Diplomarbeit Lars Ophüls - Kurzversion

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Diplomarbeit Lars Ophüls - Kurzversion

  1. 1. Das Zwitschern im BlätterwaldDer Einsatz von Facebook und Twitter in Online-Redaktionen<br />Ergebnisse der Diplomarbeit am Institut für Journalistik, TU Dortmund, im Wintersemester 2010/11<br />Lars Ophüls<br />lars.ophuels@tu-dortmund.de<br />http://www.facebook.com/lars.ophuelshttp://twitter.com/oplars<br />
  2. 2. Informationen zur Untersuchung<br />Ziele: Feststellung des Status Quo bei Online-Marktführern und Social-Media-Trendsettern, Einblick in Handlungsroutinen, Abgleich von theoretischen Modellen des partizipativen Journalismus mit der Realität.<br />Methode: Qualitative Interviews mit den für Social-Media-Arbeit verantwortlichen Redakteuren oder Redaktionsleitern ausgewählter deutscher Online-Redaktionen.<br />Ergänzende Strukturanalyse des Facebook- und Twitter-Auftritts von derWesten.<br />
  3. 3. Organisation<br />Arbeitsalltag: Social Media haben in allen Redaktionen einen festen Platz im Arbeitsablauf.<br />Aufgabenprofil: Teilweise gibt es schon die fest eingerichtete Position eines Social Media-Redakteurs, dem sich ein ganz spezifisches Arbeitsprofil zuordnen lässt. Zum Teil existiert diese Position zwar nicht offiziell, aber de facto. <br />Motivation: Die Hauptmotivation für die Arbeit mit sozialen Netzwerken ist es, die Aufmerksamkeit der Nutzer auf die eigene Webseite zu lenken. Positive Erfahrungen aus dem Dialog mit Nutzern Erfahrung ist die zweite wichtige Triebfeder.<br />
  4. 4. Inhalte<br />Nachrichtenfaktoren: Emotionale Nähe und Potenzial für kontroverse Diskussionen sind die stärksten Faktoren in der Nachrichtenauswahl. Bei regionalen Medien kommt noch die geographische Nähe hinzu.<br />Themen: Service- oder Lifestyle-Themen werden weniger angenommen als harte, politische Artikel.<br />Strukturanalyse: Im zufällig gewählten Beobachtungszeitraum dominierten bei derWesten auf Twitter regionale Themen, Bundespolitik und Sport, auf Facebook waren Vermischtes und Sport vergleichsweise häufiger zu finden.<br />
  5. 5. Transparenz<br />Umstritten: Ob Social Media dazu geeignet sind, den Nutzern redaktionelle Prozesse transparent zu machen, und ob dies überhaupt wünschenswert ist, war in der Befragung umstritten.<br />Motivation: Wenn Transparenz befördernde Mittel eingesetzt werden, sollen diese durch emotionale Nähe ein Vertrauensverhältnis zum Nutzer aufbauen.<br />Begrenzungen: Transparenz findet, wenn überhaupt, nur oberflächlich statt. Die meisten redaktionellen Prozesse wie Themenfindung oder Recherche bleiben davon unberührt.<br />Bedenken: Für einige Befragte passen die meisten Formen der Transparenz nicht zum Anspruch der Redaktion und würden vom Nutzer auch nicht erwartet<br />
  6. 6. Beispiele für Transparenz<br />Unterhaltendes aus dem Redaktionsalltag<br />Vorstellung von Mitarbeitern<br />Einblick in Redaktionskonferenzen oder Produktionsabläufe<br />Kennzeichnung von Statusmeldungen mit Kürzel<br />Abstimmung unter Twitter-Nutzern, ob ein Thema behandelt werden sollte<br />Einladung zu Follower-Abenden<br />
  7. 7. Interaktivität<br />Einsatz: Partizipative Elemente werden eher in Einzelfällen eingesetzt. <br />Inhalte: Wenn zu Partizipation aufgefordert wird, zielt diese oft auf Fotos oder kurze Informationsschnipsel zu aktuellen Entwicklungen ab, besonders wenn Nutzer von Ereignissen selbst betroffen sind. <br />Nutzer: In einigen Fällen geht die Initiative zur Partizipation vom Publikum aus. Social Media senken offenbar die Hemmschwelle, eigene Inhalte anzubieten.<br />Tiefe: Tiefergehende Nutzerpartizipation findet sich selten, ebenso fehlen weitestgehend die systematisierte Einbindung in die redaktionelle Arbeit wie im Process Journalism (Jeff Jarvis) oder Gatewatcher-Modell (Axel Bruns) angedacht.<br />
