IAB-Panel Hessen 2009_02_Geschäftspolitik.pdf

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  • 1. IW WAK In nstitut für W Wirtschaft, Arbeit und Ku ultur Zentrum der G Z Goethe-Univ versität Frank kfurt am Main IAB- -Betri iebspanel Repor Hes R rt ssen Die wirtsc D w chaftl e Lag liche ge der Betrie i Ze d B ebe in eiten der K e Krise Ergebnis aus dem IAB E sse B-Betrie ebspane – Hess 2009 el sen Oliver Nüchter M.A. r r, Prof. Dr. Alfons Schmid Juli 2010Das Bild k ann nicht angezeigt werden Dieser Computer v erfügt möglicherweise über zu wenig A rbeitsspeicher, um das Bild zu öffnen, oder das Bild ist beschädigt. Starten Sie den Computer neu, und öffnen Sie dann erneut die Datei. W n. Wenn weiterhin das rote x angezeigt wird, müssen Sie das Bild möglicherweise löschen und dann erneut einfügen. Das Bild k ann nicht angezeigt werden. Dieser Computer v erfügt möglicherweise über zu wenig A rbeitsspeicher, um das Bild zu öffnen, oder das Bild ist beschädigt. Starten Sie den Computer neu, und öffnen Sie dann erneut die Datei. Wenn weiterhin das rote x angezeigt wird, müssen Sie das Bild möglicherweise löschen und dann erneut ein nfügen.
  • 2.     Inhaltsverzeichnis    Einleitung ................................................................................................................................ 2    Die Situation 2008:  ...........................................................................................................   Ertragslage hessischer Betriebe war nur mittelmäßig ........................................................... 3  Langfristig betrachtet war die Ertragslage 2008 überdurchschnittlich ................................. 4  Ertragslage unterscheidet sich sektoral nur wenig ................................................................ 4  Kleinstbetriebe schätzten die Ertragslage eher negativ ein .................................................. 6  Anteil der investierenden Betriebe in Hessen blieb konstant ............................................... 6      Die Situation 2009:  ...........................................................................................................   Knapp jeder vierte investierende Betriebe hat Investitionsplanung verändert .................... 8  Investitionen wurden zumeist zurück gestellt ....................................................................... 9  Finanzierungsprobleme nur selten ausschlaggebend  ......................................................... 10  . Geschäftserwartungen rutschten für 2009 ins Negative ..................................................... 11  Besonders schlechte Erwartungen im Verarbeitenden Gewerbe ....................................... 12  Betriebe mit hohen Umsätzen rechnen häufiger mit sinkendem Volumen ........................ 13  Wettbewerbsdruck hat 2009 zugenommen ........................................................................ 14  Hoher Wettbewerbsdruck im Handel und Produzierendem Gewerbe ............................... 15  Je größer ein Betrieb, desto höher der Wettbewerbsdruck ................................................ 16  Wettbewerbsdruck gefährdet viele Betriebe ...................................................................... 17  Insbesondere Kleinbetriebe sehen sich gefährdet .............................................................. 18    Fazit ...................................................................................................................................... 19    Methodische Anmerkungen ................................................................................................. 20  Literatur ................................................................................................................................ 21 
  • 3. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 2 Einleitung Das  Jahr  2009  war  von  einem  beispiello‐ nusmäßig  einige  Angaben  zur  Geschäfts‐sen  Einbruch  der  Wirtschaftsleistung  ge‐ politik  der  Betriebe  vor;  zudem  wurden prägt. Das Bruttoinlandsprodukt ging bun‐ aus aktuellem Anlass einige Fragen zu den desweit  um  5  Prozent  zurück,  die  Summe  Auswirkungen der Finanzmarkt‐ und Wirt‐der  Ausfuhrleistungen  sank  gar  um  über  schaftkrise  zusätzlich  in  den  Befragung 21  Prozent  (Statistisches  Bundesamt  aufgenommen.  2010).   Im  Folgenden  wird  die  wirtschaftliche  Si‐in  Hessen  lag  die  Wirtschaftsleistung  um  tuation  der  hessischen  Betriebe  in  Zeiten 3,9  Prozent  unter  dem  Vorjahreswert.  der Krise anhand unterschiedlicher Indika‐Damit war Hessen von der Wirtschaftskri‐ toren  dargestellt.  Zunächst  wird  mittels se  zwar  deutschlandweit  unterdurch‐ einiger  Daten  die  Ausgangssituation  des schnittlich,  aber  doch  deutlich  betroffen.  Jahres  2008  beschrieben,  wie  sie  sich Für  die  Betriebe  bedeutete  dies  in  vielen  rückblickend  für  die  Betriebe  darstellte. Fällen eine Belastung, die bis zu einer exis‐ Anschließend  werden  die  betrieblichen tenziellen  Bedrohung  des  Fortbestands  Einschätzungen zur Situation während des führen kann.   Krisenjahrs 2009 betrachtet. Diese  besondere  Situation  wirft  die  Frage  Im Einzelnen untersuchen wir  auf,  wie  die  Auswirkungen  auf  die  einzel‐ • die Ertragslage und nen Betriebe in Hessen sind und wie diese  • die  vorgenommenen  Investitionen auf  die  Krise  reagieren  bzw.  bereits  rea‐ des Jahres 2008,  giert  haben.  Um  dies  zu  untersuchen,  sowie  kann – neben anderen Quellen – auch auf  • die Investitionsplanungen,  die  Ergebnisse  des  IAB‐Betriebspanels  • die  erwartete  Geschäftsentwicklung zurückgegriffen werden.   und   • den  wahrgenommenen  Wettbe‐Der  thematische  Schwerpunkt  des  Be‐ werbsdruck im Jahr 2009.  triebspanels liegt in der Regel auf der Be‐  schäftigungs‐  und  Personalpolitik.  Auch wenn  die  unmittelbaren  Auswirkungen  Leitfrage  ist,  ob  bzw.  wie  stark  die  Krise der  Krise  auf  den  Arbeitsmarkt  aufgrund  seitens  der  hessischen  Betriebe  wahrge‐vielfältiger Gründe relativ gering ausfielen,  nommen  wird  und  wie  die  Reaktionen ist  die  Finanzmarkt‐  und  Wirtschaftkrise  hierauf ausfallen. Zudem wird untersucht, doch direkt verknüpft mit der wirtschaftli‐ ob  hierbei  strukturelle  Differenzen  zwi‐chen  Lage  der  einzelnen  Betriebe,  welche  schen  unterschiedlichen  Betriebstypen ebenfalls erfasst wird. Es liegen daher tur‐ bestehen.    
