Körper der Artikulation. Zum Verhältnis von Medialität und Anthropologie.
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Vortrag m. Notizen; Univ. Köln, 9.7.2012

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  • Dass Medien ein eminent anthropologisches Thema darstellen, scheint angesichts der Bedeutung von Sprache, Zeichen und Bildern in der menschlichen Evolution und Kulturgeschichte evident. Dennoch existiert keine homogene oder systematische „Anthropologie der Medien“, die uns zuverlässig über die anthropologischen Aspekte „des Medialen“ informieren könnte. Und dies ist kein Zufall: Da es keine allgemeine und allgemein anerkannte „Theorie der Medien“ gibt – und wenig Aussicht besteht, dass eine solche möglich ist (vgl. Rusch 2002) – ist der Gegenstandsbereich medienanthropologischer Beiträge entsprechend weitläufig. Das „Handbuch Historische Anthropologie“ (Wulf 1997) etwa, als ein zentraler Bezugspunkt der neueren anthropologischen Diskussion, listet im Abschnitt „Medien und Bildung“ die Artikel „Bild“, „Geld“, „Kommunikationsmedien“, „Neue Medien“, „Rhythmus“, „Schrift“, „Sprache“, „Zahl“ und „Zeichen“. Hier sind gleich mehrere Arten von Medienbegriffen involviert – Kommunikationsmedien, Artikulationsmedien, Speichermedien, Containermedien sowie der genuin soziologische Begriff der generalisierten Interaktions- bzw. Erfolgsmedien (z.B. Geld).\nIch wähle dabei die Strategie, von Phänomenen der Medialität statt von lebensweltlich gegenständlichen – medientheoretisch aber nicht konsistent begreifbaren – Medien auszugehen. Anthropologie und Medialität werden aus dieser Perspektive stärker miteinander verknüpft: Aspekte der medialen Konstitution des Anthropologischen und Aspekte der anthropologischen Konstitution des Medialen werden eng aufeinander bezogen, so dass sich daraus zugleich eine Anthropologie der Medialität wie auch eine „medialitätstheoretisch“ fundierte Anthropologie ergibt. So gefasste Anthropologien der Medialität nehmen die Konstitutivität von Medialität für das, was jeweils als „Mensch“ die historischen Bühnen betritt, in den Blick. Medialität ist aus dieser Perspektive nicht ein anthropologisches Themenfeld unter vielen anderen, sondern ein anthropologisches Kernkonzept, so wie es etwa Körper, Kultur und Imagination darstellen.\n\n
  • Der Artikulationsbegriff im bildungstheoretischen Diskurs um „Medienbildung“.\n
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  • Artikulation wird hier, bildungstheoretisch durchaus stringent, auf wissenstheoretisch auf Reflexion hin ausgelegt, um insbesondere die These der Reflexivität medialer Artikulationen zu begründen. Diese Lesart wird im Folgenden aus anthropologischer Perspektive hinterfragt und vertieft.\n
  • Der Artikulationsbegriff verweist diskursgeschichtlich auf (mindestens) zwei zu unterscheidende Linien. Die erste verläuft über W.v. Humboldts sprachphilosophisches Konzept der „doppelten Artikulation“ über Wilhelm Dilthey und Ernst Cassirer (Prägnanzbegriff) hin zur gegenwärtigen (v.a. sprach-)philosophischen Anthropologie (Schwemmer, Trabant, Jung). Die zweite verläuft von Karl Marx zu Louis Althusser; von dort aus weiter etwa zu Stuart Hall und Judith Butler, also zu Cultural Studies und Gendertheorie.\n
  • In der ersten Linie wird der Begriff der Artikulation vom Gedanken einer (zunächst auf Sprache bezogenen) „prägnanten Ausdrucksgestalt“ motiviert. In der zweiten Linie geht es um etwas sehr anderes, nämlich um eine makroökonomische „Gelenkfunktion“ in der postmarxistisch-strukturalistischen Theorie: um die Verknüpfung von „Basis“ und „Überbau“ dergestalt, dass Ideologien durch performative Prozesse der „Anrufung“ „konkrete Individuen als soziale Subjekte ideologischer Diskurse konstituieren“ (wie Hall Althusser paraphrasiert: vgl. Hall 2000, S. 125).\n
