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[PDF] Dyckmans: Schutz von Kindern vor den Gefahren des Passivrauchens muss schon im Mutterleib beginnen

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  • Rote ReiheTabakprävention und TabakkontrolleSchutz der Familie vor TabakrauchBand 14Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Rote Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle Band 14:Schutz der Familie vor Tabakrauch© 2010, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg1. Auflage: 2000Zitierweise:Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.):Schutz der Familie vor Tabakrauch. Heidelberg, 2010Titelfoto:Martin Neudörfer, fresh-foto.deGestaltung, Layout und Satz:komplus GmbH, HeidelbergVerantwortlich für den Inhalt:Deutsches KrebsforschungszentrumStabsstelle Krebsprävention undWHO Kollaborationszentrumfür TabakkontrolleLeiterin:Dr. med. Martina Pötschke-LangerIm Neuenheimer Feld 28069120 HeidelbergTelefon: 06221 42 30 07Telefax: 06221 42 30 20E-mail: who-cc@dkfz.deInternet: http://www.tabakkontrolle.de
  • Rote ReiheTabakprävention und TabakkontrolleBand 14Schutz der Familie vor TabakrauchAutorinnen und Autoren In Zusammenarbeit mitDipl. Biol. Sarah Kahnert Uwe Kamp, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.Dr. Katrin Schaller Prof. Dr. Berthold Koletzko,Ute Mons, M. A. Stiftung KindergesundheitDipl. Vw. Florian Gleich Prof. Dr. Dr. Heinz Walter Thielmann, Mitglied der Senatskommission derNick K. Schneider Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Prüfung gesundheitsschädlicherDr. Martina Pötschke-Langer ArbeitsstoffeDeutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Inhalt Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 1 Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 1.1 Zusammensetzung von Tabakrauch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 1.2 Hauptstromrauch und Nebenstromrauch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 1.3 Veränderungen des Tabakrauchs mit der Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 2 Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 2.1 Tabakrauchbelastung von Erwachsenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 2.2 Tabakrauchbelastung von Kindern zu Hause . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 2.3 Schutz vor Tabakrauch im privaten Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 2.4 Tabakrauchbelastung in Fahrzeugen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 3 Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen . . . . . . . . 29 3.1 Atemwegserkrankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 3.2 Herz- und Gefäßerkrankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 3.3 Krebserkrankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 4 Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 4.1 Auswirkungen des Rauchens auf die Plazenta und dadurch verursachte Schwangerschaftskomplikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 4.2 Auswirkungen des mütterlichen Rauchens auf die fetale Entwicklung und das Neugeborene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 4.3 Auswirkungen der pränatalen Tabakrauchbelastung auf die Entwicklung des Kindes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 4.4 Belastung des Neugeborenen mit Schadstoffen aus dem Tabakrauch während der Stillzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 4.5 Vorteile eines Rauchstopps vor oder während der Schwangerschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 502 | Inhalt
  • 4.6 Gesundheitsschäden durch Passivrauchen der Mutter während der Schwangerschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 4.7 Gesundheitliche Auswirkungen durch Passivrauchen bei Kindern . . . . . 525 Ethische Überlegungen und rechtliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im Kindes- und Jugendalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 566 Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V., Berlin . . . . . . 617 Handlungsempfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 Autorenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 Inhalt | 3
  • Vorwort „Aller Aufwand für Kinder ist nicht nur eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, sondern auch und vor allem in Glück und Lebenssinn und in eine gute Zukunft unseres Landes.“ Bundespräsident Horst Köhler, 2006 Kinder – insbesondere Kleinkinder – sind auf den Schutz durch Erwachsene ange- wiesen. Deutschland als Vertragspartei der UN-Kinderrechtskonvention vom 20.11.1998 versichert Kindern das Recht auf das höchste erreichbare Maß an Ge- sundheit und hat sich dazu verpflichtet, Kinder vor jeder Form der Schadenszufü- gung zu schützen. Dazu gehört auch das gesundheitsschädliche Passivrauchen. Aber immer noch müssen in Deutschland rund 20 Prozent der Kleinkinder zu Hause Tabakrauch einatmen. Kinder werden zum Teil sogar schon vor ihrer Geburt nachhaltig geschädigt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht: Raucherinnen erleiden häufiger als Nichtraucherinnen Früh- und Totgeburten und ihre Säuglinge sind bei der Ge- burt kleiner, haben einen kleineren Kopfumfang und ein erhöhtes Risiko, am plötz- lichen Kindstod zu sterben. Passivrauchende Kinder sind, da der Tabakrauch die Entwicklung ihrer Lunge beeinträchtigt, anfälliger gegenüber Atemwegsbeschwer- den, Atemwegsinfektionen und Asthma und möglicherweise haben sie sogar ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Der vorliegende Report gibt einen umfassenden Überblick über das Ausmaß der passiven Tabakrauchbelastung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen so- wie über die Gesundheitsgefahren des Passivrauchens. Er zeigt auf, wo in Deutsch- land noch Handlungsbedarf besteht und welche wirksamen Maßnahmen Verbesse- rungen bringen könnten. Dazu gehört in erster Linie die Förderung des Nichtrauchens, denn Kinder sind in nichtrauchenden Familien am besten vor Tabakrauch geschützt. Als weitere Maßnahmen wäre es wichtig, Räume, die von Kindern genutzt werden, konsequent rauchfrei zu machen. Dies betrifft vor allem alle öffentlichen, von Kin- dern genutzten Bereiche einschließlich der Kindertagespflege und Freizeiteinrich- tungen wie Spielplätze sowie die Gastronomie, in der noch viele Ausnahmerege- lungen vom Nichtraucherschutz gelten. Ein Handlungsbedarf besteht aber auch für Maßnahmen im privaten Raum, also in Wohnungen und im Privat-PKW. Am wirksamsten wäre es, für den öffentlichen Raum eine bundeseinheitliche Rege- lung anzustreben. Zumindest aber müssten die bestehenden Landesnichtraucher- schutzgesetze dahingehend nachgebessert werden, dass die von Kindern genutz- ten Räume und Bereiche ausnahmslos rauchfrei werden. Prof. Dr. Otmar D. Wiestler Wissenschaftlicher Stiftungsvorstand und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg, im Mai 20104 | Vorwort
  • 1 Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheits- risiko für die Familie Kernaussagen Tabakrauch enthält mehr als 4 800 verschiedene Substanzen, von denen mindestens 250 toxisch sind und deswegen eine gesundheitsschädliche Wirkung besitzen. 90 Inhaltsstoffe des Tabakrauchs wurden bisher als krebserzeugend oder möglicherweise krebserzeugend eingestuft. Tabakrauch ist ein sehr komplexes und dynamisches Gemisch aus Partikeln und Gasen, das seine Eigenschaften und seine Konzentration in Abhängig­ keit von den Umgebungsbedingungen und von der Zeit ändert. Der Tabakrauch in der Raumluft besteht zu 85 Prozent aus Nebenstrom­ rauch, der hauptsächlich zwischen den Zugphasen der Zigarette entweicht, und zu 15 Prozent aus Hauptstromrauch, der vom Raucher nach dem Ziehen an der Zigarette ausgeatmet wird. Weil Nebenstromrauch bei niedrigeren Temperaturen durch zum Teil unvoll­ ständige Verbrennungsprozesse entsteht, enthält er unverdünnt einige der gesundheitsschädlichen Substanzen in höherer Konzentration, so dass er giftiger als der Hauptstromrauch ist. Die Toxizität des Tabakrauchs nimmt mit der Zeit zu, da sich die Konzentra­ tion mancher der Kanzerogene und Gifte im Laufe der Zeit durch weitere chemische Reaktionen erhöht und andere zusätzlich entstehen.Tabakrauch (Second Hand Smoke) ist In diesem Bericht wird dargelegt, dassmit Abstand der gefährlichste, leicht ver- Passivrauchen frühzeitige Sterblichkeitmeidbare Innenraumschadstoff. Er ist verursacht. Es erhöht das Lungenkrebs-ein komplexes Gemisch aus zahlreichen risiko um 20 bis 30 Prozent und das Risi-Substanzen, die beim Verbrennen des ko für Herz-Kreislauferkrankungen umTabaks entstehen. Das Einatmen von 25 bis 30 Prozent (siehe Kap. 3, SeiteT­ abakrauch aus der umgebenden Luft 29  f f). Der Report stellt außerdem her-wird als Passivrauchen bezeichnet aus, dass Kinder, die Tabakrauch ausge-(Abb. 1). setzt sind, ein erhöhtes Risiko für denEine derzeit aktuelle und umfassende plötzlichen Kindstod (sudden infantZusammenfassung über die schädlichen death syndrome, SIDS), akute Atem-Wirkungen des Passivrauchens stellt der wegsinfektionen, Mittelohrentzündun-Report des Surgeon General dar, des gen und schweres Asthma besitzen318 .Leiters des United States Public Health Außerdem wird in dem Bericht darge-Service, aus dem Jahr 2006 mit dem legt, dass für die ­ abakrauchbelastung TT­ itel The Health Consequences of Invo­ kein Grenzwert angegeben werden kann,luntary Exposure to Tobacco Smoke  318 . unterhalb dessen kein gesundheits- Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie | 5
  • Nikotin Kanzerogene Kohlenmonoxid (u.a. PAK, N-Nitrosamine, Aromatische Amine) Lungengängige Andere Gifte Partikel Tabakrauch (durch Raucher ausgeatmeter Hauptstromrauch sowie Nebenstromrauch) Gasphase & Partikelphase Aufnahme aus Ablagerung der umgebenden auf Oberflächen Luft beim Atmen (Raum, Kleidung, Haut) (Passivrauchen) Chemische Reaktionen der Tabakrauchkomponenten mit Stoffen in der Umgebung Abgabe an die UmgebungAbbildung 1:Gesundheitsgefährdung Gesundheits-durch Tabakrauch. gefährdungDarstellung: DeutschesKrebsforschungszentrum, Aufnahme über Lunge und HautStabsstelle Krebspräven­ PAK = Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffetion, 2010. schädliches Risiko besteht 318 . Ebenfalls ist, im ­ egensatz zu den Kanzerogenen G im Jahr 2006 wurde Tabakrauch in der (krebs­ rzeugende Substanzen), für die e Raumluft vom kalifornischen Ausschuss keine unschädliche Menge angegeben für Luftqualität (California Air Resources werden kann, abhängig von der Konzen- Board, CARB) aufgrund der wissen- tration. Von einem eigentlichen Gift schaftlichen Belege für die Gesundheits- spricht man nur, wenn Substanzen auch gefährdung durch Passivrauchen als to- in sehr geringen Mengen giftig sind, also xischer Luftschadstoff eingestuft 40. im ­ ereich von Milligramm-Mengen. Die B Giftwirkung tritt üblicherweise nach Ver­ 1.1 Zusammensetzung von schlucken, Einatmen oder nach Aufnah- Tabakrauch me über die Haut ein. Tabakrauch enthält neben dem abhängig In frischem Tabakrauch wurden bisher machenden Nikotin auch Kohlendioxid, über 4  8 00 verschiedene Substanzen Kohlenmonoxid und eine Vielzahl von identifiziert13,116, von denen mindestens Kanzerogenen, wie Benzol, 1,3-Butadien, 250 toxisch beziehungsweise giftig Benzo[a]pyren und 4-(Methylnitrosami­ sind82. Als giftig werden Substanzen be- no)-1-(3-pyridyl)-1-butanon (NNK), so- zeichnet, die eine schädliche Wirkung wie viele andere Gifte, die beim Ein­ auf Lebewesen besitzen. Die Giftigkeit atmen aufgenommen werden (Abb. 2).6 | Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie
  • F+ Xn Acetaldehyd T Acrylnitril F T N Ammoniak Zwischenprodukt Produktion von bei organischen Synthesen Acrylfasern C In Xi K NKrebserzeugend; reizt Augen & Atemtrakt; & Plastik Putzmitteln K stört die Selbstreinigung der Krebserzeugend; Reizt schon in geringer Konzentration Lunge durch Lähmung der reizt Schleimhäute & Augen; verursacht die Augen & Atemwege; erhöht das Flimmerhärchen Kopfschmerzen, Schwindel & Übelkeit Suchtpotential von Zigaretten Aromatische T Arsen N Benzol Amine z.B. Anilin K T T In Rattengift Antiklopfmittel Ausgangsprodukte Krebserzeugend; Inhalation in Benzin bei Herstellung von K F K Kunst- & Farbstoffen der Dämpfe verursacht Krebserzeugend (Leukämie); Schleimhautreizung; giftig erbgutschädigend Giftig; Krebserzeugend N (in Harnblase, Milz und 1,3-Butadien F+ Bauchhöhle); erbgut- N Blei schädigend In Batterien Grundstoff für Autoreifen; T T Krebserzeugend; erbgut- in Autoabgasen F+ Blausäure T+ schädigend; bei langfristiger Krebserzeugend; Schädlingsbe- Belastung Schäden an Gehirn, erbgutschädigend; K kämpfung K Nieren, Nervensystem & an reizt Augen & Atemwege Giftig beim Einatmen; verursacht den roten Blutkörperchen Kopfschmerzen, Schwindel & Erbrechen N T+ Cadmium K Formaldehyd Hydrazin Xn K N In Batterien T Konservierungs- & Raketen- T Desinfektionsmittel treibstoff Hydrochinon Krebserzeugend; erbgut- N Krebserzeugend; giftig; Entwickler in der schädigend; giftig; K erbgutschädigend; Krebserzeugend; K Fotografie Schädigung der Nieren reizt Augen & Atemwege giftig Krebserzeugend; erbgutschädigend F+ T Kohlenmonoxid Xn Nickel & Nickelverbindungen schädigt Bindehaut & In Autoabgasen Hornhaut des Auges In Batterien & Metall-Legierungen KBlockiert den Sauerstofftransport im Blut; Krebserzeugend; reizt Atemwege; kann Blutgefäße schädigen verursacht Lungenentzündung; giftig Nitromethan T Treibstoff für Phenol Polonium-210 Rennmotoren K N-Nitrosamine Unkraut- Krebserzeugend in gebrauchten K Alpha-Strahler vernichtungsmittel Motorenölen, Xn K Xn in Gummi Krebserzeugend; giftig; Abbildung 2: K Stark radiotoxisch; C reizt Haut, Augen Ausgewählte gesundheits- Krebserzeugend krebserzeugend & Schleimhäute gefährdende Substanzen F im Tabakrauch, ihrePolyzyklische aromatische K Xn Toluol Styrol gewöhnliche VerwendungKohlenwasserstoffe (PAK) Xn z.B. Naphthalin Zusatz in Benzin, Xn und Auswirkungen auf In der Herstellung von Lösungsmittel die Gesundheit. Quelle: In Verbrennungsabgasen, Kunststoffen & -harzen Erdöl & Bitumen Reizt obere Atemwege & Augen; Deutsches Krebsfor- K Krebserzeugend; Störungen des krebserzeugend; Krebserzeugend; Zentralnervensystems, Kopfschmerzen, führt zu Heiserkeit, Übelkeit, Schwindel schungszentrum 2009 66. erbgutschädigend Dämpfe reizen Augen & Atemwege Erschöpfungszustände & Depressionen Kopfschmerzen & Schlafstörungen Überarbeitung: Deutsches C F F+ Xn Xi T T+ K N Krebsforschungszentrum, Stabsstelle Krebspräven­ Leicht- Hoch- Gesundheits- Krebs- Umwelt- Radioaktives Ätzend Reizend Giftig Sehr giftig entzündlich entzündlich schädlich erzeugend gefährlich Element tion, 2010. Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie | 7
  • Chemische Verbindungen, die stark (IARC)  beziehungsweise der Deutschen krebserzeugend sind, wie die polyzykli- F ­ orschungsgemeinschaft (DFG) als schen aromatischen Kohlenwasserstof- krebserzeugend oder möglicherweise fe (PAK), Nitrosamine und aromatischen k ­ rebserzeugend eingestuft (Abb. 3). Amine, sind in Mengen von 1 bis 200 U ­ nverbrannter Tabak enthält wesentlich N ­ anogramm pro Zigarette enthalten. weniger Kanzerogene als Tabakrauch, Verbindungen mit schwächerer kan­ e­ o­ z r weil die meisten dieser Verbindungen gener Wirkung machen meist einen we- erst während des Verbrennungsprozes- sentlich größeren Anteil aus, so dass die ses entstehen. Die tabakspezifischen Gesamtmenge der Kanzerogene im Ta- N ­ itrosamine 4-(Methylnitrosamino)-1- bakrauch einer Zigarette zusammenge- (3-pyridyl)-1-butanon (NNK) und rechnet ein bis drei Milligramm be- N-Nitro­­ sonornicotin (NNN), die zu den trägt109. Bisher wurden 90 Inhalts­ toffe s stärksten Kanzerogenen gehören, sind des Tabakrauchs von der International jedoch auch in unverbranntem Tabak Agency for Research on Cancer enthalten109. Abbildung 3 (Seite gegenüber): Liste der 90 im Tabakrauch enthaltenen Kanzerogene, die bisher von der International Agency for Research on Cancer (IARC) oder der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als krebserzeugend oder möglicherweise krebserzeugend klassifiziert wurden. Einstufung der Stoffe als krebserzeugend durch die IARC entsprechend der jeweiligen Datenlage: Gruppe 1: krebserzeugend für den Menschen; Gruppe 2A: wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen; Gruppe 2B: möglicherweise krebserzeugend für den Menschen. Stoffe, die von der MAK-Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft als krebserzeugend eingestuft wurden, tragen deren Einstufungskennzeichnung: Kategorie 1: „Stoffe, die beim Menschen Krebs erzeugen und bei denen davon auszugehen ist, dass sie einen nennenswer- ten Beitrag zum Krebsrisiko leisten.“; Kategorie 2: „Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen anzusehen sind [...].“; Kategorie 3: „Stoffe, die wegen erwiesener oder möglicher krebserzeugender Wirkung Anlass zur Besorgnis geben, aber aufgrund unzureichender Informationen nicht endgültig beurteilt werden können. Die Einstufung ist vorläufig.“; Kategorie 3A: „Stoffe, bei denen die Voraussetzungen erfüllt wären, sie der Kategorie 4 oder 5 zuzuordnen. Für die Stoffe liegen jedoch keine hinreichenden Informationen vor, um einen MAK- oder BAT-Wert abzuleiten.“ Kategorie 3B: „Aus In-vitro- oder aus Tierversuchen liegen Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung vor […].“ Quelle: Deutsches Krebsfor- schungszentrum 2009 64. Überarbeitung: Deutsches Krebsforschungszentrum, Stabsstelle Krebspräven­ ion, 2010. t8 | Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie
  • Nr. Substanz Einstufung durch Nr. Substanz Einstufung durch IARC/DFG IARC/DFG Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe N -Heterozyklische Amine 1 Benz[a]anthracen 2B 46 2-Amino-9H-pyrido[2,3-b]indol 2B 2 Benzo[b]fluoranthen 2B 47 2-Amino-3-methyl-3H-imidazo-[4,5-f]chinolin (IQ) 2A 3 Benzo[j]fluoranthen 2B 48 2-Amino-3,4-dimethyl-3H-imidazo-[4,5-f]quinolin (MeIQ) 2B 4 Benzo[k]fluoranthen 2B 49 3-Amino-1,4-dimethyl-5H-pyrido-[4,3-b]indol (Trp-1) 2B 5 Benzo[a]pyren 1 50 3-Amino-1-methyl-5H-pyrido-[4,3-b]indol (Trp-2) 2B 6 Dibenz[a,h]anthracen 2A 51 2-Amino-6-methyl-[1,2-a : 3‘,2‘‘-d]imidazol (Glu-P-1) 2B 7 Dibenzo[a,i]pyren 2B 52 2-Aminodipyridol-[1,2-a : 3‘,2‘‘-d]imidazol (Glu-P-2) 2B 8 Dibenzo[a,e]pyren 2 (DFG) 53 2-Amino-1-methyl-6-phenylimidazo-[4,5-b]pyridine (PhIP) 2B 9 Indeno[1,2,3-cd]pyren 2B 54 2-Amino-3-methyl-9H-pyrido-[2,3-b]indol 2B 10 5-Methylchrysen 2B Aldehyde 11 Chrysen 2B 55 Formaldehyd 1 12 Cyclopenta[cd]pyren 2A 56 Acetaldehyd 2B 13 Dibenzo[a,h]pyren 2B 57 Glyoxal 3B (DFG) 14 Dibenzo[a,l]pyren 2A 58 Acrolein (2-Propenal) 3B (DFG) 15 Naphthalin 2B 59 Crotonaldehyd (trans-2-Butenal) 3B (DFG) 16 Anthanthren 2 (DFG) 60 Furfural (2-Furylmethanal) 3B (DFG) 17 1-Methylpyren 2 (DFG) Phenole 18 Benzo[b]naphtho[2,1-d]thiophen 2 (DFG) 61 Phenol 3B (DFG) Heterozyklische Kohlenwasserstoffe 62 Brenzcatechin 2B 19 Furan 2B 63 Hydrochinon 2 (DFG) 20 Dibenz[a,h]acridin 2B 64 o-, m-, p-Kresol 3A (DFG) 21 Dibenz[a,j]acridin 2B 65 Kaffeesäure 2B 22 Dibenzo[c,g]carbazol 2B Verschiedene organische Verbindungen 23 Benzo[b]furan 2B 66 Acetamid 2B Flüchtige Kohlenwasserstoffe 67 Acrylamid 2A 24 1,3-Butadien 1 68 Acrylnitril 2B 25 Isopren 2B 69 Vinylacetat 2B 26 Benzol 1 70 Vinylchlorid 1 27 Nitromethan 2B 71 Hydrazin 2B 28 2-Nitropropan 2B 72 1,1-Dimethylhydrazin 2B 29 Nitrobenzol 2B 73 Ethylenoxid 1 N- Nitrosamine 74 Propylenoxid 2B 30 N-Nitrosodimethylamin 2A 75 Styrol 2B 31 N-Nitrosomethylethylamin 2B 76 Safrol 2B 32 N-Nitrosodiethylamin 2A 77 Glycidol 2A 33 N-Nitrosodi-n-propylamin 2B 78 Urethan 2B 34 N-Nitrosodi-n-butylamin 2B 79 1,1,1-Trichlor-2,2-bis(4-chlorphenyl)-ethan 2B 35 N-Nitrosopyrrolidin 2B 80 Heptachlor 2B 36 N-Nitrosopiperidin 2B Gase 37 N-Nitrosodiethanolamin 2B 81 Stickstoffdioxid 3B (DFG) 38 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon (NNK) Metalle und 1 82 Arsen 1 39 N-Nitrosonornicotin (NNN) zusammen 83 Beryllium 1 Aromatische Amine, flüchtige Amine 84 Nickel 1 40 2-Toluidin 1 85 Chrom (Oxidationsstufe VI) 1 41 4-Toluidin 3B (DFG) 86 Cadmium 1 42 2,6-Dimethylanilin 2B 87 Cobalt 2B 43 o-Anisidin 2B 88 Selen 3B (DFG) 44 2-Naphthylamin 1 89 Blei (anorganisch) 2A 45 4-Aminobiphenyl 1 Radioaktive Stoffe 90 Polonium-210 1 Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie | 9
  • Darüber hinaus sind auch viele Stoffe, als Aromastoffe enthalten sein. Andere die den Tabakprodukten beim Herstel- Zusatzstoffe dienen dazu, die Brennei- lungsprozess zugesetzt werden, gesund- genschaften der Zigarette zu optimieren heitsgefährdend. Diese Zusatzstoffe die- oder den Tabak länger feucht zu halten. nen hauptsächlich dazu, den Geruch und Die meisten der zugelassenen Zusatz- den Geschmack sowie die Inhalation für stoffe von Tabakprodukten sind zwar den Raucher so angenehm wie möglich auch in Lebensmitteln erlaubt, aus ihnen zu gestalten (Abb. 4). So wird beispiels- werden jedoch beim Verbrennungspro- weise nicht nur Mentholzigaretten son- zess neue Stoffe gebildet, die hochgiftig dern in geringer Menge auch dem Tabak sein können. Aus Menthol können bei- fast aller Zigarettensorten Menthol zu- spielsweise die krebserzeugenden Sub- gesetzt, da es eine generelle kühlende stanzen Benzol, Phenol und Benzo[a]py- sowie leicht betäubende Wirkung be- ren enstehen259. Die Verwendung von sitzt 3,56. Auch können in Tabakprodukten Zusatzstoffen macht ein ohnehin schon Zucker sowie Lakritze, Honig oder Kakao gefährliches Produkt noch gefährlicher. Zum Kleben von Mundstücken Für Tabak Stoffe für Heißschmelzstoffe: Paraffine, hydriertes Polycyclo- Chemisch undefinierte Gemische: pentadienharz, Styrol-Misch- & Pfropfpolymerisate, mikrokristalline frische & getrocknete Früchte, Fruchtsaft/-sirup, Wachse 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol u.a.m. Süßholz, Lakritze, Ahornsirup, Melasse, Gewürze, Honig, Wein, Likörwein, Spirituosen, Kaffee, Tee, Kakao, Dextrine, Zuckerarten, Stärke u.a.m. Für Zigarettenfilter Feuchthaltemittel: Glycerinacetat, Polyvinylacetat, Triethylenglykoldiacetat u.a.m. Glycerin, hydrierter Glucosesirup, hydrierte Saccharide, 1,2-Propylenglykol, 1,3-Butylenglykol, Triethylenglykol, Orthophosphorsäure, Glycerin-Phosphorsäure sowie deren Natrium-, Kalium- & Magnesiumsalze u.a.m. Filter- belag Filter Zigarettenpapie r TabakAbbildung 4: Für Mundstücke & ZigarettenpapierZusatzstoffe in Tabakpro- Klebe-, Haft- & Verdickungsmittel: Farbstoffe: Brilliantschwarz, Cochenillerot, Echtrot, Indigotin Gelatine, Schellack, Collodium, Celluloseacetat,dukten. Quelle: Bundesmi- sowie Chromkomplexe zweier Azo-Verbindungen u.a.m. Ethyl- & Methylcellulose, Carboxymethylcellulose,nisterium für Jugend, Carboxymethylstärke, Gummi arabicum, Agar-Agar, Weichmacher für Farben & Lacke: GlycerinacetateFamilie und Gesundheit Alginsäure & Alginate, Tragant, Johannisbrotkernmehl, Stoffe für Aufdrucke: Anthrachinonblau, Schwarz 7984, Guarkernmehl, Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol u.a.m.1977328. Darstellung: dünn- & dickflüssiges Paraffin, Lein- & Heizöl, Phenol-Formaldehyd-Deutsches Krebsfor- modifiziertes Kolophonium, mit Acrylsäure modifiziertes Kolophonium, Weißbrand- & Flottbrandmittel: Kondensationsprodukte von Phenolen mit Formaldehyd, Salze & Aluminiumhydroxid, -sulfat & -oxid, Magnesiumoxid,schungszentrum, Stabsstel- Talkum, Titanoxid, Alkalisalze der Salpetersäure u.a.m. Oxide des Cobalts, Salze der 2-Ethylhexansäure u.a.m.le Krebsprävention, 2009 66. Tabakrauch ist ein komplexes Gemisch ein sehr dynamisches Gemisch, das von Partikeln und Gasen, die durch die s ­ eine Eigenschaften und seine Konzen­ Verbrennung des Tabaks und bei Ziga- tration mit der Zeit verändert. Die Rauch- retten auch des Papiers sowie der Zu- partikel ändern ihre Größe und Zusam- satzstoffe bei hohen Temperaturen mensetzung, gasförmige Komponenten e ­ ntstehen318 . Neben Verbrennungspro- verflüchtigen sich und der Feuchtigkeits- zessen finden sich überlagernde Pyro­ gehalt ändert sich. Die gasförmigen Ele- lyse-, ­ yrosynthese-, Destillations-, Sub­ P mente adsorbieren an Materialien, und limations- und Kondensationsprozesse der Partikelgehalt nimmt nicht nur durch statt 29. Seine komplexe Zusammenset- die Verdünnung mit der umgebenden zung verändert sich während seiner Ver- Luft ab, sondern auch durch die Anhef- dünnung und seiner Verteilung in der tung an Oberflächen in Räumen sowie Luft in Abhängigkeit von den Bedingun- dadurch, dass die Partikel von anwesen- gen sowie mit der Zeit. So ist Tabakrauch den Menschen eingeatmet oder ver-10 | Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie
  • schluckt werden. Aufgrund dieser dyna- durch die glimmende Zigarette oder einmischen Natur des Tabakrauchs ist eine anderes Tabakprodukt freigesetzt wird.exakte quantitative Definition seiner Während der Hauptstromrauch etwa 15Z­ usammensetzung nicht möglich318 . Die Prozent des Tabakrauchs ausmacht 82Konzentrationen von Partikeln, die mit und am Mundende der Zigarette wäh-der Atemluft aufgenommen werden, rend des Ziehens sowie beim Ausstoßenkönnen in geschlossenen Räumen ex­ der Luft durch den Raucher entsteht, isttrem hoch sein. Die Zusammensetzung der Nebenstromrauch mit einem Anteildes Tabakrauchs, der beim aktiven und von 85 Prozent 82 der gesamte, durch einepassiven Rauchen eingeatmet wird, ist Zigarette erzeugte Rauch. Den Hauptan-unterschiedlich und von den Rauchge- teil am Nebenstromrauch, etwa 95 Pro-wohnheiten der Raucher sowie von den zent, macht der Rauch aus, der in denInhaltsstoffen der Zigaretten bezie- Phasen entsteht, während derer nicht anhungsweise anderer Tabakprodukte ab- der Zigarette gezogen wird und in denenhängig. Tabakrauch, der durch das Rau- die Zigarette lediglich glimmt, und derchen von Zigaretten entsteht, wurde aufgrund der Auftriebskraft nach obenbisher am besten untersucht126. steigt. Ein geringer Anteil entweicht auch beim Glimmen am Mundende der1.2 Hauptstromrauch und Zigarette und ein weiterer kleiner AnteilNebenstromrauch der Gase diffundiert während beider Phasen aus dem Tabakstrang heraus14Tabakrauch besteht aus einem durch die (Abb. 5).umgebende Luft verdünnten Gemisch Hauptstromrauch enthält etwa 1∙1010von Hauptstromrauch, den der Raucher k ­ ugelförmige Partikel pro Kubikzentime-ausatmet, und Nebenstromrauch, der ter, die einen mittleren Durchmesser von Hauptstromrauch Abbildung 5: Hauptstromrauch und Nebenstromrauch. Der Hauptstromrauch entsteht Zugphase ~ 920°C beim Ziehen an der Zigaret- te (Zugphase) und dem Ausstoßen der Luft durch den Raucher. Nebenstrom- rauch entsteht hauptsäch- Nebenstromrauch lich in der Glimmphase, während der nicht an der Zigarette gezogen wird. Im Zentrum der Glühzone herrschen während der beiden Phasen unterschied- liche Temperaturen. Darstellung: Deutsches Glimmphase ~ 600°C ~ 800°C Krebsforschungszentrum, Stabsstelle Krebs­ - p ­ räven­ ion, 2010. t Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie | 11
