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zu den unterschiedlichen Regionen dieser Erde sind.Die Basisstation der Sendung ist in diesem Jahr der Bodensee dessen Ufe...
Natur. Über Jahrhunderte hinweg ernährten sich die Bewohner von Bikini von dem was aufder Insel wuchs und was das Meer ihn...
Traumzeit begründet die ungeschriebenen Gesetze, nach denen die Aborigines leben.Manifestiert wird diese Traumzeit in geog...
Zweideutigkeit war ihre Macht, so waren sie beinahe unfehlbar. Laios, dem Vater desÖdipus, wurde in Delphi prophezeit, das...
schrieb über die Lehmarchitektur und die bunten Farben.Eine alte Bevölkerungsgruppe, die Dogon sind vor über 800 Jahren in...
waren es verschlüsselte Botschaften ? Waren es Symbole einer unbekannten Glaubenswelt,oder Träume von einem verlorenen Par...
Gewinne die weiteren Entdeckungsreisen finanzierten. Auch die auf der die Azoren entdecktwurden. 1000 Meilen vom europäisc...
zahlen. Auf der anderen Seite des Globus drängte Portugal, trotz der Entdeckung Brasilien,Jahr für Jahr immer weiter und w...
bezeugt bis heute die Stellung der Ilha de Moçambique im Handelsdreieck Europa-Afrika-Asien. Ein Meisterwerk der Renaissan...
nach einigen Tagen das Harz zu ernten; verkauft wird es im Weihrauch-Souk von Salalah.Von der Blütezeit des Weihrauchhande...
lösen noch heute bei vielen Besuchern Empörung oder Verwirrung aus. Die über 2000Skulpturen an den Außenwänden der Tempel ...
zwischen Tibet und Indien. Jahrhundertelang kreuzten sich im Kathmandu-Tal die Pilger-und Handelswege, hier sind Buddhismu...
Ziegelhäuser. Nur die buntlasierten Dächer der Tempel stechen hervor. Pingyao verdanktseinen Aufstieg dem Reichtum der Kau...
Fremdreligion des Buddhismus von den Kaisern der Wei-Dynastie zur Staatsreligion erklärt -aus politischen Gründen: Sie gla...
Rhythmus der Stadt, sind die Pagoden das Herz der Nachbarschaften und machen sichjeden Morgen, noch vor Sonnenaufgang, die...
Mexiko erprobten Mustern. Die Geschäfte tätigten Chinesen, die noch vor den Spaniern inVigan Fuß gefasst hatten. Porzellan...
verdankt die Stadt aus Tausendundeiner Nacht den Eroberungszügen eines despotischenFeldherrn, der seinen Herrschaftsbereic...
im Osmanischen Reich auch für die Einkehr einer neuen Zeitrechnung. Die Segnungen derModerne, breite Ausfallstraßen, große...
Festspielstadt. Der Film berichtet aber auch von der großzügigen römischem Mythologie. Eswar eine der großen Stärken fremd...
Grabfresken vergegenwärtigen die damaligen religiösen Vorstellungen und geben Einblickein den Alltag des antiken Korea.17....
Millionen Juden zum Opfer fielen. Auschwitz, das Stammlager, im Mai 1940 von denNationalsozialisten eingerichtet in ehemal...
Die Ifugao - Baumeister schufen mit ihren Reisterrassen eine Landschaftsarchitektur, dieNutzen und Ästhetik miteinander ve...
verstärkt zurück. Die relative Trägheit in seinen Reaktionen auf Klimaschwankungen machenihn zu einem idealen Untersuchung...
Entwicklung früher Agrargesellschaften. Dieser kulturhistorische Schatz ist seitJahrtausenden hervorragend im Boden von Se...
reiche Schatzkammer mit Reliquien und Schreinen. Der Klostergarten geht auf Abt WalahfridStrabo zurück, Verfasser des erst...
der Tongariro wie alle anderen Ziele von denen Dieter Moor berichtet zum Welterbe derUnesco.21.00 Uhr In 24 Stunden um die...
Welt der Gewürze". Außerdem hat er verschiedene Reiselesebücher etwa über Mexiko,Argentinien und Barcelona herausgegeben.A...
dem Tabak ist Zuckerrohr das wichtigste Erzeugnis Kubas, früher und heute. Das tropischeSeeklima Kubas ist für das aggress...
23.00 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Welterbe in Südamerika (Arbeitstitel),Länge: 90.00 Min.Gesprächspartner Rüdiger Nehb...
Einwohner zu ihrer Stadt, die sie in Liedern leidenschaftlich besingen, lässt diese schönerscheinen. Paradies Tal, so hatt...
Colonia del Sacramento. Er führt das "Schätze der Welt" - Team durch seine Stadt und lässtdabei die wechselvolle Geschicht...
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  1. 1. IN 24 STUNDEN UM DIE WELT Ausgabe 2012 Sonntag, 02.12.2012, ab 6.00 Uhr auf 3satVor vierzig Jahren, im November 1972, verabschiedete die UNESCO, die Kulturorganisationder Vereinten Nationen, die Welterbekonvention. Das Wissen um die kulturelleVergangenheit der Menschheit und ihre Geschichte, so begründete damals die UNESCOihre Initiative, stirbt in dem Maße, in dem ihre Kulturgüter verfallen. Sie zu bewahren und fürdie Nachwelt zu erhalten, war das Ziel dieses Planes und, vor allem, ein globalesVerantwortungsbewusstsein für die Schätze der Welt und das Erbe der Menschheit auf demPlaneten Erde zu schaffen. Die Verantwortung für den Schutz eines Kultur- und Naturgutesliegt nicht allein in der Hand des jeweiligen Staates. Er fällt unter die Obhut der gesamtenMenschheit. Ein eigens von der UNESCO eingerichtetes Komitee prüft, welches Denkmal indie „Liste des Welterbes“ aufgenommen werden kann. Neben dem Kriterium der„Einzigartigkeit“ und dem aktuellen „Erhaltungszustand“ muss ein überzeugenderErhaltungsplan vorgelegt werden. Dieses Jubiläum der Welterbeliste ist der rote Faden derdiesjährigen Sendung „In 24 Stunden um die Welt“. Zur Zeit sind auf dieser Welterbeliste 962Denkmäler aus 157 Ländern vertreten. Für die Reihe „Schätze der Welt – Erbe derMenschheit“ sind bislang 402 dieser Welterbestätten verfilmt worden. Der Thementag „In 24Stunden um die Welt“ wird davon 143 Orte aus 82 Ländern vorstellen.Reiseführer und Lotse auf dieser Weltreise ist nun schon zum fünften Mal Dieter Moor. Ermoderiert den Tag und lässt sich von seinen Gästen erzählen was für ein Verhältnis sie zumWelterbe haben, was sie auf ihren vielen Reisen erlebt haben oder wie ihre Einschätzungen
  2. 2. zu den unterschiedlichen Regionen dieser Erde sind.Die Basisstation der Sendung ist in diesem Jahr der Bodensee dessen Ufer sich ja die 3satLänder Österreich, Schweiz und Deutschland teilen. Der Bodensee – das 3sat – Meer.Das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen erinnert in seinen Ausstellungen an eine besondereForm des Reisens – die Luftschifffahrt. Die andere Destination, das Pfahlbaumuseum inUnteruhldingen macht ein im letzten Jahr ernanntes, grenzüberschreitendes, Weltkulturerbeerfahrbar, die Pfahlbauten rund um die Alpen. Der „Schätze der Welt“ – Film über eben diesePfahlbauten wird im Rahmen der Sendung „In 24 Stunden um die Welt“ seine Weltpremierehaben. Und natürlich wird Dieter Moor auch den Bodensee mit einem Schiff befahren.06.00 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Mythen, Legenden und ein vergessenesParadies - Australien und Ozeanien, Länge: 45 Min.Einer Legende des Butchulla Stammes von Fraser Island zufolge schuf Beeral, dermächtige Gott der Traumzeit, die Menschen, doch es gab keinen Ort, an dem sie lebenkonnten. So schickte Beeral seinen Boten Yendingie und die Göttin Kgari vom Himmelherunter, um die Erde zu schaffen. Als sie ihr Werk vollendet hatten war es so schön, dassKgari für immer auf der Erden bleiben wollte. Doch dazu musste sie ihre Erscheinungändern und Yendingie verwandelte sie in eine wunderschöne Insel.( Fraser Island wurde1992 zum Weltnaturerbe ernannt. Sie ist mit über 120 Kilometer Länge und einer Fläche von184.000 Hektar die größte Sandinsel der Welt. Die Dünen von Fraser ragen über 240 Meteraus dem Meer und sind mit einer erstaunlich vielseitigen Vegetation bewachsen. Von derHeidelandschaft an der Küste bis zum subtropischen Regenwald in Zentrum, alles wird vonüber 40 Dünenseen gespeist.Menschen leben in diesem Gebiet im tropischen Norden Australiens seit über 50.000 Jahren.Wann genau die Gagudju, die Ureinwohner Kakadus, anfingen, ihre Geschichte und Mythenauf Fels zu malen, kann niemand mit Sicherheit sagen, doch es steht fest, die Rock Art vonKakadu gehört zu den ältesten der Welt. Die Aborigines haben diese Tradition bis in diejüngste Vergangenheit weitergeführt. Nayambolmi, auch Barramundi Charlie genannt, warder letzte der Männer, der den Rang hatte und befugt war, auf die Felsen von NourlangieRock zu malen. Er starb 1965. Kakadu hat mit über 3.500 Fundorten von Rock Art eine kaumzu überblickende Fülle von Kunst und Geschichte der Ureinwohner Australiens. DochKakadu ist nicht nur ein Ort der Mythen sondern auch die größte Brutstätte für Vögel in dersüdlichen Halbkugel.Das Bikini Atoll war so etwas wie ein Paradies, bis 1946. Die USA machte daraus eineMilitärbasis und siedelte die Einwohner um. Es folgten Wasserstoffbomben-Tests, derenVernichtungskraft tausendmal stärker war als die der Hiroshima Bombe. Bikini, ein winzigesAtoll in der Weite des Pazifischen Ozeans symbolisiert den Umgang der Menschen mit der 2
  3. 3. Natur. Über Jahrhunderte hinweg ernährten sich die Bewohner von Bikini von dem was aufder Insel wuchs und was das Meer ihnen gab. Ihre Abgelegenheit bewahrte sie vorEroberungen. Das Bikini Atoll war so etwas wie ein Paradies. Ende des 2. Weltkriegeswurden auf dem benachbarten Atoll 8.000 Japaner getötet. Am nächsten Tag lief einKriegsschiff der US Flotte Bikini an. 1946 versammelte US Kommandant Wyatt dieBewohner und fragte, ob sie gewillt seien ihre Heimat vorübergehend zu verlassen, damit dieamerikanische Armee Atombomben testen könne, “um diese enorme und zerstörerischeGewalt in etwas Gutes für die Menschheit zu verwandeln”. Es war eine rhetorische Frage,die 167 Einwohner hatten keine Wahl. Ihre Heimat wurde zu einer amerikanischenMilitärbasis. Im Juli 1946 explodierten die ersten Atombomben auf dem Bikini Atoll. Bis 1958wurden weitere 21 Wasserstoffbomben getestet. Die tödlichste davon war “Bravo”. IhreVernichtungskraft war tausendmal stärker als die der Hiroshima Bombe. Heute leben vieleNachfahren der ursprünglichen Bewohner auf der Hauptinsel Majuro. Die Arbeitslosenquoteliegt bei 40%, der Mindestlohn bei zwei Dollar die Stunde. Ein Treuhandfond zahlt jedemNachkommen von Bikini jährlich 600 Dollar Kompensation. Doch der Verlust, den sieertragen, ist damit nicht beglichen - die Sehnsucht nach ihrer Heimat nicht erloschen.( Bikini,2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, ist heute vom Ansteigen desMeeresspiegels bedroht.06.45 Uhr In 24 Stunden um die Welt - Rätsel, Mythen und Legenden, Länge: 45 Min.Wir glauben alles zu wissen. Unsere Erde ist komplett vermessen. Die Naturgesetze sinduns vertraut. Wir fliegen in den Weltraum und tauchen in die Tiefen der Ozeane. Und dochwissen wir immer noch nicht alles von unserem Erdball. Wir begegnen immer wiederGeschichten von Göttern und Hellsehern, von unerklärlichen Phänomenen undgeheimnisvollen Orten. Überall auf der Welt gibt es solche Orte voller Rätsel, Mythen undLegenden. Die rätselhaften Steinriesen der Osterinsel sind stumme Zeugen einer wenigbekannten Vergangenheit. Wer hat diese Monumentalfiguren gemeißelt ? WelcheBedeutung hatten sie ? Vermutlich stammen sie von Polynesiern, welche die Insel zwischendem 4. und 12. Jahrhundert besiedelt haben. Warum aber ist deren Kultur der Osterinseluntergegangen ? Als James Cook die Insel besuchte lagen die meisten Statuenumgeworfen am Boden. Auf der Insel gab es keinen Baum mehr. Die Menschen branntenalle Wälder nieder um zusätzliche Anbauflächen zu gewinnen. Vielleicht hatte ein Aufstandder Hungernden bei der am Ende die Ebenbilder der Herrscher zerstört wurden, die alteKultur zerstört. Andere Quellen nennen ein Seebeben, dessen Flutwellen alleswegschwemmten, als Ursache. Es bleibt ein Rätsel.Der zentrale Begriff der Mythologie der Aborigines in Australien ist die Traumzeit. Für dieAborigines ist die Traumzeit, die spirituelle und moralische Ordnung des Kosmos. Die 3
