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Smartphone Internals 2013
 

Smartphone Internals 2013

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Softwareentwicklung für Smartphones. Neben der Hard- und Software von Standard-Geräten werden auch Krypto-Smartphones beschrieben.

Softwareentwicklung für Smartphones. Neben der Hard- und Software von Standard-Geräten werden auch Krypto-Smartphones beschrieben.

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    Smartphone Internals 2013 Smartphone Internals 2013 Document Transcript

    • Smartphone Internals Security & Telephony API “topSec” Crypto-Phones & SNS 2013
    • Seite 2
    • Inhalt1. Smartphone Internals ............................................................................................................... 4 1.1 Hardware & Baseband ............................................................................................................... 4 1.1.1 SIM-Karte (Smart Card) ..................................................................................................... 5 1.1.2. 2G und 3G Funkübertragung ............................................................................................ 7 1.2 Software und Sicherheitskonzepte ............................................................................................ 9 1.2.1. Secure Boot & Code Signing ............................................................................................ 9 1.2.2. Benutzerrechte ................................................................................................................. 9 1.2.3. Sicherheitskonzepte ....................................................................................................... 10 1.2.4. Telefonie/Modem........................................................................................................... 102. Betriebssysteme ........................................................................................................................... 113. „Non-Consumer“ Endgeräte ........................................................................................................ 12 3.1. Krypto- & topSec Handys ........................................................................................................ 12 3.2 SNS (Sichere netzübergreifende Sprachkommunikation) ....................................................... 15 Seite 3
    • 1. Smartphone InternalsGrundsätzlich besteht ein Smartphone, ähnlich einem Computer, aus verschiedenenSpeichereinheiten (RAM/ROM/SD), Schnittstellen und spezialisierten Arithmetik- undSteuereinheiten, die unterschiedliche Aufgaben realisieren. Es gibt aber auchgrundlegende Unterschiede, auf die hier kurz eingegangen werden soll.1.1 Hardware & BasebandEin Smartphone besitzt zwei zentrale RISC-Prozessoren, die jeweils für bestimmteSchnittstellen zuständig sind. Der „Application-Processor“ (AP), in der Regel eineARM-Architektur, übernimmt die zentrale Steuerung unter einem Betriebssystem wiezum Beispiel Android, iOS oder Windows Phone. Der „Baseband Processor“ (BB) ist für die Echtzeitverarbeitung der Sende- undEmpfangseinheit und der Sprachcodierung für den Mobilfunk zuständig. Dieser Bereichwird auch als Radio oder Modem bezeichnet, dass direkt mit der SIM-Kartenschnittstelleund dem RF-Receiver verbunden ist. Diese zeitkritischen Prozesse werden mit einem„Realtime Operating System“ (RTOS) betrieben. Abbildung 1Angriffsmethoden auf den Baseband-Bereich werden in den letzten Jahren immerhäufiger veröffentlicht. 1, 2Oft mittels sogenanntem „Baseband-Fuzzing3“. 1 Ralf Philipp Weinmann „All your Baseband are belong to us“, 2011 und “Baseband Attacks: Remote Exploration of Memory Corruptions in Cellular Protocol Stacks”, USENIX Workshop 2012 2 Grugq “Base Jumping – Attacking the GSM baseband and base Station“, 2010 http://bit.ly/9LaMMd Seite 4