  • 4. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 3   Die Situation 2008:   Ertragslage hessischer Betriebe war nur mittelmäßig Die Betriebe werden im IAB‐Betriebspanel  der  wirtschaftlichen  Lage,  weshalb  zu  er‐regelmäßig  nach  ihrer  Einschätzung  der  warten  ist,  dass  die  Einschätzung  noch Ertragslage  im  zuvor  abgelaufenen  Ge‐ nicht von den Auswirkungen der Krise ge‐schäftsjahr  gefragt.  Diese  Frage  liefert  prägt ist. eine retrospektive betriebliche Darstellung   Abb. 1: Einschätzung der Ertragslage in Hessen und Westdeutschland 2008, Angaben in Prozent*   100% 6 8 22 18 80% 60% 37 37 40% 20% 30 30 5 7 0% Hessen Westdeutschland Sehr gut Gut Befriedigend Ausreichend Mangelhaft   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen  *ohne Öffentliche Verwaltung/Organisationen ohne Erwerbszweck  Dies  ist  in  der  Tendenz  auch  der  Fall:  Die  gewesen  und  weitere  6  bzw.  8  Prozent hessischen Betriebe schätzen ihre Ertrags‐ schätzten die Lage als mangelhaft ein.  lage  mehrheitlich  als  gut  oder  zumindest  Hingegen  waren  jeweils  30  Prozent  der befriedigend ein.  Betriebe  in  Hessen  und  Westdeutschland Bei  einer  vergleichenden  Betrachtung  fal‐ zum  Befragungszeitpunkt  der  Auffassung, len  in  Hessen  und  Westdeutschland  zu‐ die  Ertragslage  im  vergangenen  Jahr  sei nächst  wenige  Unterschiede  auf.  22  Pro‐ gut gewesen. 5 bzw. 7 Prozent bezeichne‐zent  der  hessischen  und  18  Prozent  der  ten die Ertragslage sogar als sehr gut.  westdeutschen  Betriebe  waren  der  An‐  sicht,  der  Ertrag  sei  lediglich  ausreichend 
  • 5. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 4   Langfristig betrachtet war die Ertragslage 2008 überdurchschnittlich Aufschlussreicher  als  diese  statische  Be‐ Auch liegt der Anteil der Betriebe, die ihre trachtung  ist  ein  Blick  in  die  Vergangen‐ Ertragslage  positiv  einschätzen,  noch  im‐heit.  Dieser  zeigt,  dass  der  Anteil  der  Be‐ mer über dem Anteil derer mit einer eher triebe,  der  die  eigene  Ertragslage  als  gut  negativen  Beurteilung.  Auch  dies  war  in oder sehr gut ansieht, zum zweiten Mal in  den  Jahren  vor  2006  im  Regelfall  umge‐Folge leicht abgenommen hat. Von einem  kehrt,  was  die  insgesamt  positive  Ein‐Einbruch kann jedoch keine Rede sein, im  schätzung  des  Jahres  2008  seitens  der Gegenteil:  Die  aktuellen  Zahlen  liegen  Betriebe unterstreicht. noch immer deutlich über den Werten der   Jahre 2000 bis 2005.     Abb. 2: Einschätzung der Ertragslage in Hessen 2000 bis 2008, Angaben in Prozent*  50 44 42 38 38 38 37 40 35 33 32 31 30 28 24 25 27 26 20 23 20 18 sehr gut / gut 10 ausreichend / mangelhaft 0 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2001‐2009, eigene Berechnungen  *ohne Öffentliche Verwaltung/Organisationen ohne Erwerbszweck  Einschränkend  ist  anzumerken,  dass  im  der  leicht  zugenommen  hat.  Inwieweit vergangenen Jahr der Anteil der Betriebe,  dies  bereits  als  Vorbote  der  beginnenden die  ihre  Ertragslage  rückblickend  eher  ne‐ Wirtschaftkrise  zu  interpretieren  ist,  wer‐gativ  einschätzen,  erstmals  seit  2004  wie‐ den die folgenden Jahre zeigen.    Ertragslage unterscheidet sich sektoral nur wenig Differenziert  nach  Wirtschaftszweigen  de  bei  der Bewertung  der  Ertragslage  des zeigen sich keine sehr starken Unterschie‐ Jahres 2008. Etwas positiver als im Durch‐
  • 6. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 5schnitt  äußerten  sich  die  Betriebe  der  zwischen  wirtschaftlich  erfolgreichen  und Sonstigen  Dienstleistungen  und  überra‐ weniger erfolgreichen Betrieben. schender  Weise  auch  des  Baugewerbes;  Im  Verarbeitenden  Gewerbe  sowie  dem bei  letzterem  fällt  jedoch  auch  der  recht  Handel  sind  es  etwas  weniger  Betriebe, hohe Anteil der Betriebe auf, der die eige‐ die  ihre  letztjährige  Ertragslage  als  gut ne Ertragslage als mangelhaft einstuft. Mit  oder  sehr  gut  bezeichnen,  aber  auch  dort anderen  Worten:  Im  Baugewerbe  findet  ist  deren  Anteil  noch  immer  höher  als  je‐sich  eine  besonders  hohe  Polarisierung  ner mit einer negativen Einschätzung.    Abb. 3: Einschätzung der Ertragslage in Hessen 2008 nach Wirtschaftszweigen, Angaben in Pro‐ zent*  100% 4 5 4 6 10 11 25 22 21 22 80% 19 21 60% 28 39 37 37 37 40 40% 20% 26 37 25 31 30 31 8 4 8 5 5 0% 3 Verarbeitendes Baugewerbe Handel u. wirtsch. + Sonstige alle Betriebe Gewerbe Reparatur wissenschaftl. Dienstleistungen Dienstleistungen Sehr gut Gut Befriedigend Ausreichend Mangelhaft   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen  *ohne Öffentliche Verwaltung/Organisationen ohne Erwerbszweck  Sektorübergreifend ist demnach zu Beginn  beispielsweise  im  Verarbeitenden  Gewer‐der  Krise  eine  mehrheitlich  positive  Be‐ be  lediglich  13  Prozent  an,  dass  die  Er‐wertung  des  zurück  liegenden  Geschäfts‐ tragslage  des  Vorjahres  gut  oder  sehr  gut jahrs  zu  verzeichnen.  Ein  Blick  in  die  Ver‐ gewesen  sei;  dieser  Anteil  lag  2009  bei gangenheit  zeigt,  dass  dies  keineswegs  rund 34 Prozent.  selbstverständlich ist: Im Jahr 2005 gaben     