  4. 4. Traumzeit begründet die ungeschriebenen Gesetze, nach denen die Aborigines leben.Manifestiert wird diese Traumzeit in geografischen Landmarken wie etwa dem Uluru bei unsauch bekannt als Ayers Rock. Seit rund 65 Millionen Jahren steht dieser Sandsteinfelsen imsonnenverbrannten Nichts Zentralaustraliens. Für die Anangu, die Aborigines die seittausenden Jahren hier leben, ist Uluru ein heiliger Ort. Die Entstehung erklären sie sichdurch den Kampf zwischen Kuniya, einer Python - Schlangenfrau, mit einer giftigenLiruschlange. Mit einem Stock tötete Kuniya die andere Schlange und bewacht bis heute dieFelsen. Die tödlichen Verletzungen sind noch heute am Uluru sichtbar. Alle Wesen derTraumzeit liebten und bekämpften sich und ihre Spuren haben sich in die Felsen eingeprägt.Jede Höhle, jede Schlucht und jede Felsformation hat ihren Ursprung in derSchöpfungsperiode.Die Königin von Saba ist eine biblische Gestalt, die im 10. Jahrhundert vor Christus eineReise zum Hof König Salomons in Jerusalem unternommen haben soll. Außer im AltenTestament, der frühesten schriftlichen Erwähnung, erscheint sie auch im Koran und inäthiopischen Legenden. Ob ihr Reich tatsächlich der Region um Aksum in Äthiopiengelegen hat, ist daher ebenso ungeklärt wie die Frage, ob die legendäre Königin wirklichgelebt hat. Heute ist Aksum vor allem wegen seiner, bis zu dreißig Meter hohen, Stelenberühmt. Auch sie bleiben ein Rätsel. Aus einem einzigen Stück Granit gehauen, haben siewahrscheinlich Gräber gekrönt. Auch die die Bundeslade, die Truhe mit den zehn Geboten,in der Kathedrale von Aksum vergraben wurde. Beweise dafür gibt es keine. Dieäthiopischen Kaiser verstanden sich immer als Beschützer und Bewahrer des Glaubens.Äthiopien ist eines der ersten Länder, in dem im 4. Jahrhundert das Christentum zurStaatsreligion erklärt wurde.Troja. Wer kennt nicht diese Geschichte, die Homer in der „Ilias“ besungen hat ? DiesesBuch gilt als das erste europäische Epos der Weltliteratur. Troja, wohin Paris die schöneHelena, die Frau von Menelaos dem König von Mykene entführte. Der Gehörnte begann,zusammen mit Agamemnon, Achilles und Odysseus, einen zehnjährigen Krieg bei dem sichauch die Götter stritten. Athene kämpfte gegen Aphrodite und Gottvater Zeus war hin- undhergerissen zwischen Bestrafen und Vergeben. Troja, ein literarischer Ort. Aber hat esdiesen Ort wirklich gegeben ? Darüber streiten die Archäologen schon lange.Der Mythologie zufolge ließ Zeus zwei Adler von je einem Ende der Welt fliegen. Sie trafensich in Delphi. Seither galt dieser Ort als Mittelpunkt der Welt. Hier hat sich die ErdmutterGaia mit dem Schlamm der Erde vereinigt und Python, die geflügelte Schlange geboren.Python konnte die Zukunft voraussagen. Als die Schlange von Apollo, dem Sohn des Zeus,getötet wurde, übertrug das vergossene Blut die hellseherischen Fähigkeiten auf den Ort.Fortan stand Delphi unter dem Schutz Apollos. Über tausend Jahre war das HeiligtumAnlaufstelle für Ratsuchende. Die ausführlichen Orakelsprüche waren meist rätselhaft. Diese 4
  5. 5. Zweideutigkeit war ihre Macht, so waren sie beinahe unfehlbar. Laios, dem Vater desÖdipus, wurde in Delphi prophezeit, dass er von seinem Sohn getötet werde und dieser dannseine Frau, also die eigene Mutter, heiraten werde. Das delphische Orakel entschied auch,dass kein Mensch weiser sei als Sokrates. Dieser erklärte die Antwort damit, dass er sichstets bewusst sei, dass er nichts wisse, und genau dies sei die Voraussetzung für dieErlangung von Weisheit.Das Tal der Vézère im Zentrum Frankreichs ist ein Paradies für Archäologen. DieSchmelzwasser der Gletscher höhlten den Kalksandstein aus, so entstand ein natürlicherSchutz für die vielen Höhlen. Als 1940 einige Kinder voller Neugier durch den Wald streiftenhielten Forscher das Gebiet und seine Höhlen längst für erforscht. Durch Zufall entdecktendie jungen Abenteurer aber die Höhlen von Lascaux. Und was sie dort fanden, ließ nicht nursie staunen. Heute spricht man von einem Wunder oder der „Sixtinischen Kapelle“ derVorgeschichte. Das „Wunder von Lascaux", die „Geburtsstätte der Kunst". Kein Vergleichscheint zu gewagt für diese Höhlenbilder. Urrinder, Wildpferde, Hirsche, Steinböcke, farbig,lebendig, genau.Machu Picchu, „Alter Gipfel“ ist eine der größten Touristenattraktionen in Südamerika.Täglich besuchen mehr als 2.000 Personen die Sehenswürdigkeit. Die UNESCO fordert eineReduktion um das Kulturerbe nicht zu gefährden und wehrt auch sich vehement gegen dengeplanten Bau einer Seilbahn nach Machu Picchu, die den Touristenstrom weiter ansteigenließe. Ganz reale Probleme in einem Welterbe voller Rätsel, Mythen und Legenden. Über dieStadt existieren keine Überlieferungen, weshalb nur Vermutungen angestellt werden können.Die Forschung geht heute davon aus, dass die Stadt bis zu 4.000 Einwohner hatte und Mittedes 15. Jahrhunderts gebaut wurde. Auch das Ende von Machu Picchu ist bis heuteungeklärt. Vermutlich war mit dem Zusammenbruch des Inkareichs auch der Untergangdieser Stadt unabwendbar. Dann holte sich der Urwald die Häuser, Tempel und Mauernzurück. Die Inka-Stadt Machu Picchu fiel in einen dreihundertjährigen Schlaf.07.30 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Kulturerbe Afrika, Länge: 45 Min.Afrika, der Kontinent mit den drei schlimmen Ks: Kriege, Krankheiten, Katastrophen. DiesesAfrika ist Realität. Aber da ist noch ein anderes Afrika. Afrika ist kein homogener Raum. Esist ein Kontinent mit über 50 Staaten, bevölkert von mehr als einer Milliarde Menschen. Undes ist ein Kontinent mit unzähligen, zum Teil uralten Kulturen, die in ihrer Vielfalt von derUNESCO als Welterbe ausgezeichnet wurde. Durch die Wüste führen die altenSalzkarawanenwege der Tuareg. Seit Jahrhunderten ist Timbuktu ein Zentrum desSaharahandels. Ende des 19. Jahrhunderts passierten hier jedes Jahr etwa 400 Karawanenmit 140.000 Kamelen. Der deutsche Geograph und Afrikaforscher Heinrich Barth reiste 1849mit einer britischen Expedition durch Westafrika. Ein halbes Jahr lebte Barth in Timbuktu. Er 5
  6. 6. schrieb über die Lehmarchitektur und die bunten Farben.Eine alte Bevölkerungsgruppe, die Dogon sind vor über 800 Jahren in den kahlen,unwirtlichen Osten Malis vertrieben worden. Vermutlich weil sie sich geweigert haben, zumislamischen Glauben über zu treten. Die Felsen des Bandiagara – Plateaus boten denDogon Schutz vor Verfolgung. Die Kunst der Dogon, vor allem ihre Holzfiguren,symbolisieren und beschwören die Verbindung der Lebenden zu ihren Ahnen. Zeugnissedieser Kunst finden sich heute in den bedeutendsten Museen der Welt.Alle Wege führen nach Djenné, sagt man in Mali. Händler wie Gläubige streben in die alteHandelsstadt im Herzen des westafrikanischen Staates. In alten Berichten wird Djenné alsgroß, reich und glücklich, beschrieben. Als eine Stadt, in der der Handel floriert und dasHandwerk gedeiht. Djenné, die schönste Stadt der Sahelzone, „vom Himmel gesegnet undgeliebt von Gott“, gilt bis heute als das Juwel im Tal des Niger.Nirgendwo in Afrika liegt mehr Gold unter der Erde als in Ghana. Man fördert es bis heute.Auch wenn es von ausländischen Firmen abgebaut wird, sind die Ashanti immer noch stolzauf „ihr" Gold, das Grundlage ihrer vorkolonialen Zivilisation war. Und das, wie alleBodenschätze Afrikas, auch die Begehrlichkeiten der Kolonialmächte weckte. Das Land derAshanti liegt im Waldgürtel Westafrikas. In abgelegenen Dörfern leben die Familien im einstreichen Regenwaldes. Fast 200 Jahre herrschten die Aschant im heutigen Ghana. Ihr Reichwar einer der wenigen afrikanischen Staaten, das ernsthaft Widerstand gegen dieeuropäischen Kolonialmächte leisteten. Erst 1900 unterlagen die Ashanti endgültig gegenGroßritannien. Die Kultur dieses legendären Reiches aber lebt noch immer in den Dörfern.Das Volk der Batammariba ist ab dem 16. Jahrhundert aus dem heutigen Burkina Faso nachKoutammakou, der nördlichen Grenzregion zwischen Benin und Togo eingewandert. DieBatammariba galten als stolze Rebellen, die keinerlei fremde Autorität anerkennen. Weitverstreut in der Savanne Westafrikas am Rand der Atacora – Berge liegen die Dörfer derBatammariba. In ihren burgartigen Häusern schotten sie sich von der modernen Welt ab. Zudem Material Lehm, der Erde, haben die Batammariba, genauso wie die Dogon, einebesondere Beziehung. Die Erde ist der Ursprung allen Lebens und gleichzeitig der Platz fürdie Toten. Sie ist beseelt von den Geistern der Ahnen. Die Architektur der Batammariba lebtaus der Erde heraus.„Tsodilo“ - „die Berge der Götter“, wird eine Hügelkette in Botswana ehrfurchtsvoll von denEinheimischen genannt. 450 Millionen Jahre sind sie alt. Wie Zeichen aus einer fernen Weltragen sie einsam aus der Savanne. Uralte Kultstätten der Menschheit haben hier überlebt.Für die Buschmänner liegt in diesen Hügeln das visuelle Manifest ihrer viele tausend Jahrewährenden Geschichte. Felsbilder, gemalt von Buschmann-Künstlern. Geschützt vonFelsüberhängen und dem trockenen Klima. Die ältesten Zeichnungen sollen vor über 20 000Jahren entstanden sein. Waren es einfach Bilder, die den Betrachter erfreuen wollten. Oder 6
  7. 7. waren es verschlüsselte Botschaften ? Waren es Symbole einer unbekannten Glaubenswelt,oder Träume von einem verlorenen Paradies ?08.15 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Naturerbe Afrika, Länge: 45 Min.Gegensätze wie sie größer wohl kaum sein können bestimmen die Natur Afrikas. Durchseine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größtezusammenhängende Landmasse der Tropen. In der südlichen Sahara finden wir mit demGebirge Air und der Wüste Ténéré das komplette Gegenteil. Eine menschenfeindlicheMondlandschaft, bizarr und schroff sowie ockerfarbene Dünen mit stetig wechselndenFormen. Tansania mit seinen berühmten Welterbestätten Serengeti, Ngorongoro undKilimandjaro ist so etwas wie das Bilderbuch Afrikas und weckt die Sehnsucht nach einerintakten Natur. Als der Afrika-Forscher David Livingstone zum ersten Mal die Viktoria-Fälleerblickte, notierte er: "Vom Winde gebogen und sich anscheinend mit den Wolkenvermischend, leibhaftiger Rauch! Die Eingeborenen nennen das Naturwunder, dem sie ausFurcht nicht gerne nahe kommen, "Donnender Rauch", wörtlich, - Rauch lärmt hier - unddiese Benennung kann nicht anders als passend gefunden werden."Wieder ganz anders, die Inseln vor Afrika. Bis vor 40 Jahren war der urzeitlich anmutendePalmenwald in dem abgelegenen Vallée de Mai auf der Seychelleninsel Praslin, noch völligunberührt. Als vor Jahrmillionen der afrikanisch-indische Urkontinent auseinander driftete,blieb mitten im Ozean die Insel Madagaskar zurück. Erst vor tausend Jahren begannenEinwanderer diese urkontinentale Landschaft zu verändern. Nur wenige Landschaftenkonnten sich dieser Urbarmachung widersetzen. Das Naturreservat der "Tsingys" stellt einerBesiedelung bis heute eine natürliche Barriere entgegen: bizarre, nadelförmigeFelsformationen.09.00 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Entdecker, Gold und Sklaven – Das ehemaligeWeltreich Portugal, Länge: 45 Min.Lissabon, erbaut auf sieben Hügeln, ist die Heimat der Poeten, des Fado und der Saudade,jenes ganz eigenen portugiesischen Lebensgefühls, jener seltsamen Melancholie. Lissabonwar einst die Hauptstadt eines Weltreiches mit Kolonien auf drei Kontinenten. Afrika, Asienund Amerika. Portugal war im 16. Jahrhundert die Weltmacht Nummer eins, man bezeichnetes heute als das „Goldene Zeitalter“ Portugals. Lissabon ist auch die Kulisse für DieterMoors Erinnerungen an dieses Weltreich. Diese Erinnerungen führen ihn zuerst nachMarokko. In der einstigen Kornkammer Afrikas - begann, Anfang des 15. Jahrhunderts, dasGoldene Zeitalter Lusitaniens. 1415 wurde Ceuta erobert, wenig später weitere Städte,darunter auch Essaouira, „die Vollendete“. Hier lag einmal der größte Hafen Nordafrikas.Handelszentrum für Zucker und Salz. Kupfer und Gold. Es war ein lukrativer Handel, dessen 7
