei auf die Rolle der BWL erfolg und – immer stärker – auf das eurwesen Revue passieren ließ. Wie zuin Ausbildung und Forschung ein. Verhalten der künftigen Absolventen Zeiten seiner Vorlesung hingen seineNeben den betriebswirtschaftlichen als Führungskräfte und Mitglieder er- zahlreich erschienenen Ex-StudentenGrundlagen für WING und Techniker folgreich arbeitender Teams. an den Lippen von „Papa“ Veit. Stau-40 WINGbusiness 2/2010
    • WING-Regionalnend, wenn er über die Zustände an wie wir. Wir hal-der Hochschule in der Aufbauzeit nach ten uns zugute, diedem Krieg erzählte, schmunzelnd, Chance optimal ge-wenn er die vielen kleinen Erfolge und nützt zu haben…das Wachstum darauf zurückführte,dass man informell den anderen immer PPS: Der inkrimi-einen Schritt voraus war oder ganz ein- nierte Burgenlän-fach Chancen schneller und beherzter derwitz im Ori-ergriff. Witz und Geist sprühten als er ginal: Wodurchseine Thesen und Ratschläge aus der unterscheiden sicheigenen Inaugurationsrede rezitierte eine steirische undund den Anwesenden vor Augen führ- eine burgenländischete, dass diese auch heute noch nichts an Jauchengrube? DieAktualität eingebüßt haben. burgenländische ist mit einem Sprung-Überraschungen zum Schluss sprechend nachhaltig bei den Kärntner brett ausgerüstet!Nur wenige waren eingeweiht, dass die Wirtschaftsingenieuren vorstellte. Vielmittlerweile 12 Jahre lang amtierenden Erfolg den Beiden! PPPS: Prof. Veit’s Ratschläge vor groß-Regionalkreisleiter die Jubiläumsver- en Entscheidungen aus der Inaugurati-anstaltung dazu nützten, um mit Dr. PS: Mit einem Flunkern können wir onsrede in Kurzversion als Fragen for-Bernd Neuner und Dr. Alexander nicht abtreten und daher gestehen wir, muliert: 1. Was brauchen wir wirklich?Marchner ihre Nachfolger zu präsen- dass es nicht unserem Organisationsta- – Sinnfrage! 2. Lässt es sich finanzieren?tieren. lent zuzuschreiben war, dass UHBP Fischer – Wirtschaftlichkeit! 3. Wie setzen wir Beide sind im Bereich Unterneh- beim Regionalkreistreffen anwesend es um? – Methodenwissen! Und ganzmensstrategie und M&A der Firma war. Es war vielmehr purer Zufall, dass wesentlich dabei: die Reihenfolge derkelag tätig, die sich durch die Über- er im Zuge seiner Wahlwerbung zum Fragestellung ist unbedingt einzuhal-nahme des abschließenden Buffets ent- gleichen Zeitpunkt im Sandwirth war ten! WINGNETLook IN - Roland Berger zu Gast an der TU GrazA m Mittwoch den 24. März 2010 durften wir die Firma RolandBerger auf der Technischen Universität gen Akkus beziehen, vorgestellt und auf die Problemstellungen dabei ein- gegangen. Diese Technologie wird sich zu viel Gesprächsstoff. Darauf foltge dann eine kurze Firmenvorstellung bei der speziell auf den Einstieg bei Ro-Graz zu einem Look IN begrüßen. gegenüber anderen alternativen An- land Berger eingegangen, sowie auch Wie üblich in dieser Veranstaltungs- triebskonzepten, nach Einschätzungen die Aufstiegsmöglichkeiten aufgezeigtreihe, sollte ein Einblick in ein aktu- von Roland Berger, vor allem als Zweit- wurden.elles Themengebiet sowie in die Un- auto für Kurzstrecken durchsetzten. In entspannter Atmosphäre wurdenternehmensstruktur gegeben werden. Dennoch wird laut der Studie der Mar- diese Fachgespräche und