  • 0,2 Mikrometern besitzen. Durch die sowie flüchtige Schwefelverbindungen schnelle Zusammenlagerung der Parti- (<1 Prozent) in Gasform enthalten. Die kel steigt ihre durchschnittliche Größe Hauptverbindungen in der Partikelphase jedoch sehr schnell an. Schon nach fünf sind Nikotin (0,2 bis 0,6 Prozent des Ge- Sekunden beträgt der mittlere Durch- wichtes des gesamten Hauptstrom- messer 0,68 Mikrometer und die Anzahl rauchs), weitere Nicotiana-Alkaloide der Partikel hat sich auf 3∙10 8 verrin- (~0,02 Prozent des Gewichtes des ge- gert29. Auch durch die Absorption von samten Hauptstromrauchs) sowie für Wasser in feuchter Umgebung steigt die Sola­ aceen (Nachtschattengewächse) n mittlere Größe der Partikel an. Die Inter- spezifische Verbindungen wie n-Hentria- national Agency for Research on Cancer contan und Solanesol (0,1 bis 0,2 Pro- gibt einen mittleren Durchmesser von zent). Außerdem enthält die Partikel­ 0,35 bis 0,4 Mikrometern der Partikel des phase Catechole (~1 Prozent), nichtkan- Hauptstromrauches an126. zerogene aromatische Kohlenwasser- Die Gasphase macht 90 bis 96 Prozent stoffe (~0,0003 bis 0,007 Prozent = 3 bis des Gewichts des Hauptstromrauches 7 ppm [parts per million]) sowie krebs­ einer Zigarette aus. In ihr sind haupt- erzeugende polyzyklische aromatische sächlich Stickstoff (~60 Prozent), Sauer- Kohlenwasserstoffe (0,3 bis 0,7 ppm)116 stoff (~13 Prozent), Kohlendioxid (~13 (Abb. 6). Prozent), Kohlenmonoxid (~3,5 Prozent), Es konnte gezeigt werden, dass einige Wasser (~2 Prozent), Argon (~1 Prozent), der flüchtigen Bestandteile des Haupt- Wasserstoff (~0,1 bis 0,2 Prozent), Ace- stromrauches schon während der ton (~1 Prozent), Stickoxide (<1 Prozent) Glimmphasen, während derer nicht an Gasphase Partikelphase Verbindung Gewicht / Zigarette Verbindung µg / Zigarette Kohlenmonoxid 14-23 mg Nikotin 1 000 – 3 000 Stickstoffoxide 100-600 µg Nornikotin 50-150 Cyanwasserstoff (Blau- 400-500 µg Nichtflüchtige Kohlen- 300-400 säure) wasserstoffe Butadien 25-40 µg Naphthalin 2-4 Benzol 12-50 µg Naphthalin-Derivate 3-6Abbildung 6: Styrol 10 µg Phenanthrene 0,2-0,4Ausgewählte, in der Gas- Formaldehyd 20-100 µg Fluorene 0,6-1,0und Partikelphase des Acetaldehyd 400-1400 µg Pyrene 0,3-0,5Hauptstromrauchs enthalte- Acrolein 60-140 µg Polyzyklische aroma- 0,1-0,25ne Verbindungen. Quelle: tische Kohlenwasser-Hoffmann 2001115. Darstel- stoffelung: Deutsches Krebsfor- Aceton 100-650 µg Phenol 80-160schungszentrum, Stabsstel-le Krebsprävention, 2010. Aliphatische Amine 3-10 µg Benzofurane 200-300 der Zigarette gezogen wird, entstehen. Anteil an der Gasphase nur zwischen Sie sammeln sich in der Zigarette und 1 und 13 Prozent ausmacht. Der Rest des werden erst dann freigesetzt, wenn an Tabakrauchs wird vom Nebenstrom- der Zigarette gezogen wird172. rauch gebildet14 . Der Anteil des durch den Raucher ausge- Nebenstromrauch enthält prinzipiell die atmeten Hauptstromrauchs an der Parti- gleichen Inhaltstoffe wie der Haupt- kelphase des Tabakrauchs beträgt zwi- stromrauch. Lediglich die Anteile und schen 15 und 43 Prozent, während der das Mengenverhältnis der einzelnen12 | Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie
  • Komponenten unterscheiden sich29 gen weitere 15 bis 35 Prozent der Men-(Abb. 7). Bisher wurden in seiner Parti- ge, die mit dem Hauptstromrauch einge-kelphase 21 und in der Gasphase 19 Ver- atmet wurde, in seinen Körper 225.bindungen mit krebserzeugenden oder Benzo[a]pyren ist der am meisten unter-anderen gesundheitsschädlichen Wir- suchte Vertreter der polyzyklischen aro-kungen, wie Leber- und Nervenschädi- matischen Kohlenwasserstoffe (PAK),gungen, Beeinträchtigungen des Im- von denen die meisten krebserzeugendmunsystems, Herzrhythmusstörungen sind224 . Es war außerdem die erste krebs-sowie Lungenödeme, eindeutig identifi- erzeugende Substanz, die im Tabakrauchziert 82. entdeckt wurde109. Mit einem SiedepunktNebenstromrauch entsteht bei niedrige- von etwa 310  °C wird es durch unvoll-ren Temperaturen und anderen Verbren- ständige Verbrennungsprozesse organi-nungsbedingungen als der Hauptstrom- scher Verbindungen gebildet. Dassrauch. Zwischen den Zügen an der Benzo[a]pyren Tumore in der Lunge ver-Zigarette herrscht in der Peripherie der ursachen kann, ist schon seit vielen Jah-Brennzone eine Temperatur von 600  °C14 ren bekannt 223.und in ihrem Zentrum eine Temperatur Die rasche Verdünnung des Neben-von fast 800  °C. In der Peripherie der stromrauchs bedeutet jedoch nicht, dassBrennzone, etwa 0,2 bis 1 Millimeter von dadurch auch die Toxizität abnimmt,der Verbrennungszone des Papiers ent- denn aus Tabakindustriedokumentenfernt, steigt die Temperatur während über die Forschung von Philip Morris ame­ ines Zuges auf 910 bis 920  °C an29 firmeneigenen Institut für Biologische(Abb. 5, Seite 11). Forschung (INBIFO) geht hervor, dassWeil Nebenstromrauch bei einer niedri- Nebenstromrauch unmittelbar nach sei-geren Temperatur entsteht als Haupt- ner Bildung etwa viermal toxischer prostromrauch, sind viele der toxischen Gramm der gesamten Menge an Rauch-Substanzen in ihm zunächst höher kon- partikeln ist als Hauptstromrauch256.zentriert 318 . Der Nebenstromrauch ver- Dies zeigten Versuche mit Ratten, diemischt sich relativ schnell mit der umge- drei Wochen lang täglich sieben Stun-benden Luft, so dass die Konzentration den Haupt- beziehungsweise Neben-der Inhaltsstoffe mit der Zeit sinkt. Ein stromrauch einatmeten. Anschließend Abbildung 7:Raucher nimmt beispielsweise bei ei- wurde das respiratorische Epithel der Konzentration der wichtigs-nem Konsum von 14 normalen Zigaret- Ratten, die Zellschicht, die den größten ten Schadstoffe im Haupt-ten täglich mit dem Hauptstromrauch Teil der Atemwege auskleidet, unter- stromrauch und derenrund 140 Nanogramm Benzo[a]pyren zu sucht. Bei den Ratten, die Nebenstrom- Mengenverhältnisse imsich. Über den Nebenstromrauch gelan- rauch einatmeten, reichte schon etwa Nebenstrom- und Haupt- stromrauch. Die Zahlen geben an, um welchen Faktor die Konzen­ rationen tVerbindung Hauptstromrauch [µg/Zigarette] Mengenverhältnis der der Stoffe im Nebenstrom- Substanzen im NSR und HSR ­ rauch (NSR) die im Haupt-4-Aminobiphenyl 0,003–0,005 31 stromrauch (HSR) überstei-Acrolein 60–100 8–15 gen. Sie zeigen, dass dieAnilin 0,36 29,7 meisten der schädlichenBenzol 12–48 5–10 Inhalts­ toffe des Tabak- s rauchs im Nebenstrom-1,3-Butadien 69 3–6 rauch zunächst wesentlichDimethylnitrosamin 0,01–0,04 20–100 höher kon­ entriert sind als zEthylmethylnitrosamin 0,001–0,002 10–20 im Hauptstromrauch.2-Naphthylamin 0,001–0,022 30 Quelle: DFG 199959.Nickel 0,02–0,08 12–31 Darstellung: Deutsches Krebsforschungszentrum,Nitrosopyrrolidin 0,006–0,03 6–30 Stabs­ telle Krebspräven­ s2-Toluidin 0,03–0,2 19 tion, 2010. Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie | 13
  • ein Viertel der Menge des Hauptstrom- 1.3 Veränderungen des rauches aus, um pathologische Verän- Tabakrauchs mit der Zeit derungen der Zellen in der Nasenhöhle festzustellen. Eine weitere Analyse der Sobald eine Zigarette in einem Raum ge- Tabakindustriedokumente ergab, dass raucht wird, steigen die Konzentrationen die Toxizität des Nebenstromrauches der Tabakrauchkomponenten in der Luft nach mindestens 30-minütiger Vermi- an und sinken dann exponentiell in Ab- schung mit der umgebenden Luft sogar hängigkeit von der Belüftung, der Tem- noch zunimmt, so dass „gealterter“ Ne- peratur, der relativen Luftfeuchtigkeit benstromrauch etwa zwölfmal giftiger und der -zirkulation14 . So kann die schäd- ist als Hauptstromrauch257. liche Wirkung von Tabakrauch in klimati- Vermutlich kann sich die toxische Wir- sierten Räumen aufgrund einer geringe- kung des Tabakrauchs von Mensch zu ren Ventilationsrate doppelt so hoch sein Mensch auch geringfügig unterschei- wie in nicht klimatisierten Räumen161. den. Versuche mit Rauchern haben ge- Außerdem lagern sich die Tabakrauch­ zeigt, dass die Menge der eingeatmeten partikel auf Oberflächen in der Umge- Substanzen von bestimmten Parame- bung ab14 . tern, zum Beispiel wie häufig und wie Eine herkömmliche Zigarette gibt etwa stark an der Zigarette gezogen wird, ab- 600 Milligramm Kohlendioxid (CO2 ), hängig ist. Untersuchungen zum Tabak- 4,5  Milligramm Kohlenmonoxid (CO), rauch werden auch mit Rauchmaschinen 5  Milligramm Nikotin sowie 25 Milli- durchgeführt. Je nach Dauer, Frequenz gramm Rauchpartikel an die Umgebung und Volumen der Züge an der Zigarette ab14 . Neben diesen am meisten unter- unterscheidet sich die Konzentration der suchten Inhaltsstoffen sind im Tabak- Verbindungen und damit das Maß an rauch alle Klassen organischer Verbin- T ­ oxizität und das erbgutverändernde dungen sowie Spuren von Metallen P ­ otenzial115,237,242. Genauso wie Raucher enthalten29 (Abb. 8). Es finden sowohl den Tabakrauch unterschiedlich aufneh- physikalische Prozesse statt, indem die men, trifft dies möglicherweise auch auf enthaltenen Partikel beispielsweise ste- Passivraucher zu. Da die Menge der auf- tig ihre Größe ändern, als auch zahl­ genommenen Giftstoffe von der Atem- reiche damit verbundene chemische frequenz abhängt, sind insbesondere Veränderungen, da die einzelnen Be- Kinder von den Gesundheitsgefahren standteile in unzählige Wechselwirkun- betroffen, da sie im Vergleich zu Erwach- gen miteinander treten, wodurch neue, senen viel häufiger atmen. Da sie auch teils toxischere Verbindungen entste- ein geringeres Körpergewicht besitzen, hen. Einige der giftigen Substanzen so- kann die gleiche Menge einer giftigen wie ihre Wirkungen sind in Abbildung 9 Verbindung bei Kindern eine viel schäd- gelistet. lichere Wirkung entfalten. Beispielswei- Nach dem anfänglichen Masseverlust se kann bei Kindern die in einer einzigen der Rauchpartikel durch die Verdamp- Zigarette enthaltene Nikotinmenge be- fung beträgt der mittlere Durchmesser reits tödlich sein, während bei Erwach- der Partikel des Tabakrauchs innerhalb senen erst eine Menge von etwa 50 Mil- der ersten Stunde nach seiner Entste- ligramm Nikotin beim Verschlucken zum hung 0,185 Mikrometer14 . Diese Partikel Tod führen kann175. können mit der Atmung aufgenommen werden und sind klein genug, selbst die Lungenalveolen zu erreichen (lungen- gängige Partikel). Nach zwölf Stunden sind die Partikel infolge von Zusammen-14 | Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie
  • Klasse Anzahl Klasse AnzahlNeutrale Gase >5 Flüchtige N-Nitrosamine 4Kohlenoxide 2 Tabakspezifische Nitrosamine 4Stickstoffoxide 1 (2) N-Heterozyklen ~920Amide, Imide, Lactame ~240 Aliphatische, azyklische und ~760Carbonsäuren ~230 a ­ romatische KohlenwasserstoffeLactone ~150 Nitrile ~100Ester ~470 Anhydride ~10 Abbildung 8:Aldehyde ~110 Kohlenwasserstoffe ~40 In frischem TabakrauchKetone ~520 Ether ~310 enthaltene Klassen chemi- scher Verbindungen sowieAlkohole ~380 Nitro-Verbindungen >10 Anzahl der Einzelsubstan-Phenole ~280 Metalle ~30 zen. Quelle: BorgerdingAmine ~200 Zahlreiche kurz- und langlebige 200529. RadikaleSubstanz Menge im Tabak- Toxizität(Summenformel) rauch einer filter- losen ZigaretteKohlenmonoxid (CO) 14 – 23 mg Bindet an Hämoglobin im Blut und hemmt so den SauerstoffaustauschAmmoniak (NH3 ) 10 – 130 µg Reizung und Schädigung des Atemwegsystems; neurotoxischStickstoffoxid (NOx) 100 – 600 µg Reizung und Schädigung des Atemwegsystems; Entzündungen in der LungeCyanwasserstoff (HCN; 400 – 500 µg Schädigung der Flimmerhärchen in der Lunge &Blausäure) Verhinderung der Selbstreinigung der BronchienSchwefelwasserstoff (H2S) 10 – 90 µg Reizung des AtemwegsystemsAcrolein (C 3H4 O) 60 – 140 µg Krebserzeugend, Atemgift; Schädigung der Flimmer- härchen in der Lunge & Verhinderung der Selbstreini- gung der BronchienMethanol (CH4 O) 100 – 250 µg Giftig beim Einatmen und bei der AufnahmePyridin (C5H5N) 16 – 40 µg Krebserzeugend, Reizung des Atemwegsystems; neurotoxischNikotin (C10H14N2) 1 – 3 mg Verursacht Abhängigkeit; Nervengift; Beeinträchti- gung des Herz-Kreislauf- und des HormonsystemsPhenol (C 6H6O) 80 – 160 µg Krebserzeugend, Verstärkung des Tumorwachstums bei Tierversuchen Abbildung 9: Beispiele für im TabakrauchCatechol (C 6H6O2) 200 – 400 µg Krebserzeugend, reizt Augen, Haut & Atemwege; enthaltene Substanzen mit Ko-Kanzerogen bei Tierversuchen toxischer, speziell auchAnilin (C 6H7N) 360 – 655 µg Krebserzeugend, bildet Methämoglobin, was die krebserzeugender Wirkung. Atmung beeinträchtigt Quelle: Hoffmann 2001115. Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie | 15
  • lagerungen durchschnittlich um 20 Pro- gebildet werden können271 (Abb. 10). zent größer14 . Produkte dieser Nitrosierung sind Ein wichtiger Prozess, der bei der Alte- 1 - ( N - m e t h y l - N - n i t r o ­ a m i n ) -1 - ( 3 - s rung des Tabakrauchs stattfindet, ist die pyridyl)-4-butanol (NNA), 4  ( Methyl­ Oxidation von Stickstoffmonoxid (NO) nitrosamino) -1- (3-pyridyl) -1-butano- über Minuten und Stunden zu Stickstoff- non (NNK) sowie N-nitrosonornicotin dioxid (NO2 )14 . Tabakrauch, der das (NNN). Während die Konzentration von Mundstück einer Zigarette verlässt, ent- NNN sehr gering ist, lässt sich NNA in hält zunächst ein Gemisch aus Stick- siebenfach höherer Konzentration als stoffmonoxid und Stickstoffdioxid. NNK nachweisen271. Durch Oxidationsreaktionen nimmt der Schon in den 1980er Jahren stellte Philip Anteil des ersteren jedoch rasch ab, wo- Morris bei seinen Untersuchungen am durch die Stickstoffdioxidkonzentration Institut für Biologische Forschung fest, zunimmt. Diese Reaktionen sind auch dass NNK Konzentrationen im Neben- mit dem Verschwinden und der Bildung stromrauch nach anfänglichen 24  Milli- von kurzlebigen freien Radikalen ver- gramm pro Kubikmeter um 50 bis bunden. In der Gasphase des Rauches 200  Pro­ ent pro Stunde ansteigen kön- z einer Zigarette befinden sich etwa 1∙1016 nen. Dieses Ergebnis offenbarte eine Alkyl- und Alkoxy-Radikale. Diese haben Analyse von Tabakindustriedokumenten normalerweise eine Lebenszeit von Se- im Jahr 2007, bei der bereits die Vermu- kundenbruchteilen. Es wurde jedoch tung nahe gelegt wurde, dass die Nitro- auch beobachtet, dass Radikale im Ziga- sierung von Nikotin und/oder ein Abbau- rettenrauch bis zu fünf Minuten beste- produkt im alternden Rauch für die hen können29. Die NO2-Konzentrationen Erhöhung der Nitrosaminbelastungen korrelieren außerdem negativ mit der verantwortlich sind258 (Abb. 10). Konzentration an Ozon (O3 ), die in der Die Bildung von tabakspezifischen Nitro- Außenluft für gewöhnlich wesentlich saminen aus der Reaktion von Nikotin größer ist als in Innenräumen161. des Tabakrauchs, die an Oberflächen in Stickstoffverbindungen können mögli- Innenräumen, wie Wänden, Möbeln, cherweise auch dabei eine Rolle spie- Teppichen, Kleidung und auch an der len, dass Tabakrauch mit seiner Alte- Haut, gebunden ist, mit salpetriger Säu- rung ­ oxischer wird, indem sie zur t re bietet eine Erklärung für ein zusätzli- Bildung krebserzeugender tabakspezifi- ches Gesundheitsrisiko durch „Dritt- scher Nitrosamine beitragen: Außer handrauch“ (Thirdhand Smoke). Dieser durch Verbrennungsreaktionen kann Begriff bezeichnet die Kontamination durch heterogene Reaktionen aus NO2 durch Tabakrauch, die zurückbleibt, und dem Wasser von feuchten Oberfä- nach­ em die Zigarette ausgelöscht wur- d chen salpetrige Säure (HONO) entste- de344 . Durch den Kontakt mit Oberflä- hen, die in die Gasphase übergeht. Ihre chen, die mit den Gasen und Partikeln Konzentration ist in Innenräumen mit aus dem Tabakrauch kontaminiert sind, 4,6 ppb (parts per billion) wesentlich werden diese Substanzen und die Reak- höher als in der ­ ußenluft, wo sie ledig- A tionsprodukte, die anfänglich noch nicht lich zu 0,9 ppb anzutreffen ist161. Schon oder nur in geringer Menge im Tabak- im Jahr 2002 wurde aufgrund der Säu- rauch enthalten waren, in den Körper reeigenschaften, chemischen Reaktivi- aufgenommen. Besonders Kinder sind tät und Wasserlöslichkeit der tabakspe- durch Thirdhand Smoke gefährdet, da zifischen Nitrosamine eine mögliche sie oft mit Oberflächen, zum Beispiel Toxizität für die Atemwege vermutet161. von Polstern und Teppichen, in Kontakt Neueste Untersuchungen zeigen, dass kommen. Hinzu kommt die Adsorption durch die Nitrosierung von Nikotin über an ihre eigene Haut, die Umwandlung zu die Reaktion mit salpetriger Säure die kanzerogenen und erbgutverändernden tabakspezifischen Nitrosamine (TSNA) Metaboliten sowie deren transdermale16 | Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie
  • Stickstoff- oxide O H NO C N H NNA NO2 CH3 N O N Salpetrige Säure H (HONO) O NNK N H N O N O O CH3 N N Abbildung 10: CH3 N Nitrosierung Entstehung krebserzeugen- Nikotin H H der tabakspezifischer H N NNN Nitrosamine durch die N O + CH2O Reaktion von Nikotin mit N salpetriger Säure. Quelle: Sleiman 2010271. Darstel- Krebserzeugende tabakspezifische Nitrosamine lung: Deutsches Krebsfor- (TSNA) schungszentrum, Stabsstel- le Krebsprävention, 2010.Aufnahme. So ist erwiesen, dass Kinder Bislang gibt es jedoch nur wenige ­ tudien Smehr als doppelt so viel Staub – und da- zum Phänomen des Thirdhand Smoke, somit auch Tabakkanzerogene – aufneh- dass das gesundheitsgefährdende Poten-men als Erwachsene271. zial noch schwer zu beurteilen ist. Tabakrauch in Innenräumen – ein vermeidbares Gesundheitsrisiko für die Familie | 17
  • 2 Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland Kernaussagen Ein erheblicher Anteil der Erwachsenen und der Kinder ist regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt. Bei Erwachsenen findet am Arbeitsplatz und in der Freizeit die häufigste Exposition statt, für Kinder ist das Zuhause die Hauptexpositionsquelle. Kinder sind am besten in Nichtraucherfamilien vor Passivrauchen geschützt. In Raucherfamilien können vollständige Rauchverbote zu Hause die Kinder vor Tabakrauchbelastung schützen. Darüber hinaus werden Kinder und Jugendliche, die in rauchfreien Haushalten aufwachsen, später seltener selbst zu Rauchern. Bei der Mehrheit der Raucher mit Kindern ist zu Hause das Rauchen v ­ ollständig verboten, nur wenige Raucher mit minderjährigen Kindern schränken das Rauchen zu Hause überhaupt nicht ein. Je älter die Kinder sind, desto häufiger werden sie zu Hause mit Tabakrauch belastet. Wenn kleine Kinder jedoch zu Hause Tabakrauch ausgesetzt sind, dann ist die Belastung für sie höher als bei schulpflichtigen Kindern. Insgesamt müssen in Deutschland täglich mehr als 1,7 Millionen Kinder und Jugendliche passivrauchen. Angesichts sinkender Raucheranteile bei den Altersgruppen junger Erwach­ sener, in denen die meisten Familiengründungen und -erweiterungen erfolgen, ist davon auszugehen, dass die Tabakrauchbelastung von Kindern in den letzten zwei Jahrzehnten gesunken ist. Die Exposition gegenüber Tabakrauch in Fahrzeugen stellt für Kinder und Jugendliche eine besondere Gesundheitsbelastung dar. Die Tabakrauch­ belastung in geschlossenen Fahrgasträumen erreicht bereits beim Rauchen einer einzigen Zigarette innerhalb weniger Minuten ein Vielfaches einer stark verrauchten Kneipe. Übliche Belüftungsmaßnahmen, wie das Öffnen einzelner Fenster von Fahrzeugen, bieten keinen Schutz. Die Belastung ist weiterhin vergleichbar mit der Belastung in der nicht rauchfreien Gastronomie. Gesetzliche Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakrauch in privaten Fahrzeugen existieren bereits in anderen Ländern. Eine derartige Regelung ist auch für Deutschland empfehlenswert; über 90 Prozent der deutschen Bevölkerung sprechen sich dafür aus.18 | Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland
  • 2.1 Tabakrauchbelastung von Freizeit (Abb. 11), aber auch zu HauseErwachsenen muss ein bedeutender Anteil insbeson- dere der weiblichen Bevölkerung passiv-Im Jahr 2009 waren 13,3 Prozent der rauchen. Verantwortlich für die Tabak-männlichen und 8,7 Prozent der weibli- rauchexposition zu Hause ist in der Regelchen nichtrauchenden Erwachsenenbe- ein rauchender Partner. Da mehr Männervölkerung täglich durch Tabakrauch be- als Frauen rauchen, sind im häuslichenlastet. Weitere 28,2 Prozent der Männer Umfeld mit 30,5 Prozent die Frauen fastund 16,6 Prozent der Frauen waren min- doppelt so häufig Tabakrauch ausgesetztdestens einmal wöchentlich Tabakrauch wie Männer (17,8 Prozent). Zudem ga-ausgesetzt. Am stärksten betroffen ist rantieren die deutschen Nichtraucher-die Altersgruppe der 18- bis 19-Jährigen: schutzgesetze noch immer keinen voll-bei den Männern waren 72 Prozent und ständigen Schutz vor Passivrauchen inbei den Frauen 61,5 Prozent in dieser Al- gastronomischen Einrichtungen: Etwatersgruppe mindestens einmal wöchent- ein Drittel der Nichtraucher sind weiter-lich bis hin zu täglich Tabakrauch ausge- hin in Kneipen und Cafés Tabakrauchsetzt154 . ausgesetzt und etwa ein Zehntel in Res-Am höchsten ist die passive Tabakrauch- taurants.belastung am Arbeitsplatz und in der 50 45,2 Männer Frauen 40 39,2 37,6 Anteil (in %) 31,9 30,0 30,5 30,0 30 Abbildung 11: 20 17,8 Passive Tabakrauchbelas- 13,9 12,5 tung von Nichtrauchern 11,0 10,5 10 nach Orten in Deutschland 2009. Quelle: Lampert 2009154. Darstellung: 0 Deutsches Krebsfor- Arbeitsplatz zu Hause Kneipen/Cafés Restaurants Bei Freunden/ Sonstige Orte Bekannten schungszentrum, Stabsstel- le Krebsprävention, 2010.2.2 Tabakrauchbelastung tung von Kindern ganz wesentlich durchvon Kindern zu Hause das Rauchverhalten der Eltern beein- flusst: Der Anteil der Jugendlichen, derBei 11- bis 17-jährigen Jugendlichen sind mehrmals in der Woche oder täglich24 Prozent der nichtrauchenden Jungen T ­ abakrauch ausgesetzt ist, ist bei 14- bisund 27 Prozent der nichtrauchenden 17-jährigen Jugendlichen mit mindes-Mädchen täglich einer Belastung durch tens einem rauchenden Elternteil mehrTabakrauch ausgesetzt153. Die Haupt- als viermal so hoch wie bei Jugendli-quelle für die Tabakrauchbelastung von chen mit nichtrauchenden ElternKindern ist das häusliche Umfeld. So (Abb. 12).wird das Ausmaß der Tabakrauchbelas- Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland | 19
  • 50 45,3 41,6 40 Anteil (in %)Abbildung 12: 30Anteil der 14- bis 17-jähri-gen Jugendlichen, die 20mehrmals in der Wocheoder täglich passivrauchen, 10,0in Deutschland im Zeitraum 10 8,62003–2006. Quelle:Lampert 2008153. Darstel- 0 mindestens ein Eltern rauchen mindestens ein Eltern rauchenlung: Deutsches Krebsfor- Elternteil raucht nicht Elternteil raucht nichtschungszentrum, Stabs­stelle Krebsprävention, Jungen Mädchen2010. Je nach Alter der Kinder ist in 70 bis fast nem Kind unter sechs Jahren und 52 Pro- 90 Prozent der Haushalte von Nichtrau- zent der Raucher mit einem Kind zwi- chern das Rauchen vollständig verboten. schen sechs und zwölf Jahren. Viele Erfreulicherweise verbieten aber auch Raucher mit Kindern, die das Rauchen viele Raucher das Rauchen vollständig nicht vollständig verbieten, schränken in der Wohnung, vor allem wenn kleine das Rauchen zu Hause zumindest ein Kinder dort leben (Abb. 13). Während und rauchen nur in bestimmten Räumen nur etwa ein Drittel der Raucher ohne oder nur zu bestimmten Zeiten. Nur we- minderjährige Kinder im Haushalt das nige Raucher mit minderjährigen Kin- Rauchen zu Hause vollständig verbietet, dern schränken das Rauchen zu Hause tun dies 69 Prozent der Raucher mit ei- überhaupt nicht ein. 100 32,3 80 42,7 51,9Abbildung 13: 68,7 69,0 Anteil (in %) 77,8 73,5 60 VollständigesRauchregeln im eigenen 87,6 RauchverbotHaushalt von Rauchern und Partielles Rauchverbot 51,9Nichtrauchern in Abhängig- 40 Keine Einschränkung 48,9keit vom Alter des jüngsten 46,5Kindes, in Deutschland 20 31,3 27,02009. Quelle: Eigene 21,8 26,5 15,8 12,4Berechnungen mit Daten 1,6 8,5 4,0 0des ITC-Projekts Deutsch- kein Kind unter 6 6-12 13-17 kein Kind unter 6 6-12 13-17 unter 18 Jahren Jahre Jahre unter 18 Jahren Jahre Jahreland. Darstellung: Deut- Jahren Jahren Raucher Nichtrauchersches Krebsforschungszent-rum, Stabsstelle Rauchstatus und Alter des jüngsten Kindes im HaushaltKrebsprävention, 2009.20 | Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland
  • Dementsprechend sind je nach Alter setzt. So sind Kinder im Alter von elf bisetwa zwei Drittel bis drei Viertel der Kin- vierzehn Jahren doppelt so häufig Ta-der zu Hause nie dem Zigarettenrauch bakrauch ausgesetzt wie Kinder im Altervon anderen ausgesetzt (Abb. 14). Doch von sechs bis zehn Jahren und dreimalje älter die Kinder sind, desto häufiger so häufig wie Kinder im Alter von dreisind sie zu Hause Tabakrauch ausge- bis fünf Jahren. 100 6,4 9,2 4,4 19,3 3,4 10,2 täglich 80 13,3 4,3 einmal oder 13,3 mehrmals Abbildung 14: pro Woche Anteil (in %) Häufigkeit der Tabakrauch- 60 seltener als einmal belastung von Kindern nach wöchentlich nie Angaben der Eltern in 40 79,0 74,2 Abhängigkeit vom Alter des 63,1 Kindes, in Deutschland im Zeitraum 2003-2006. Quelle: 20 Eigene Berechnungen mit Daten des KiGGS 0 2003/2006. Darstellung: 3 bis 5 Jahre 6 bis 10 Jahre 11 bis 14 Jahre Deutsches Krebsfor- Alter des Kindes schungszentrum, Stabsstel- le Krebsprävention, 2010.Rechnet man die Anteile der täglich pas- gibt sich, dass mehr als 1,7 Millionensivrauchenden Kinder wie im Kasten be- minderjährige Kinder täglich zu Hauseschrieben für Deutschland hoch, so er- Tabakrauch ausgesetzt sind: Anzahl der täglich zu Hause mit Tabakrauch belasteten Kinder in Deutschland* Kinder im Alter von…bis zu 2 Jahren** 3 bis 5 Jahren 6 bis 10 Jahren 11 bis 14 Jahren 15 bis 17 Jahren***131.000 135.000 349.300 615.000 491.000 Insgesamt: 1.721.300* Berechnet entsprechend den Anteilen der täglich zu Hause mit Tabakrauch belaste- ten Kinder gemäß Abbildung 14.** Bei den Kindern bis zu 2 Jahren wurde angenommen, dass der Anteil der täglich zu Hause mit Tabakrauch belasteten Kinder dem Anteil bei 3- bis 5-Jährigen ent- spricht.*** Bei den Kindern im Alter 15 bis 17 Jahren wurde angenommen, dass der Anteil der täglich zu Hause mit Tabakrauch belasteten Kinder dem Anteil bei 11- bis 14-Jähri- gen entspricht.Quelle: Eigene Berechnungen mit Daten des KiGGS 2003/2006 und des Statistischen Bundesamts 2010 285 Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland | 21
