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  • 1. PressemappeJahrespressekonferenz2010/1118.05.2010, 13.00 Uhr, Kleiner SaalPodiumÜberblick Saison 2010/11Biografie Sebastian NordmannBiografie Lothar ZagrosekPorträt Konzerthausorchester BerlinBiografie Fazil Say 1
  • 2. PodiumFür Ihre Fragen stehen Ihnen auf dem Podium zur Verfügung: Prof. Dr. Sebastian Nordmann, Intendant Lothar Zagrosek, Chefdirigent und Stellvertretender Intendant Fazil Say, Artist in Residence Ulf Werner, Programm- und Orchesterdirektor Helge Birkelbach, Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit 2
  • 3. ÜberblickSaison 2010/11Konzerthausorchester Berlin, Gastdirigenten, SolistenIn der Spielzeit 2010/11 wird es insgesamt 77 Sinfoniekonzerte mit dem Konzerthausorchester Berlinin der heimischen Spielstätte geben, davon 21 mit Chefdirigent Lothar Zagrosek. Die Ensembles undMusiker des Konzerthausorchesters bestreiten 14 Kammermusikkonzerte. Außerdem beteiligen siesich an drei »Entdeckungsreisen in die Welt der Musik« innerhalb des Junior-Programms.Das Konzerthausorchester Berlin begrüßt in der neuen Saison 18 Gastdirigenten bei seinenAbonnement-Konzerten, u.a. Vladimir Fedoseyev, Bertrand de Billy, Michael Gielen, Eiji Oue, PeterRuzicka, Michael Sanderling, Simon Gaudenz und Kirill Karabits. Namhafte Solisten werden dasProgramm bereichern, u.a. Salvatore Accardo, Tanja Tetzlaff, Patricia Kopatchinskaja, Daniel Müller-Schott, Lars Vogt, Håkan Hardenberger und Veronique Gens.Insgesamt zehn Gastspielkonzerte führen das Konzerthausorchester Berlin unter Lothar Zagroseknach Wismar, St. Pölten, Salzburg, Villach, Zagreb und Maribor sowie in Berlin in die Philharmonie imRahmen des musikfests 2010. Auch beim Rheingau Musik Festival in Wiesbaden wird es zu Gastsein. Den sommerlichen Abstecher zum Kloster Chorin unternimmt das Orchester diesmal unter derLeitung von Michael Sanderling und Vladimir Fedoseyev.Dreiteiliger Schwerpunkt zum Mahler-Jahr»Meine Zeit wird kommen«, hatte Gustav Mahler einst prophezeit. Noch vor einem halben Jahrhundertgehörten Aufführungen seiner Werke eher zu den Raritäten im Konzertleben. Zwölf Jahre Nazidiktaturund die Verheerungen des 2. Weltkrieges genügten, um sein Schaffen ins Abseits und an den Randdes Vergessens zu drängen. Erst seit etwa 1960 – getragen durch engagierte Interpreten, zusätzlichbefördert durch das Erscheinen von Theodor W. Adornos Mahler-Monographie – wurde eineRenaissance eingeleitet. Aus Anlass seines 150. Geburtstages und 100. Todestages widmet dasKonzerthaus Berlin dem Komponisten einen Zyklus, der sich in drei »Themeninseln« verdichtet. Siesind überschrieben mit Worten, die dem Mahlerschen Œuvre entstammen: »Wo die schönenTrompeten blasen«, »Sterben werd’ ich, um zu leben«, »Wenn nur ein Traum das Leben ist«.Prof. Sebastian Nordmann, Intendant des Konzerthauses: »Wenn Gustav Mahler eine Spielzeit langin den Mittelpunkt der Programmatik des Konzerthauses Berlin rückt, steht nicht die bloße Aufführungseiner Sinfonien im Vordergrund. Mahlers Musik wird in Kontexten erscheinen, die sie neu erfahrbarmachen, die zeigen, aus welchen Traditionen sich seine Kunst speiste und wie sie Impulse in dieZukunft auszusenden imstande war. In drei einwöchigen Schwerpunkten werden jeweils eigen-ständige Themen beleuchtet, die für den musikalischen Kosmos dieses Komponisten essentiellsind.«Artist in Residence: Fazil SayFür seinen weit gespannten musikalischen Horizont wird er bewundert, für seine interkulturelle Arbeitgelobt. Er ist hyperaktiv, tourt, komponiert und mischt sich ein. Dabei findet er frapant kurze Worte, umseine Motivation zu erklären: »Ich bin Fazil Say, Musiker. Ich brauche Musik in all ihren Facetten.