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[PDF] Pressemitteilung: Wochenausblick "Lackmustest" …

[PDF] Pressemitteilung: Wochenausblick "Lackmustest"
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  • 1. Helaba Volkswirtschaft/Research Wochenausblick 5. April 2012 Lackmustest Redaktion: 1 Die Woche im Überblick 1 Patrick Franke Tel.: 0 69/91 32-47 38 1.1 Chart der Woche 1 research@helaba.de 1.2 Wochen-Quartals-Tangente 2 1.3 Finanzmarktkalender KW 15 mit Prognosen 3 2 Im Fokus 4 2.1 Aktien: Anleger wollen harte Fakten sehen 4 2.2 Devisen: Kein nachhaltiger Euro-Rutsch in Sicht 5 Herausgeber: 2.3 Deutschland: Vom Aufschwung profitieren nicht alle 6 Dr. Gertrud R. Traud 3 Charttechnik 7Chefvolkswirt/Leitung Research 4 Helaba Kapitalmarktszenarien 8Landesbank Hessen-Thüringen 5 Helaba Basisszenario mit Prognosetabelle 9 MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main 1 Die Woche im Überblick Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 1.1 Chart der Woche Chinesische Einkaufsmagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe mit widersprüchlichen Signalen Index 60 60 CFLP PMI 55 55 50 50 HSBC PMI 45 45 40 40 35 35 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Publikation ist mit größter Sorgfalt Der offizielle CFLP-PMI stieg im März zum vierten Mal in Folge und erzielte mit 53,1 Punktenbearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich ein Jahreshoch. Dagegen gab der HSBC-PMI auf 48,3 Punkte nach und liegt damit seit fünf Mona- unverbindliche Analysen und Prognosen zu ten im Kontraktionsbereich. Nicht zum ersten Mal zeigen die Indizes in verschiedene Richtungen. den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Die Differenzen liegen zum einen an unterschiedlichen Verfahren der Saisonbereinigung, zum Quellen, die wir für zuverlässig halten, für anderen an der Datenerhebung. Während die CFLP mehr als 800 meist große und staatliche Unter- deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- nehmen befragt, verwendet HSBC nur Daten von knapp 400 kleinen bis mittelgroßen Firmen. lität wir aber keine Gewähr übernehmen kön- nen. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- Diese leiden oft besonders unter schwächelnder Exportnachfrage und haben häufig einen schlech- nen Angaben dienen der Information. Sie teren Zugang zu Krediten. Die divergierenden Indizes sprechen damit eine deutliche Sprache: Die dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Angst vor einem Konjunktureinbruch scheint überzogen. Gleichwohl muss die Regierung im Anlageentscheidungen verstanden werden. Rahmen der Feinsteuerung aber sicherstellen, dass auch der Mittelstand ausreichend gestützt wird.
  • 2. Wochenausblick Claudia Windt 1.2 Wochen-Quartals-TangenteTel.: 0 69/91 32-25 00 Die Stimmung an den Finanzmärkten trübte sich in der abgelaufenen Woche sichtbar ein. Verant- wortlich dafür waren neben einer verpatzten Auktion spanischer Staatsanleihen, schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturindikatoren aus den USA und dem Euroraum auch die eher zurückhaltenden Positionierungen der Fed und der EZB. Schwindende Hoffnungen auf ein QE3 belasteten das Sentiment ebenso wie die Aussage Draghis, dass der Konjunkturausblick im Euro- raum mit Abwärtsrisiken behaftet sei. Folglich büßte der DAX 3,1 % (S. 4) ein, wobei insbesonde- re