    • 1.1.1 SIM-Karte (Smart Card)Mit der SIM-Karte4 beziehungsweise mit der USIM5 (UMTS- und LTE-Netze), erhält derNutzer Zugriff auf das Mobilfunknetz.Wichtige Daten der Chipkarte sind in der folgenden Tabelle aufgeführt: SIM-Karte Festwerte o SIM-Kartentyp & SIM-Seriennummer o IMSI-Nummer o PIN & PUK o Liste der zusätzlich abonnierten Dienste o Sprache des Benutzers o Ki – Identity Key (Shared Secret) o A3/A8 Algorithmen (A5 befindet sich auf dem mobilen Endgerät ME) Lokalisation o TMSI o LAI o Periodic Location Update - Zeitgeber o Aktualisierungsstatus Sicherheit & Verschlüsselung o RAND Zufallszahl 128Bit o SRES (A3 und RAND) 32Bit o Kc Ciphering-key (A8 und RAND) o Administrative Data Field Verbindungsaufbau o BCCH-Liste (Trägerfrequenzen des Providers) o Liste der gesperrten PLMNs o Zeitdauer bis das ME versucht, sich in ein fremdes PLMN ein zu buchen, wenn es das eigene nicht findet.Tabelle 1Die eigentliche Schnittstelle der Smartcard besteht aus 8 Kontakten, von denen zur Zeitnur 6 genutzt werden. Jede Smartcard besitzt einen eigenen Mikroprozessor, RAM, ein 3 Professor Barton Miller, Universität von Wisconsin-Madison, 1989 entwickelte die als Fuzzing bekannte Methode. Hierzu werden manipulierte oder zufällige Datenpakete an einen Empfänger gesendet, um so Sicherheitslücken (Exploits) aufzudecken. 4 Spezifikation: ETSI TS 100 977, ”Specification of the Subscriber Identity Module – Mobile Equipment (SIM-ME) Interface” 5 Spezifikation: ETSI TS 102 671, „Smart Cards: Machine to Machine UICC; Physical and logical characteristics (Release 9)” Seite 5
    • ROM für das Betriebssystem und ein E2PROM zur Speicherung von Nutzerdaten.Physikalisch kann ausschließlich über die Schnittstelle der CPU zugegriffen werden. Dasdirekte Auslesen des „Identity Key“ Ki ist nicht möglich. Abbildung 2: Smart-Card Schnittstelle und BlockschaltbildDie meisten SIM-Karten verfügen über sogenannte proaktive Mechanismen6, die es ihrermöglichen selbstständig die Kontrolle über das Smartphone zu erlangen. Details zuder Arbeitsweise, den Standards und verschiedene Anwendungen, können Sie auf derWebseite von Hr. Rankel Wolfgang 7 finden. Die umfangreiche FAQ und die dortangebotenen Handbücher, bieten alle Informationen zu dem Thema „Smart Cards“,Das sogenannte „Over the Air“–Verfahren (OTA) ermöglicht das Konfigurieren derGPRS-, E-Mail- oder MMS-Einstellungen, aus der Ferne. Auch die Installation von Java-Code auf der SIM-Karte ist möglich. Bei “Firmware Over The Air” (FOTA) wird eine SMS als WAP-Push gesendet, um einFirmware-Update auszuliefern. Auch das Ausliefern von Software-Patches wirdunterstützt. Die Daten, die über das Mobilfunknetz eintreffen, werden zunächst von dem SIMApplication Toolkit (STK) inspiziert und dann in einer „Java Virtual Machine“interpretiert. Auf das STK kann auch vom „Application-Processor“ aus zugegriffenwerden.Durch den „Envelope-Mode“ kann eine SMS direkt (transparent) an die SIM-Karteweitergeleitet werden. (Siehe Abbildung 1: Schwierigkeitsgrad 2)Drei Bedingungen müssen hierzu erfüllt sein: o TP-PID = 0x7F o TP-DCS = Class 2 8-Bit 6 ETSI GSM 11.14, Kapitel 4.2 “Proactive SIM” 7 Rankel Wolfgang: http://www.wrankl.de Seite 6
    • o SIM Service Tabelle muss den Eintrag „Data Download via SMS Point-to-Point” enthalten und der Dienst muss aktiviert sein. Ansonsten wird die SMS im Bereich des EFSMS gespeichert. o Bei SMS Cell Broadcast muss der Service „Data Download via SMS-CB“ in der Service Table der SIM-Karte aktiviert und der „Message Identifier“ in der EFCBMID eingetragen sein, dann wird Cell Broadcast direkt an die SIM weitergeleitet, ohne auf dem Display angezeigt zu werden.Laut ETSI GSM 3.40 Spezifikation Abschnitt 9.2. kann über den Short Message TransportLayer (SM-TL) jede eintreffende Nachricht vollständig empfangen werden. DasEmpfangen der „Service Load“ Nachrichten kann deaktiviert werden.1.1.2. 