Crowdsourcing -das_outsourcing_der_zukunft

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Kommunikationsstrategie im Social Web, Seminararbeit am 27.02.2011

Kommunikationsstrategie im Social Web, Seminararbeit am 27.02.2011

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  • 1. 41275-483870<br />FACHBEREICH KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFT<br />Pro-Seminar: Kommunikationsstrategien im Social Web<br />LV-Leiter: Mag. David Röthler<br />Wintersemester 2010<br />Seminararbeit<br />Arbeitstitel:<br />Crowdsourcing – das Outsourcing der Zukunft<br />Benjamin Kaindl – Matrikelnummer 0922108Mario Kogler – Matrikelnummer 0822365<br />Plaikhofweg 29Staudenweg 79<br />5440 Golling5204 Strasswalchen<br />E-Mail: bensch.kaindl@cablelink.atmkogler1@gmail.com<br />Abgabedatum, 27.02.2011<br />Gliederung<br />Einleitung<br />Begriffsdefinitionen<br />Crowdsourcing<br />Crowdsourcing Plattformen<br />Forschung & Entwicklung <br />Marketing, Design und Ideen-Plattformen<br />Kollektive Intelligenz und Prognose-Plattformen<br />Innovative Service-Möglichkeiten<br />Creative Co-Creation<br />Unternehmens-Initiativen<br />Peer Production & P2P<br />Öffentliches Crowdsourcing – Public Crowdsourcing <br />Fazit<br />Quellen- und Literaturverzeichnis<br />Einleitung<br />30435552861310Das Outsourcing, ein bekanntes Handlungsschema im Wirtschaftswesen bekommt im 21. Jahrhundert Konkurrenz. Das Crowdsourcing hat sich zum neuen Outsourcing der Zukunft entwickelt. Möglich macht’s das Internet mit seinen Web 2.0 Ausprägungen. Der Unterschied zum Outsourcing ist, dass beim Crowdsourcing das zu lösende Problem oder die zu lösende Aufgabe an die Öffentlichkeit im Internet ausgegeben wird und nicht nur, wie beim Outsourcing, an eine Organisation (vgl. Brabham 2008: 75-90). Jetzt meinen sicherlich viele, diese Methode ähnelt sehr dem “Open-Source-Grundsatz“. Nein! Denn beim Crowdsourcing wird die Aufgabe von einem bestimmten Auftraggeber initiiert, und nicht von Personen der Öffentlichkeit, welche beim “Open-Source-Grundsatz“ den Auftrag geben (vgl. ebd.:75–90). Genau dieser Crowdsourcing Grundsatz ist sehr interessant und hat viele Anwendungsgebiete, wie z.B. in der Forschung und Entwicklung, Marketing und Design oder auch innovative Service Möglichkeiten, um nur ein paar zu nennen. Wie man erkennt, ist man im Internet somit sehr variabel, was die Aufgabenstellungen und Anwendungsgebiete betrifft. Darum entschieden wir uns eine Arbeit mit dem Titel<br />Crowdsourcing – DAS Outsourcing der Zukunft?!<br />über Crowdsourcing in Wirtschaftsunternehmen zu schreiben. Ziel dieser Seminararbeit ist es einen allgemeinen Überblick über das Thema Crowdsourcing zu geben. Es werden auch Begriffsdefinitionen zum Crowdsourcing durchgeführt werden. Des Weiteren sollten Paradebeispiele für die Anwendungsgebiete angeführt und erklärt werden. <br />Der Markt für Crowdsourcing-Modelle und –angebote ist riesig und wir [in Deutschland, d. Verf.] haben noch gar nicht richtig gemerkt, was hier abgeht und müssen aufpassen hier nicht einen der nächsten Trends nachhaltig zu verpassen. (vgl. Schneider 2010: o.S.) Man sieht, die gesellschaftliche Relevanz ist mehr als vorhanden und das Interesse steigt. Abschließend wird ein Ausblick über das Crowdsourcing und deren Zukunft gegeben werden.<br />Begriffsdefinitionen<br />4224655114935<br />Crowdsourcing Definition:<br />„Crowdsourcing is the act of taking a job traditionally performed by a designated agent (usually an employee) and outsourcing it to an undefined, generally large group of people in the form of an open call.