«Der 1970 in Ankara geborene Pianist und Komponist ist Artist in Residence des Konzerthauses Berlinin der Saison 2010/11. Im März 2010 endete seine fünfjährige Residency beim Konzerthaus Dortmundmit der Uraufführung der »Istanbul-Sinfonie«, die von Presse und Publikum gleichermaßen gefeiertwurde: »Jede Bühne, die er betritt, wird zum Club. Und sein Publikum gibt ihm recht darin, liegt ihm zu 3
  • 4. Füßen«, schrieb die nmz. Schon Anfang 2010 begeisterte er bei einer Mozart-Matinee in Berlin, »mitrockig stampfenden Bässen, virtuos wildem Akkordspiel und zarten Pedalzaubereien«, so derTagesspiegel.Mit insgesamt elf Auftritten ist Fazil Say noch präsenter als seine Vorgänger. Wie sie wird er nicht nurdem Konzerthausorchester als Solist zur Verfügung stehen, sondern auch bei Kammerkonzerten,innerhalb des Junior-Programms, bei einer Mozart-Matinee und in einem Recital zu hören sein.Zudem wird sein neues Werk für Bläserquintett am 1. April 2011 im Konzerthaus Berlin das Licht derWelt erblicken. Schließlich ist ihm am 9. Juni ein ganzer Abend gewidmet: Fazil Say lädt Freunde undWeggefährten ein zur langen Nacht »Alla turca«, bei dem sich das Programm aus dem Großen Saalüber die Freitreppe bis auf den Gendarmenmarkt bewegen soll.Neue ReihenVier neue Reihen, die bereits seit 1. April im Abonnement erhältlich sind, erweitern zur Spielzeit2010/11 das Programm. Es sind attraktive Angebote, die das Profil des Hauses weiter schärfen. Soumfasst die Reihe »Artistisch« vier Konzerte mit dem Artist in Residence Fazil Say, während sich beiden sechs kammermusikalischen »Haus-Konzerten« ehemalige Artists in Residence wie VivianeHagner und Martin Helmchen sowie weitere Künstler einfinden. »Ausgezeichnet!« geht es weiter mitaufstrebenden Stars der internationalen Klassikszene, die mit dem Konzerthausorchester zu hörensein werden. Namen wie Pierre-Laurent Aimard und Arcadi Volodos finden sich schließlich in der neukreierten Reihe »Pianissimo« wieder, die die erste Liga internationaler Meisterpianisten versammelt.Daneben wurde das Erfolgsformat der Mozart-Matineen nun erstmals zu einem günstigen Abo-Paketgeschnürt, was all die freuen wird, die mit ihren Familien vier unbeschwerte Vormittage imKonzerthaus verbringen möchten.Oper konzertant: »Aeneas in Carthago« von Joseph Martin KrausIm April 2006 begann Lothar Zagrosek eine Reform der szenisch-konzertanten Aufführungen vonOpern. Mit dem Gluck-Zyklus im Herbst 2007, der konzertanten Operninstallation von WalterBraunfels’ »Die Vögel« im März 2009 und der Neuinszenierung von Ernst Kreneks »Orpheus undEurydike« im Februar 2010 wurde die Idee konsequent weiterverfolgt. Im März 2011 findet die ReiheOper konzertant nun ihren Höhepunkt mit Joseph Martin Kraus’ Sturm- und Drang-Oper »Aeneas inCarthago«.Kraus, Komponist und Hofkapellmeister am schwedischen Königshaus, schrieb seine Oper zumGeburtstag des Königs Gustav III. 1791. Die Ermordung des Königs kurz darauf verhinderte die Auf-führung zu Lebzeiten des Komponisten, so dass das Werk zu Unrecht in Vergessenheit geriet und erst2006 in seiner Originalgestalt unter Lothar Zagrosek in Stuttgart zur Premiere kam. Kraus’ Tonsprachebeschreibt Zagrosek als Vorgriff auf die Zukunft: »In dieser Partitur gibt es Dinge, die man erst wiederbei Mahler findet. Tatsächlich! Nehmen Sie Kraus’ Art, verschiedene dynamische Ebenen zukombinieren: Das ist ganz außerordentlich!