• Save
Feb. 2012 | Backstage-Report von Foerster & Kreuz
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Like this? Share it with your network

Share

Feb. 2012 | Backstage-Report von Foerster & Kreuz

  • 268 views
Uploaded on

Der BACKSTAGE REPORT von Förster & Kreuz ist der meistgelesene unabhängige Management-Newsletter im deutschsprachigen Raum. ...

Der BACKSTAGE REPORT von Förster & Kreuz ist der meistgelesene unabhängige Management-Newsletter im deutschsprachigen Raum.
- Ideen, die alles, außer gewöhnlich sind.
- Projekte, die Spuren hinterlassen.
- Unternehmen, die Leidenschaft kultivieren.
- Menschen, die mutig vom Mainstream abweichen
Förster & Kreuz sind SPIEGEL-Bestsellerautoren, Keynote-Speaker und Business-Querdenker aus Leidenschaft. http://www.foerster-kreuz.com

  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Be the first to comment
    Be the first to like this
No Downloads

Views

Total Views
268
On Slideshare
268
From Embeds
0
Number of Embeds
0

Actions

Shares
Downloads
0
Comments
0
Likes
0

Embeds 0

No embeds

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
    No notes for slide

Transcript

  • 1. Keine Bilder? Hier klickenNewsletter bestellen | Adresse ändern | Abmelden | Weiterempfehlen |ImpressumAusgabe 121Februar 2011> 23.000 LeserBestellenWeiterempfehlenPDF-Version drucken"Die Autoren erwecken den Lesermit verbalen Tritten in denAllerwertesten. Belebend,erfrischend, motivierend."Harvard Business ManagerMehr Infos"Best of Business: So leicht undso atemlos hat sich selten einBuch dieses Genres gelesen.Jede Seite macht Hunger aufdas, was noch kommt"Financial TimesMehr InfosLiebe Freunde des Business Unusual,Wir haben diese Bitte so oft gehört, dass wir es jetzt wissen wollen. Und zwar vonIHNEN: Wer hat Lust auf eine Expedition abseits der ausgetrampelten Pfade desBusiness as usual? Das Format: Ein Tag mit intensivem, spannendem undgehaltvollem Austausch. Jenseits des Seminar- und Kongress-Mainstreams.Interesse geweckt? Dann freuen wir uns, von Ihnen zu hören:gefaellt-mir@foerster-kreuz.comIhre Reaktion ist uns Ansporn, ein solches Event im Herbst 2012 auf die Beine zustellen - oder aber es zu lassen ;-)Wer nicht mehr bis zum Herbst warten möchte - live und in Farbe gibt es unsdemnächst auch hier zu erleben: Offenburg, Linz (A), Karlsruhe, Berlin,Ludwigshafen, Heidelberg, Frankfurt, Wien, Hamburg, Zürich, Stuttgart,München und Essen. Wenn Sie an einem dieser öffentlichen Gigs teilnehmenmöchten, melden Sie sich bitte direkt beim Veranstalter an. Die Links dazu findenSie in unserem Tourkalender.Zu Beginn des neuen Jahres haben wir einen kleinen Rückblick gemacht und unsangeschaut, welche Beiträge des Backstage-Reports Ihnen am besten gefallenhaben. Welche Sie am meisten gelesen, kommentiert und weiterempfohlen haben.Wenn Sie also die Beiträge nochmals lesen wollen, die Ihnen gut gefallen habenoder aber sehen möchten, was Sie verpasst haben, bitteschön: Hier sind die dreiGewinner:Wir freuen uns wie immer auf Ihr Feedback und Ihre Kommentare. Im Blog, beiFacebook oder Google+. Schön, dass Sie dabei sind.Außergewöhnliche Grüße,Anja Förster & Peter KreuzDrei Sorten Menschen, die wir meiden„Der Robert ist mein Nachbar. Deshalb gehen wir ab und zu mal zusammen ein Biertrinken.“ Viele treffen andere Menschen nur aus einem Grund: Weil sie da sind. Dasist nachvollziehbar: Wenn der Nachbar am Wochenende auch noch nichts vorhat,warum sollte man nicht mit ihm essen oder ins Kino gehen?"Macht doch mal ein cooles Event, wo sich nette und unkonventionelleMenschen treffen, austauschen und auch inspirieren lassen können."1. Die Kunden-Untreue-Karte: Lass deine Kunden frei (Jan. 2011)2. Das iPhone bei Nokia: Warum Neugier anziehend wirkt (Okt. 2011)3. Das "Next": Geschäftsideen gegen die Langeweile (Juni 2011)Seite 1 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012
