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Twitter: Ritualisierte Ästhetisierungen des Alltags
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Twitter: Ritualisierte Ästhetisierungen des Alltags

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Vortrag im Rahmen der 3. Moyländer Diskurse zu Kunst und Wissenschaft: Rituale der Kunst, Kunstakademie Düsseldorf, 23.10.2010. …

Vortrag im Rahmen der 3. Moyländer Diskurse zu Kunst und Wissenschaft: Rituale der Kunst, Kunstakademie Düsseldorf, 23.10.2010.

Folien enthalten teilweise Kommentare (oben links)!

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  • Weitere Präsentation zu Twitter; diesmal im Kontext von 'Medienbildung': http://www.slideshare.net/joerissen/medialitt-artikulation-praxis-strukturale-medienbildung-am-beispiel-twitter.

    Online-Text zum Thema: Jörissen, B. (2011). Transritualität im Social Web: Performative Gemeinschaften auf Twitter.com. Selbstpublikation (creative commons-Lizenz). WWW: http://tinyurl.com/joerissen-2011-twitter
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  • Thanks! That 'future man' thing is a viral, not my idea. But I like this perspective change a lot.
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  • 'Like' in particular the inverted panopticon and the delightful comment from 'the past' 'no offence, future man, but is everyone in your time retarded?'. Yes, they (we) presumably are.
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  • Da dies anhand der Folien ohne Vortrag nicht ersichtlich ist: Es geht um eine bestimmte, eher ludisch orientierte Twitter-Kultur, wie sie etwa im Kern von den favchart-Twitterern (und die daran angebundenen Netzwerke), den Veranstaltern, Besuchern von Twitter-Lesungen etc. repräsentiert wird, und wie sie neuerdings im Buchform manifestiert wurde (http://www.amazon.de/PONS-Twitter-Zeichen-kuriose-Tweets/dp/3120100285). Andere Arten, Twitter zu nutzen - im Kontext professioneller Networks of Practice, als PR-Twitter, als privates Informationmedium für Familie und Freunde etc. - spielen hier keine Rolle.
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  • Leider wurden die im PDF eingebetteten Popup-Kommentare nicht übernommen. Verbesserte Version folgt in Kürze.
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Transcript