  8. 8. Gewinne die weiteren Entdeckungsreisen finanzierten. Auch die auf der die Azoren entdecktwurden. 1000 Meilen vom europäischen Festland entfernt. Angra de Heroismo, dieHauptstadt der Azoren wird zum Versorgungshafen für die Entdeckungsreisen, zurZwischenstation für mit Schätzen beladene Karavellen, zum Knotenpunkt zwischen vierKontinenten. Die Vielzahl der Kirchen und Klöster lässt ahnen, wie sehr die katholischeKirche von den Eroberungszügen profitierte. Eine der nächsten Stationen war, 1471, dasheutige Ghana. Dort bauten sie die Festung Elmina, die vor allem ein Handelsstützpunktwar. 600 Maurer, Schreiner und Soldaten aus Lissabon errichteten die Burg. Dafür brachtensie alles aus ihrer Hauptstadt mit, sogar die Steine. Als Vasco da Gama, nach derUmfahrung des Kaps der guten Hoffnung, Sansibar anlief, fand er eine reiche Stadt diebereits lebhaften Handel mit Indien trieb. In der weiten Hafenbucht ankerten arabische undafrikanische Dhaus, Segelschiffe aus Indien und bald auch Karavellen aus Portugal. Es warein idealer Zwischenhalt auf dem Seeweg nach Indien, denn ihn zu finden war ja dereigentliche Auftrag der Seefahrer. Neben der Ilha de Mocambique war Sansibar das Zentrumim Handelsdreieck Europa, Afrika, Asien. 1498 erreichte Vasco da Gama endlich Indien.Portugal machte die muslimische Festung Goa, die „glänzende Herrscherin über den Orient"zur Hauptstadt seines indischen Kolonialreiches. Mit 300 000 Einwohnern war Goa größerals Lissabon oder Paris. Eine Trutzburg des Glaubens in Goa war die Kirche „Bom Jesu", dieBasilika der Jesuiten. Sie sind die Speerspitze des Papstes gegen Ketzer, Sektierer undgegen die indischen Heiden. Die prächtige Kirche Bom Jesu gehört, wie alle anderenStationen dieses Films heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ein Jahr nach dem großenTriumph des Vasco da Gama genehmigte der König eine weitere Expedition. Und auf dieserReise machte der Kommandeur Pedro Alvarez Cabral eine Entdeckung rein aus Zufall. Erfolgte einfach dem Ratschlag Vasco da Gamas und umsegelte die Küste Afrikas weiträumig.Dabei wurde er allerdings so weit nach Westen abgetrieben, dass er die Küste jenes Landesstreifte, das wir heute als Brasilien kennen. Eine der ersten Eroberungen Portugals inBrasilien war die Stadt Olinda. Zuckerrohrplantagen waren die Quelle des Reichtums dieserStadt. Sklaven, aus Afrika verschleppt, dienten als billige Arbeitskräfte. Je mehr die Europäerdie Neue Welt vereinnahmten, desto größer wurde ihre Begierde nach Sklaven aus Afrika.Ohne die erbarmungslose Ausbeutung dieser Menschen hätte die Eroberung des neuenKontinentes wohl nicht statt gefunden. 12,5 Millionen Afrikaner sind bis zum 19. JahrhundertRichtung Amerika deportiert worden. Auch in Ouro Preto wurden Sklaven in Kettenausgestellt und an reiche Minenbesitzer verkauft. Einst war Ouro Preto eine Stadt imGoldrausch. Im Inneren der Kirche Nossa Senhora do Pilar ist überall zu sehen, was OuroPreto einst reich machte. Nahezu 400 Kilogramm Blattgold wurden auf die Figuren undHolzschnitzereien aufgetragen. All das Gold wurde durch Sklavenarbeit aus den Bergwerkengeholt. 20 % seines Goldes musste ein Minenbesitzer an das Königshaus in Lissabon 8
  9. 9. zahlen. Auf der anderen Seite des Globus drängte Portugal, trotz der Entdeckung Brasilien,Jahr für Jahr immer weiter und weiter nach Osten. So auch in die Stadt Melaka zwischender malaiischen Halbinsel und der indonesischen Insel Sumatra. Lange Zeit war Melaka dieHandelsdrehscheibe zwischen Ost und West, zwischen China, Indien, Arabien und Europa.Gegründet im 14. Jh. an einer Flussmündung. Schon bald wurden unzählige Warenumgeschlagen. Eine Chronik berichtet von 81 Sprachen und Dialekten, die hierdurcheinander schwirrten. Macau war eine kleine, chinesische Fischersiedlung, als im 16.Jahrhundert Portugiesen mit ihren Karavellen aufkreuzten. Die chinesischen Machthaberduldeten die Fremden, kamen sie doch als Händler und nicht als Eroberer. Portugal bekameinen exklusiven Pachtvertrag. Lukrativ war der Stützpunkt für Portugal, glücklich auch fürdie chinesischen Kaufleute. Diese nutzten die Fremden als Zwischenhändler im Geschäft mitJapan, das ihnen von ihrem Kaiser verboten war. Macau war Portugals letzte Kolonie. Erstseit Dezember 1999 weht seine Flagge nicht mehr über der Skyline. Das Weltreich Portugal,vielleicht war es einfach zu groß für dieses kleine Land. Über das Goldene ZeitalterPortugals schrieb der portugiesische Dichter Fernando Pessoa: "Als das portugiesischeWeltreich verging, galt die Trophäe mehr als ein Sieg, das Zitat mehr als das Original und dieglorreiche Erinnerung mehr als die unsichere Zukunft ..."09.45 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Am Indischen Ozean, Länge: 75 Min.In den religiösen Vorstellungen der Madegassen wird das Schicksal der Lebenden von denAhnen bestimmt. Die Verstorbenen sind nicht tot, sie sind nur in eine andere Form desLebens übergegangen. Durch spezielle Riten an den Grabstätten werden die Seelen derVorfahren um Rat gefragt. Der Hügel von Ambohimanga ist der Geburtsort vonAndrianamapoinimerina, des berühmtesten Königs aus dem Volk der Merina. Bis 1898 warhier seine und die Grabstätte anderer Könige. Dann wurde die Hauptstadt nachAntananarivo verlegt und die königlichen Ahnen mussten mit. Die ehemalige Königsstadt isteine der heiligsten Plätze der Merina geblieben. Nichts darf hier verändert werden und sosieht es hier immer noch aus wie vor 200 Jahren. In Ambohimanga haben sich die letztenHolzgiebelhäuser Madagaskars erhalten, fein gefügt aus Palisanderholz, von wahrhaftköniglichen Ausmaßen.Im ausgehenden 15. Jahrhundert hatten die Portugiesen es geschafft: Afrikas Südspitze warumschifft. Jetzt trennte sie nur noch der Ozean und seine Monsunwinde von den ersehntenSchätzen Indiens. Als Vasco da Gama und seine Mannen auf der Insel an derostafrikanischen Küste landeten, staunten sie über fein gekleidete Menschen, arabischeHändler, und über reich beladene Schiffe im Hafen. Hier werden sie Proviant laden, dieBoote reparieren lassen und mit Hilfe der arabischen Seefahrer die Route nach Indienfinden, die „carreira da India“. Das riesige Fort Sao Sebastiao an der Nordspitze der Insel 9
  10. 10. bezeugt bis heute die Stellung der Ilha de Moçambique im Handelsdreieck Europa-Afrika-Asien. Ein Meisterwerk der Renaissance-Architektur . Die Ilha war bis Ende des19.Jahrhunderts die Hauptstadt der Portugiesen in Ostafrika. Heute ist der ehemalige Glanzverblasst und blättert wie der Putz an den Steinbauten. Afrika, mit seinen Palmen gedecktenHütten, hat sich sein Erbe zurück geholt. Aber die Weltkultur, die ist geblieben. Weniger inden Gebäuden. In den Gesichtern der Menschen spiegelt sie sich. Eine arabisch-indisch-europäische Melange.Lamu - eine Insel im indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste. Doch der Stempel derRepublik Kenia im Pass besagt wenig, diesem Ort hat nicht nur Afrika, sondern auch Arabienund Indien seinen Stempel eingeprägt. Die Altstadt von Lamu ist einer der wenigen Plätze,an dem sich die über tausendjährige, aus vielen Einflüßen verschmolzene, Swahilikultur undihre Bauwerke erhalten haben. Wer hier an Land geht, dem fallen zunächst keineDenkmäler, sondern die Menschen ins Auge. Die Swahili, die Küstenbewohner, bewegensich sicher und ohne Eile im planvollen Irrgarten der schmalen Gassen von Lamu. Die Stadtmit heute etwa 30 000 Einwohnern hat eine fast eintausendjährige Geschichte. Schon im 9.Jahrhundert traten arabische Kaufleute mit den Küstenbewohnern in Handelsbeziehungen.Viele ließen sich an der ostafrikanischen Küste nieder und bauten ein Fernhandelsnetz auf.Drei der neun von der UNESCO zum Welterbe erklärten heiligen Wälder stehen imMittelpunkt des Films über die Kaya. Sie sind die letzten Reste eines riesigen Dschungels,der sich bis ins vergangene Jahrhundert an der Küste Kenias zum Indischen Ozeanerstreckte. In diesem Wald lagen die ‚Kayas’, das bedeutet „Platz“ oder „Ort“. Bis vor etwafünfzig Jahren waren es noch Dörfer, welche die Stämme der Mijikenda vor langer Zeit aufihrer Flucht vor den Massai, zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert, versteckt im Dschungelgegründet hatten. Heute existieren diese Stammeskonflikte nicht mehr. Aus den „Kayas“ sindheilige Plätze geworden, an denen die Clans ihre Toten beerdigen, die Ahnen verehren odersich der Ältestenrat versammelt. Um die heiligen Plätze nicht zu entweihen dürfen diese nurbarfuß betreten werden. Die Waldinseln der Mijikenda sind auch Rückzugsgebiete für eineeinzigartige Fauna und Flora, die in großen Teilen an der Küste bereits vernichtet wurde,bevor jemand auf die Idee kam sie zu erforschen.Das aromatische Harz des boswellia sacra Baumes zählte zu den begehrtestenHandelsgütern der antiken Welt. In Ägypten wurde Weihrauch ebenso verbrannt wie an denHöfen indischer Maharadschas. In Rom wurde er in Gold aufgewogen. Über Tausende vonKilometern wurde er gehandelt; es entstand die "Weihrauchstraße". Wie der wohlbekannteste aller Wohlgerüche des Orients gewonnen wurde und vor allem woher genau erstammte, blieb den Abnehmern verborgen. Die Karawanenführer bewahrten ihr Schweigen,die Produzenten wurden reich. In der Region Dhofar im Süden des Sultanats Oman wird bisheute Weihrauch gewonnen. In den Trockentälern ritzen Beduinen die knorrigen Bäume, um 10
  11. 11. nach einigen Tagen das Harz zu ernten; verkauft wird es im Weihrauch-Souk von Salalah.Von der Blütezeit des Weihrauchhandels künden indes nur noch Ruinenstädte: Häfen wieSamharam und al-Balid verdienten am Seehandel, Oasen wie Wubar wurden alsKarawanenstationen reich und mächtig - Stationen an der omanischen Weihrauchstraße, dienun zum Weltkulturerbe erklärt wurden.11.00 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Von Göttern und Eisenbahnen – Der IndischeSubkontinent, Länge: 75 Min.Gesprächspartner: Britta Rudolff, TU Cottbus / „Think Heritage“Britta Rudolff studierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, derBrandenburgischen Technischen Universität Cottbus und der Fachhochschule Köln. IhrenMasterstudiengang in World Heritage Studies bestand sie in nur drei Semestern mitAuszeichnung. Ihre Masterarbeit behandelt das Thema, wie Authentizität als Kategorie derUNESCO zur Nominierung von Kulturerbe für die Welterbeliste auf „heiligen Stätten“,insbesondere in islamischen Ländern, anzuwenden ist.Britta Rudolff war bereits für das Kulturministerium von Bahrain tätig, dort imZuständigkeitsbereich der UNESCO-Angelegenheiten. Ebenso arbeitete sie für denInternationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) und das International Centre for the Studyof Preservation and Restoration of cultural property. Desweiteren hielt sie Vorlesungen ander Carleton Universität und der Universität in Mainz. Heute arbeitet sie alsGeschäftsführerin bei „Think Heritage!“ und ist Gastdozentin für die BTU Cottbus. Ebenso istsie im Vorsitz von “Cultural Heritage Management“.Anuradhapura, eine antike Stadt, lange im Dschungel versteckt und vergessen, war mehrals tausend Jahre Königssitz der Insel Sri Lanka. Zentrum der Stadt war der heilige Bodhi-Baum, ein Ableger jenes Pappel-Feigen-Baumes in Indien, unter dem Siddhartha Gautamaseine Erleuchtung erfahren hat und zu Buddha wurde. Um dieses Zentrum wurdenbuddhistische Klöster und Wohnanlagen für die Mönche gebaut, Stupas und Tempelerrichtet. Man geht davon aus, dass in Anuradhapura bereits über 100 000 Menschen lebten,hochzivilisiert und modern, auf einer Fläche von über 40 Quadratkilometern. Für dieWasserversorgung dieser Trockenregion im Norden Sri Lankas wurden künstliche Seenangelegt, die den Monsunregen speicherten und die Bewässerung der Reisfelder regulierbarmachten. Anuradhapura war eine blühende antike Metropole – bis sie im 11. Jahrhundertnach verlorenem Krieg aufgegeben und verlassen wurde. Nur der Bodhi-Baum, die Wurzeldes buddhistischen Glaubens in Sri Lanka, wurde gepflegt und geschützt. Er gilt als derälteste historisch dokumentierte Baum der Welt und ist bis heute das Ziel vieler Pilger.Erotische Kunst zur Verherrlichung der Götter. Die Tempel von Khajuraho in Zentralindien 11