  • 2. Wirtschaftsbuch d. Jahres"Ein Streichholz, das andereentzündet."Financial TimesMehr InfosOb der Nachbar, der Arbeitskollege, der Freund des Freundes oder eben sogar derFreund selbst sich dadurch auszeichnet, dass er interessant, inspirierend oder sogarungewöhnlich ist, spielt dabei für viele Menschen gar keine Rolle. Aber für uns. Füruns sind es entscheidende Kriterien.Wir sind fest davon überzeugt, dass in ihrem Kern jede Entscheidung darüber, mitwem wir eine Beziehung eingehen oder mit wem wir uns umgeben - privat oderberuflich - immer auch eine strategische Entscheidung für oder gegen Innovationist. Es ist immer auch eine strategische Entscheidung für oder gegenWeiterentwicklung.Ist das nicht ein bisschen hart? – Vielleicht, aber für uns ist das über die Jahreimmer wichtiger geworden: Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir sind ständig inKommunikation, tauschen Gedanken aus, beeinflussen andere und lassen unsbeeinflussen. Jede einzelne Beziehung hinterlässt in uns Spuren wie die Druckplatteauf dem Papier. Und zwar nachhaltig. Auch wenn wir es selbst nicht wahrnehmen:Mit der Zeit werden wir so wie die Menschen, mit denen wir uns Tag für Tagumgeben. Hängen wir mit Langweilern herum, werden wir langweilig. Suchen wirdie Nähe von inspirierenden Leuten, wird auch das auf uns abfärben.Seitdem uns das klar geworden ist, schauen wir sehr genau in unsere Adressbücher.Als ‚neue Kontakte‘ suchen wir Menschen, die auf irgendeine Art anders ticken.Kritische Geister, die selber denken. Die – egal wie viel sie schon geleistet haben –wissen, dass sie nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Leute, diegleichzeitig kreativ und bescheiden sind.Aber das ist nicht alles. Weil Adressbücher nicht unendlich dick sind, war diese neueErkenntnis auch Anlass für einen Generalputz. Und so haben wir uns konsequentvon Menschen getrennt, die sich gerne mal an unsere Batterie gehängt haben. Ausunserer Sicht gibt es drei Typen dieser schwarzen Beziehungslöcher:Mr. an Mrs. Always-meDie geborenen Daueropfer ... Probleme sind für diese Menschen stetsunüberwindbare Hindernisse. Es gibt keinen Missstand, egal wie groß oder klein,über den sie nicht stundenlang lamentieren könnten. Nichts, was sie nicht alspersönlichen Angriff auf sich deuten könnten. Des Rätsels Lösung suchen sie jedochnicht. Lösungsvorschläge wehren sie subtil bis vehement ab. Was sie eigentlichsuchen sind Gleichgesinnte, die mit ihnen in das Klagelied einstimmen.Klar, jeder jammert hin und wieder mal. Auch wir sind davor nicht gefeit. Uns machtes aber vollkommen kirre, wenn Menschen die Opferrolle als Lebenseinstellungverinnerlicht haben.Mr. and Mrs. Always-no„Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“ Genau dieseHaltung zeichnet den ewigen Skeptiker aus. Er/sie ist ein Meister darin, Vorwändeund Ausflüchte zu finden und sie in scheinbar rationale Argumente zu verpacken.Nach dem Motto: „Alles schon probiert, hat aber schon vor 20 Jahren nichtfunktioniert.