konjunktursensitive Titel gegeben wurden. Auch der Euro (S. 5) geriet unter Abgabedruck. Trotz der wieder gestiegenen Risikoaversion konnten Bundesanleihen demgegenüber kaum mehr profitieren. Mit einer Verzinsung um 1,8 % für 10-jährige Bunds scheint zunächst eine Art Unter- grenze gezogen zu sein. Die Lage am Ölmarkt hat sich immerhin etwas entspannt. An den Finanzmärkten wurden im ersten Quartal überzogene Rezessionsängste ausgepreist. Das erklärt die Jahresperformance des DAX von beeindruckenden 15 %. Der deutsche Rentenmarkt Konjunktur noch nicht hingegen profitierte von der immer wieder auflodernden Unsicherheit um die Bewältigung der überzeugend Schuldenkrise ebenso wie von den beiden 3-Jahrestendern der EZB. Diese führen dazu, dass der Reformdruck auf den Staaten weniger stark lastet, was ein Risiko für unsere Rentenmarktprognose darstellt. Was dürfte nun den von uns erwarteten Schub an weiteren Kursgewinnen am Aktien- markt und Kursverlusten am Rentenmarkt in Q2 auslösen? Bislang konnten nur die Frühindikatoren in der Breite überzeugen. Sie signalisieren für die Welt- wirtschaft zwar einen Wendepunkt, wobei sich dies mit Ausnahme der USA bislang noch nicht in den harten wirtschaftlichen Zahlen zeigt. Somit werden die gleichlaufenden Indikatoren zum Lackmustest, ob sich die globale Konjunktur in Q2 wieder beschleunigt, oder ob es sich um Fehl- signale gehandelt hat. China kann in der Berichtswoche den Anfang machen. Die Daten für das Wirtschaftswachstum in Q1 dürften belegen, dass das von der Politik anvisierte Wachstumsziel von 8 % erreicht worden ist. Weitere expansive Maßnahmen sind folglich zu erwarten. Wir rech- nen im Jahresverlauf mit einer Beschleunigung des chinesischen Wachstums auf insgesamt 8,4 % und 8,8 % in 2013. Für den deutschen Außenhandel (S. 6) wären das erfreuliche Nachrichten. Finanzmarktrückblick und -prognosen Veränderung seit... aktueller 30.12.2011 28.03.2012 Stand* Q2/2012 Q3/2012 Q4/2012 (in %) Index DAX 15,0 -3,1 6.784 7.200 7.500 7.200 (in Bp) (in %) 3M Euribor -59 -2 0,77 0,7 0,8 1,0 3M USD Libor -11 0 0,47 0,4 0,4 0,4 10 jähr. Bundesanleihen -4 -4 1,79 2,3 2,5 2,8 10 jähr. Swapsatz -11 -3 2,27 2,8 3,0 3,2 10 jähr. US-Treasuries 35 2 2,22 2,4 2,6 2,9 (jew eils gg. Euro, %) (jew eils gg. Euro) US-Dollar -1,3 1,3 1,31 1,35 1,40 1,45 Japanischer Yen -8,1 1,5 109 110 116 120 Britisches Pfund 1,0 1,4 0,83 0,87 0,88 0,88 Schweizer Franken 1,1 0,1 1,20 1,25 1,25 1,25 (in %) Brentöl $/B 13,4 -2,3 123 124 120 118 Gold $/U 3,6 -2,6 1.621 1.800 1.850 1.900 *Schlusskurse vom 04.04.2012 Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 2
  • 3. Wochenausblick 1.3 Finanzmarktkalender KW 15 mit Prognosen Helaba- Bloom berg Zeit Land Periode Indikator Vorperiode Prognose Consensus Montag, 09.04.2012 Dienstag, 10.04.2012 Handels-/Leistungsbilanz, 08:00 DE Feb 12,0 / k.A. 12,0 / k.A. 13,1 / 8,0 Mrd. €, n.s.a. 18:45 US Atlanta Fed Präsident Lockhart US Fed Präsident Ben Bernanke Minneapolis Fed Präsident 20:30 US Kocherlakota Mittw och, 11.04.2012 14:20 US Atlanta Fed Präsident Lockhart 16:30 US Boston Fed Präsident Rosengren 20:00 US Beige Book 23:00 US St. Louis Fed Präsident Bullard Donnerstag, 12.04.2012 Industrieproduktion 11:00 EZ Feb % m/m, s.a. -0,5 -0,5 0,2 % y/y, s.a. -2,1 k.A. -1,2 Erstanträge auf 14:30 US 07. Apr 350 k.A. k.A. Arbeitslosenunterstützung, Tsd 