Networking-Zu diesem Zweck hatten die Herren ei- kanteil von reinen Elektrofahrzeugen dialoge danach am Buffet fortgeführt.nen interessanten Vortrag zum Thema in Europa 2020 nur rund 15% betragen. Anhand der angeregten Gespräche,E – Mobility mit im Gepäck. Weitere Kernpunkte waren die Themen der Vielzahl an Zuhörern sowie am Dies war wohl auch der Grund für Bereitstellung, der damit verbunden Interesse an der Thematik zeigt sich,die zahlreiche Teilnahme von Studie- notwenigen Unternehmenskooperati- dass dieser Bereich ein enormes Zu-renden, Absolventen/innen und Mitar- onen und der Abrechnung der Energie kunftspotenzial aufweist.beitern/innen der Universität. Die vie- mit Kunden. Dabei wurde speziell auflen Zuhörer fanden in der Aula der TU die Thematik von Pauschalvertragen Rückblickend können wir sagen,kaum Platz. Zu den zahlreichen An- und die damit verbundene, andere dass die erste gemeinsame Veranstal-meldungen kamen noch etliche spon- Denkweise von Energieunternehmen, tung von WINGnet Graz und dem TUtan Interessierte die sich weder den als auch der Abnehmer eingegangen. Graz Career Info – Service ein großerspannenden Vortrag noch das anschlie- Für nähere Details möchten wir auf die Erfolg war! Wir hoffen natürlich auchßende Buffet entgehen lassen wollten. Präsentation hinweisen die man auf in Zukunft so interessante Themen, Der etwa einstündige Vortrag gab unserer Webseite downloaden kann. Unternehmen und Vortragende in die-einen guten Überblick über das The- (http://www.wing-online.at/graz/be- ser Veranstaltungsreihe und an der TUma der elektrischen Mobilität. Dabei richte.html) Graz begrüßen zu dürfen.wurden aktuelle Pilotmodelle mit Die interessante Präsentation vonelektrisch angetriebenen Fahrzeugen, Seiten Roland Bergers führte in der Bis dahin alles Gute Euer Team vomwelche ihre Energie aus leistungsfähi- anschließenden Publikumsdiskussion WINGnet GrazWINGbusiness 2/2010 41
    • presse-InfoWiesbaden, 10. Juni 2010 WINGbusiness ImpressumFußball für den Kopf Medieninhaber (Verleger) Österreichischer Verband der ­WirtschaftsingenieureFachbücher zur WM aus dem Gabler Verlag, dem Kopernikusgasse 24/3, 8010 GrazVieweg+Teubner Verlag und dem VS Verlag ZVR-Zahl: 026865239Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika steht Editorvor der Tür, und so langsam ergreift wieder das Fußball-Fie- Prof. Dr. Siegfried Vössnerber die ganze Welt. Neben Public Viewing und Fan-Gesängen E-Mail: voessner@tugraz.atkann man sich dem Thema auch fachlich nähern. Die Sprin-ger Fachmedien bieten dazu mit unterschiedlichen Publika- Redaktion/Layouttionen aus dem Gabler Verlag, dem Vieweg+Teubner Verlag Chefin vom Dienst & Marketingleiterin:und dem VS Verlag eine gute Grundlage. Mag. Beatrice Freund Tel. +43 (0)316 873-7795, E-Mail: office@wing-online.atDie Gabler-Autoren Holger Preuß, Markus Kurscheidt undNorbert Schütte haben in ihrem Buch „Ökonomie des Tou- Redakteurerismus durch Sportgroßveranstaltungen“ die wirtschaftlichen Dipl.-Ing. Andreas Martischnig,Wirkungen und die Zufriedenheit der Besucher rund um die E-Mail: andreas.martischnig@tugraz.atFIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 untersucht. Die Veran- Dipl.