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Inspire #4 Ketchum Pleon
 

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Das Inspire Magazin zum Inspiration Day 2013

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    Inspire #4 Ketchum Pleon Inspire #4 Ketchum Pleon Document Transcript

    • DasThemenmagazin von Ketchum Pleon | 28. Juni 2013 Die Speed-Edition Inspire #04 Vom Inspiration Day 2013
    • VOM INSPIRATION DAY Liebe Leserinnen, liebe Leser, „Collaboration“ ist das Motto des Ketchum Pleon Inspiration Day 2013. Es bedeutet für uns zum einen die vielfältige Vernetzung von Inhalten, Ideen und Disziplinen. Zum anderen bedeutet es aber auch das proaktive und empathische Miteinander. Denn es geht oftmals darum, unmittelbar Inhalte zu bewerten, miteinander ins Gespräch zu kommen und Menschen für Ideen zu begeistern. Dazu gehört eine gehörige Portion Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – und in die der Menschen um uns herum. Zum erfolgreichen Auskundschaften brauchen wir eine eigene und selbstbewusste Haltung und den Mut, auch mal Fehler zuzulassen. Nicht nur dasWissen um Inhalte zählt, sondern auch das Können, diese zu vermitteln und mit Leben zu füllen. Das ist der Ausgangspunkt der „Collaboration“. Ein Beispiel hierfür sind die Gastredner unseres Inspiration Day, deren Vorträge wir in dieser ­Ausgabe zusammenfassen. Ein Beispiel ist aber auch diese Ausgabe selber. Sie wurde per „Speed Redaktion“ von einemTeam aus Redakteuren, einer Grafikerin und Fotografen direkt vor Ort erstellt. Damit eines klar ist: Es geht uns nicht um den sogenannten „Now-ism“, alles sofort, hier und jetzt. Dann würden zu viele kluge Gedanken verloren gehen oder gar nicht erst aufkommen. Erfolgreiche Kommunikation benötigt immer eine pragmatische Weitsicht und die Einordnung der Inhalte in einen größeren Kontext. Mit diesem Bezugsrahmen gilt es dann aber trotzdem, „live“ und gemeinsam zu handeln. Für die nächste Ausgabe lassen wir uns übrigens wieder mehr Zeit. Ihr Inspire-Team von Ketchum Pleon, diesmal live vom Inspiration Day. PS: Alle Ausgaben des Magazins finden Sie auch auf unserem Blog. www.kpg-blog.de. 2  //
    • INHALT 4 Was zählt, ist das Gespräch In der Keynote des Inspiration Day verrät Ben Foster sein Rezept für gelungene Kommunikation. 7 Impulse Impulse In den Inspiring Talks geht es um Daten, Videos und den Blick in die Zukunft unserer Arbeitswelt. Oder ist sie schon da? 11 Keine Scheu Ob Kreativität, Enterprise 2.0 oder SoLoMo – ein bisschen Mut gehört immer dazu, aber zusammen geht’s besser. 15 Twitterati Unter #iday13 wurde gezwitschert, was der Tag hergab, Eine kleine Auswahl. 16 Komm doch mal näher. Wer hinter dieser Speed-Ausgabe steckt und wo Sie uns on- und offline erreichen, erfahren Sie im Impressum. // 3
    • Jede Menge Follower aufTwitter und noch mehr Fans auf Facebook? Darauf verweisen Unternehmen, Kampagnen und Parteien noch immer mit stolzgeschwellter Brust. Doch Nutzerzahlen allein machen noch keine erfolgreiche Kommunikation, weiß Ben Foster. Was für den Digitalexperten aus Chicago zählt, ist der konstruktive Aus- tausch: „Im Mittelpunkt steht das Gespräch,“ erklärt er. „Der Aus- tausch von Gedanken und Inhalten ist es, der das Geschäft voran- treibt und Vertrauen begründet.“ Die Nutzer sozialer Medien übten nur dann positiven oder negativen Einfluss aus, wenn sie sich für oder gegen ein Produkt oder eine Idee aussprächen. „Um sie für sich zu gewinnen, muss man ihnen zuhören und sie kennenlernen“, so Foster. Vor allem in den folgenden drei Bereichen haben Kommunika- tionsverantwortliche dabei oftmals noch Aufholbedarf. Social Business. Oder: Kundenservice per Twitter Wie sehr es sich für Unternehmen lohnt, mit seinen Kunden ins Gespräch zu kommen, demonstrierte der Experte für digitale Medien an einem persönlichen Beispiel: Ein Betrüger hatte mit seinen Kredit- kartendaten Waren beim Elektronikhändler Best Buy erworben. Fos- ter legte Einspruch ein – ohne Erfolg, obwohl der Dieb nicht einmal mit dem korrekten Namen unterschrieben hatte. Foster setzte sich zur Wehr und machte den Fall auf Twitter publik. Die Reaktion kam prompt. Die Social-Media-Team von Best Buy hörte hin und ver- sprach, ebenfalls auf Twitter, man werde sich der Sache annehmen. Und das, obwohl die Schuld überhaupt nicht bei Best Buy lag: Ursprünglich hatte die Bank Fosters Einspruch abgelehnt und nicht Was zählt, ist das Gespräch Wer im Digitalzeitalter erfolgreich kommunizieren will, muss die richtigen Kanäle nutzen, gute Geschichten erzählen und Glaubwürdigkeit erzeugen. Das ist das Credo von Ben Foster, Senior Vice President and Digital Strategist bei Ketchum in Chicago.