14:30 US Feb Handelsbilanz; Mrd. $ -52,5 -52,0 -52,6 14:30 US Mrz PPI Erzeugerpreise, % m/m 0,3 0,3 0,4 PPI ohne Energie und 14:30 US Mrz 0,2 0,2 0,2 Nahrungsmittel, % m/m 15:00 US Atlanta Fed Präsident Lockhart Minneapolis Fed Präsident 19:00 US Kocherlakota Freitag, 13.04.2012 CPI Konsumentenpreise 14:30 US Mrz % m/m 0,3 0,3 0,4 % y/y 2,7 2,7 2,9 CPI ohne Energie & Nahrungsmittel 14:30 US Mrz % m/m 0,2 0,2 0,1 % y/y 2,2 2,2 2,2 Verbrauchervertrauen (UoM); vorl. 15:55 US Apr 77,0 76,6 76,2 IndexQuellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/ResearchHelaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 3
  • 4. WochenausblickMarkus Reinwand, CFA Tel.: 0 69/91 32-4723 2 Im Fokus 2.1 Aktien: Anleger wollen harte Fakten sehen Die Stimmung an den Aktienmärkten hat sich zuletzt sichtbar eingetrübt. Zweifel an der Nachhaltigkeit der Konjunktur- und Aktienmarkterholung sind wieder auf dem Vormarsch. Jetzt müssen harte Fakten die positiven Signale der erwartungsgetriebenen Frühindikatoren bestätigen. Die Nervosität ist an die Aktienmärkte zurückgehkehrt. Die implizite Volatilität ist zuletzt wieder sichtbar angestiegen. Investoren, die frühzeitig auf eine Erholung bei Aktien gesetzt hatten, neh- „Sell in May“ men einen Teil der Gewinne mit. Bislang unterinvestierte Anleger scheuen gegenwärtig offen- schon im April? sichtlich den Einstieg. Beide Gruppen befürchten inzwischen, dass Aktien nach zwei starken Quar- talen die Puste ausgehen könnte. Wichtige Treiber der Rally wie positive Konjunkturüberraschun- gen, die Beruhigung der Staatsschuldenkrise im Euroraum sowie die üppige Liquiditätsversorgung durch Fed und EZB scheinen gegenwärtig etwas an Schwung zu verlieren. So geht der Anteil positiver Überraschungen bei den Konjunkturindikatoren in den USA bereits sichtbar zurück, während die Wirtschaft im Euroraum erst sehr zaghafte Erholungsansätze aufweist. Zudem sind die Risikoaufschläge bei Euro-Staatsanleihen wieder etwas angestiegen. Das Thema Staatsschul- denkrise bleibt also auf der Agenda. Auch die Hoffnungen auf neuerliche Liquiditätsspritzen durch die US-Notenbank wurden zuletzt enttäuscht.Saisonmuster spricht für steigende Aktienkurse Positive Gewinnrevisionen untermauern KurserholungDurchschnittliche Quartalsveränderung seit 1965, % Verhältnis Gewinnherauf-/-herabstufungen Index 4,0 4,0 2.50 1300 MSCI World Aktienindex (rechte Skala) 1200 3,0 3,0 2.00 1100 S&P 500 DAX 1000 2,0 2,0 1.50 900 1,0 1,0 800 1.00 700 0,0 0,0 600 0.50 500-1,0 -1,0 400 Gewinnrevisionen (linke Skala)-2,0 -2,0 0 300 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Q1 Q2 Q3 Q4Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Auch wenn der einfache Teil der Rally vermutlich hinter uns liegt, stehen die Chancen insgesamt gut, dass die Aktien nach einer Konsolidierung ihre Erholung fortsetzen. Dafür ist es allerdings Unternehmens- notwendig, dass makro- wie mikroökonomische Daten in den kommenden Wochen und Monaten berichte im Fokus die positiven Signale der erwartungsgetriebenen Frühindikatoren bestätigen. Wichtige Impulse für Aktien könnten von Unternehmensdaten ausgehen. In der Berichtswoche wird Alcoa den Start- schuss für die US-Berichterstattung über das erste Quartal geben. Zwar scheinen Aktien bereits einen positiven Verlauf der sogenannten „earnings season“ vorweggenommen zu