“Der Unterschied zwischen dem ewigen Skeptiker und den Menschen, die Neuesvorantreiben, und sogar scheinbar Unmögliches möglich machen, ist nichts anderesals der Wille und der Mut, neue Dinge einfach auszuprobieren. Die einenhinterlassen Spuren, die anderen wirbeln nur Staub auf.Mr. and Mrs. Always-in-chargeDas sind die ewigen Besserwisser, die anderen haargenau erklären, wie die Weltfunktioniert und warum bestimmte Dinge niemals möglich sein können. Und das,obwohl sie gar nicht danach gefragt werden. Dass Innovatoren immer Lernendesind, dass sie sich auch mit Dingen auseinandersetzen, die sie nicht verstehen,diesen Aspekt vergessen die Besserwisser konsequent – und gleiten immer wieder inden Vortrags-Modus ab. Wir wollen diesen Leuten mittlerweile nicht mehr zuhören.[18 Kommentare - Kommentar jetzt schreiben / Facebook-Kommentare]Auf die kleinen Dinge kommt es anSeite 2 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012
  • 3. Neulich meldete sich Peters iTunes-Account und schlug ihm vor, ein Software-Update für sein iPhone herunterzuladen. Okay. Dann sollte er bestätigen, dass erden Software-Lizenzvertrag vollständig gelesen hat. Kein Problem. Schnell den Linköffnen, den Vertrag durchlesen und fertig. So weit die Theorie. In der Praxisoffenbart sich der Lizenzvertrag als ein Dokument mit unendlich vielen Seiten ankleingedrucktem Fachjargon. Um genau zu sein: Schlappe 10.004 Wörter. Das sind20 eng beschriebene Textseiten im A4-Format!Wenn wir von einer durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit von 200 Wörtern proMinute ausgehen, was angesichts des juristischen Textes sehr optimistisch ist, dannwürde man fast eine volle Stunde benötigen, nur um den Text zu lesen. Und denText gelesen zu haben heißt noch lange nicht, dass man ihn auch verstanden hat.Eine Stunde Lebenszeit – und wofür? Außerdem handelte es sich hier nicht einmalum den ersten Vertrag, um das iPhone nutzen zu können, sondern nur um einUpdate einer bisherigen Version. Und davon gibt es mehrere pro Jahr.Obwohl man bei Apple üblicherweise sehr penibel auf die kleinsten Details desKundenerlebnisses achtet, gilt hier das Motto: Es ist vollkommen legitim, dassKunden regelmäßig 20 Seiten lange Fachtexte lesen müssen – oder aber einemVertrag zustimmen, dessen Details sie nicht kennen. Als Kunde haben Sie nun zweiMöglichkeiten: Entweder Sie investieren mehrmals im Jahr mindestens eine StundeIhrer Zeit, um juristische Texte zu lesen, oder aber Sie unterzeichnen den Vertrag,ohne ihn überhaupt gelesen zu haben. Im Grunde zwingt Apple seine Kunden defacto zur zweiten Alternative – und damit in die juristische Unsicherheit, um dieeigene juristische Sicherheit zu optimieren. Fair? Nein. Nicht fair!Natürlich hat jedes größere Unternehmen eine Rechtsabteilung. Und derenDaseinsberechtigung besteht nun einmal darin, das Unternehmen vor möglichenForderungen abzusichern. Wenn also mal ein Unfall, eine strittige Reklamation oderein Streit entsteht, passiert automatisch überall das Gleiche: die AGB werdenerweitert. Dass sich Verträge und AGB über die Jahre zu Fachbüchern entwickelnkönnen, die den letzten, noch so abwegigen Spezialfall berücksichtigen, istnachvollziehbar. Aber trotzdem inakzeptabel!Verträge, Angebote, Formulare oder Geschäftsbedingungen sind kein notwendigesÜbel, sondern integraler Teil jedes Geschäftes. Und für die Außenwahrnehmungeiner Marke genauso wichtig wie die Produkte, die Mitarbeiter oder die Shops. EinUnternehmen, das großartige Produkte oder Dienstleistungen anbietet, dann aberseinen Kunden seitenweise Schriftstücke um die Ohren haut? Das passt nichtzusammen. Das ist wie ein Feinschmeckerrestaurant mit Designer-Möbeln und einempreisgekrönten Chefkoch, aber mit verdreckten