  • Prozentual gesehen sind jüngere Kinder der. So beträgt die durchschnittliche seltener Tabakrauch ausgesetzt als älte- Menge an Cotinin im Urin bei 3- bis re Kinder. Da sich aber jüngere Kinder 5-jährigen Kindern mit täglicher Tabak- häufiger zu Hause aufhalten und mehr rauchbelastung 15,1 Mikrogramm pro Zeit mit ihren Eltern verbringen als Kin- Liter (µg/l), verglichen mit 12,9 µg/l bei der im schulfähigen Alter, ist das Aus- 6- bis 10-Jährigen und 12,5 µg/l bei 11- maß der Belastung von jüngeren Kin- bis 14-Jährigen mit täglicher Tabak- dern durch Passivrauchen jedoch höher, rauchbelastung. Deutlicher sind die Un- wie Messungen des Nikotinabbaupro- terschiede bei Kindern, die einmal oder dukts Cotinin im Urin von Kindern bele- mehrmals wöchentlich zu Hause Passiv- gen (Abbildung 15). Das bedeutet, dass rauchen ausgesetzt sind. Bei diesen Kin- Kinder unter sechs Jahren zu Hause zwar dern beträgt die Cotininbelastung im seltener passivrauchen müssen als älte- Schnitt 12,3 µg/l bei 3- bis 5-Jährigen re Kinder. Doch diejenigen jüngeren Kin- und ist damit mehr als doppelt so hoch der, die zu Hause passivrauchen, sind wie bei 6- bis 10-Jährigen (5,6 µg/l) und deutlich stärker belastet als ältere Kin- bei 11- bis 14-Jährigen (4,9 µg/l).Abbildung 15:Ausmaß der Belastung von 16nichtrauchenden Kindern 14 Cotinin im Morgenurin (in µg/l)durch Passivrauchen 12 zu Hause täglichgemessen anhand des tabakrauchbelastetBiomarkers Cotinin, in 10 zu Hause mindestensAbhängigkeit von der einmal wöchentlich 8 tabakrauchbelastetHäufigkeit der Tabakrauch- seltener als einmalbelastung zu Hause und 6 wöchentlich zu Hause tabakrauchbelastetdem Alter des Kindes, in 4 nie zu HauseDeutschland 2003-2006. tabakrauchbelastetQuelle: Eigene Berechnun- 2gen mit Daten des KUS 02003/2006. Darstellung: 3 bis 5 Jahre 6 bis 10 Jahre 11 bis 14 JahreDeutsches Krebsfor-schungszentrum, Stabsstel- Alter des Kindesle Krebsprävention, 2010. Aufgrund der zunehmenden Zahl der auch bei Frauen in der Altersgruppe der Rauchverbote an öffentlichen Orten, die 20- bis 25-Jährigen lange Zeit angestie- in den letzten Jahren umgesetzt wurden, gen und erst zuletzt leicht rückläufig und angesichts der langfristigen Trends sind, ist in der Altersgruppe von 25 bis in der Entwicklung der Raucheranteile 39 Jahren – in der die meisten Kinder ge- bei Männern in den letzten 20 Jahren boren werden – die Raucheranteile rück- und der relativ stabilen Raucherquoten läufig. Während beispielsweise 1989 bei Frauen ist zu vermuten, dass auch noch 31 Prozent der 30- bis 34-jährigen die Tabakrauchbelastung von Kindern in Frauen rauchten, waren es im Jahr 2005 den letzten zwei Jahrzehnten abgenom- nur noch 24 Prozent. Bei den 30- bis men hat. Abbildung 16 zeigt die Entwick- 34-jährigen Männern ist der Raucheran- lung der Raucheranteile von 1989 bis teil im gleichen Zeitraum von rund 2005 bei jungen Erwachsenen und in der 44 Prozent auf 36 Prozent gesunken. Die- Gesamtbevölkerung. Während die Rau- se Entwicklung spricht für einen Rück- cherquoten sowohl bei Männern als gang der Tabakrauchbelastung von Kin-22 | Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland
  • dern in den letzten zwei Jahrzehnten. nen wäre eine wirksame Strategie zurEine weitere Reduktion der Raucheran- Reduktion der Tabakrauchbelastung vonteile insbesondere bei jungen Erwachse- Kindern246. Männer Frauen 50 45 40 Raucheranteil (in %) Abbildung 16: 35 Entwicklung der Raucher- 30 quoten in Deutschland seit 1989 bei Männern und 25 Frauen insgesamt und bei 20 jungen Erwachsenen. Quelle: Statistisches 15 Altersgruppe 20-24 Altersgruppe 20-24 Bundesamt 1990279, 1993280, Altersgruppe 25-29 Altersgruppe 25-29 10 1996281, 2000282, 2004283, Altersgruppe 30-34 Altersgruppe 30-34 5 Altersgruppe 35-39 Altersgruppe 35-39 2006284. Darstellung: Männer (alle Altersgruppen) Frauen (alle Altersgruppen) Deutsches Krebsfor- 0 schungszentrum, Stabs­ 1989 1992 1995 1999 2003 2005 1989 1992 1995 1999 2003 2005 stelle Krebsprävention, 2010.2.3 Schutz vor Tabakrauch 84  Mikrogramm pro Kubikzentimeterim privaten Raum ­ etrugen. In den anderen Räumen, in b denen nicht geraucht wurde, war dieRauchende Eltern können ihre Kinder am Partikelkonzentration mit 63 Mikro-effektivsten vor Tabakrauch schützen, gramm pro Kubikzentimeter nur gering-indem sie draußen rauchen und die Tür fügig niedriger 323. In Räumlichkeiten vondabei geschlossen halten135. Das Rau- Nichtrauchern beträgt die Partikelkon-chen im eigenen Zuhause vollständig zu zentration demgegenüber nur neun Mik-untersagen, schützt zudem auch die Kin- rogramm pro Kubikzentimeter, was inder davor, selbst mit dem Rauchen anzu- etwa der Luftqualität von draußen ent-fangen. So haben mehrere Studien her- spricht, wo die Partikelkonzentrationausgefunden, dass Kinder von nicht in rund 15 Mikrogramm pro Kubikzentime-der Wohnung rauchenden Eltern ein ge- ter beträgt 323.ringeres Risiko haben, mit dem Rauchen Messungen der Nikotinkonzentration inanzufangen als Kinder, deren Eltern auch Haushalten von Rauchern zeigen außer-in der Wohnung rauchen (siehe Kasten, dem, dass nicht nur die Raumluft, son-Seite 24). dern auch Staub und Oberflächen derBei geöffnetem Fenster oder nur in be- Innenräume mit Tabakrauchbestandtei-stimmten Räumen zu rauchen, garantiert len kontaminiert sind184 . Dadurch konntekeinen vollständigen Schutz der Famili- auch belegt werden, dass Eltern ihreenmitglieder, da sich der Rauch dennoch Kinder nicht vollständig schützen kön-in der Wohnung verteilt. So zeigten Mes- nen, indem sie draußen rauchen, dennsungen in Raucherwohnungen, dass in trotz dieser Maßnahme war im Vergleichden Räumen, in denen geraucht wurde, zu Nichtraucherhaushalten die Kontami-die Konzentration an lungengängigen nation mit Nikotin in den InnenräumenPartikeln aufgrund des Tabakrauchs fünf- bis siebenmal höher als in Nicht- Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland | 23
  • raucherhaushalten. Die Bestandteile des Demnach sind nichtrauchende Familien- Tabakrauchs werden zum Beispiel über mitglieder nur in Nichtraucherhaushal- die Kleidung der Raucher in die Innen- ten vollständig vor einer Belastung durch räume getragen. Tabakrauch geschützt. Wirkung eines rauchfreien Zuhauses auf die Einstellungen und das Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen Elterliches Rauchen ist für Kinder und deren Gesundheit in zweierlei Hinsicht ge- fährdend: Die Tabakrauchbelastung stellt eine direkte Gesundheitsgefährdung dar, zudem beginnen Kinder mit mindestens einem rauchenden Elternteil häufi- ger mit dem Rauchen als Kinder nichtrauchender Eltern16,93. Rauchverbote im elterlichen Haushalt können die Tabakrauchexposition der Kin- der reduzieren, für die das Zuhause in der Regel die Hauptquelle für eine Belas- tung durch Passivrauchen darstellt. Darüber hinaus signalisieren Rauchverbote in der elterlichen Wohnung den Kindern, dass Rauchen in der Gesellschaft eine geringe soziale Akzeptanz hat. Diese Einstellung wird von den Kindern übernom- men. So haben Jugendliche aus rauchfreien Elternhäusern unabhängig vom Rauchstatus der Eltern eine negativere Einstellung zum Rauchen198 und schätzen die gesellschaftliche Akzeptanz des Rauchens geringer ein 6 als Jugendliche aus Elternhäusern, in denen geraucht werden darf. Diese Haltung wirkt sich auch auf das Rauchverhalten aus. Die Wahrscheinlichkeit zu rauchen, ist bei Kindern und Jugendlichen geringer, bei denen zu Hause nicht geraucht werden darf, und zwar unabhängig vom Rauchstatus der Eltern. So sind Jugendliche mit mindestens einem rauchenden Elternteil, in deren Haushalt das Rauchen verboten ist, mit geringerer Wahrscheinlichkeit Raucher, als Jugendliche mit rauchenden Eltern (-teilen), bei denen zu Hause geraucht werden darf 77,230,299,332. Fangen Jugendli- che aus rauchfreien Elternhäusern dennoch mit dem Rauchen an, haben sie zu- mindest einen geringeren Zigarettenkonsum sowie eine höhere Wahrscheinlich- keit für einen Rauchstoppversuch als rauchende Jugendliche aus Haushalten, in denen geraucht werden darf 77. Ebenso reduziert auch ein Rauchverbot am A ­ rbeitsplatz bei erwerbstätigen Jugendlichen die Wahrscheinlichkeit, Raucher zu werden77. Rauchverbote im elterlichen Haushalt haben auch noch eine weitere langfristige Wirkung. Junge Erwachsene, die aus einem rauchfreien Elternhaus kommen, h ­ aben unabhängig von ihrem eigenen Rauchstatus eine höhere Wahrscheinlich- keit, nach ihrem Auszug aus dem Elternhaus auch in ihren eigenen vier Wänden das Rauchen vollständig zu verbieten, als junge Erwachsene aus einem Eltern- haus ohne Rauchverbot7.24 | Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland
  • 2.4 Tabakrauchbelastung Dieser Sachverhalt spiegelt sich auch inin Fahrzeugen Untersuchungen zu gesundheitlichen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugend-Die Exposition mit Tabakrauch im Fahr- lichen wider, die Tabakrauch in privatenzeug unterscheidet sich von der Tabak- Fahrzeugen ausgesetzt sind. Es gibt Hin-rauchexposition in geschlossenen Räu- weise für einen Zusammenhang zwi-men. Zum einen gibt es im Auto eine schen chronischer Bronchitis und Tabak-Vielzahl unterschiedlicher Belüftungs- rauchbelastung in privaten Fahrzeugen,möglichkeiten, zum anderen ist der In- der umso stärker ist, je jünger dienenraum verhältnismäßig klein. Das Vo- P ­ assivraucher sind76. Weiterhin gibt eslumen einer PKW-Fahrgastzelle liegt Anhaltspunkte, dass die Tabakrauch­etwa im Bereich zwischen zwei und fünf exposition in privaten Fahrzeugen in derKubikmetern (m3 ) 214 . Verglichen damit Kindheit das Risiko von Atemwegs­beträgt das Volumen eines mittelgroßen problemen in der Jugend, wie zeitwei­Raumes ein Vielfaches. Weiterhin sind liges oder andauerndes Keuchen, er-die Möglichkeiten zum Selbstschutz ge- höht140,275.genüber einer ungewollten Tabakrauch-exposition, ähnlich wie auch im privaten Ausmaß der BelastungWohnraum, in einem Fahrzeug einge- Für Kinder unter sechs Jahren ist inschränkt; dies betrifft vor allem Kinder Deutschland nur in rund zwei Drittelnund Jugendliche. Das Auto kann weder der Autos von Rauchern ein vollständi-vom Raucher noch von den passivrau- ger Schutz vor Tabakrauch gegeben Abbildung 17:chenden Mitfahrern ohne größere Um- (Abb. 17). Für Kinder über sechs Jahren Rauchregeln im Auto vonstände verlassen werden. Kinder und gilt dies nur noch in etwas mehr als der Rauchern und Nichtrau-Jugendliche sind in Bezug auf alternati- Hälfte der Fälle. Jugendliche im Alter chern in Deutschland, 2009ve Transportmittel eingeschränkt und von 13 bis 17 Jahren genießen in Rau- (Personen ohne Auto imkönnen ihre Bedürfnisse weniger stark cherautos kaum mehr Schutz als Er- Haushalt ausgeschlossen).zur Geltung bringen als Erwachsene. wachsene. Quelle: ITC-Projekt Deutsch-Auch sind Kinder in Bezug auf die Be­ land 2009. Darstellung:urteilung der Gefährdung vom Urteil Deutsches Krebsfor-E­ rwachsener abhängig. schungszentrum, Stabsstel- le Krebsprävention, 2010. Vollständiges Rauchverbot Partielles Rauchverbot Keine Einschränkung 100 80 49,4 54,1 55,7 67,1 Anteil (in %) 60 91,5 94,7 95,8 94,8 40 24,8 24,8 34,3 20,1 20 25,8 21,1 2,2 0,8 1,2 12,9 10,1 6,3 4,6 2,9 5,2 0 kein Kind unter Jüngstes Kind Jüngstes Kind Jüngstes Kind kein Kind unter Jüngstes Kind Jüngstes Kind Jüngstes Kind 18 Jahren unter 6 Jahre alt 6-12 Jahre alt 13-17 Jahre alt 18 Jahren unter 6 Jahre alt 6-12 Jahre alt 13-17 Jahre alt Raucher Nichtraucher Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland | 25
  • Luftpartikelkonzentration Fenster Geschwindigkeit (PM2,5; µg/m3) Raucher Lüftung Anmerkungen Umgebungsluft Durchschnitt (ohne Tabakrauch) Alle geschlossen Stehend 3851 15 Fahrer Aus a, c, I Alle geschlossen Stadtverkehr 2926 4 Beifahrer Aus a, III Alle geschlossen Stadtverkehr 2413 15 Fahrer Aus a, I Alle geschlossen Stadtverkehr 1113 n/a Beifahrer An IV Alle geschlossen Stadtverkehr 844 15 Fahrer An a, I Alle geschlossen 96 km/h 658 n/a Beifahrer An IV Alle zur Hälfte offen Stadtverkehr 51 n/a Beifahrer Aus a, V Alle offen Stadtverkehr 60 14 Fahrer Aus a, I Fahrerfenster 5 cm offen Stadtverkehr 272 n/a Beifahrer Aus a, V Zigarette Fahrerfenster halboffen Stehend 5320 13 Aus b, c, II glimmt Fahrerfenster halboffen Stadtverkehr 223 14 Fahrer Aus a, I Zigarette Fahrerfenster offen Stehend 1330 13 Aus b, c, II glimmt Beifahrerfenster halboffen Stadtverkehr 162 4 Beifahrer Aus a, III Beifahrerfenster 1/3 offen 96 km/h 119 n/a Beifahrer Aus IV Beifahrerfenster offen Stehend 82 n/a Beifahrer Aus c, IV Beifahrerfenster offen Stadtverkehr 97 n/a Beifahrer Aus IV Beifahrerfenster offen Stadtverkehr 199 4 Beifahrer Aus a, III a: Messgerät auf Rücksitz, Höhe Kinderkopf; b: Messgerät auf Beifahrersitz, Kopfhöhe; c: Motor aus; I: Sendzik (2009); II: Vardavas (2006); III: Edwards (2006); IV: Ott (2008); V: Rees (2006)Abbildung 18: In Abbildung 18 sind die in verschiede- Die höchsten Werte werden in PKW beiTabakrauchbedingte nen Untersuchungen gemessenen ta­ ak­ b geschlossenen Fenstern und stehendenLuftpartikelkonzentration in r ­ auchbedingten Luftpartikelkonzentra­ Fahrzeugen gemessen. Durchschnitts-PKW unter verschiedenen tionen im Auto während des Rauchens werte von 3850 Mikrogramm pro Kubik-Bedingungen während jeweils einer Zigarette zusammenge- meter (μg/m3 ) und mehr gehen weitdes Rauchens jeweils einer fasst. Die Werte basieren auf mehreren über die Werte hinaus, die selbst inZigarette. Quellen: Ott Studien, in denen die Tabakrauchbelas- stark verrauchten Innenräumen in der2008214, Edwards 200670, tung in PKW unter verschiedenen Bedin- Gastronomie gemessen werden kön-Rees 2006233, Sendzik gungen gemessen wurde. In der Mehr- nen. Zum Vergleich lagen 2005 die2009264, Vardavas 2006 327. zahl der Fälle wurde das Messgerät höchsten Belastungen in deutschenDarstellung: Deutsches gezielt auf dem Rücksitz in Höhe eines Restaurants bei 831 μg/m3, in CafésKrebsforschungszentrum, Kinderkopfes positioniert, um die Tabak- bei  1029 μg/m3, in und in Bars beiStabsstelle Krebspräventi- rauchbelastung für ein mitfahrendes 2022 μg/m3.on, 2010. Kind zu bestimmen. Im Vergleich dazu Auch hohe Geschwindigkeit und das zeigt Abbildung 19 die tabakrauchbe- Einschalten der Lüftung verbessern die dingten Partikelkonzentrationen wie sie Situation im Auto mit geschlossenen noch 2005 in deutschen Gastronomiebe- Fenstern nicht grundlegend, es können trieben herrschten, bevor eine Gesetz- weiterhin Durchschnittswerte von bis zu gebung zum Nichtraucherschutz einge- 658 μg/m3 gemessen werden; die Tabak- führt wurde. rauchbelastung erreicht somit das Ni-26 | Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland
  • Luftpartikelkonzentration (PM2,5; μg/m3) Durchschnittliche Anzahl Durchschnittliches Gastronomietyp gleichzeitig brennender Raumgröße (m3) Bundesweiter Höchstwert Zigaretten Durchschnitt Diskothek 601 983 16,2 1696 Bar 539 2022 5,7 436 Speisewagen 488 954 2 35 Restaurant 223 831 1,6 477 Cafe 189 1029 1,3 545veau einer durchschnittlichen verrauch- Tabakrauchbelastung, sobald eine Ziga- Abbildung 19:ten Bar (539 μg/m3 ). rette angezündet wird (siehe Abbildung TabakrauchbedingteDer Grad der Belüftung durch Fenster 20). In einem Auto mit leicht ­ eöffnetem g Luftpartikelkonzentration inbeeinflusst die Tabakrauchbelastung in Fenster werden nach Entzünden einer der deutschen GastronomieAutos, maßgeblich sind hierbei die Stel- Zigarette fast augenblicklich sehr hohe 2005. Quelle: Schneiderlung der Fenster und die Fahrtgeschwin- Werte von über 2500 μg/m3 erreicht. In- 2008262. Darstellung:digkeit. In stehenden Fahrzeugen herr- nerhalb einer längeren Zeitspanne fällt Deutsches Krebsfor-schen trotz teilweisen oder vollständigen die Belastung wieder auf das ursprüng- schungszentrum, Stabs­Öffnens eines Fensters weiterhin sehr liche Niveau zurück. Während dieses stelle Krebspräven­ ion, thohe Belastungen von 5320 μg/m3 Zeitraums liegt die durchschnittliche 2010.b­ eziehungsweise 1330 μg/m3. Eine Belastung bei 680 μg/m3 . Das vollstän-m­ aximal mögliche Durchlüftung durch dige Öffnen des Fensters senkt die Höhedas voll­ tändige Öffnen aller Fenster im s der Belastung und verkürzt die Zeit­fahrenden Auto senkt die Werte auf spanne, in der die Belastung nach dem60,4 μg/m3, allerdings ist die tabakrauch- L ­ öschen der Zigarette wieder auf dasbedingte Belastung für ein auf dem Ausgangsniveau absinkt. Während dieRücksitz mitfahrendes Kind damit im Zigarette brennt, ist die Belastung mitVergleich zur Hintergrundbelastung Maximalwerten von über 1000 μg/m3(14 μg/m3 ) immer noch deutlich erhöht. und einem Durchschnittswert vonDie geschilderte Belüftungssituation 390 μg/m3 allerdings immer noch hoch.stellt allerdings einen Extremfall dar. Alsrealitätsnah sind solche Situationen ein- Rauchverbot in privaten Fahrzeugenzustufen, in denen sich das Fahrzeug be- Ein gesetzliches Rauchverbot in priva-wegt und das Fenster des jeweiligen ten Fahrzeugen, wenn Kinder und Ju-Rauchers in Abhängigkeit von Wetter gendliche anwesend sind, ist in einigenund Geschwindigkeit teilweise bis ganz amerikanischen und australischen Bun-geöffnet ist. Unter diesen Gegebenhei- desstaaten und einigen kanadischenten werden durchschnittliche Luftparti- Ter­ i­ orien bereits Realität und erfreut rtkelkonzentrationen zwischen 97 μg/m3 sich einer hohen Zustimmung innerhalbund 272 μg/m3 gemessen. Es stellt sich der Bevölkerung. Ein Rauchverbot imalso eine zeitweilige Tabakrauchbelas- Auto haben die australischen Bundes-tung im Fahrzeug ein, die mit derjenigen staaten South Australia, Tasmanien,im durchschnittlichen deutschen Café New South Wales, die kanadischenoder Restaurant vor der Einführung der T ­ erritorien und Provinzen Nova Scotia,Gesetzgebung zum Nichtraucherschutz Yukon und Ontario und die US-ameri­vergleichbar ist (189 μg/m3 beziehungs- kanischen Bundesstaaten Arkansas,weise 223 μg/m3 ). Louisiana, Maine und Kalifornien305.Kennzeichnend für das Rauchen im Eine gesetzliche Regelung zum SchutzAuto ist auch der schnelle Anstieg der von Kindern vor Tabakrauch in privaten Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland | 27
  • 3000 1. Zigarette aus Luftpartikelkonzentration (PM2,5; µg/m3) 2500 2000 1500 2. Zigarette aus 1000 1. Zigarette ana 2. Zigarette anb 500Abbildung 20:Tabakrauchbedingte 0Luft­ artikelkonzentration in p 0 5 10 15 20 25 30 35 40einem PKW im zeitlichenVerlauf. Quelle: Deutsches Zeit (min)Krebsforschungszentrum, a: Stadtverkehr, Lüftung an, Fenster einen Spalt geöffnet, Fahrer raucht, Messgerät auf Beifahrersitz in KopfhöheStabsstelle Krebspräven­ b: Stadtverkehr, Fahrerfenster offen, Fahrer raucht, Messgerät auf Beifahrersitz in Kopfhöhetion, 2010. Fahrzeugen wäre vergleichbar mit Auch repräsentative Daten aus Deutsch- a ­ nderen Regelungen für Situationen, land, dargestellt in Abbildung 21, bele- in  denen Kinder nicht in der Lage sind, gen eine sehr hohe Zustimmung für eine ihre eigenen Interessen ausreichend zu solche gesetzliche Regelung. Die Zu- wahren132. stimmung bei Rauchern ist dabei fast genauso hoch wie bei Nicht­ auchern. r 100 96,2 96,8 98,0 93,1 94,0 89,9 80 Zustimmung (in %) 60Abbildung 21:Zustimmung zu einem 40gesetzlichen Rauchverbot inprivaten Fahrzeugen beiAnwesenheit von Kindern in 20Deutschland, 2009. Quelle:ITC-Projekt Deutschland2009. Darstellung: Deut- 0 Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauensches Krebsforschungs­zentrum, Stabsstelle gesamt Raucher NichtraucherKrebsprävention, 2010.28 | Tabakrauchbelastung von Familien in Deutschland
  • 3 Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen Kernaussagen Passivrauchen kann akute Gesundheitsbeschwerden sowie chronische Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems hervorrufen, aber auch für Krebserkrankungen, wie Lungen-, Kehlkopf- und Rachenkrebs, auslösend sein. Von den akuten Auswirkungen des Tabakrauchs auf den Körper ist vor allem die Lunge betroffen, da ihre Abwehrfunktionen geschwächt und ihr Selbst­ reinigungsmechanismus beeinträchtigt wird, was zur Entstehung von Entzündungen beiträgt. Durch Passivrauchen können chronische, die Atemwege verengende (obst­ ruktive) Krankheiten hervorgerufen werden; ebenso können Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Rhinosinusitis), Bronchien (Bronchitis) und Lungen (Pneumonie) sowie Lungenemphyseme auftreten; wahrscheinlich wird auch die Infektionsanfälligkeit für Tuberkulose sowie die Wahrscheinlichkeit des Ausbrechens dieser Krankheit erhöht. Schon kurzzeitige Tabakrauchbelastung kann zu Funktionsstörungen der innersten Zellschicht der Blutgefäße (endotheliale Dysfunktionen) führen, die sich dann in der Erweiterung der Gefäße und der Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozyten) äußert. Ablagerungen von Blutfetten (Cholesterin), verklumpten Blutplättchen (Thromben) und Bindegewebe sowie Entzündungsreaktionen können zur Entstehung von Arteriosklerose beitragen. Bei weiteren passivrauchbedingten Herz-Kreislauferkrankungen können die Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankungen) oder arterielle Gehirngefäße betroffen sein, was im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt beziehungs­ weise einem Schlaganfall führen kann. Auch zwischen Passivrauchen und Krebs besteht ein Zusammenhang; dieser wurde für Lungenkrebs bereits in den 1980er Jahren hergestellt; neuere Studien belegen auch einen Zusammenhang zu Kehlkopf- und Rachenkrebs sowie für Brustkrebs bei Frauen vor der Menopause.Menschen, die Tabakrauch ausgesetzt ­ inen längeren Zeitraum erfolgt. Die von esind, können auch die meisten der durch Nichtrauchern beim Passivrauchen imdas Rauchen verursachten gesundheit­ Alltag täglich eingeatmete Menge gifti-lichen Beeinträchtigungen und akuten ger und kanzerogener Substanzen kannsowie chronischen Erkrankungen erlei- dem Konsum von ein bis zwei Zigarettenden38,126,319 (Abb. 22) insbesondere, wenn gleichkommen18,103,178,204 .die Belastung sehr stark ist und über Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen | 29
  • Atemwegsbeschwerden Reizung der Atemwege Atemwegserkrankungen Husten und Auswurf Chronisch obstruktive Kurzatmigkeit bei Lungenerkrankung (COPD) körperlicher Belastung Asthma Beeinträchtigung der Rhinosinusitis Lungenfunktion Bronchitis Lungenentzündung Lungenemphysem Tuberkulose Sonstige Beschwerden Augenbrennen Herz-Kreislauferkrankungen und -tränen Funktionsstörungen der Blutgefäße Schwellungen Koronare Herzkrankheiten und Rötungen (Herzinfarkt) der Schleimhäute Zerebrovaskuläre KrankheitenAbbildung 22: Kopfschmerzen (Schlaganfall)Passivrauchbedingte akute Schwindelanfälle Arteriosklerose Übelkeitund chronische Beschwer- Erhöhte Infekt-den und Erkrankungen bei anfälligkeit KrebserkrankungenErwachsenen. Darstellung: LungenkrebsDeutsches Krebsfor- Kehlkopfkrebsschungszentrum, Stabs­ Akute Beschwerden Rachenkrebsstelle Krebsprävention, Chronische Erkrankungen Brustkrebs (prämenopausal)2010. 3.1 Atemwegserkrankungen trächtigen311. ­ eben akuten Symptomen N im Atemtrakt134,350 können auch Brennen Passivrauchen kann akute und chroni- und Tränen der Augen sowie Kopf- sche Atemwegsbeschwerden verur­ schmerzen, Schwindelanfälle und Mü- sachen und dosisabhängig die Lungen- digkeit bei ­ abakrauchbelastung auftre- T funktion verschlechtern, da der von ten53,126,170,204, 319,346 und die Anfälligkeit Nichtrauchern eingeatmete Tabakrauch für Infektionen kann erhöht wer- prinzipiell die gleichen Substanzen ent- den134,350. hält wie der von Rauchern inhalierte Entzündungen in den Bronchien werden Hauptstromrauch130 (siehe Kapitel 1, Sei- dadurch hervorgerufen, dass Substan- te 6  f f) und diese das respiratorische Epi- zen des Tabakrauchs, wie freie Radikale, thel, also die Zellen, die den größten Teil Immunzellen anlocken. Diese setzen der Atemwege auskleiden, schädigen251. dann Mediatoren frei, die beispielsweise Reizungen der Atemwege59,203,314,319 kön- die Eigenschaften der Gefäßwände ver- nen dabei zu respiratorischen Sympto- ändern, was die Durchblutung verstärkt men wie Husten, Auswurf sowie Kurzat- und weitere Zellen in den Entzündungs- migkeit und Atembeschwerden bei ort einwandern lässt. Chronische Ent- körperlicher Belastung führen53,126,131,170. zündungen greifen im Krankheitsverlauf Als Folge kann auch eine Entzündung in auf die tiefer gelegenen Schichten der Form einer Bronchitis entstehen und bei Bronchialwände über und führen dort Asthmapatienten können stärkere und ebenfalls zu Veränderungen. Dabei wer- häufigere Anfälle ausgelöst werden19,59, den die Bronchien, insbesondere die 138,190 . Die zahlreich im Tabakrauch ent- kleinen Atemwege, verengt. Werden die haltenen giftigen und reizenden Sub­ Lungenbläschen zerstört, führt dies stanzen können die Schleimhäute und letztlich zu einer irreversiblen Überblä- die Funk­ ion der Atemwege nicht nur t hung der Lunge und damit zu einem akut, sondern auch nachhaltig beein- Lungenemphysem.30 | Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen
  • Außerdem schädigt Tabakrauch die Die Diagnose von chronischen Atem-Flimmerhärchen, die für die mukoziliäre wegserkrankungen kann beispiels­Clearance, den bronchialen Selbstrei­ weise über die Krankengeschichte innigungsmechanismus, verantwortlich Verbindung mit der Messung der Lun-sind339. Die Selbstreinigungsfähigkeit genfunktion mit Hilfe der Spirometrieder Bronchien wird insofern herabge- erfolgen. Dabei werden Lungenvolu-setzt, als die Chlorid- und Kaliumleitfä- men und Atemstromstärke gemessen,higkeit des Lungenepithels um 25 bezie- zwei Parameter für die Feststellung undhungsweise 50 Prozent gehemmt wird, Verlaufskontrolle chronisch-obstrukti-so dass der Salz- und Wassertransport ver Lungenerkrankungen (chronic ob­gestört ist 255. Tabakrauch verändert des structive pulmonary disease, COPD).Weiteren die Zusammensetzung des Diese sind durch Symptome wie anhal-Bronchialschleims und führt zu seiner tenden Auswurf, Husten und Atemnotvermehrten Produktion und dadurch zu gekennzeichnet. Sie nehmen im Verlaufeinem Schleimstau 68,238,320. Die Lungen- der Erkrankung an Häufigkeit und Stär-bläschen werden zerstört und das Im- ke zu, wobei die pathologischen Ver­munsystem beeinträchtigt, wodurch änderungen des Lungengewebes abauch eine erhöhte Infektionsanfälligkeit einem gewissen Stadium nicht mehrbesteht 106,130 (Abb. 23). umkehrbar sind. Beeinträchtigung Fremdkörper des Immunsystems Schädigung des Selbstreinigungs- mechanismus durch Lähmung der Flimmerhärchen Flimmerhärchen Veränderung der Epithelzelle Zusammensetzung des Bronchialsekretes Becherzelle Verstärkung der Tabakrauch Bronchialsekret Produktion von Bronchialschleim Bronchialepithel Verengung der Bronchien durch freie Radikale Vermehrung der locken glatten Muskulatur Immunzellen an Chronische Entzündung der Bronchialzellen Zerstörung Bronchien der Lungen- bläschen Übergriff auf tiefer gelegene Schichten der Bronchialwände Abbildung 23: Auswirkungen des Tabak- Umbauprozesse & Verengung rauchs auf die Atemwege der kleinen Atemwege und die Lunge. Darstellung: Deutsches Krebsfor- Überblähung schungszentrum, Stabs­ (Lungenemphysem) Lungenbläschen stelle Krebsprävention, 2005/2010. Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen | 31