« Eifersucht und Sendungsbewusstsein, Völkerkonflikt undIndividuum sind Themen, die um das Liebesdrama von Dido und Aeneas kreisen.Jetzt online: die neue Junior-HomepageDas Konzerthaus Berlin, das seit vielen Jahren ein erfolgreiches und vielgestaltiges Programm fürKinder und Jugendliche anbietet, betritt absolutes Neuland. Im deutschen Sprachraum wohl einmaligist der Launch einer eigenen Junior-Homepage, also eines originären Auftritts, der nicht ein mehr oderminder ausgeprägtes Schattendasein innerhalb einer bestehenden Website eines Sinfonieorchestersoder einer Spielstätte führt, sondern ausschließlich für die junge Zielgruppe gemacht ist. Zur Jahres-Pressekonferenz am 18. Mai geht www.junior-konzerthaus.de online!Hier finden Kinder und Jugendliche nicht nur Programmtexte zu den für sie konzipierten Veranstal-tungen, sondern werden in die faszinierende Welt der (klassischen) Musik eingeführt. Da die Zielgruppeeinen weit gespannten Altersbogen umfasst und dennoch ganz individuell angesprochen werden will,wurden die Inhalte in drei Alters-Cluster aufgeteilt, die per Icons angesteuert werden: Eine kleine Maus 4
  • 5. steht für 4+, ein lustiger Hund für 6+, ein cooler Affe für 13+. Zudem gibt es Icons für das Orchester,Spiele, Videocasts, Verlosungen und vieles mehr. Die Homepage wird stetig ausgebaut, junge Reporterwerden künftig zu Veranstaltungen, Proben und Workshops eingeladen, um selbst Texte, Fotos undvielleicht auch Bewegtbild zu produzieren.www.junior-konzerthaus.de setzt auf Partizipation, Interaktion und lebendigen Austausch und könnte mitseinen neuen Kommunikationsformen durchaus auch als Ideengeber und Versuchslabor für dieUmgestaltung der bestehenden Konzerthaus-Homepage dienen.Neu im Programm: »Brundibár«Die Kinderoper »Brundibár« entstand 1938 als Beitrag zu einem Wettbewerb des Prager Ministeri-ums für Schulwesen und Volksbildung. Zu einer öffentlichen Aufführung konnte es aufgrund derpolitischen Ereignisse am Vorabend des Zweiten Weltkriegs nicht mehr kommen, jedoch fand imjüdischen Waisenhaus in Prag eine geheim gehaltene Vorstellung statt.Die offizielle Uraufführung erfolgte erst im September 1943 im Ghetto Theresienstadt; danacherklang das Werk dort weitere 54 Mal. Hans Krása, der im August 1942 nach Theresienstadtdeportiert wurde, hat sein Werk überarbeitet und die Instrumentierung den dortigen Aufführungs-möglichkeiten angepasst. Wie nahezu alle Protagonisten jener Aufführungen kam der Komponistspäter im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben. Die Oper thematisiert die Erkenntnis, dass nurgemeinsames Handeln einen Sieg im Kampf gegen das Böse ermöglicht. Damit wurde »Brundibár« zueinem Symbol der Hoffnung und des Überlebenswillens in dem jüdischen Lager, dessen Alltag vonHunger, Gewalt und Todesangst geprägt war.Die Inszenierung, an der Schüler innerhalb einer Projektarbeit beteiligt sind, geht von der damaligenSituation im Ghetto aus, die Hannelore Brenner-Wonschick in ihrem Buch »Die Mädchen von Zimmer28« eindringlich geschildert hat. Auf der Grundlage einfacher Ausstattungselemente entwickeln dieKinder, die sich in einem Vorspiel zum eigentlichen Werk zusammen finden und überlegen, wie sie dieKinderoper aufführen könnten, viel Fantasie und Kreativität. 5