Toiletten.Wir überarbeiten unsere Vertragsunterlagen jedes Jahr. Nicht mit dem Ziel, sie nochrechtssicherer und umfangreicher zu machen, sondern um sie klarer, einfacher,verständlicher, und vor allem kürzer zu gestalten. Jedes Wort kommt auf dieGoldwaage: Wichtig, richtig oder weg! Aktuell sind wir runter bis auf 349 Wörter.Es ist wie bei einem Frühjahrsputz, zu dem man sich jedes Jahr aufrafft. Wir allesollten etwas Zeit investieren, um Formulare, Verträge, AGB, etc. zu designen, die„man ablecken möchte“, um mit Steve Jobs zu sprechen. Doch was Schriftstückeangeht, nehmen Sie sich lieber kein Beispiel an Apple. Sondern an Lands End. Einvorbildlicher Absatz aus deren wirklich kurzen AGB:„Sollten Sie mit einem bei uns bestellten Artikel nicht zu 100 Prozent zufrieden sein,können Sie ihn an uns zurücksenden. Jederzeit. Wir liefern schnell Ersatz odererstatten Ihnen den vollen Kaufpreis – ganz wie Sie es wünschen. KeinKleingedrucktes. Keine Diskussion. Ohne Wenn und Aber.“Bravo![2 Kommentare - Kommentar jetzt schreiben / Facebook-Kommentare]Echte Kunst oder Malen nach Zahlen?Sich auf dem Gehsteig zu bewegen, ist geradezu eine Kunst. Die Gehwege inSaigon, der quirligen Metropole im Süden Vietnams, dienen als Parkplatz fürTausende von Mopeds, als Marktplatz für Verkaufsstände und als Stellplatz fürzahllose mobile Garküchen. Als Fußgänger bewegten wir uns ganz einfach mit demSeite 3 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012
  • 4. Strom und hatten uns der erhöhten Gehgeschwindigkeit schon gut anpasst – als wirbeide plötzlich gleichzeitig stehen blieben. Denn damit hatten wir nicht gerechnet:Vor uns in einem Atelier hingen drei „Mona Lisas“ und einmal Klimts „Kuss“.Kurz darauf sahen wir im nächsten Atelier die vertrauten Werke von Dix, Monet undDali. Wie im südchinesischen Ort Dafen hat sich auch in Saigon ein ganzerBerufszweig darauf spezialisiert, die Werke namhafter Künstler zu kopieren. Ob alteMeister, Impressionisten oder Kubisten: Die Profimaler können so ziemlich jedesBild perfekt kopieren. Sobald die Sonne aufgeht, sitzen sie in ihren kleinen Ateliersmit Verkaufsraum und malen zum hundertsten Mal van Goghs „Sonnenblumen“ oderzum zweihundertsten Mal die „Mona Lisa“.Wir waren so beeindruckt, wie detailgetreu diese Maler eine Vorlage kopieren, dasswir uns spontan entschieden, eine Roy-Lichtenstein-Reproduktion zu kaufen: für 50Euro nach der obligatorischer Feilscherei. Der Name des Kopisten? Uninteressant.Und genau darin liegt das Problem für den Kopienmaler:Er ist zwar handwerklich top, aber es gibt eben auch noch hundert andere, dieebenfalls top sind. Und wenn die Nachfrage gut ist, sind es bald zweihundert,dreihundert, fünfhundert Kollegen. Ein Kopist ist ein echter Könner imReproduzieren von Vorlagen, aber er ist eben nicht selbst kreativ – kein Schöpfer,sondern ein „Abmaler“, kein Künstler im eigentlichen Sinne. Egal wie gut erVorlagen kopiert, er ist prinzipiell austauschbar.Die reine handwerkliche Leistung ist identisch, aber ein erfolgreicher Künstlerschafft ein Werk im Wert von 50 Tausend Euro, der erfolgreiche Abmaler erzielt 50Euro. Die Kluft zwischen beidem ist der pure Wahnsinn. Aber das ist die Realität.Und das ist auch zunehmend die Realität der Arbeit in jedem Berufszweig bei uns inEuropa: Es gibt „Künstler“, die in ihrer jeweiligen Arbeit kreativ sind, Neuesschaffen, initiativ werden, selber denken, entscheiden, handeln, alles, außergewöhnlich sind - und damit gut bezahlte Jobs haben. Und es gibt diejenigen, die‚Malen nach Zahlen‘ machen. Sie setzen Vorlagen um. Exakt. Detailgetreu. Sieliefern gute Arbeit - und werden damit immer austauschbarer, weil andere ebenauch gut sind, nur vielleicht billiger.Damit wir uns nicht missverstehen: Künstler zu sein, ist kein Privileg der kreativenBerufe. Kein Monopol der Architekten, Designer, Werber oder Filmemacher. Künstlerzu sein, ist eine Haltung, ein Selbstverständnis und ein Anspruch an uns selbst.Künstler zu sein, bedeutet, dass wir aus der Fülle unseres Wissens und unsererKreativität schöpfen und es in neue, nützliche Anwendungen übersetzen. Egal ob alsFotograf, Einkaufsleiter, PR-Manager oder Verkäufer.Na klar, natürlich ist nicht jeder immerzu Künstler in seinem Beruf. Wir brauchenauch Phasen, in denen wir einfach nur Dinge abarbeiten. Worum es geht, ist dieBalance, die Gewichtung zwischen kreativem Tun und systematischem Abarbeiten.Sobald das letztere die dominante Rolle einnimmt und daneben kein Platz mehr istfür unsere Phantasie, unsere ungewöhnlichen Ideen, für spielerischesExperimentieren und mutige Versuche, dann werden wir zu Rädchen in derMaschinerie, die funktionieren und ausführen. Wir negieren nicht nur das, was inuns steckt, sondern werden auch immer austauschbarer.Wie war IHR Tag heute? Gab es ein paar Augenblicke der Kunst? Oder war es eherein ‚Malen nach Zahlen‘? Es sind die künstlerischen Momente in unseren Tagen, dieden Unterschied machen.[3 Kommentare - Kommentar jetzt schreiben / Facebook-Kommentare]5 Fragen an Pattie MaesVor einiger Zeit haben wir ein TED Video gesehen, das uns elektrisiert hat. PattieMaes, Professorin am MIT Media Lab, stellt darin ein Mensch-Computer-Interfacevor, das uns irgendwie sehr an den Arbeitsplatz von Tom Cruise im Science-Fiction-Thriller „Minority Report“ erinnert hat. Wir wollten Pattie Maes unbedingt kennenlernen und hatten vor ein paar Wochen die Gelegenheit, uns mit der gebürtigenBelgierin zu treffen. Es war ein sehr interessantes Gespräch über ihre Arbeit am MITMedia Lab, dem führenden universitären Hightech-Thinktank in den USA, überBrainiacs, Architektur und anderes mehr.Seite 4 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012
  • 5. Eine faszinierende Frau und eine Forscherin, von der wir ganz sicher noch viel hörenwerden. So verwundert es nicht, dass das amerikanische Newsweek Magazine dieBelgierin zu einer der "100 Americans to watch for" wählte ;-)Pattie, the MIT Media Lab is a well known academic institution. Rumorshave it that the Media Lab looks for a new breed of student who is onepart engineer, two parts futurist and three parts tech-savvy brainiac. So,what is it really like to be working at the Media Lab?Pattie Maes: Well, actually there is a lot of truth in that. We get a lot of applicants,usually about 700 per year for graduate student positions and we accept only 50.So, only one out of fourteen gets into the program. Especially in my team we alwayslook for people who are passionate and have visions they want to realize. Often theyalready come with specific dreams that they have. They are engineers and they wantto build stuff. They are very competent hacker types with degrees in electricalengineering and computer science. We also look for people who have some sort ofexpertise or degree in industrial design or arts. Because if you only work withengineers they design stuff that nobody wants to use. So we try to find people thatare a good combination of all of those things. People who have the vision, as wellas the skills to implement something. They need to have both the