    • Was zählt, ist das Gespräch der Händler. Das Ergebnis: Foster ist nun bekennender Best-Buy- Fan. Und: Für Best Buy zahlt es sich in der Kommunikation mit den Verbrauchern aus, Spezialisten für soziale Medien zu beschäftigen. „Mit Coral, meiner Kontaktperson bei Best Buy, verbindet mich inzwischen beinahe eine Art Freundschaft“, so Foster. Paid, owned, shared. Oder:Wie man Tiefkühlkost ins Gespräch bringt Wenn Ben Foster nicht bei Best Buy einkauft, arbeitet er als Senior Vice President and Digital Strategist bei Ketchum in Chicago. Und als solcher nutzt er seine Leidenschaft für digitale Medien auch im Inte- resse der Ketchum-Kunden. Der Redner zeigte in seinem Vortrag ein Video, das Ketchum für Swanson erstellt hat, einen US-amerikani- schen Hersteller von Tiefkühlkost: Ausgestattet mit Google Glasses gehen zwei Freundinnen durch einen Supermarkt. Die Brille blendet nicht nur ein, welche Warengruppen in welchem Gang zu finden sind. Google Glasses informiert auch darüber, wie Kunden ein bestimmtes Produkt im Internet bewertet haben und wie es bei Warentests abschnitt. Auf dieser Grundlage entscheiden die Frauen über ihre Einkäufe. Der Film ist Fiktion, schließlich sind die Google Glasses noch nicht auf dem Markt. Dennoch erlaubt er einen Blick in die Zukunft – und hat deshalb auf YouTube bereits mehr als zwei Millionen Klicks erzielt. Das Ketchum-Team lenkte das Interesse der Internetnutzer mittels einer spannenden Geschichte auf die Kernbotschaften von Swan- son, indem es die viel besprochenen Google Glasses mit demThema Tiefkühlkost verband: Fertiggerichte von Swanson sind gesund, nahrhaft, schmackhaft und günstig. Das ist besonders deshalb ­wichtig, weil diese Botschaften mit gefestigten Vorurteilen kämpfen: ­Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe stehen im Ruf, ungesund und geschmacklich minderwertig zu sein. Kommunikationsanlässe wie die Google Glasses zu finden, ist eine der wesentlichen Aufgaben moderner Kommunikation, denn auf den Verbraucher dringen täglich rund 3.000 Markenbotschaften ein. Die meisten davon überhört er, nur einen Bruchteil nimmt er bewusst wahr. Fazit: Wenn eigener Content (owned) erstellt wird, muss die- ser spannend sein, so dass er geteilt wird (shared), und dabei nach Möglichkeit noch vermarktet werden (paid). Ben Fosters Vortrag war ein Plädoyer für gut erzählten, zielgruppen­ orientierten Content. Stimmungen,Trends aufnehmen und sie intelli- gent für die eigene Kommunikation nutzen – das bleibt auch im digi- talen Zeitalter das Erfolgsrezept. Als weiteres Beispiel zeigte der Digitalstratege, wie Ketchum einen Rasierer von Gillette ins Gespräch gebracht hat. Das Ziel des Kunden bestand darin, das Pro- dukt als technologisch ausgereift und innovativ darzustellen. Was aber kann ein solcher Superrasierer, was andere Geräte nicht kön- nen? Ist doch klar: Er schneidet Supermans Bart. Hintergrund: In Internetforen debattierten Fans des Comic-Helden intensiv die Frage, wie ihm das Rasieren gelingt. Schließlich ist Superman unver- letzlich. Ein Rasierer müsste demnach an den Stoppeln zerbrechen. Mit der Frage der Forennutzer wandte sich Ketchum an Prominente. Die Theorien der TV-Stars bilden nunmehr den Kern einer Website, die sich um Superman und den Gillette-Rasierer dreht. Nichts geht über authentische Urteile und per- sönliche Erlebnisse Neben den Kommunikationskanälen und dem Content gibt es laut Ben Foster aber auch ein weiteres Kriterium für den Erfolg: „Einer der wesentlichen Beweggründe, sich für die eine und gegen die andere Marke zu entscheiden, ist die Authentizität von Empfehlun- gen.“ Je diverser die Quellen positiver Botschaften und je authenti- scher die Urheber seien, desto eher seien die Konsumenten bereit zu vertrauen. Aber nicht nur die Konsumenten müssen vertrauen, sondern auch die eigenen Mitarbeiter. Dafür müssen sie ran an die Kanäle, denn das persönliche Erlebnis nimmt vielen Menschen die Angst und ersetzt sie durch Faszination für neue Kommunikationsmöglichkei- ten. Dem steht allerdings oft eine veraltete unternehmenseigene Social-Media-Guideline im Weg. Bens Tipp: Überarbeiten Sie Ihre Social-Media-Guidelines zu einem „Living-Document“, lassen Sie Ihre Mitarbeiter – wie bei Best Buy – selbstständig und mit entspre- chender Unterstützung Erfahrungen machen. Auf diesemWege wer- den Sie sowohl mit Ihren eigenen Leuten als auch den Kunden ins Gespräch kommen. // Ben Foster twittert unter @benphoster // 5