  • In Deutschland sind mit etwa fünf Millio- denen die Krankheit bereits ausgebro- nen Menschen etwa acht Prozent der er- chen war, waren durch die erhöhte wachsenen Bevölkerung von einer COPD A ­ nfälligkeit durch Passivrauchen be- betroffen235. An den Folgen von chro- gründet165. nisch obstruktiven Atemwegserkrankun- Auch kann Passivrauchen die Entste- gen starben im Jahr 2008 in Deutschland hung einer chronischen Rhinosinusitis, rund 26  0 00 Menschen, wovon knapp eine Nasennebenhöhlenentzündung, 15  0 00 Männer waren, die somit etwas fördern 255,300 . häufiger betroffen sind als Frauen286. 80 bis 90 Prozent der COPD-Fälle sind 3.2 Herz- und Gefäß- auf das Rauchen zurückzuführen218 . Eini- erkrankungen ge Studien konnten zudem auch eine Er- höhung des Erkrankungsrisikos durch Aktives Rauchen kann zu verschiedenen Passivrauchen feststellen 72,130,277. Des pathophysiologischen Veränderungen, weiteren deuten Studien auf einen un- wie beispielsweise zur Bildung von günstigen Einfluss von Passivrauchen in Thromben, endothelialen Dysfunktionen der Kindheit auf die Entstehung einer oder Entzündungen, führen, die akute chronisch obstruktiven Erkrankung der kardiovaskuläre Erkrankungen hervorru- Atemwege im Erwachsenenalter hin 238, fen können159,221. Passivrauchen führt 297. Nichtraucher, die mit einem rauchen- aufgrund der gleichen pathophysiologi- den Partner zusammenleben, haben ein schen Veränderungen der Eigenschaften rund 1,25-fach erhöhtes Risiko, an einer der Blutgefäße und -bestandteile zu kar- COPD zu sterben74,112,113,253,254. diovaskulären Erkrankungen17,92,159,221. Passivrauchen wirkt sich in allen Alters- Zur Bildung von Thromben (Blutpfrop- klassen negativ auf Asthma aus, das fen) kommt es durch die durch Inhalts- ebenfalls zu den obstruktiven Lungener- stoffe des Tabakrauchs verursachte ge- krankungen, das heißt die Atemwege ver- steigerte Aggregation von Blutplättchen engende Erkrankungen, gezählt wird. (Thrombozyten) 92. Zudem wird vermehrt T ­ abakrauchbelastung verschlimmert die Fibrinogen freigesetzt, wodurch die Auf- Symptome bei einer bestehenden lösung der Thromben verlangsamt und Asthma­ rkrankung39,52,90,97,155,236 und ist e die Blutviskosität erhöht wird22. Regula- bei Kindern ein wesentlicher Risikofaktor tionsprozesse der Blutgerinnung, der für die Entwicklung von Asthma321. Durch Einstellung des Gefäßtonus und Entzün- Computertomographie (CT) wurde fest- dungsreaktionen werden durch die gestellt, dass infolge einer Tabakrauch- Schädigung des Endothels, der inners- belastung in der Kindheit im Erwachse­ ten Zellschicht der Blutgefäße, beein- nen­ lter vermehrt diffuse Lun­ en­ m- a g e trächtigt12,92,228 . Bei Fehlfunktionen der physeme auftreten können, was darauf Muskelzellen der Blutgefäße, die durch hindeutet, dass sich die ­ unge scheinbar L Inhaltsstoffe des Tabakrauchs hervorge- nicht vollständig regeneriert174 . rufen werden und zu deren Verengung Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2007 führen, kommt es zu endothelialen Dys- fand, dass auch möglicherweise ein Zu- funktionen229. sammenhang zwischen Passivrauchen Auch das Lipidprofil verändert sich durch und Tuberkulose (TB), der weltweit häu- das Rauchen nachteilig, da die Konzen­ figsten tödlichen Infektionskrankheit 84, tration des protektiven HDL-Cholesterins besteht. Diese Vermutung konnte durch abnimmt und die des schädlichen LDL- eine prospektive Kohortenstudie, die Cholesterins und der Triglyzeride hinge- 2010 veröffentlicht wurde, bestätigt gen zunimmt 22. Die Ablagerungen von werden. Demnach besteht sowohl für Blutfetten, Thromben und Bindegewe- die Infektion als auch für den Ausbruch be, die zur Bildung von Plaques führen der Tuberkuloseerkrankung durch Pas- und den Blutfluss behindern, sowie sivrauchen ein signifikant erhöhtes Risi- chronische Entzündungen, beispielswei- ko. 18,5 Prozent der latenten TB-Erkran- se durch gesteigerte Aktivität von kungen und 13,7 Prozent der Fälle, bei Thrombozyten 270, können außerdem zur32 | Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen
  • Tabakrauch Endotheliale Veränderung des Dysfunktionen Lipidprofils (Funktionsstörungen der innersten Zellschicht (Zunahme von LDL- der Blutgefäße) Cholesterin & Abnahme von HDL-Cholesterin) Thrombozyten- aktivierung & Ver- dadurch verstärkte klumpung Bindung vermehrte Ablagerung von von Fibrinogen Bildung von Blutfetten, Thromben Thromben & verminderte herabgesetzte (Blutgerinnseln) Bindegewebe Fähigkeit Fibrinolyse der Auflösung (Spaltung von Blutgerinnseln von Fibrin) Verengung der Blutgefäße (durch Kohlenmonoxid) Verengung der Blutgefäße/ Minderdurchblutung Abbildung 24: oxidativer Stress (Arteriosklerose) (erhöhte Anzahl Pathologische Veränderun- reaktiver gen, die zu chronischen Sauerstoffver- Herzkranz- Herz-Kreislauferkrankungen bindungen) Hals-/Gehirn- gefäße betroffen arterie betroffen (Koronare führen. Darstellung: Entzündungen Herzerkrankung) Deutsches Krebsfor- schungszentrum, Stabs­ Schlaganfall Herzinfarkt stelle Krebsprävention, 2010.Entstehung einer Arteriosklerose beitra- stofftransport herabgesetzt ist 22,120. Beigen 167,168. Bei der Verengung der Koro- Rauchern ist außerdem die durchschnitt-nargefäße, die kranzförmig um das Herz liche Herzfrequenz um bis zu siebenangeordnet sind, spricht man von einer Schläge pro Minute erhöht, während deskoronaren Herzkrankheit. Wenn die Ver- Rauchens sogar um bis zu 20 Schlägesorgung der Herzmuskelzellen mit Sau- pro Minute 22. Des Weiteren kommt eserstoff behindert wird, kommt es zu zum Anstieg des systolischen Blutdruckse­ inem schmerzhaften Druck- und Enge- und zur Verminderung der Koronarre-gefühl hinter dem Brustbein, der so ge- serve, die durch die Differenz der Koro-nannten Angina pectoris. Aufgrund ­ iner e nardurchblutung im Ruhezustand undMinderdurchblutung von Herzmuskel- der maximal möglichen definiert ist. Beizellen oder Nervenzellen im Gehirn dro- einer Verminderung ist die Anpassunghen außerdem Herzinfarkt oder Schlag- des Herzens an einen erhöhten Sauer-anfall (Abb. 24). stoffbedarf gestört 22.Die Sauerstoffversorgung wird auch da- Die hauptsächlich für Herz-Kreislaufer-durch beeinträchtigt, dass das im Tabak- krankungen verantwortlichen Schad-rauch enthaltene Kohlenmonoxid an das stoffe des Tabakrauchs sind Kohlenmon-im Blut enthaltene Hämoglobin bindet, oxid, Stickoxide, Wasserstoffzyanide,so dass dessen Fähigkeit zum Sauer- Kohlenstoffdisulfide, Cadmium sowie Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen | 33
  • polyzyklische aromatische Kohlenwas- Gefäße schädigen, die Thrombosenei- serstoffe (PAK) 60. gung erhöhen und die Durchblutung der Bereits nach einer 30-minütigen Tabak- Herzkranzgefäße vermindern92. Ebenso rauchbelastung können bei Nichtrau- wie sich bei Rauchern, die das Rauchen chern Veränderungen des Endothels der aufgeben, das Erkrankungsrisiko nach Gefäße festgestellt werden, die denjeni- ein bis fünf Jahren demjenigen von gen von aktiven Rauchern entspre- Nichtrauchern angleicht139,181, normali- chen 4,213. Die akuten Wirkungen von sieren sich auch bei Vermeidung von P ­ assivrauchen, wie Beeinträchtigung Passivrauchen etwaige pathologische der Vasodilatation (Gefäßerweiterung) 89 Veränderungen des Herz-Kreislaufsys- oder anderen endothelialen Dysfunktio- tems bei Nichtrauchern wieder nach nen, Verklumpung von Blutplättchen, kurzer Zeit. So verbessern sich bei- oxidativer Stress und Stimulation von spielsweise endotheliale Dysfunktionen Entzündungsreaktionen, können zur Pa- nach zweijähriger Passivrauchvermei- thogenese einer Arteriosklerose beitra- dung wieder4 . gen und auch der Auslöser für andere Neben koronaren Herzerkrankungen Herz- und Gefäßkrankheiten sein232. Die gehört auch der Schlaganfall, der in Wirkung des Passivrauchens ist zudem den meisten Fällen in Form eines Hirn- dosisabhängig4,108 und bei andauernder infarkts oder seltener in Form einer Exposition nach einem akuten korona- Hirnblutung auftritt147, in den Industrie- ren Syndrom besteht ein erhöhtes ­ isikoR ländern zu den   häufigsten Todes­ für einen wiederholten Vorfall215. ursachen200 sowie zu den wichtigsten Weltweit sterben die meisten Menschen Ursachen von Invalidität und Pflegebe- an einer koronaren Herzerkrankung200. dürftigkeit im höheren  Lebensalter 342. Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist Die Folgen reichen von leichten Funkti- eine Verengung der Herzkranzgefäße, onsstörungen über schwere und an- die zum Herzinfarkt führen kann. Nach dauernde Behinderung bis hin zum Hochrechnungen der Weltgesundheits- u ­ nmittelbaren Tod. In Deutschland er- organisation (WHO) wird die KHK auch leiden jährlich etwa 200  0 00 Menschen noch im Jahr 2020 die weltweit häufigs- einen Schlaganfall, 40 000 davon zum te Todesursache und die häufigste wiederholten Mal62. Krankheit sein, die, wenn sie nicht­ Die wichtigsten Risikofaktoren für einen tödlich verläuft, zu einem Leben mit ischämischen Schlaganfall sind Blut- ein­ eschränkter Lebensqualität und g hochdruck, Diabetes und das Rauchen28 . d ­ auerhafter Behinderung führt  200. In Auch kann erhöhter Alkoholkonsum eine Deutschland erkranken jährlich rund Rolle spielen10. Wie ein Herzinfarkt tritt 250  0 00 Menschen an einer koronaren er als Folge eines Verschlusses einer Herzerkrankung 287. versorgenden Arterie auf. Da Rauchen 75 Prozent aller koronaren Herzerkran- die Struktur und Funktion der Gefäß- kungen sind auf die vier Risikofaktoren wände schädigt und zur arterioskleroti- Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte, er- schen Gefäßverengung beiträgt125,222,301, höhter Blutdruck und Diabetes mellitus kann auch ein arterielles Gehirngefäß zurückzuführen 180, wozu auch eine un- betroffen sein und einen Hirninfarkt aus- gesunde Ernährung und mangelnde Be- lösen. Auch hier erhöhen die durch den wegung beitragen. Tabakrauch geförderte Aggregation der Die Wirkung des Passivrauchens auf das Blutplättchen124,221 und die durch erhöh- Risiko für koronare Herzerkrankungen te Fibrinogenproduktion herabgesetzte ist in zahlreichen Studien untersucht Fähigkeit, Blutgerinnsel aufzulösen188, worden36,67,142,201,289,298,340. Während das 206,337, das Risiko der Thrombenbildung. Risiko für Raucher etwa doppelt so hoch Es wurde nachgewiesen, dass arterio- wie für Nichtraucher ist 35,50,144,181,333, er- sklerotische Veränderungen der Gefäße höht es sich bei Passivrauchen um 25 sowohl bei Rauchern als auch bei Tabak- bis 30 Prozent 108,158,307,318 . Bereits eine rauchbelasteten stärker fortschreiten als geringe Tabakrauchexposition kann die bei denjenigen, die den schädlichen In-34 | Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen
  • haltsstoffen des Tabakrauchs nicht aus- geringere Leistungsfähigkeit besitzt, zei-gesetzt sind119,121. gen deshalb eine höhere Anfälligkeit fürDas Risiko, einen Schlaganfall zu erlei- Krebserkrankungen95. Neben der be-den, ist bei Rauchern durchschnittlich schriebenen genotoxischen, also erb-um 50 Prozent erhöht, wobei besonders gutverändernden, Aktivität von Kanze-Frauen und starke Tabakkonsumenten rogenen, können sie auch epigenetischbeider Geschlechter gefährdet sind268 . wirken. Dabei wird nicht das ErbgutFür Nichtraucher, die im eigenen Haus- selbst verändert, sondern es werden be-halt durch Passivrauch belastet sind, stimmte Gene stillgelegt, so dass die inwird geschätzt, dass es um etwa 18 Pro- ihnen enthaltene Information nicht mehrzent höher liegt als für Nichtexponier- zugänglich ist.te 62. Da das Schlaganfallrisiko bei einem Die Krebsentstehung kann zusätzlichRauchstopp nach etwa fünf Jahren wie- durch weitere Mechanismen gefördertder auf das Niveau von Nichtrauchern werden. So binden Nikotin und tabak-sinkt143,338, ist auch zu erwarten, dass es spezifische Nitrosamine an Rezeptorensich auch bei einer Vermeidung von Pas- auf der Zelloberfläche und aktivierensivrauchen in relativ kurzer Zeit wieder verschiedene Enzyme, welche die Zell-normalisiert. vermehrung und Zelltransformation för- dern und die Apoptose, den gesteuerten3.3 Krebserkrankungen Zelltod, unterdrücken. Daneben fördert Nikotin die Neubildung von BlutgefäßenMechanismen der Krebsentstehung (Angiogenese), ein für die VersorgungKanzerogene sind Stoffe, die als Folge und das Wachstum von Tumoren wichti-einer einmaligen oder wiederholten Ein- ger Prozess. Im Tabakrauch enthaltenewirkung – über die Spontanrate hinaus Co-Kanzerogene können darüber hinaus– zu einer vermehrten Entstehung malig- über noch nicht ganz aufgeklärte Mecha-ner Tumoren oder Leukämien führen. nismen die Krebsentstehung fördern109Kanzerogene können das Erbgut (DNA) (Abb. 25).schädigen109,126. Raucher inhalieren jeden Tag mit jederDie Entstehung von Krebs ist in den Zigarette zahllose Substanzen, die diesemeisten Fällen darauf zurückzuführen, Vorgänge begünstigen. Da bereits ge-dass Kanzerogene aus dem Tabakrauch ringste Mengen Tabakrauch krebserzeu-direkt oder nach Änderung ihrer mole- gend sein können, gibt es keine Menge,kularen Struktur an die DNA binden, so die für die Gesundheit unschädlichdass ein zusammengesetztes Molekül, wäre 318 .ein so genanntes Addukt, entsteht. Nurwenige Kanzerogene wie Ethylenoxid, LungenkrebsFormaldehyd und Acetaldehyd können Schon seit Mitte der 1960er Jahre istohne eine vorausgehende Änderung der wissenschaftlich fundiert belegt, dassMolekülstruktur Addukte bilden. Werden Rauchen Lungenkrebs verursacht 313.diese nicht durch die zelleigenen Repa- Erst mehr als 20 Jahre später wurderaturmechanismen entfernt, können sie nachgewiesen, dass auch Passivrauchenbei der Zellteilung zu Fehlinformationen ein Risikofaktor für Lungenkrebserkran-führen, so dass Mutationen im Erbgut kungen ist 314 .entstehen. Sind davon Gene betroffen, Der allgemeine Mechanismus, über dendie die Informationen für die Produktion Lungenkrebs entsteht, ist in Abbildungvon Proteinen enthalten, die den Zell­ 25 dargestellt. Bisher wurde vor allemzyklus und das Wachstum kontrollieren die Entstehung von Lungenkrebs durch(Tumorsuppressorgene), oder solche, aktives Rauchen untersucht 24 . Da Pas-die die Entstehung von Krebs begünsti- sivrauch generell die gleichen Kanzero-gen (Onkogene), kann die unkontrollier- gene enthält wie der von Rauchern ein-te Zellteilung die Folge sein und ein Tu- geatmete Hauptstromrauch, teilweisemor entstehen109. Menschen, bei denen sogar in höherer Konzentration (siehedas körpereigene Reparatursystem eine Kap. 1, Seite 13), ist es wahrscheinlich, Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen | 35
  • Aktivierung Apoptose Bindung an Rezeptoren verschiedener Angiogenese auf der Zelloberfläche Enzyme Transformation NikotinAbbildung 25: Aktivierung Persistenz MuationenEntstehung von Lungen- in Schlüsselgenenkrebs durch Kanzerogene DNA- Lungen- Rauchen Kanzerogene des Zellwachstums Addukte krebsaus Tabakrauch. Andere und der Zell-Krebsarten entstehen mit differenzierung Entgiftung Reparatur Apoptosenur geringfügigen Unter-schieden in einzelnenDetails nach dem gleichen Ausscheidung Normale DNA ZelltodSchema. Quelle: Hecht2003109. Darstellung:Deutsches Krebsfor- Co-Karzinogene verstärkte Karzinogenitätschungszentrum, Stabs­ nicht vollständigstelle Krebsprävention, aufgeklärte Mechanismen2010. dass bei der Krebsentstehung infolge 12  8 33 Frauen, also insgesamt über von Passivrauchen die gleichen Mecha- 42  0 00 Menschen, aufgrund bösartiger nismen zugrunde liegen wie diejenigen, Neubildungen der Lungen gestorben. die bereits für das aktive Rauchen nach- Damit ist Lungenkrebs in Deutschland gewiesen wurden. Weitere Untersu- von allen Todesursachen die Vierthäu- chungen können nicht nur die Erkennt- figste287. nisse über die molekularen Mechanismen Im Zeitraum von 2003 bis 2006 wurden erweitern, sondern auch helfen, neue in Deutschland jährlich um die 45  0 00 Biomarker für Lungenkrebs zu identifi- neue Diagnosen auf Lungenkrebs ge- zieren. Mit deren Hilfe könnte die Erkran- stellt. Dabei entfallen jeweils nur knapp kung möglicherweise schon in einem 30 Prozent auf Frauen, während etwa früheren Stadium diagnostiziert wer- 33  0 00 der jährlich neu hinzukommen- den24 . Dies ist für eine erfolgreiche The- den Lungenkrebsfälle bei Männern auf- rapie besonders wichtig, denn eine Lun- treten88 . Sowohl für Männer als auch für genkrebserkrankung besitzt in der Regel Frauen ist Lungenkrebs in Deutschland eine sehr lange Latenzzeit, was bedeu- die dritthäufigste Krebserkrankung. Das tet, dass zwischen der Tumorentstehung mittlere Diagnosealter beträgt etwa und dem Auftreten erkennbarer Symp- 69  Jahre239. Trotz geringerer Fallzahlen tomen eine relativ lange Zeit liegt. Beim hat sich die Anzahl der jährlichen Lun- Lungenkrebs sind dies 20 bis 30 Jahre87. genkrebserkrankungsfälle bei Frauen Zudem fehlen effektive Früherkennungs- seit 1980 fast verdreifacht. Für das Jahr maßnahmen, so dass sich die Krankheit 2010 wird geschätzt, dass bei den Män- bei der Mehrheit der Betroffenen zum nern rund 35  150 und bei den Frauen Zeitpunkt der Diagnose schon in fortge- 15  180 neue Fälle von Lungenkrebs auf- schrittenem Stadium befindet 240. Auf- treten240. grund dessen sind auch die Überlebens- Das Zigarettenrauchen ist bei beiden raten sehr gering: In Europa überleben Geschlechtern der wichtigste Risikofak- nur zehn Prozent der Patienten mit einer tor für Lungenkrebs: In Deutschland ist Lungenkrebsdiagnose fünf Jahre217. das Rauchen für neun von zehn erkrank- Weltweit ist Lungenkrebs die häufigste ten Männern und für sechs von zehn er- Krebs-Todesursache296. In Deutschland krankten Frauen verantwortlich 194 . An- sind im Jahr 2008 29  4 86 Männer und dere Risikofaktoren sind Passivrauchen36 | Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen
  • sowie Radon, Asbest und bestimmte erkrankten in dem siebenjährigen Unter-Metalle, wie Chrom, Cadmium und Ar- suchungszeitraum 97 Personen an Lun­sen, die ebenfalls im Tabakrauch enthal- genkrebs, 20 entwickelten Krebserkran-ten sind 87 (siehe Kap. 1, Seite 7). kungen in den oberen Atemwegen, wieZehn bis 15 Prozent aller Lungenkrebs- Larynx (Kehlkopf) und Pharynx (Rachen),fälle treten bei Nichtrauchern auf 252. und 14 starben an chronisch-obstruk­Auch hier kann eine Vielzahl von Risiko- tiven Lungenerkrankungen oder einemfaktoren die Ursache sein. Eine wichtige Lungenemphysem329. Bei den Unter­ u­ sRolle spielen dabei Kanzerogene, wie chungsteilnehmern, die niemals ­ eraucht gRadon und beim Passivrauchen einge­ haben, lag durch die Tabakrauchbelas-atmete Substanzen, sowie andere tung die Erkrankungs­ ahr­ chein­ichkeit w s lSchadstoffe, die beispielsweise durch um das 1,42-Fache höher (Odds Ratio,die Verbrennung von Kohle oder flüssi- OR = 1,42) als bei Unbelasteten.gen Brennstoffen zum Kochen oder Hei- Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2003 be-zen in schlecht durchlüfteten Räumen ziffert die Risikoerhöhung für Lungen-entstehen. Auch virale Infektionen mit krebs durch Tabakrauchbelastung beihumanen Papilloma-Viren (Human Pa­ der Arbeit mit 24 Prozent 288 . Aus mehre-pillomavirus, HPV) oder humanen Im- ren der einbezogenen Studien ging einmundefizienz-Viren (Human Immunode­ Zusammenhang zwischen Lungenkrebsficiency virus, HIV) sowie chronische und Dauer der TabakrauchexpositionAtemwegerkrankungen, wie Tuberkulo- hervor. Für Berufstätige, die einer sehrse, Asthma und andere chronisch ob­ hohen Belastung ausgesetzt sind, beste-struktive Lungenerkrankungen, wurden he sogar ein doppelt so hohes Risiko288 .schon mit einem erhöhten Lungenkrebs- Eine weitere europäische Studie fandrisiko in Zusammenhang gebracht, wo- geschlechtsspezifische Unterschiede,bei bei Nichtrauchern am wahrschein- denn bei den Frauen waren 29 Prozentlichsten zu Asthma ein signifikanter aller Neuerkrankungen an LungenkrebsZusammenhang zu bestehen scheint 252. auf das Passivrauchen zurückzuführen,Die prospektive Kohortenstudie Euro- während es bei den Männern nur zweipean prospective investigation into can- Prozent waren269. Dies könnte daraufcer and nutrition (EPIC), die in 23 Studi- z ­ urückzuführen sein, dass mehr Frauenenzentren mit über 500  0 00 Teilnehmern zu Hause durch den Tabakrauch ihrerin zehn europäischen Ländern im Zeit- L ­ ebensgefährten belastet werden, daraum von 1993 bis 1999 durchgeführt der Anteil rauchender Männer im Allge-wurde, untersuchte den Einfluss von meinen höher ist als derjenige der Frau-E­ rnährungs- und Lebensweise auf die en. Diese geschlechtsspezifischen Un-Entstehung von Krebs und anderen chro- terschiede sind beispielsweise fürnischen Erkrankungen128 . Eines der Zen- China86 und Japan149 durch epidemiolo-tren der Studie ist das Deutsche Krebs- gische Studien belegt. Eine Metaanaly-forschungszentrum in Heidelberg. Aus se, die sieben Kohorten- und 48 Fall-der EPIC-Studie geht hervor, dass 58 Pro- Kontrollstudien mit einbezog, errechnetezent der rund 123  500 Teilnehmer, die für Frauen ein um 27 Prozent erhöhtesniemals in ihrem Leben geraucht haben R ­ isiko303.und von denen Informationen zum Aus- Die IARC kommt in ihrer Analyse in dermaß der Tabakrauchbelastung vorlagen, Monographie von 2004, in die sie überzu Hause, bei der Arbeit oder an beiden 50 Studien, die die Risikoerhöhung fürOrten einer Belastung durch Passivrauch Lungenkrebs durch Passivrauchen un-ausgesetzt waren329. Die Belastung am tersuchten, einbezog, zu dem zusam-Arbeitsplatz spielte dabei eine größere menfassenden Ergebnis, dass das RisikoRolle als die Belastung in den häuslichen bei Frauen um 20 Prozent und bei Män-Räumen, da rund 48 Prozent bei der nern um 30 Prozent erhöht wird. DieA­ rbeit und nur knapp 20 Prozent zu Hau- häusliche Umgebung stellte bei beidense zeitweilig Passivrauch ausgesetzt Geschlechtern mit einem relativen Risi-w­ aren. Von diesen Studienteilnehmern ko von 1,24 bei den Frauen und von 1,37 Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen | 37
  • bei den Männern ein größeres Erkran- relativen Risiko von 1,20 berechneten. kungsrisiko dar als der Arbeitsplatz, Zur Untersuchung der Risikoerhöhung wo  für Frauen nur ein 1,19-faches und für Lungenkrebs bei der Arbeit wurden für  Männer ein 1,12-faches Risiko be- 25 Studien einbezogen, die insgesamt steht126. eine Zunahme von 22 Prozent ermittel- Ein ähnliches Ergebnis zeigt auch die ten. Geschlechtsspezifisch betrachtet Metaanalyse im Report des Surgeon waren die Ergebnisse fast mit denen der General318 . Die Passivrauchexposition IARC-Analyse identisch: Während bei in häuslichen Räumlichkeiten erhöhte Frauen sowohl zu Hause als auch bei der das Lungenkrebsrisiko um 21 Prozent. Arbeit das Risiko um 22 Prozent erhöht Insgesamt wurden 52 Studien berück- ist, ist dieses bei Männern in der häusli- sichtigt, wobei die 8 Kohortenstudien chen Umgebung um 37 und am Arbeits- ein relatives Risiko von 1,29 gegenüber platz nur um 12 Prozent erhöht 318 . den 44 Fall-Kontrollstudien mit einemAbbildung 26: Relatives Risiko (RR)Auswahl von Metaanalysen, Tabakrauchbelastung Zu Hause Bei der Arbeitdie das Relative Risiko undOdds Ratio für Lungenkrebs Quelle Männer♂ Frauen Männer♂ Frauenbei Nichtrauchern untersu- IARC (2004)126 1,37* 1,24* 1,12 1,19*chen (*= statistisch signifi- U.S. Department of Health and 1,37* 1,22* 1,12 1,22*kant). Darstellung: Deut- Human Services (2006) 318 1,21* 1,22*sches Krebs­ orschungs­ f - Stayner (2007) 288 – – 1,24*zentrum, StabsstelleKrebspräven­ ion, 2010. t Taylor (2007) 303 1,27* (Frauen) In dem Bericht des US-amerikanischen hung ermitteln 11. Bei dieser wurde eine Public Health Service (Report des Sur- Altersgrenze von 25 Jahren gewählt, da geon General) von 1986 314 wurde auch sich der menschliche Körper, inklusive schon herausgestellt, dass Kinder von der Lunge, etwa bis zu diesem Alter im rauchenden Erwachsenen, verglichen Wachstum befindet. Studienteilnehmer, mit Kindern von nichtrauchenden Eltern, die vor ihrem 25. Lebensjahr Tabakrauch öfter Infektionen der Atemwege erleiden ausgesetzt waren, besaßen ein höheres und dass bei ihnen häufiger Krankheits- Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, als symptome in den Lungen auftreten. diejenigen, bei denen die Tabakrauchbe- Auch nimmt mit dem Älterwerden die lastung erst ab dem Alter von 25 Jahren Lungenfunktion nicht ebenso wie bei einsetzte. Nicht nur bei Nichtrauchern, gleichaltrigen Unbelasteten zu. Eine sol- sondern auch bei Exrauchern und Rau- che Vorbelastung kann in höherem Alter chern konnte dieser Zusammenhang das Risiko für eine Lungenkrebserkran- festgestellt werden11. kung anheben. Eine Auswertung einer Die meisten Analysen berechnen relati- Studie des National Cancer Institute ve Risiken, die im Bereich von 1,2 und (NCI) belegte beispielsweise eine signi- 1,4 liegen (Abb. 26). Obwohl das durch fikant erhöhte Wahrscheinlichkeit mit ei- Passivrauchen erhöhte Lungenkrebsrisi- nem Odds Ratio von 2,25210. Die Meta- ko für Nichtraucher nicht sehr hoch ist, analyse im Report des Surgeon General ist es durch die bestehenden Tabak- aus dem Jahr 2006 kann hingegen kei- rauchbelastungen am Arbeitsplatz, in nen signifikatnen Zusammenhang fest- Restaurants und an anderen öffentlichen stellen. Plätzen sowie zu Hause und im privaten Eine weitere Studie konnte ebenfalls Auto ein wichtiger Risikofaktor 303. Vor eine Altersabhängigkeit der Risikoerhö- allem eine sehr starke Belastung über38 | Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen
  • Nasenhöhle } Nasopharynx Zunge Oropharynx Pharynx Abbildung 27: (Rachen) Anatomie der oberen Laryngopharynx (Hypopharynx) Atemwege. Darstellung: Larynx Deutsches Krebsfor- (Kehlkopf) schungszentrum, Stabsstel- Speiseröhre le Krebsprävention, 2010.e­ inen längeren Zeitraum kann aus- bracht werden. So konnten dieschlaggebend für eine Lungenkrebser- IARC-Monographie von 2004126 und derkrankung sein100,126. Report des Surgeon General von 2006 318 zwar einen kausalen ZusammenhangKehlkopf- und Rachenkrebs zwischen Passivrauchen und Lungen-Kehlkopfkrebs ist nach Lungenkrebs die krebs herstellen, für eine ursächliche Be-zweithäufigste Krebsart in den Atemwe- ziehung zu anderen Krebsarten lagengen231. Im Jahr 2006 wurden in Deutsch- jedoch nicht ausreichend zuverlässigeland knapp 3  8 00 neue Fälle von Kehl- Daten vor.kopfkrebs diagnostiziert. Mit einem Anteil Bei der Ursachenforschung von Krebs-von 88 Prozent im Jahr 2006 sind vor al- erkrankungen im Kopf- und Nackenbe-lem Männer von Krebserkrankungen des reich ist zu berücksichtigen, dass meistLarynx (Kehlkopf, Abb. 27) betroffen. nur wenig Fallzahlen vorliegen, von de-Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den nen nur ein sehr geringer Anteil zu denKrebsneuerkrankungen im Bereich des Nicht- beziehungsweise Nie-RauchernPharynx (Rachen, Abb. 27): Von den im gezählt werden kann. Deshalb ist esJahr 2006 etwa 12  3 00 neu in Deutsch- schwierig, den Zusammenhang zumland hinzugekommenen Fällen entfielen Passivrauchen herzustellen. Die gepool-rund 76 Prozent auf Männer 88 . ten Daten des International Head andDas Plattenepithelkarzinom (squamous Neck Cancer Epidemiology Consorti-cell carcinoma, SCC) ist in Europa mit um129 bieten jedoch ausreichende Fall-52  0 00 neuen Fällen jährlich eine der zahlen. Eine Analyse aus dem Jahr 2008,häufigsten Krebsarten im Kopf- und Na- die auf diesen Daten beruht, fand, dassckenbereich. Es tritt bei Männern beson- Passivrauchen sowohl auf Larynx alsders häufig zwischen dem 60sten und auch auf Pharynx einen kanzerogenen70sten Lebensjahr auf 196. Hauptursa- Effekt ausüben kann163.chen für Krebserkrankungen in diesen Auch die Ergebnisse von weiteren neue-Körperregionen sind Tabak- und Alko- ren Untersuchungen deuten darauf hin,holkonsum, wobei die zwei Risikofakto- dass Passivrauchen, insbesondere überren oft synergistisch zusammenwir- längere Zeit, einen Risikofaktor für Krebsken75,196. Das relative Risiko steigt mit im Kopf- und Nackenbereich darstellenjüngerem Einstiegsalter und nimmt bei kann. Aus diesem Grund sollen Kehl-einem Rauchstopp ab, je länger dieser kopf- und Rachenkrebs nun in Teil E derzurückliegt 231. 100sten Ausgabe der IARC-Monographi-Kehlkopf- und Rachenkrebs konnten en als Krebsarten gelistet werden, fürl­ange Zeit nicht in einen eindeutigen Zu- die die Evidenz nahelegt, dass ein kausa-sammenhang mit Passivrauchen ge- ler Zusammenhang besteht 263. Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen | 39
  • Brustkrebs eindeutiger Zusammenhang hergestellt Im Jahr 2006 betrug die Anzahl der jähr- werden191. lichen Brustkrebsneuerkrankungen in Eine weitere Metaanalyse, die größten- Deutschland annähernd 63  0 00 88 . teils die gleichen Studien wie die CaEPA Studien, die den Zusammenhang von mit einbezog, kam zwar ebenso zu dem Brustkrebs und Passivrauchen unter- Ergebnis, dass für prämenopausale suchten, kommen zu recht unterschiedli- Frauen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko chen Ergebnissen. Die California Envi- durch Passivrauchen besteht, und auch ronmental Protection Agency (CaEPA) sie konnte eine, wenn auch heterogene, führte im Jahr 2006 eine Untersuchung Dosisabhängigkeit feststellen, jedoch durch, bei der sie die Gesundheitsgefah- sind für die Autoren die Ergebnisse der ren des Passivrauchens analysierte. Als Studien zu uneinheitlich, um eine ein- Ergebnis wurde Tabakrauch als giftiger deutige Schlussfolgerung zu ziehen162. Luftschadstoff klassifiziert (siehe Kap. 1, Auch für den Report des Surgeon Gene- Seite 6). Teil der Untersuchung war ral im Jahr 2006 deutet die Beweislage auch  die Evaluation des Brustkrebsrisi- zwar darauf hin, dass Passivrauchen das kos durch Passivrauchen, wobei 26 Stu- Risiko für Brustkrebs erhöht, allerdings dien identifiziert wurden, die im Zeit- sei sie nicht ausreichend, einen kausalen raum von 1994 bis 2005 durchgeführt Zusammenhang herzustellen318 . Die wurden und diesen Zusammenhang the- IARC-Monographie von 2004 fügt dem matisierten191. Die Daten zeigten, dass hinzu, dass der fehlende Zusammen- insbesondere bei jungen Frauen in ei- hang zum aktiven Rauchen eigentlich nem Alter vor dem Einsetzen der Wech- gegen eine Verbindung zum Passivrau- seljahre eine Assoziation zwischen Pas- chen spricht. sivrauchen und Brustkrebs bestand. Bei einem Vergleich der Evidenz epide- Dabei erlaubten 14 der Studien eine Ana- miologischer Studien für die Gesund- lyse unter Einbezug des menopausalen heitsrisiken durch Passivrauchen wurde Status der Frauen. Sieben dieser Studi- festgestellt, dass diese im Jahr 2005, als en konnten mit statistischer Signifikanz die Analyse der CaEPA durchgeführt eine Risikoerhöhung für Brustkrebs bei wurde, für Brustkrebs größer waren als Frauen vor den Wechseljahren feststel- diejenigen, die im Jahr 1986 für Lungen- len. Insgesamt wurde eine passivrauch- krebs vorlagen und im damaligen Report bedingte Risikoerhöhung um 25 Prozent des Surgeon General 314 zusammenge- errechnet. Durch die Studien, die zudem fasst wurden 136. auch die Art der Tabakrauchbelastung, Im Jahr 2009 erschien eine umfassende ob in der Kindheit, zu Hause oder am Ar- Bewertung einer kanadischen Experten- beitsplatz, mit in die Analyse einbezo- gruppe zum Zusammenhang zwischen gen, ergab sich für Tabakrauchbelastete Rauchen und Brustkrebs sowie zwischen mit einem Wert von 1,91 ein fast doppelt Passivrauchen und Brustkrebs, die zu- so hohes relatives Brustkrebsrisiko ver- sätzlich die neuesten epidemiologischen glichen mit Unbelasteten191. Einige der und toxikologischen Studien sowie die Studien stellten außerdem fest, dass zugrundeliegenden biologischen Me- sich das Erkrankungsrisiko mit der Dau- chanismen einbezog. Diese Bewertung er der Tabakrauchbelastung erhöhte. kam zu dem Schluss, dass sowohl ein Letztlich kam die CaEPA zu dem Schluss, kausaler Zusammenhang zwischen Rau- dass Passivrauchen bei jungen, präme- chen und Brustkrebs bestehe als auch nopausalen Frauen in einem kausalen dass es einen kausalen Zusammenhang Zusammenhang zu Brustkrebs steht. Für zwischen Passivrauchen und prämeno­ Frauen in einem Alter nach den Wech- pausalem Brustkrebs gebe 49. seljahren konnte demgegenüber kein40 | Durch Passivrauchen verursachte Beschwerden und Erkrankungen
  • 4 Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und KindKernaussagen In Deutschland rauchen zu Beginn der Schwangerschaft rund 13 Prozent der Frauen, von denen etwa ein Viertel das Rauchen während der Schwanger­ schaft aufgibt. Bis zu 70 Prozent der Raucherinnen, die während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören, beginnen innerhalb eines Jahres nach der Entbindung wieder zu rauchen. Die Kinder dieser Frauen sind vor und nach ihrer Geburt den Schadstoffen des Tabakrauchs ausge­ setzt. Die Schadstoffe aus dem Tabakrauch können die Plazenta und den Fetus schädigen. Raucherinnen haben ein um etwa das Doppelte erhöhtes Risiko für Schwan­ gerschaften außerhalb der Gebärmutter (Extrauterinschwangerschaften), eine vorzeitige Plazentaablösung, einen vorzeitigen Blasensprung und eine vorliegende Plazenta (Plazenta praevia). Raucherinnen haben ein erhöhtes Risiko für Früh- und Totgeburten. Die Kinder rauchender Mütter sind in Abhängigkeit von der Anzahl der von der Mutter täglich gerauchten Zigaretten 110 bis 250 Gramm leichter als diejenigen von Nichtraucherinnen und sie sind kleiner und haben einen geringeren Kopfumfang. Die Kinder rauchender Mütter haben eine verringerte Lungenfunktion. Im Vergleich zu Kindern von Nichtraucherinnen haben sie ein erhöhtes Risiko, an plötzlichem Kindstod zu sterben sowie ein höheres Risiko für Gesichts­ spalten, Adipositas, erhöhten Blutdruck und möglicherweise für manche Krebsarten im Kindesalter sowie für Verhaltensauffälligkeiten. Die Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft rauchten, werden als Jugendliche wahrscheinlich selbst leichter von Tabak abhängig. Ein Rauchstopp vor oder während der Schwangerschaft kann das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und Gesundheitsschäden des Kindes deutlich reduzieren und die Stillzeit verlängern. Die Kinder passivrauchender Mütter sind rund 30 bis 60 Gramm leichter. Eine Tabakrauchbelastung der werdenden Mutter erhöht das Risiko des Kindes für angeborene Fehlbildungen. Der kindliche Organismus ist noch nicht voll entwickelt und ist gegenüber den Auswirkungen des Tabakrauchs verletzlicher als der eines Erwachsenen. Kinder, die passivrauchen müssen, sind anfälliger gegenüber Atemwegs­ beschwerden, Atemwegsinfektionen, Asthma, Hirnhautentzündung und Mittelohrentzündungen. Bestehendes Asthma bei Kindern wird durch Passivrauchen verschlimmert. Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 41
  • Rauchen verursacht zahlreiche, zum Teil Schwangerschaft rund 13  Prozent der lebensbedrohliche Gesundheitsschäden Frauen, wobei vor allem Frauen mit nied- und verkürzt das Leben der meisten Rau- rigem Sozialstatus trotz der Schwanger- cher um viele Jahre. Rauchen Schwan- schaft weiterrauchen261. Etwa ein Viertel gere, belasten sie nicht nur ihre eigene der Raucherinnen gibt das Rauchen wäh- Gesundheit, sondern sie gefährden da- rend der Schwangerschaft auf – dies ge- mit den reibungslosen Verlauf der lingt rund zwei Dritteln während des ers- Schwangerschaft und schaden nachhal- ten Schwangerschaftsdrittels104 . Dabei tig dem Ungeborenen und dem Neuge- fällt Erst­ e­ ärenden ein Rauchstopp g b borenen, wobei manche Schäden bis in leichter als Raucherinnen, die schon Kin- die Jugend und das Erwachsenenalter der haben260. Allerdings nehmen bis zu be­ tehen bleiben können101,266,317. Auch s 70 Prozent der Raucherinnen, die wäh- Passivrauchen während der Schwanger- rend der Schwangerschaft mit dem Rau- schaft schadet dem Ungeborenen246 chen aufhören, den Konsum innerhalb (Abb. 28). eines Jahres nach der Entbindung wie- Obwohl die meisten Frauen über die der auf166,316. Diejenigen Frauen aller- Schädlichkeit des Rauchens informiert dings, die trotz ihrer Schwangerschaft sind, fällt es einigen sehr schwer, in der weiterrauchen, riskieren Schwanger- Schwangerschaft mit dem Rauchen auf- schaftskomplikationen und schädigen zuhören, insbesondere werdenden Müt- ihr Kind nachhaltig. tern mit niedrigem ­ inkommen, gerin- E Die Schadstoffe aus dem Tabakrauch gem Bildungsstand, geringer sozialer richten über den gesamten Verlauf der Unterstützung, psychiatrischen Erkran- Schwangerschaft hinweg doppelten kungen und Tabakabhängigkeit 91,176. Of- Schaden an: Viele dieser Substanzen fenbar schätzen Frauen, die während der können schädigend auf den Mutterku- Schwangerschaft weiterrauchen, das chen (Plazenta) einwirken, auch wenn daraus resultierende Gesundheitsrisiko der Organismus einen Teil der Giftstof- für ihre Kinder geringer ein als Frauen, fe, die aus dem Tabakrauch in den Kör- die die Schwangerschaft als Anlass für per gelangen, unschädlich machen kann. einen Rauchstopp nehmen308 . In Die Entgiftung gelingt nur unvollständig Deutschland rauchen zu Beginn der – insbesondere bei einer hohen Belas-Abbildung 28:Mögliche Auswirkungendes Rauchens der Mutter Neugeborenewährend Schwangerschaft Geringeres Gewicht, geringere Größe und kleinerer Kopfumfang bei der Geburtauf den Schwangerschafts- Plötzlicher Kindstodverlauf, die Entwicklung Gesichtsspaltendes Fetus und des Kindes. Schwangere verringerte Lungenfunktion ExtrautinschwangerschaftQuellen: Mackay 2006177, Vorzeitige PlazentaablösungUS Department of Health Vorzeitiger Blasensprung Vorliegende Plazenta (Plazenta praevia)and Human Services Frühgeburt Kinder/Jugendliche2001316, Rogers 2008243, Totgeburt Beeinträchtigte Lungenfunktion Fehlgeburt (wahrscheinlich) AsthmaWinzer-Serhan 2008 345, BronchitisSecretan 2009263, Royal Geringeres Risiko für akute Atemwegsinfektionen schwangerschaftsbedingten AdipositasCollege of Physicians Bluthochdruck (Präeklampsie) erhöhter Blutdruck2010246. Darstellung: Krebs im Kindesalter (Hepatoblastom) VerhaltensauffälligkeitenDeut­ ches Krebsfor- s Tabakabhängigkeitschungszentrum, Stabs­stelle Krebsprävention,2008.42 | Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind
  • tung durch starken Tabakkonsum. Eine Tabakrauch ein geringes Molekularge-Schädigung der Plazenta kann Schwan- wicht haben, können sie leicht über dengerschaftskomplikationen wie Fehl-, Mutterkuchen in den Blutkreislauf desFrüh- und Totgeburten und eine Pla- Fetus gelangen und so auf vielfältigezentaablösung verursachen. Da darüber Weise direkt die Entwicklung des Unge-hinaus die meisten Giftstoffe aus dem borenen beeinträchtigen (Abb. 29). Erschwerung von Mangelversorgung Entstehung und des Fetus Aufrechterhaltung der Schwangerschaft Zotten: Zotten umgebender, - dickere Membran mit mütterlichem Blut - mehr Bindegewebe gefüllter Raum - weniger Blutgefäße Blutgefäße: verengen sich Mütterliche leichter Blutgefäßeweniger L-Selektin Basalmembranfür die Verbindung des Trophoblasten benachbarter verdickt Zellen leichtere Abbildung 29: Plazenta Funktion der Durch Rauchen verursachte Beeinflussung Mitochondrien Veränderungen an der der Genaktivität Trophoblast beeinträchtigt Plazenta- Plazenta. Quellen: Jauniaux Zotten septum 2007133, Bruchova 201032. Darstellung: Deutsches veränderte Wachstums- Krebsforschungszentrum Wirkung Plazenta = verzögerung des Rauchens Heidelberg, Stabsstelle Krebsprävention, 2010.4.1 Auswirkungen des Plazenta verbindet). Die Zotten, über dieR­ auchens auf die Plazenta und der Fetus ernährt wird, indem Nährstof-dadurch verursachte Schwan- fe vom mütterlichen Blut durch die Zot-gerschaftskomplikationen tenmembran in den fetalen Blutkreislauf diffundieren, enthalten weniger Blutge-Die Plazenta bildet sich nach der Einnis- fäße und ihre Membran ist dicker und sietung der Blastozyste (dies ist ein blasen- enthalten mehr des bindegewebigenförmiges frühes Entwicklungsstadium F ­ aserproteins Kollagen. Diese morpho-des Embryos) in der Gebärmutter, indem logischen Veränderungen, die teilweisevom Embryo gebildete fingerförmige schon ab der neunten Schwanger-Fortsätze, die Zotten, in die Gebärmut- schaftswoche beobachtet werdenterschleimhaut einwachsen. Rauchen k ­ önnen, beeinträchtigen den fetalenverändert den Aufbau und die Funktion Blutfluss und verschlechtern die Diffusi-dieses Organs. So haben Raucherinnen onseigenschaften in der Plazenta. Dieseine leichtere Plazenta – je mehr Zigaret- führt letztlich dazu, dass der Fetus unzu-ten die werdende Mutter pro Tag raucht, reichend mit Sauerstoff versorgt wird133umso weniger wiegt der Mutterkuchen. (Abb. 29).Bei Raucherinnen ist die Basalmembran In der Plazenta von Raucherinnen zeigendes Trophoblasten verdickt (der Tropho- 241 Gene, von denen einige für die Ent-blast ist die äußerste Schicht des stehung, den Erhalt und den Verlauf derE­ mbryos, die ihn mit der mütterlichen Schwangerschaft von Bedeutung sind, Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 43
  • eine veränderte Aktivität. So sind bei- ko für Schwangerschaften außerhalb spielsweise Gene, die den Erhalt der der Gebärmutter (Extrauterinschwan- Schwangerschaft regulieren, weniger gerschaften)71,227,243,316, wobei das Risiko aktiv. Besonders aktiv hingegen sind mit der Anzahl der gerauchten Zigaret- Gene, die bei der Koagulation, Thrombo- ten steigt 243. Bei einer Extrauterin- se und Steuerung der Blutgefäßweite schwangerschaft nistet sich das be- beteiligt sind, wobei ein Teil dieser Gene fruchtete Ei zumeist im Eileiter, seltener für die Erhaltung der Schwangerschaft im Eierstock oder in der Bauchhöhle ein. wichtig ist. Auch verschiedene Gene, die Die Embryonen entwickeln sich in der bei der Bildung von Kollagen eine Rolle Regel nicht weiter und im Verlauf einer spielen, sind besonders aktiv – dies weist Extrauterinschwangerschaft kann es zu auf eine verstärkte Kollagenproduktion schweren, möglicherweise für die Mut- hin. Alle diese Veränderungen der Gen- ter lebensbedrohlichen Blutungen kom- aktivität können zu Veränderungen der men. Durchblutung der Plazenta, zu Plazenta- Daneben haben Raucherinnen ein bis zu ablösung und zu einer veränderten rund zweieinhalbfach erhöhtes Risiko Struktur der Plazenta führen. Daneben (OR 1,4 bis 2,4) für eine vorzeitige Pla- arbeiten Gene, die in die Entgiftung ein- zentaablösung, wobei das Risiko mit der bezogen sind, sehr intensiv – sie werden Menge der täglich gerauchten Zigaret- offenbar durch die zahlreichen Giftstoffe ten und der Zeit, die die Frau schon aus dem Tabakrauch aktiviert. 32. raucht, ansteigt71,110,133,243,249,316,317. Um- Tabakrauch verringert die Menge ver- gekehrt senkt ein Rauchstopp in der frü- schiedener Proteine, die für die Entwick- hen Schwangerschaft das Risiko auf das lung der Plazenta von entscheidender von Nichtraucherinnen ab 249. Eine mög- Bedeutung sind. Nikotin reduziert dosi- liche Ursache für eine tabakrauchbe- sabhängig die Herstellung des Proteins dingte vorzeitige Plazentaablösung L-Selektin, das für die Ausbildung der könnten entzündliche Veränderungen in Zellen, die den fetalen Anteil der Plazen- der Plazenta sein, die schließlich zur Zer- ta am Uterus befestigen, wichtig ist – störung der Mutter-Kind-Verbindung d ­ adurch werden die Entstehung und die führen71,249. Eine vorzeitige Plazentaab- Aufrechterhaltung der Schwangerschaft lösung führt zu schweren Blutungen und erschwert133. kann den Tod des Kindes verursachen: Rauchen beeinträchtigt auch die Funkti- Sie ist für bis zu 20 Prozent aller Totge- on der Mitochondrien, der Kraftwerke burten verantwortlich94 . der Zellen, in der Plazenta. Dadurch steht Rauchen während der Schwangerschaft den Zellen zu wenig Energie zur Verfü- steigert auch das Risiko für einen vorzei- gung, was wiederum das Wachstum des tigen Blasensprung (OR 1,6 bis 2,1) 316. Fetus verzögern kann. Ein weiterer Fak- Dabei platzt die den Fötus umgebende tor, der sich negativ auf das Wachstum schützende Fruchtblase schon vor dem des ­ ngeborenen auswirken kann, sind U Geburtstermin, was zu Infektionen, Blu- die Eigenschaften der Blutgefäße in den tungen und einer Fehlgeburt führen Zotten: Bei starken Raucherinnen (15 Zi­ kann. ga­ etten/Tag) ziehen sich diese Gefäße r Raucht die Mutter während der Schwan- deutlich stärker auf das Signal des gerschaft, steigt darüber hinaus die H ­ ormons Endothelin-1 hin zusammen Wahrscheinlichkeit für eine vorliegende als die Kapillaren von Nichtraucherin- Plazenta (Plazenta praevia) auf etwa das nen. Aufgrund der verengten Gefäße Doppelte (OR 2,3)110,243,249,316,317. Bisher wird die Plazenta geringer durchblutet, ist noch nicht geklärt, auf welchem Weg was wiederum das Wachstum des Fetus das Rauchen das Risiko für eine vorlie- be­ inträchtigen kann133. e gende Plazenta erhöht 249. Bei der Pla- Aufgrund der schädigenden Wirkungen centa praevia überdeckt der Mutter­ des Tabakrauchs haben Raucherinnen kuchen den Gebärmutterhals ganz oder ein etwa um das Doppelte erhöhtes Risi- zum Teil und blockiert so den Ausgang44 | Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind
  • aus der Gebärmutter. Dies kann zu für als lebendgeborene Kinder eines ent-Mutter und Kind lebensbedrohlichen sprechenden Entwicklungsstadiums186.Blutungen gegen Ende der Schwanger- Auch eine Störung der Entwicklungspro-schaft oder bei der Geburt führen. zesse im Stammhirn des Fetus könnte –Sehr wahrscheinlich erhöht Rauchen vor allem bei Raucherinnen – eine Ursa-während der Schwangerschaft das Risi- che für den Tod des Fetus im Mutterleibko für Fehlgeburten (Abort, tot gebore- sein: Totgeborene Kinder von Rauche-ner Fetus von weniger als 500 Gramm rinnen zeigten im präfrontalen CortexGewicht) 227,243,316,317. Ganz sicher haben und im Stammhirn deutliche morpholo-rauchende Mütter ein erhöhtes Risiko gische Veränderungen und Modifikatio-(OR  1,27) für Frühgeburten (Lebend­ nen in der Aktivität einzelner Gene. Be-geburt nach der vollendeten 36. Schwan- troffen waren Gene, die für diegerschaftswoche), wobei das Risiko Entwicklung der Nervenstrukturen undumso höher ist, je mehr die Mutter täg- für die Atemsteuerung von Bedeutunglich raucht 8,71,243,246,248,316,317. Dieses sind156,157. Weitere Ursachen für eineR­ isiko  wird offenbar durch gleichzeiti- T ­ otgeburt sind fetale Fehlbildungen,gen Alkohol­ onsum zusätzlich erhöht k I ­nfektionen, Verletzungen der Mutter,(OR  1,46) 208 . Neben Rauchen und Alko- Probleme mit der Nabelschnur und Er-holkonsum gelten als weitere Risikofak- krankungen der Mutter 94 .toren für eine Frühgeburt ein geringes Dass Raucherinnen ein geringeres Risi-Körpergewicht und höheres Alter der ko für einen schwangerschaftsbeding-Mutter, ein kurzer Zwischenraum zwi- ten Bluthochdruck (Präeklampsie)110,316schen Schwangerschaften, vorherge- haben, kann die durch das Rauchen er-hende Frühgeburten, Infektionen und höhte Gefahr für die zahlreichen, obendie ethnische Zugehörigkeit 197. angeführten, schweren Schwanger-Darüber hinaus haben Raucherinnen ein schaftskomplikationen bei weitem nichtbis zu doppelt so hohes Risiko wie Nicht- auf­ iegen. wraucherinnen für eine Totgeburt (Aus­stoßung des toten Fetus nach einer 4.2 Auswirkungen desSchwangerschaft von 20 bis 28 Wochen m ­ ütterlichen Rauchens aufund einem Gewicht von mindestens die fetale Entwicklung und500  Gramm) 8,117,208,219,243,248,316, wobei das Neugeborenedas Risiko offenbar mit der Anzahl dertäglich gerauchten Zigaretten ansteigt 248 . Das Rauchen der Mutter während derAllerdings ist Rauchen nicht der einzige Schwangerschaft schädigt das Ungebo-Risikofaktor für eine Totgeburt, sondern rene gleich mehrfach: Im ersten Schrittauch Übergewicht und höheres Alter der behindert die durch die Substanzen desMutter, die Anzahl vorhergehender Tabakrauchs geschädigte Plazenta dasSchwangerschaften, der Zeitraum zwi- Wachstum des Ungeborenen (sieheschen den Schwangerschaften, vorher- oben). Im zweiten Schritt wirken diegehende Fehlgeburten, Abtreibungen, Schadstoffe des Tabakrauchs, die dieMehrlingsschwangerschaft, ein niedri- Plazenta durchdringen konnten, direktger Sozialstatus und die ethnische Zuge- auf die fetalen Zellen ein. Denn viele die-hörigkeit können sich hierauf auswir- ser Substanzen können – zumindest imken 94,117,186,276. Die Ursachen für eine Tierversuch – beim Fetus MissbildungenTotgeburt sind in rund der Hälfte der und Fehlentwicklungen verursachenF­ älle unklar 94,219, häufig steht sie aber in oder ihn sogar abtöten; ihre Effekte beimZusammenhang mit ­ iner Plazentaablö- e Menschen sind allerdings oftmals un­sung oder einem verzögerten Wachstum bekannt243.des Fetus – insbesondere bei Raucherin- Bisher wurden nur die Wirkungen eini-nen94,117,219,276. Dies bestätigt eine Studie ger weniger der zahlreichen giftigenvon McCowan et al., die beobachtete, und  krebserzeugenden Substanzen ausdass totgeborene Kinder leichter waren Tabakrauch auf die fetale Entwicklung Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 45
  • untersucht (Abb. 30). So weiß man be- tum des Fetus behindert133,243. Kohlen- reits, dass sich das Schwermetall Cad- monoxid gelangt ins fetale Blut, wo es mium im Mutterkuchen ansammeln an Hämoglobin bindet und zusammen kann und möglicherweise das Wachs- mit diesem Carboxyhämoglobin bildet. DNA-Addukte beeinflusst Neuro- transmittersysteme und verändert Rezeptoren für: Benzo[a]pyren - Acetylcholin - Noradrenalin - Serotonin Nikotin - DopaminAbbildung 30: - GlutaminsäureWirkungen von Nikotin undanderen Substanzen aus Kohlenmonoxid, Nikotindem Tabakrauch auf die beeinträchtigt HypoxieEntwicklung des Fetus.Quellen: Slotkin 1998273, CadmiumCampos 200941, Duncan200969, Maritz 2009182,O’Callaghan 2009207, Rogers Hirn- Atem- Herzschlag- Lungen- Zellvermehrung, entwicklung steuerung steuerung struktur Zelldifferenzierung2009244, Bruchova 201032,Jauniaux 2007133, Button200737. Darstellung: Verhaltens- verringerteDeutsches Krebsfor- auffälligkeiten und plötzlicher Lungenfunktion Gesichts- vermindertesschungszentrum, Stabs­ Nikotinabhänigkeit Kindstod und Atemwegs- spalten Wachstum von Jugendlichen erkrankungenstelle Krebsprävention,2010. Dies führt schließlich zu einer Unterver- während der Schwangerschaft den sorgung des Ungeborenen mit Sauer- Grundstein für eine Krebserkrankung stoff, was wiederum dessen Entwicklung des Kindes legen. beeinträchtigen kann243. Am besten untersucht sind die vielfälti- Benzo[a]pyren, kann im Körper – auch in gen Wirkungen des giftigen Tabakalka- der Plazenta und im Fetus – in krebs­ loids Nikotin auf die Entwicklung des erzeugende Substanzen umgewandelt Ungeborenen: Es reduziert den Blutfluss werden, die mit der Erbsubstanz reagie- in der Plazenta und erhöht den Wider- ren und dabei so genannte DNA-Adduk- stand des Blutflusses im Uterus. Dies te bilden können. Diese können schließ- reduziert die Versorgung mit Sauerstoff lich die Entstehung von Krebs (Hypoxie) und führt zu einer Mangeler- verursachen. Rauchen fördert nun die nährung – beides beeinträchtigt die Ent- Fähigkeit der Plazenta, Benzo[a]pyren zu wicklung des Ungeborenen266. Nikotin krebserzeugenden Substanzen zu akti- schadet aber auch direkt dem Fetus, vieren. Sowohl die unveränderte als denn es gelangt über die Plazenta in den auch die aktivierte Form dieser Substanz Fetus. Zwar wandert der Großteil wieder erreichen den Fetus, wenn eine Schwan- zurück in den Blutkreislauf der Mutter gere raucht. Dies kann auch – in deutlich und wird von ihr entgiftet und beseitigt, geringerem Ausmaß – bei passivrau- eine gewisse Menge erreicht aber über chenden werdenden Müttern gesche- den fetalen Urin das Fruchtwasser und hen183. Auf diesem Weg kann Rauchen akkumuliert dort. Daher ist der Fetus46 | Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind
  • zeitweise sogar höheren Nikotinkonzen­ hung von Nervenfortsätzen und Nerven-trationen ausgesetzt als die Mutter – verschaltungen (Synapsen), treibt dasselbst dann noch, wenn im mütterlichen Überleben von Neuronen oder derenKreislauf eine Weile nach dem Rauchen programmierten Zelltod (Apoptose) vor-einer Zigarette der Nikotinspiegel be- an und beeinflusst die Wanderung undreits wieder gesunken ist150,182,272. Lokalisation bestimmter Zellgruppen.Das Nikotin, das infolge des Rauchens Über diese Prozesse verändert es dieder Mutter in den Fetus gelangt, ist Morphologie des Gehirns, verringert diewahrscheinlich die bedeutsamste ner- Anzahl der Gehirnzellen und beeinträch-venschädigende Substanz in der tigt die Verschaltung der Nerven unter-Schwangerschaft 274 . Nikotin bindet im einander 26,41,78,274 . Das sich entwickelndeKörper an nikotinerge Acetylcholinreze- Gehirn reagiert sehr sensibel auf die Ein-poren (nAChR), die sich auf Nervenzel- flüsse des Tabakalkaloids: Auf die Ge-len (Neuronen) befinden und bereits in hirnentwicklung können sich selbst soden ersten Schwangerschaftswochen geringe Mengen Nikotin auswirken, dieschon vor der Entstehung des Nerven- die normale fetale Entwicklung nichtsystems entstehen. Diese Rezeptoren verlangsamen274 .beeinflussen Signalwege, die für die Das Rauchen der Mutter in der Schwan-normale Entwicklung des Ungeborenen gerschaft stört aber auch die Entwick-wichtig sind. Normalerweise binden lung anderer Organe: Vorgeburtlich ver-nAChR den Botenstoff (Neurotransmit- abreichtes Nikotin verändert dieter) Acetylcholin und steuern alle von Bindungsfähigkeit des Botenstoffes Se-Acetylcholin vermittelten Entwicklungs- rotonin und der nikotinergen Acetylcho-schritte des Nervensystems. Da sie aber linrezeporen in Bereichen des Hirn-auch auf Nikotin reagieren, kann das Ta- stamms, die für die Kontrolle vonbakalkaloid in all diese Prozesse störend Herz- und Atemfunktion wichtig sind.eingreifen. Betroffen sind die Vermeh- Zudem reduziert es die Menge der Trans-rung, Reifung und Differenzierung von mitter Adrenalin und Noradrenalin undNervenzellen26,274 . Auf diesem Weg be- verzögert die Entwicklung der zugehöri-einträchtigt das Tabak­ lkaloid die Ent- a gen Rezeptoren. Diese Veränderungenwicklung verschiedener Organe und vor beeinträchtigen die Herzfunktion desallem des Gehirns – manche dieser vor- Kindes26,69.geburtlichen (pränatalen) Schädigungen Nikotin bindet auch an nAChR in der fe-haben Folgen bis ins Erwachsenenal- talen Lunge, was deren Struktur undter 207,244 . Funktion verändert182.Die unten angeführten Effekte von Niko- Diese vielfältigen Wirkungen der ver-tin auf die fetale Entwicklung wurden im schiedenen Substanzen des TabakrauchsTierversuch erforscht. Dabei ist zu be- können beim Fetus und beim Neugebo-achten, dass die häufig in Tierversuchen renen folgende Schädigungen verursa-eingesetzte Nikotindosis einem mensch- chen:lichen Tabakkonsum von etwa 30 Ziga-retten pro Tag entspricht und dass Geburtsgewicht und -Größez­ wischen Mensch und Tier pharmako­ Die chronisch mangelhafte Sauerstoff-logische Unterschiede bestehen101. versorgung und die physiologischenDen größten Schaden richtet eine präna- Veränderungen im Fetus, die das Rau-tale Nikotinbelastung im Gehirn an: Es chen der Mutter verursacht, führen dazu,verändert die Intensität und den zeitli- dass die Neugeborenen rauchenderchen Ablauf der Gehirnentwicklung26, Mütter kleiner, leichter und mit einemindem es die Menge an DNA in den Ge- geringeren Kopfumfang auf die Welthirnzellen verringert und die Aktivität kommen als die Kinder von Nichtrauche-von Genen und Transmittersystemen im rinnen: Sie sind im Durchschnitt 110 bisGehirn verändert 26,41,42,78,274 . So be- 250 Gramm leichter als diejenigen vonschleunigt oder verzögert es die Entste- Nichtraucherinnen2,133,246,330,345. Dabei Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 47
  • ist das Gewicht umso geringer, je mehr von Alkohol erhöht das Risiko für ein ge- die werdende Mutter raucht 99,330 : Bei ringes Geburtsgewicht zusätzlich208 . Ein e ­ inem durchschnittlichen Konsum von geringes Geburtsgewicht ist eine der ein bis fünf Zigaretten pro Tag reduziert wichtigsten Ursachen für perinatale sich das Geburtsgewicht um rund Sterblichkeit (also im Zeitraum von der 120  Gramm, bei einem Konsum von 28sten Schwangerschaftswoche bis zum mehr als 20 Zigaretten pro Tag um rund siebten Lebenstag nach der Geburt)193 350 Gramm330 (Abb. 31). Dabei scheint und es kann sich sogar auch noch auf vor allem der Tabakkonsum in der mitt- das spätere Leben auswirken: Es ist mit leren und späten Schwangerschaft ne- einem erhöhten Risiko für psychiatrische gativ auf das Wachstum zu wirken Probleme im Erwachsenenalter verbun- 133,226,249,266 . Der gleichzeitige Konsum den266. 51,4 cm 50,8 cm 49,9 cm 34,9 cm 34,6 cm 34,6 cmAbbildung 31:Auswirkungen des Rau-chens während der Schwan-gerschaft auf Geburtsge-wicht, Größe undKopfumfang des Neugebo-renen. Quelle: Voigt 2001330. 4308 g 3289 g 3060 gDarstellung: Deutsches Raucherin RaucherinKrebsforschungszentrum, Nichtraucherin (1 bis 5 Zigaretten pro Tag) (>20 Zigaretten pro Tag)Stabsstelle Krebspräven­tion, 2009. Plötzlicher Kindstod flussgrößen sind männliches Geschlecht Als plötzlichen Kindstod (sudden infant des Kindes, geringes Geburtsgewicht, death syndrome, SIDS) bezeichnet man Frühgeburt, geringes Alter der Mutter den unerwarteten, nicht erklärbaren Tod bei der Geburt, niedriger Sozialstatus scheinbar gesunder Säuglinge im ersten und Infektionen1,81,212. Das Rauchen wäh- Lebensjahr. Rauchen während und nach rend der Schwangerschaft gilt allerdings der Schwangerschaft erhöht das Risiko nach der Bauchlage des Kindes als der des Kindes, an plötzlichem Kindstod zu zweite entscheidende, aber vermeidba- sterben um das Zwei- bis Dreifache1,71,81, re, Risikofaktor für SIDS192. Bei den meis- 101,110,192,244,249,316 , wobei das Risiko umso ten Todesfällen durch SIDS liegen meh- höher ist, je mehr die werdende Mutter rere Risikofaktoren vor 212. Die Ursachen raucht101,244 . Bei einem täglichen Ziga- für den plötzlichen Kindstod sind noch rettenkonsum von über 20 Zigaretten nicht eindeutig geklärt. Einige Kinder, kann das das Risiko sogar auf das Fünf- die an SIDS gestorben sind, weisen im bis Achtfache erhöht sein81,101. präfrontalen Cortex des Großhirns so- Neben dem mütterlichen Rauchen erhö- wie im Stammhirn morphologische Ver- hen aber auch andere, zum Teil vermeid- änderungen auf, für die sich ein Zusam- bare, Faktoren das Risiko des Kindes, an menhang mit mütterlichem Rauchen plötzlichem Kindstod zu sterben. Dazu zeigen ließ156. Oftmals ist bei SIDS-Op- gehören beispielsweise als wichtigster fern das Serotoninsystem im Hirnstamm vermeidbarer Einflussfaktor die Bauch- verändert. Dieses System steuert unter lage des Kindes im Schlaf. Weitere Ein- anderem den Atemrhythmus, die Reakti-48 | Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind
  • on des Körpers auf Sauerstoffmangel, Entwicklung der Lunge beeinträchtigt 234,den Herzschlag, die Wärme­ egulation r verursacht Rauchen während derdes Körpers und den Schlaf-Wach- Schwangerschaft beim NeugeborenenRhythmus145. Vermutlich modifi- eine verringerte Lungenfunktion, wobeizieren die giftigen Substanzen aus dem die Probleme bis ins Jugendalter beste-Tabakrauch Bereiche im Gehirn des Kin- hen bleiben können101. Kinder von Müt-des, die für die Atemregulation verant- tern, die während der Schwangerschaftwortlich sind, und sie verzögern die Ent- rauchten, haben ein erhöhtes Risiko fürwicklung der Lunge und fördern auf pfeifende Atemgeräusche, Bronchitis,diesem Weg den plötzlichen Kinds- akute Atemwegsinfektionen und Asth-tod244 . ma47,220,312.Fehlbildungen Krebs im KindesalterRaucht eine Frau in der Schwanger- Bisher untersuchten nur wenige Studienschaft, verdoppelt sich im Mittel das den Einfluss des mütterlichen RauchensR­ isiko des Kindes für Lippen-Kiefer-­ auf die Entstehung von Krebs im Kindes-Gaumenspalten 20,48,105,118,141,151,152,169,171, alter. Erschwert werden diese Studien173,245,265,267,324,325,351. Die Wahrscheinlich- durch die – glücklicherweise – geringenkeit für diese Fehlbildungen ist dabei Fallzahlen, da Krebserkrankungen imumso größer, je mehr Zigaretten die Kindesalter sehr selten sind. Zudem istMutter täglich raucht118,141,169,171,173,267,351. es wahrscheinlich, dass Mütter, derenSo kann sich das Risiko für beidseitige Kinder an Krebs leiden, bei den Studien-Lippenspalten bei 25 und mehr gerauch- befragungen falsche Angaben über ihrten Zigaretten pro Tag auf mehr als das Rauchverhalten machen, da sie sichVierfache erhöhen118 . Neben dem Rau- möglicherweise an der Erkrankung mit-chen – als leicht vermeidbare Ursache – schuldig fühlen. Ein Kausalzusammen-können aber auch Fehlversorgungen mit hang zwischen Rauchen während derFolsäure oder Vitamin A sowie Alkohol- Schwangerschaft und einem erhöhtenkonsum Ursachen für Spaltbildungen Krebsrisiko des Kindes erscheint biolo-sein48,267. Die Entstehung von Gesichts- gisch plausibel, da manche Kanzerogenespalten kann außerdem genetisch be- in den Fetus gelangen können. Es wurdegründet sein. Bestimmte Varianten eini- gezeigt, dass aktives – und sogar auchger Gene können die Entwicklung von passives – Rauchen der Mutter währendGesichtsspalten begünstigen. Liegen der Schwangerschaft verstärkt zu gene-beim Kind derartige ungünstige Genva- tischen Veränderungen beim Kind füh-rianten vor, kann mütterliches Rauchen ren21,44,96,205,335. Ob dies aber tatsächlichwährend der Schwangerschaft das Risi- das Krebsrisiko von Kindern erhöht, istko für Gesichtsspalten zusätzlich erhö- für die meisten Krebsarten noch unklar,hen151,152,245,265,267. da die bisherigen Studien zumeist wi- dersprüchliche Ergebnisse liefern. Aller-4.3 Auswirkungen der prä­ dings scheint mütterliches Rauchen dasnatalen Tabakrauchbelastung Risiko für das Hepatoblastom, einenauf die Entwicklung des Kindes bösartigen Tumor der Leber im Kindes- alter, zu fördern216, wobei aber auchEinige der Vorschädigungen, die das P ­ assivrauchen nach der Geburt einenRauchen der Mutter während der Einfluss zu haben scheint 216,263. Bei derSchwangerschaft verursacht, wirken Entstehung von Leukämie scheint weni-sich noch in der weiteren Entwicklung ger das Rauchen während der Schwan-der Kinder und Jugendlichen aus. gerschaft als elterliches Rauchen nach der Geburt eine Rolle zu spielen44,263.Lungenfunktion undAtemwegserkrankungen AdipositasDa sich das Nikotin aus Tabakrauch im Die Kinder rauchender Mütter sind zwarAtemtrakt des Fetus ansammelt und die bei der Geburt kleiner und leichter, spä- Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 49
  • ter sind sie aber oftmals dicker als Kin- 4.4 Belastung des Neugebore- der von Nichtraucherinnen160,209,243,309,317, nen mit Schadstoffen aus 331. Tabakrauch während der Still- zeit Bluthochdruck Die Kinder rauchender Mütter weisen Nikotin und andere Substanzen aus dem häufig einen höheren Blutdruck auf als Tabakrauch gelangen in die Mutter- Kinder von Nichtraucherinnen243. milch71,150. Das Nikotin kann sich in der Muttermilch sogar anreichern und liegt Psychische Probleme dort in bis zu dreimal so hoher Konzent- Mütterlicher Tabakkonsum während der ration vor wie im mütterlichen Blut 9,57,58 . Schwangerschaft trägt wahrscheinlich Dabei hängt die Nikotinkonzentration in auch zu Verhaltensauffälligkeiten (anti- der Milch von der Zahl der täglich ge- soziales und aggressives Verhalten, Auf- rauchten Zigaretten und der Länge der merksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom Rauchpause seit der letzten Zigarette u.a.) der Kinder bei, die bis ins Erwach- vor dem Stillen ab290,291. Einer schwedi- senenalter reichen können. Der aktuelle schen Studie zufolge nehmen Säuglinge Stand der Forschung weist aber immer rauchender Mütter täglich rund 7 Mikro- mehr darauf hin, dass die Entstehung gramm pro Kilogramm Körpergewicht von Verhaltensauffälligkeiten ein sehr Nikotin auf – eine entsprechende Menge komplexes Geschehen ist, das von zahl- nimmt ein Raucher auf, wenn er am Tag reichen Einflussgrößen mitbestimmt eine Zigarette mit 0,7 Milligramm Niko- wird. Dazu gehören Umwelteinflüsse, tin raucht57. Sogar nichtrauchende soziale Faktoren, genetische Faktoren F ­ rauen, die mit ­ inem Raucher zusam- e und physiologische Vorgänge30,55,146, menleben, können bei entsprechender 266,345 . Für einen kausalen Zusammen- Tabakrauchbelastung Nikotin in der hang zwischen pränataler Nikotinbe­ M ­ uttermilch haben57. lastung und Verhaltensauffälligkeiten Inwieweit das Nikotin im Darm des Kin- spricht die Tatsache, dass Nikotin die fe- des aufgenommen wird und wie es sich tale Gehirnentwicklung beeinflussen auf das Kind auswirkt, ist bisher wenig er- kann26,274 und auch Tierversuche bestäti­ forscht. Bei starkem mütterlichen Rau- gen einen solchen Zusammenhang37,345. chen während des Stillens werden aber Es gibt aber auch Hinweise darauf, dass reduziertes Saugvermögen, Unruhe, eine genetische Prädisposition von Mut- K ­ oliken, Erbrechen und verminderte Ge- ter und Kind eine Rolle spielt, da Mütter, wichtszunahme des Kindes beobachtet291. die in der Schwangerschaft rauchen, be- Rauchen während der Schwan­ er­ chaft g s stimmte Eigenschaften mitbringen, die und während der Stillzeit beeinträchtigt Verhaltensauffälligkeiten fördern37. Da- den Schlaf der Säuglinge189,292,352. neben wirken sich beispielsweise Ver- Rauchen wirkt sich zudem negativ auf haltensauffälligkeiten und psychische das Stillverhalten und die Milchprodukti- Erkrankungen der Eltern, der Bildungs- on aus: So stillen rauchende Frauen ihre stand der Mutter, Drogenmissbrauch Kinder seltener als Nichtraucherinnen der Mutter, eine geringere Nutzung der und sie stillen umso früher ab, je mehr vorgeburtlichen Vorsorgeuntersuchun- sie rauchen111,176,291. Bei Raucherinnen gen, ein geringes Alter der Mutter bei kommt der Milcheinschuss später und der Geburt, Probleme bei der Geburt sie produzieren weniger Milch als nicht- und der Zustand des Neugeborenen rauchende Mütter 291,316. aus 30,37,55. Kinder von Frauen, die während der 4.5 Vorteile eines Rauch- Schwangerschaft rauchten, werden als stopps vor oder während der Jugendliche selbst leichter von Tabak Schwangerschaft abhängig. Darauf deuten die wenigen Studien hin, die es zu dieser Fragestel- Ein Rauchstopp vor oder während der lung gibt 34,37,207. Schwangerschaft wirkt sich positiv auf50 | Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind
  • den Verlauf der Schwangerschaft und töse Unterstützung, egal ob Nikotiner-auf das Wachstum des Kindes aus. Ein satztherapie, Bupropion oder Vareniclin,früher Rauchstopp im ersten Schwan- für Schwangere weder bezüglich dergerschaftsdrittel kann manche Schäden Wirksamkeit noch hinsichtlich der Si-durch Tabakrauch sogar vollständig be- cherheit ausreichend Nachweise vorlie-seitigen. So verringert ein Rauchstopp gen33,71,85,176,182,211. Eine Nikotinersatzthe-das Risiko für eine Frühgeburt176. Ein rapie ist schon allein deswegen währendsehr früher Rauchstopp (im ersten einer Schwangerschaft nicht ratsam, daSchwangerschaftsdrittel) reduziert das sich selbst so geringe Mengen Nikotin,Risiko für eine Totgeburt auf das von die die fetale Entwicklung nicht verlang-Nichtraucherinnen94 und führt dazu, samen, auf die Gehirnentwicklung desdass die Neugeborenen der Exrauche- Kindes auswirken können274 .rinnen in Hinblick auf Geburtsgewicht, Interventionsmaßnahmen sollten auchKopfumfang und Körperlänge den Neu- den Partner mit einbeziehen, da rau-geborenen von Nichtraucherinnen ent- chende Partner ihren schwangeren Part-sprechen326. Im Durchschnitt erhöht ein nerinnen einen Rauchausstieg erschwe-Rauchstopp während der Schwanger- ren260. Ein Rauchstopp des Partnersschaft das Geburtsgewicht um rund wirkt sich auch direkt positiv auf das Un-50 Gramm im Vergleich zu Kindern von geborene aus: Einer aktuellen Studie zu-Raucherinnen176. Da eine vorgeburtliche folge führt eine Verringerung der Belas-Nikotinbelastung einer der wichtigsten tung durch Passivrauchen während derRisikofaktoren für den plötzlichen Kinds- Schwangerschaft dazu, dass seltenertod ist, könnte Schätzungen zufolge rund Kinder mit geringem Geburtsgewichtein Drittel aller SIDS-Fälle vermieden geboren werden73.werden, wenn die Mütter während derSchwangerschaft nicht rauchen244 . 4.6 Gesundheitsschäden durchAuch auf die Stillzeit kann sich ein Rauch- Passivrauchen der Mutterstopp positiv auswirken: In einer Studie, während der Schwangerschaftin der sozioökonomisch benachteiligteFrauen erfolgreich zu einem Rauchstopp Muss eine werdende Mutter den Tabak-in der Schwangerschaft motiviert wur- rauch anderer Menschen einatmen,den, stillten 24 Wochen nach der Geburt nimmt sie dabei Nikotin auf, von dem einrund dreimal so viele Exraucherinnen Teil über die Plazenta bis in den Fetusals rauchende Mütter111. gelangt. Dabei erreichen ausreichendWegen der Schwangerschaftskomplika- große Nikotinmengen das fetale Gehirn,tionen und der Schäden beim Kind, die um die Entwicklung des Gehirns und diedas Rauchen während der Schwanger- Funktion der Synapsen zu beeinträchti-schaft verursachen kann und wegen der gen274 . Die Wirkungen des Passivrau-positiven Wirkung eines Rauchstopps chens auf den Schwangerschaftsverlaufauf das Geburtsgewicht und auf das und auf die Entwicklung des Fetus sindSIDS-Risiko sollten Raucherinnen insbe- recht schwierig zu bewerten, und einigesondere von Frauenärzten und Hebam- Studien differenzieren nur unzureichendmen konsequent zu einem Rauchstopp zwischen aktivem und passivem Rau-vor oder spätestens während der chen der Mutter 246,249. Dennoch konnteSchwangerschaft motiviert werden. Da bisher gezeigt werden, dass eine Tabak-starke Tabakabhängigkeit einer der wich- rauchbelastung der werdenden Muttertigsten Einflussfaktoren ist, die schwan- das Risiko für ein geringes Geburtsge-geren Frauen einen Rauchstopp er- wicht des Kindes um rund 20 Prozent er-schweren260, sollten Raucherinnen einen höht164,246,249,250,343. Mütterliches Passiv-Rauchstopp unterstützende Tabakent- rauchen führt zu einem um rund 30 biswöhnungsmaßnahmen angeboten wer- 60 Gramm verringerten Geburtsgewichtden. Bedenkenlos können allerdings nur des Neugeborenen164,246,250,343. Danebenverhaltenstherapeutische Maßnahmen erhöht es auch das Risiko des Kindes fürempfohlen werden, da für medikamen- angeborene Fehlbildungen246,250. Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 51
  • 4.7 Gesundheitliche Auswir- entziehen können. Kinder erleiden durch kungen durch Passivrauchen Passivrauchen verschiedene, zum Teil bei Kindern schwere und chronisch verlaufende G ­ esundheitsschäden, die sich bis ins Kinder leiden ganz besonders stark un- E ­ rwachsenenalter auswirken können ter dem Tabakrauch der Erwachsenen, (Abb. 32). da sie sich dem Rauch in der Regel nicht Meningitis Mittelohrentzündung Akute und chronische Atemwegs-Abbildung 32: symptomeAuswirkungen des Passiv- Beeinträchtigung desrauchens auf die Gesund- Lungenwachstums undheit von Kindern. Darstel- der Lungenfunktionlung: DeutschesKrebsforschungszentrum, Plötzlicher KindstodStabsstelle Krebspräven­tion, 2010. Tabakrauch und der kindliche Kinder werden vor allem von den Eltern Organismus – insbesondere der Mutter – mit Tabak- Der kindliche Organismus reagiert emp- rauch belastet. Kinder weisen höhere findlicher auf die Einwirkung von Tabak- Cotininkonzentrationen (ein Nikotinab- rauch als der eines Erwachsenen, da bauprodukt, das als Indikator für die Be- Kinder pro Zeiteinheit mehr Atemzüge lastung durch Tabakrauch dient) auf, machen und im Verhältnis zu ihrem Kör- wenn die Mutter raucht. Allerdings ist es pergewicht auch mehr Schadstoffe ein- zum Teil sehr schwer zu differenzieren, atmen. Außerdem sind ihre Entgiftungs- für welche Schädigungen der Grund- systeme noch nicht voll entwickelt, stein bereits während der Schwanger- sodass sie die Gifte des Tabakrauchs schaft gelegt wurde, weil die Mutter schlechter aus dem Körper beseitigen rauchte, und welche Schäden aus- können als Erwachsene 47. schließlich aus nachgeburtlichem Pas- Die Entwicklung der Lunge dauert bis sivrauchen resultieren. ins Jugendalter an. Über diesen gesam- ten Zeitraum hinweg kann Passivrau- Plötzlicher Kindstod chen den Entwicklungsprozess beein- Neben dem Rauchen der Mutter wäh- trächtigen und dauerhafte Schäden für rend der Schwangerschaft erhöht auch das gesamte Erwachsenenleben hinter- Passivrauchen im Säuglingsalter das Ri- lassen336. siko des Kindes, am plötzlichen Kindstod Tabakrauch schädigt die Atemwege zu sterben. Raucht die Mutter nach der ( ­ siehe Kapitel 3, Seite 30) und wirkt sich Geburt, ist das Risiko um mehr als das schädlich auf das Immunsystem aus, in- Dreifache erhöht (OR 3,15) 246,318 . Auch dem er die Fähigkeit, Krankheitserreger das Rauchverhalten anderer Haushalts- zu bekämpfen, beeinträchtigt 318 . mitglieder spielt eine Rolle. Ist die ­ utter M52 | Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind
  • Nichtraucherin und raucht ein anderes mit zwei rauchenden Elternteilen anHaushaltsmitglied, wie beispielsweise Symptomen wie Keuchen, Schleimbil-der Vater, so ist das Risiko um fast dung und Husten zu leiden, ist dabei um50 Prozent höher als das eines unbelas- mehr als 40 Prozent höher als bei Kin-teten Säuglings (OR 1,45) 246. dern, die keinem Tabakrauch ausgesetztAllerdings scheint beim plötzlichen sind (OR 1,41; 1,42; 1,64) 318 . Dabei ver-Kindstod eine vorgeburtliche Tabak- schlimmern sich die Atemwegssympto-rauchbelastung (siehe Seite 48) eine me mit der Anzahl der zu Hause gerauch-deutlich größere Rolle zu spielen als die ten Zigaretten52.nachgeburtliche Belastung durch Pas- Vor allem das mütterliche Rauchen, we-sivrauchen192. niger das vom Vater oder anderen Fami- lienangehörigen, ist für Atemwegspro-Lungenwachstum und Lungenfunktion bleme, insbesondere für Keuchen undDer Grundstein für eine gestörte Lun- pfeifende Atemgeräusche, verantwort-genentwicklung und für Atemwegser- lich. Dies hängt vermutlich damit zusam-krankungen wird schon während der men, dass Mütter vor allem in den erstenSchwangerschaft gelegt, wenn die Mut- Jahren die wichtigsten Pflegepersonenter raucht (siehe Seite 49). Aber auch die des Kindes sind. Eine aktuelle Über-Exposition des Kindes gegenüber Tabak- sichtsarbeit fand bei Kindern rauchen-rauch nach der Geburt vergrößert das der Mütter unter vier Jahren für KeuchenRisiko für zahlreiche entzündliche Er- eine Risikosteigerung um mehr alskrankungen der Atemwege 52,53,246,293– 70 Prozent (OR 1,77) gegenüber unbelas-295,318 . Es ist somit plausibel anzuneh- teten Kindern246.men, dass durch diese Belastungen vorder Geburt und während der Kindheit Asthmaauch eine dauerhafte Beeinträchtigung Asthma äußert sich anfallsartig alsder Lungenfunktion die Folge sein kann, e ­ rhebliche Atemnot, die durch verschie-denn die Entwicklung der Lunge dauert dene endogene und exogene Reizebis in das Jugendalter an 336. ( ­ Allergene, Infekte, körperliche Anstren­Mehrere Übersichtsarbeiten zeigen, gun­ en) hervorgerufen wird. Passivrau- gdass das Rauchen während der Schwan- chende Kinder zeigen häufiger asthmati-gerschaft und die Exposition von Kin- sche Symptome als Kinder, die keinemdern gegenüber Tabakrauch das Risiko Tabakrauch ausgesetzt sind 246,318 . Rau-für eine dauerhafte Beeinträchtigung der chen beide Eltern, ist das Risiko der Kin-Lungenfunktion erhöhen 54,246,318 . Selbst der, an asthmatischen Symptomen zuwenn dies nicht zu sofortigen Beein- leiden, um mehr als 40 Prozent (OR 1,47)trächtigungen führt, erhöht Passiv­ höher als bei Kindern, die keinem Tabak-rauchen im Kindesalter das Risiko für rauch ausgesetzt sind318 . Bei Kindern,chronische Atemwegserkrankungen im die bereits unter Asthma leiden, führtErwachsenenalter 318 . eine Tabakrauchexposition zu einer Ver- schlimmerung der KrankheitssymptomeAkute und chronische und macht die Erkrankung dadurch ins-Atemwegssymptome gesamt belastender für das Kind 295,318 .Zu akuten und chronischen Atem- Einer neuen Studie zufolge leiden anwegssymptomen zählen Keuchen und Asthma erkrankte Kinder, die zusätzlichpfeifende Atemgeräusche, Schleimbil- Tabakrauch ausgesetzt sind, außerdemdung, Husten und Atemlosigkeit. Ein ge- unter verstärkten Schlafstörungen. Derhäuftes Auftreten dieser Symptome gestörte Schlaf kann den gesamten wei-kann die Entwicklung des Kindes beein- teren Tagesablauf und damit auch dieträchtigen318 . schulische Leistung, das Verhalten undPassivrauchen erhöht dosisabhängig die mentale Entwicklung des Kindes be-das Risiko von Kindern für diese Symp- einträchtigen 352.tome 47,52,53,246,318 . Das Risiko für Kinder Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 53
  • Erkrankungen der unteren Atemwege Meningitis Zu Erkrankungen der unteren Atemwege Die Meningitis ist eine Entzündung der gehören infektiöse Erkrankungen wie Hirnhäute, die in den meisten Fällen Lungenentzündungen, Bronchitis und durch Meningokokken (Neisseria menin­ Bronchiolitis. Weltweit gehören Infekte gitidis) hervorgerufen wird. Sie wird von der unteren Atemwege zu den führen- Mensch zu Mensch übertragen, wobei den Ursachen für den Tod im Kindes­ sowohl erkrankte Menschen als auch alter 318 . symptomfreie Träger des Erregers Über- Passivrauchen im Kindesalter erhöht träger sein können179. Säuglinge und das Risiko für Erkrankungen der unteren Kleinkinder sind besonders empfindlich Atemwege 46,53,246,318 . Das Risiko für Er- gegenüber dem Erreger 241. krankungen der unteren Atemwege ist Passivrauchende Kinder unter 18 Jahren für ein passivrauchendes Kind insge- haben im Vergleich zu unbelasteten Kin- samt um mehr als 50 Prozent (OR 1,58) dern ein mehr als doppelt so hohes Risi- höher als bei einem Kind, das keinen Ta- ko (OR 2,3) an einer bakteriellen Menin- bakrauch einatmen muss. Für einzelne gitis zu erkranken246, wobei das Risiko Erkrankungen wie Bronchiolitis kann das umso höher ist, je größer die Tabak- Risiko sogar um das Zweieinhalbfache rauchbelastung ist 80. erhöht sein (OR 2,51) 246. Eine Ursache für die erhöhte Infektions- Am stärksten erhöht eine Tabakrauchbe- anfälligkeit ist vermutlich eine direkte lastung in der frühen Kindheit das Er- Schädigung des kindlichen Immunsys- krankungsrisiko, wobei sich vor allem tems durch den Tabakrauch. Aber auch das Rauchen der Mutter negativ aus- das Rauchen der wichtigsten Pflegeper- wirkt 53,246,293,318. Es gibt Anhaltspunkte sonen des Kindes kann sich negativ aus- dafür, dass die durch Passivrauchen ver- wirken: Aktives Rauchen kann die Zahl ursachte Risikoerhöhung für eine Erkran- der Meningitiserreger im Mund-Rachen- kung der unteren Atemwege bei Kindern raum der Eltern erhöhen, sodass das mit niedrigem Geburtsgewicht stärker Kind dann permanent und verstärkt den ist45. Dies ist besonders tragisch, da ein Erregern ausgesetzt ist und es somit ein niedriges Geburtsgewicht auch durch erhöhtes ­ rkrankungsrisiko trägt 80,185. E die Belastung des Fetus durch Tabak- rauch verursacht sein kann246,318 . Krebs Passivrauchen erhöht das Risiko für be- Mittelohrentzündung stimmte Krebserkrankungen bei Erwach- Bei dieser Krankheit sind die Schleim- senen (siehe Kap. 3.3, Seite 35) 318 . Da häute des Mittelohrs entzündet, meist auch Kinder beim Passivrauchen die als Folge eines bakteriellen oder viralen Kanzerogene des Tabakrauchs aufneh- Infekts im Nasen-Rachenraum. Mittel- men27,216, könnte auch für passivrau- ohrentzündungen sind besonders im chende Kinder ein erhöhtes Krebsrisiko Kindesalter häufig, weil die Eustachische bestehen. Bisher ist ein solcher kausaler Röhre, die eine Verbindung zwischen Zusammenhang nicht eindeutig belegt. dem Nasen-Rachenraum und dem Mit- Allerdings gibt es Anhaltspunkte dafür, telohr bildet, zu diesem Zeitpunkt noch dass das elterliche Rauchen nach der kurz ist und die Bakterien dadurch leich- Geburt mit dem Auftreten bestimmter ter einwandern können199. Krebsarten wie Leukämie, Lymphomen Passivrauchen erhöht das Risiko für Mit- und Gehirntumoren während der Kind- telohrentzündungen 65,246,294,318 . Raucht heit zusammenhängen könnte318 . die Mutter, so ist das Risiko des Kindes für eine Erkrankung des Mittelohres um fast die Hälfte höher als bei einem unbe- lasteten Kind (OR 1,46) 246.54 | Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind
  • Schlussfolgerung gen. Auch eine Tabakrauchbelastung des Kindes infolge des Rauchens vonInsgesamt wird deutlich, dass eine prä- E ­ ltern und Pflegepersonen verursachtnatale Belastung durch Tabakrauch – so- beim Kind zahlreiche vermeidbare Ge-wohl durch aktives Rauchen als auch in sundheitsschäden. Die durch das Passiv­geringerem Ausmaß auch durch Passiv- rauchen erhöhte Infektanfälligkeit undrauchen der werdenden Mutter – den die gehäuften AtemwegserkrankungenSchwangerschaftsverlauf und die Ent- Kindes führen über die direkte Schädi-wicklung des Kindes in starkem Ausmaß gung hinaus zu einer umfassenden, ver-beeinträchtigt. Die schwerste Folge ist meidbaren Beeinträchtigung der Lebens­der Tod des Kindes vor oder kurz nach qualität, die die gesunde Entwicklungder Geburt. Ein Teil der vorgeburtlichen des Kindes nachhaltig beeinträchtigt.Schädigung wirkt sich auf die weitere Ein konsequenter Rauchstopp und derEntwicklung des Kindes aus und kann Schutz von Mutter und Kind vor Passiv-dessen Gesundheit und Lebensqualität rauchen könnten all diese Schäden ver-bis über die Jugend hinaus beeinträchti- hindern. Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft – Gefahr für Mutter und Kind | 55
  • 5 Ethische Überlegungen und rechtliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im Kindes- und Jugendalter Kernaussagen Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Passivrauchen ist eine vor­ dringliche Aufgabe der Gesundheitspolitik. Der Mensch genießt sowohl nach deutschem Grundgesetz als auch nach europäischem Recht ein Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrt­ heit. Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet ihre Vertragsparteien, Kinder vor jeder Form der Schadenszufügung zu schützen. Pflege und Erziehung der Kinder sind ein „natürliches Recht der Eltern“. Da Kinder und Jugendliche noch nicht in der Lage sind, die abhängigkeits- und gesundheitsbezogenen Folgen des Tabakkonsums sowie des Passiv­ rauchens richtig einzuschätzen, verletzt der Tabakkonsum in ihrem Umfeld den Schutzbereich des Grundrechts auf Kinder- und Jugendschutz. Innerhalb der Familie kann der Staat durch Aufklärungskampagnen und Entwöhnungsangebote für rauchende Familienangehörige die Eltern in ihrer Schutzpflicht unterstützen. Außerhalb der Familie ist der Gesetzgeber verpflichtet, Kinder und Jugend­ liche überall dort vor den Gefahren des Passivrauchens und des Tabakkon­ sums zu schützen, wo die Eltern nicht selbst eingreifen können, zum Bei­ spiel durch umfassende Nichtraucherschutzgesetze, Tabakwerbeverbote sowie Zugangs- und Verkaufsbeschränkungen für Kinder und Jugendliche. Ein zentrales ethisches Primat der Ge- und insbesondere Kinder in weiten sundheitspolitik ist die Verhinderung ei- T ­ eilen der Öffentlichkeit ihre Freiheit von ner Gefährdung der Bevölkerung, und Tabakrauch nur durch dessen Vermei- zwar insbesondere bei den Bevölke- dung erreichen. Als sozial Schwächere rungsgruppen, die am verwundbarsten sind sie von der Einsicht der Aktivrau- sind. Der Tabakkonsum gefährdet die cher abhängig 302. Gesundheit von Rauchern und ehemali- Zwar wird häufig postuliert, dass Er- gen Rauchern, wobei die Gesundheits- wachsene die tabakbedingten Risiken gefährdung durch den hohen Grad an bewusst eingingen und deshalb der Tab- körperlicher und psychischer Abhängig- akkonsum nicht von Staats wegen ein- keit vom Tabak noch verstärkt wird. geschränkt werden dürfte; dies ent- D ­ arüber hinaus werden Nichtraucher spricht jedoch häufig nicht den unfreiwillig durch das Passivrauchen ge- Tatsachen. In dieser Annahme werden fährdet und in ihren Grundfreiheiten ein- üblicherweise weder der süchtig ma- geschränkt. So können Passivraucher chende Charakter der Tabakprodukte,56 | Ethische Überlegungen und rechtliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im Kindes- und Jugendalter
  • noch das spätere Bedauern des Einstiegs auf die Bedeutung der Vorbildfunktionin den Tabakkonsum und der starke Wil- von Erwachsenen gerade in Hinblick aufle zum Rauchstopp, die häufig bei lang- den frühen Rauchbeginn hingewiesen.jährigen Rauchern zu beobachten sind, Denn Kinder und Jugendliche orientie-berücksichtigt 31. Zudem wird meist da- ren sich in der Phase der Identitätsbil-von ausgegangen, dass die Entschei- dung an der Erwachsenenwelt.dung von Erwachsenen in vollem Be- Das international renommierte britischewusstsein über die möglichen Folgen Ärztegremium Royal College of Physici-getroffen wird, was der Tatsache wider- ans fordert deshalb in seiner jüngstenspricht, dass die meisten Konsumenten Veröffentlichung 2010 eine stärkere Aus-bereits im Kindes- und Jugendalter mit richtung des Nichtraucherschutzes aufdem Tabakkonsum beginnen, oder dem Kinder und Jugendliche, hauptsächlichTabakkonsum ausgesetzt werden – in aus folgenden Gründen:e­ inem Entwicklungsstadium, in dem ihreEntscheidungskompetenz noch nicht 1. Schutz vor den gesundheitsschädli-weit genug ausgebildet ist, um das Ab- chen Folgen des Passivrauchens,hängigkeitspotential und die gesund- 2. Prävention des Raucheinstiegs durchheitsspezifischen Langzeitfolgen des Unterbindung des Tabakkonsums imRauchens zu überblicken. Umfeld von Kindern und Jugendli-Die möglichen gesundheitlichen Folgen chen sowie bei Personen mit Vorbild-des Tabakkonsums und des Passivrau- funktion undchens bei Kindern und Jugendlichen 3. Verhinderung der Tabakrauchbelas-sind beträchtlich (siehe Kapitel 3 und 4). tung im häuslichen Umfeld246.Bei ihnen kann von einer höheren Anfäl-ligkeit für eine anhaltende Sucht und für Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dassgesundheitliche Folgen des aktiven und öffentliche Rauchverbote nicht zu einerpassiven Tabakkonsums ausgegangen Erhöhung der Tabakrauchbelastung zuwerden. Da Kinder und Jugendliche Hause führen, da die wissenschaftlichemeist nicht aktiv einem Tabakkonsum in Evidenz zunehmend zeigt, dass öffentli-ihrem Umfeld widersprechen können, che Rauchverbote sogar zu einer Reduk-kann der Tabakkonsum in ihrer Anwe- tion der häuslichen Tabakrauchbelas-senheit einen doppelten negativen ­ ffekt E tung führen, was aktuelle Studien aushaben. Neben der direkten gesundheitli- Schottland, Irland und Neuseeland bele-chen Gefährdung durch Passivrauchen gen5,107,122. Öffentliche Rauchverbote er-führt er auch dazu, dass das Kind das höhen das Bewusstsein über die Ge-Rauchen als normal wahrnimmt. Wenn sundheitsgefährdung durch Passivrau-Vorbilder rauchen, also Eltern, Lehrer, chen und fördern die Einführung vonBetreuer oder Jugendgruppenleiter, freiwilligen Rauchverboten oder -ein-dann nehmen Kinder das Rauchen als schränkungen im häuslichen Umfeld246.sozial akzeptiertes und erstrebenswer- Die IARC, die internationale Krebsfor-tes Verhalten wahr und der Einstieg in schungsbehörde der WHO, hat es imden Tabakkonsum wird erleichtert. Die Jahr 2009 als bewiesen angesehen, dassUnterbindung des Tabakkonsums in An- freiwillige Rauchverbote zu Hause zu ei-wesenheit von Kindern kann demnach ner Reduktion des Tabakkonsums bei Er-auch ein wichtiges Mittel zur Prävention wachsenen und einer Verminderung derdes Raucheinstiegs darstellen. Tabakrauchbelastung von Kindern undWissenschaftler, Mediziner und Kommu- Jugendlichen führen127.nikationsexperten haben immer wieder Ethische Überlegungen und rechtliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im Kindes- und Jugendalter | 57
  • Maßgeblich betroffene Rechte gemäß Grundgesetz, EU-Recht und UN-Kin­ derrechtskonvention Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit Der aktuelle Stand der Wissenschaft belegt einen Ursache-Wirkungs-Zusam- menhang zwischen Tabakkonsum und Gesundheitsschäden sowie zwischen Rauchen und einer durchschnittlichen Lebensverkürzung um 10 Jahre. Da der Mensch sowohl nach dem deutschen Grundgesetz (Art. 2 II 1 GG), als auch nach europäischem Recht (Art. 2 I, 3 I Charta der Grundrechte der Europäischen Union, GRC) und Art. 2 I der Europäischen Menschenrechtskonvention, EMRK) ein Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit genießt, hat der Staat eine Schutzpflicht gegenüber der Bevölkerung. Diese erstreckt sich auch auf den Schutz vor den Gefahren des Tabakkonsums und der Tabakrauchbelastung302. So fällt zum Beispiel die Zuführung von Gasen und Stoffen, welche die körperliche Integrität beeinträchtigen, in den sachlichen Schutzbereich des Art. 2 II 1 GG. Hierbei ist anzumerken, dass sowohl nach deutschem als auch nach EU-Recht, die generelle Gefahr Gesundheitsschäden zu erleiden ausreicht und kein konkre- ter Nachweis der gesundheitlichen Folgen im Einzelfall nötig ist 302. Abhängig von der Größe und Folgenschwere des möglichen Schadens kann bereits eine gerin- ge Wahrscheinlichkeit eines Gesundheitsschadens ausreichend sein, um einen Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit darzustellen. Recht auf Kinder- und Jugendschutz Das unbenannte Recht auf Kinder- und Jugendschutz ist ein wichtiges Gemein- schaftsanliegen mit Verfassungsrang302. Das Kind hat eine eigene Würde und ei- gene Rechte (BVerfG, NJW 2008, 1287 (1288 f.)). Völkerrechtlich sind die Rechte des Kindes in der UN-Kinderrechtskonvention (CRC) vom 20.11.1998 enthalten, die explizit das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit anerkennt (Artikel 24 Absatz 1 CRC). Die Vertragsstaaten sind demnach verpflich- tet, Kinder vor jeder Form der Schadenszufügung zu schützen (Artikel 19 a CRC), dies schließt den Schutz vor den Gefahren des Tabaks mit ein. Bestehende Grund- rechte können mit dem Argument des Jugendschutzes eingeschränkt wer- den. 322 Der Kinder- und Jugendschutz gilt vor allem der unbeschadeten Entwicklung der Persönlichkeit und beginnt mit der Geburt. Das Ende des persönlichen Schutzbe- reichs des Kinder- und Jugendschutzes ist fließend und von der individuellen Entwicklung abhängig. Der Gesetzgeber kann die Altersgrenzen bei den Gefah- ren des Tabakkonsums selbst bestimmen und damit den zu schützenden Lebens- abschnitt altersgerecht ausdehnen oder einschränken. Hierbei sollten das Ge- fährdungspotenzial und die biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren der persönlichen Entwicklung berücksichtigt werden. Nach Paragraph 19 StGB sollte eine untere Willkürgrenze bei 14 Jahren angesetzt werden. Im EU-Recht wird zwischen Kindern und Jugendlichen unterschieden (Artikel 32 GRC), wobei das „Wohl des Kindes“ sich auf ein Alter bis zu 15 Jahren erstreckt (Artikel 24 I 1 GRC). Die UN-Kinderrechtskonvention sieht eine Altersgrenze von 18 Jahren vor. Auf dem Gebiet führende Juristen vertreten die Position, dass aufgrund der a ­ bhängigkeits- und gesundheitsbezogenen Gefahren des Tabakkonsums eine A ­ ltersgrenze von 21 Jahren angemessen wäre. 302 Rolle von Staat und Familie Nach Art. 6 II GG sind Pflege und Erziehung der Kinder ein „natürliches Recht der Eltern“. Dieses Grundrecht dient dem Wohl des Kindes und legt die Schutzpflicht58 | Ethische Überlegungen und rechtliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im Kindes- und Jugendalter
  • von vornherein in die Hände der Eltern. Der Staat kann dieses Recht lediglich überwachen (Art. 6 II 2 GG). Er darf in die Schutzpflichten jedoch nur eingreifen, wenn die Eltern ihrer Schutzpflicht nicht nachkommen können. In der Wahrneh- mung der „Wächterrolle“ kann der Staat jedoch die Eltern in ihrer Schutzpflicht unterstützen, zum Beispiel durch Aufklärungskampagnen und Entwöhnungsan- gebote für rauchende Familienangehörige. Außerhalb der Familie, insbesondere in der Öffentlichkeit, trifft den Staat eine zusätzliche Schutzpflicht gegenüber Kindern und Jugendlichen, die er in Koope- ration mit den Eltern wahrnimmt. Beim Passivrauchen kann diese Unterstützung zum Beispiel durch öffentliche Rauchverbote, umfassende Werbeverbote sowie Zugangs- und Verkaufsbeschränkungen für Kinder und Jugendliche erfolgen.Grundrechtliche Überlegungen dernd für die Rechtsgüter Leben undzum Passivrauchen körperliche Unversehrtheit der Nichtrau-Die wissenschaftlichen Beweise für die cher einsetzen302. Der Gesetzgeber istVerantwortung des Tabakrauchs für Tod, demnach verpflichtet, mit Gesetzen zurKrankheit und Arbeitsunfähigkeit wur- Tabakprävention einen effektiven Nicht-den bereits 2003 von der internationalen raucherschutz zu gewährleisten, der so-Staatengemeinschaft völkerrechtlich an- wohl der Art als auch dem Ausmaß dererkannt und im Rahmenübereinkommen potenziellen Gesundheitsschädigungder Weltgesundheitsorganisation (WHO) entspricht.zur Eindämmung des Tabakgebrauchs(FCTC, Framework Convention on To­ Tabakkonsum innerhalb der Familiebacco Control) bekräftigt 347. Werden Kinder und Jugendliche imDa Passivrauchen gesundheitliche Schä- häuslichen Umfeld und innerhalb der Fa-den verursacht und das Leben verkürzen milie Tabakrauch ausgesetzt oder wirdkann, sind sowohl das Grundrecht auf in der Familie das Tabakrauchen geför-körperliche Unversehrtheit als auch das dert, so liegt die Schutzpflicht bei denGrundecht auf Leben berührt (siehe Kas- Eltern (Art. 6 II 1 GG). Aufgrund des be-ten, Seite 58). Diese Rechte beginnen sonderen Schutzes der Familie im Grund-bereits im Mutterleib und betreffen auch gesetz (Art. 6 I GG) kann der Staat hiermögliche Fruchtschäden infolge von nur eine „Wächterrolle“ einnehmen (Art.A­ ktiv- und Passivrauchen während der 6 II 2 GG) und verfassungsrechtlich erstSchwangerschaft. Kinder und Jugend­ dann eingreifen, wenn die Eltern ihrerliche sind aufgrund ihrer sich noch aus- Schutzpflicht nicht nachkommen könnenbildenden Persönlichkeit besonders zu und eine Vernachlässigung des Kindesschützen, wobei die Verantwortung pri- droht. Vom Recht auf freie Gestaltungmär bei Eltern und Familie liegt. der Pflege und Erziehung können ElternAufgrund der erheblichen gesundheitli- erst entbunden werden, „wenn die Er-chen Gefährdung von unfreiwillig dem ziehungsberechtigten versagen oderTabakrauch ausgesetzten Nichtrauchern wenn die Kinder aus anderen Gründenund des hohen Stellenwerts der Gesund- zu verwahrlosen drohen“ (Art. 6 III GG).heit innerhalb der Verfassung, trifft den Die Eltern üben die Verantwortung fürGesetzgeber hier eine besondere Schutz- das Kind treuhänderisch aus, da davonund Förderungspflicht, die auch eine ausgegangen wird, dass sie in der RegelR­ isikovorsorge gegen Gesundheitsge- die Interessen des Kindes am bestenfährdungen umfasst 302. Der Staat ist wahrnehmen können. Der Umgang mitnicht nur verpflichtet, die Bevölkerung Tabakprodukten innerhalb der Familievor rechtswidrigen Eingriffen Dritter zu muss deshalb im Kontext der gesamtenbewahren, sondern muss sich auch för- Pflege und Erziehung betrachtet werden Ethische Überlegungen und rechtliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im Kindes- und Jugendalter | 59
  • und stellt nur einen Teilbereich dar. Trotz befinden und deshalb noch nicht in der eindeutiger Belege einer Gesundheits- Lage sind, die abhängigkeits- und ge- gefährdung durch Passivrauchen ent- sundheitsbezogenen Folgen des Tabak- spricht eine grundsätzliche Einstufung konsums richtig einzuschätzen, verletzt regelmäßiger Tabakrauchbelastung des der Tabakkonsum in ihrem Umfeld den Kindes als ganzheitliches „Erziehungs- Schutzbereich des Grundrechts auf Kin- versagen“ oder als „Verwahrlosung“ der- und Jugendschutz. 302 Außerhalb nicht dem gegenwärtigen juristischen des häuslichen Umfelds sind auch die Verständnis. Dies könnte sich jedoch än- Eltern den Einflüssen der Tabakwerbung dern, wenn sich die öffentliche Wahr- und rauchender Mitmenschen ohne nehmung hierzu wandelt. Zur Unterstüt- e ­ ffektive Handhabe ausgeliefert. Sie zung der Eltern in der Erfüllung ihrer können Kinder und Jugendliche nicht Schutzpflichten könnten jedoch von unmittelbar vor den Gefahren des Tabak­ staatlicher Seite Aufklärungskampagnen konsums in der Öffentlichkeit schützen zur Bedeutung einer Unterbindung des und bedürfen deshalb der Unterstüt- Tabakkonsums im Umfeld von Kindern zung durch den Staat. Um den Kinder- und Jugendlichen, insbesondere in Woh- und Jugendschutz effektiv zu fördern nungen und Autos, verbunden mit Ent- und durchzusetzen, ist der Staat deshalb wöhnungsangeboten für rauchende Fa- berechtigt und verpflichtet, den Eltern milienangehörige durchgeführt werden. zur Seite zu stehen und bestehende Schutzlücken zu schließen. 302 Vor die- Tabakkonsum außerhalb der Familie sem Hintergrund ist der Gesetzgeber Kinder und Jugendliche kommen in ih- verpflichtet, Kinder und Jugendliche rem Umfeld regelmäßig mit Tabak in Be- überall dort vor den Gefahren des Pas- rührung. Hierdurch entsteht eine erheb- sivrauchens und des Tabakkonsums zu liche Gefahr für die persönliche schützen, wo die Eltern nicht selbst ein- Entwicklung. Tabakwerbung, der offene greifen können. Es besteht demnach Verkauf von Tabakprodukten und ein eine grundrechtliche Verpflichtung zur rauchendes Umfeld können Kinder und Implementierung von umfassenden Jugendliche zum Tabakkonsum motivie- Nichtraucherschutzgesetzen, Tabakwer- ren und so einer vermeidbaren Gefahr beverboten sowie Zugangs- und Ver- aussetzen. Da Kinder und Jugendliche kaufsbeschränkungen für Kinder und sich jedoch in der Entwicklungsphase Jugendliche.60 | Ethische Überlegungen und rechtliche Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im Kindes- und Jugendalter
  • 6 Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V., BerlinWährend Rauchverbote an Arbeitsplät- tiges Personal und Besucher gleicher-zen durch die Arbeitsstättenverordnung maßen.(ArbStättV) vom 25. August 2004 und Raucherecken: Einige Bundesländer ha-Rauchverbote in öffentlichen Einrich­ ben Ausnahmeregelungen vorgesehen,tun­ en des Bundes, im öffentlichen g nach denen Schulen Raucherzonen imPer­ o­ en­ erkehr und in Bahnhöfen s n v Außenbereich der Schulgelände einrich-des  öf­ ent­­ f lichen Personenverkehrs im ten können (Baden-Württemberg, Sach-Bundesnichtraucherschut zgeset z ­ sen, Sachsen-Anhalt). Die Einrichtung(BNichtrSchG) vom 20. Juli 2007 gere- von Raucherecken unterminiert die Ta-gelt werden, obliegen die meisten öf- bakprävention an Schulen, da Rauchenfentlichen Orte, in denen sich ­ inder K weiterhin als sozial akzeptiertes undund Jugendliche regelmäßig auf­ alten, h nachahmenswertes Verhalten wahrge-den gesetzlichen Bestimmungen der nommen wird.Bundesländer. Mehrfachnutzung von Schulgebäuden:Das Deutsche Kinderhilfswerk hat im In Hessen und Nordrhein-Westfalen be-Jahr 2008 eine Analyse der gesetzlichen stehen Ausnahmeregelungen bei derBestimmungen der Bundesländer zum Mehrfachnutzung von Teilen des Schul-Nichtraucherschutz von Kindern und Ju- geländes im Rahmen von nichtschuli-gendlichen vorgelegt 61. Die Ergebnisse schen oder nichteinrichtungsbezogenenzeigen viele Defizite im Bereich des Veranstaltungen. In Nordrhein-Westfa-Nichtraucherschutzes von Kindern und len gilt das Rauchverbot nur „im Zusam-Jugendlichen auf Bundeslandebene, ei- menhang mit einrichtungsbezogenennige Bundesländer haben große Lücken Veranstaltungen“, sodass unter be-in ihren gesetzlichen Regelungen. Für stimmten Umständen (zum Beispiel beidie Analyse wurden die Bestimmungen Karnevals­ itzungen) auch in der Aula szum Nichtraucherschutz in Schulen, bei oder der Eingangshalle von Schulen ge-Schulveranstaltungen, in Kindertages- raucht werden darf. Da die toxischeneinrichtungen, bei Veranstaltungen von I ­nhaltsstoffe des Tabakrauchs in denKindertageseinrichtungen, in Tagespfle- Räumlichkeiten verbleiben, besteht keingestellen und auf Kinderspielplätzen un- effektiver Nichtraucherschutz von Kin-tersucht. dern und Jugendlichen. Schulische Veranstaltungen außerhalb Schulen des Schulgeländes: In der Hälfte derDerzeit bestehen in allen Bundesländern Bundesländer ist das Rauchen währendauf Landesebene verankerte Rauchver- schulischer Veranstaltungen außerhalbbote, die sowohl Schulgebäude als auch des Schulgeländes, beispielsweise beidas Schulgelände einschließen. Die Ver- Festen, Ausflügen und Klassenfahrten,bote gelten für Schüler, Lehrkräfte, sons- gesetzlich verboten. In den übrigen Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer | 61
  • B ­ undesländern bestehen keine Regelun- werden. In Baden-Württemberg, Bre- gen oder es sind Ausnahmen vom men, Hamburg, Niedersachsen und Rauchverbot möglich. Der Mangel an Rheinland-Pfalz gibt es gar keine Rege- Regelungen unterminiert den effektiven lungen zur Kindertagespflege, da diese Nichtraucherschutz und widerspricht laut Deutschem Kinderhilfswerk entwe- den Prinzipien der Tabakprävention an der vergessen wurden oder dem Ge- Schulen. Rauchen wird so weiterhin als sundheitsschutz der Kinder nicht die Be- sozial akzeptiertes und nachahmenswer- deutung zugemessen wurde, die er tes Verhalten wahrgenommen. verdient. In Niedersachsen wurde die Entscheidung gegen den Nichtraucher- Kindertageseinrichtungen schutz in der Kindertagespflege sogar Gebäude und Gelände: In Gebäuden mit der Befürchtung eines zu starken und auf dem Gelände von Kindertages- Eingreifens in den privaten Bereich ge- einrichtungen darf bundeseinheitlich rechtfertigt. nicht geraucht werden. Dieses Rauch- verbot gilt für Erzieher, sonstiges Perso- Kinderspielplätze nal und Besucher gleichermaßen. In Neben der Tabakrauchbelastung gefähr- Nordrhein-Westfalen gilt das Rauchver- den auch Zigarettenstummel die Ge- bot auf dem Gelände von Kindertages- sundheit von Kindern. Zigarettenstum- einrichtungen jedoch nur im „Zusam- mel sind giftig und können leicht in den menhang mit einrichtungsbezogenen Mund gesteckt oder verschluckt werden. Veranstaltungen“, so dass auch hier un- Orte, an denen Kinder spielen, sollten ter Umständen bei einrichtungsfremden deshalb frei von Zigarettenstummeln Veranstaltungen, wie Festen und Tanz- sein. Explizite landesgesetzliche Bestim- veranstaltungen, geraucht werden darf mungen für ein Rauchverbot an Spiel- – auch wenn Kinder die Einrichtung am plätzen sind jedoch die Ausnahme. Le- nächsten Tag wieder nutzen. diglich in Bayern, Brandenburg und im Veranstaltungen und Feste außerhalb Saarland finden sich Regelungen für ein der Kindertageseinrichtung: Nur in Rauchverbot auf ausgewiesenen öffent- sechs Bundesländern ist das Rauchen lichen Spielplätzen. In Niedersachsen bei Veranstaltungen und Festen außer- wurde die Verantwortung für den Schutz halb der Kindestageseinrichtung, zum der Benutzer öffentlicher Spielplätze den Beispiel bei Ausflügen und Fahrten, ex- Gemeinden als Zielvorgabe zugewiesen plizit verboten (Baden-Württemberg, ohne ein unmittelbares Rauchverbot Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg auszusprechen. In Berlin wurde auf Lan- und dem Saarland). In den übrigen Bun- desebene eine Handlungsempfehlung desländern bestehen hierfür keine ge- zur Durchsetzung von Rauch- und Alko- setzlichen Bestimmungen. holverboten in den öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen (inklusive Kin- Kindertagespflege derspielplätzen) als Rundschreiben Ebenfalls in nur sechs Bundesländern erstellt und den Bezirken zugeteilt. gibt es ein Rauchverbot für Räumlichkei- ten, in denen sich Kinder im Rahmen der Indoor-Spielplätze Kindertagespflege aufhalten (Bayern, Indoor-Spielplätze, die Einrichtungen im Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Sinne des Kinder- und Jugendhilfege- Schleswig-Holstein und Thüringen). In setzes (SGB VIII) sind, werden auch von Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen den Nichtraucherschutzgesetzen erfasst. und im Saarland darf nur dann nicht ge- Für kommerzielle Indoor-Spielplätze raucht werden, wenn Kinder anwesend konnte das Deutsche Kinderhilfswerk in sind, und in Mecklenburg-Vorpommern kaum einem Bundesland eine eindeutige herrscht nur in den Räumen ein Rauch- Regelung feststellen. Hier herrscht also verbot, in denen die Kinder originär be- noch ein erheblicher gesetzlicher Rege- treut werden, in den übrigen Räumen lungsbedarf. wie Bad, Flur oder Küche darf geraucht62 | Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer
  • Fallstudie:Gesundheitsgefährdung von Kindern durch Rauchen auf SpielplätzenWeggeworfene Kippen auf Spielplätzen sind nicht nur ein ästhetisches Problem.Vielmehr stellt Rauchen auf Spielplätzen auch ein gesellschaftliches und ein ge-sundheitliches Problem dar: Rauchende Personen sind ein schlechtes Vorbild fürdie Kinder und die Kinder könnten dem Tabakrauch ausgesetzt sein123. Die größteGefahr liegt aber sicherlich darin, dass kleine Kinder mit herumliegenden Kippenspielen, diese in den Mund nehmen und schlucken können. Daher fordert bei-spielsweise das Deutsche Kinderhilfswerk ein Rauchverbot auf Spielplätzen61,eine Maßnahme, die laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr2007 85 Prozent der deutschen Bevölkerung befürworten würden195. Das Schlu-cken von Zigarettenkippen kann zu einer schwerwiegenden Vergiftung des Kin-des führen, da die aus Celluloseacetat bestehenden Zigarettenfilter bis zu 50 Pro-zent des Teers aus dem Zigarettenrauch enthalten. Somit sammeln sich im Filtertoxische Substanzen aus dem Rauch in hoher Konzentration an114 . Bereits diegeringe Anzahl von einer bis drei verschluckten Zigarettenkippen kann bei Klein-kindern deutliche Symptome einer Vergiftung, wie Übelkeit, Erbrechen undDurchfall, hervorrufen187,278 . Fälle dieser Art sind nicht selten. Der Giftnotruf Ber-lin berichtet beispielsweise für das Jahr 2008 von 921 Fällen, in denen KleinkinderZigaretten, Kippen, Tabak oder Zigarettensud aufnahmen23.In Deutschland liegt die Gesetzgebungskompetenz für rauchfreie Spielplätze inder Hand der Länder und der Kommunen. Im Rahmen der Landesnichtraucher-schutzgesetze legten drei Bundesländer ein Rauchverbot auf Spielplätzen fest:Bayern, Brandenburg und das Saarland. In verschiedenen Städten gibt es auchkommunale Rauchverbote auf Spielplätzen, beispielsweise in Heidelberg, Bottrop,Magdeburg, Köln und Wolfsburg. Andere Städte und Gemeinden verbieten zu-mindest das Wegwerfen von Kippen auf Spielplätzen, beispielsweise Bremerha-ven, Borna in Sachsen oder Heusenstamm in Hessen.Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums untersuchten im Ok-tober 2009 sowie im April 2010 die Wirksamkeit verschiedener Regelungen zumRauchen auf Spielplätzen. In Heidelberg (kommunales Rauchverbot seit Novem-ber 2005), in Würzburg (Rauchverbot gemäß Bayerischem Gesundheitsschutzge-setz seit 1. Januar 2008) und in Mannheim (kein Rauchverbot) wurden im Oktober2009 je 10 zufällig ausgewählte Spielplätze besucht und die dort auf der Spiel-platzfläche sichtbaren Kippen gezählt. Im April 2010 wurden dieselben Spielplät-ze ein weiteres Mal zu diesem Zweck besucht.Im Oktober 2009 wurden in Heidelberg im Durchschnitt 10,4 Kippen pro Spiel-platz aufgefunden, während es in Würzburg 36,3 und in Mannheim 46 Kippen proSpielplatz waren (Abb. 33). Im April 2010 waren die Unterschiede noch deutli-cher: In Heidelberg waren im Durchschnitt 16 Kippen pro Spielplatz zu finden, inWürzburg 54 und in Mannheim 114 Kippen pro Spielplatz. Das kommunale Rauch-verbot in Heidelberg scheint also eine hohe Wirksamkeit zu haben, während inWürzburg trotz bayernweiten Rauchverbots auf Spielplätzen etwa dreimal so vie-le Kippen zu finden waren wie in Heidelberg. Im Oktober 2009 waren auf denWürzburger Spielplätzen sogar fast so viele Kippen pro Spielplatz zu finden wiein Mannheim, wo es kein Rauchverbot auf Spielplätzen gibt.Der Grund für die geringere Wirksamkeit der Rauchverbotsregelung in Würzburgim Vergleich zu Heidelberg liegt darin, dass in Heidelberg an neun der zehn­ esuchten Spielplätze ein gut sichtbares Rauchverbotsschild aufgestellt warb(Abb. 34), ­ ährend in Würzburg keinerlei Beschilderung vorhanden war. Es ist wdavon auszugehen, dass das bayerische Rauchverbot auf Spielplätzen in Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer | 63
  • Würzburg kaum bekannt ist, während in Heidelberg nahezu jeder Spielplatzbesu- cher mit einem Schild auf das Rauchverbot hingewiesen wird. Auch wenn das kommunale Rauchverbot in der Untersuchung die höchste Wirk- samkeit zeigte, ist prinzipiell ein überregionales Gesetz vorzuziehen, um eine flä- chendeckende Regelung zu erzielen. Die Untersuchung belegt aber, dass ein Rauchverbot auf Spielplätzen nur wirksam ist, wenn es durch entsprechende Maßnahmen (wie Beschilderung oder Kampagnen) kommuniziert wird. Die Kom- munen sind also auch bei einem überregionalen Gesetz in der Pflicht, das Rauch- verbot bekannt zu machen und zu kontrollieren. 120 114,0 Oktober 2009 April 2010 Durchschittliche Zahl der Kippen 100 80 pro Spielplatz 60 54,0 46,0 40 36,3Abbildung 33:Zigarettenkippen auf 20 16,0 10,4Spielplätzen in Heidelberg,Würzburg und Mannheim. 0Darstellung: Deutsches Heidelberg Würzburg MannheimKrebsforschungszentrum, kommunales Rauchverbot Rauchverbot gemäß kein Rauchverbot GSG BayernStabsstelle Krebspräven­tion, 2010.Abbildung 34:Rauchverbotsschild aneinem HeidelbergerSpielplatz. Foto: DeutschesKrebsforschungszentrum,Stabsstelle Krebspräven­tion, 2009.64 | Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer
  • Vereinsgaststätten Zusammenfassende Beurtei-Da Vereinsgaststätten oft keine Gaststät- lung der Bundesländertenkonzessionen benötigen, fallen sie invielen Bundesländern nicht unter die Aus der Analyse der gesetzlichen Rege-Nichtraucherschutzgesetze. Dann können lungen in sechs für den Kinder- und Ju-die Vereine selbst entscheiden, ob ge- gendschutz maßgeblichen Bereichenraucht wird oder nicht. Da auch Kinder und ergibt sich ein Ranking der Bundeslän-Jugendliche das Recht haben, zum Bei- der, das von Brandenburg, gefolgt vomspiel nach dem Sport in nichtkommerziel- Saarland angeführt wird (Abb. 35 undlen Vereinsgaststätten zu verkehren, müs- 36). Brandenburg schützt in den sechssen diese auch hier vor den Gefahren des untersuchten Bereichen Kinder vor dem Abbildung 35:Tabakkonsums und des Passivrauchens Passivrauchen, das Saarland in fünf Be- Gesetzliche Bestimmungengeschützt werden. Auch hier werden klare reichen. Bayern, Berlin, Bremen und der Bundesländer zumgesetzliche Vorgaben zum Schutz der Kin- Hamburg gewährleisten einen Nichtrau- Nichtraucherschutz vonder und Jugendlichen benötigt. cherschutz immerhin in vier von sechs Kindern und Jugendlichen Bereichen. An vorletzter Stelle beim gemäß einer Analyse des Freibäder und Freizeitparks Schutz der Kindern und Jugendlichen Deutschen Kinderhilfswer-Nach einer Umfrage des Deutschen Kinder- vor Passivrauchen stehen Hessen, Meck- kes e.V. Quelle: Deutscheshilfswerkes existieren in keinem Bundes- lenburg-Vorpommern, Sachsen und Kinderhilfswerk e.V. 2008 61.land landesgesetzliche Regelungen zu Sachsen-Anhalt. Lediglich in einem der Darstellung: DeutschesRauchverboten auf Sportplätzen, in Frei- sechs Bereiche sind Kinder in Nieder- Krebsforschungszentrum,bädern und Freizeitparks, auch wenn diese sachsen und Nordrhein-Westfalen vor Stabsstelle Krebspräven­ihrer Bestimmung nach auch von Kindern dem Passivrauchen geschützt. tion, 2010.und Jugendlichen genutzt werden. Rauchverbot Mecklenburg-Vorpommern Nordrhein-Westfalen Baden-Württemberg Schleswig-Holstein Sachsen-Anhalt Rheinland-Pfalz Niedersachsen Brandenburg Thüringen Hamburg Saarland Sachsen Bremen Hessen Bayern Berlin … in öffentlichen Schulen sowie Schulen in freier Träger- X X X X X X X X X X X schaft; innerhalb der Gebäude und auf dem Schulgelände; Ausnahmen nicht möglich … auch auf Veranstaltungen und Feste außerhalb X X X X X X X X der ­ chule sowie auf Ausflügen und Klassenfahrten;­ S A ­ usnahmen nicht möglich. … in Kindertageseinrichtungen in öffentlicher sowie X X X X X X X X X X X X X X X freier Trägerschaft; innerhalb der Gebäude und auf dem Gelände; Ausnahmen nicht möglich. … auch auf Veranstaltungen und Festen außerhalb der X X X X X X K ­ indertageseinrichtungen sowie auf Ausflügen und Fahr- ten; Ausnahmen nicht möglich. Räumlichkeiten, in denen sich Kinder im Rahmen einer X X X X X X Tagespflegestelle aufhalten, müssen komplett rauchfrei sein. Landesgesetzliches Rauchverbot auf Kinderspielplätzen X X X im Freien. Punkte 3 4 4 6 4 4 2 2 1 1 3 5 2 2 3 3 Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer | 65
  • Erreichte Punktzahl 6 von 6 5 von 6 4 von 6 3 von 6 2 von 6 1 von 6 Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen-Anhalt Nordrhein-Westfalen Sachsen Thüringen Hessen Rheinland-PfalzAbbildung 36:Ranking der Bundesländer Saarlandin ­ ezug auf den Nichtrau- Bcherschutz von Kindern undJugendlichen gemäß einer BayernAnalyse des DeutschenKinderhilfswerkes e.V. Baden-WürttembergQuelle: Deutsches Kinder-hilfswerk e.V. 2008 61.Darstellung: DeutschesKrebsforschungszentrum,Stabsstelle Krebspräven­tion, 2010. Fazit Die Untersuchung des Deutschen sonstige Maßnahmen zur Verwirkli- Kinderhilfswerkes zeigt deutlich, dass chung eines wirksamen Nichtraucher- die Bundesrepublik Deutschland – und schutzes für Kinder und Jugendliche an dieser Stelle aufgrund ihrer Zustän- einführen und umsetzen. Denn Kinder digkeit für Teilbereiche auch die Bundes­ und Jugendliche müssen immer und länder – ihren Verpflichtungen zum überall vor den Gefahren des Rauchens Nichtraucherschutz für Kinder und Ju- geschützt werden. Das schließt insbe- gendliche nicht nachkommen. Bund und sondere die Gefahren durch Passivrau- Länder sollten daher umgehend effekti- chen und die Vorbildfunktion gegenüber ve Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und Kindern mit ein.66 | Kinder- und Jugendschutz in den gesetzlichen Bestimmungen der Bundesländer
  • 7 HandlungsempfehlungenEs sind vor allem Kinder, die dem Tabak- Kindern ein rauchfreies Zuhause zurauch anderer Menschen schutzlos aus- schaffen. Die hier angeführten Empfeh-geliefert sind. Passivrauchen kann bei lungen stehen im Einklang mit den For-Kindern gesundheitliche Schäden für ihr derungen des Rahmenübereinkommensganzes Leben verursachen. Da Kinder der Weltgesundheitsorganisation (WHO)vor allem zu Hause Tabakrauch einatmen zur Eindämmung des Tabakgebrauchsmüssen, ist es oberstes Ziel, die Woh- (FCTC, Framework Convention on To-nungen rauchfrei zu machen, um Kinder bacco Control) und dessen Umsetzungs-wirksam vor Tabakrauch zu schützen. leitlinien51,347. Die FCTC wurde im MaiDies gelingt am besten durch einen 2003 von den Mitgliedsstaaten der WHORauchstopp der Eltern und der betreuen- einstimmig angenommen. Deutschlandden Personen. Falls dieser jedoch nicht unterzeichnete das Übereinkommengelingen sollte, ist es zumindest notwen- am  24. Oktober 2003 und ratifizierte esdig, jeglichen Tabakrauch aus der Woh- am 16.Dezember 2004. Am 16. März 2005nung zu verbannen. trat es in Deutschland in Kraft. Deutsch-Der Schutz von Kindern vor Passivrau- land verpflichtete sich damit, wie allechen ist eine vordringliche Aufgabe der unterzeichnenden Staaten, die Bevölke-Politik. Im Folgenden werden Ziele und rung über die Gefahren des RauchensMaßnahmen vorgestellt, die, sofern sie und Passivrauchens zu informieren undals Maßnahmenpaket eingesetzt wer- umfassende Maßnahmen zur Eindäm-den, wirksam dazu beitragen können, mung des Tabakgebrauchs zu ergreifen. Handlungsempfehlungen | 67
  • I. Förderung des Rauch­ rauchen ist gerade die Gruppe der ausstiegs von Eltern und e ­ inkommensschwachen Raucher von b ­ etreuenden Personen besonderem Interesse, da in sozioöko- nomisch schwachen Bevölkerungskrei- Da Kinder in erster Linie zu Hause Tabak- sen der Raucheranteil besonders hoch rauch ausgesetzt sind, ist eine der wich- ist 66. Zudem steht häufig auch jungen tigsten Aufgaben zum Schutz von Kin- Menschen verhältnismäßig wenig Geld dern vor Passivrauchen, Eltern und zur Verfügung. Wenn diese von einem betreuende Personen zu einem Rauch- Einstieg ins Rauchen abgehalten werden stopp zu motivieren. Dazu stehen dem können, wird in Zukunft unter jungen Fa- Gesetzgeber verschiedene wirksame Ta- milien die Anzahl der Raucherhaushalte bakkontrollmaßnahmen zur Verfügung. sinken und weniger Kinder werden zu Dazu gehören: Hause Tabakrauch ausgesetzt. Allerdings sollte bei Steuererhöhungen Kontinuierliche Tabaksteuererhöhungen darauf geachtet werden, dass die Rau- Eine der effektivsten Maßnahmen, um cher nicht die Möglichkeit haben, auf bil- Menschen von vornherein vom Rauchen ligere Alternativen auszuweichen. Daher abzuhalten und gleichzeitig Raucher zu müssen der derzeit noch deutlich günsti- einem Rauchstopp zu motivieren, ist gere Tabakfeinschnitt zum Selbstdrehen eine kontinuierliche Erhöhung der Ta- von Zigaretten und als Zigarillos getarn- baksteuer 341,348,349. Sie erreicht in beson- te Zigaretten mit Tabakdeckblatt genau- derem Ausmaß Personen mit geringem so hoch besteuert werden wie Fabrikzi- Einkommen, da diese deutlicher auf garetten. Zudem muss der Schmuggel Preiserhöhungen reagieren, weil sie ins- effektiv unterbunden werden, damit gesamt preisempfindlicher sind43,98,310. nicht billige Schmuggelware als Alterna- Für den Schutz von Kindern vor Passiv- tive zur Verfügung steht. Empfehlungen: Kontinuierliche Erhöhungen der Tabaksteuer sollten als zentraler Baustein eines umfassenden Tabak-Kontrollprogramms genutzt werden. Die weiteren Erhöhungen der Tabaksteuer sollten nach folgendem Modell erfolgen: Deutliche erstmalige Erhöhung, danach kontinuierliche weitere A ­ nhebungen; Anhebung des mengenbezogenen Steuersatzes; jährliche Anpassung der Tabaksteuer an die Einkommensentwicklung und den Verbraucherpreisindex. Die Steuersätze für andere Tabakerzeugnisse wie Feinschnitt, Zigarillos, Zigarren und ähnliches sollten der Tabaksteuer für Zigaretten angepasst werden, um eine Konsumverlagerung auf billigere Alternativen zu verhindern. Der steuer- und zollfreie Versand von Tabakprodukten über das Internet und die Zustellung von Tabakprodukten per Post oder Internet an den End­ verbraucher sollten verboten werden. Weitere Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums, wie die effektive Bekämpfung des Zigarettenschmuggels, sollten die Steuererhöhungen flankieren.68 | Handlungsempfehlungen
  • Tabakwerbeverbote ­Ein umfassendes Werbeverbot kann loser Proben) verboten sein. Denn be-den  Tabakkonsum nachweislich verrin- grenzte Werbeverbote und so genanntegern 247,341,349 und wird ausdrücklich in Selbstbeschränkungsvereinbarungender FCTC gefordert und in den entspre- der Tabakindustrie sind wirkungslos,chenden Umsetzungsleitlinien spezifi- weil die Hersteller ihre Marketingaktivi-ziert 51,347. Dazu muss die Werbung aller- täten auf diejenigen Medien beziehungs-dings in allen Medien, an allen Orten und weise Bereiche verlagern können, in de-in allen Formen (also auch Sponsoring, nen Werbung und Sponsoring weiterhinProduct Placement, Verteilung kosten- erlaubt sind247,304,341. Empfehlung: Einführung eines umfassenden Tabakwerbeverbots, das alle Medien, Ver- kaufsförderung und Sponsoring einschließt.Tabakentwöhnungsprogramme reduzieren den Anteil rauchenderTabakentwöhnungsprogramme können Schwangerer deutlich. Daher musseinen Rauchstopp unterstützen315,341,349. T ­ abakentwöhnung als ein KernelementAm besten wirkt die Kombination einer in die Betreuung von rauchendenmedikamentösen Therapie (zum Beispiel Schwangeren integriert werden. Kurzbe-Nikotinersatzprodukte) mit einer psycho­ ratungen zum Rauchstopp sowie einetherapeutischen Maßnahme79. Weitervermittlung der Schwangeren anBesondere Bedeutung kommt der Unter- Beratungsstellen und Entwöhnungsan-stützung eines Rauchstopps vor oder bieter sollten zur Norm werden. Imwährend einer Schwangerschaft zu, da „ ­ Kölner Appell“ haben Vertreter vondadurch Schwangerschaftsrisiken redu- Verbänden und wissenschaftlichenziert werden und das Risiko des Kindes E ­ inrichtungen aus dem Bereich Frauen-für ein geringes Geburtsgewicht deut- gesundheit und Familie einen Forde-lich sinkt. Ein geringes Geburtsgewicht rungskatalog zusammengefasst, umerhöht die Gefahr weiterer Folgeschä- Rahmenbedingungen zu schaffen, dieden. In der Schwangerschaft durchge- schwangeren Frauen einen Rauchstoppführte Tabakentwöhnungsprogramme erleichtern83. Empfehlungen: Informationen durch den Arzt und andere Mitarbeiter des Gesundheits­ systems zu den Gesundheitsschäden durch Rauchen und Passivrauchen müssen fester Bestandteil der Prävention werden. Informationen durch den Frauenarzt zu den Gesundheitsschäden durch Rauchen und Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft auf den Schwangerschaftsverlauf, die Entwicklung des Fetus und des Kindes müssen fester Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge werden. Hilfestellungen zum Rauchstopp durch Kurzberatungen sowie gegebenenfalls die Weitervermittlung an Beratungsstellen sollten zur Norm werden. Handlungsempfehlungen | 69
  • Warnhinweise Wirkung und um den Spezifizierungen Warnhinweise auf Zigaretten- und Ta- der FCTC-Umsetzungsleitlinien zu ent- bakverpackungen, insbesondere große sprechen, sollten die Warnhinweise graphische Hinweise, die drastisch die 50 Prozent der Vorder- und Rückseite ei- Folgen des Rauchens darstellen, infor- ner Zigarettenpackung einnehmen und mieren die Raucher über die Gefahren auf den oberen Teil der Packung gedruckt des Rauchens und motivieren sie zu ei- werden51. Aussagen und Bildmotive der nem Rauchstopp 63,349. Raucher werden Warnhinweise sollten regelmäßig in kur- mit diesen Warnhinweisen beim Entneh- zen Zeitabständen (zwei bis drei Jahre) men der Zigarette oder des Tabaks täg- ausgetauscht werden63,102. Die Europäi- lich mehrfach konfrontiert. Eine Bot- sche Union hat bereits bildliche Warn- schaft in ist Bildform schneller zu hinweise entwickelt und empfiehlt ihren erfassen und leichter zu verstehen als Mitgliedsstaaten ihre Einführung148. Eini- ein Text und prägt sich besser ins Ge- ge EU-Mitgliedsstaaten haben diese be- dächtnis ein. Die Warnhinweise sollten reits erfolgreich eingeführt. Ergänzend eine emotionale Reaktion auslösen, da kann, dem positiven Beispiel Australiens diese besser im Gedächtnis haftet und folgend, die Einführung einheitlich ge- zum Nachdenken über die gesundheitli- stalteter neutraler Verpackungen in chen Schäden anregt. Für eine optimale A ­ ngriff genommen werden. Empfehlung: Warnhinweise auf Zigarettenpackungen sollten große abschreckende B ­ ildmotive enthalten, die 50 Prozent des oberen Teils der Vorder- und R ­ ückseite einer Packung bedecken. Alle Tabakwaren, nicht nur Zigaretten­ packungen, sollten diese Warnhinweise erhalten. Aufklärung und Informationen angeboten für rauchende Familienange- Die Information der Bevölkerung über hörige unterstützen Eltern bei der Erfül- die Gesundheitsgefahren, die das Rau- lung ihrer Schutzpflichten und reduzieren chen und das Passivrauchen mit sich die soziale Akzeptanz des Rauchens bei bringen, kann – insbesondere im Rah- Kindern und Jugendlichen. Massenme- men eines umfassenden Tabakkontroll- diale Kampagnen können individuelle programms – dazu beitragen, den Rauchverbote in Privatwohnungen för- T ­ abakkonsum zu reduzieren15,25,202,341. dern306 und sie können die Unterstüt- Auf­ lärungskampagnen zur Bedeutung k zung für gesetzliche Rauchverbote erhö- einer Unterbindung des Tabakkonsums hen. Dabei können die Dauer und im Umfeld von Kindern und Jugendli- Intensität der Informationskampagne für chen, insbesondere in Wohnungen und die Effektivität der Maßnahme bedeut- Autos, verbunden mit Entwöhnungs­ sam sein15. Empfehlungen: Regelmäßige Durchführung massenmedialer Informationskampagnen zu den Gesundheitsgefahren, die das Rauchen und das Passivrauchen verursachen. Erarbeitung und Durchführung von Aufklärungsprogrammen, die sich an rauchende Eltern wenden.70 | Handlungsempfehlungen
  • II. Verbannung des Tabak- gen dazu bei, dass Privaträume rauchfreirauchs aus Innenräumen werden246, denn das Bewusstsein unterViele Raucher sind so abhängig vom Rauchern, dass ihr Verhalten anderenRauchen, dass ihnen der Ausstieg sehr Menschen schaden kann, ist oftmals ge-schwer fällt. Aber auch Menschen, die ring ausgeprägt. Massenmediale Aufklä-nicht vom Rauchen loskommen, können rungskampagnen schärfen das Problem-ihren Kindern ein verhältnismäßig rauch- bewusstsein der Raucher und könnenfreies Zuhause bieten, wenn sie konse- möglicherweise auf diesem Weg die Ein-quent ausschließlich außerhalb der richtung rauchfreier Innenräume för-Wohnung rauchen und dabei Fenster dern246.und Türen geschlossen halten, sodass Auch individualisierte Aufklärungsmaß-kein Rauch in die Innenräume eindrin- nahmen, die sich beispielsweise im Rah-gen kann. Zwar ist diese Option nicht op- men ärztlicher Vorsorgeuntersuchungentimal, da zum einen die Raucher bei der direkt an rauchende Eltern wenden, kön-Rückkehr in die Wohnräume gesund- nen dazu beitragen, dass die Kinder we-heitsschädliche Partikel einschleppen niger Tabakrauch ausgesetzt sind246.und sie zum anderen den Kindern das Darüber hinaus reduzieren öffentlicheRauchen als normalen Vorgang vorleben Rauchverbote die soziale Akzeptanz desund damit das Risiko erhöhen, dass die Rauchens und fördern die EinführungKinder als Jugendliche mit dem Rauchen von freiwilligen Rauchverboten zu Hau-anfangen. Trotz dieser Einschränkungen se. Die Leitlinien zur Umsetzung von Ar-kann die Rauchbelastung der Kinder tikel 8 der FCTC spezifizieren, welchedeutlich reduziert werden, sofern diese Maßnahmen von staatlicher Seite durch-Verhaltensregeln strikt eingehalten wer- geführt werden können, um die Öffent-den246. lichkeit vor den Gefahren des Tabakkon-Auch Maßnahmen, die den Anteil der sums zu schützen51.Raucher in der Bevölkerung senken, tra- Empfehlungen: Regelmäßige Durchführung massenmedialer Informationskampagnen zu den Gesundheitsgefahren durch Passivrauchen. Erarbeitung und Durchführung von Aufklärungsprogrammen, die sich an rauchende Eltern wenden. Einführung öffentlicher Rauchverbote für von Kindern genutzte Einrichtungen.III. Verbannung des Tabak- Raucher schärfen und zu individuellenrauchs aus Privatfahrzeugen Rauchverboten motivieren246.In Autos ist die Belastung durch Tabak- Selbst eine gesetzliche Regelung, dierauch besonders hoch, da der verrauch- das Rauchen in Autos – möglicherweisete Raum sehr klein ist. Kinder können nur in Anwesenheit von Kindern undsich im Auto dem Rauch nicht entziehen. Schwangeren – verbietet, ist denkbar.Auch wenn nur rund ein Drittel der Rau- Derartige gesetzliche Regelungen be­cher im Auto eine Zigarette anzündet, stehen bereits in einzelnen Staaten inunterschätzen viele Raucher die Gesund- Australien, den USA und Kanada246. Inheitsgefahr durch Passivrauchen im Deutschland ist die Zustimmung zu ­ iner eAuto. Informationskampagnen über die- solchen gesetzlichen Regelung hochse Gefahr können das Bewusstsein der (siehe Kap. 2.4, Seite 28). Handlungsempfehlungen | 71
  • Empfehlungen: Erarbeitung und Durchführung von Aufklärungsprogrammen zu den Gesundheitsgefahren durch Passivrauchen im Auto. Erarbeitung einer gesetzlichen Regelung zu einem Rauchverbot im Auto mindestens in Anwesenheit von Schwangeren und Kindern. IV. Verbannung des Tabak- von Kindern und Jugendlichen genutzte rauchs aus von Kindern Einrichtungen wie Indoor-Spielplätze g ­ enutzten Einrichtungen und Freizeiteinrichtungen von den Lan- Die deutschen Landesnichtraucher- desnichtraucherschutzgesetzen nur un- schutzgesetze gewähren in öffentlichen zureichend erfasst 61. Einrichtungen grundsätzlich einen Schutz Auf Spielplätzen ist die Belastung der vor Tabakrauch. Allerdings gibt es zahl- Kinder durch Passivrauchen geringer, da reiche Ausnahmeregelungen und auch sich der Tabakrauch im Freien schneller einige Gesetzeslücken, aufgrund derer und auf einem großen Raum verteilen Kinder nicht überall und in allen Situatio- kann. Allerdings stellen herumliegende nen vor Tabakrauch geschützt sind. So Zigarettenkippen insbesondere für sind Kindertagesstätten zwar grundsätz- Kleinkinder eine Gesundheitsgefahr da, lich rauchfrei, für Ausflüge und Veran- da sie, wenn sie verschluckt werden, staltungen der Einrichtungen außerhalb deutliche Vergiftungserscheinungen des Geländes bestehen in den meisten ver­ rsachen. Auf den deutschen Kinder- u Bundesländern keine Regelungen. Für spielplätzen liegen zum Teil große Men- Räume der Kindertagespflege bestehen gen Zigarettenkippen auf dem Boden nur in sechs Bundesländern umfassende oder im Sand (siehe Kapitel 6, Seite 63). Rauchverbote, in manchen Bundeslän- Daher ist es notwendig, auch Spielplätze dern gibt es eingeschränkte Rauchverbo- rauchfrei zu machen. In Deutschland ha- te und fünf Bundesländer verfügen über ben aber bislang nur drei Bundesländer gar keinen Nichtraucherschutz in diesen gesetzliche Regelungen für rauchfreie Räumen. Teilweise werden auch andere, Spielplätze erlassen. Empfehlungen: Die bestehenden Landesnichtraucherschutzgesetze müssen dahingehend ergänzt werden, dass klare Regelungen bestehen, die das Rauchen in allen von Kindern genutzten Einrichtungen umfassend und ohne Ausnahmen verbieten. Einführung eines gesetzlichen Rauchverbots auf Spielplätzen. Verantwortung der Kommunen hinsichtlich Beschilderung und Kontrolle.72 | Handlungsempfehlungen
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  • Autorenverzeichnis Autorinnen und Autoren In Zusammenarbeit mit (in alphabetischer Reihenfolge) Uwe Kamp Dipl. Vw. Florian Gleich Deutsches Kinderhilfswerk e.V. Deutsches Krebsforschungszentrum Berlin Heidelberg E-Mail: kamp@dkhw.de E-Mail: f.gleich@dkfz.de Prof. Dr. Berthold Koletzko Dipl. Biol. Sarah Kahnert Stiftung Kindergesundheit Deutsches Krebsforschungszentrum München Heidelberg E-Mail: E-Mail: s.kahnert@dkfz.de berthold.koletzko@med.uni-muenchen.de Ute Mons, M.A. Prof. Dr. Dr. Heinz Walter Thielmann Deutsches Krebsforschungszentrum Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg Heidelberg E-Mail: u.mons@dkfz.de E-mail: h-w.thielmann@dkfz.de Dr. Martina Pötschke-Langer Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg Mitarbeit bei der Manuskripterstellung E-Mail: m.poetschke-langer@dkfz.de Kevin Kuck Dr. Katrin Schaller Deutsches Krebsforschungszentrum Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg Heidelberg E-Mail: k.kuck@dkfz.de E-Mail: k.schaller@dkfz.de Nick K. Schneider Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg E-Mail: nick.schneider@dkfz.de88 | Autorenverzeichnis
  • Bisher in der Roten Reihe erschienen:Band 1: Die Rauchersprechstunde – Beratungskonzepte für Gesundheitsberufe (2000)Sonderband: Gesundheit fördern – Tabakkonsum verringern: Handlungsempfehlungen für eine wirksame Tabakkontrollpolitik in Deutschland (2002)Band 2: Passivrauchende Kinder in Deutschland – Frühe Schädigungen für ein ganzes Leben (2003)Band 3: Die Tabakindustriedokumente I: Chemische Veränderungen an Zigaretten und Tabakabhängigkeit (2005)Band 4: Dem Tabakkonsum Einhalt gebieten – Ärzte in Prävention und Therapie der Tabakabhängigkeit (2005)Band 5: Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko (2005)Band 6: Rauchlose Tabakprodukte: Jede Form von Tabak ist gesundheitsschädlich (2006)Sonderband: Rauchfrei 2006 (2006)Sonderband: Smokefree 2006 – The Campaign at a Glance (2006)Band 7: Erhöhtes Gesundheitsrisiko für Beschäftigte in der Gastronomie durch Passivrauchen am Arbeitsplatz (2007)Band 8: Rauchende Kinder und Jugendliche in Deutschland – leichter Einstieg, schwerer Ausstieg (2008)Band 9: Frauen und Rauchen in Deutschland (2008)Band 10: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Kombinierte Warnhinweise aus Bild und Text auf Tabakprodukten (2009)Band 11: Umweltrisiko Tabak – von der Pflanze zur Kippe (2009)Band 12: Illegaler Zigarettenhandel und seine wirksame Bekämpfung zum Gesund- heitsschutz der Bevölkerung (2010)Band 13: Rauchen und Mundgesundheit. Erkrankungen des Zahn-, Mund- und Kieferbereiches und Interventionsstrategien für Zahnärzte (2010)Alle Publikationen sind im Internet abrufbar unter: www.tabakkontrolle.de.