  12. 12. lösen noch heute bei vielen Besuchern Empörung oder Verwirrung aus. Die über 2000Skulpturen an den Außenwänden der Tempel zeigen Götter, Himmelstänzerinnen, Engel,Fabeltiere und Maithunas: Paare beim Akt. Kaimur-Sandstein erlaubte den Bildhauern,genaueste Einzelheiten zu gestalten. In einem Ausbruch kreativer Energie erschufen sie eineüberschwängliche Verherrlichung des Lebens, ein opulentes, sinnliches und heiteresAufeinandertreffen der göttlichen und der profanen Welt. Doch im Zusammenhang mit derhinduistischen Mythologie müssen die erotischen Darstellungen angemessen interpretiertwerden. Im Liebesakt wird nicht nur die Vereinigung von Mann und Frau, sondern auch derZeugungsakt der Weltschöpfung durch die Götter gesehen. Von den ehemals 85 Tempeln,die vor 1000 Jahren gebaut wurden, sind heute noch 25 erhalten. Sie gehören zu denkünstlerischen Wundern der Welt. Jeder Tempel wurde nach festgelegten Regeln gebautund dabei dem Aufbau des menschlichen Körpers nachempfunden. Nach zehn JahrenBauzeit wurde er 1888 eingeweiht.Ankommende Schiffe sahen schon von weitem seine Kuppel. Er symbolisierte denMachtanspruch der Briten in Indien und er war ein Brückenpfeiler für die Erschließung desSubkontinents: Victoria Terminus, ein Bahnhof im Zentrum Bombays, dem heutigenMumbai. Über 1100 Züge fahren hier ein und aus, jeden Tag. Es gibt Bahnhöfe, die größersind, aber keiner ist so betriebsam wie der Victoria Terminus: drei Millionen Passagierewerden tagtäglich hier abgefertigt. Der Film beobachtet einen normalen Tag, 24 Stunden, imVictoria Terminus, einem Bahnhof, der niemals schläft.Eine alte Legende berichtet von der Entstehung der "Stadt des Sieges" in der zweiten Hälftedes 16. Jahrhunderts: der kinderlose Großmogul Akbar betete in der Klause des berühmtenEremiten Salim Chisti um die Geburt eines Sohnes. Der Heilige prophezeite ihm drei Söhne.Als tatsächlich wenig später ein gesundes Kind geboren wurde, errichtete Akbar amWohnsitz des Eremiten aus Dankbarkeit eine ganze Stadt - Fatehpur Sikri. In wenigenJahren war die neue Residenz fertig gestellt. Als erstes Bauwerk entstand die GroßeMoschee Jami Masjid, in deren Hof dem Heiligen ein Mausoleum errichtet wurde. Nochheute pilgern indische Frauen hierher, um für männliche Nachkommen zu beten. Ganz ausrotem Sandstein errichtet und mit allem Komfort ausgestattet, wurde Fatehpur Sikri nachkaum zehn Jahren wieder verlassen. Zurück blieb eine Geisterstadt. Heute kann man, ganzwie vor vierhundert Jahren, durch eine intakte, hochherrschaftliche Stadt wandeln:Mehrstöckige Paläste, Gärten und ein Marktplatz, ein Wasserwerk, unzählige überdachteGänge, Treppen und Terrassen. Dennoch hätte Akbar eine Inschrift, die er auf demHöhepunkt seiner Macht am Tor der Großen Moschee anbringen ließ, ernster nehmensollen: "Die Welt ist eine Brücke. Gehe darüber hinweg, aber baue kein Haus darauf. Wasvom Leben bleibt, ist ohne Wert."Ein Tal der Götter und Legenden im Herzen Nepals, eingebettet in die fruchtbare Ebene 12
  13. 13. zwischen Tibet und Indien. Jahrhundertelang kreuzten sich im Kathmandu-Tal die Pilger-und Handelswege, hier sind Buddhismus und Hinduismus eine einzigartige Syntheseeingegangen. Tausende von Stupas, Steintempel und Pagoden zeugen noch heute von derblühenden Kultur der drei großen Siedlungszentren im Kathmandu-Tal: Kathmandu, Patanund Bhaktapur. Prachtvolle Palastarchitektur entstand unter der Malla-Dynastie, die bis ins18. Jahrhundert in den drei Stadtkönigreichen regierte. Die drei Herrscher versuchten sichgegenseitig mit dem Bauen von immer schöneren und höheren Pagoden zu übertreffen unddie Gunst ihrer hinduistischen Götter auf sich zu lenken. "Nyatapola", die "Fünf-Dächer-Pagode" aus Ziegeln und Holz wurde mit über 30 Metern Höhe zum Wahrzeichen desKathmandu-Tals.12.15 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Weltkultur aus China, Länge: 75 Min.Gesprächspartner: Dr. Gunther Schöbel, Pfahlbaumuseum BodenseeGunter Schöbel studierte von 1979 bis 1982 Ur- und Frühgeschichte, mit den NebenfächernAnthropologie und Geologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Ab 1975 arbeiteteer für die archäologische Denkmalpflege von Baden-Württemberg. Von 1982 bis 1989 setzteer sein Studium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit den NebenfächernAnthropologie, Geologie und Ethnologie fort. Dort promovierte er 1989 mit dem Thema „DieSpätbronzezeit am nordwestlichen Bodensee - Taucharchäologische Untersuchungen inHagnau und Unteruhldingen“. Gleichzeitig arbeitete er von 1982 bis 1990 alsTaucharchäologe beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg. Ab 1990 war erwissenschaftlicher Leiter des Pfahlbaumuseums und des Forschungsinstitutes für Vor- undFrühgeschichte Unteruhldingen am Bodensee. 1994 übernahm er die Leitung desMueseums. Günther Schöbel wurde 2001 Gründungs- und Vorstandsmitglied derVereinigung Europäischer Freilichtmuseen und Experimenteller Archäologie in Europa(EXARC). Seit 2008 ist er 1. Vorsitzender der Europäischen Vereinigung zur Förderung derExperimentellen Archäologie (EXAR)Seit 2008 ist er Lehrbeauftragter am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie desMittelalters an der Universität Tübingen. Dort habilitiert er 2010 mit dem Thema „Genese,Stand und Perspektiven der Archäologischen Freilichtmuseen im Spannungsfeld vonWissenschaft und Öffentlichkeit zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Deutschland undEuropa“.Pingyao ist ein Guckloch in eine vergangene Zeit, denn die kleine Handelsstadt sieht heutenoch so aus wie fast alle chinesischen Städte vor 300 Jahren. Hier wurde die erste BankChinas gegründet, doch die Zeit scheint still geblieben zu sein. Im Schatten einer hohen,mehr als sechs Kilometer langen Stadtmauer ducken sich ein- und zweistöckige schwarze 13
  14. 14. Ziegelhäuser. Nur die buntlasierten Dächer der Tempel stechen hervor. Pingyao verdanktseinen Aufstieg dem Reichtum der Kaufleute und dem Bankwesen. Hier wurde die ersteBank Chinas gegründet, hier wurden Papiergeld und Schecks eingeführt, mit denen dann imganzen Land Handel betrieben wurde. Der Tempel des Reichtumsgottes ist also nichtzufällig der prächtigste der Stadt. Sein Weiterbestehen in den alten Mauern verdanktPingyao der Armut: Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung dieHandelswege änderten, verlor Pingyao an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert war Pingyao zuarm, um, wie fast alle Städte im Land, die den Verkehr behindernden Mauern abzureißen.Pingyao blieb erhalten, und man kann heute hier nachspüren, wie das alte China gelebt hat.Im „Schätze der Welt“ - Film über Qufu - die Stätten des Konfuzius - werden nicht nur diebedeutenden steinernen Zeugnisse einer großen Kultur gezeigt, sondern wird auch eineVorstellung davon vermittelt, wie zu Zeiten der chinesischen Kaiser der Konfuziuskult aussahund welche Bedeutung die Ideen des Weisen für die Gesellschaft Chinas hatten. 1993wurden der Konfuziustempel, der Konfuziusfriedhof und die Residenz der Familie Kong in dieUNESCO Welterbeliste aufgenommen. Diese drei Stätten gelten als herausragendeBeispiele für chinesische Tempelanlagen, für Wohnhausarchitektur und für dieBestattungstradition. Sie haben seit mehr als 2000 Jahren eine ununterbrocheneGeschichte. Nach Jahrzehnten der Verfolgung des Konfuzianismus im kommunistischenChina, während der fast alle Konfuziustempel zerstört wurden, erleben die Ideen des"Großen Weisen" seit 20 Jahren in China und Asien eine Renaissance.Der Sommerpalast an den Westbergen bei Peking ist der einzige erhaltene kaiserlicheGarten. In ihm ist der vollkommene Traum der chinesischen Gartenarchitektur verwirklicht.Dass dieser Garten mit seinen Palästen und Tempeln, Pavillons und Pagoden, mitinsgesamt 3000 Räumen auf 290 Hektar Grund heute noch ein Gefühl davon vermittelnkann, wie die chinesischen Kaiser und ihr Hofstaat gelebt haben, ist Cixi zu verdanken. Siewar Mitte des 19. Jahrhunderts kaiserliche Konkubine und Mutter des Thronerben, der alsKind zum Kaiser wurde. Sie erlebte die Überfälle der europäischen Truppen, die mit derZerstörung aller kaiserlichen Gärten das Reich der Mitte gefügig machen wollten, um Chinaunter sich aufzuteilen. Cixi wollte die Schmach dieser Demütigung durch den Wiederaufbaudes Sommerpalastes schnell vergessen. Gegen alle Vernunft, denn die chinesischeBevölkerung war verarmt, das Land von Aufständen gegen die unfähige letzteKaiserdynastie geschüttelt, setzte Cixi alle Mittel ein, um die Pracht und den Glanz des altenChina noch einmal erstehen zu lassen. Mit Intrigen und Verschwörungen ertrotzte sie denWiederaufbau des Sommerpalastes. Den Marineetat verwendete sie, um einen marmornenPavillon in Form eines Raddampfers an den See zu bauen.In den Wolkengrat-Grotten, so die Übersetzung des Namens Yungang, hat sich der indischeBuddhismus zu einer chinesischen Volksreligion gewandelt. Im 5. Jahrhundert wurde die 14
  15. 15. Fremdreligion des Buddhismus von den Kaisern der Wei-Dynastie zur Staatsreligion erklärt -aus politischen Gründen: Sie glaubten, dass ein Volk, das dem friedfertigen Buddhismusanhängt, leichter zu beherrschen sei. Die Geschichte gab ihnen Recht. Sie holten sichMönche und Künstler aus den ersten buddhistischen Klöstern an der Seidenstrasse undließen nahe ihrer Hauptstadt Pingcheng, dem heutigen Datong, monumentale Buddha-Höhlen in die Felswand schlagen. Die ersten gigantischen Buddhafiguren sind Porträts derWei-Kaiser. So verehrte das Volk Gott und Kaiser zugleich. In den ältesten Grotten vonYungang sieht man noch, dass der Buddhismus eine weltabgewandte Erlösungslehre war:Die Buddha-Statuen sind mit schlichten, eine Schulter freilassenden Tüchern bekleidet,haben einen entrückten, unnahbaren Ausdruck, ihre Jünger tragen indische Gesichtszügemit langen Nasen.Würden sie unachtsam mit dem Feuer spielen, würde der Großteil der Dorfbevölkerung imInneren ihres Hauses grausam verbrennen. Es gibt nur ein einziges Tor nach draußen - fürbis zu achthundert Menschen. Eine gefährliche Falle und gleichzeitig eine schützendeTrutzburg gegen Feinde von außen - die Tulou. Die Lehmrundbauten des Volkes der Hakkain Südost China bieten Lebensraum für mehrere Hundert Menschen. Kreisrund, bis zu fünfStockwerke hoch, mit einem Durchmesser von über 100 Metern, kreist die Gruppen -Wohnanlage um einen runden Innenhof. Ein einziges Haus - ein ganzes Dorf. Tulou sind dieHäuser der Hakka, eines chinesischen Volksstammes, der ursprünglich aus dem Nordenkam. Gewaltsam vertrieben hat sich das Volk ab dem 12. Jahrhundert in dersüdchinesischen Provinz Fujian niedergelassen und im 17. und 18. Jahrhundert seinekulturelle Blüte entwickelt. Es gibt keine vergleichbare Architektur auf der Erde. Ob alsmonumentale Einzelbauten oder in komponierten Ensembles prägen die defensivenRundhäuser nach außen selbstbewusst majestätisch die Landschaft Südchinas.13.30 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Im fernen Osten (Arbeitstitel), Länge: 75 Min.Gesprächspartner: Thomas Gand, mit dem Fahrrad um die WeltThomas Gand wurde 1972 in Krefeld geboren. Er besuchte dort das Arndt-Gymnasium undmachte später eine Ausbildung bei einer Bank. Im August 2005 brach Thomas Gand zueiner Weltreise auf dem Fahrrad auf. Er war zweieinhalb Jahre unterwegs, bereiste 29Länder und legte über 45.000 Kilometer zurück. Thomas Gand ist Co-Autor des FahrradWeltführers 2010 und arbeitet heute als Lehrer für Bankwesen.Tief in den Bergen von Laos, am Ufer des Mekong, im Grün des Dschungels versunken, liegtLuang Prabang. Luang Prabang war die Hauptstadt von Lane Xang, dem mächtigen Reichder „ein Millionen Elefanten“, und über Jahrhunderte Sitz der Könige von Laos. Bis heute istLuang Prabang Zentrum des laotischen Buddhismus. Noch immer bestimmt die Religion den 15
  16. 16. Rhythmus der Stadt, sind die Pagoden das Herz der Nachbarschaften und machen sichjeden Morgen, noch vor Sonnenaufgang, die Mönche und Novizen auf den Weg, um von denGläubigen das Essen für den Tag zu erbitten. Lange war Luang Prabang isoliert, lagabgelegen hinter dem Bambusvorhang des kommunistischen Indochina. Die Zeit, dastropische Klima, die Feuchtigkeit, haben ihre Spuren hinterlassen. Manche der altenHolzbauten verfallen. Seit sich Laos öffnet und Luang Prabang zum Weltkulturerbe erklärtwurde, wird mit ausländischer Hilfe restauriert. Immer mehr Touristen besuchen die Stadt.Doch noch lebt Luang Prabang, wie es immer gelebt hat - im sanften Rhythmus der Religion,ruhig, fast gemächlich fließt die Zeit, in der alten Königsstadt am Mekong.Die Halong-Bucht im Norden Vietnams, eine bizarre Welt von mehr als 2000 Inseln,Überreste gewaltiger Muschelkalkbänke, die vor 300 Millionen Jahren heranwuchsen. EineLandschaft für Legenden. Der Ha Long, - herabsteigender Drache" soll von den Götterngeschickt worden sein, um die Vietnamesen gegen Feinde aus dem Norden zu verteidigen.Sie verfingen sich im Gewirr der Inseln als der Drache sie mit mächtigen Schwanzschlägenzurücktrieb. So entstanden die tiefen Kerben, die schroffen Felsen und die zahlreichenGrotten, erzählen sich die Einheimischen. Mitten in der großen Halong-Bucht wohnen 300Fischerfamilien auf Booten mit Bambusdächern oder in schwimmenden Häusern, oft schonseit Generationen. Wenn ein Taifun vom südchinesischen Meer her aufzieht, finden sieZuflucht in großen Grotten. Grottentunnel führen zu gut geschützten Seen im Innern einigerInseln. Die meisten Inseln sind unbewohnbar und seit die Halong-Bucht zum Weltnaturerbeerklärt wurde, gilt ein generelles Verbot auf ihnen zu siedeln. Flora und Fauna entwickelnsich wild und unberührt. Unter Wasser schaffen das warme Klima und große Mengen anPlankton ideale Verhältnisse für mehr als tausend Fischsorten und 160 Korallenarten.Angkor Vat ist das größte religiöse Bauwerk der Erde: ein riesiger Tempelkomplex als Teilder Stadt Angkor Thom in Kambodscha. Hier kann man sehen, wie in der Khmer-Kulturreligiöse und materielle Prinzipien verschmolzen. Gebaut wurde die Anlage im 12.Jahrhundert von König Suryavarman II, dem "Schützling des Sonnengottes". Sie ist eingenaues Abbild des himmlischen Kosmos in irdischen Maßstäben. So besteht sie aus demhimmlischen Palast, dem Zentrum des Khmer-Reiches. Als äußere Begrenzung umgibt sieein großer Wassergraben. Das Gebäude selbst ist nach strengen geometrischen Prinzipienals eine dreistufige Pyramide mit fünf Türmen gebaut. Im zentralen und höchsten Turmthront über allem der Schatten des verstorbenen Gottkönigs.Über dreihundert Jahre währte die spanische Herrschaft auf den Philippinen, aber nur inVigan konnte sich das koloniale Architekturerbe bis heute erhalten. Vigan, eine Küstenstadtim Nordwesten der philippinischen Insel Luzon - mit Kathedrale, Bischofspalast undherrschaftlichen Handelshäusern. 1572 landeten hier die Spanier, bekehrten dieBevölkerung zum Christentum und machten das kleine Handelzentrum zur Stadt - nach in 16