“ (Howe 2006: o.S.)<br />Jeff Howe – Crowdsourcing – YouTube.com<br />http://www.youtube.com/watch?v=F0-UtNg3ots<br />deutsche Definition:<br />4369435280035Unter Crowdsourcing versteht man das Involvieren von einer Gruppe von Internetnutzern außerhalb der Strukturen des Unternehmens in einem vorher klar definierten Rahmen (Software, Zeitraum, Teilnahmebedingungen, Incentivierung) zur Generierung unterschiedlichster Mehrwerte für einen Auftraggeber (Unternehmen, Dienstleister, Webplattform, Einzelperson). (Roskos 2011: o.S.)<br />Um die Zusammenarbeit der Nutzer im Internet zu ermöglichen, kommen beim Crowdsourcing vielfältige Mechanismen des Web 2.0 zum Einsatz. Kommentare, Wertungsmechanismen, Weiterempfehlungen und Verschlagwortungen sind sehr wichtig um miteinander zu kommunizieren beziehungsweise zu interagieren. (vgl. Roskos 2010: o.S.) Crowdsourcing ist somit ein Prozess, der auf eigenen Plattformen, aber auch unter der Nutzung diverser schon vorhandener Web-Plattformen stattfindet. Grundlage dafür ist die Nutzung des Internet, um den Teilnehmern eine orts- und zeitunabhängige Interaktion zu gewähren. (vgl. Roskos 2010: o.S.)<br />3176905389890<br />Das Crowdsourcing ist ein relativ junger Baustein, der Begriff wurde erst im Jahre 2006 initiiert, der virtuellen Wertschöpfungskette und legt Wert auf die Kraft der Vielen – die Kraft, die Kreativität und die Vielfalt der Personen im Internet und ihre Ideen, beruflichen Qualifikationen, kulturellen Backgrounds, und Erfahrungen sowie ihr Können. (vgl. Roskos 2010: o.S.)<br />„Jeder kann sich beim Crowdsourcing als wertvoller Bestandteil der Crowdsourcing-Community mit einbringen.“ (Roskos 2010: o.S.) Mit eigenen Ideen oder als Kritiker, der seine Meinung in Form von Bewertungen und Kommentaren in konstruktiver Form einbringt. Oft sind es gerade die sogenannten Amateure, die aber häufig über ein tiefes Fachwissen verfügen, sowie “Querdenker”, aus ganz fremden Disziplinen, oder diejenigen, die neue Sichtweisen, Ideen und vorwärtstreibende Denkanstöße einbringen. Die Summe der Ideen, Erfahrungen und Meinungen führt zu neuen Ergebnissen und Mehrwerten, wie sie bisher ohne das Internet nicht möglich waren. (vgl. Roskos 2010: o.S.)<br />-23495174625<br />Hier ein Paradebeispiel für die Einbringung der eigenen Meinung, die Bewertung von YouTube-Videos. Man kann die Videos auch mit dem Button „Einbetten“ auf andere oder auch auf die eigene Plattform wie Homepages, Blogs oder Foren einbinden und somit für andere und gleichgesinnte zugänglich machen.<br />Crowdsourcing Plattformen<br />Forschung & Entwicklung<br />209105533020„InnoCentive.com [Herv. d. Verf.] ist ein weltweit tätiges Unternehmen, das Organisationen aus Wirtschaft, öffentlichem Dienst und Non-Profit-Sektor schnellen Zugang zu Innovationen verschafft. InnoCentive nutzt Social Media und Internet, um drängende Problemstellungen einem weltweiten Expertennetzwerk zugängig zu machen. InnoCentive ist außerdem Gründer der ersten globalen Plattform für Open Innovation. Dort können Organisationen oder so genannte Aufgabensteller ihre komplexen Probleme einstellen und das externe Wissen der so genannten Problemlöser nutzen. Die Open Innovation Community umfasst aktuell 200.000 Forscher, Ingenieure und Produktdesigner aus 200 Ländern. Darüber hinaus verfügt InnoCentive über die Möglichkeit, Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter von Unternehmen anzusprechen. Da InnoCentive mit Partnern wie SAP und Nature kooperiert, erreichen die Fragestellungen weltweit rund 4 Millionen potenzielle Problemlöser. Rund 50 Prozent aller erfolgskritischen Aufgaben aus Unternehmen werden über die Ideenplattform von InnoCentive gelöst.