  • 6. BiografieProf. Dr. Sebastian NordmannProf. Dr. Sebastian Nordmann, geboren 1971 in Kiel, studierte Musikwissenschaften und NeuereGeschichte, zunächst an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, später dann an der FU undTU Berlin. Im direkten Anschluss an seinen Magister promovierte er bei Prof. Dr. Christian MartinSchmidt über das Thema »Der Einfluss des Schleswig-Holstein Musik Festivals auf die Musik-landschaft Schleswig-Holstein«. Ziel der Dissertation war es, eine umfangreiche Analyse dermusikalischen Infrastruktur Schleswig-Holsteins in dem Zeitraum 1983–98 zu geben. Sie zeigtdie teilweise problematische Koexistenz eines internationalen Flächenfestivals mit einer traditionellenMusiklandschaft.Während seines Studiums sammelte Sebastian Nordmann praktische Erfahrungen im Kulturbereichbeim Edinburgh Festival, der Kulturabteilung der Bayer AG, als Orchestermanager des Landes-jugendorchesters Schleswig-Holstein und als Intendanzassistent bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Ziel, die Grundlagen der Wirtschaft und des Managements in der Praxiskennen zu lernen, arbeitete er für zwei Jahre als Unternehmensberater der Boston Consulting Groupan strategischen, aber auch Restrukturierungs-Projekten bei einem großen CD-Label und zweiBanken. Im Juli 2008 wurde er zum Professor für das Fach Musikmanagement/Kulturmanagementernannt (Stiftungsprofessur an der Hochschule für Musik und Theater Rostock). In dem Fach»Musikmanagement« steht die Karriereplanung für Musiker im Vordergrund. Eigeninitiative,Kreativität, Selbsteinschätzung und unternehmerisches Denken der Studenten sollen professionellbetreut werden.Von Oktober 2002 bis Dezember 2008 war er Intendant und Geschäftsführer der FestspieleMecklenburg-Vorpommern. Mit einem jährlichen Etat von 3,5 Mio. Euro und über 100 Konzerten an 70Spielstätten zählen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu den größten FlächenfestivalsDeutschlands.Zur Saison 2009/10 übernahm Sebastian Nordmann als Intendant die Leitung des KonzerthausesBerlin. 6
  • 7. BiografieLothar Zagrosek»Als Führungspersönlichkeit ist Lothar Zagrosek eine außergewöhnliche Erscheinung. Ähnlich wieSimon Rattle, Kent Nagano oder dessen (...) Nachfolger Ingo Metzmacher steht er für ein Musizieren,das nicht einfach die Traditionen des späten 19. Jahrhunderts weiterführt.« So beschrieb die BerlinerZeitung den amtierenden Chef des Konzerthausorchesters Berlin, dessen Vertrag bis 2011 läuft.Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Lothar Zagrosek als Mitglied der RegensburgerDomspatzen. Er studierte Dirigieren bei Hans Swarowsky, Istvàn Kertész, Bruno Maderna und Herbertvon Karajan.Nach Stationen als Generalmusikdirektor in Solingen und in Krefeld-Mönchengladbach wurdeZagrosek Chefdirigent des Österreichischen Radiosinfonieorchesters in Wien. Diesem Engagementfolgten drei Jahre als Directeur musical der Grand Opéra de Paris sowie als Chief Guest Conductordes BBC Symphony Orchestra in London. Von 1990 bis 1992 wirkte Lothar Zagrosek als General-musikdirektor der Oper Leipzig. Seit 1995 ist er als Erster Gastdirigent und Künstlerischer Berater derJungen Deutschen Philharmonie verbunden. Von 1997 bis 2006 war Lothar Zagrosek Generalmusik-direktor der Württembergischen Staatsoper Stuttgart. Seine Arbeit an diesem Haus wurde in derKritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zweimal mit der Auszeichnung »Dirigent des Jahres«gewürdigt. Die Staatsoper Stuttgart wurde während seiner Amtszeit fünfmal zum »Opernhaus desJahres« gewählt. Seit der Saison 2006/07 ist Lothar Zagrosek Chefdirigent des Konzerthaus-orchesters Berlin.Neben seiner Tätigkeit als Operndirigent, die ihn u.a. an die Staatsopern Wien und Hamburg, dieBayerische Staatsoper München, die Deutsche Oper Berlin, die Semperoper Dresden, das Théâtre dela Monnaie Brüssel, das Royal Opera House Covent Garden in