  • 7. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 6 Kleinstbetriebe schätzten die Ertragslage eher negativ ein In  der  Vergangenheit  war  im  Betriebspa‐ Eine  durchgehende  Differenzierung  ist nel  zu  beobachten,  dass  größere  Betriebe  jedoch  bei  den  eher  negativen  Einschät‐ihre Ertragslage in der Regel positiver ein‐ zungen zu beobachten: Hier ist es tatsäch‐schätzten.  In  der  rückwirkenden  Betrach‐ lich so, dass mit steigender Betriebsgröße tung  des  Jahres  2008  findet  dies  nur  be‐ der Anteil der Betriebe abnimmt, der sich dingt  Bestätigung:  Bei  den  Anteilen  der  selbst  eine  nur  ausreichende  oder  gar Betriebe, die eine gute oder sehr gute Er‐ mangelhafte Ertragslage bescheinigt.  tragslage konstatieren, unterscheiden sich  Insgesamt  sind  in  allen  Größenklassen die Betriebe mit 10 oder mehr Beschäftig‐ Rückgänge  der  positiven  Einschätzungen ten  untereinander  kaum.  Allein  die  gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.  Kleinstbetriebe  zeigen  seltener  eine  posi‐tive Einschätzung.   Abb. 4: Einschätzung der Ertragslage in Hessen 2008 nach Betriebsgröße, Angaben in Prozent*  100% 6 4 8 6 10 22 24 12 13 22 80% 60% 28 38 35 40 37 40% 35 33 31 20% 28 30 9 9 11 0% 4 5 1 bis 9 Beschäftigte 10 bis 49 Beschäftigte 50 bis 249 Beschäftigte 250 und mehr alle Betriebe Beschäftigte Sehr gut Gut Befriedigend Ausreichend Mangelhaft   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen  *ohne Öffentliche Verwaltung/Organisationen ohne Erwerbszweck    Anteil der investierenden Betriebe in Hessen blieb konstant Ein  weiterer  wichtiger  Indikator  für  die  aber  ausreichende  liquide  Mittel  voraus. gegenwärtige  und  zukünftige  wirtschaftli‐ In Krisenzeiten ist aufgrund der schlechte‐che Situation des Betriebes ist das Investi‐ ren Ertragslage ein Rückgang der Investiti‐tionsverhalten.  Investitionen  sichern  die  onstätigkeiten  vorstellbar:  Investitionen zukünftige  Wettbewerbsfähigkeit,  setzen 
  • 8. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 7werden  daher  zu  einem  späteren  Zeit‐ Wert  praktisch  konstant  geblieben.  Die punkt oder gar nicht vorgenommen.  langfristige Betrachtung zeigt zudem, dass Zunächst  wurde  nach  den  Investitionen  dies  ein  eher  hoher  Wert  ist  –  bis  2005 des vergangenen Jahres gefragt, in diesem  hatte  stets  nur  eine  Minderheit  der  Be‐Fall  also  2008.  Der  Anteil  der  hessischen  triebe Investitionen getätigt.  Betriebe,  die  Investitionen  vorgenommen  Der  Anteil  der  investierenden  Betriebe haben,  lag  hier  bei  52  Prozent.  Ein  Rück‐ war  in  Hessen  in  der  Vergangenheit  zu‐gang  war  hierbei  noch  nicht  zu  verzeich‐ meist  etwas  geringer  als  in  Westdeutsch‐nen:  gegenüber  2007  und  2006  ist  dieser  land; dies war auch 2008 der Fall.   Abb. 5: Betriebe mit Investitionen in Hessen und Westdeutschland 2002 bis 2008, Angaben in Pro‐ zent  56 54 54 53 53 52 52 52 52 51 50 50 48 48 48 48 47 47 46 46 44 42 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Hessen Westdeutschalnd   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2003‐ 2009, eigene Berechnungen   Im  IAB‐Betriebspanel  wird  nach  Investiti‐ recht  wenig  verändern.  Etwa  gleich  ge‐onszwecken  unterschieden,  im  Einzelnen  blieben sind die anteiligen Investitionen in nach  Investitionen  in  Grundstücke  und  Grundstücke  und  Gebäude  sowie  in  EDV Gebäude,  EDV  /  Informations‐  und  Kom‐ und  IKT,  während  bei  Investitionen  in  die munikationstechnik  (IKT),  Produktionsan‐ Betriebsausstattung und in Verkehrsmittel lagen  /  Betriebs‐  und  Geschäftsausstat‐ und  Transport  eine  Zunahme  im  Zeitver‐tung sowie Verkehrsmittel und Transport‐ lauf  zu  konstatieren  ist.  Eine  Investitions‐systeme.  zurückhaltung  ist  im  Vorfeld  der  Wirt‐ schaftkrise nicht zu verzeichnen. Die  langfristige  Betrachtung  zeigt,  dass sich  die  Investitionszwecke  in  Hessen  nur     
  • 9. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 8Abb. 6: Investitionszwecke in Hessen 2002‐2008, Angaben in Prozent aller Betriebe mit Investitio‐ nen (Mehrfachnennungen)  80 70 EDV, IKT 70 66 65 71 62 61 59 64 60 56 54 60 59 60 Produktionsanlagen, 50 53 Betriebsausstattung 40 31 32 37 31 Verkehrsmittel, 29 28 30 26 Transport 20 20 18 17 18 Grundstücke, 17 14 15 Gebäude 10 0 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2003‐2009, eigene Berechnungen    Die Situation 2009:  Knapp jeder vierte investierende Betriebe hat Investitionsplanung verändertWenn  auch  2008  keine  Veränderungen  anderen  Gründen  die  zukünftigen  Investi‐der  Investitionstätigkeiten  zu  verzeichnen  tionen  nicht  wie  ursprünglich  vorgesehen waren,  so  ist  trotzdem  vorstellbar,  dass  durchgeführt werden.  aufgrund  der  Wirtschaftskrise  oder  aus    Abb. 7: Veränderung der Investitionsvorhaben in Hessen 2009, Angaben in Prozent  Nein, nicht verändert 47% Keine Investitionen vorgesehen 38% Ja, verändert 15%   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009 eigene Berechnungen   
  • 10. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 9 Die Betriebe wurden daher gefragt, ob für  Die  Betriebe,  die  angaben,  ihre  Investiti‐2009  die  Investitionsplanungen  verändert  onsplanung  verändert  zu  haben,  wurden wurden.  Für  etwa  15  Prozent  trifft  dies  zudem  gefragt,  ob  dies  ursächlich  auf  die auch zu. Da knapp 40 Prozent der Betriebe  Finanzmarkt‐  und  Wirtschaftskrise  zurück ohnehin  keine  Investitionen  vorgesehen  zu führen ist. Für eine Mehrheit von rund hatten,  bedeutet  dies,  dass  etwa  jeder  57  Prozent  trifft  dies  nach  eigenen  Anga‐vierte investierende Betrieb seine Planun‐ ben auch zu. Dies bedeutet, dass hochge‐gen gegenüber den ursprünglichen Absich‐ rechnet  knapp  13.000  hessische  Betriebe ten verändert hat.  die  eigene  Investitionstätigkeit  wegen  der  Wirtschaftskrise verändern mussten.   Investitionen wurden zumeist zurück gestellt Die naheliegende Reaktion auf die Krise ist  Fast  ein  Drittel  der  Betriebe,  die  ihre  In‐eine Verringerung oder zeitliche Verschie‐ vestitionsvorhaben  verändert  haben,  fol‐bung der Investitionsaktivitäten. Allerdings  gen dieser Maxime. Etwa doppelt so viele ist  auch  vorstellbar,  dass  einige  Betriebe  Betriebe  haben  dagegen  als  unmittelbare antizyklisch  handeln  und  für  später  ge‐ Reaktion  auf  die  Wirtschaftskrise  ihre  In‐plante  Investitionen  vorziehen  bzw.  das  vestitionstätigkeit reduziert oder zunächst Investitionsvolumen erhöhen.   ausgesetzt,  um  die  Investitionen  in  wirt‐ schaftlich besseren Zeiten durchzuführen.    Abb. 8: Art der Veränderung der Investitionsvorhaben in Hessen 2009, Angaben in Prozent  Investitions- volumen erhöht Geplante 31% Investitionen zurückgestellt / verringert 65% Sonstiges 4%   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen  
  • 11. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 10   Finanzierungsprobleme nur selten ausschlaggebend Für  eine  Veränderung  der  Investitionen  von  Fremdkapital  hierfür  verantwortlich, kann  es  unterschiedliche  Gründe  geben.  was  hochgerechnet  etwa  2.500  Betrieben Falls  Investitionen  verringert  oder  zurück  entspricht.  Für  die  große  Mehrheit  der gestellt wurden, ist die Annahme nahelie‐ hessischen Betriebe spielte dies keine Rol‐gend, dass finanzielle Engpässe seitens der  le,  d.h.  dass  die  Investitionsvorhaben  aus Betriebe hierbei eine Rolle spielen. In die‐ anderen Gründen angepasst wurden. sem Fall ist es von besonderem Interesse,  Der  Anteil  der  Betriebe,  die  Schwierigkei‐ob  die  Betriebe  in  Krisenzeiten  größere  ten  bei  der  Kapitalbeschaffung  hatten, Schwierigkeiten  haben,  Investitionsvorha‐ liegt  im  westdeutschen  Durchschnitt  um ben finanziert zu bekommen, und ob diese  vier  Prozentpunkte  höher  als  in  Hessen. Schwierigkeiten  maßgeblich  für  die  Ver‐ Dies  kann  als  Indiz  genommen  werden, änderung der Investitionsplanung waren.  dass  Hessens  Betriebe  von  der  Wirt‐Die  Antwort  der  Betriebe  auf  diese  Frage  schaftskrise  in  etwas  geringerem  Ausmaß ist  recht  eindeutig:  Unter  den  hessischen  betroffen  waren,  möglicherweise  auch Betrieben,  die  Investitionen  verringert  aufgrund  der  besseren  regionalen  Lage oder zurückgestellt haben, machen gerade  des Finanzsektors. 17  Prozent  Probleme  bei  der  Beschaffung  Abb. 9: Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Fremdkapital, Hessen und Westdeutschland 2009,  Basis: Betriebe, die Investitionen verringert/zurückgestellt haben, Angaben in Prozent  Nein Nein 83% 79% Hessen Ja Ja West‐ 17% 21% deutschland   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen  Die  hochgerechnet  rund  2.600  hessischen  schließlich  noch  angeben,  wie  diese Betriebe,  die  Probleme  bei  der  Beschaf‐ Schwierigkeiten konkret aussahen. fung  von  Fremdkapital  hatten,  konnten  Ein Drittel der betroffenen hessischen Be‐ triebe  beklagt  abgelehnte  Kreditanträge. 
