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[PDF] Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Sachsen
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  1. 1. ZusammenfassungDer Arbeits- und Ausbildungsmarkt inSachsen (August 2011) Arbeitslosenquoten in Sachsen (alle zivilen Erwerbspersonen) Sachsen August 2011: 10,2 Prozent Vormonat: 10,3 Prozent Vorjahresmonat: 11,2 Prozent Regionaldirektion Sachsen, Pressestelle Tel: 0371 9118 620 Postfach 411031 Fax: 0371 9118 696 09022 Chemnitz www.arbeitsagentur.de
  2. 2. Der Arbeitsmarkt im August 2011 – positive konjunkturelle Entwicklung lässt Arbeitslosigkeit weitersinkenNach dem Krisenjahr 2009 erlebte die sächsische Wirtschaft 2010 eine starke konjunkturelle Erholung. DasBruttoinlandsprodukt ist gewachsen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gestiegen und die Ar-beitslosigkeit ist gesunken. Der sächsische Arbeitsmarkt hat sich in der Krise als sehr robust erwiesen.Entwicklung der ErwerbstätigkeitNach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen hat die Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt 2010um 13.800 oder 0,7 Prozent auf 1,9507 Mio. zugenommen. Damit erreicht die Erwerbstätigkeit seit 2001 ihrenzweithöchsten Stand (höchster Stand: 2008).Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat 2010 noch stärker zugenommen als die Erwerbstätigkeit.Im September 2010 waren 1,435 Mio. Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 26.394 oder 1,9Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch hier hat der Anstieg im Jahresverlauf angehalten. Im Juni 2011 warennach ersten Hochrechnungen 1,437 Mio. Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, rund 28.000oder zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat die Verlusteder Krise wieder aufgeholt und liegt in saisonbereinigter Rechnung über dem Vorkrisenniveau (Juni 2011:1,437 Mio.).Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beruht sowohl auf mehr Teilzeit als auch aufmehr Vollzeitbeschäftigung. Die Teilzeitbeschäftigung ist im September 2010 gegenüber dem Vorjahr um4.651 oder 1,7 Prozent auf 283.622 und die Vollzeitbeschäftigung um 21.560 oder 1,9 Prozent auf 1,150 Mio.gestiegen. Die Vollzeitbeschäftigung hat ihr Vorkrisenniveau aber noch nicht erreicht.Gemeldete ArbeitsstellenDas gemeldete Stellenangebot hat im August deutlich zugenommen. Insgesamt waren im Bezirk der Regio-naldirektion Sachsen 20.736 Stellen registriert. Das sind gegenüber Juli 2011, 404 mehr und im Vergleich zumVorjahresmonat 4.378 mehr.Im August wurden 9.929 Arbeitsstellen gemeldet (Vergleich zum Vormonat: minus 186; Vergleich zum Vor-jahr: plus 1.161), wovon 9.176 sozialversicherungspflichtig waren (Vergleich zum Vormonat: minus 171; Ver-gleich zum Vorjahr: plus 1.193).Die meisten gemeldeten Arbeitsstellen kamen aus: • Arbeitnehmerüberlassung (2.943) • Verarbeitenden Gewerbe (1.201) • Handel; Instandhaltung und Rep. von Kfz (878) • Baugewerbe (794) • Gesundheits- und Sozialwesen (743) • Gastgewerbe (527)Seit Jahresbeginn sind insgesamt 76.994 Stellen eingegangen. Das sind 7.771 oder 11,2 Prozent mehr als imVorjahreszeitraum.ArbeitskräfteangebotDas Angebot an Arbeitskräften in Sachsen hat nach Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Be-rufsforschung leicht abgenommen. Es dominiert der demografische Trend, dass mehr ältere Menschen ausdem Erwerbsleben ausscheiden als junge nachrücken. Die Komponenten Demografie und Pendlerverhaltenhaben in Sachsen zu einer Verringerung des Erwerbspersonenpotenzials beigetragen.ArbeitslosigkeitDie Arbeitslosigkeit ist von Juli auf August um 2.492 auf 217.055 gesunken.Im Vergleich zum Vorjahr waren im August 21.787 oder 9,1 Prozent weniger Arbeitslose registriert. Damit hatsich die Arbeitslosenzahl deutlich verringert. Rückläufig war die Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen.Maßgeblich für den Rückgang war die konjunkturelle Belebung in der sächsischen Wirtschaft, die zu einemZuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geführt hat.Entwicklung nach RechtskreisenVon allen Arbeitslosen wurden 55.320 (25,5 Prozent) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur fürArbeit und 161.735 (74,5 Prozent) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung be- 2