London und zum GlyndebourneFestival führte, dirigierte Lothar Zagrosek bedeutende Orchester des In- und Auslandes, darunter dieBerliner und Münchner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, alle großen deutschenRundfunk-Sinfonieorchester, die Wiener Symphoniker, das Orchestra dellAccademia di Santa Cecilia,das Orchestre National de France, London Philharmonic Orchestra, das Orchestre Symphonique deMontreal und das NHK Symphony Orchestra Tokyo. Er war Gast bei den Wiener und BerlinerFestwochen, den London Proms, den Münchner Opernfestspielen und den Salzburger Festspielen.Regelmäßig ist er auf den Festivals für zeitgenössische Musik in Donaueschingen, Berlin, Brüssel undParis vertreten. Mit dem Konzerthausorchester Berlin ging Lothar Zagrosek im März 2009 auf eineausgedehnte Großbritannien-Tournee.Mehrere seiner Einspielungen haben bedeutende Preise wie den »Grand Prix du Disque«, »CannesClassical Award« und den Deutschen Schallplattenpreis gewonnen oder wurden für den »Grammy«nominiert. Der legendäre Stuttgarter »Ring« wurde bei EuroArts auf DVD und bei Naxos auf CDveröffentlicht. Im April 2008 erschien eine Liveaufnahme der 7. und 8. Sinfonie von Ludwig vanBeethoven mit dem Konzerthausorchester Berlin (Altus). Weitere gemeinsame Aufnahmen sind inPlanung.Lothar Zagrosek, dem Nachwuchsförderung und kulturelle Bildung sehr am Herzen liegen, warEhrenvorsitzender der Jury des Hochschulwettbewerbs Dirigieren 2008. Er ist Schirmherr derOffensive Kulturelle Bildung in Berlin und Vorsitzender des künstlerischen Beirats desDirigentenforums des Deutschen Musikrats.Im März 2006 wurde Lothar Zagrosek der Hessische Kulturpreis verliehen. Für seine herausragendenmusikalischen Leistungen wurde er vom Verband der deutschen Kritiker e.V. im April 2009 mit dem»Kritikerpreis 2009« im Bereich Musik ausgezeichnet; die Preisverleihung fand im Juni 2009 in Berlinstatt. 7
  • 8. PorträtKonzerthausorchester BerlinDas Konzerthausorchester Berlin kann auf eine mittlerweile über 50-jährige Tradition zurückblicken.1952 als Berliner Sinfonie-Orchester (BSO) gegründet, erfuhr es unter Kurt Sanderling alsChefdirigenten (1960–1977) seine entscheidende Profilierung. Mit ihm erwarb das BSO internationaleAnerkennung, zahlreiche Größen der Musikszene wie David Oistrach und Emil Gilels musiziertenregelmäßig mit dem Orchester. Obwohl das BSO für seine Konzerte zwischen mehreren Spielortenwechseln musste, gelang es Sanderling, eine große Stammhörerschaft für seine erfolgreichenAbonnementreihen aufzubauen.1977 wurde Günter Herbig zum Chefdirigenten berufen. Nach dessen Ausscheiden übernahm 1984Claus Peter Flor die Leitung des Orchesters. Im selben Jahr wurde Karl Friedrich Schinkels berühmtesSchauspielhaus als Konzerthaus wiedereröffnet – das BSO erhielt am schönsten Platz der Stadt, demGendarmenmarkt, eine feste Spielstätte für seine Konzertreihen. Von diesem Heimathafen aus führteFlor das Orchester in zahlreichen Gastspielreisen um die ganze Welt. 1988 tourte er mit dem BSOsieben Wochen lang durch Großbritannien, USA und Japan und festigte auch international denhervorragenden Ruf des Orchesters.In Michael Schønwandts Amtszeit (1992–1998) wurde das BSO offiziell zum Hausorchester desKonzerthauses Berlin. Ihm folgte 2001 Eliahu Inbal, der das mittlerweile 50-jährige Orchester in dienächste Generation leitete. Neue, junge Musiker aus allen Teilen der Welt veränderten das Gesichtund die Strahlkraft des BSO. 2001 absolvierte es eine außerordentlich erfolgreiche Japan-Tournee mit15 Konzerten in 13 Städten, 2004 konzertierte Inbal mit dem Orchester zwei Wochen lang in Spanien.2005 war das BSO zu Gast in China, Japan und Korea. 