<br />Aufgrund der gemeinsamen internationalen Basis der Europäischen Union sind europäische Unternehmen geradezu prädestiniert dafür, über Open Innovation externes Wissen zu nutzen. Die weltweite Wirtschaftskrise hat diesen Trend verstärkt, da Unternehmen gezwungen sind, ihre Innovationsmethoden zu überdenken und neue Wege in der Forschung und Entwicklung zu beschreiten.<br />Speziell für diesen Markt hat InnoCentive ein neues Produkt entwickelt. InnoCentive@Work ist eine interne Social Media Plattform, die verschiedene Standorte oder Partner eines Unternehmens bei der internationalen Zusammenarbeit unterstützt. Diese Web-basierte Community ermöglicht Mitarbeitern alle unternehmensinternen Lösungsvorschläge und Ideen für eine Problemstellung zu sehen und gemeinsam daran zu arbeiten. Auf diese Weise bringen InnoCentive Wissenssilos im Unternehmen zusammen. Kombiniert mit dem Zugang zu InnoCentives Ideenplattform steht Unternehmen, die im Wettbewerb auf bahnbrechende Innovationen angewiesen sind, eine effiziente Lösung für Open Innovation zur Verfügung.“ (o.V. 2010: o.S.)<br />Marketing, Design und Ideen-Plattformen<br />269303550800Redesignme.com ist ein sogenannter „Meeting-Place“ für Firmen und Kreative. Da Firmen immer wieder neue, innovative Ideen für Vepackungsdesigns, ihr Corporate Design oder Produktdesigns benötigen, finden sie an diesem Online-Meeting-Place ab Hilfe. Sie stehen durch diese Online-Plattform zu weltweit 5.600 Mitglieder in Kontakt und können ihre Problemstellungen oder Aufgabenstellungen in Form von sogenannten, zeitlich begrenzten, Challenges an die Community abtreten. Die Community welche aus Studenten, kreativen Konsumenten und Designern besteht gibt ihre „Redesigns“ in Form von Ideen, Konzepten oder gar fix-fertig designten Produkte der Firma preis. Die hingegen gibt noch einmal Feedback zum upgeloadeten Redesign, damit die Mitglieder ihre Redesigns verbessern können. Nach einer gewissen Zeitspanne schließt sich das Zeitfenster der Challenge und die Firma wählt einen Gewinner aus. Jener erhält für seinen Aufwand entsprechend einen Gewinn in Form von RDM. RDM’s sind Credits welche im vorhandenen Online-Shop für MP3 Player, Apple iPads oder auch Amazon-Gutscheine eingelöst werden können. (vgl. Redesignme.com 2007: Videoquelle)<br />Redesignme.com-Video – Vimeo.com<br />http://vimeo.com/14477725<br />825548260<br />Kollektive Intelligenz und Prognose-Plattformen<br />3951605218440<br />Um bessere Ergebnisse in der Google-Bild-Suche zu bewerkstelligen, kann man Google mit dem Google Image Labeler unterstützen. Die Sache funktioniert in Form eines Spiels mit einem zufällig zugewiesenen Spieler. Beim Spiel bekommt man 2 Minuten lange Bilder angezeigt. Man assoziiert mit dem Bild verschiedene Schlagwörter, die man dann dem Bild zuweist. Hat der Gegner dem Bild das gleiche Schlagwort zugewiesen, erhält man dafür Punkte. Die breite Masse beziehungsweise die Community wird ans Taggen der Bilder herangezogen und somit kann man in kürzester Zeit 800 Millionen Bilder mit Tags beziehungsweise Schlagwörtern versehen. Google nutzt hierbei eben nicht eigene Mitarbeiter sondern die Crowd im Internet. (vgl. Klätzke 2008: o.S.)