  3. 3. treut. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherungum 12.562 (18,5 Prozent) und in der Grundsicherung um 9.225 (5,4 Prozent) verringert.Entwicklung nach PersonengruppenDer Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel bei Männern stärker aus als bei den Frauen. Die Arbeits-losigkeit der Männer hat sich im August um 9,9 Prozent (minus 12.228) auf 111.159 und die der Frauen um8,3 Prozent (minus 9.559) auf 105.896 verringert. Die Anteile der Männer und Frauen an der Gesamtarbeits-losigkeit liegen bei 51,2 und 48,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosenquote (bezogen aufalle zivilen Erwerbspersonen) auf beiden Seiten ab. Beide Arbeitslosenquoten liegen aktuell nahezu auf glei-chem Niveau (Männer: 9,9 Prozent; Frauen: 10,5 Prozent).In der Differenzierung nach Alter ist die Arbeitslosigkeit in allen Altersgruppen gesunken.Die Arbeitslosenzahl der 15- bis unter 25-Jährigen ist im Vergleich zum Juli 2011 um 5,1 Prozent auf 23.472gestiegen, wobei sie im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent gesunken ist. Die Arbeitslosenquote (bezogenauf alle zivilen Erwerbspersonen) liegt bei den Jüngeren aktuell mit 10,5 Prozent leicht über der Gesamtar-beitslosenquote (10,2 Prozent).Für die Älteren von 50 bis unter 65 Jahren wird im Vergleich zum Vormonat eine Abnahme der Arbeitslosen-zahl um 1,7 Prozent (minus 1.313) und im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme der Arbeitslosenzahl um 5,4Prozent (minus 4.379) ausgewiesen.Arbeitslosigkeit – Zu- und AbgängeArbeitslosigkeit ist kein fester Block, denn es gibt viel Bewegung. So meldeten sich im August 43.798 Men-schen bei einer Arbeitsagentur oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos, während gleichzeitig 46.356Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten.Arbeitslosigkeit - DauerDie Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt in Sachsen bei 66.107. Langzeitarbeitslose sind Personen, die längerals 12 Monate arbeitslos waren (nur statistische Daten basierend auf dem IT-Fachverfahren der Bundesagen-tur für Arbeit – ohne zkT). Langzeitarbeitslose werden weit überwiegend im Rechtskreis SGB II betreut (Au-gust 2011: 53.904), aber nicht alle Arbeitslosen in diesem Rechtskreis sind länger als ein Jahr arbeitslos.Gleichzeitig gibt es auch im Rechtskreis SGB III Langzeitarbeitslose (August 2011: 12.203). Das sind zumgrößeren Teil Nicht-Leistungsempfänger, die entweder nie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten (z.B.Berufseinsteiger) oder die nach Auslaufen des Arbeitslosengeld-Anspruchs wegen mangelnder Bedürftigkeitkein Arbeitslosengeld II erhalten. Außerdem sind hier ältere Arbeitslosengeld-Empfänger enthalten, die Leis-tungsansprüche von mehr als 12 Monaten haben.ArbeitslosenquotenDie Arbeitslosenquote - auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen - belief sich im August auf 10,2 Prozent. Dieanteilige SGB III-Arbeitslosenquote belief sich auf 2,6 Prozent und die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote auf7,6 Prozent. Die SGB III-Quote liegt damit auf Vormonatsniveau und die SGB II-Quote nahmen gegenüberdem Vormonat ab. Im Vergleich zum Vorjahr haben beide Quoten abgenommen.UnterbeschäftigungIn der Unterbeschäftigungsrechnung nach dem Konzept der BA sind neben den Arbeitslosen die Personenenthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähigerkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild vom Defizitan regulärer Beschäftigung in einer Volkswirtschaft gegeben. Realwirtschaftlich (insbesondere konjunkturell)bedingte Einflüsse können besser erkannt werden, weil der Einsatz entlastender Arbeitsmarktpolitik zwar dieArbeitslosigkeit, nicht aber die Unterbeschäftigung verändert.Im August belief sich die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) nach ersten Hochrechnungen auf 293.839.Gegenüber dem Vormonat hat sie um 454 abgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Unterbeschäftigungum 48.342 oder 14,1 Prozent gesunken.Im August haben 76.784 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, z.B. Weiterbildungen, Praktika inBetrieben, Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten, teilgenommen und dadurch den Arbeitsmarkt entlastet. Daswaren 454 weniger als im Juli und 26.555 weniger als im Vorjahresmonat. 3