2006 standen Tourneen durch Spanien undDeutschland auf dem Programm.Im August 2006 begann mit dem neuen Chefdirigenten Lothar Zagrosek und unter neuem Namen einweiteres spannendes Kapitel: Aus dem Berliner Sinfonie-Orchester wurde das KonzerthausorchesterBerlin. Der Name zeigt, wie sehr das Orchester mit seinem Haus verbunden ist: Mit fast 80 Konzertenpro Saison prägt es den Spielplan des Konzerthauses. Repertoire und Stilistik wurden kontinuierlicherweitert, um Musik von Monteverdi bis Lachenmann gleichermaßen kompetent zu interpretieren. MitNeuzugängen verjüngte sich das Orchester stetig. Mit der Gründung der Orchesterakademie imJanuar 2010 wird das Haus zudem künftig junge Nachwuchstalente fördern.Lothar Zagrosek führte die neuen Formate Mozart-Matinee, Orchesterfest und Silvester »à la carte«ein. Die erste Konzertreise unter dem neuen Chefdirigenten führte das Konzerthausorchester durchDeutschland und die Niederlande. Im Februar 2008 folgte eine umjubelte Tournee durch Spanien, dietagesaktuell mit einem Online-Blog dokumentiert wurde. Im September 2008 nahm das Orchesterbeim »Prague Autumn Festival« teil, im März 2009 erntete es auf seiner zweiwöchigen Tournee durchGroßbritannien (verbunden mit einer Residency in der Londoner Cadogan Hall) ein begeistertesPresseecho. Es wurde zu internationalen Festivals eingeladen, u.a. zum Prager Frühling und AthensFestival, La folle journée de Nantes und zum Budapester Frühlingsfestival. Im Rahmen des jährlichenFestivals für Neue Musik »UltraSchall« war das Konzerthausorchester bisher dreimal zu Gast.Regelmäßig gastiert das Orchester beim Choriner Musiksommer sowie bei den FestspielenMecklenburg-Vorpommern.Heute gehört das Konzerthausorchester Berlin mit seinen über 13.000 Abonnenten zu denKlangkörpern mit der größten Stammhörerschaft in ganz Deutschland. 8
  • 9. BiografieFazil SayPianist, Komponist»Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des21. Jahrhunderts sein.«Le Figaro, ParisGeboren 1970 in Ankara, Türkei, studierte Fazil Say Klavier und Komposition am dortigen StaatlichenKonservatorium. Ein Stipendium ermöglichte es dem damals 17-Jährigen für fünf Jahre in Düsseldorfmit David Levine am Robert-Schumann-Institut zu arbeiten. Von 1992 bis 1995 setzte er seine Studienan der Berliner Universität der Künste fort. 1994 gewann er die Young Concert Artists InternationalAuditions, was den raschen Start seiner internationalen Karriere bedeutete.Fazil Say ist Gast beim New York Philharmonic, dem Israel Philharmonic, dem Baltimore Symphony,Philadelphia Orchestra, Concertgebouw Orchestra, St. Petersburg Philharmonic, BBC Philharmonic,dem Orchestre National de France, den Wiener Sinfonikern und anderen führenden Orchesternweltweit. Er spielt u.a. beim Lucerne Festival, beim Klavierfestival Ruhr, beim Rheingau-Musikfestival,beim Verbier Festival, beim Montpellier Festival, beim Beethovenfest Bonn sowie in allen führendenKonzerthallen der Welt wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Berliner Philharmonie, demMusikverein Wien, der Suntory Hall Tokyo, der Carnegie Hall und Avery Fisher Hall in New York undvielen anderen. 2003/04 folgte u.a. sein Debüt bei den Salzburger Festspielen, beim Lincoln CenterFestival New York, bei der International Piano Series London und bei der World Piano Series Tokyo.Seine Kammermusikpartner sind u.a. Yuri Bashmet und Shlomo Mintz. Mit Maxim Vengerov ging er2004 auf Tournee in Europa und den USA (u.a. Carnegie Hall, Concertgebouw, Musikverein,Barbican). 