haben. Immerhin legte der S&P 500 im ersten Quartal um stolze 12 % zu. Allerdings signalisiert das jüngste Über- gewicht an positiven Gewinnrevisionen, dass die Schätzungen der Analysten – obschon deutlich optimistischer als die impliziten Gewinnerwartungen des Marktes – auch für US-Unternehmen zuletzt wohl zu konservativ waren. Bei anziehenden Gewinnerwartungen besteht bei Aktien durchaus noch Luft nach oben. Schließlich konnten Dividendentitel in der Vergangenheit in Pha- sen überwiegend positiver Gewinnrevisionen meist überdurchschnittlich zulegen. Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 4
  • 5. Wochenausblick Christian Apelt, CFA 2.2 Devisen: Kein nachhaltiger Euro-Rutsch in Sicht Tel.: 0 69/91 32-4726 Der Euro-Dollar-Kurs konnte sich nicht nach oben befreien. Im Jahresverlauf dürfte die Ge- meinschaftswährung jedoch aufwerten, da die belastenden Faktoren an Einfluss verlieren. War das nur die Ruhe vor Sturm? Der Euro-Dollar-Kurs bewegte sich in sehr ruhigen Bahnen in einem Band von 1,30 bis 1,35 mit einer leichten Aufwärtstendenz. Die Volatilitäten am Devisen- markt – sowohl die impliziten, also aus Optionen abgeleiteten, als auch die historischen – fielen auf Vor-Lehman-Niveaus. Nun geriet jedoch der Euro-Dollar-Kurs spürbar unter Druck. Die euro- päische Schuldenkrise taucht wieder auf dem Radar auf, insbesondere wegen Spanien. Den US- Dollar stützten zudem ausbleibende Signale für ein neues Kaufprogramm seitens der Federal Re- serve. Der Anstieg der Risikoaversion an den Märkten allgemein belastet nach wie vor den Euro- Dollar-Kurs, selbst wenn dieser Zusammenhang in den letzten Monaten weniger ausgeprägt war. Trotz EZB-Geldspritzen dürfte es niemanden überraschen, dass der Weg aus der europäischen Schuldenkrise mit Stolpersteinen gepflastert ist. Die Sparmaßnahmen müssen erst einmal durchge- Konjunktureller setzt werden, das Wachstum leidet ohnehin darunter. Der konjunkturelle Abschwung in der Euro- Vorsprung der USA zone setzte bereits 2011 ein. Die US-Wirtschaft zeigte sich im Vergleich widerstandsfähiger. Je- wird sich verringern doch spricht wenig dafür, dass sich das Wachstum dort noch signifikant beschleunigen wird. In der Eurozone bilden die Indikatoren hingegen vermutlich einen Boden, so dass sich der Wachstums- vorsprung der USA im Jahresverlauf wohl verringern wird. Bei den positiven Konjunkturüberra- schungen hat die Eurozone die USA mittlerweile überholt.Trügerische Ruhe oder Rückkehr in die Vorkrisenzeit? Überraschungsmomentum dreht klar zu Gunsten des EuroUS-$ % US-$ Differenz der Indizes 1,60 25,0 Implizite Volatilität (3M) EUR-USD 1,55 (rechte Skala) 22,5 1,50 20,0 1,45 17,5 1,40 15,0 1,35 12,5 1,30 10,0 1,25 7,5 1,20 5,0 EUR-USD (linke Skala) 1,15 2,5 2007 2008 2009 2010 2011 2012Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Reaktionen der Notenbanken sind am Markt häufig relevanter als die konjunkturellen Ent- wicklungen selbst. Zwar wird die Fed wohl kein neues Kaufprogramm für Wertpapiere auf den Notenbanken zunächst Weg bringen. Dennoch wird sie verbal gegen Spekulationen ankämpfen, dass sie eine – angesichts in Warteposition der Konjunkturlage zumindest vorstellbare – Zinswende in absehbarer Zeit vollzöge. Die EZB hat in Form von Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen ihre Schuldigkeit getan und wartet erst einmal ab. Das