  • Ich werde mich insbesondere auf das Verständnis im Sinne der erstgenannten Diskurslinie beziehen, allenfalls implizit auch die Frage der artikulativen Konstitution von Subjektivität, wie sie in der zweiten Linie gestellt wird, in den Blick nehmen. Dabei interessiert mich weniger die postmarxistische Ideologietheorie als vielmehr der in der Form dieses Gedankens involvierte praxistheoretische, also praxeologische Aspekt.\n
  • Im Folgenden möchte ich zunächst aufzeigen, inwiefern es sich bei Artikulationsprozessen nicht nur um bloße Ausdrucksgeschehen, sondern vielmehr um eine dreiseitig verbundene (triadische) Prozesse handelt, in denen Ausdruck, Wahrnehmung und Anerkennung miteinander verwoben sind. Das dabei zu verhandelnde Argument der konstitutive Medialität von Artikulation ist letztlich meine hauptsächliches Intersse, insofern aus diesem die Bedeutung von Medialität für anthropologische Forschung hervorgeht. \nZweitens möchte ich den Zusammenhang von Körper und Artikulation, mithin einer basalen Verbundenheit von Körper und Medialität darstellen und sowohl theoretisch wie auch anhand empirischer Beispiele begründen. \nMeine Argumentation soll damit – drittens – insgesamt sichtbar machen, dass und inwiefern Medialität eine Thematik von zentraler Bedeutung – insbesondere auch für die pädagogische Anthropologie – darstellt, die zugleich im anthropologischen Diskurs allenfalls in zumeist unverbundenen Partialdiskursen, als Sprach-, Bild- oder Klanganthropologie, weniger aber als grundlegender Aspekt, und somit als Desiderat pädagogisch-anthropologischer Grundlagenforschung, in den Blick gerät.\n
  • Es ist auffällig, dass der Artikulationsbegriff, insbesondere im Kontext einer medientheoretischen Diskussion, in jüngerer Zeit in zwei voneinander unabhängigen – und bemerkenswerter Weise geradezu ostentativ nicht aufeinander Bezug nehmenden, gleichwohl nicht gänzlich unverwandten – Projekten an zentraler Stelle auftaucht. Das eine ist das einer primär sprachanthropologisch und sprachphilosophisch motivierten Auseinandersetzung (Trabant 1998; Schlette/Jung 2005; Jung 2009); das andere eines der „medientheoretischen Grundlegung“ einer Kulturphilosophie im deutlichen Anschluss an Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen (Schwemmer 2002; 2005). Im Folgenden werden zunächst beide Artikulationskonzepte, im Anschluss die beiden damit verknüpften Medialitätsmodelle vorgestellt und diskutiert.\n
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  • Oswald Schwemmer geht es in seiner medientheoretischen Grundlegung der Kulturphilosophie um nicht weniger als die entscheidende Ergänzung der Philosophie der symbolischen Formen, da diese dem medialen Aspekt von Artikulation zu wenig Bedeutung beigemessen habe (Schwemmer 2005, S. 54). \n
  • Den zentralen Aspekt der Philosophie Cassirers sieht Schwemmer (im Einklang mit anderen Cassirer-Interpreten) im Konzept einer symbolischen Prägnanz, die durch Artikulation gewonnen wird. \n\n
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  • Die „Prägnanzmuster“ der Artikulation unterliegen „Formbildungsformen“ – und diese unterliegen medialen Strukturen, da keine Arikulation außerhalb medialer Strukturbedingungen .\nJede Artikulation bedarf eines Mediums (S. 53)\nmediale Formbildungsmöglichkeiten sind „für die innere Gliederung der Artikulation konstitutiv“; ihre Analyse einer der „Hauptaufgaben jeglicher kulturtheoretischer Reflexion“ (S. 55)\n\nSchwemmers Mediendefinition betont zwei wichtige Momente: \nEigenstruktur + Eigendynamik = Selbststrukturierungspotenzial.\n