2G und 3G FunkübertragungDie untersten zwei Protokollebenen entsprechen der Bitübertragungsschicht und derSicherungsschicht des OSI-Referenzmodells.Layer1 ist für die Synchronisation, Messungen der Signalqualität, BCCH Handling undVerarbeitung der TDMA-Rahmen auf den physikalischen Kanälen zuständig.Der Data Link Layer (DLL) in der zweiten Schicht vermittelt zwischen denphysikalischen und den logischen Kanälen der dritten Schicht. Abbildung 3: GSM Protokoll Schichten 1-3Der Layer 3 (Signalisierungsschicht) hingegen unterteilt sich in: o Radio Resource Layer (RR): Auf- und Abbau von dedizierten Verbindungen zwischen MS und BTS. Seite 7
    • o Mobility Management (MM): IMSI Attach, Location Update, Periodic Update, Lokalisierungen, zuweisen einer TMSI. o Connection Management (CM) besitzt drei Instanzen:  Call Control (CC)  Short Message Service (SMS)  Suplementary Services (SS) unter anderem für die GebührenabrechnungDie dritte Schicht (RR-Layer3) kann auch direkt auf bestimmte Kanäle derBitübertragungsschicht zugreifen, um zum Beispiel Messungen der Signalqualität odereine Ortung des MS durchführen zu können. Nur die Daten des MM und CM werden vomBTS und BSC transparent an das MSC weitergereicht.Die UMTS Protokollschicht unterscheiden sich kaum. Abbildung 2: UMTS Protokoll Schichten 1-3 Seite 8
    • 1.2 Software und Sicherheitskonzepte1.2.1. Secure Boot & Code SigningDas Sicherheitskonzept beginnt bei allen Betriebssystemen in den jeweils aktuellstenVersionen schon beim Bootvorgang. Der Bootloader verhindert das Ausführen vonunsigniertem Code, vor und während des Bootprozesses. Im Auslieferungszustandbefindet sich dieser bei allen Geräten im Zustand „Locked“. Auch die komplette Verschlüsselung des Boot-ROM ist möglich, was ein „Unlock“ invielen Fällen unmöglich macht. Hierunter zählen Smartphones von RIM und wenigeModelle von Motorola und HTC, die über ein Sicherheitselement verfügen das in dieHardware eingebettet ist. Der Teil der Firmware, der nach dem Einschalten zuerst ausgeführt wird, befindetsich in dem fest verdrahteten Teil des Boot-ROM, der nachträglich nicht mehr geändertwerden kann. Die weiteren Teile dieser „Boot Chain“ sorgen dafür, dass nur einsigniertes OS-Kernel in den Arbeitsspeicher geladen werden kann. Dieser Bereich des Boot-ROMs kann durch das sogenannte „Flashen“ verändertwerden, aber nur wenn sich der Bootloader im Status „Unlocked“ befindet. Bei WindowsPhone (WP) und Apple i-Devices versuchen die Hersteller ein „Unlock“ durch denAnwender zu unterbinden. Nur die neueren BlackBerrys verfügen über eine Technik, dienicht umgangen werden kann.1.2.2. BenutzerrechteDie Verzeichnis- und Dateizugriffsrechte sind sehr stark eingeschränkt, sowohl für denNutzer als auch für die Applikationen. „Super User“ beziehungsweiseAdministratorenrechte sind für den Smartphone-Nutzer nicht vorgesehen. Die Administration erfolgt über Fernzugriff (Remote Management) von einemgeeigneten MDM (Mobile Device Management) Server. MDM und MAM (MobileApplication Management) werden im Bereich „Mobile Unternehmenslösungen“ (MobileEnterprise) eingesetzt. Der Begriff “gerootet” bezeichnet den Zustand eines Smartphones, nachdem der Zugriffals Administrator ermöglicht wurde. Meistens müssen hierzu erst Fehler in der Softwaregefunden werden, um an die Root-Rechte zu gelangen. Seite 9