Einsammeln dieser Gelder steht derzeit nicht auf der Agenda, dürfte aber noch 2012 ein Thema werden. Die EZB lässt im Gegensatz zur Fed ihre Geldpolitik im Jahresverlauf etwas we- niger expansiv werden. Auch dies spricht eher für die Gemeinschaftswährung. Der Euro-Dollar- Kurs dürfte in Richtung 1,40 marschieren. Kurzfristig kann die an den Märkten aufgekommene Nervosität allerdings noch entgegengesetzt wirken und die untere Grenze des Seitwärtsbandes getestet werden. Für einen neuen Sturm am Devisenmarkt wären schon gravierende politische Ereignisse erforderlich, die aber nicht absehbar sind. Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 5
  • 6. Wochenausblick 2.3 Deutschland: Vom Aufschwung profitieren nicht alle Dr. Stefan Mütze Tel.: 0 69/91 32-3850 Deutschland hängt weiterhin an der weltweiten Investitionskonjunktur. Länder, die Investiti- onsgüterkomponenten liefern, profitieren vom deutschen Aufschwung. Lieferanten von Ver- brauchsgütern können dagegen in Deutschland kaum punkten. In der Berichtswoche werden die Februar-Daten zum deutschen Außenhandel veröffentlicht. Auf- grund des starken Wintereinbruchs in diesem Monat sind temporäre Ausfälle nicht auszuschließen. Aufschwung geht von Trotz des hohen Zuwachses von nominal 11,4 % im Vorjahresvergleich war die Exportentwick- den USA aus lung im vergangenen Jahr von einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau geprägt. Hauptursache hierfür war die Euro-Schuldenkrise, die die Nachfrage nach deutschen Gütern bremste. Auch die Dynamik in wichtigen Schwellenländern wie China und Russland war zuletzt schwächer. Ganz anders ist die Situation in den USA: Der dortige Aufschwung spiegelt sich mittlerweile deutlich in den deutschen Exporten.Die USA kaufen wieder mehr deutsche Waren Vorkrisenniveau zumeist erreichtDeutsche Exporte, Index: Januar 2009 = 100, nominal, saisonbereinigt Deutsche Exporte, Index: Januar (März) 2008 = 100, nominal, saisonbereinigtQuellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Wie werden sich die deutschen Aus- und Einfuhren weiterentwickeln? Auch die Wirtschafts- und Finanzkrise hat kaum etwas an den deutschen Spezialisierungsschwerpunkten geändert. Kraftfahr- Exportstruktur über die zeuge waren 2011 mit 17,4 % der Gesamtausfuhren das wichtigste deutsche Exportprodukt. Vor Jahre kaum verändert der Krise 2008 waren es 17,2 %. An zweiter Stelle stehen weiterhin die Maschinen mit einem Anteil von 15,2 %. Vor der Krise war dieser ein Prozentpunkt höher. Fasst man chemische und pharmazeutische Produkte zusammen, dann liegt ihr Anteil mit 14,3 % auf Augenhöhe mit den gesamten elektrotechnischen Exportgütern (14,2 %). Diese vier größten Branchen erreichen über 60 % der deutschen Warenexporte und bestimmen damit weiterhin die deutsche Exportperfor- mance. Beim Import ist die Dominanz dieser vier Gütergruppen mit knapp 44 % deutlich niedriger ausgeprägt. Häufig handelt es sich hierbei um Vorprodukte für die deutschen Investitionsgüterher- steller. Gut 13 % der Gesamtimporte sind Energiegüter, vor allem Öl und Gas. Konsumprodukte hingegen erreichen nur einen Anteil von rund 18 % an den Gesamtimporten. Deutschlands Ausfuhren dürften sich auf mittlere Sicht positiv entwickeln, da sich die Investiti- onstätigkeit in den Schwellenländern und in den USA mit moderaterem Tempo fortsetzt. Welche Nachbarländer profitieren nun vom deutschen Aufschwung? Die Importstruktur zeigt, dass Län- der, die stark auf Konsumgüterexporte setzen wie Italien, weniger Chancen haben. Zulieferer für die Investitionsgüterindustrie wie die Slowakei hingegen eher mehr. Bezieht man die Exporte der Nachbarländer nach Deutschland auf deren BIP, so sind die Verflechtungen zu Deutschland bei Frankreich, Italien und Spanien mit maximal 3 % eher niedrig. Zwischen 10 und 14 % liegen die Anteile nach OECD-Angaben bei Belgien, Österreich, den Niederlanden und der Slowakei. Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 6
  • 7. Wochenausblick 3 CharttechnikBund-Future: Rückenwind nimmt zu Widerstände: 139,09 139,34 140,15DMI Bund-Future (weekly) Unterstützungen: 137,57 137,16 136,60 Der Bund-Future erhält derzeit zunehmend Rückenwind. Die Tatsache, dass der Future zum zweiten Mal in Folge über der steigenden 21-Wochen-Linie schließen wird, un- terstreicht diese These. Zudem schickt sich der trendfol- gende DMI an, auf ein Kaufsignal (Di+ müsste Di- von unten nach oben kreuzen) zuzusteuern. Bemerkenswert ist auch, dass sich eine leicht zunehmende Bewegungsdynamik abzeichnet, wodurch die Wahrscheinlichkeit für einen Test der 139,06er-Marke recht hoch ist. Auf der Unterseite ist der Kontrakt spätestens bei 137,57 sehr gut unterstützt.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388)EUR-USD: Symmetrisches Dreieck zeichnet sich ab Widerstände: 1,3386 1,3460 1,3490DMI EUR-USD (weekly) Unterstützungen: 1,3014 1,2970 1,2920 Das Chartbild des Euro hat sich deutlich eingetrübt. Zuletzt ist es nicht gelungen, die massive Widerstandszone (1,3385/87) zu überwinden. Folgerichtig ging es in dieser Woche deutlich und mit zunehmender Dynamik nach un- ten. Entsprechend ist ein Test der unteren Begrenzung eines symmetrischen Dreiecks zu erwarten. Kommt es zu einem nachhaltigen Ausbruch (1,3140) auf der Unterseite, würde sich die Abwärtsbewegung nochmals beschleunigen. Erst die Support-Zone von 1,3014 / 1,2970 kann als tragfähig beschrieben werden.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388)DAX: Eine Reihe von Supports wurde unterschritten Widerstände: 6.980 7.084 7.160DMI DAX (daily) Unterstützungen: 6.746 6.611 6.508 Beim DAX konnten in den vergangenen Tagen fallende Hoch- und Tiefkurse beobachtet werden. Dieser Umstand deutete bereits auf das sich eintrübende Chartbild, kombi- niert mit einer zuletzt schwachen Umsatzentwicklung, hin. Mit einer langen Abwärtskerze („closing tail“) wurde ges- tern eine Reihe von sehr wichtigen Supports (6.850 / 6.830) unterschritten. Sollte dieser Bruch heute auf Schlusskursba- sis nochmals bestätigt werden, droht der DAX weiter abzu- rutschen. Das nächste, größere Kursziel würde dann 6.508 Punkte (Retracement aus dem Wochenchart) lauten.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388) Die Ausführungen auf dieser Seite basieren ausschließlich auf einer charttechnischen Analyse. Unsere fundamentalen Analysen gehen in diese Betrachtung nicht ein. Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 7