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  • Schwemmer wiederholt den Cassirer‘schen Gestus der Formdominanz gegenüber Materialität und Medialität im Grunde. Er wagt genau einen Schritt in die Medientheorie hinein – letztlich nur, um „substantielle“ Medien unter Auschluss all dessen, was sie erscheinen und zirkulieren lässt, als „Strukturgeber“ des Geistes darzustellen. Er verkennt erstens die Grundstruktur der Re-Mediatisierung (des Erscheinens medialer Artikulationen in weiteren medialen Kontexten) und zweitens - damit zusammenhängend - die Tatsache, dass die sog. „substantiellen“ Medien ihre Struktur nicht ohne ihre angeblich instrumentellen Körper (zu denen schon die Stimme zählen muss) hätten ausprägen können; somit übersieht er etwa auch medienbedingte Transformationen der angeblich „substantiellen“ Sprache (z.B. Hybridformen von Schrift- und gesprochener Sprache).\n\nEr ignoriert dabei weitgehend folgende Diskurse:\n- Materialitäten des Medialen (Gumbrecht u.a.)\n- Körperlichkeit, Stimmlichkeit der sprachlichen (Krämer) und bildlichen (Beling) Artikulation\n- Sozialität und soziale Situiertheit kultureller Formgebungen (Bourdieu)\n\nZudem verbleibt er in einem strengen werkästhetischen Paradigma (Cassirer/Heidegger) und übergeht die Prozesshaftigkeit von Artikulation; somit letztlich auch ihre konkrete Sozialität (im Gegensatz zum abstrakten Reich bereinigter kultureller Formen).\n
  • Eine körpertheoretisch geradezu entgegengesetzte Position bezieht Matthias Jung, dessen Diskussion des Artikulationsbegriffs zwar ebenfalls auf Cassirers Prägnanzbegriff Bezug nimmt, jedoch im Wesentlichen von anderen Gedanken inspiriert ist. Insbesondere sind dies Wilhelm von Humboldts sprachphilosophisches Konzept der „doppelten Artikulation“ (vereinfacht: doppelte Artikulation von Sprache als lautlicher und gedanklicher Artikulation), der bereits Körper und Sinn miteinander koppelt, und Wilhelm Diltheys Vorstellung einer, wie man heute sagen könnte, evolutionstheoretisch strukturellen Kopplung „innerer“ und „äußerer“ Artikuliertheit:\n
  • [Zitat]\nDie „innere Artikulation“ ist dabei als „psychischer Ausdruck der physischen Organisation des Organismus“ zu verstehen (Jung 2009, S. 143). \n
  • [Zitat]\nDer Laut ist die Wirklichkeit des Gedankens; ohne diesen kann jener nicht erscheinen. Damit ist er aber *strukturell* von den Bedingungen der Lautformung und -reihung abhängig. Vor diesem Hintergrund erscheint Symbolgebrauch grundsätzlich als zweiseitiger, körperlicher und symbolischer Prozess, der gelebte Erfahrung einerseits und abstraktes Symbol andererseits umfasst. In diesem Sinn definiert Jung:\n
  • „Unter Artikulation verstehe ich die – meist okkasionelle, manchmal planmäßige – Explikation menschlicher Erfahrung durch die Performanz von symbolischen Akten […], in denen die implizit-qualitative Gestalt gelebter Erfahrung in die explizit-semantische Gestalt eines prägnanten Symbolismus transformiert wird. […] Sie stellt das vernachlässigte Medium dar, das Wahrnehmung und Sprache, Subjekt und Intersubjektivität, fließenden Bewusstseinsstrom und objektive Bedeutung, somatischen Ausdruck und Geist zusammenbringt.“ (Jung 2005, S. 105).\n
  • Jung betont also erstens den Aspekt der Explikation von zuvor Implizitem – und somit den reflexiven Charakter von Artikulation. Damit liegt der logischen Form nach eine Prozessbeschreibung vor. Artikulation ist somit etwas, das in seinem Charakter zwischen Prozess (des Artikulierens) und Produkt (des Artikulierten) oszilliert. \n