2006 gründete er zusammen mit der außergewöhnlichen Geigerin Patricia Kopatchinskaja(www.patriciakopatchinskaja.com) ein Duo.Seine Leidenschaft für Jazz und Improvisation führte zur Gründung eines »Worldjazz«-Quartettszusammen mit dem türkischen Ney-Virtuosen Kudsi Ergüner, mit dem er im Sommer 2000 in St.Denis, Paris, Montpellier, bei den Jazz-Festivals in Montreux und Istanbul und beim Festival de Juan-les-Pins Triumphe feierte. 2005 und 2007 trat er erneut mit einem Konzert (u.a. mit Bobby McFerrin)und Workshop beim Jazz-Festival Montreux auf. 2008, wie zuvor auch 2007, leitete er den Jazz-Klavierwettbewerb Montreux als Präsident und trat als Pianist auf.Fazil Say ist gleichermaßen Komponist wie Pianist. Sein Werk »Black Earth« komponierte er mit 16Jahren. 1991 hob er sein Konzert für Klavier und Violine mit den Berliner Sinfonikern aus der Taufe,und 1996 fand die Uraufführung seines 2. Klavierkonzertes »Silk Road« in Boston statt. Dieses Werkkam in der Saison 2003/04 mehr als ein Dutzend Mal zur Aufführung mit dem Pianisten. Sein imAuftrag des türkischen Kultusministeriums komponiertes Oratorium »Nazim« auf Verse des berühmtentürkischen Dichters Nazim Hikmet wurde 2001 in Ankara in Anwesenheit des Staatspräsidentenuraufgeführt. Im Januar 2002 spielte Say die Uraufführung seines 3. Klavierkonzertes, einAuftragswerk von Kurt Masur und Radio France, mit dem Orchestre National de Radio France unterder Leitung von Eliahu Inbal mit überwältigendem Erfolg in Paris.Im Juli 2003 fand die Premiere seines Oratoriums »Requiem für Metin Altiok« beim Istanbul-Festivalvor 5000 Zuhörern statt. Im Mai 2005 spielte er die Uraufführung seines 4. Klavierkonzerts in Luzern,ein Auftragswerk der ETH Zürich. Für Klavier und Orchester komponierte er hochvirtuose Adaptionenvon Werken wie Mozarts »Alla Turca« und »Paganini Jazz«. Die Stadt Wien gab für das Mozartjahr2006 ein Ballett in Auftrag, dessen Uraufführung am 1. Februar 2006 in Wien stattfand. Für dieSalzburger Festspiele 2006 entstand ein neues Solowerk, »Inside Serail« und für 2010 »NirvanaBurning« für Klavier und Orchester. Im Februar 2008 wurde in Luzern sein Violinkonzert »1001 Nächteim Harem« mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und dem Luzerner Sinfonieorchester unter John 9
  • 10. Axelrod uraufgeführt. Es wurde für CD aufgezeichnet, live im Radio und TV gesendet und erschiennoch am selben Abend auf YouTube. Radio France ernannte ihn 2003 und erneut 2005 zum Artist inResidence, diese Position hatte er ebenfalls beim Musikfest Bremen 2005 inne sowie bis 2010 beimKonzerthaus Dortmund, die mit der Uraufführung seiner ersten Sinfonie, der »Istanbul Sinfonie«, einAuftragswerk des Konzerthaus Dortmund und des WDR Köln endete.Die erste, international ausgezeichnete Aufnahme im Rahmen eines Vertrags mit dem französischenLabel naïve war ausschließlich eigenen Werken gewidmet. Eine weitere CD, von der Kritik weltweit alseine der bedeutendsten Mozart-Aufnahmen gefeiert, enthält drei Mozart-Klavierkonzerte mit demZüricher Kammerorchester unter Howard Griffith. Sie ist 2004 erschienen. Im Herbst 2005 wurde eineweitere CD mit Beethoven-Sonaten veröffentlicht, im Frühjahr 2007 folgte eine Aufnahme mit Haydn-Sonaten. Im Herbst 2008 erschien das Violinkonzert »1001 Nights in the Harem« in der LuzernerUraufführung sowie eine Recital-CD mit Patricia Kopatchinskaja, für die beide Künstler 2009 mit demrenommierten deutschen Schallplattenpreis Echo Klassik ausgezeichnet wurden.Im Mai 2005 komponierte Say seinen