<br />-80645170180<br />Google Image Labeler baut auf das Schema vom ESP-Game auf – Google hat sich nämlich die Lizenzen für dieses Spiel gesichert und es nun selbst für eigene Ansprüche verwenden zu können. (von Ahn 2006: o.S.)<br />5270534925<br />Innovative Service Möglichkeiten<br />24911058890Die Plattform Mechanical Turk ging im November 2005 im Netz online. Kunden können via Mechanical Turk einfachste Arbeitsaufgaben an die Community auslagern. Bei diesem Konzept will man Aufgaben outsourcen, die von einer Software nicht oder nur schlecht erledigt werden können und für die man keine Praktikanten oder andere Billiglohnkräfte engagieren will. Mechanical Turk ist die perfekte Plattform um einfachste Arbeiten, die am Computer erledigt werden können, im Niedriglohnsektor abarbeiten zu lassen. Aufgaben wie Bilderkennungsaufgaben, das Zuordnen von Texten, einfache Übersetzungs- und Korrekturaufgaben, Stimmerkennungsaufträge und ähnliches sein. Leider funktioniert dieser Service beziehungsweise die Auszahlung der erbrachten Leistung nicht in Europa. Ein amerikanisches Bankkonto ist von Nöten. Ein anderer Lösungsweg ist, sich die Gutschrift auf das eigene Amazon-Konto gutschreiben zu lassen. Die Gutschrift wird leider nicht auf amazon.de sondern auf amazon.com angezeigt, deshalb muss man die Ware über die amerikanische Plattform bestellen, um die Gutschrift einlösen zu können. Dieser Weg ist extrem umständlich und wird die meisten deutschen potentiellen Interessenten abschrecken. <br />Insgesamt ist Mechanical Turk super einfach und unkompliziert zu nutzen. Die Hürden sind niedrig und die Arbeiten für jeden zu erledigen, der es geschafft hat ins Internet zu gelangen. (vgl. Roskos 2008: o.S.)<br />2421255190500<br />Die Entlohnung ist niedrig. Die Arbeiten werden in „Hits“ (Human Intelligence Tasks) unterteilt, in kleinste Teilaufgaben. Für jeden Hit gibt es eine vorgegebene Summe. Mal ist das 1 Cent, mal 5 Cent oder bei größeren Hits auch mal 5 Dollar. Mechanical Turk funktioniert und wird schon seit zweieinhalb Jahren genutzt. Mechanical Turk ist ein kräftiger Beweis dafür, wie effektiv man mit Crowdsourcing Mehrwerte schaffen lassen kann. Noch dazu ist es bestes Beispiel dafür, wie man mit Crowdsourcing ein funktionierendes Geschäftsmodell aufbauen kann. (vgl. Roskos 2008: o.S.)<br />3.5. Creative Co-Creation<br />Deregulierung und Wachstumsmärkte fordern eine neue Form der Regulierung. Die Konvergenz von Technologie und Industrie und die mittlerweile überall mögliche Konnektivität haben viele Facetten der Geschäftswelt grundlegend geändert und treiben diese Entwicklung stetig weiter. Diese Faktoren haben die Natur der Verbraucher geändert. Heute sind Verbraucher vernetzt, informiert, aktiv und global. Diese Faktoren haben auch die Natur der Firmen geändert. Heute können Unternehmen ihre Wertkette in Weisen zersplittern, die vorher nicht möglich waren. Sowohl der physische als auch der nicht physische Teil der Unternehmen (Geschäfts- und Managementprozesse) können aufgespalten werden. Diese Tendenzen ermöglichen eine neue Form der Wertschaffung: Co-Creation. Der Wert wird nicht im Unternehmen geschaffen und dann mit dem Kunden ausgetauscht, sondern der Wert wird durch das Unternehmen und den Kunden Co-geschaffen. Der Wert wird also gemeinsam vom Unternehmen und vom Verbraucher geschaffen. Im traditionellen System, in dem Unternehmen die