    • 1.2.3. SicherheitskonzepteJede Anwendung wird in einer eigenen „Sandbox“ ausgeführt, wodurch die Inter-Prozesskommunikation kontrolliert und jeweils ein getrenntes Verzeichnisbereitgestellt wird. Der Zugriff einer APP auf persönliche Daten wie das Adressbuchoder die Standortinformationen wird von den verschiedenen Betriebssystemen sehrunterschiedlich gehandhabt. ASLR (Address Randomizer) und DEP (Data Execution Prevention), die das Ausführenvon Exploits und Malware verhindern sollen, sind in den jeweils aktuellsten Versionenimplementiert. Bei Android ab der Version 4.0, iOS verfügt ab Version 3.1 über ASLR undab der Version 5.0 über DEP.Grundsätzlich besteht das Sicherheitskonzept aus mehreren Komponenten, die in denverschiedenen Betriebssystemen unterschiedlich implementiert wurden: o Authentizität (Nachweis eines Dienstes oder Benutzers auf Echtheit) o Datensicherheit (Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit) o Datenschutz (Wahrung der Anonymität gegenüber Dritten, Zugriffsbeschränkungen)1.2.4. Telefonie/ModemDas Modem setzt sich aus dem RF-Frontend (Sende-/Empfangsteil), Antennen switch,ABB (Analog Baseband) und dem DBB (Digital Baseband) zusammen. Das DBB bestehtaus dem Baseband Prozessor, RAM, DSP (Digital Signal Processing) und dem ROM aufdem sich das Realtime-OS und die Hardwaretreiber befinden. Das Signal trifft am Empfangsteil ein und wird im ABB abgetastet und quantisiert. Dasdigitalisierte Signal wird vom ABB an den DSP Chip geleitet. Der Baseband Prozessorkommuniziert meist über Shared Memory mit dem DSP, der für die wichtigstenBerechnungen wie Demodulation, Decoding, Fehlererkennung und Vorwärtskorrekturzuständig ist. Die Kommunikation zwischen dem BP und AP erfolgt über eine oder mehrere serielleVerbindungen (UART) auf denen AT-Befehle8 ausgetauscht werden. Wie sich der Zugriff auf das Modem unterscheidet und welche Prozesse für Telefonieund SMS-Dienste zuständig sind wird im folgenden Abschnitt in Erfahrung gebracht. 8 3GPP Standard TS 27.007 „AT command set for User Equipment (UE)”, 2012-03 Seite 10
    • 2. BetriebssystemeDie zurzeit am häufigsten anzutreffenden Betriebssysteme sind Android, BlackBerry OS,Apple iOS und Windows Phone. Nur ein kleiner Anteil der im Gebrauch befindlichenSmartphones verfügt über die jeweils neueste Betriebssystemversion. AlleBetriebssysteme bis auf WP7 und BlackBerry7 sind für die ARM-Prozessorarchitekturentwickelt worden. Android BlackBerry Apple iOS Windows Phone Aktuell: Aktuell: 10 Aktuell: 6 Aktuell: 8 4.2 „Jelly Bean“ Vorgänger: 7 Wegen der schnellen Bei Windows Phone 2.3.x „Gingerbread“ Bei der Version 10 Verbreitung der OTA- sind OTA-Updates erst mit 55% noch sehr handelt es sich um Updates sind Apple- ab Version 8 möglich. weit verbreitet . eine Neuentwicklung. Geräte meist auf dem Das Updaten von WP7 3.x.x. „Honeycomb“ ist Kein Update von 7 auf neuesten auf WP8 wird nicht speziell für Tablets 10 vorgesehen. Versionsstand. unterstützt. Tabelle 2: Betriebssysteme für SmartphonesVon der Firmware bis hin zum fertigen Endprodukt, kann sich der Herstellungsprozessauf mehrere Unternehmen verteilen. Je größer die Fragmentierung ist, desto längerdauert es unter anderem, bis ein Patch oder ein Update eingespielt werden kann. Kernel Plattform Herstellung Vertrieb Open Mobile Google (Dalvik VM), Versch. Hardwarehersteller Provider Alliance Google-APPs Firmware / Treiber Vorinstallation von Linux Systemkern Apache-Lizenz (Geschlossener Bereich) APPS Ausgenommen die (Auch von GPL2 Lizenz vorinstallierten Google APPS Drittanbietern) Versch. Hardwarehersteller Windows Phone OS komplette Eigenentwicklung – kein offener Firmware / Treiber Provider Quellcode (Geschlossener Bereich) Apple iOS Provider komplette Eigenentwicklung – kein offener Quellcode BlackBerry OS Provider, IT-Firmen komplette Eigenentwicklung – kein offener Quellcode Tabelle 3:Fragmentierung der Betriebssysteme Seite 11