ersten, begeistert gefeierten Soundtrack für den Spielfilm»Ultima Thule« des Schweizer Regisseurs Hans-Ulrich Schlumpf (auch mittlerweile auf DVD). WeitereSoundtracks zu türkischen und japanischen Filmen folgten 2006/07.Im Herbst 2006 unterschrieb Fazil Say einen zeitlich unbegrenzten Exklusivvertrag mit Schott MusicPublishers in Mainz.Arte TV drehte im Sommer 2005 ein großes Porträt in Istanbul, Aspendos und anderen Orten, das2006 ausgestrahlt wurde. Die DVD-Veröffentlichung des Porträts erfolgte im April 2008 bei Arthaus. InAspendos entstand 2005 eine DVD-Produktion seines Oratoriums »Nazim«, das im Herbst 2006veröffentlicht wurde.2008 wurde Say als Pianist zu den Feierlichkeiten des 60. Jahrestags der Gründung Israels einge-laden, spielte bei den Festivals in Edinburgh, Athen, Montpellier, beim Prager Sommer, Cannes-Festival u.v.a., hat carte blanche beim Verbier-Festival und beim Jazz-Festival Montreux, konzertiertein der Londoner Wigmore Hall, im Concertgebouw Amsterdam, Konzerthaus Wien, Tonhalle Zürich,Suntory Hall Tokyo, Chatelet Paris, Herodes Atticus-Theater Athen u.v.a. Im Konzerthaus Dortmundsetzte er seine fünfjährige Residency fort. Zum Abschluss 2008 gastierte Say mit einer 3 1/2-wöchigenTournee in Japan, deren Höhepunkt ein fünftägiges Say-Festival in Tokio war. Für 2008 wurde er u.a.mit Paulo Cuelho von der EU zum Botschafter des interkulturellen Dialogs ernannt.2009 sahen zahlreiche Festspiele den Pianisten als Gast: die Salzburger Festspiele, das MusikfestBremen, das Holland-Festival, das Europäische Musikfest in Stuttgart, die Dias da Musica Lissabon,das Jazz-Festival Comblain, die Luzerner Festwochen, die Musiques en Été in Genf und viele andere.Tourneen und Gastspiele u.a. mit dem Mahler Chamber Orchestra, dem Concertgebouw Amsterdam,dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder beim World Economic Forum Davos. Esfolgten TV-Produktionen in Tokio und zum 200. Haydn-Jahrestag für den ORF. Beim Festival inBaden-Baden spielte er in einer Fazil-Say-Night im Februar 2010 vier Klavierkonzerte von Ravel,Mozart, Gershwin und Say mit dem Mahler Chamber Orchestra.Im März 2010 endete die fünfjährige Residency beim Konzerthaus Dortmund mit der Uraufführung derersten Sinfonie »Istanbul-Sinfonie«, einem Auftragswerk des Konzerthauses Dortmund und WDR Kölnim Zusammenhang mit Ruhr 2010. Im Mai 2010 war Fazil Say als Artist in Residence der Elbphilhar-monie Hamburg mit einem einwöchigen Say-Festival zu Gast. Zuvor war er Artist in Residence imThéâtre des Champs-Élysées in Paris, ebenfalls mit einem eigenen Festival. Eine weitere Residencyüber fünf Tage findet im Herbst 2010 in Meran bei den dortigen Festwochen statt.Im März 2010 begeisterte er bei der Mozart-Matinee im Konzerthaus Berlin, zusammen mit dem Konzert-hausorchester unter Lothar Zagrosek. Im September beginnt die große Residency des KonzerthausesBerlin, die elf Konzerte in der Saison 2010/11 vorsieht. Hinzu kommt 2010 ein Fazil-Say-Porträt derFestspiele Mecklenburg-Vorpommern mit mehreren Konzerten und als Höhepunkt die Weltpremiereseines neuen Trompetenkonzerts mit Gábor Boldoczki und dem Konzerthausorchester Berlin unter derLeitung von Lothar Zagrosek. 2010 ist Say erneut mit drei Konzerten bei den Salzburger Festspielenvertreten, sowie beim Rheingau-Festival, beim Benedetti-Michelangeli-Festival in Italien, beim Gstaad-Festival, Orange-Festival, Echternach-Festival, beim Athen-Festival, Abu Dhabi Classics u.v.a. Tourneenführen ihn u.a. für drei Wochen nach Japan und China sowie Frankreich, Spanien und andere Länder. 10