    • Ununterbrochen erzeugen wir Daten in unvorstellbaren Mengen: Allein in den vergangenen zwei Jahren entstanden 90 Prozent aller jemals produzierten Daten – sei es beim Einkaufen, Joggen, Bahn- fahren oder Kommunizieren. Wie lassen sich diese 2,8 Zettabyte sinnvoll, kreativ und gezielt für das Marketing nutzen? Um Konsu- menten besser zu verstehen? Und ihnen wirklich Mehrwerte zu bie- ten? Um individuellere und effektivere Kampagnen zu entwickeln? Antworten gibt die Studie „Big Context“ der Interone auf Basis von Experimenten, Recherchen, Experteninterviews und einer Online- Befragung. Der Begriff „Big Context“ steht dabei für die Schnittmenge der verfügbaren Daten von Unternehmen (Big Data), öffentlich verfüg- baren Informationen (Open Data) und persönliche Daten zum Beispiel von Smartphone-Nutzern (Quantified Self). Die neuen Datenquellen ermöglichen erstmals kontextsensitives Marketing. Umgesetzt hat es beispielsweise der Hersteller Halls für seine Hustenbonbons: Das US- Unternehmen schaltete „mobile ads“ bei potenziellen Kunden, die sich sowohl in der Nähe von Apotheken als auch in einer Gegend mit hohem Viren-Index befanden. So erzielte es eine 62,5 Prozent höhere Klickrate. Die Studie zum Download: http://bigcontext.interone.de/ // dawn of data Wie sich große Datenmengen in effektive und inno­ vative Kommunikation verwandeln lassen, zeigt ­Franziska von Lewinski, CEO von Interone, mit der neuen Studie „Big Context“. Impulse Impulse “Content is king!” – das wissen Fachleute aus Medien und Marke- ting schon lange. Doch strategisch bedeutsam wird die Erkenntnis nur mit Ergänzungen: „The right content for your audience is king!” Denn mit den passenden Geschichten und Inhalten können Unter- nehmen neue Kunden gewinnen und sie langfristig binden. Doch wie findet man die aktuellen, relevanten Themen und setzt sie profi- tabel um? Schließlich gibt es täglich 340 Millionen Tweets, 150 Billi- onen Suchanfragen und vier Billionen Klicks auf Videos. Content Fleet, gegründet 2010, hat unter anderem mit der „Content Evalua- tion Platform“ eine Technologie entwickelt, mit der in Echtzeit Milli- onen von Daten ausgewertet werden. Egal ob Websites, Suchanfra- gen oder Social-Media-Aktivitäten – die Plattform erkennt, welche Inhalte momentan besonders gefragt sind. Zudem lässt die bereits ausgewertete Datenmenge präzise Rückschlüsse auf künftige „heiße“ Themen zu, sei es Justin Bieber, ein Verbrechen oder ein Hundekrallenschneider. Viele Unternehmen ignorieren die verfügba- ren Daten (Big Data) derzeit noch, meint HeikoWillers.Themen wür- den nach Bauchgefühl entwickelt. Zwar bleibe es der Mensch, der über das Was und das Wie von Geschichten entscheide, doch mit der richtigen Technologie lassen sich nicht nur passende Inhalte ­finden, sondern auch Trends setzen. // VON TWEETS ZU TRENDS Eine neue Plattform unterstützt Kommunikationsprofis dabei, relevante und profitable Inhalte zu produzieren. Heiko Willers, CSO bei Content Fleet, stellt sie vor. // 7
    • 100 Stunden Video werden derzeit pro Minute auf YouTube einge- stellt, 700 Videolinks in der gleichen Zeit bei Twitter geteilt. Die Zahl der täglich neu registrierten Smartphones ist ähnlich beein- druckend. Die mobile Videonutzung ist nicht nur bei den „Digital Natives“ DAS Thema. Bei Google spricht man lieber von der „Generation C“: Ständig verbundene, mobile Internetnutzer („con- nection“) bestimmen und kreieren ihre gewünschten Inhalte selbst („creation“). Sie entscheiden bewusst, welchen Content sie mit ihrem sozialen Umfeld teilen möchten („curation“) und an welcher Stelle sie sich zu welchen Themen austauschen wollen („community“). Für die Kommunikation von Unternehmen bedeu- tet dies, dass ihre Angebote genau diesen Interessen der Nutzer gerecht werden müssen. „Make the web work for you“ heißt die Devise. Das funktioniert aber nur, wenn man die Mechanismen, Multiplikatoren und neuen Kooperationsmöglichkeiten in der You- Tube-Welt kennt. Als Beispiel zeigt Offermann die gelungene Kooperation zwischen dem YouTube-Star