  • Zweitens, damit zusammenhängend, wird Artikulation nicht nur als subjektiv-reflexiver, sondern wesentlich auch als intersubjektiver Prozess verstanden, insofern Artikulationen als Äußerungen Kommunikationsakte sind, die als solche Geltungsansprüche erheben. Soziale Erfahrungen sind mithin impliziter Bestandteil schon des Artikulationsprozesses, wenn und insofern diese als Maßstab der Anerkennungsfähigkeit von Artikulationen herangezogen werden: insofern geht es um eine Form der Reflexivität, die zugleich „Inneres“ symbolisch expliziert und diese Explikation bereits (im Sinne innerer Kommunikation) an sozialen Erfahrungen ausrichtet.\nEben dieses Moment der „Weltzugewandheit“ von Artikulation ist auch für Schwemmer ein wesentliches.\n
  • Schwemmer und Jung schätzen die Bedeutung des Körpers für Artikulationsprozesse extrem unterschiedlich ein (für Schwemmer ist Wahrnehmung lediglich ein „leibliches Geschehen, das abläuft und bereits durch unser leibliches Verhalten in seinem Ablauf bestimmt wird“ und insofern keine geistige Dignität beanspruchen kann). Beide gemeinsam ist jedoch die Betonung des Handlungsaspekts der Äußerung und ihres „Effekts“ auf Wahrnehmung, insofern diese durch artikulative Prägnanz „organisiert“ wird bzw. durch die artikulativ erzeugen „Formbildungsformen“ strukturiert wird. \nSie thematisieren jedoch weniger den Akt der Wahrnehmung oder des Erlebens selbst. Freilich nehmen beide einen reflexiven Zusammenhang der Entstehung und Veränderung von Wahrnehmungsmustern aufgrund von Ausdrucksformen und Ausdruckshandlungen an; doch bleiben Ausdruckshandlung und Wahrnehmung, so scheint mir, in einer Dichotomen „aktiv-passiv“-Zuordnung verortet, die notwendig die aktive Seite hervorheben muss.\n
  • Wenn jedoch Cassirer von der immanenten Gliederung der Wahrnehmung und Dilthey von der psychischen Organisation als Ausdruck nicht eines Subjekts, sondern „des Lebens“ selbst, sprechen, verweisen beide auf ein Moment von Artikulation in der Wahrnehmung bzw. im Erleben selbst, als ihre Bedingung, die notwendig in jedem Akt zur Geltung kommt. Dieser wäre also selbst so etwas wie ein Artikulationsprozess – der, wie jede Artikulation, mehr oder weniger deutlich ausfallen kann. \n
  • Die Trennung von artikulativer Handlung und artikulativer Wahrnehmung ist insofern wenig plausibel, als Wahrnehmung bereits Moment von Handlung, und insofern selbst handlungsförmig, ist, wie John Dewey in seinem immens einflussreichen Reflexbogen-Aufsatz dargelegt hat (vgl. Dewey 1896). Wahrnehmung setzt somit Sozialität und Sozialisation voraus; sie ist gewissermaßen implizit urteilsförmig, insofern sie notwendig bestimmte Muster (oder sogar Stile) voraussetzt (ein entscheidender Aspekt für Bourdieus Begriff des Habitus). Wahrnehmung ist mithin selbst integrales Moment von Artikulation. Je „prägnanter“ Wahrnehmungsmuster sind, desto prägnanter die mit ihnen verbundenen Handlungsformen (und Äußerungen).\n
  • Ein Aspekt ist also die Formung von Wahrnehmungsmusters durch Artikulation – auf der Ebene „kultureller Formen“ bzw. „Formbildungsformen“ sind dies gegebene „Prägnanzmuster“ der Wahrnehmung; auf individueller Ebene ist dies das Explizitmachen von „unartikulierten“ Erfahrungsgehalten *mittels* dieser Muster (und ihrer medialen Strukturbedingungen).\n
  • Diese Wahrnehmungsformung fasst ein anderer Cassirer-Leser, Pierre Bourdieu, im Begriff des Habitus als Verbund feld- und milieuspezifischer inkorporierter „strukturierter und strukturierender Strukturen“, die als Prinzip der Entstehung von Geschmacksurteilen im weitesten Sinne (so auch von Bewegungsstilen etc.) wirken. Hier wird deutlich, dass Wahrnehmungsakte bereits strukturierte sind und gleichermaßen Strukturen reproduzieren (oder auch transformieren).\n