  4. 4. Der Ausbildungsmarkt im August 2011 – mehr freie Lehrstellen als unversorgte BewerberEntwicklung der Ausbildungsstellen (Daten der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter - gemeinsa-men Einrichtungen – ohne die der zkT)Von Oktober 2010 bis August 2011 wurden der Ausbildungsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit insge-samt 19.997 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 11,4 Prozent (2.049) mehr als im Vorjahreszeitraum. DerAnstieg bis August 2011 geht auf ein Plus bei den betrieblichen Berufsausbildungsstellen zurück. Hier sind mit18.951 Stellenmeldungen bei Agenturen und Jobcentern (gemeinsame Einrichtungen), 2.603 oder 15,9 Pro-zent mehr Ausbildungsplatzangebote eingegangen als im Vorjahreszeitraum.Entwicklung der Ausbildungsbewerber (vollständige Daten der Bundesagentur für Arbeit und der zkT)Seit Beginn des Beratungsjahres am 1. Oktober 2010 haben insgesamt 20.060 Bewerber die Ausbildungs-vermittlung der Arbeitsagenturen, Jobcenter und kommunaler Träger bei der Suche nach einer Lehrstelle ein-geschaltet. Das sind 2.143 oder 9,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Entwicklung der Bewerberzahlenhängt von zahlreichen Faktoren ab, die sich teils verringernd und teils erhöhend auswirken. So geht sie zual-lererst einher mit dem demografischen Wandel, der sich in sinkenden Absolventenzahlen allgemeinbildenderSchulen bereits seit geraumer Zeit zeigt. Bewerberzahlen reduzierend wirkt ferner die zunehmende Tendenzzum Erwerb höherer Schulabschlüsse, insbesondere der (Fach-) Hochschulreife. Aufgrund des längeren Ver-bleibs der Jugendlichen im Schulsystem, sowie der Aufnahme eines Studiums in Folge des höheren Ab-schlusses verringert sich die Zahl der potenziellen Bewerber.Die Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung wirken sich positiv auf den Ausbildungsmarkt aus. ZumRückgang der statistisch erfassten Bewerber trägt auch die zunehmende Nutzung der Onlineangebote(JOBBÖRSE, Selbstinformationseinrichtungen z.B. http://www.planet-beruf.de oder http://www.ich-bin-gut.de)bei der Ausbildungsplatzsuche bei.Zudem nehmen in wirtschaftlich guten Zeiten mehr Jugendliche die Ausbildungssuche in die eigene Hand undmelden sich bei der Berufsberatung erst, wenn die Suche auf eigene Faust erfolglos bleibt.Unbesetzte Ausbildungsstellen - unversorgte BewerberDie Zahl der im August noch unbesetzten Ausbildungsstellen lag mit 4.708 um 1.491 oder 46,3 Prozent überdem Vorjahreswert. Als noch unversorgt zählten im August 3.789 Bewerber, 329 oder acht Prozent wenigerals im Vorjahr.AusblickAus der Tatsache, dass die Zahl der noch unbesetzten Stellen die unversorgten Bewerber übersteigt, kannnicht geschlossen werden, dass genügen Ausbildungsstellen für alle Bewerber gemeldet sind. Die Bilanz desBeratungsjahres wird am 7. November 2011 gezogen. Bis dahin gehen sowohl noch Stellenmeldungen derAusbildungsbetriebe als auch weitere Meldungen von Bewerbern ein. Für eine fundierte Einschätzung zurEntwicklung des Ausbildungsmarktes ist es zum derzeitigen Zeitpunkt zu früh. Erst am Ende des Ausbildungs-jahres, wenn die Angaben der Kammern zu den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen vorliegen, kann beur-teilt werden, ob das Gesamtangebot an betrieblichen Stellen durch geeignete Bewerber besetzt werden konn-te oder ob sich nur der Einschaltungsgrad der Agenturen durch die Betriebe und Bewerber verändert hat. 4

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