  • 12. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 11Auch  hier  liegt  der  Vergleichswert  für  verringert  wurde,  etwas  seltener  wurden Westdeutschland  deutlich  höher,  was  höhere Kreditkosten genannt. nochmals  die  günstigeren  Rahmenbedin‐ Bei  einer  Mehrheit  der  betroffenen  Be‐gungen  in  Hessen  unterstreicht.  Fast  triebe  –  sowohl  in  Hessen  als  auch  in ebenso hoch ist der Anteil der hessischen  Westdeutschland  –  wurde  eine  Verschär‐Betriebe,  bei  denen  das  Kreditvolumen  fung  der  Kreditkonditionen  im  Allgemei‐ nen konstatiert.    Abb.10: Art der Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Fremdkapital, Hessen und Westdeutsch‐ land 2009, Basis: Betriebe mit Schwierigkeiten bei Kapitalbeschaffung,   Angaben in Prozent (Mehrfachnennungen)  59 Sonstige Kreditkonditionen wurden verschärft 56 54 Kreditanträge wurden abgelehnt 33 17 Kreditvolumen wurde verringert 27 21 Kreditkosten wurden erhöht 14 Westdeutschland Kredite wurden nicht verlängert/Laufzeit  Hessen 6 verkürzt 1 0 10 20 30 40 50 60 70   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen    Geschäftserwartungen rutschten für 2009 ins Negative Die Betriebe werden im IAB‐Betriebspanel  einzelner Länder mit der gesamtdeutschen routinemäßig  nach  ihren  Geschäftserwar‐ Situation ermöglicht. tungen  für  das  laufende  Jahr  gefragt.  In  Bereits  im  letzten  Jahr  konnte  sich  der Zeiten wirtschaftlicher Krisen ist diese Fra‐ positive  Trend  hinsichtlich  der  Einschät‐ge  von  besonderem  Interesse,  da  sie  ne‐ zung  des  Geschäftsvolumens  des  laufen‐ben der retrospektiven auch eine prospek‐ den Jahres nicht fortsetzen. In diesem Jahr tive  betriebliche  Einschätzung  der  wirt‐ nun  prognostizierten  in  Hessen  erstmals schaftlichen  Lage  liefert,  die  zudem  eine  seit  vier  Jahren  mehr  Betriebe  sinkende Langzeitbetrachtung  und  einen  Vergleich  als  steigende  Umsätze.  Nur  noch  etwa  15 
  • 13. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 12Prozent der Betriebe nehmen an, dass ihr  Hierbei ist zudem zu berücksichtigen, dass Geschäftsvolumen  im  Jahr  2009  gegen‐ der  Anteil  der  Betriebe,  die  weder  einen über  2008  eher  ansteigen  wird,  während  Anstieg  noch  ein  Absinken  des  Geschäfts‐24 Prozent von einem Rückgang ausgehen.   volumens  erwarteten,  sondern  von  gleich Dieser  Wert  bedeutet  zwar  einen  klaren  bleibenden  Volumen  ausgingen,  mit  rund Anstieg  der  negativen  Erwartungen,  liegt  60 Prozent  recht hoch war und über dem aber  noch  immer  unter  den  Werten  der  langjährigen  Mittel  liegt.  Ein  genereller Jahre 2002 bis 2004.   Einbruch der Geschäftsentwicklung wurde  auch  für  2009  demnach  keineswegs  er‐ wartet.   Abb. 11: Erwartete Entwicklung des Geschäftsvolumens in Hessen 2001‐2009, Angaben in Prozent  aller hessischen Betriebe mit Umsatz  40 28 29 30 27 26 27 23 24 22 21 Sinken 20 18 20 15 15 14 Steigen 17 15 14 14 10 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2001‐ 2009, eigene Berechnungen    Besonders schlechte Erwartungen im Verarbeitenden Gewerbe Differenziert  nach  Wirtschaftszweigen  triebe  mit  steigendem  Geschäftsvolumen, zeigen sich Differenzen bei den Geschäfts‐ der  Anteil,  der  sinkende  Volumen  erwar‐erwartungen für das Jahr 2009. Der Anteil  tet, liegt nur geringfügig höher.  der positiven Erwartungen ist zwar in allen  Deutlich  negativer  fällt  das  Urteil  bei  den Sektoren niedriger als jener der negativen  Handelsbetrieben und vor allem im Verar‐Erwartungen.  Tendenziell  positiver  äußer‐ beitenden Gewerbe aus. Hier ist der Anteil ten  sich  jedoch  die  Betriebe  aus  den  derer,  die  mit  sinkendem  Geschäftsvolu‐Dienstleistungssektoren  und  überraschen‐ men  rechnen,  dreimal  höher  als  die  Zahl der  Weise  erneut  des  Baugewerbes.  Dort  der  Betriebe,  die  einen  Anstieg  erhoffen. rechnen  jeweils  etwa  18  Prozent  der  Be‐ Einer  der  Gründe  hierfür  könnte  die  grö‐
  • 14. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 13ßere  Exportorientierung  bzw.  größere  in‐ der  Betriebe,  die  einen  Rückgang  erwar‐ternationale  Verflechtung  dieser  Betriebe  ten, bei nur etwa einem Drittel, mit ande‐sein, die entsprechend stärker auf die glo‐ ren  Worten:  Die  Mehrheit  rechnet  auch bale Wirtschaftskrise reagieren. Allerdings  hier nicht mit einem Einbruch.liegt  auch  in  diesen  Sektoren  der  Anteil   Abb. 12: Erwartete Entwicklung des Geschäftsvolumens in Hessen 2009 nach Wirtschaftszweigen,  Angaben in Prozent  100% 17 16 12 18 21 19 25 5 80% 13 10 17 18 15 18 60% 34 37 42 47 78 42 40% 40 20% 36 31 22 20 24 17 0% 6 Verarbeitendes Baugewerbe Handel u. wirtsch. + Sonstige Öffentliche alle Betriebe Gewerbe Reparatur wissenschaftl. Dienstleistungen Verwaltung/Org. Dienstleistungen o. Erwerbszw Sinken Gleich bleiben Steigen Weiß noch nicht   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen    Betriebe mit hohen Umsätzen rechnen häufiger mit sinkendem Volumen Die  Beschäftigtenzahl  des  Betriebs  spielt  Betriebe mit kleinen und mittleren Umsät‐bei  der  Erwartung  des  Umsatzvolumens  zen zeigen hierbei noch keine besonderen 2009  nur eine geringe Rolle: die Einschät‐ Abweichungen.  Anders  die  Betriebe,  de‐zungen der Betriebe mit vielen Beschäftig‐ ren  letztjähriger  Umsatz  über  750.000€ ten  unterscheiden  sich  nur  marginal  von  lag: Rund 37 Prozent dieser Betriebe neh‐jenen der kleineren Betriebe.   men  an,  dass  ihr  Umsatzvolumen  im Aufschlussreicher ist dagegen die Betrach‐ kommenden  Geschäftsjahr  sinken  wird. tung  der  Umsatzgrößen,  wenn  man  die  Mit anderen Worten: Gerade bei den um‐Betriebe nach ihrem Umsatz in drei Grup‐ satzstarken Betrieben wird mit Einbrüchen  gerechnet, was wiederum in der größeren pen aufteilt.   internationalen  Interdependenz  dieser  Betriebe begründet sein könnte.   