  • 1. Ritualisierte Ästhetisierungen des Alltags Rituale der Kunst 3. Moyländer Diskurse zu Kunst und Wissenschaft Kunstakademie Düsseldorf, 23. Oktober 2010
  • 2. © Ethority http://www.social-media-prisma.ethority.de
  • 3. © Flowtown.com http://www.flowtown.com/blog/the-2010-social-networking-map
  • 4. Übersicht 1. @Epitymbidia – ein Beispiel 2. Das „Twitterverse“ 3. Ritualisierungen und Rituale 4. Ästhetisierungen des Alltags
  • 5. 1. @Epitymbidia
  • 6. Sidonie-Gabrielle Colette (1873-1954)
  • 7. @Epitymbidia Aphrodite Epitymbidia „die auf den Gräbern“ EdwardMatthewHale:PsycheattheThroneofVenus(1883)
  • 8. Assoziationen … epithymia cymbidia (Orchidee) Epitom @Epitymbidia Aphrodite Epitymbidia „die auf den Gräbern“
  • 9. „followers“ = Leser „following“ = liest bei anderen mit
  • 10. Tweets können mit einem Stern als „favorite“ markiert werden. „tweets“ ~ max. 140 Zeichen publizierter Text
  • 11. Tweets können mit einem Stern als „favorite“ markiert werden.
  • 12. Huch, der Toaster sprüht Funken! Und ich renne natürlich aus der Küche hierher, um das zu schreiben. Blöd. Mein Gemüt wurde vom Grinsen eines Erpels zertrümmert. Huch, Nasenbluten. Deswegen drückt sich die Leertaste so urig. Ich habe mein Gesicht kaputtgeschlafen. Steigen wir gleich wieder ordnungsgemäß in den Alltag ein: Rauchen, duschen, rauchen, rasieren, schick machen, rauchen, trinken, ruinieren… Hm, ich verstehe Krokodile eigentlich sehr gut; ich weine beim Essen auch oft. Ich habe mich vor Langeweile in ein Eichhörnchen verwandelt.
  • 13. entspricht ca. 40-90 Tweets pro Tag
  • 14. http://www.michaela-von-aichberger.de/
  • 15. Ich merke es schon, meine wahre Gestalt zerrüttet die strukturelle Integrität der ordinären Twitterati-Psyche. Wie labil ihr sein müsst. Ich bin dazu verurteilt, dass meine Anspielungen im Nichts hohler Köpfe verpuffen. Ich hab' noch eins: ἔργον δ᾽ οὐδὲν ὄνειδος. #4AncientGreekWordsAfterSex ihr Spackos. Twitter wird mir irgendwann noch die Freude am "Hach" vermiesen. Euer Umgang damit damit ist einfach widerlich.
  • 16. 2. Das „Twitterverse“
  • 17. Die „Timeline“ aggregiert die einzelnen „Tweets“ der abonnierten Twitterer (der „Followees“) zu einem Textfluss.
  • 18. Twitter ist in hohem Maße mit Mobilgeräten verwendbar (Smartphones oder SMS).
  • 19. (cc) Brian Solis http://www.flickr.com/photos/briansolis/3570379944/
  • 20. ©NGOnlinehttp://www.ngonlinenews.com/news/the-journey-of-a-tweet/
  • 21. © Flowtown.com http://www.flowtown.com/blog/the-2010-social-networking-map asymmetrisch
  • 22. „Follower“ „Followee“
  • 23. „Follower“/ „Followee“ „Followee“/ „Follower“
  • 24. Huberman/Romero/Wu (2009): Social networks that matter: Twitter under the microscope. In: First Monday, Volume 14, Number 1 - 5 January 2009. WWW: http://tiny.cc/huberman_romero_wu_2009
  • 25. 3. Twittern als ritualisierte Handlungspraxis
  • 26. Grenzziehung Schwelle Aussetzen der Ordnung In-/ Exklusion Iteration interne Vollzüge Beobachtung des Ritualvollzugs und des extrarituellen Kontextes mittels „innerer Semantik“ „Übersetzung“ der symbolischen Ordnung in rituelle Sequenzen (sz. Arrangement, Gesten, Skripts) Performative Hervorbringung sozialer Wirklichkeit; Differenzbearbeitung Strukturaspekte von Ritualen
  • 27. Grenzziehung schwach markierte Schwelle partielles Aussetzen der Ordnung In-/ Exklusion Iteration interne Vollzüge „innere Semantik“ eher implizit als explizit rituelle Sequenzen lose gekoppelt (sz. Arrangement, Gesten, Skripts) Statusverhandlung; Differenzbearbeitung; Gemeinschafts- verhandlung Strukturaspekte von Ritualisierungen
  • 28. Rituale und Ritualisierungen im Twitterverse ?
  • 29. Rituale und Ritualisierungen im Twitterverse 1. Twittern als ritualisierte Handlung 2. Hervorbringung ritualisierter kultureller Formen und Regeln 3. Entstehung von Ritualen
  • 30. Rituale und Ritualisierungen im Twitterverse 1. Twittern als ritualisierte Handlung 2. Hervorbringung ritualisierter kultureller Formen und Regeln 3. Entstehung von Ritualen
  • 31. Foucault, Michel (1977): Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt/M.: Suhrkamp (Abb. 17) Jeremy Bentham (1748-1832) Jurist, Philosoph, Sozialreformer
  • 32. Quelle: mtv.com Invertiertes Panoptikon: Sich im medialen Raum einer nicht sichtbaren/ kontrollierbaren Öffentlichkeit „zu sehen geben“.
  • 33. • lesen, „faven“, retweeten • antworten, auf Aktionen (Meme) reagieren • eigene Tweets verfassen alltagsbegleitende Einbindung:
  • 34. Rituale und Ritualisierungen im Twitterverse 1. Twittern als ritualisierte Handlung 2. Hervorbringung ritualisierter kultureller Formen und Regeln 3. Entstehung von Ritualen