Nikki und VW. Die Beauty-YouTuberin kooperiert mit dem Unternehmen, und zeigt in einem vermeintlichen Beauty-Tutorial, was passieren kann, wenn man sich am falschem Ort – zum Beispiel im Auto – schminkt: http://youtu.be/wMFqSjjnte0. // Generation C. Richard Offermann von Google skizziert in seinem Vortrag die Zukunft des Videos – und erklärt, warum kein Unternehmen mehr an YouTube vorbeikommt. In Deutschland sind mehr Unique User auf YouTube als auf Face- book. Dort schauen sie vor allem emotionale und lustige Videos, die immer professioneller werden und mit modernstem Equipment teils herkömmliche TV-Produktionen toppen. Für die (noch) vornehmlich junge Generation sind die neuen „Player“ wie Y-Titty und Le Floid dasThema auf dem Schulhof. Die Entwicklung des Mediums YouTube verläuft ähnlich wie die des Fernsehens zum Massenmedium in den 50er-Jahren: Im Medium entstehen organisatorische und selbstreferentielle Strukturen. Bei Mediakraft werden Inhalte in verschiedenen Kanälen zum Beispiel nach Comedy, News oder Sport gebündelt, um die Orientierung für die Nutzer zu erleichtern. Collaboration erfolgt hier zum Beispiel durch die gegenseitige Bewerbung der YouTube-Stars, die aufeinan- der verweisen und ihre Abonnenten auf weitere interessante Videos aufmerksam machen. Falls Sie sich als Unternehmen also noch nicht mit YouTube als ernst zu nehmendem Kanal befasst haben, sollten Sie es spätestens jetzt tun. // Die neuen Medienmacher Christoph Krachten von Mediakraft Networks bringt die besten Videomacher im Netz zusammen. Und zwar auf der Plattform, die sich zum neuen Massenmedium entwickelt:YouTube. Christoph Krachten twittert unter @krachten; seine eigeneYouTube-Sendung clixoom finden Sie hier: www.clixoom.de 8  // Impulse Impulse
    • „Wir befinden uns auf dem Weg in das postdigitale Zeitalter“, ist Sebastian Metzner überzeugt. Der Mann muss es wissen: Er arbei- tet als Head of Research bei TrendONE und kennt sich bestens mit den Wandelphänomenen unserer Zeit aus. Sebastian Metzner ist Experte im Aufspüren von Innovationen und technologiebasierten Entwicklungen und versteht es, das Publikum schnell mit überzeu- genden Beispielen in seinen, wie er es selbst nennt, „Möglichkeits- raum“ zu entführen. Badezimmerspiegel mit interaktiven Oberflä- chen sind Teil dieses Raums und zeigen das aktuelle Wetter sowie die Fußballergebnisse des Vorabends beim Zähneputzen an. Mit der freien Hand des Badbenutzers werden relevante Inhalte per Finger- zeig mit Freunden geteilt. Spätestens beim zweiten Beispiel Metzners, dem Microtrend „Sur- rounding Interfaces“, wird auch dem letzten Zuschauer klar, was er mit Postdigitalität genau meint: Eine Kamera erfasst reale Objekte, scannt sie und ermöglicht mittels geeigneter Software die Inter­ aktion des Nutzers mit deren Oberfläche. Dabei wird deutlich: Die Trennung zwischen Digital und Analog entfällt zusehends. Das Digi- tale legt sich wie eine Schicht auf die reale Welt und erschafft etwas Neues. Und nach einiger Zeit wird sich die Digitalität anfühlen wie Sauerstoff – sie ist einfach da, ist natürlich und wird gebraucht. Klar ist, dass die Verschmelzung von Analog und Digital, die ständige Verfügbarkeit von Informationen, Folgen für unsere Gesellschaft haben wird. Benötigten 1986 „Wissensarbeiter“ noch 75 Prozent ihresWissens für ihre Aufgabe, greifen wir heute bei der Arbeit aktiv auf nur noch rund fünf Prozent zurück – Tendenz fallend. Wissen ist überall verfügbar und der Besitz kaum noch ein Vorteil.Wer beispiels- weise auf Reisen die Sprache seines Ziels nicht beherrscht, kann sein Defizit leicht mit der passenden App ausgleichen: aus Expertise wird Appspertise. Klare Botschaft am Ende von Metzners Vortrag: Das postdigitale Zeitalter beschleunigt unseren Weg von der Wissens- zur Könnens- gesellschaft. Wer auf Wissen setzt und auf Fragen wartet, bleibt sit- zen. Für Erfolg in der Postdigitalität sind der kreative und kollabora- tive Umgang mit Können wichtiger denn je. // Willkommen in der Könnensgesellschaft Wenn Analog und Digital verschmelzen, Informationen überall und jederzeit verfügbar sind, hat das Folgen für unsere Gesellschaft. Sebastian Metzner von TrendONE nahm die Besucher mit auf eine visionäre Reise in ein neues Zeitalter.