  17. 17. Mexiko erprobten Mustern. Die Geschäfte tätigten Chinesen, die noch vor den Spaniern inVigan Fuß gefasst hatten. Porzellan und Seide aus China, Tabak und Indigo aus demHinterland, Gewürze aus Malaysia wurden in dem großen Hafen umgeschlagen, der heuteverlandet ist. Die Händler errichteten schon im 17. Jahrhundert prachtvolle Steinhäuser,während die ländliche Bevölkerung bis heute vorwiegend in Holzhäusern lebt.Schintoismus und Zen-Buddhismus, die beiden großen Religionen Japans, treffen auf derInsel Itsukushima (Miyajima) zusammen. Der Schinto-Schrein von Itsukushima, auf Pfählenin den Uferschlamm gebaut, mit seinem großen roten Tor, das im Wasser weit vor der Inselsteht, ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Japans. In alter Zeit durfte Itsukushimanicht betreten werden, denn alles an der Insel gehörte den Göttern oder war selber Gott. Soglaubten es die Anhänger des Schinto, der alten Ahnen- und Naturreligion. Um so mehrfühlten andere sich gedrängt, ihren Fuß auf die Insel zu setzen, vor allen vielleicht derbuddhistische Mönch Kukai, der Itsukushima im Jahr 806 auf dem Wege von China nachKyoto aufsuchte. Er entzündete ein Feuer auf dem Gipfel des Bergs Misen und kochteWasser in einem großen eisernen Topf. Seither haben seine Jünger das Feuer nichtausgehen lassen und das Wasser immer nachgegossen.14.45 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Schätze an der Seidenstrasse, Länge: 90 Min.Ein heiliger Fluss. Wenig erforscht und mythenumwoben durchquert er das Herz derMongolei. Der Orchon ist die Lebensader der Region und seine Täler sind seit alters herNomadenland. Hunnen und Uiguren siedelten hier, an den Ufern des Orchon wurdenalttürkische Stammesfürsten bestattet und bis heute lebt man im Orchon-Tal fastausschließlich von der Viehzucht. Umso verwunderlicher, dass bereits frühe nomadischeGesellschaften wie die Uiguren inmitten der zentralmongolischen Grassteppe die StadtKarabalgas bauten, ein frühes Zentrum des Seidenstraßenhandels. Eine Stadt aus Lehm fürmehr als 10.000 Bewohner. Karabalgas blieb nicht die einzige Stadt im Land der Nomaden:1235 ließ Dschingis Khan im Orchon-Tal die Hauptstadt der Mongolen bauen, eineprachtvolle Palastanlage mit gepflasterten Strassen und luxuriösen Empfangshallen, dieVoraussetzung für den ersten mongolischen Staat. Im Orchon-Tal lag dasVerwaltungszentrum für ein Imperium, das vom Pazifik bis zum Mittelmeer reichte.Im fruchtbaren Flusstal des Serafschans, im heutigen Usbekistan, liegt eine der ältestenStädte Asiens: Samarkand. Schon im 4. Jahrhundert vor Christus wurde die Oase vonAlexander dem Großen erobert. Die Araber erreichten Samarkand im Jahre 712, errichtetendie ersten Moscheen und Koranschulen. Samarkand entwickelte sich schnell zum zentralenUmschlagplatz an der Großen Seidenstraße, zur Drehscheibe an der bedeutendstenKarawanenstraße von Persien nach China. Hier kreuzten sich Waren und Kulturen, wurdenGüter aus Persien, Indien, der arabischen Halbinsel und China umgeschlagen. Ihre Blütezeit 17
  18. 18. verdankt die Stadt aus Tausendundeiner Nacht den Eroberungszügen eines despotischenFeldherrn, der seinen Herrschaftsbereich vom Ganges bis zum Mittelmeer ausdehnte.Samarkand war das Zentrum dieses Weltreiches, die Residenzstadt Timur Lenks, Timur desLahmen. In Feldzügen bis nach Europa und Indien ließ Timur und seine Horde Städtezerstören, die Bevölkerung massakrieren. Die besten Handwerker und Künstler jedochverschleppte er nach Samarkand. Sie schufen im 14. Jahrhundert jene atemberaubendeArchitektur, die Samarkands Ruf begründete, "als schönste Stadt der Welt".Inmitten der Wüste Karakum in Turkmenistan speist der Fluss Murghab eine große Oase. Inihr wuchs ab dem 6. Jh.v.Chr. eine Weltstadt heran, die im Mittelalter viele hunderttausendEinwohner zählte: Merv. Legendär reich war die Oasenstadt, ein wichtiger Knotenpunkt ander Seidenstraße, ein geistiges Zentrum der islamischen Welt. Merv erreichte seine Blütezeitim 11. und 12. Jahrhundert als östliche Hauptstadt des Seldschuken-Reiches, kurz bevor dieStadt auf grausame Weise unterging. Erbaut war Merv ganz aus Lehm. Reste der demextremen Klima angepassten Architektur haben sich bis heute erhalten: die massivenStadtmauern, Palastbauten, Gebäude für Bibliotheken, Wasserspeicher und Mausoleen, dienoch heute von Pilgern besucht werden. Die Ruinen von Merv bedecken eine Fläche vonmehr als 8 qkm und bestehen aus mehreren, im Laufe der Jahrhunderte nebeneinandererbauten Städten, jede eine Art Zeitkapsel aus einer bestimmten historischen Epoche.Aleppo, die alte syrische Stadt, ist von jeher ein großer Marktplatz gewesen. Nichts istreizvoller als in dieser arabischen Stadt in das endlose Gassengewirr des Sukseinzutauchen. Hinter dem Antiocha-Tor aus dem 12. Jahrhundert beginnt der Suk - ein Basaraus kilometerlangen, größtenteils überdachten Ladenstraßen, die nach Waren strenggeordnet sind. Hier wird gehandelt, gefeilscht, gekauft oder Tee getrunken. Aleppo hatgriechische Wurzeln. Im 3. Jahrhundert vor Christus wurde die Stadt schachbrettartigangelegt. Damals bildete die Agora, der griechische Marktplatz, den Mittelpunkt der Stadt.Den besten Blick auf die Stadt bietet die prächtige Zitadelle, die hoch über der Stadt auf demBurgberg thront und die Residenz der Mamelukken-Sultane war.Fast 700 Jahre lang war die zentralanatolische Kleinstadt Safranbolu Drehkreuz für dieHandelskarawanen auf der Seidenstraße. Knapp 200 Kilometer nördlich der heutigenTürkischen Metropole Ankara gelegen, galt Safranbolu den Osmanen schon früh als„Hintergarten des Topkapi-Serail“ am Bosporus. Seine Bewohner, Türken, Griechen undJuden, waren berühmt für ihre Handwerkskunst. Schmiede, Töpfer und Gerber bestimmtenüber Jahrhunderte das Alltagsbild. Viele arbeiteten als Bäcker oder Sattler am Sultanshof inIstanbul, manche stiegen gar in hohe Regierungsämter auf und schafften es wie derlegendäre Izzet Mehmet Pascha zum Großwesir des osmanischen Reiches. Das brachteWohlstand und die nötigen Mittel für prächtige Stadt-Villen. Zwei Großwesire stiftetenMoscheen, sorgten für Infrastruktur, Stadtplanung und mit dem Bau des ersten Uhrenturmes 18
  19. 19. im Osmanischen Reich auch für die Einkehr einer neuen Zeitrechnung. Die Segnungen derModerne, breite Ausfallstraßen, große Geschäftsgebäude und Industriekomplexe, erreichtendie kleine Stadt nie. Sie wurde schlicht vergessen.Istanbul, Metropole und Kapitale dreier Weltreiche, Schmelztiegel verschiedener Kulturen,einzige Stadt auf zwei Kontinenten. Das römische Reich und seine Kultstätten gaben dieFundamente für Konstantinopel, Hauptstadt des byzantinischen Reiches, worauf dieOsmanen ihre Herrschaft mit ihren Monumenten gründeten. Die Altstadt von Istanbul,ausgelegt auf sieben Hügeln wie Rom, gilt nicht nur mittelalterlichen Dichtern als Augapfelaller Städte. Ungebrochen zieht sie Menschen in ihren Bann wie eine Fata Morgana amSchnittpunkt von Orient und Okzident. Das historische Istanbul auf der Landzunge zwischenGoldenem Horn, Marmarameer und Bosporus scheint wie keine andere Metropole dazubestimmt, Ost und West in eine Synthese zusammenzuführen, wie es Goethe im "West-östlichen Diwan" vorschwebte: "Sinnig zwischen beiden Welten, sich zu wiegen, lass ichgelten, also zwischen Ost- und Westen sich bewegen, seis zum Besten."16.15 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Das Erbe des Römischen Reiches,Länge: 45 Min.Das Limesmuseum in Aalen ist Ausgangspunkt für die Erzählung über das Erbe desRömischen Reiches. Das Römische Reich fasziniert nach wie vorr. Weil es so riesengroßwar, weil es länger dauerte als jedes andere, mehr aus tausend Jahre ? Die Welt in der wirheute leben ist immer noch geprägt ist von diesem Imperium. Die Römer haben mehrhinterlassen als Monumentalbauten und Statuen. Sie haben jene Software geschrieben, dienach wie vor unseren Alltag steuert. Das Alphabet das wir verwenden, das ist das römische.Die italienische, französische, spanische, portugiesische und rumänische Sprache entspringtdem Latein. Unser Justizsystem basiert auf dem Römischen. Unsere Hauptverkehrswegesind angelegt nach römischem Vorbild. Unsere Architektur, der Malerei, der Bildhauerei, dasalles würde ganz anders aussehen ohne die Römer. Im Grunde genommen ist unseremoderne westliche Lebensart nichts anderes als die Weiterentwicklung der römischen. VomLimes ausgehend führt die Reise rund ums Mittelmeer. Das syrische Bosra mit seinemFreilichttheater war Hauptstadt der Provinz Arabia. Leptis Magna im heutigen Libyen wareine Art Steuerparadies der Antike und im tunesischem El Djem erinnert das Kolosseum anGladiatorenkämpfe und Tierhetzen. Der Pont du Gard in Südfrankreich zählt mit seinen dreiEtagen und den 64 Rundbögen zu den Meisterwerken der antiken Baukunst. Immer noch istder Pont du Gard eine Pilgerstätte für Architekten aus der ganzen Welt, sie bewundern dieaußergewöhnliche Leistung ihrer damaligen Kollegen. Tourismus war sehr beliebt imRömischen Reich. Und die Lieblingsrouten führten zu den heute noch frequentiertenReisezielen, etwa an der Adria. Butrint war ein beliebter Touristenort – eine Kur- und 19
  20. 20. Festspielstadt. Der Film berichtet aber auch von der großzügigen römischem Mythologie. Eswar eine der großen Stärken fremde Ideen sich einzuverleiben. Man übernahm nicht nur dieÖkonomie eines unterworfenen Reiches, man übernahm sein ganzes Wissen und seinenGlauben. In der Stadt Baalbek im Libanon stand ein Tempel der in Größe und Prachteinzigartig war im Römischen Reich: der Jupitertempel. Einst verehrten hier die Syrer ihrenGott Baal, später weihte Alexander der Große die Stätte dem Sonnengott Helios. DieterMoor zeigt in dem Film auch, dass die moderne Archäologie längst nicht nur ausAusgrabungen besteht. Ihre Untersuchungsmethode gleichen eher denjenigen vonkriminalistischen Spurensuchern an Tatorten oder Tatwaffen. So hat man herausgefunden,dass es im Römischen Reich beträchtliche Gesundheitsunterschiede gab zwischen arm undreich. Die Armen hatten bessere Zähne. Auf Grund der Stärke- und zuckerreicherenErnährung der Wohlhabenden litten diese viel häufiger an Karies. Eine echtesWohlstandsleiden.17.00 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Monumente für die Ewigkeit, Länge: 45 Min.Einige der prächtigsten Bauten entstanden durch den Totenkult. An den verschiedenstenPlätzen dieser Erde finden wir Grabmäler, die uns Einblicke in die unterschiedlichstenKulturen geben. All diesen Kulturen war eines bewusst: Der Tod währt länger als jedesLeben. Schon in der Steinzeit finden sich Spuren von Totenkult und damit verbundenenOpferriten. Stonehenge und das Grab Maes Howe auf den britischen Orkney Inseln sinddafür Beleg. Die Pyramiden Ägyptens sind heute die steinernen Zeugnisse einer der erstenHochkulturen der Menschheit. Als die Dynastien der ägyptischen Hochkultur bereitsGeschichte waren, entdeckten die Nabatäer im heutigen Jordanien die Unvergänglichkeit derSteine. In Petra schufen sie prächtige Häuser für ihre Toten. Auch eine der berühmtestenWelterbestätten Chinas, die tönernen Soldaten von Xian, ist ein Grabmal. Seit 2.200 vorChristus bewachen diese Soldaten das Grab des ersten Kaisers Qin Shi Huangdi. Das TajMahal - das Grabmal aus Marmor - wurde vom indischen Großmogul Shah Jahan 1651 fürseine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbaut, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb.Untröstlich über ihren Tod ließ er einen Prunkbau aus rotem Sandstein und Marmorerrichten, eine Meisterleistung indo-islamischer Kunst. Am Rand der riesigen SteppeKasachstans steht eine prächtige Grabmoschee. Hier liegt ein Mann begraben, der denKasachen heilig ist: Hodscha Ahmed Yasawi, ein asketischer Poet, Mystiker undReligionsstifter, jener Mann der einst den nomadischen Steppenvölkern den Islamnahebrachte. Weil die Menschen im antiken Korea an ein Leben nach dem Tode glaubten,bauten sie allen hochrangigen Persönlichkeiten Hügelgräber und statteten diese mitWandmalereien aus. Eines gilt als die Wiege der koreanischen Kultur: Koguryo. Die 20