  • Zweitens ist also das vermeintlich „Innere“ in Wahrheit und wesentlich sozial (wie vor Bourdieu u.a. so verschiedene Denker wie G.H. Mead, Plessner und Adorno betont haben), und insofern ist Wahrnehmung selbst ein artikulativer Akt, wenn auch sein Öffentlichkeitsaspekt auf einer inneren Bühne stattfindet – exakt so wie es für das Denken als inneren Dialog zutrifft.\n
  • Das Sehen beispielsweise ist in diesem Sinne keine „Privatangelegenheit“: man ist für seinen Blick (zumindest unter gewissen Bedingungen) verantwortlich – sowohl für „Wie“ des Blickens als auch für das, was man dabei erblickt – und muss sich ggf. dafür rechtfertigen. Im Blick sind Wahrnehmung und Aktion verschränkt, und dies gilt - je unterschiedlich - auch für andere Sinne.\nDie Problematik einer „Moral“ des Blicks tritt z.B. dort zutage, wo es implizite Regeln des Blicks gibt, die für ein bestimmtes Feld konstitutiv sind – wenn etwa von sportvereinsmäßig organisierten Mehrspieler-Egoshooter-Spielern ganz selbstverständlich erwartet wird, dass sie die – objektiv gewaltförmigen – visuellen Elemente ihres Spiels als neutrale, strategische Informationen wahrnehmen (Bausch/Jörissen 2005). \nAuch (und gerade) die „Produkte“ von Wahrnehmungsformen (deren medialer Charakter im Anschluss thematisiert wird) sind Ausdruck von Habitus und Kultur. \n
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  • Klassisches Schema der Identität, etwa im Pragmatismus (G.H. Mead): die Bedeutung des Handelns (das als kommunikatives Handeln verstanden wird) ergibt sich aus der sozialen Anerkennung. „Wer“ ich bin, erfahre ich in der handelnden Auseinandersetzung mit anderen. „Identität“ ist nicht statisch, sondern ergibt sich jeweils (neu) aus diesem Prozess.\n
  • Artikulation als Modus (u.a.) der medialisierten Kommunikation.\n
  • Praktiken der Selbstsorge finden in einem Feld der Selbstführung statt.\nIn dieser Perspektive erscheint die Artikulation als Ausdruck auf der Basis kultureller Prägnanzmuster als Basis von Subjektivationsprozessen: Artikulation erscheint dann als Ergebnis einer „Ermächtigung“ (Geltungsansprüche) durch „Unterwerfung“ (unter die „Codes“ der Prägnanzmuster).\n
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  • Führt man Matthias Jungs Ausführungen zur Körperlichkeit von Artikulation körperanthropologisch weiter – insbesondere in ihrem anticartesianischen Charakter – so erscheint in letzter Konsequenz „Körper“ als Subjekt von Artikulation. Jedoch nicht als „bestehendes“ Subjekt, sondern vielmehr als ein (i.S. Bourdieus) bereits Artikuliertes, als Konnex von Materialität und Symbol i.S. sozialer Bedeutsamkeit, die immer wieder in den Aufführungen des Körpers inszeniert wird (und werden muss). Körper selbst ist also ein Körper im artikulativen Prozess (cf. Damasio). Er ist aber in dieser Hinsicht nicht, wie bisweilen in der anthropologischen Literatur vermutet, ein Medium – denn kein Medium „artikuliert“ sich selbst.\n
  • Vielmehr liegt Medialität als strukturierendes Prinzip dieser in der (hermeneutischen) Beobachtung erscheinenden „Aufspaltung“ von Materialität und Symbolismus zugrunde. Das immer wieder Sichtbare des Körpers wäre dann ein medialer Effekt, und zwar auf mehreren Ebenen: der kulturellen Körperbilder, die, wie Hans Belting in seinem Entwurf einer Bildanthropologie schreibt, Menschenbilder sind – mithin Artikulationen des Humanen. Ferner der damit zusammenhängenden kulturellen Prägnanzmuster der Körperwahrnehmung, die in Praxen (Bewegung, Wahrnehmung, Äußerung) eingeübt werden und die Selbstverhältnisse wesentlich konstituieren. