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Liebe zwischen Halbmond und Kreuz - Buchauszug

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Auszug aus dem Buch "Liebe zwischen Halbmond und Kreuz" von Madlaina Brogt Salah Eldin - mehr Infos auf http://www.halbmondundkreuz.ch; in dem Buch geht es um persönliche Erfahrungen und Infos einer …

Auszug aus dem Buch "Liebe zwischen Halbmond und Kreuz" von Madlaina Brogt Salah Eldin - mehr Infos auf http://www.halbmondundkreuz.ch; in dem Buch geht es um persönliche Erfahrungen und Infos einer Schweizer Buchautorin über binationale, bikulturellen Ehe, Partnerschaft, Ehe mit einem Muslim, ägyptische Kultur, Gemeinsamkeiten von Islam und Christentum etc.

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  • 1. BuchauszugLiebe LeserIn diesem Buchauszug möchte ich gerne mein Buch kurz vorstellen und meineMotivation für dieses Buch erklären.Ich möchte das gerne tun, indem ich die Struktur meines Buches kurz vorstellen,einige Grundsatzgedanken darlegen und diese mit einzelnen Textpassagen ausdem Buch unterlege.Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen, dieseSeite zu besuchen.Gemeinsam können wir viel bewegen. Unser aller Ziel sollte es sein, ein vertieftesVerständnis zwischen den Kulturen zu erlangen.Herzlichen Dank, dass Sie sich ebenfalls dafür einsetzen.IhreMadlaina Brogt Salah Eldin
  • 2. Struktur des Buches:Inhaltsverzeichnis:TitelEinführungGrundsatzgedankenFaszination OrientReligion & KulturReligion versus Kultur und TraditionGeschichtlicher Zeitraffer – weshalb denken wir so, wie wir denken?Geschichtlicher Zeitraffer der arabisch-, islamischen WeltIslam und Christentum – Gemeinsamkeiten & GegensätzeGesellschaftsformen und Normen – Ursprünge und AuswirkungenDie Kolonialisierung – Ausgangspunkt vieler bis heute andauernder KonflikteKollektivgesellschaft versus IndividualgesellschaftRolle des Mannes und der Frau in der GesellschaftUnterdrückung der Frau – ein religiöses Prinzip?Bikulturelle BeziehungenBeziehung im Spannungsfeld zweier KulturenDie Liebe ein psychischer und physischer AusnahmezustandKommunikation in bikulturellen BeziehungenSprache – ein entscheidender SchlüsselVerständnis von Ehe in Orient und OkzidentFamilie und VerwandtschaftDrum prüfe wer sich ewig bindetBegegnung mit anderen Kulturen – der OrientDie Krux mit der IntegrationTerra Incognita – das Erleben des Landes des PartnersBireligiöse BeziehungenBeziehung zwischen zwei WeltreligionenZwischen Ramadan und Advent, Eid al Adha und WeihnachtenFazitBücherempfehlungenEpilog
  • 3. GrundsatzgedankenLeben Sie in einer bikulturellen und bireligiösen Beziehung oder haben Sie vor, insolch einer Beziehung zu leben?Haben Sie sich das gut überlegt und sind Sie sich im Klaren, dass dies Ihr bisherigesLeben umkrempelt und Sie sich auf neue Wege, neue Realitäten einlassen werden,die Ihnen manchmal vollkommen fremd erscheinen?Kennen Sie die Kultur Ihres zukünftigen Partners oder sind Sie bereit diesekennenzulernen?Diese Fragen mögen befremden, aber sie sind wichtig. Denn eine bikulturelle undbireligiöse Beziehung wird genau mit diesen Fragen konfrontiert. Wenn man einesolche Beziehung eingeht, wird man in einem vollkommen anderen Mass von seinerUmwelt hinterfragt, als das in einer monoreligiösen und monokulturellen Beziehungder Fall ist – so schlecht die Konstellation der Partner darin auch sein mag.Man wird mit Klischees und Stammtischweisheiten konfrontiert, die nicht sehrgrossen Tiefgang haben, aber umso einfacher verständlich sind. Es sind einfachePseudolösungen für komplexe Themen. Sie funktionieren zwar nicht, aber sie lassensich gut verkaufen. Jeder kann sie erfassen - wirklich jeder. Und genau darin liegtihre Stärke und ihre Gefahr.Ihre grössten Kritiker werden aber auch vor allem Menschen (insbesondere Frauenin meinem Fall) sein, die eine gescheiterte bireligiöse oder bikulturelle Beziehunghinter sich haben. Viele haben sehr schlechte Erfahrungen gemacht und sindtraumatisiert. Das ist schlimm, aber es ist kein allgemeingültiges Modell und es gibtsehr wohl Anzeichen für unlauteres Verhalten des einen oder anderen Partners, dieman sehen oder aber auch ignorieren kann.Jede Beziehung ist komplex – eine bikulturelle und bireligiöse Beziehung wird abernoch ein wenig komplexer und darauf muss man sich einstellen. Eine gewisseGelassenheit gegenüber der Meinung anderer ist sehr hilfreich, eine grosse PortionHumor und vor allem Respekt und Toleranz von beiden Seiten, sindVoraussetzungen.Es ist wichtig an der Kultur des anderen interessiert zu sein, es ist wichtig sich mitder Religion des anderen auseinanderzusetzen und sich zu bemühen, sich bis zueinem gewissen Grad in der Kultur des anderen zu integrieren. All dieseBemühungen sollten aber immer beidseitig sein. Diese Entdeckungsreise solltegemeinsam und gegenseitig erfolgen, denn dann ist so eine Beziehung einewunderbare Bereicherung, die ungemein zusammenschweisst.Auch wichtig aus meiner Sicht ist es, sich zu integrieren und nicht zu assimilieren. Ichstelle in Gesprächen oftmals fest, dass gerade Frauen dazu tendieren geradezu inder Kultur ihres Ehemannes aufzugehen. Wenn man das wirklich will, ist es eineMöglichkeit eine solche Beziehung zu leben. Aus meiner Sicht – und das ist meinepersönliche Erfahrung – war es aber vor allem immer von allergrösster Wichtigkeit, inmeiner Kultur verankert zu sein und diesen Anker auch nicht zu lösen. Diese
  • 4. Verankerung in meiner Kultur und Religion macht mich in meinen Augen zu einemstärkeren Menschen, denn ich bin Madlaina, eine Schweizerin, eine Engadinerin undeine Christin. Und das bin ich auch nach der Eheschliessung mit meinem Manngeblieben. Das ist meine Identität, die ich mir genauso erhalten habe, wie dies auchbei meinem Mann der Fall gewesen ist. Identität ist wichtig, Identität schafftSicherheit und bereitet eine Basis. Identität ist der Grundstein auf dem man aufbauenkann.
  • 5. Textauszüge aus dem BuchAuszug aus: Faszination Orient„Der Orient ist eine der wohl faszinierendsten Regionen der Welt. Mit dem Orientverbindet man die unüberwindliche Sandmeere der Sahara und der Rub al Khali,Moscheen und Minarette, Palastanlagen von Sultanen und Emiren, Geschichten undMärchen aus 1001 Nacht, Sagen und Legenden, der Islam mit seiner Mystik und dieUrformen des Christentums, die archaisch und ursprünglich geblieben sind. DerOrient ist eine sehr geschichtsträchtige Region der Erde – eine Region, die vieleHochkulturen hervorgebracht hat, die Sumerer an den Gestaden des Euphrat undTigris; die Nabatäer auf dem Gebiet des heutigen Jordaniens wo auch ihregeheimnisvolle Stadt Petra liegt; das sagenumwobene Reich der Königin von Saabaim heutigen Jemen – und allen voran - das alte Ägypten.Orient ist aber auch eine der kontroversesten Regionen dieser Welt. Gesellschaften,die durch ihre ökonomischen und sozialen Probleme zerrissen sind; Menschen, diedurch Analphabetismus und Armut an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden;Radikalisierung des Glaubens; mittelalterlich anmutende Rechtssysteme undfatalistische Lebenseinstellung. Orient bedeutet heute auch kriegerischeAuseinandersetzungen, grosse internationale Krisenherde und eine gesamte Regionim Umbruch. Seit Januar 2011 bedeutet Orient aber auch, hoffnungsvolleJugendbewegungen, friedliche Demonstrationen, Offenlegung einer heuchlerischenund verfehlten westliche Politik und eine gesamte Region, die sich drastisch undrasch verändert und aus dem Schatten ans Licht tritt. Eine Region, die überJahrhunderte sträflich vernachlässigt und unterschätzt wurde und nun hoffentlich dieMöglichkeit erhält, an alter Grösse anzuknüpfen. Dabei denke ich nicht an die Antike– sondern an die islamisch arabische Hochkultur, die sich über gut 800 Jahreerstreckte. „Auszug aus: Geschichtlicher Zeitraffer – weshalb denken wir so, wie wirdenken?„Geschichte ist immer auch ein Schlüssel. Ein Schlüssel zu unserer Vergangenheit –genauso wie zur Gegenwart und teilweise auch zur Zukunft. Warum haben sich dasreligiöse Empfinden und die Art zu Denken so grundlegend in Europa gewandelt?Warum haben uns die Aufklärung und der Humanismus so sehr beeinflusst? Um dieszu verstehen, müssen wir zurückgehen. Müssen uns mit diesen wichtigen Epochenauseinandersetzen. Ich möchte dieses nächste Kapitel daher als Zeitraffer be-zeichnen. Einen Zeitraffer – von der Antike bis heute.“Auszug aus: Rolle des Mannes und der Frau in der Gesellschaft„Es gibt also auch in unserer Gesellschaft noch einige Baustellen bezüglichRollenverteilung von Männern und Frauen. Bedauerlicherweise wurden in Folge derEmanzipation aber auch viele weibliche Tugenden und Stärken zu wenig wahrgenommen und als typisch weiblich und erstrebenswert angesehen. Ich denke dabeian die Fähigkeit zur Empathie, dem Einfühlungsvermögen in einen anderenMenschen, die Kompromissfähigkeit und die Mutterinstinkte, die Frauen in einemvermehrten Masse aufweisen und die es zu nutzen und nicht abzutrainieren gilt. Wirmüssen nicht zu weiblichen Männern mutieren, sondern uns auf unsere weiblichen
  • 6. Stärken besinnen und diese aus- und weiterbilden. Davon sind wir aber auch nochweit entfernt. Bis weilen identifizieren sich Frauen immer noch viel zu sehr durch undüber Männer. Da steht uns allen noch ein weiter Weg bevor.“Auszug aus: Beziehung im Spannungsfeld zweier Kulturen„Ich fühle, dass ich menschlich und beruflich durch meine bikulturelle und bireligiöseBeziehung unheimlich gewonnen habe. Allerdings – und auch das gehört dazu – gabes sehr harte Zeiten während denen ich sehr unter einigen der Entscheidungengelitten habe. Eine der schwersten Schritte war allerdings zu lernen, aufzuhörendarauf zu achten, was andere über einen denken. Obwohl ich vordergründig auseiner Individualgesellschaft stamme, stamme ich auch aus einer grossen Familie undin einer solchen Familie braucht es bis zu einem gewissen Grad einen gesundenKollektivismus. Ebenso geprägt, hat mich mein Umfeld in dem ich aufgewachsen bin.Die Kultur in der ich gross geworden bin hatte durchaus auch Züge einerKollektivgesellschaft. Das Engadin ist eine traditionell und patriarchalisch geformteGesellschaft, die gerade auch aufgrund ihrer Abgeschiedenheit, diese längeraufrechterhalten hat. „Auszug aus: Die Liebe – ein psychisch und physischer Ausnahmezustand„Während der Phase des Verliebtseins sinkt der Serotoninspiegel stark ab – dadurchbekommt dieser Zustand mitunter eine gewisse Ähnlichkeit mit vielen psychischenKrankheiten. Verliebte können teilweise für eine gewisse Zeit „unzurechnungsfähig“werden und können sich zu irrationale Handlungen oder Entscheidungen hinreissenlassen. Nach einiger Zeit beendet das Gehirn diesen Rauschzustand. Das ist dannder Moment, wenn die rosarote Brille abgenommen wird und die Realität zum erstenMal richtig zum Vorschein kommt. Das kann, muss aber nicht, ein böses Erwachenbedeuten.“Auszug aus: Kommunikation in der bikulturellen Beziehung„Eine weitere ganz wichtige und meiner Meinung nach oftmals unterschätzteDimension der Kommunikation, ist die nonverbale Ebene. Die nonverbaleKommunikation ist die älteste Form der zwischenmenschlichen Verständigung. Siehat einen sehr grossen Einfluss auf uns und kann nur bedingt kontrolliert werden.Auch unsere individuelle Entwicklung vom Baby zum Erwachsenen liegt in einemnichtsprachlichen Verhalten. Unsere Mimik spricht Bände. Das Lächeln zum Beispielfinden wir in allen Kulturen und schon bei Neugeborenen.Gerade auch in der interkulturellen Kommunikation ist die nonverbale Kommunikationsehr bedeutend. Nonverbale Signale sind schwer zu fassen – werden aber gedeutet.Nonverbale Kommunikation kann ein Feedback sein – kann aber auchwidersprüchlich zum Gesagten sein. Nonverbale Kommunikation gerade im Bereichder Gestik ist nicht universell sondern kulturell verschieden. Wenn also eineSprachbarriere besteht, können nonverbale Signale noch mehr zu entscheidendenMissverständnissen führen. Denken Sie dabei nur an diverse Handzeichen, die inunterschiedlichen Kulturen komplett verschiedene Bedeutungen haben. „Auszug aus: Begegnung mit anderen Kulturen – der Orient „Kulturschockerfahrungen sind, um das vorwegzunehmen, ganz normal und auchlegitim. Man muss sich nicht auf Anhieb in einer anderen, fremden Kultur wohlfühlen.Aber Kulturschockerfahrungen passieren nicht nur Europäern in einemaussereuropäischen Land, sondern auch Menschen aus beispielsweise einem
  • 7. arabischen Land in Europa. Sie sind also in beiden Richtungen legitim.Interessanterweise gehen wir in der Regel davon aus, dass wenn jemand aus einemsogenannten Drittweltland zu uns kommt, er automatisch von unserer grossartigenGesellschaft und unserer tollen Organisation begeistert sein muss. Das das auchbeängstigend sein kann – insbesondere wenn man die Sprache nicht spricht und ineiner vollkommen anderen Umgebung gelebt und erzogen worden ist – ist meinerMeinung nach ziemlich nachvollziehbar.“Auszug aus: Die Krux mit der Integration„Integration darf aber nicht zur Assimilierung verkommen. Kulturelle Identität istwichtig. Kulturelle Identität verunmöglicht Integration auf keinen Fall. Es ist also nichtnur der Muslim gut integriert, der nicht mehr als Muslim auffällt. Schweinefleisch isst,Alkohol trinkt und um Gottes Willen kein Kopftuch trägt. Das darf wohl kaum das Zielsein. Das Ziel sollte sein, dass der integrierte Muslim ein überzeugter Schweizer oderEuropäer genauso wie er auch ein überzeugter und praktizierender Muslim seinkann. Der Islam steht nicht im Gegensatz zur Demokratie und der Islam ist keineBedrohung für unsere Werte. Das Abendland wird nicht bedroht und unterhöhlt.Ganz im Gegenteil. Viele der populistischen Parteien möchten uns gerne weissmachen, dass wir mit der von ihnen propagierten Haltung das Fremde fern halten.Gleichzeitig werfen wir aber die Errungenschaften des Humanismus und derAufklärung mit über Bord. Diese Parteien wollen die Menschen in ihren individuellenVorstellungen und Wünschen einschränken. Das hat nichts mit Demokratie sondermit Demagogie zu tun. Getragen werden sie von der Angst, die eine sehr starkeMotivation ist. Angst ist die ideale Voraussetzung für jede extreme Ausrichtung.Angst ist das Argument, mit dem man Stimmen fangen kann. Interessanterweise sindaber genau diese Parteien nach einem Wahlsieg nie dazu bereit, mit an denVerhandlungstisch zu sitzen, um dies auch umzusetzen. Dann kann man nämlichnicht mehr nur primär mit der Angst arbeiten, sondern muss ganz im Gegenteiltatsächlich politische Arbeit leisten. Gerade allen Frauen möchte ich sehr ans Herzlegen, diese Parteien genau zu hinterfragen. Wenn solche Kräfte primär die Politikunseres Landes betreiben, dann werden wir Frauen mit zu den grössten Verliererngehören.“Auszug aus: Fazit„Es geht nicht darum, woher jemand kommt, wie jemand heisst, woran jemand glaubt– sondern was für eine Persönlichkeit ein Mensch hat und wer jemand ist. UnsereGesellschaft als internationale, globalisierte Gesellschaft braucht Menschen ausverschiedensten Kulturen, die Interesse haben zusammen an der Zukunft unseresLandes zu arbeiten. Wir müssen gemeinsam einen Weg finden und einegemeinsame Welt schaffen, in der Andersartigkeit im Rahmen der gesetzlichenRahmenbedingungen, keinen Nachteil darstellt. Wenn wir das schaffen, werden wirdiejenigen Menschen aus anderen Kulturen anziehen, die für unsere Gesellschaftund für unser Land von allergrösster Wichtigkeit sind. Wir werden somit fürMenschen attraktiv, die überall auf der Welt eine Chance haben und nicht daraninteressiert sind, sich auf den Ausläufern des Wohlfahrtstaates auszuruhen, sondernsich einbringen möchten und ihr Know How der hiesigen Gesellschaft zur Verfügungstellen möchten.“

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