  21. 21. Grabfresken vergegenwärtigen die damaligen religiösen Vorstellungen und geben Einblickein den Alltag des antiken Korea.17.45 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Das Erbe der Menschheit, Länge: 45 Min.Japan hat ein besonderes Verhältnis zur Zeit. Tempo, Pünktlichkeit. Leistung ist Arbeit in derZeit. Einmal blieb die Zeit stehen. Am 6. August 1945, um acht Uhr fünfzehn am Morgen.Abwurf der ersten Atombombe. Und als die Zeit stehen geblieben war und sichweiterbewegte, war das alte Japan untergegangen. Ein neues Zeitalter hatte begonnen, nichtnur für Japan. Aber in Japan ging alles schneller und rücksichtsloser. Seit 1996 gehört dieRuine der alten Industrie- und Handelskammer Hiroshimas zum Weltkulturerbe. DerAtombombendom. Eine kleine Ruine aus rostigem Stahl und bröckelndem Beton. Er ist dasWahrzeichen der Stadt Hiroshima. Ein seltsames Wahrzeichen in einer seltsamen Welt. DieUSA waren gegen den Eintrag Hiroshimas in die UNESCO-Liste. Sie rechtfertigen denAbwurf der Bombe bis heute. Hiroshima ist nach dem Krieg völlig neu erbaut worden undheute eine geschäftige Großstadt. Es gibt immer noch Atombombenopfer, aber manbegegnet ihnen nicht. Sie leben zurückgezogen. Sie passen nicht recht in das moderneJapan. Dem Atombombendom gegenüber liegt der Friedenspark von Hiroshima. Einst eingemütliches altes Viertel mit Holzhäusern, Winkelgassen und einem Tempel. Heute spannensich die Flügel des Friedens-Gedächtnis-Museums über den Park."Dies ist die Insel. Hier werdet ihr sterben!" Mit diesen Worten wurde Nelson Mandela 1963auf Robben Island empfangen. Aber Nelson Mandelas Widerstandkraft wurde auch von 27Haftjahren nicht gebrochen. Und mit ihm waren fast alle führenden schwarzenOppositionellen auf Robben Island interniert. Robben Island bedeutete schwarz und weiß.Ohne Grauzone. Schwarz, das waren die Häftlinge. Weiß, das waren die Wärter. Denganzen Tag arbeiteten die politischen Gefangenen in den Steinbrüchen der kargen Insel.Geduldig eroberten sie Freiräume, sie bekamen lange Hosen, Betten statt Strohmatten, siebegannen zu studieren. Aber täglich blieben sie mit der Willkür konfrontiert, dieErleichterungen wieder zu verlieren. Robben Island diente von 1961 bis 1996 als Gefängnis.Heute ist die ehemalige Gefangeneninsel eine Touristenattraktion, die stündlich vom knapp12 km entfernten Kapstadt aus angefahren wird. Und sie ist ein Symbol: für dasApartheitsregime Südafrikas und dafür, dass der Widerstand der schwarzen Bevölkerungnicht länger zu unterdrücken war.Auschwitz, Oswiecim, - ein Ort in Polen, zwischen Kattowitz und Krakau. Eine Kleinstadt,nahe der Weichsel, ein Industriegebiet, eine Gegend ohne besondere Eigenschaften.Auschwitz ein Synonym für das größte aller Verbrechen: die Ermordung der europäischenJuden. Auschwitz markiert einen Zivilisationsbruch. Es erinnert daran, dass mitten im 20.Jahrhundert die Deutschen fähig waren zu einem singulären Verbrechen dem über 5 21
  22. 22. Millionen Juden zum Opfer fielen. Auschwitz, das Stammlager, im Mai 1940 von denNationalsozialisten eingerichtet in ehemaligen Militärbaracken, ein Konzentrationslager, einArbeitslager. Sein Tor trägt die Inschrift Arbeit macht frei. Am 3. September 1941 fand hierder erste Vergasungsversuche statt: 600 sowjetische Gefangene und 259 Gefangene ausder Krankenbracke wurden mit Zyklon B ermordet. Auschwitz - das lässt sich nicht zeigen.Dieser Name wird umstellt mit der Wiederholung der immergleichen Bilder. Wer kennt sienicht, die Aufnahmen, die nach der Befreiung gedreht wurden, die Kinder, die den Kamerasihre eintätowierten Nummern zeigen, die Bilder der Krematorien, der Zyklon B - Dosen.Heute ist Auschwitz eine viel besuchte Gedenkstätte, ein Ort der Erinnerung. Er trägt dieBürde der Morde. Der Film verzichtet auf jeden Kommentar. Er zitiert und montiert Aussagender Auschwitz-Prozesse von 1964.18.30 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Welterbe in Gefahr, Länge: 45.00 Min.Am 9. November 1993 zerstörten kroatische Milizen die Brücke von Mostar, sie trennt denmuslimischen und den christlichen Teil der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Am 12.März 2001 sprengten Taliban – Milizen die größten Buddha – Statuen der Welt imafghanischen Bamiyan-Tal. Ein Erdbeben zerstörte am 26. September 2003 in deriranischen Stadt Bam die berühmte Zitadelle, ein Weltkulturerbe, und einen großen Teil derStadt. Naturkatastrophen, Terrorismus, Krieg. Drei Beispiele, die deutlich machen wiegefährdet unsere Welterbestätten sind. Der Titel „Welterbe“ hilft nicht gegen rohe Gewalt.Weder Terroristen noch Kriegsparteien lassen sich von so einem Titel nur ansatzweisebeeindrucken. Das Label „Welterbe“ haben mittlerweile 911 Denkmäler aus 151 Ländern derWelt verliehen bekommen haben. Dieter Moor zeigt in diesem Film welchenunterschiedlichen Gefahren Welterbestätten ausgesetzt sind. Und er blickt zurück auf dieUrsprünge der UNESCO Welterbeliste: die Rettung der Ruinen von Abu Simbel in den1960er Jahren.Die Ausgrabungsstätte von Abu Mena in Ägypten ist durch das Nilwasser bedroht. Dieseswurde umgeleitet, damit die Landwirtschaft floriert. Dadurch stieg der Pegel desGrundwassers und veränderte die natürlichen Eigenschaften des Lehmbodens. Der Bodenunter den Ruinen wurde brüchig. Die Krypta des Heiligen Menas musste wieder zugeschüttetwerden. In die Stollen war Wasser gelaufen. Sie drohten einzustürzen.Wie dicht gewebte Teppiche überziehen Reisterrassen die Berghänge der Insel Luzon imNorden der Philippinen. Die Reisterrassen der Ifugao sind eine einzigartigeKulturlandschaft, ein Meisterwerk der Bewässerungstechnik und der Terrassenbaukunst.1995 wurden diese Landschaft als erste so genannte „Bauernlandschaft“ zumWeltkulturerbe, 2001 zum gefährdeten Welterbe, erklärt. Wie die WeinberglandschaftenEuropas sind die Reisterrassen das Ergebnis eines Zusammenspiels von Mensch und Natur. 22
  23. 23. Die Ifugao - Baumeister schufen mit ihren Reisterrassen eine Landschaftsarchitektur, dieNutzen und Ästhetik miteinander verbindet - wie kaum eine andere Kulturlandschaft - dasachte Weltwunder wie die Filipinos stolz sagen. Doch die Ifugao sind zu der harten Arbeitnicht mehr so ohne weiteres bereit. Die Dörfer entvölkern sich, die Jungen wandern in dieStädte ab. Dort wird schneller Geld verdient als auf den Reisfeldern. 80 % der Jungenverlassen ihre Dörfer. Werden die Terrassen aber nicht gepflegt, verfallen sie. Mit ihnensterben alte Reissorten und überlieferte Kenntnisse - was zum unwiederbringlichen Verlustdessen führt, was noch immer Weltwunder genannt wird.Die Seen von Kissimee sind der Ursprung einer einzigartigen Urlandschaft - denEverglades. Ende des 19. Jahrhunderts zeigten Immobilienspekulanten Interesse an derLandschaft. Sie ließen einen exotischen Baum aus Australien einführen, der vier Mal so vielWasser brauchte. Der Melaleuca-Baum entzog den Sümpfen das Wasser und trocknete sieaus. So entstand Bauland und Anbaufläche für Zuckerrohr und Apfelsinenplantagen. DerWasserkreislauf wurde jäh unterbrochen. In den heißen Sommermonaten jagen Brände überden ausgetrockneten Boden. Dagegen setzen die Farmer riesige Bewässerungsanlagen ein,die den Everglades noch mehr Wasser entzogen. Vermischt mit Phosphor und Pestizidengelingt das Wasser ungefiltert in den längst angeschlagenen Wasserkreislauf. Das Paradiesvon einst ist fast verschwunden. 90 Prozent der Wattvögel kommen nicht mehr. Zudem sinddie Everglades bedroht durch Tourismus und die Städte Miami und Orlando, die wie ein Keilin die Everglades gebaut wurden und ständig weiter wachsen.Vor der Ostküste Australiens befindet sich das Great Barrier Reef, die größte Ansammlungvon Korallenriffen der Welt. Es erstreckt sich über 2300 Kilometer und bedeckt eine Fläche,die größer ist als Italien. Die Aborigines Australiens nennen es "Waga Gaboo" - das GrosseRiff. Das Barrier Reef ist das größte Bauwerk auf Erden, geschaffen von mikroskopischkleinen Lebewesen. Unzählbare winzige Polypen erzeugen jeden Tag auf einemQuadratkilometer Riff vier Tonnen Kalksteingerippe. Aber dieses Leben ist in großer Gefahr,das hat nicht nur ein havarierter Öltanker im Frühjahr 2010 gezeigt. Mit dem jährlichenMonsunregen vergiften Pflanzenschutz- und Düngemittel das Wasser. Weitere Schadstoffegelangen infolge der vermehrten Bebauung einiger Inseln ins Meerwasser. Aber auchAnkerwürfe von Booten, Treibstoffe oder das Sonnenöl der Touristen gefährden das Biotop.Taucher können mit einem einzigen Flossenschlag einen ganzen Korallenast zerstören.Durch starke Stürme, eine Folge der globalen Erwärmung, wurden in den Jahren 1998 und2002 95 % des Great Barrier Reefs in Mitleidenschaft gezogen.Der Aletsch ist der mächtigste Gletscher der Schweizer Alpen. Über 22 Kilometer zieht ersich vom Jungfraujoch zum Rhonetal hinab. 86 Quadratkilometer Eis. Tausende von Jahrenalt und sich immer wieder erneuernd. Aber auch der Aletsch wird kleiner. Aufgrund derzunehmenden Temperaturen der letzten Jahre zieht er sich, wie alle Alpengletscher, deutlich 23
  24. 24. verstärkt zurück. Die relative Trägheit in seinen Reaktionen auf Klimaschwankungen machenihn zu einem idealen Untersuchungsobjekt zur Erforschung der Klimaentwicklung. SeineLängenschwankungen dürften sogar eine Rekonstruktion aller größerenKlimaveränderungen der letzten 3200 Jahre erlauben.In der chilenischen Atacamawüste findet sich die ehemaligen SalpeterfabrikenHumberstone und Santa Laura. Salpeter braucht man für Düngemittel und zumKonservieren von Lebensmitteln aber auch für Schwarzpulver. Im 19. Jahrhundert warSalpeter so begehrt, dass um ihn sogar ein Krieg zwischen Chile, Bolivien und Peruentbrannte. Nach dem Sieg Chiles wurden hier Fabriken gegründet, insgesamt waren es136. Die Wüste wurde zum gelobten Land für Glückssucher und brachte Chile Wohlstand. ImErsten Weltkrieg aber brach der Salpeterboom ein. Und nachdem in Deutschland, nochwährend des Weltkriegs, synthetischer Salpeter entwickelt wurde, kam das Geschäft zumErliegen. 1960 wurden die Salitreras Humberstone und Santa Laura ihrem Schicksalüberlassen. Heute sind sie schutzlos ausgesetzt dem immerwährenden Wüstenwind. DenRest besorgten Erdbeben und Plünderungen. Die UNESCO hat dieses Welterbe alsgefährdet eingestuft. In Wahrheit sind sie wohl für immer verloren, diese Kathedralen eineruntergegangenen Industrie.Der Film „Welterbe in Gefahr“ endet mit einer Hoffnung. Nach dem Ende des JugoslawienKrieges beschloss die Weltorganisation: die Brücke von Mostar originalgetreu wiederaufzubauen. Aufs Neue sollte so eine Brücke geschlagen werden zwischen den Muslimenund den Christen in Mostar. Für die Rekonstruktion wurden 15 Millionen Euro benötigt. DieTürkei, Holland, Italien, die Weltbank und auch Kroatien beteiligten sich an diesen Kosten.19.15 Uhr In 24 Stunden um die Welt – 40 Jahre Welterbe – Eine Bilanz,Länge: 60.00 Min.Gesprächspartner: Dietrich Offenhäußer, Deutsche UNESCO KommissionDietrich Offenhäußer ist stellvertretender Generalsekretär und Pressesprecher derDeutschen UNESCO – Kommission e.V.. Mit ihm wird Dieter Moor eine Bilanz zu „40 JahreWelterbe“ ziehen.Wenn der Name „Pfahlbauten“ fällt, wird, zumindest in Deutschland, zuerst an das Dorf undMuseum in Unteruhldingen gedacht - dabei ist das Welterbe genau genommen nur unterWasser, oder unter der Erde zu besichtigen. 2011 hat die UNESCO 111 dieser Fundstellenprähistorischer Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen zum Weltkulturerbe erklärt. DieseÜberreste von Seeufer- und Moorsiedlungen liegen in den sechs am Welterbe beteiligtenLändern: Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien und Slowenien.Kulturhistorisch erlauben diese Fundstellen eine lebendige Einsicht in die Entstehung und 24