    • 3. „Non-Consumer“ Endgeräte3.1. Krypto- & topSec Handys Muss hingegen eine erhöhte Geheimhaltungsstufe garantiert werden, kommen speziell entwickelte Endgeräte zum Einsatz. Die sogenannten „Krypto-Handys“9 stehen schon seit mehr als 10 Jahren zur Verfügung. Ein handelsübliches Gerät wird dazu modifiziert (gehärtet) und um sicherheitsrelevante Funktionen erweitert. Komponenten: o Verschlüsselung der lokalen Daten, Telefongespräche, SMS und E-Mails o Schutz vor Veränderungen am Boot-ROM. o Secure microSD-Speicherkarte mit signiertem Zertifikat o Authentifizierung der Gesprächsteilnehmer o Fernzugriff (Löschen) bei Diebstahl, sicheres Löschen/Überschreiben o Härtung des Systems durch Blockieren von potenziell unsicheren Schnittstellen und Funktionen. o Schließen von Backdoors und Exploits der Gerätesoftware o Kernel-Protector, Prozesskontrolle und strenge Datenschutzrichtlinien Ein zentraler Unterschied besteht in dem digitalen Zertifikat und einem Kryptografie- Controller, die sich beide in einem geschützten Bereich auf einer zusätzlichen Smartcard befindet, was auch als Hardware-Sicherheitsanker bezeichnet wird. Das darauf befindliche Zertifikat muss innerhalb einer Public Key Infrastruktur (PKI) erzeugt und verteilt werden. 9 Eines der ersten „topSec“ Geräte wurde 2001 von Siemens und Rohde & Schwarz entwickelt, dass auf dem S35i Model basiert. Seite 12
    • Die Public Key Infrastruktur besteht aus: o Eine Zertifizierungsstelle (Certificate Authority) zum Erzeugen und Verwalten von digital signierten Zertifikaten o Eine Registrierungsstelle (Registration Authority), die Zertifizierungsanträge prüft und gegebenenfalls an die Zertifizierungsstelle weiterreicht o Einen Validierungsdienst (Validation Authority), der Zertifikate auf Echtheit überprüfen kann o Einen Verzeichnisdienst (Directory Service), der die ausgestellten Zertifikate bereithält o Zertifikatsperrliste (Certificate Revocation List) mit vorzeitig zurückgezogenen Zertifikaten o Beim Inhaber (Subscriber) kann es sich um eine Person, Organisation, Hardware oder auch einen Serverdienst handeln o Der Nutzer (Participant), der dem Zertifikat vertrautDas erstellte Zertifikat besteht aus einem Schlüsselpaar, das sich aus dem öffentlichenSchlüssel (Public Key) und dem geheimen Schlüssel (Private Key) zusammensetzt.o Der Public Key dient dem Absender zum Verschlüsseln einer Nachricht, die nurmit dem Private Key des Empfängers entschlüsselt werden kann.o Der geheime Schlüssel des Absenders wird zur Signatur benutzt, damit derEmpfänger sicher sein kann, dass der Absender authentisch ist.Bei einem symmetrischen Kryptoverfahren hingegen, wie es bei der Challenge-Response Authentication im Kapitel 2 genutzt wird, besteht das Problem derSchlüsselverteilung, da jedes Kommunikationspaar einen gemeinsamen „Pre-SharedKey“ benötigt, der, wie der Name schon sagt, vorher ausgetauscht werden muss. Bei einem asymmetrischen System können auch 1:n Relationen abgebildet werden,da ein öffentlicher Schlüssel von allen Absendern genutzt werden kann. Neben PKIwerden auch HTTPS- und SSH-Verbindungen über asymmetrische Verfahrenrealisiert. Die nötige Infrastruktur wird im Normalfall von externen Dienstleisterbereitgestellt. Eine eigene PKI, um eine begrenzte Anzahl von Endgeräten untereinander zuauthentisieren, kann sogar unter Nutzung von Open-Source-Software bereitgestelltwerden. Zur sicheren Kommunikation mit Geräten außerhalb der eigenen Gruppemüssen jedoch Stammzertifikate oder übergeordnete Zertifizierungsstellen genutztwerden. Neben diesem hierarchischen gibt es auch ein verteiltes Vertrauensmodell (Web-of-Trust), bei dem sich die Nutzer untereinander als vertrauenswürdig einstufenkönnen und es keine zentrale Zertifizierungsstelle gibt. In der Praxis hat das Modellaber auch Nachteile, da es zum einen manipuliert werden kann und zum anderenRückschlüsse auf das Kommunikationsverhalten der Nutzer getroffen werdenkönnen. Seite 13
    • Auf der anderen Seite ist das System aber robuster, wenn zum Beispiel einzelne Zertifikate kompromittiert werden. Gelangt bei dem hierarischen Modell ein Wurzelzertifikat in falsche Hände, kann das bedeuten, dass tausende Webseiten nicht mehr sicher sind. Die Einbrüche bei großen Zertifizierungsdienstleistern wie VeriSign Inc 10 und Diginotar11 zeigen, dass dieses Szenario durchaus eintreten kann. Ein weiteres Argument ist die Schlüsselhinterlegung zur Lawful Interception, die nur durch den Betrieb einer eigenen Infrastruktur vermieden werden kann. Grundsätzlich gilt das System aber als sicher, solange ausreichend lange Schlüssel verwendet werden. Theoretisch wäre es aber denkbar, dass es ein noch unbekanntes Faktorisierungsverfahren gibt, das in polynomieller Zeit den Private-Key ermitteln kann.10 Reuters Artikel von Joseph Menn, „Key Internet operator VeriSign hit by hackers”, 02.02.2012, www.reuters.com/article/2012/02/02/us-hacking-verisign-idUSTRE8110Z820120202 [Stand 24.11.2012]11 Reuters Artikel von Alexei Oreskovic, „Google to Iran: Change your password“, 09.11.2011 www.reuters.com/article/2011/09/09/us-google-security-idUSTRE7885U320110909 [Stand 24.11.2012] Seite 14
    • 3.2 SNS (Sichere netzübergreifende Sprachkommunikation)Ein weiteres Problem besteht darin, dass beide Seiten die gleichen Standardsunterstützen müssen, um eine sichere Verbindung etablieren zu können. SNS (vom BSI entwickelt) soll die Interoperabilität verschiedenerVerschlüsselungssysteme ermöglichen. Dazu müssen sich die Endgeräte durch einVerhandlungsverfahren beim Verbindungsaufbau zunächst auf einen gemeinsamenBetriebsmodus einigen. Ein Betriebsmodus12 besteht aus einem Paket aus Diensten,Sprachkodierung und Sicherheitskonzept (Authentifizierung, Verschlüsselung), welchesvon den jeweiligen Endgeräten unterstützt wird. Zunächst unterstützt das System TETRA-BOS13 und den CSD-Kanal bei GSM. Somitkönnen Sprachübertragungen und SMS-Nachrichten sicher übermittelt werden. Dienächste Version „SNS-over-IP“ befindet sich seit 2012 in der Pilotphase. Mit dem „SNS-Starter-Kit“ soll in Zukunft eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung gestellt werden,die eine „Open-SNS Variante“ enthält. Diese ist jedoch nicht für den VS-NfD(Verschlusssache, nur für den Dienstgebrauch) einsetzbar, weil der Starter-Kit nur denTeil des Aushandlungsprotokolls enthält und nicht die anschließende Verschlüsselungder Nutzdaten. Krypto-Handys für den Dienstgebrauch, sogenannte „topSec“-Mobiltelefone fürstaatliche Einrichtungen, müssen höchsten Anforderungen entsprechen. Das von T-Systems entwickelte Simko (Sichere mobile Kommunikation) Konzept benutzt die SNS-Variante, die auch für den Dienstgebrauch zugelassen ist. Die Auswahl an Handy-Modellen ist jedoch sehr beschränkt. Die Hardwarebasis der Simko2 Handys wird vonHTC geliefert. Für das neue Simko3 wird ein Samsung Galaxy S verwendet, das durch dieDoppelkern-CPU zwei voneinander getrennte Teilbereiche realisieren soll. Ein Kern istfür die sicherheitsrelevanten Prozesse und Schnittstellen zuständig, der andere fürFunktionen, die bei den Vorgängermodellen oft nur reduziert oder gar nicht vorhandenwaren. Eine abgeschwächte Simko-Variante wird von der Telekom als Enterprise-Lösung fürFirmen vertrieben. Bei diesem Angebot lassen sich grundsätzlich alle Smartphoneseinsetzen, die ein SD-Kartenslot besitzen. Der Überwachung durch staatliche Behördenkönnen sich diese abgeschwächten Geräte aber nicht entziehen.Dieses Dokument ist am Rande meiner Diplomarbeit „Erkennen und Abwehren von Angriffen im Mobilfunknetz auf Smartphones“ entstanden. 12 Quelle: „SNS Sichere Netzübergreifende Sprachkommunikation“, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, 2012 13 „Terrestrial Trunked Radio“ ist eine Bündelfunktechnik, die zur Kommunikation von Polizei, Behörden aber auch Industrie- und Verkehrsbetriebe genutzt wird. BOS steht für Behördenfunknetz. Siehe hierzu auch Kapitel 2.3.3. Seite 15
    • Weitere Informationen finden Sie unter: www.smartphone-attack-vector.de Seite 16