design skills forthe human side of things as well as the engineering skills for doing the complicatedtechnical part of it.MIT Media Lab founder Nicholas Negroponte says that “In the future, therewill be almost as few humans browsing the Net as there are people usinglibraries today. Agents will be doing that for most of us." Do you agreewith this prediction?Pattie Maes: Well, I think our computers today are actually dumb and they don’ttake the initiative. They are more like a tool, a hammer for instance. So, when youneed some information you use the tool and then you tell the tool what to do. Ithink we will move more towards a model, where the computer is more like anactive entity that is always on and it monitors what the user is doing, what they aretrying to do, who they are with, where they are, etc. So this device will know a lotabout the user. And it will proactively suggest things and help the user withwhatever they are doing. We will move more towards this symbiotic collaborativerelationship rather than the one were the computer is a passive tool as it is today.What do you see in the marketplace that intrigues you, in terms oftechnology and how information is used?Pattie Maes: There are tons of things. I like Apples spoken language interface,Siri. It is the first commercial step into the area of smarter computers. I think wewill start seeing other companies doing similar things. Computers and software willbecome more intelligent and will be more aware of a person’s habits andpreferences. This is definitely a direction in which we are moving. Computers willstart playing a larger role in looking for information on our behalf. Maybe by justtalking to our friends or by asking our friend’s agents. It is not always going to bethe computer itself that has the intelligence to predict what you would like. Maybe itis just smart in terms of asking the right people for recommendations or advice.You are living and working in Cambridge. What’s your favorite place in thecity – besides the MIT?Pattie Maes: To be honest, the Media Lab is my favorite place to hang out besidesmy home. We have a fabulous new building. The first Media Lab was designed byI.M. Pei, the great Chinese architect. The new extension was designed by the famousJapanese architect Fumihiko Maki and it is just incredible. The entire building istransparent. Actually, Fumihiko Maki came to hang out at the Media Lab trying tofind out how we bring together different people from different disciplines, how weare being creative, how we communicate and collaborate. It has become awonderful place because it is filled with creativity and energy and you can really seeand feel it.Do you have a motto that describes you or how you live?Pattie Maes: I am just being playful. I like working hard and having fun. It isreally my hobby rather than work. In our team it is all about staying playful, open-minded and silly. It’s about taking risks and trying to never grow up. We just havefun.Thanks Pattie. We definitely had fun talking with you.Web: Pattie MaesVideo TED Conference: Demo SixthSenseUnsere Leseempfehlung fürs neue JahrSeite 5 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012
  • 6. Hier ist unsere Leseempfehlung fürs neue Jahr: "Business Model Generation: EinHandbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer". Das Buch vonAlexander Osterwalder und Yves Pigneur ist eines der besten Wirtschaftsbücher, daswir in den letzten Jahren gelesen haben.Das Buch gibt Antworten auf folgende Fragen:- Wie können wir neue Geschäftsmodelle systematisch erfinden, gestalten undumsetzen?- Wie können wir alte überholte Modelle auf den Prüfstand stellen und erneuern?- Wie können wir visionäre Ideen in spielverändernde Geschäftsmodelle verwandeln,die das Establishment herausfordern – oder es verjüngen, falls wir selbst dieBetroffenen sind?Um diese Fragen zu beantworten, sind Osterwalder und Pigneur neue Wegegegangen: 470 Autoren aus 45 Ländern haben das Buch gemeinsam verfasst,finanziert und produziert. Es ist ein äußerst praktikables und wirklich schönesHandbuch geworden. Kein Buch zum schnellen herunterlesen, aber eines zumintensiven und konsequenten Arbeiten.Wir haben Alexander Osterwalder in Belgien getroffen und mit ihm überGeschäftsmodelle, Businesspläne, Architekten und die Weinberge von Lausannegesprochen:Deine Überzeugung lautet: Der Businessplan ist tot. Lang lebe dasGeschäftsmodell. Warum?Weil Businesspläne statisch sind. Ein Freund von mir, Steve Blank, Startup-Guru imSilicon Valley, sagt: “No business plan survives the first contact with a customer”.Es macht keinen Sinn, in einer Welt, die man nicht planen kann, an einem statischenPlanungsdokument festzuhalten. Mit dem Geschäftsmodellansatz kann man hingegendie Geschäftsideen robust ausskizzieren, ohne dabei zu sehr in Details gehen zumüssen.Und der Geschäftsmodellansatz ist Deiner Meinung nach eine Alternativezum Business Plan?Ich denke schon, dass der Geschäftsmodellansatz den Businessplanansatz langfristigersetzen wird. Viele zucken bei dem Gedanken zusammen und sagen: Ja, aber beimErstellen des Businessplans habe ich auch viel gelernt. Auch wenn ich mir nurFragen gestellt habe. Meine Antwort ist dann immer: Klar, aber du stellst Dirdieselben Fragen auch beim Geschäftsmodell. Nur verwendest du darauf nichtWochen oder Monate, sondern einen halben Tag. Und das reicht.Es geht also im Kern um Dynamik?Ja genau. Die Fähigkeit, flexibel und schnell auf veränderte Bedingungen reagierenzu können, ist heute viel wichtiger als detailliert zu planen. Bei Start Ups ist dastendenziell einfacher, weil man das schnelle Anpassen gewohnt ist. Bei vielenGroßunternehmen existieren diese Prozesse und Feiräume aber nicht. Man sagt denLeuten, dass sie Neues ausprobieren und experimentieren sollen, aber diebestehenden Prozesse und Strukturen verhindern genau das.Du verwendest oft Analogien von Designern und Architekten. Warum?Was macht ein Architekt, Grafikdesigner oder Produktdesigner? Er kreiert neueDinge. Und dazu verwendet er klare Prozesse, Techniken und Werkzeuge. DasProblem ist, dass so etwas im Geschäftsleben kaum existiert. Man lernt zu planen,zu organisieren und zu managen, aber nicht systematisch Neues zu schaffen.Werden neue Ideen zu schnell verwirklicht oder liegt das Problem eherdarin, dass man zu lange wartet?Im Gegensatz zu dem, was man landläufig so hört, ist meine Erfahrung, dass mansich in der Geschäftswelt zu schnell in eine Idee verliebt. Da geht man dann mitgroßem Elan ran. Wenn aber nach einiger Zeit die ersten Zweifel kommen, ist es oftzu spät. Man zieht die Sache trotzdem durch. In der Design School ist das einabsolutes No Go. Dort bringt man dir bei, dich niemals zu schnell in deine ersteIdee zu verlieben. Um nochmals einen Architekten zu bemühen - Jim Glymph vonGehry Partners sagt dazu: “Wenn man eine Idee zu rasch einfriert, verliebt man sichin sie. Wenn man sie zu schnell verfeinert, klebt man daran fest, und dann wird essehr schwierig, weiter zu forschen und nach etwas Besserem zu suchen. DieGrobheit früher Modelle ist durchaus beabsichtigt.“ Ein genialer Satz!Seite 6 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012