Produkte und Dienstleistungen beschließen, die sie herstellen, beschließen sie mittels Implikation, was dem Kunden von Wert ist. In diesem System haben Verbraucher eine kleine oder gar keine Rolle in der Wertschaffung. Innerhalb der letzten zwei Dekaden haben Manager Wege gefunden, einen Teil der Arbeit zu aufzuteilen und an Kunden weiterzuleiten. Sei es Self-Checkout, die Miteinbeziehung von einem Teil der Kunden zur Produktentwicklung oder eine Reihe von Varianten dazwischen. Co-Creation geht somit weit über bloße Kundenorientierung hinaus und bezieht diese als seriöse und sehr wichtige Ideenlieferanten mit ein. Durch diese gemeinsame Schaffung von Produkten, bewegen wir uns laut Prahalad eindeutig weg von einer produktzentrierten Sichtweise – hin zu einer erfahrungszentrierten Sichtweise – zu einer Co-Creation des Wertes. Hochwertige Interaktionen, die einem einzelnen Kunden ermöglichen, persönliche Erfahrungen mit dem Unternehmen Co – zu schaffen. Das ist der Schlüssel zu neuen Quellen des Wettbewerbsvorteils. (vgl. Prahalad, C.K./ Ramaswamy, Venkat, 2004).<br />Ursprung von Co-Creation:<br />In den neunziger Jahren veröffentlichten Prahalad und Co-Guru Gery Hamel eine einflußreiche Therorie der Unternehmensführung. „Core Competence“. Kernkompetenzen sind die einzigartigen Fähigkeiten und das Know-How, die einem Unternehmen ihren Wettbewerbsvorteil verschafft. <br />Schritte in den Co-Creation Prozess:<br />4148455433705Definieren klarer Ziele für das Projekt.<br />Herausfinden wer die richtigen Kunden zum Einbeziehen in das Projekt sind.<br />Zusammenarbeiten mit Kunden, um herauszufinden was sie wirklich in einem Produkt oder einem Service mit eingeschlossen haben möchten.<br />Produkte oder Systeme gemeinsam entwerfen, um jene Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Dieses schließt die Auswahl der Partner mit ein, die im Netzwerk inkludiert sind.<br />Beschließen wie man den Wert teilt.<br />Überwindung internen Widerstandes zur Veränderung – innerhalb der Verkäufer-, Kunden- und Partnerorganisationen. Das ist ein kritischer Schritt im Sicherstellen, dass sie den Absatzkanal steuern. (Research-Results, 2010/1, S.24)<br />Was Co-Creation heute leisten sollte:<br />Interaktionsplattformen zu schaffen - Co-Creation muss Spaß machen! <br />Interaktionsförderliche und kreative Prozesse kompetent zu moderieren - Co-Creation ist ein dialogischer Prozess! <br />Den Teilnehmern Tools an die Hand zu geben, die sie zur Umsetzung ihrer kreativen Ideen befähigen.<br />Neben dem Auszählen expliziter Wünsche („mehr Linux!") auch latente Bedürfnisse hinter den kreativen Arbeiten zu erkennen und sichtbar zu machen. <br />Das ganzheitliche Verständnis der Konsumenten zu ermöglichen: Weg von der Masse und hin zu einer Sichtbarmachung der Teilnehmer. (Research-Results, 2010)<br />Nachteile und Einschränkungen von Co-Creation:<br />Märkte, Industrie, Firmen, Systeme und Menschen ändern sich nicht so schnell. So kann es durchaus einige Zeit dauern, bevor die ganze Welt „co-schafft“.<br />Zusammenarbeit ist viel härter als Konkurrenz.<br />Das Konzept stellt viele der Gewohnheiten der Manager infrage. Die Denkweise einer Firma in dieser Weise zu ändern, in der ein externer Kunde denkt, ist nicht einfach.<br />Buchhaltungsrichtlinien, die auf dem basieren, was eine Firma „besitzt“, werden auch infrage gestellt. Buchhaltungsgesetze sind notorisch schwer zu ändern.<br />(Prahalad, C.K./ Ramaswamy, V., 2004)<br /> 3.6. Unternehmens-Initiativen<br />Wirtschaftsunternehmen vernetzen sich im gemeinsamen Interesse um Ziele z.B.: ökonomischer zu erreichen. Das erfordert andere Perspektiven und Praktiken des Managements. Einerseits sollten Unternehmen Initiativen zeigen hinsichtlich neuer Praktiken, andererseits sind auch Kollaborationen zwischen Firmen vermehrt in den Vordergrund gerückt. <br />Beispiele für die Vernetzung von Unternehmen:<br />CSR: Corporate Social Responsibility: Stellt einen aus dem Angloamerikanischen kommenden (normativen) Schlüsselbegriff der Unternehmensethik dar, welcher die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen nachgeht. (Lin-Hi, Nick, 2009)<br />In den letzten Jahren wird Unternehmen immer mehr Verantwortung von Seitens der Gesellschaft zugeschrieben. Die Herausforderung für die Unternehmensführung besteht hierbei unternehmerische Akzeptanz dieser Gesellschaft zu erreichen und für Forderungen, Kritiken und Verbesserungsvorschläge, von außen offen zu sein. Dabei hilft das Themenfeld CSR u.a. immaterielle und unternehmerische Potentiale wie Glaubwürdigkeit, Vertrauen oder Integrität aus der Sicht der Kunden aufzubauen. Das führt zu verbesserter Kooperationsfähigkeit und Differenzierung im Wettbewerb. Weiters ist zwischen CSR als Wohltätigkeit und CSR als Gewinnmaximierung zu unterscheiden:<br />2717805558155<br />Quelle: Wirtschaftslexikon Gabler<br />4348480357505Beispiel von Corporate Social Responsibility als Wohltätigkeit:<br />Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V, - kurz B.A.U.M. Das ist ein Informations- und Kontaktnetzwerk für Umweltmanagement und nachhaltige Entwicklung. Dieses Netzwerk an Unternehmen gibt es immerhin schon seit 1984 und befindet sich im deutschen Ranking mittlerweile ganz oben.<br />Beispiel von Corporate Social Responsibility als Gewinnmaximierung:<br />382460536830Business for Social Responsibility (BSR) <br />Das ist ein Netzwerk von US-Unternehmen, die sich für Corporate Social Responsibility (CSR) interessieren.<br />Referenzen: u.a. Adidas, Ford Motor Company, HP, IBM, Nike, Philip Morris USA, Procter & Gamble und UPS. (Lexikon der Nachhaltigkeit, 2009)<br />3.7. Peer Production & P2P<br />462470545720Der Begriff wurde vom amerikanischen Rechtsprofessor Eben Moglen 1999 erstmals als bemerkenswertes Phänomen Peer Produktion be-schrieben. Ohne Zweifel hat er auf seine Weise die Welt der Produktion auf den Kopf gestellt. Spontane und ungezwungene Kooperation Gleich-berechtigter. Alles funktioniert auf der Basis von Gemeingütern und freiwillige Kooperation. D.h. beitragen statt tauschen.<br />Das bekannteste Paradebeispiel dieser Art ist Wikipedia, mit dem bekannten Mitbegründer Jimmy Donal Wales. Wo jede Person auf der gleichen hierarchieebene steht und freiwillig, bzw. ohne Bezahlung kollaboriert. Ganz gleich wie bei der Free Software, jeder kann es nutzen und jeder kann etwas dazu beitragen.<br />241301028704186555116840<br />„We are relationally enhancing ourselves“. (Bauwens, Michael, 2009) <br />Peer Production als Prozess der Wertschöpfung.<br />Peer Governance als eine Praxis, die aus der Notwendigkeit entsteht, mit Konflikten umzugehen, sich gegen Angriffe zu schützen, Regeln zu haben und so weiter.<br />Peer Eigentum als eine Reihe von rechtlichen und vertraglichen Innovationen, die die Gemeingüter vor Privatisierung schützen. (Bauwens, Michael, zit. v. Helfrich, Silke 2009)<br />3.8. Öffentliches Crowdsourcing – public Crowdsourcing <br />13195301680210In Zürich wird beispielsweise diese Form der Kooperation schon länger praktiziert, nennt sich: „Bürgerbeteiligung bei Lösungen öffentlicher Probleme“ und besitzt Ähnlichkeiten mit dem Begriff Citizensourcing. Durch das Einbeziehen der Bürger in den Problemlösungsprozess kommt es zu vermehrter Identifikation mit der Stadtverwaltung, zu mehr Input und somit größere Auswahl von Ideen, was theoretisch bessere Entscheidung mit sich bringt, vermeintlich kostengünstiger ist und positive Stimmung bei der Bevölkerung erzeugt. In der praktischen Anwendung funktioniert diese die Kommunikation über eine zentral eingerichtete Website, eine Plattform, über diese Probleme und Anliegen ausgeschrieben werden können. Worauf Bürger mit Lust und Laune einen Beitrag leisten können, der auch wahrgenommen wird. Die Praxis spricht für sich. In der Züricher Stadtverwaltung hat man begriffen, dass es mit einander in punkto für einander einfach besser funktioniert. <br />4. Fazit:<br />Trendletter - Einschätzung: Crowdsourcing wird sich durchsetzen. <br />Energie und Ideenreichtum der Massen im Netz zu nutzen gehört in Zukunft zur gängigen Geschäftspraxis – wenn die ausgelagerten Ideen nichts mit sensiblen Produkten oder Geschäftsgeheimnissen zu tun haben. <br />Totlaufen indes wird sich der derzeit verbreitete Ansatz, die Ideen der Nutzer mehr oder weniger ohne Gegenleistung abzuschöpfen. (Marketing und Trend, 2011)<br />Das Prinzip von Crowdsourcing ist im realen Leben bereits seit längerem gebräuchlich. Ideenwettbewerbe oder gezielt angeordnete themenzentralisierte Arbeitsgruppen kamen schon in vielen Bereichen der Wirtschaft zum Einsatz. Das Besondere ist also nicht der Pool an sich, der ermöglicht, dass Ideen und „Know How“ zusammenfließen, sondern die Verbindung mit Social Network. Oder auch kritisch gesagt: Die Ressourcen aus den Communitys anzuzapfen.<br />Crowdsourcing wird als „virtuelle Wertschöpfung“ gesehen, was durchaus als legitim betrachtet werden kann. Durch die Perspektive bzw. das Motiv unterscheiden sich die mittlerweile unzähligen verschiedenen Versionen der Crowdsourcing-Geschäftsmodelle.<br />Sehr viele Unternehmen folgen dem Trend und wenden dieses Prinzip auf ihre eigenen Geschäftsmodelle an. Was meiner Meinung nach, nicht immer zielführend umgesetzt wird. <br />Es ist keinesfalls ein Allheilmittel. Die große Schwierigkeit liegt im Management und in der Organisation. Es gilt das umzusetzen, was im sozialen Bereich schon möglich ist und Crowdsourcing ist jetzt- und wird in Zukunft, ein fixer Bestandteil von Unternehmen und dem Management sein. <br />Es sind aber auch andere Strömungen zu beobachten, wie beispielsweise NGO`s mit dem Prinzip Crowdsourcing umgehen, oder „Public Crowdsourcing“ wo der demokratische Aspekt ganz klar im Vordergrund steht. Daneben könnte das Prinzip von Open Innovation, Open Source und eben Crowdsourcing der öffentlichen Hand erhebliche finanzielle Einsparungen bringen. Hinzu kommen noch einige positive Auswirkungen auf die Partizipationsmöglich-keiten der Öffentlichkeit und die Motivation für weitere Beteiligungen des Einzelnen an diversen Problemlösungen. <br />Im Public Crowdsourcing sehe ich das meiste Entwicklungspotential für die Zukunft. In diesem Anwendungsbereich könnten die Vorzüge der Vernetztheit, den größten gesellschaftlichen Wert dieses Prinzips mit sich ziehen. Dennoch gilt nach wie vor: „Die Technologie ist heute weiter als unsere soziale Kompetenz". (Charles, Savage, 2001)<br />Ein für mich generell mit Skepsis erfüllter Punkt in Verbindung mit Crowdsourcing ist der Inhalt. Sind Konkurrenzdruck und ökonomische Aspekte ein wesentlicher Grund zur Qualitätsminderung? Lance Ulanoff vergleicht unter anderem den abnehmenden Qualitätsjournalismus mit dem sich ausbreitenden „User generatet Content“ bzw. „User driven Content“. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage der Wertigkeit. Ist auf Crowdsourcing basierte Berichterstattung besser als das Altbekannte? (Lance, Ulanoff, 2010) Wird sich der Trend vom professionellen Journalismus weiter wegbewegen? Meiner Meinung nach wird diese Diskussion erst dann seriös geführt werden, wenn der ganz große Crowdsourcing-Hype vorüber ist und ein klares Bild unter dem Schleier der Aktualität hervortritt.<br />4. Quellen- und Literaturverzeichnis<br />Brabham, Daren C. (2008): Crowdsourcing: Overview. http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/en/Crowdsourcing#cite_ref-2 (19.01.2011)<br />Bauwens, Michael (2009): „Häng ‘ne Null dran“: Von der Entdeckung der Peer-Ökonomie. Dt. Fassung: Helfrich Silke. http://commonsblog.wordpress.com/2009/08/11/hang-ne-null-dran-von-der-entdeckung-der-peer-okonomie/ (17.02.2011)<br />Howe, Jeff (2006): The Rise of Crowdsourcing. http://www.wired.com/wired/archive/14.06/crowds.html (13.01.2011)<br />Kaulartz, Sandro/ Babic, Edvin (2010): Research-Results: Von Myten und Methoden. Ausgabe 1/2010, Seite 24. http://www.research-results.de/fachartikel/2010/ausgabe-1/von-mythen-und-methoden.html (17.02.2011)<br />Klätzke, Toni (2008): Google Image Labeler verbessert Bilder-Suche! http://www.netznews.org/?p=537 (19.01.2011)<br />Lexikon der Nachhaltigkeit (2009): Business for Social Responsibility.<br />http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/business_for_social_responsibility_1033.htm<br />(12.02.2011)<br />Lin-Hi, Nick (2008): Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Corporate Social Responsibility. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/5128/corporate-social-responsibility-v9.html (19.02.2011)<br />Marketing und Trend (2011): Crowdsourcing: Wo in Zukunft der Rohstoff Wissen herkommt. Ausgabe: 02/2011. http://www.marketing-und-trend.de/crowdsourcing.php (19.02.2011)<br />o.V. (2010): InnoCentive expandiert mit Open Innovation Plattform nach Europa. http://www.fair-news.de/news/InnoCentive+expandiert+mit+Open+Innovation+Plattform+nach+Europa-46201.html (19.01.2011)<br />Roskos, Matias (2008): Crowdsourcing im Test: Mechanical Turk von Amazon. http://www.socialnetworkstrategien.de/2008/06/crowdsourcing-im-test-mechanical-turk-von-amazon/ (19.01.2011).<br />Roskos, Matias (2011): Die Crowdsourcing-Definition. http://www.socialnetworkstrategien.de/2011/01/die-definition-von-crowdsourcing/ (13.01.2011).<br />Roskos, Matias (2010): Kurzdefinition Crowdsourcing. http://www.socialnetworkstrategien.de/2010/07/crowdsourcing-mehrwerte-chancen-definition/ (13.01.2011).<br />Redesignme.com (2007): Video auf redesignme.com. http://vimeo.com/14477725 (19.01.2011)<br />Schneider, Burkard (2008): Top Ten Crowdsourcing-Trends 2011. http://www.best-practice-business.de/blog/?cat=28 (13.01.2011).<br />Prahalad, C.K./ Ramaswamy, V. (2004): Methods Co-Creation. http://www.12manage.com/methods_prahalad_co-creation_de.html (19.02.2011)<br />von Ahn, Luis (2007): Human Computation. http://video.google.com/videoplay?docid=-8246463980976635143# (19.01.2011)<br />