  • 8. Wochenausblick 4 Helaba Kapitalmarktszenarien Für unseren Kapitalmarktausblick 2012 haben wir das Thema „Helden- und Göttersagen“ ge- wählt. Im Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) befreit sich Hauptszenario: die Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrickten sich im Gordischer Knoten Jahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwächten. Eine geordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturreformen und eine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen jedoch 2012 dazu bei, die Schulden- krise und die konjunkturelle Schwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Das Wirtschaftswachstum 2012 wird zwar nicht an die spektakulären Raten des Jahres 2010 anknüpfen, es schwenkt aber auf einen normalen Wachstumstrend ein. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten: Nach den Übertreibungen 2011 zeichnet sich für 2012 ein insgesamt gutes Aktienjahr mit zweistelligen Zuwächsen ab. Ren- ten dürften dagegen unter Druck geraten. Das weiterhin durch die Schwellenländer getriebene Wachstum der Weltwirtschaft wird 2012 bei rund 3 ½ % verharren, da die Normalisierung bereits 2011 einsetzte. Im Jahresverlauf ist aber mit einer anziehenden Dynamik zu rechnen: Die Geldpolitik in den Schwellenländern dürfte wieder vermehrt auf Expansion umschwenken. In den europäischen Problemländern wird der Konsolidie- rungsdruck zwar hoch bleiben, aber die bereits erfolgten Restrukturierungen erbringen erste Wachstumsimpulse. In den USA kommt es im Wahljahr dagegen noch nicht zu größeren Konsoli- dierungsanstrengungen, so dass die Wirtschaft erneut um rund 2 % wachsen wird. 2013 dürfte das globale BIP sogar wieder stärker expandieren. In unserem positiven Szenario „Phönix aus der Asche“ (15 %) kann die Weltwirtschaft an das überdurchschnittliche Wachstum 2010 anknüpfen, jedoch um den Preis einer höheren Inflation. Alternativszenario: Befeuert wird dies von einer expansiven Ausrichtung der Geld- und Fiskalpolitik. Weitere Konso-Phönix aus der Asche lidierungsschritte werden in die Zukunft verschoben. Aktien strahlen heller denn je und Renten verzeichnen im Gegenzug kräftige Kursverluste. In unserem negativen Szenario „Sisyphus“ (15 %) fällt die Weltwirtschaft in eine Rezession. Die Industrieländer geraten in ein deflationäres Umfeld. Trotz massiver Anstrengungen kann die euro- Alternativszenario: päische Schuldenkrise nicht bewältigt werden. Der Versuch Staaten und Banken gleichzeitig zu Sisyphus retten stellt sich als Sisyphusarbeit heraus. In China platzt die Immobilienblase und führt zu hefti- gen realwirtschaftlichen Verwerfungen weltweit. Geopolitische Risiken könnten zudem die Kon- junktur zusätzlich belasten. Anleger suchen Sicherheit, wovon der US-Dollar und die Rentenmärk- te profitieren. Auf die Aktienmärkte hingegen rollt ein erneuter Einbruch zu. Investmentszenarien 2012 Szenarien Wahrschein- Wachstum Inflation Renten Euro Aktien 2012 lichkeit Gordischer 70% Knoten Phönix aus 15% der Asche Sisyphus 15% Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 8
  • 9. Wochenausblick5 Helaba Basisszenario mit PrognosetabelleIn unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 70 %) befreit sichdie Weltwirtschaft aus einer schwierigen Ausgangslage. Die Industrieländer verstrickten sich imJahresverlauf 2011 im Schuldengewirr, während sich die Schwellenländer abschwächten. Einegeordnete Insolvenz Griechenlands sowie erste Erfolge der europäischen Strukturreformen undeine weltweit expansive Ausrichtung der Geldpolitik tragen 2012 dazu bei, Schuldenkrise undWachstumsschwäche allmählich zu