    • „Brainstorming“, „Out of the box thinking“ und die Suche nach dem Neuen – das sind klassische Werkzeuge, Ideen zu finden. In einem Zeitalter, in dem Kreativprozesse und das Umfeld, in dem sie stattfin- den, immer komplexer werden, versagen sie. Neue Methoden müs- sen her. Hier kommen die Thesen von Petra Sammer: „Das Brainstorming ist tot.“ Die wohl beliebteste Methode der Ide- enfindung ist gleichzeitig auch die am wenigsten effiziente. Denn es fällt uns schwer, die Regeln des Brainstormings einzuhalten. Brain- stormings mutieren leicht zum netten Kaffeeklatsch, die Extrover- tierten dominieren die Diskussion und der Mut, dabei hemmungslos kreativ zu sein, verkümmert. Es bedarf neuer Interpretationen dieser Methode: Wie wäre es mit einem „Brainstorming in the dark“?! „Not out of the box – think inside the box!“ Der Blick über denTeller- rand ist eines der Credos der Ideenfindung. Stellt sich die Frage, ob wir uns nicht schon längst außerhalb des Tellerrands befinden. Bes- ser sollten wir uns beiden Perspektiven zuwenden. „Details und Vogelflug sind für uns wichtig“, sagt Petra Sammer. Zusätzlich ist dabei fast noch wichtiger, zu definieren: „In welcher Box befinden wir uns eigentlich?“ „Die Suche nach dem Neuen bringt uns nicht weiter.“ Alles baut auf- einander auf, denn in jedem Neuen steckt auch etwas Altes. Das Neue muss als „Remix“ des Alten verstanden werden. Ein weiteres Problem mit dem Neuen ergibt sich aus fehlender Risikobereitschaft. Einerseits wollen wir das Neue. Andererseits wäre es doch ganz praktisch, wenn es jemand anderes schon einmal ausprobiert hätte. „Die Ära des kreativen Genies ist zu Ende.“ Der Mythos des Den- kers, der allein im stillen Kämmerlein die großen, weltverändernden Ideen generiert, hat ausgedient. Ein einzelnes Gehirn kann heute nicht mehr leisten, was Kreativprozesse verlangen. Kreativität ent- steht im Kollektiv, durch Zusammentreffen und durch das „Co“ bei der Kreation – in diesem Sinne: Collaborate! // Die neue Kreativität: Remix und Co-Creation „Wir brauchen neue Wege, Ideen zu finden.“ Petra Sammer, Chief Creative Officer bei Ketchum Pleon, erläutert, warum sich Kreativprozesse ändern müssen. @Petra Sammer ist die Chief Creative Officer bei Ketchum Pleon und überzeugt, dass jeder Mensch kreativ ist. Petra twittert unter @Petra Sommer
    • Mit Spannung erwartet und allen Erwartungen tatsächlich gerecht geworden – so lautete das Fazit kurz nach dem Impuls-Vortrag von Sabine Hückmann und Rüdiger Maeßen im Auditorium. Wertschöp- fung durch Vernetzung: Besonders aufgrund des Plauderns aus dem Nähkästchen, wie der Vernetzungsprozess bei Ketchum Pleon ver- läuft, und der angeregten Beiträge der Zuhörer während der anschlie- ßenden Diskussion verging die Stunde wie im Flug. Das wahrscheinlich wichtigste Learning der Powerhour: Transforma­ tionsvorhaben in Richtung eines Unternehmenstypus Enterprise 2.0, das eine hochgradige Vernetzung nach innen und außen zur Wert- schöpfung betreibt, hat mehr als nur eine Dimension. Während viele Unternehmen über die technische Komponente („Technology“) in den Transformationsprozess einsteigen, spielen die Aspekte „Leadership“ und„Culture“ die eigentlich wichtigen Rollen im Dreiklang derVerände- rung. Nur die Beachtung und Wertschätzung aller Dimensionen wird den Changeprozess in erfolgreiche Bahnen lenken. Zweites Learning derVeranstaltung: Ein reinerTop-down-Ansatz bei der Implementierung der E2.0-Strategie wird scheitern. Deutlich erfolgversprechender ist eine intelligente Verknüpfung von Top-down und Bottom-up-Ansatz. Diese Erfahrung bestätigten die Teilnehmer, die in der offenen Diskus- sion von ihren Herausforderungen beimWandel zu einem E2.0 berich- teten.Tenor aller Beteiligten:Veränderung passiert nicht von allein.Viel- mehr müssen Mitarbeiter fit gemacht werden und lernen, „dass Wissen nicht mehr alleine meine Macht, sondern die Macht des Unter- nehmens ist“ (Maeßen). Tatsächlich muss die Belegschaft abgeholt, informiert, begeistert und eingebunden werden. Besonders wichtig ist dabei, dass Führungskräfte eine Vorbildfunktion übernehmen und den Wandel aktiv vorleben. Veränderung passiert nicht von allein. Veränderung passiert aber auch nicht von heute auf morgen: Diesen Zahn zogen Sabine und Rüdiger den Zuhörern und erklärten, dass derartige Wandel durchaus zehn oder mehr Jahre dauern können. Um den gesamten Prozess so schlank wie möglich zu gestalten, rieten die Referenten den Unternehmensvertretern, im Vorfeld genau zu definieren, wo das Unternehmen herkommt und wohin es will. Wie soll das Enterprise 2.0 aussehen, welche Visionen gibt es? Als Must-Have-Tools empfahlen Sabine und Rüdiger die Formulie- rung einer Change-Story sowie einer Argument-Map. Schlussendlich bleibt nach dem Impulsvortrag vor allem der Eindruck, dass mit der Entwicklung zu einem Enterprise 2.0 die Tore in eine herausfor- dernde, spannende und vor allem chancenreiche Zukunft für moderne Unternehmen aufgestoßen werden. // Für die Enterprise 2.0 im Einsatz: @Dr. Sabine Hückmann, Managing Partner und Standortleiterin Stuttgart und @Rüdiger Maeßen, Standortleiter Düsseldorf/Bonn und Head of Digital & Social Media Enterprise 2.0: Veränderung braucht Zeit Wettbewerbsfähigkeit in einer global hochvernetzten Wirtschaft erfordert neue Wege. Dr. Sabine Hückmann und Rüdiger Maeßen erläuterten einen Ansatz, der über Vernetzung nach innen und außen unternehmerische Wertschöpfung verspricht.