  • 15. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 14 Abb. 13: Erwartete Entwicklung des Geschäftsvolumens in Hessen 2009 nach Umsatzvolumen, An‐ gaben in Prozent*  100% 7 16 18 19 15 80% 11 24 15 60% 41 47 42 40% 39 20% 37 21 24 24 0% unter 200t€ 200bis 750t€ über 750t€ alle Betriebe Sinken Gleich bleiben Steigen Weiß noch nicht   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen  *ohne Öffentliche Verwaltung/Organisationen ohne Erwerbszweck   Wettbewerbsdruck hat 2009 zugenommenIm IAB‐Betriebspanel wurde 2008 erstmals  zent  zumindest  mittelgroß.  Der  Anteil  der gefragt,  wie  die  Betriebe  ihre  Wettbe‐ Betriebe,  die  bei  ihrer  Geschäftstätigkeit werbssituation  einschätzen  und  ob  sie  gar  keinen  Konkurrenzdruck  verspüren, großen  oder  eher  geringen  Konkurrenz‐ liegt dagegen bei unter 10 Prozent. druck spüren. Für etwa ein Drittel der hes‐ Inwiefern  die  konstatierte  Zunahme  des sischen Betriebe bestand kein oder nur ein  Wettbewerbsdruck  eine  unmittelbare Fol‐geringer  Konkurrenzdruck.  Fast  ebenso  ge  der  Wirtschaftskrise  ist  oder  ob  struk‐groß  war  jedoch  bereits  der  Anteil  derer,  turelle  Gründe  maßgeblich  sind,  lässt die  hohen  Druck  verspüren,  und  weitere  durch  die  erstmalige  Wiederholung  der 37  Prozent  gaben  an,  unter  mittlerem  Frage  noch  nicht  klären.  Erst  in  einer  län‐Wettbewerbsdruck zu stehen.  geren Zeitreihe wäre die Überprüfung des Dieser Druck hat aus Sicht der Betriebe im  Zusammenhangs  zwischen  der  konjunktu‐Krisenjahr  2009  nochmals  zugenommen.  rellen  Lage  und  dem  empfundenen  Wett‐Über  35  Prozent  empfinden  den  Wettbe‐ bewerbsdruck möglich. werbsdruck als hoch, weitere rund 41 Pro‐      
  • 16. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 15 Abb. 14: Beurteilung des Wettbewerbsdrucks in Hessen 2008 und 2009, Angaben in Prozent  100% 9 16 14 80% 17 60% 42 37 40% 20% 30 35 0% 2008 2009 Hoher Wettbewerbsdruck Mittlerer Wettbewerbsdruck Geringer Wettbewerbsdruck Kein Wettbewerbsdruck   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2008 / 2009 eigene Berechnungen   Hoher Wettbewerbsdruck im Handel und Produzierendem GewerbeDiese Beurteilung fällt sektoral sehr unter‐ Öffentlichen  Verwaltung  und  den  Organi‐schiedlich  aus,  wobei  erwartungsgemäß  sationen ohne Erwerbscharakter praktisch die  Konkurrenzsituation  im  Bereich  der  keine Rolle spielt.    Abb. 15: Beurteilung des Wettbewerbsdrucks in Hessen 2009 nach Wirtschaftszweigen, Angaben in  Prozent  100% 3 6 5 10 7 9 11 15 8 13 18 14 80% 32 42 72 40 60% 42 48 46 40% 50 45 20% 43 22 35 29 28 5 0% 2 Verarbeitendes Baugewerbe Handel u. wirtsch. + Sonstige Öffentliche alle Betriebe Gewerbe Reparatur wissenschaftl. Dienstleistungen Verwaltung/Org. Dienstleistungen o. Erwerbszw Hoher Wettbewerbsdruck Mittlerer Wettbewerbsdruck Geringer Wettbewerbsdruck Kein Wettbewerbsdruck   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen 
  • 17. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 16Auch bei den gewinnorientierten Sektoren  Handel  empfinden  nur  wenige  Betriebe bestehen Differenzen, wobei sich ein sehr  keinen oder geringen Druck. Im Dienstleis‐ähnliches  Bild  wie  im  Vorjahr  bietet.  So  tungsbereich  fällt  das  Urteil  dagegen  et‐gibt  die  Hälfte  der  Baubetriebe  an,  unter  was positiver aus; die Betriebe empfinden hohem Wettbewerbsdruck zu stehen, und  etwas geringeren Konkurrenzdruck als der auch  im  Verarbeitenden  Gewerbe  und  im  Durchschnitt aller hessischen Betriebe.   