überwinden. Der gordische Knoten kann gelöst werden. Dasglobale Wirtschaftswachstum schwenkt auf einen normalen Wachstumstrend ein und verharrt imJahresdurchschnitt bei rund 3 ½ %. Damit dürften auch die Kapitalmärkte endlich wieder in ruhig-eres Fahrwasser geraten.Rentenmärkte: Die EZB wird den Leitzins vermutlich bei 1 % fixieren, so dass das Feld für an-haltend niedrige Kapitalmarktzinsen in Deutschland bestellt ist. Im Jahresverlauf sprechen jedochzwei Faktoren gegen deutsche Staatsanleihen: die Konjunktur dürfte sich wieder erholen und beieiner Entspannung der Euro-Schuldenkrise ist mit einer geringeren Nachfrage nach den inzwi-schen extrem teuren Bundesanleihen zu rechnen. Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen solltein Deutschland 2012 zwischen 1,6 % und 2,8 % schwanken, in den USA zwischen 1,8 % und3,0 %.Euro: Die expansive EZB-Politik in Form von Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen belastet denEuro nur vorübergehend. Im Verlauf von 2012 dürften die Sorgen um die Schuldenkrise in denHintergrund treten und die Konjunktur in der Eurozone wieder Tritt fassen. Somit wird die EZBihren Expansionsgrad dann nicht mehr ausweiten. Der Euro dürfte gegenüber dem US-Dollarzulegen, zumal die US-Notenbank eine Zinswende für längere Zeit quasi ausgeschlossen hat. DerEuro-Dollar-Kurs sollte sich 2012 im Bereich von 1,30 bis 1,45 bewegen.Aktienmärkte: Nachdem der DAX 2011 Extremszenarien ausgetestet hat, dürfte 2012 in etwasruhigeren Bahnen verlaufen. Mit einer Einengung der Risikoaufschläge bei Staatsanleihen wirddas Vertrauen der Anleger allmählich zurückkehren und der Risikoappetit wieder zunehmen. DieKombination aus niedrigen Leitzinsen und nach oben drehenden Wachstumserwartungen hat sichin der Vergangenheit als ausgesprochen günstige Phase für Dividendentitel erwiesen. Der DAXdürfte daher 2012 an die Marke von 7.500 Punkten heranreichen.Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 9
  • 10. WochenausblickPrognoseübersicht Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise Veränderung gg. reale Veränderung gg. Vorjahr in % Vorjahr in % 2010 2011 2012p 2013p 2010 2011 2012p 2013p Euroland 1,8 1,5 0,4 1,3 1,6 2,7 2,1 2,1 Frankreich 1,4 1,7 1,0 1,5 1,7 2,3 2,1 2,1 Italien 1,8 0,5 -0,5 0,7 1,6 2,9 2,4 2,2 Spanien -0,1 0,7 -0,3 1,0 2,0 3,1 2,0 2,2 Griechenland -3,5 -6,9 -5,0 0,0 4,7 3,0 0,5 0,5 Irland -0,4 0,7 1,6 2,0 -1,6 1,2 1,2 1,4 Portugal 1,4 -1,5 -3,5 -1,0 1,4 3,5 2,5 1,5 Deutschland* 3,6 3,1 1,2 1,7 1,1 2,3 2,0 2,0 Großbritannien 2,1 0,7 0,8 1,5 3,3 4,5 3,0 2,6 Schw eiz 2,7 1,9 0,4 1,2 0,7 0,2 0,0 0,8 Schw eden 6,1 3,9 1,0 1,3 1,2 2,6 1,7 1,8 Polen 3,9 4,3 2,7 3,0 2,6 4,2 3,5 3,3 Ungarn 1,3 1,7 0,0 1,4 4,9 3,9 5,5 4,0 Tschechien 2,7 1,7 0,5 1,7 1,5 1,9 3,2 2,5 Russland 4,3 4,3 3,5 4,0 6,8 8,4 6,0 6,0 USA 3,0 1,7 2,2 2,0 1,6 3,1 2,4 1,8 Japan 4,4 -0,7 2,0 1,0 -0,7 -0,3 0,2 -0,2 Asien ohne Japan 8,5 6,5 6,0 6,5 5,1 6,0 5,0 5,0 China 10,4 9,2 8,4 8,8 3,3 5,3 4,0 4,4 Indien 9,6 7,5 6,5 7,0 12,0 8,9 8,0 7,5 Lateinamerika 5,9 4,0 3,5 4,0 5,9 6,5 6,5 6,0 Brasilien 7,5 2,7 3,3 4,0 5,0 6,6 6,0 5,5 Welt 4,9 3,4 3,3 3,6 2,9 3,9 3,2 3,0s = Schätzung, p = Prognose; * Deutschland: arbeitstäglich bereinigt;Quellen: EIU, EcoWin, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 5. April 2012· © Helaba 10

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