    • Disruption war der Schlüsselbegriff desVortrags der beiden Ketchum- Pleon-Mitarbeiter. Betroffen vom „Zusammenbruch“ sind ganze Geschäftsmodelle – dabei trägt die Ursache einen klangschönen Namen: SoLoMo. Die Abkürzung steht für social, local und mobile. Vor dem Smartphone, so die beiden Referenten, waren diese Berei- che getrennt. Social stand beispielsweise für den Besuch im Café, local für Informationen in Reiseführern und mobile fürTelefonie. Das Smartphone verbindet die drei Bereiche. Wir informieren uns per App mobil über Orte in der Nähe und wählen sie nach den Bewertun- gen früherer Besucher aus. Diese Verbindung gelingt den Gelben Seiten oder Reiseführern nicht. Sie sind local, aber nicht social. Auch per Internet klären sie lediglich darüber auf, wo sich welche Cafés befinden. Deshalb sind sie so gut wie verschwunden. Das gleiche Schicksal droht Taxizent- ralen. Im Zeitalter der Apps wird diese Schnittstelle für Kunden und Fahrer überflüssig. Wo alte Geschäftsmodelle verschwinden, entstehen Chancen für andere. Für das von waze etwa. Dank dieser App erhalten beispiels- weise Autofahrer in Echtzeit Informationen über ihre Strecke, gene- riert von den Nutzern. Auch das Netzwerk foursquare lebt von Inter- aktion. Die Nutzer empfehlen einander Restaurants, Autohändler oder Museen. Die App entwickelt sich derzeit aber noch weiter. Sie soll personifizierte Tipps geben: Bewegt sich der Nutzer in einer fremden Stadt, übermittelt foursquare Informationen, die ihn sehr wahrscheinlich interessieren. Dazu werden frühere Anfragen des Nutzers analysiert. Kein Wunder, dass unter anderem der Einzelhan- del gern mit foursquare kooperiert. // SoLoMo Wer schon immer wissen wollte, wieso die Gelben Seiten ausgestorben sind, wendet sich am besten an die Digitalexperten David Nelles und Norbert Brema. Vorab: Das Internet ist (fast) unschuldig. @Norbert Brema ist Social Media Berater bei Ketchum Pleon mit Heimathafen München. Er shared, twittert und liked privat und beruflich seit Jahren. Auch mobil. @David Nelles ist Senior Social Media Strategist und am besten online zu finden.
    • TWITTERATIs Eindrücke zum Ketchum Pleon Inspiration Day unter #iday13. Folgen Sie uns unter @ketchumpleonger.
    • Juni 2013 Ketchum Pleon GmbH Bahnstraße 2 40212 Düsseldorf Konzept und Realisierung: Business Development Autoren dieser Ausgabe: Hendrik Werner, Gesa Liss, Liony Bauer, Oliver Boergen, Marlene Leske, Mario Nagel. Schlussredaktion: Yasmine Cordes, Petra Heinrich, Hendrik Werner Layout: Sandra Spitzer Fotos: Sebastian Donath IIllustrationen: Yasmine Cordes