  8. 8. Beispiele für Interaktivität<br />Social Media als Kontroll- und Korrekturinstanz<br />Informationen zu aktuellen Naturereignissen oder Verkehrsstörungen von den Nutzern<br />Einbinden der „schönsten“ Tweets und Kommentare zu einer Großveranstaltung auch in der Print-Ausgabe<br />Sammeln von Themenvorschlägen für regelmäßige Internet-Rubrik<br />Aufruf zu Fußball-Spielberichten in 140 Zeichen<br />Sammeln von Argumenten für ein Pro und Contra<br />
  9. 9. Ausblick (1)<br />Twitter oder Facebook? Nach aktuellem Stand schätzt die Mehrheit der Befragten das Potenzial von Facebook, künftig eine wichtigere Rolle in der journalistischen Anwendung zu spielen, höher ein als die von Twitter.<br />Argumente pro Facebook<br />Argumente pro Twitter<br />Größere Grundgesamtheit der Nutzer<br />Leichterer Zugang auch für weniger internetaffine Zielgruppen<br />Integrationsfunktion für eine Vielzahl von Diensten und Anwendungsmöglichkeiten wie Fotos, Veranstaltungen und Drittanwendungen<br />Unmittelbarere, schnellere Interaktion <br />Schnellere Aggregation von Nachrichten<br />Kleinere, dafür stärker partizipierende Nutzerschaft<br />Weniger Datenschutzbedenken als bei Facebook<br />
  10. 10. Ausblick (2)<br />Plattform: Die Bedeutung anderer Plattformen wie StudiVZ oder Xing für den Journalismus ist nach Ansicht der Befragten gering oder abnehmend.<br />Zukunft: In den Redaktionen herrscht auf Social Media bezogener Optimismus und Innovationsbereitschaft. Ein stärkerer Einfluss von Social Media, in welcher Form auch immer, gilt den Befragten als sicher.<br />Potenzial: Künftig wird eine noch stärkere Einbindung von Lokalisierungsmöglichkeiten der Social Media-Arbeit erwartet.<br />
  11. 11. Handlungsempfehlungen<br />1. Konzeptionell handeln<br /> Der Auftritt auf sozialen Netzwerken sollte durchdacht und in sich schlüssig sein. Dem Nutzer sollte klar sein, wer hinter dem Auftritt steht und über welche Themen er informiert wird. Es sollte deutlich werden, ob und in welchem Maße Transparenz und partizipative Elemente Teil des Auftritts sein sollen. Ein explizites Konzept kann dazu hilfreich sein.<br />2. Sich an die sozialen Umgangsformen des Netzwerkes anpassen <br /> In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter herrschen eigene, implizite Spielregeln. In der Befragung arbeiteten die Redaktionen am erfolgreichsten, die sich an diese Bedingungen angepasst haben und sie für journalistische Zwecke nutzen.<br />3. Den Nutzern Vertrauen entgegenbringen<br /> Anregungen und Wünsche der Nutzer zum Social Media-Auftritt sollten eingefordert und berücksichtigt werden. Erst dadurch wird eine produktive Kommunikation und Zusammenarbeit möglich. Auch Transparenz ist eine Form von Vertrauen in die Nutzer. Wenn Nutzern die Chance geboten wird, an Inhalten partizipativ mitzuwirken, sollten diese Angebote ernst genommen werden. Erfolgreiche Zusammenarbeit mit bestimmten Nutzern sollte institutionalisiert werden. <br />4. Routinen der Selbstkontrolle entwickeln<br /> In den Redaktionen gibt es meist noch keine ausgeprägten Mechanismen der Selbstkontrolle für Social Media. Wenn die Konzepte schlüssig greifen sollen, ist dafür eine funktionierende Reflexionskultur unerlässlich.<br />
  12. 12. Vielen Dank für Ihre Mithilfe!<br />An der Untersuchung beteiligte Redaktionen:<br />

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