Je größer ein Betrieb, desto höher der WettbewerbsdruckBei den Betriebsgrößen findet die im Vor‐ Betriebe  zu,  die  überhaupt  keinen  Wett‐jahr  beobachtete  Tendenz  ihre  Fortset‐ bewerbsdruck empfinden. Möglicherweise zung:  Je  größer  ein  Betrieb  ist,  desto  grö‐ ist  es  für  einige  Betriebe  aufgrund  der ßer  wird  auch  der  Wettbewerbsdruck  Größe  und  der  (mitunter  oligopolen) empfunden. Exakt die Hälfte aller Großbe‐ Marktposition  leichter,  sich  der  Konkur‐triebe, aber nur ein Drittel aller Kleinstbe‐ renzsituation  auch  in  Krisenzeiten  zu  ent‐triebe empfindet diesen Druck als hoch.   ziehen.Interessanter Weise nimmt mit steigender Betriebsgröße  jedoch  auch  der  Anteil  der   Abb. 16: Beurteilung des Wettbewerbsdrucks in Hessen 2009 nach Betriebsgrößenklassen, Anga‐ ben in Prozent  100% 8 12 9 15 18 14 14 80% 13 9 6 60% 31 26 34 42 45 40% 45 50 20% 41 33 35 0% 1 bis 9 Beschäftigte 10 bis 49 Beschäftigte 50 bis 249 250 und mehr alle Betriebe Beschäftigte Beschäftigte Hoher Wettbewerbsdruck Mittlerer Wettbewerbsdruck Geringer Wettbewerbsdruck Kein Wettbewerbsdruck   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen   Auch  wenn  der  Wettbewerb  von  den  Be‐ der Krise häufig als hart empfunden wird, trieben, wie oben gezeigt, gerade in Zeiten  muss dies noch kein gravierendes Problem 
  • 18. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 17darstellen. Dies beginnt für den einzelnen  dem  Markt  so  stark  belastet  wird,  dass Betrieb  erst,  wenn  seine  Geschäftstätig‐ dies  zu  einer  Existenz  bedrohenden  Lage keit durch Verdrängungsmechanismen auf  für den einzelnen Betrieb führt.     Wettbewerbsdruck gefährdet viele BetriebeAll  jene  Betriebe,  die  den  Wettbewerbs‐ Diese  Einschätzung  ist  sektoral  unter‐druck  als  hoch  empfinden,  wurden  daher  schiedlich weit verbreitet. Über die Hälfte gefragt,  ob  dies  eine  Gefahr  für  den  Fort‐ der Betriebe aus den Bereichen des Verar‐bestand  des  Betriebes  darstellt.  Dies  trifft  beitenden  Gewerbes  und  der  wirtschafts‐für rund 42 Prozent der Betriebe auch tat‐ nahen  und  wissenschaftlichen  Dienstleis‐sächlich  zu.  Da  hochgerechnet  insgesamt  tungen  halten  den  hohen  Konkurrenz‐etwa  53.000  einen  hohen  Wettbewerbs‐ druck  für  existenzgefährdend,  bei  den druck  spüren,  bedeutet  dies,  dass  rund  Sonstigen Dienstleistungen ist es nur jeder 22.400  hessische  Betriebe  denken,  dass  dritte Betrieb. ihr  Fortbestand  bei  anhaltendem  Konkur‐renzdruck in Frage steht.   Abb. 17: Fortbestand des Betriebs durch hohen Wettbewerbsdruck gefährdet, Hessen 2009 nach  Wirtschaftszweigen, Basis: Betriebe mit hohem Wettbewerbsdruck, Angaben in Prozent*  100% 80% 43 50 62 59 57 67 60% 40% 57 50 20% 38 41 43 33 0% Verarbeitendes Baugewerbe Handel u. wirtsch. + Sonstige alle Betriebe Gewerbe Reparatur wissenschaftl. Dienstleistungen Dienstleistungen Ja Nein   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen  * ohne Öffentliche Verwaltung / Org. ohne Erwerbscharakter      
  • 19. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 18 Insbesondere Kleinbetriebe sehen sich gefährdetBei  den  Betriebsgrößen  findet  sich  ein  Großbetrieb,  aber  fast  die  Hälfte  aller umgekehrtes Bild wie bei der allgemeinen  Kleinstbetrieben schätzt den bestehenden Einschätzung  der  Konkurrenzsituation.  hohen  Wettbewerbsdruck  als  Existenz Weniger  als  jeder  fünfte  Mittel‐  und  bedrohend ein.     Abb. 18: Fortbestand des Betriebs durch hohen Wettbewerbsdruck gefährdet, Hessen 2009 nach  Betriebsgrößenklassen, Basis: Betriebe mit hohem Wettbewerbsdruck, Angaben in Prozent  100% 80% 54 57 60 60% 81 83 40% 46 43 20% 40 19 17 0% 1 bis 9 Beschäftigte 10 bis 49 Beschäftigte 50 bis 249 250 und mehr alle Betriebe Beschäftigte Beschäftigte Ja Nein   Quelle: IAB‐Betriebspanel 2009, eigene Berechnungen   Mit  anderen  Worten:  Für  die  hessischen  fährdet.  Bei  kleineren  Betrieben  besteht Großbetriebe ist große Konkurrenz auch in  seltener  hoher  Wettbewerbsdruck,  dieser Krisenzeiten ein normaler Zustand, der nur  führt  aber  deutlich  öfter  zu  einer  existen‐in  Ausnahmefällen  den  Fortbestand  ge‐ ziellen Bedrohung.       