  • 7. Warum liegt Deiner Meinung nach im Scheitern die Basis des Erfolgs?Da muss ich etwas spezifischer sein. Ich meine damit schnelle und preiswerteFehlschläge. Es geht mir um das Experimentieren und Lernen und nicht umgrandiose Fehlschläge. Um noch spezifischer zu sein: Grundsätzlich kann manzwischen zwei Situationen unterscheiden: Dem existierenden Geschäft und demNeuen. Beim existierenden Geschäft geht es vor allem um die schrittweiseInnovation. Hier ist Experimentieren nicht ganz so wichtig. Hier kann ich klassischmit Budgets und Vorgaben arbeiten, weil ich ja über Daten, Wissen und Know-howverfüge. Anders sieht es beim neuen Geschäft aus. Als Nestlé beispielsweiseNespresso in den Markt eingeführt hat, war das ein Schritt ins Unbekannte. Es gabkeine Daten und vorhandenes Know-how. Nestlé hatte noch nie zuvor anPrivatpersonen verkauft bzw. Maschinen vertrieben. In dieser Situation funktioniertdie Vorgehensweise mit Budgets und Vorgaben nicht mehr. Die Lösung liegt nichtdarin, den Leuten in dieser Situation eine Wild Card zu geben und sie machen zulassen, was sie wollen. Hier braucht man einen anderen Prozess, nämlichexperimentieren – scheitern – lernen – nachjustieren und dann das Ganze nocheinmal von vorn. Durch diese kleinen, preiswerten Experimente produziert man dieDaten, die man nicht hat. Das heißt aber auch, dass ich den Menschen Freiraumgewähren und Fehlern Legitimität geben muss.Du lebst in Lausanne. Hast Du dort einen Lieblingsplatz?Das sind definitiv die Weinterrassen, die von Lausanne bis nach Villeneuve reichen.Da sitzt du mitten in den Weinbergen und hast einen genialen Blick runter auf dieStadt und den See.Hast Du ein Lebensmotto?Ausprobieren!Web: Alexander OsterwalderWebsite zum Buch: Business Model Innovation"Inspiration und Information auf höchstemNiveau" Publicis GroupSie planen ein Event? Wollen Ihren Führungskräften, Kunden oder Partnern etwasBesonders bieten? Da hätten wir was für Sie!UNSERE VORTRAGSTHEMEN:ANLEITUNG ZUM QUERDENKEN:Neue Perspektiven und mutige Lösungen jenseits des MainstreamsALLES, AUSSER GEWÖHNLICH:So entfesseln Sie das volle Potenzial in Ihrem UnternehmenFORMATEVORTRAG: 1h. Gerne auch mit anschließender Diskussion.INNOVATIONS-SESSION: 3h interaktiver Vortrag im "XXL-Format".SPARRING-SESSION: 1h Vortrag plus 2h Diskussion. Max. 10 Personen.Für Vorstände und Geschäftsleitungen.Für Buchungsanfragen kontaktieren Sie bitte unsere Agentin Petra Steurer.Förster & KreuzAnja Förster und Peter Kreuz zeigen, dass es auch anders geht. Auf allenfünf Kontinenten spüren sie Menschen und Organisationen auf, die den Mut haben,Unkonventionelles zu denken und durchzusetzen. Ihre Vorträge und Bücher sind einSeite 7 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012
  • 8. leidenschaftliches und erfrischendes Plädoyer dafür, tradierte Denkmustererfolgreich zu hinterfragen und mutig vom Mainstream abzuweichen - und dabeijede Menge Spaß zu haben.Förster & Kreuz sind Autoren, Keynote-Speaker und Querdenker aus Leidenschaft.Vorträge l Bücher l Cool Friends l Tourkalender lFeedback von Kunden, Lesern & Zuhörern l KontaktDieser Newsletter wurde an [E-Mail] gesendet. Dieser Newsletter wird Ihnenausschließlich mit Ihrem Einverständnis zugesandt.Newsletter bestellenAdresse ändernAbmeldenImpressumCopyright © ANJA FÖRSTER & DR. PETER KREUZSeite 8 von 8Förster & Kreuz | Bestsellerautoren und Business-Querdenker aus Leidenschaft08.02.2012