Wie die Tiere
by Michael Hafner on Nov 25, 2010
- 482 views
kbex micropublishung präsentiert mit "Wie die Tiere" den erste Band einer Schriftenreihe zu Online-Medien und digitaler Kommunikation. ...
kbex micropublishung präsentiert mit "Wie die Tiere" den erste Band einer Schriftenreihe zu Online-Medien und digitaler Kommunikation.
Hier gibt es keine griffigen Case Studies. "Wie die Tiere" beschäftigt sich ganz trocken mit der Frage: Warum bedeutet, was wir sagen, überhaupt etwas? Wie gehen wir davon aus, zu verstehen und verstanden zu werden? Und warum funktioniert trotz allem immer irgendetwas?
"Wie die Tiere" ist die erste buchfüllende Publikation von kbex micropublishing. Auf 174 als ebook verfügbaren Seiten geht Michael Hafner der Frage nach, welche gemeinsamen Horizonte wir in der alläglichen Kommunikation noch annehmen dürfen.
Gemeinsamkeiten (seien es Horizonte, Werte oder Informationen) stellen sich dabei als genauso verfäglich heraus wie die Annahme von letzten Wahrheiten - die ihrerseits wieder nur auf als gemeinsam vorausgesetzten Werten begruendet sind.
Der Text zerstoert heimelige Vorstellungen von Verstaendnis ebenso wie Mythen des Businessalltags: Welche Aussagekraft hat schon ein Businesscase, was - ausser der Vorstellungskraft des Erstellers - wird durch diese Zahlenspiele belegt? Und ist irgendjemand tatsaechlich so, wie er sich Bueroklischees zufolge benehmen sollte?
Brueche werden durch Vielfalt offenbar; je mehr unterschiedliches wir sehen - nicht zuetzt auch dank der neuen Online Medien -, desto eher sind wir bereit, unsere eigene Position als hinterfragbar, als nicht der Weisheit letzter Schluss zu akzeptieren. Vielfalt - im guten wie im schlechten - ist eines der deutlichsten Merkmale aktueller Informations- und Kommunikationsgewohnheite n. Sind wir also auf dem Weg, tolerante, flexible, offene und allwissende Superkommunikatoren zu werden?
Mit destruktivem Charme legt "Wie die Tiere" dar, dass auch Toleranz oft nur ein Mittel ist, die eigene Position zu zementieren: "Die sind halt so", "Interessant", "Eine Tradition in Papua Neuguinea..." - solche und ähnliche bildungsbürgerliche Terrorattacken auf einfache Dinge laden zum ungehemmten Spekulieren ein: Je geringer die Chance ist, dem Gegenstand unserer Spekulation zu begegnen, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, des Unsinns überführt zu werden. Das befreit.
Das Anerkennen der grundlegenden Unterschiede zwischen uns und allem anderen ist eine Frage des Respekts. Gemeinsamkeiten vorauszusetzen, Differenzen vor einem gemeinsamen Hintergund zu beschreiben, ist die respektlose Vereinnahmung eines anderen, der genau so Mittelpunkt seiner Welt ist, wie wir Mittelpunkt unserer Welt sind.
Fassungslosigkeit und Gelassenheit sind zwei Seiten derselben Einstellung anderem gegenüber, die durchaus angemessen ist.
"Wir verstehen Sie nicht, Sie verstehen uns nicht - das ist die beste Voraussetzung fuer ein gutes Gespräch."
Accessibility
Categories
Tags
More...Upload Details
Uploaded via SlideShare as Adobe PDF
Usage Rights
© All Rights Reserved
Statistics
- Favorites
- 0
- Downloads
- 0
- Comments
- 0
- Embed Views
- Views on SlideShare
- 471
- Total Views
- 482