  • 20. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 19 Fazit Als  Leitfrage  wurde  eingangs  formuliert,  Betrieben,  die  Investitionsvorhaben  ver‐ob  bzw.  wie  stark  in  Zeiten  der  Wirt‐ ringerten  oder  verschoben,  war  in  den schaftskrise Veränderungen bei den hessi‐ meisten  Fällen  nicht  die  Beschaffung  von schen  Betrieben  festzustellen  sind.  Als  Fremdkapital hierfür ausschlaggebend. Ergebnis der Untersuchung lässt sich fest‐ Die Erwartungen waren für 2009 eher ne‐halten, dass die im Jahr 2009 zu beobach‐ gativ:  erstmals  seit  vier  Jahren  rechnen tenden Veränderungen spürbar, aber eher  mehr  Betriebe  mit  einem  sinkenden  als moderat  sind.  Die  unmittelbaren  und  sei‐ mit  einem  steigenden  Geschäftsvolumen tens  der  Betriebe  wahrgenommenen  im  nächsten  Jahr,  besonders  häufig  im Auswirkungen der Finanzmarkt‐ und Wirt‐ Verarbeitenden  Gewerbe  und  in  umsatz‐schaftskrise  sind  in  den  meisten  Fällen  starken Betrieben. gering  und  weniger  dramatisch,  als  dies  Die  hessischen  Betriebe  sehen  sich  darü‐Konjunkturindikatoren nahe legen.  ber  hinaus  häufig  einem  hohen  Wettbe‐Hierfür lassen sich mehrere Anhaltspunkte  werbsdruck  ausgesetzt.  Die  Ergebnisse finden.  Die  betriebliche  Einschätzung  der  zeigen,  dass  dieser  Druck  in  der  aktuellen Ertragslage des Geschäftsjahres 2008 liegt  Krise zugenommen hat, hiermit aber keine zwar  leicht  unter  den  Vorjahreswerten,  strukturellen  Verschiebungen  verbunden aber  noch  immer  deutlich  besser  als  in  sind – weiterhin wird der Druck in Handel Jahren 2000 bis 2005.   und  Produzierendem  Gewerbe  sowie  in Auch  blieb  der  Anteil  der  investierenden  Großbetrieben  höher  empfunden.  Für Betriebe  in  der  langfristigen  Betrachtung  hochgerechnet  knapp  22.000  hessische konstant.  Hauptzwecke  der  Investitionen  Betriebe  ist  der  Konkurrenzdruck  derart waren  erneut  die  Betriebsausstattung  so‐ hoch,  dass  er  nach  Einschätzung  der  Be‐wie  die  Informations‐  und  Kommunikati‐ triebe den Fortbestand gefährdet, hier vor onstechnik.   allem im Verarbeitenden Gewerbe und bei  sehr kleinen Betrieben.  Allerdings  gibt  es  durchaus  auch  einige Befunde,  die  als  Krisensymptome  klassifi‐ Diese Ergebnisse zeigen, dass eine drama‐ziert  werden  können.  So  hat  fast  jeder  tische  Verschlechterung  der  betrieblichen vierte Betrieb die Investitionsplanung ver‐ Einschätzungen bislang nicht vorliegt, eine ändert, unter diesen hat jedoch immerhin  generelle  Entwarnung  für  die  hessische jeder Dritte antizyklisch gehandelt und das  Wirtschaft  jedoch  nicht  gegeben  werden Investitionsvolumen  erhöht.  Bei  jenen  kann.    
  • 21. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 20 Methodische Anmerkungen Die  Datengrundlage  des  vorliegenden  Re‐ wicklung  hessischer  Betriebskennzahlen ports bildet das Betriebspanel des Instituts  seit  der  Länderaufstockung  im  Jahr  2001 für  Arbeitsmarkt‐  und  Berufsforschung  zu  untersuchen  und  aktuelle  Daten  im (IAB),  das  seit  1993  in  Zusammenarbeit  Lichte einer längerfristigen Entwicklung zu mit  der  TNS  Infratest  Sozialforschung  bewerten.  GmbH  eine  repräsentative  Betriebsbefra‐ Das  IAB‐Betriebspanel  gibt  u.a.  über  be‐gung durchführt.   triebliches Geschäftsverhalten, Kenndaten Durch  die  Unterstützung  des  Landes  Hes‐ zur wirtschaftlichen Lage und Erwartungen sen  sowie  der  Regionaldirektion  Hessen  Auskunft.  Der  Report  zur  Geschäftspolitik der  Bundesagentur  für  Arbeit  war  eine  in Zeiten der Wirtschaftskrise in Hessen ist Aufstockung  der  befragten  Betriebe  mög‐ der zweite aus der Befragungswelle 2009.  lich, so dass seit der Befragungswelle 2001  Die  folgenden  Ausführungen  basieren  auf die  hessische  Stichprobe  groß  genug  ist,  der  mündlichen  Befragung  von  1.034  Be‐um  auch  für  Hessen  belastbare  Aussagen  trieben  in  Hessen.  Die  Ergebnisse  wurden zu  ermöglichen.  Das  Institut  für  Wirt‐ auf  alle  hessischen  Betriebe  hochgerech‐schaft, Arbeit und Kultur (IWAK) ist mit der  net  und  sind  damit  repräsentativ  im  Hin‐Auswertung  dieser  Daten  betraut.  Der  blick  auf  die  Wirtschaftszweige  und  Be‐Panelcharakter  erlaubt  es  dabei,  die  Ent‐ triebsgrößenklassen.    
  • 22. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe in Zeiten der Krise in Hessen 2009 21 Literatur   Nüchter, Oliver / Schmid, Alfons (2009): IAB‐Betriebspanel Hessen. Abschlussbericht 2008 Statistisches  Bundesamt  (2010):  Konjunkturindikatoren:  Außenhandelsbilanz,  unter:  http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statisti ken/Zeitreihen/WirtschaftAktuell/Aussenhandel/Content100/ahl210j.psml   Der vorliegende sowie weitere Reporte aus dem IAB-Betriebspanel Hessen sind zusätzlich zur Printversion im Internet unter der Adresse www.iwak-frankfurt.de abrufbar. Kontakt: ol.nuechter@em.uni-frankfurt.de