  • 35. ein typisches „Mem“
  • 36. „Re-Tweets“
  • 37. Rituale und Ritualisierungen im Twitterverse 1. Twittern als ritualisierte Handlung 2. Hervorbringung ritualisierter kultureller Formen und Regeln 3. Entstehung von Ritualen
  • 38. „Follow Friday“ #FF
  • 39. 4. Ästhetisierungen des Alltags
  • 40. Quelle: Web (viral; unbekannter Autor)
  • 41. Miller, Vincent (2008): New Media, Networking and Phatic Culture. In: Convergence Vol. 14 (4), S. 398 „… we see a shift from dialogue between actors … to a situation where the maintenance of the network itselfhas become the primary focus.“ „This has resulted in a rise of what I have called ‚phatic media‘ in which communication without content has taken precedence.“
  • 42. Miller, Vincent (2008): New Media, Networking and Phatic Culture. In: Convergence Vol. 14 (4), S. 397
  • 43. Themen Persönliches Eigene Person Selbstdefinitionen (oft ironisch) Befindlichkeit Körper Sex Privatraum Beziehung Freunde Familie Alkoholkonsum Lektüre Reise beim Einkaufen Kochen Arbeitswelt Prokrastination Langeweile Büroalltag Kollegen Chef „Montag“ Twitter Follower Bezug auf Tweets Beschwerde (Twitter down, Regelbruch) Meme Sonstige Themen Fernsehen Sendungskritik Sender-Kritik Politik Informationen Kritik ÖPNV/Bahn Filme Kinder (!) …
  • 44. Themen Persönliches Eigene Person Selbstdefinitionen (oft ironisch) Befindlichkeit Körper Sex Privatraum Beziehung Freunde Familie Alkoholkonsum Lektüre Reise beim Einkaufen Kochen Arbeitswelt Prokrastination Langeweile Büroalltag Kollegen Chef „Montag“ Twitter Follower Bezug auf Tweets Beschwerde (Twitter down, Regelbruch) Meme Sonstige Themen Fernsehen Sendungskritik Sender-Kritik Politik Informationen Kritik ÖPNV/Bahn Filme Kinder (!) …
  • 45. Modi (Haltung) phatisch Begrüßung expressiv Gefühlsäußerung informativ Bericht Link News-Retweet dialogisch @-Reply Mem-Tweet (explizit) reflexiv politischer Kommentar These ludisch Witz Parodie Sprachspiel
  • 46. Form primär inhaltsbezogen Kurzbericht Notiz „Telegramm- stil“ primär rhetorisch Gedanken- figuren Allegorie Allusion Alogismus Ambiguität Bathos Fragment Ironie … Sprach- figuren Alliteration Anagramm Aposiopese Assonanz … „Mikro- Genres“ Mikrodrama „Mikro- Groteske“ bildlich/ graphisch ASCII-Art Wortbilder Icon-Sätze
  • 47. Form primär inhaltsbezogen Kurzbericht Notiz „Telegramm- stil“ primär rhetorisch Gedanken- figuren Allegorie Allusion Alogismus Ambiguität Bathos Fragment Ironie … Sprach- figuren Alliteration Anagramm Aposiopese Assonanz … „Mikro- Genres“ Mikrodrama „Mikro- Groteske“ bildlich/ graphisch ASCII-Art Wortbilder Icon-Sätze
  • 48. Form primär inhaltsbezogen Kurzbericht Notiz „Telegramm- stil“ primär rhetorisch Gedanken- figuren Allegorie Allusion Alogismus Ambiguität Bathos Fragment Ironie … Sprach- figuren Alliteration Anagramm Aposiopese Assonanz … „Mikro- Genres“ Mikrodrama „Mikro- Groteske“ bildlich/ graphisch ASCII-Art Wortbilder Icon-Sätze
  • 49. Form primär inhaltsbezogen Kurzbericht Notiz „Telegramm- stil“ primär rhetorisch Gedanken- figuren Allegorie Allusion Alogismus Ambiguität Bathos Fragment Ironie … Sprach- figuren Alliteration Anagramm Aposiopese Assonanz … „Mikro- Genres“ Mikrodrama „Mikro- Groteske“ bildlich/ graphisch ASCII-Art Wortbilder Icon-Sätze
  • 50. Muster unterschiedlicher Reflexivitätsgrade Phatische Kommunikation Alltagskommentar, Witz Reflexion, These
  • 51. „Wer sich artikuliert, deutet seine qualitative Erfahrung, indem er sie (...) zur Sprache, zum Bild, zur Musik oder wozu auch immer bringt.“ Jung, Matthias (2005): „Making us explicit“: Artikulation als Organisationsprinzip von Erfahrung. In: Schlette/Jung (2005), S. 126. „Artikulation“
  • 52. „… Symbolmedien haben sich von der […] Bindung an das Hier und Jetzt der Erfahrung gelöst und werden dafür genutzt, den Sinn den Erlebten durch Bezug auf intersubjektiv geltende Systeme der Bedeutungsbestimmung zu explizieren.“ Jung, Matthias (2005): „Making us explicit“: Artikulation als Organisationsprinzip von Erfahrung. In: Schlette/Jung (2005), S. 132.
  • 53. Artikulation Doppelnatur Produkt/Prozess Doppelte Positionierung (Selbst/sozial)
  • 54. Artikulation Im Social Web sind Artikulationen nicht unbedingt an eigene Schöpfung und Kreativität gebunden. „Hackability“
  • 55. Artikulation Dies impliziert eine Transformation des Status von „Subjektivität“. Das „Subjekt“ erscheint in seinen Artikulationen vernetzt und hybridisiert.
  • 56. www.joerissen.name www.strukturale-medienbildung.de Vielen Dank für Ihre Aufmerksamtkeit!

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