-Ing. Paul Pflegerstaltung gilt als Meilenstein für die Praxis der veranstaltungs- E-Mail: paul.pfleger@tugraz.atbasierten Standortpolitik und die Eventforschung in Deutsch- Dipl.-Ing. Markus Kohlbacherland. Mithilfe ihrer empirischen Erhebung leiten die Autoren E-Mail: markus.kohlbacher@tugraz.aterstmals eine Reihe von Handlungsanweisungen für den stra- Dipl.-Ing. Dr.techn. Hannes Fuchstegischen Einsatz von Großveranstaltungen ab. E-Mail: hannes.fuchs@tugraz.at Dipl.-Ing. Sonja EmbstAus der Welt der Zahlen blickt Vieweg+Teubner-Autor Matthi- E-Mail: sonja.embst@tugraz.atas Ludwig auf die Kicker und zeigt anhand von Spielfeldern, Dipl.-Ing. Wolfgang LangBällen und Stadien erstaunliche Zusammenhänge zwischen E-Mail: wolfgang.lang@tugraz.atden Disziplinen „Mathematik + Sport“ auf. Warum ist dasElfmeterschießen beim Fußball reine Nervensache? Weshalb Anzeigenleitung/Anzeigenkontaktkann man mit Mathematik die Anzahl der Feldspieler bei Mag. Beatrice FreundMannschaftssportarten begründet werden? Mit diesen Fragen Tel. +43 (0)316 873-7795,E-Mail: office@wing-online.atzeigt Ludwig auf heitere Art, dass Mathematik eine ganzeMenge mit Sport zu tun hat und dass mathematisches Wissen Druckfür den erfolgreichen Sportler bzw. für seinen Trainer unent- Medienfabrik Graz,Steierm. Landesdruckerei GmbH,behrlich ist. 8020 Graz, Dreihackengasse 20 Auflage: 2.500 Stk.Aus einer ganz anderen Perspektive nähert sich die VS-Auto-rin Marion Müller dem „Fußball als Paradoxon der Moderne“: WING-SekretariatWarum stört sich beim Fußball eigentlich niemand daran, Kopernikusgasse 24/3, 8010 Graz,wenn Franz Beckenbauer über die „angeborene Geschmei- Tel. (0316) 873-7795, E-Mail: office@wing-online.atdigkeit der Afrikaner“ sinniert oder die „Ausländer“, die dem WING-Homepage: www.wing-online.at„Spiel die Würze geben“? Warum finden wir die Existenz von„Ausländerregelungen“ in der Bundesliga so selbstverständ- Erscheinungsweiselich? Und weshalb ist die Vorstellung so abwegig, dass Frauen 4 mal jährlich, jeweils März, Juni, Oktober sowie De-und Männer gemeinsam Fußball spielen? Marion Müller hat zember. Nachdruck oder Textauszug nach Rück­spracheauf diese Fragen anhand einer historischen Analyse des Fuß- mit dem Editor des „WINGbusiness“. Erscheint inballsports und ethnografischer Untersuchungen in drei Fuß- wissenschaftlicher Zusammen­arbeit mit den einschlä-ball-Bundesligaklubs Antworten gefunden. gigen Instituten an den Universitäten und Fachhoch- schulen Österreichs. Der Wirtschaftsingenieur (Dipl.-Gabler, Vieweg+Teubner und VS Verlag sind Marken von Wirtschaftsingenieur): Wirtschaftsingenieure sindSpringer Fachmedien. Springer Fachmedien ist Teil der Fach- wirtschaftswissenschaftlich ausgebildete Ingenieureverlagsgruppe Springer Science+Business Media. mit akademischem Studienabschluss, die in ihrer be- ruflichen Tätigkeit ihre technische und ökonomischeKontakt Kompetenz ganzheitlich verknüpfen. WING - Österreichischer Verband der Wirtschaftsinge-Karen Ehrhardt | Leitung PR nieure ist die Netzwerkplattform der Wirtschaftsinge-tel +49 (0)611 / 78 78 – 394 | fax +49 (0)611 / 78 78 – 451 nieure. ISSN 0256-7830karen.ehrhardt@springer.com | www.springerfachmedien.de42 WINGbusiness 2/2010
    • WENN’S WIRKLICH WICHTIG IST, DANN LIEBER MIT DER POST.www.post.at