  25. 25. Entwicklung früher Agrargesellschaften. Dieser kulturhistorische Schatz ist seitJahrtausenden hervorragend im Boden von Seen und Mooren konserviert: Hier wurde einerder frühesten Metallfunde in Mitteleuropa gemacht - eine Schmuckscheibe aus Kupfer - dazulassen Perlen aus Kalkstein und die zugehörigen „Spezialbohrer“ fast so etwas wie Perlen-und Schmuckindustrie erkennen. Von der Steinzeit um 5000 vor Christus bis in die Eisenzeitum 500 vor Christus gibt es Pfahlbauten, die in unterschiedlichen Siedlungsformen errichtetwurden. Der „Schätze der Welt“ – Film über diese Pfahlbauten wird zum ersten Mal in derSendung „In 24 Stunden um die Welt“ ein.Der Neusiedlersee ist der drittgrößte See in Mitteleuropa. Geologisch verläuft hier dieGrenze nach Osteuropa. Nur anderthalb Meter ist der Steppensee im Durchschnitt tief. DerWasserstand wird vor allem durch Regen und Schnee bestimmt. So eigentümlich der Seeselbst, so einmalig ist auch sein Umland. Zu den Besonderheiten gehören die Lacken imSeewinkel, kleine Weiher und Tümpel, die nicht mit dem eigentlichen See verbunden sind.Ein Paradies für Tiere, das seit 1992 als Naturpark in großen Teilen sich selbst überlassenbleibt. In Pannonien, wie die Gegend auch genannt wird, haben viele Völker ihre Spurenhinterlassen. Kelten und Markomannen, Vandalen, Slawen und Awaren. Die Römergründeten Sopron, das frühere Ödenburg. Die Stadt ist Zentrum und natürliche Hauptstadtder Region. Pannonien ist ein Steppenland mit äußerst heißen Sommern und bitterkaltenWintern. Nirgendwo ist mehr Himmel als hier im Regenschatten der Alpen und am Beginnder Ungarischen Tiefebene. Seit dem 16. Jahrhundert prägt die Familie Esterházy dieGeschichte des Neusiedlersees. Fürst Nikolaus von Esterházy holte Joseph Haydn alsKapellmeister nach Eisenstadt. Die unbedingte Loyalität gegenüber dem Hause Habsburg,sowie Geschick vor dem Traualtar und auf dem Schlachtfeld brachten den Esterhazys einesder größten Vermögen Europas ein. 1956, während des ungarischen Volksaufstands, standdie Gegend um den Neusiedlersee für kurze Zeit im Focus der Weltgeschichte. Vieletausend Menschen flohen über den Einser Kanal nach Österreich. Ähnliche, wenigerdramatische, Ereignisse wiederholten sich dann im Spätsommer 1989. Dieses Mal waren esUrlauber aus der DDR, die hier die Grenze nutzten, um ihr Glück im Westen zu suchen.Wer den Namen Reichenau hört, assoziiert damit Gemüse, vielleicht auch Segeln oderBaden. Doch die vom Klima so begünstigte Insel hat mehr zu bieten als Salatköpfe, Gurkenund Bootsanleger. Und deshalb hat die UNESCO die Reichenau im November 2000 zumWeltkulturerbe ernannt. Die Reichenauer Benediktinerabtei ist ein Musterbeispielmittelalterlicher Klosterarchitektur in Zentraleuropa. Sie entwickelte sich im 10. und 11.Jahrhundert zu einem geistigen und kulturellen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches.Ihre Malschule prägte die europäische Kunstgeschichte des 10. und 11. Jahrhunderts. DasMarienmünster ist die größte der drei romanischen Kirchen. Als ehemalige Klosterkirchewurde sie im frühen 9. Jahrhundert erbaut. Zur gewaltigen dreischiffigen Basilika gehört eine 25
  26. 26. reiche Schatzkammer mit Reliquien und Schreinen. Der Klostergarten geht auf Abt WalahfridStrabo zurück, Verfasser des ersten deutschen Buchs über den Gartenbau. Aus seinerFeder stammt auch die "Visio Wettini", die Vision des Mönches Wetti. Eingerahmt in dieapokalyptische Vision des Mönches Wetti spiegelt diese "göttliche Komödie" das christlicheWeltbild des frühen Mittelalters wieder.20.15 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Die Welt der Vulkane, Länge: 45.00 Min.Vulkane lassen uns immer wieder überwältigt staunen, aber sie machen uns natürlich auchAngst. Der Film erzählt mit beeindruckenden Bildern von der faszinierenden Welt derVulkane. Um die gewaltigen Feuerspeier haben sich immer wieder Mythen und Legendengebildet, wie die der Feuergöttin Pele auf Hawaii. Aber auch die christlich-traditionelle Visionder Hölle gleicht auffällig dem Flammeninferno im Inneren unserer Erde. Vulkanausbrüchehaben immer wieder zu Katastrophen geführt, die sich tief in das kollektive Gedächtnis derMenschheit gebrannt haben. Deutschlands aktivste Vulkanregion ist die Eifel. Diegewaltigste Eruption der jüngeren Erdgeschichte ereignete sich dort vor 13.000 Jahren amLaacher See. Weite Teile Mitteleuropas waren damals durch einen dichten Ascheregenverdunkelt. Das Museum Lava – Dome in Mendig ist Ausgangspunkt für Dieter MoorsErzählung. Die filmische Reise führt dabei nach Hawaii zum Kilauea, dessen Lavastrom seit1983 ununterbrochen fließt. Weitere Ziele sind Pompeji zu Füßen des Vesuv. Die äolischenInseln mit dem Namensgeber aller Vulkane, Vulcano und dem Stromboli. Die russischeHalbinsel Kamtschatka, ein Eldorado für Vulkanforscher. 168 Vulkane, unzählige Geysireund Schwefelseen markieren hier nur den sichtbarsten Rahmen für ein Phänomen, dasGeowissenschaftler als das Herz des „Pacific Ring of Fire“ deuten. Erdbeben undVulkanerruptionen erschüttern die 1200 Kilometer lange Halbinsel im Wochenrhythmus. AufIsland stoßen die eurasische und die nordamerikanische Erdplatte aufeinander. Noch immerdriften Europa und Amerika um etwa zwei Zentimeter pro Jahr auseinander. Auseinandergedrückt von der mit aller Kraft nach oben strebenden Magma im Inneren der Erde. Karg undbizarr ragen die Vulkane des Galapagos – Archipels aus den Fluten des PazifischenOzeans. Vor 5 Millionen Jahren durchstieß glühend heiße Lava die hier extrem dünneErdkruste und gebar den ersten Vulkan. Der wurde mit der nach Südosten driftenden Nazca- Platte verschoben und machte Platz für neue Vulkane und neue Inseln. Dieter Moorberichtet auch vom Vulkanmassiv Tongariro auf Neuseelands. Am 23. September 1995entlud sich der Druck unter dem Kratersee von Ruapehu im größten Ausbruch des letztenJahrhunderts. Für den Tuwharetoa Stamm ist der Tongariro ein heiliger Berg. Um zuverhindern dass er in private Hände fällt, schenkten sie 1887 den Berg der Regierung vonNeuseeland - mit der Maßgabe ihn für alle Menschen zu schützen. Auch deswegen gehört 26
  27. 27. der Tongariro wie alle anderen Ziele von denen Dieter Moor berichtet zum Welterbe derUnesco.21.00 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Maya – Könige aus dem Regenwald,Länge: 45.00 Min.Die Maya lebten in Süd- und Südost-Mexiko (Yucatan) sowie in Teilen von Guatemala,Honduras, Belize und El Salvador. Sie entwickelten eine blühende Kultur, die sechsmal solange währte wie das Römische Reich. Die Maya brachten mathematische, astronomischeund architektonische Höchstleistungen hervor, die bis heute Wissenschaftler und Laien inErstaunen versetzen. Ihre Geschichte schrieben sie in einer Hieroglyphenschrift nieder. DieKultur der Maya erlebte zwischen 250 und 900 nach Christus mit dem Aufkommen eineserblichen Königtums ihre größte Blüte. Unter der Regierung der Adeligen entstanden ihreberühmten Stufenpyramiden, Tempel und Paläste. Die Herrscher der häufig verfeindetenKleinstaaten sahen sich als Mittelpunkt des Kosmos und als Mittler zwischen Menschen undGötter. Warum die politische Struktur der Maya unterging ist bis heute nicht geklärt. DieseTatsache lieferte ideale Voraussetzungen für die Legendenbildung. In den vergangenen 20Jahren gelang es der Wissenschaft Phantasie und Fakten voneinander zu trennen. Licht insDunkel brachte die fast vollständige Entzifferung der Schrift. Die Glyphen auf den Stelenkonnten gelesen, Zeremonien auf Relieftafeln gedeutet werden. Es fanden sich Belege fürOpferrituale und Kriege. Damit war das „Märchen“ von den sanftmütigen Sternguckern underfinderischen Kakaotrinkern widerlegt.21.45 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Rund um die Karibik, Länge: 75.00 Min.Gesprächspartner: Jakob Strobel y Serra, ReisejournalistJakob Strobel y Serra wurde 1966 in Bonn geboren. Nach dem Abitur studierte erHispanistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin. Ein Jahr lang arbeitete er alsStipendiat des DAAD im Archivo General de Indias in Sevilla über die Piraterie imspanischen Transatlantikhandel des 16. Jahrhunderts. Während des Studiums schrieb er alsfreier Mitarbeiter für verschiedene Tageszeitungen, war für das ZDF in dessen MadriderStudio und das katalanische Fernsehen in Barcelona, der Heimatstadt seiner Mutter, tätig.Dem Examen schloss sich ein mehrmonatiger Aufenthalt in Mexiko an, wo er für einWirtschaftsmagazin arbeitete. Im Oktober 1993 begann er ein Volontariat bei der FrankfurterAllgemeinen Zeitung und wurde danach Redakteur bei der Frankfurter AllgemeinenSonntagszeitung. Anfang 1997 wechselte er in das Reiseblatt der F.A.Z. in dem er sichseither als Halbspanier vor allem um die spanischsprachige Welt und als Hobbykoch um allekulinarischen Themen kümmert. Er ist Co-Autor von Alfons Schuhbecks "Meine Reise in die 27
  28. 28. Welt der Gewürze". Außerdem hat er verschiedene Reiselesebücher etwa über Mexiko,Argentinien und Barcelona herausgegeben.Als holländische Idylle liegt Willemstad in der Karibik. Die Hauptstadt von Curacao ist dasWerk jüdischer Siedler. Sie waren vor der Inquisition aus Spanien erst nach Amsterdamgeflohen und hatten dann auf Curacao eine neue Heimat gefunden. Vor 350 Jahren. Dieholländische Krone nutzte die Insel derweil als Stützpunkt für den Sklavenhandel und einbisschen Seeräuberei. Auch das ist lange her. Geblieben sind die Nachfahren der Sklaven,die sich auf Curacao jetzt autonom verwalten. Holländer und Juden lenken nur noch dieWirtschaft. Denn: Lohnende Geschäfte gibt es so fern vom Mutterland auch nach demVerbot der Sklaverei noch. Das in leuchtenden Farben herausgeputzte "Klein Amsterdam" istein beliebtes Ziel für Kreuzfahrttouristen - und für nicht versteuertes Geld. Ziemlich anrüchigauch die qualmende Raffinerie gleich hinter dem Weltkulturerbe. Doch hinter der historischenFassade gibt sich Willemstad ganz ungerührt wie die Unschuld vom Lande der Windmühlen.Mitten im hässlich brodelnden Betondschungel von Caracas liegt die Zentrale Universitätvon Venezuela wie eine Insel der Ruhe und der Schönheit. 87 Bauten, eine Stadt in derStadt. Damit schuf In den 40er bis 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts der VenezolanerCarlos Raul Villanueva ein stadtplanerisches und architektonisches Meisterwerk,angereichert mit über hundert Werken großer Künstler jener Zeit. Mit seinem virtuosgeformten Beton hat Villanueva einen eigenen und noch immer aktuellen Baustil geprägt.Der 1974 verstorbene Architekt kommt im Film noch einmal zu Wort um sein Werk zuerläutern: Seinen Versuch, mit den Mitteln der Architektur und der Ästhetik das Leben derMenschen zu gestalten - vor allem die Form ihres Zusammenlebens. Daher die - vomtropischen Klima begünstigte - Durchlässigkeit der Bauten zwischen Innen und Außen, diegewollte Aufhebung der Grenzen zwischen den Fakultäten sowie zwischen der Universitätund dem Volk. Doch leider, stellt Villanueva am Ende bedauernd fest, hat er mit seinemKonzept die politische und soziale Entwicklung Venezuelas nicht aufhalten können, in der dieKluft immer größer wird zwischen dem Volk und der Elite.Trinidad, an der Südküste nahe der Stadt Cienfuegos gelegen, ist Kubas kolonialeVorzeigestadt. Diego Velasquez, erster Gouverneur der Insel, gründete die Stadt 1514, inder Hoffnung in den nahe gelegenen Flüssen Gold zu finden. Diese Hoffnung zerstob und solebte Trinidad bis ins 18. Jahrhundert vor allem vom Schmuggel. Zu Wohlstand kam dieStadt durch den Zucker und den damit verbundenen Sklavenhandel. Die Zuckerbaroneversuchten mit dem Luxus und dem Baustil Havannas zu konkurrieren. Sie bautenPrachtpaläste in der Tradition der spanisch-maurischen Mudéjar-Architektur. In diesenHäusern wurde ein Salonkultur mit Theater, Philosophie, Kunst und französischer Sprachegepflegt. Östlich von Trinidad liegt das Valle de los Ingenios, das Tal der Zuckermühlen. BisMitte des 19. Jahrhunderts war hier das Zentrum der kubanischen Zuckerindustrie. Neben 28
  29. 29. dem Tabak ist Zuckerrohr das wichtigste Erzeugnis Kubas, früher und heute. Das tropischeSeeklima Kubas ist für das aggressive, bis zu vier Meter hohe Gras, ideal. Die spanischenEroberer brachten das aus Indien stammende Zuckerrohr auf die Insel. Für Kuba wurde derZucker zum Schicksal. Noch immer lebt jeder sechste Kubaner vom Zucker. Das Tal derZuckermühlen ist auch ein Denkmal für die über eine Million Sklaven, die bis zum Ende des19. Jahrhunderts auf den Feldern und in den Fabriken arbeiten mussten. Dampfmaschinenmachten der Sklaverei ein Ende und industrialisierten die Zuckerwirtschaft.Knapp 200 Kilometer südwestlich von Havanna, in der Provinz Pinar del Rio, liegt das „Vallede Vinales". Für viele die schönste Landschaft Cubas, auf jeden Fall die eigentümlichste.Neben Mais, Bohnen und den kartoffel-ähnlichen Malangas wird hier vor allem Tabakangebaut. Bizarre Kalksteinkegel, mogotes, ragen aus der Ebene. Die stark bewachsenenFelsen waren einst die Säulen eines gewaltigen Höhlensystems, das sich vor 160 MillionenJahren ausgeformt hatte. Im Lauf der Jahrtausende stürzten die meisten Höhlen auf Grundder starken Kalksteinverwitterung ein. Heute schlummern die Berge wie träge Riesentiere imTal. Elefantenrücken nennen die Einheimischen die mogotes auch. Das Valle de Vinales istBauernland. Neben Mais, Bohnen und den kartoffel-ähnlichen Malangas wird hier vor allemTabak angebaut. Es soll der beste Tabak der Welt sein, der hier wächst. Im Gegensatz zuanderen tropischen Pflanzen benötigt Tabak eine fast grenzenlose Zuwendung. Einkubanisches Sprichwort sagt, "Tabak kannst du nicht einfach pflanzen, den musst duheiraten". Seit dem 18. Jahrhundert werden Zigarren in Fabriken hergestellt. Dabei wird denArbeiterinnen und Arbeitern vorgelesen. Vormittags aus der Tageszeitung und nachmittagsaus Romanen. Marken wie "Montecristo" oder "Romeo und Julia" haben ihren Namen ausdieser Tradition. Eine echte Havanna ist reine Handarbeit von der Aussaat bis zurAuslieferung sind fast 100 Arbeitsgänge notwendig.Die Geschichte Panamas ist auch eine Kriminalgeschichte, die vor 500 Jahren begann undnoch immer nicht zu Ende ist, denn in Panama kamen und kommen Täter gewöhnlichunbehelligt davon. Nur die Art der meist recht lohnenden, wenn auch nicht immer legalenGeschäfte hat sich über die Jahrhunderte gewandelt: Vom Raub des Inkagoldes in Peru überden Handel mit Sklaven aus Afrika zu Drogenschmuggel und Geldwäsche in jüngerer Zeit.Und wie das Geschäft, so ist auch die Geschichte Panamas - von gelegentlichenRückschlägen abgesehen - eine Erfolgsgeschichte: Gründung 1517 des heute Alt Panamagenannten ersten Stützpunkts zur Eroberung und Beraubung Südamerikas, Bau einer neuenStadt, der heutigen Altstadt Panamas im 17. Jahrhundert, Bau des Kanals und des NeuenPanama im 20. Jahrhundert. Alt Panama und die Altstadt, Panamá Viejo und Casco Viejo,sind zusammen mit dem historischen Salón Bolívar nicht nur Weltkulturerbe, sondern Teileeiner aufstrebenden Wirtschaftsmetropole an der Schnittstelle zwischen Nord- undSüdamerika, zwischen Atlantik und Pazifik - in hervorragender Geschäftslage also. 29
  30. 30. 23.00 Uhr In 24 Stunden um die Welt – Welterbe in Südamerika (Arbeitstitel),Länge: 90.00 Min.Gesprächspartner Rüdiger NehbergRüdiger Nehberg ist wohl Deutschlands bekanntester Survival-Experte und betätigt sicherfolgreich als Aktivist für Menschenrechte. Bis 1960 arbeitete er in einer Anstellung alsKonditor und unternahm in seiner Freizeit Radtouren, die ihn bereits um den halben Globusführten. Später machte er sich mit einer eigenen Konditorei selbstständig und konnte fortanseine Reisen besser organisieren. In Äthopien befuhr er 1970 als erster den Blauen Nil und1976 den Omo-Fluss. 1977 durchreitet er mit Kamelen dort auch die Danakil-Wüste. 1980kommt er zum ersten Mal mit dem Indianerstamm der Yanomami in Kontakt. Er beginnt sichfür deren Rechte einzusetzen und verschreibt sich fortan dem Kampf für Menschenrechte.1995 konnte dank ihm eine Krankenstation auf dem Land der Yanomai-Indianer eröffnen.Auch innerhalb Deutschlands sucht der Überlebenskünstler alias „Sir Vival“ die Möglichkeitzur Selbstüberwindung, wie bei seinem 1000 Kilometer langen Marsch von Hamburg bisnach Oberstdorf ohne Nahrung, im Jahr 1981. 1987 reiste Nehberg in einem Tretboot überden Atlantik und 1987 auf einem Sperrmüllfloß die Elbe hinab.1989 reist er als Goldsuchergetarnt mitten durch Indianergebiet und paddelte 1992 auf einem Bambusfloß von Senegalüber Brasilien bis zum Weißen Haus. 1996 bestritt Nehberg einen Australien-Wettmarsch„gegen“ einen Aborigine und einen Ultramarathon-Läufer.Im Jahr 2000 paddelte er nicht nur auf einer Tanne von Mauretanien nach Brasilien sonderngründete auch zusammen mit Annette Weber die Menschenrechtsorganisation „TARGET“.Die Organisation setzt sich in den folgenden Jahren erfolgreich für die Waiapí-Indianer imAmazonas ein und vermittelt aktiv im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung. 2006erklären höchste islamische Gelehrte die Beschneidungen auf einer von TARGETorganisierten Konferenz in Kairo zum „Verbrechen wider höchste Werte des Islam“. 2002erhält Rüdiger Nehberg für seine Arbeit das Bundesverdienstkreuz am Bande. 2008 erhält erfür sein Engagement gegen die Verstümmelung der weiblichen Genitalien dasBundesverdienstkreuz 1. Klasse.„Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen..." diesen Verswidmete der Dichter Pablo Neruda seiner Heimatstadt. Ja, es sind die Farben, die zuerst insAuge fallen, wenn man vom Pazifik in den Hafen des Welterbes einläuft, die Altstadt vonValparaiso. Die Farben der Häuser, hemmungslos leuchtend. Meist kleine Häuser. Siescheinen die 27 Hügel, welche die weite Bucht begrenzen, hinauf zu wachsen. Häuser, diesich oft nur mit dem kleinen Finger am äußersten Rand festzukrallen, sich manchmal auchüber den Abgrund hinauslehnen. Und natürlich sind nicht alle leuchtend, doch zumRegenbogen gehören hier auch die abblätternden und rostigen Farbtöne. Die Liebe der 30
  31. 31. Einwohner zu ihrer Stadt, die sie in Liedern leidenschaftlich besingen, lässt diese schönerscheinen. Paradies Tal, so hatten die Spanier die von Indios bewohnte Bucht an derPazifikküste genannt, die sie 1536 entdeckten und in Besitz nahmen. Sie bauten eine Kircheauf dem schmalen Uferstreifen, das Kreuz wurde zum Siegeszeichen. Um die Iglesia LaMatriz wuchs die Altstadt, die heute Welterbe ist - Welterbe mit Erblasten. Atemberaubendsteil sind hier die Sträßchen, die sich hinter der alten Kirche, die jetzt natürlich nicht mehrwirklich alt ist, auftürmen. Endlos scheinen die Treppen zu steigen und zu fallen. Manbraucht als Bewohner der Cerros, der Hügel, einen langen Atem, und auch, wenn man alsBesucher die Aussicht genießen will. Neruda hat den Aufstieg zu poetischer Prosakomprimiert: "Wie viele Treppen, wie viele Stufen, wie viele Füße auf den Stufen, wie vieleJahrhunderte von Schritten, treppauf, treppab..."In Patagonien, im südlichsten Teil Amerikas, liegt der Nationalpark Los Glaciares mit seinen13 Gletschern. Das Gebiet gehört zu Chile und Argentinien. Der größte der Eisriesen ist derPerito Moreno. Er ist einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen und walzt allesnieder, was ihm in den Weg kommt. Die Gewalt der blauen Kälte schleift gigantische Felsenab und versperrt Wasserwege. Dieser Gletscher ist einer der wenigen auf der Erde, welchernoch wächst. Faszinierende Anblicke in einer unwirtlichen Szenerie.Auf einer Breite fast dreimal so groß wie die Niagarafälle stürzen die Wassermassen hier indie Tiefe, und von weitem schon tönt es wie ein Erdbeben. Die Tröpfchenatmosphäreschimmert in allen Regenbogenfarben. Iguazú bedeutet in der Sprache der Guaraní-Indianer„große Wasser". Zu beiden Seiten des Stromes erstreckt sich ein Naturpark. Dort hält sichbis heute eines der vielfältigsten Ökosysteme der Erde. Die gewaltige Sprühnebelwolke derWasserfälle versorgt die gesamte Umgebung mit dem notwendigen Nass. Unüberschaubargroß ist die Artenvielfalt hier. Schmetterlinge, Vögel und unzählige verschiedene Pflanzennähren sich aus den enormen Wassern. Besonders von der argentinischen Seite her bietetsich dem Besucher eine unvergessliche Szenerie.Colonia del Sacramento, einst von Portugiesen gegründet, ist die älteste europäischeSiedlung auf dem Gebiet des heutigen Uruguay. Ihre strategisch günstige Lage in der Buchtdes Rio de la Plata führte zu ständigen Territorialstreitigkeiten zwischen Spanien undPortugal, zu Belagerungen und Zerstörungen der Stadt. Erst 1828, mit der Gründung derunabhängigen Republik Uruguay, endete der Streit der Kolonialmächte. Die Altstadt, mitgeduckten Kolonialhäusern, schmiedeeisernen Gittern, ruhigen Plätzen und viel Grünvermittelt an jeder Ecke den Charme einer Miniaturstadt aus der Kolonialzeit. Die zum Teilgut erhaltenen Bastionen San Miguel, San Pedro und Santa Rita sind ebenso Zeugnisse derVergangenheit wie die Reste der Stadtmauer. Als kulturhistorische Besonderheit gilt die, ausdem 17. Jahrhundert stammende Kathedrale, die älteste Kirche Uruguays. FernandoCardani, ein uruguayischer Schauspieler mit Wurzeln in Italien, lebt heute im Weltkulturerbe 31
  32. 32. Colonia del Sacramento. Er führt das "Schätze der Welt" - Team durch seine Stadt und lässtdabei die wechselvolle Geschichte Revue passieren.Córdoba, die zweitgrößte Stadt Argentiniens, wurde 1573 gegründet. 1599 begannen dieJesuiten mit dem Bau eines Gebäudekomplexes der zum Zentrum ihrer Missionsarbeit inLateinamerika werden sollte. Religiöser Kern des Komplexes ist die Iglesia Compania deJesus, Córdobas älteste Kirche. Im Jesuitenorden kamen zu den Gelübden der Armut undKeuschheit das sogenannte "Papstgelübde". Demnach muss sich jeder Einzelne wie auchder ganze Orden vom Papst überall hin senden lassen. Auf diese Weise entstand eineausgedehnte Missionstätigkeit. Die Blütezeit Córdobas begann 1613 mit der Gründung derUniversität. Im Volksmund wird Córdoba auch als La Docta, "die Gelehrte", bezeichnet,ebenfalls als ciudad de las campanas, "Stadt der Glocken" wegen der vielen Kirchen. BisMitte des 18. Jahrhunderts war Córdoba die wichtigste Stadt Argentiniens, sie prosperiertevor allem wegen der günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft in der Umgebung sowieihrer Lage an der wichtigen Handelsroute zwischen Buenos Aires und der Silberstadt Potosiim heutigen Bolivien. Zur Versorgung der Stadt gründeten die Jesuiten im Umland zahlreicheSiedlungen wie die Estancias Jesus Maria, Caroya, Santa Catalina oder Alta Gracia. Indiesen Siedlungen gewährte man den missionierten Indios eine begrenzte Selbstverwaltungund wirtschaftliche Autarkie. Zwischen Kollektivwirtschaft und Privatbesitz wurde eineffizientes wirtschaftliches System etabliert.Potosí ist ein lebendiges Erbe der Menschheit. Es besteht aus einem kegelförmigen Berg inden Anden Boliviens, in dem es einmal die reichsten Silberminen der Welt gab. Am Fuß desBerges befindet sich die Stadt Potosí mit einem kunstvollen Bewässerungssystem undAufbereitungsanlagen für das Silbererz. Im 17. Jahrhundert war die Blütezeit dieser Stadt.Da war Potosí wegen seines Silbers so bedeutend wie London, Paris oder Berlin. DieserPrunk der Kolonialherren kann nicht erhalten werden, die Stadt verfällt langsam. Auch wennes hier keine Zwangsarbeit mehr gibt, suchen jeden Tag 4000 Indios auf primitive Weisenach den Resten von Silber, Zinn und Blei, denn eine andere Arbeit gibt es hier für sie nicht.Der Teufel - der Schutzpatron der „mineros" - erzählt im Film die traurige Geschichte vonPotosí und seinem einst so reichen Berg, von der Zwangsarbeit unter Tage, er führt durchStadt und begleitet zu einem Fest, auf dem die Indios ihrer Mutter Erde, ihrer GottheitPachamama ein weißes Lamm opfern.00.30 Uhr In 24 Stunden um die Welt - Naturschätze Nordamerikas, Länge: 45.00 Min.Von den Rocky Mountains im Westen Kanadas über die Great Plains zum Rio Grande. Dannin den Yosemite Nationalpark und schließlich in den Grand Canyon. Das ist die Route dieserReise in den Wilden Westen Nordamerikas. Es ist eine Reise in Gebirge, zu Flüssen, zuCanyons die viel erzählen können von der Geschichte unserer Erde, von den Urvölkern, vom 32

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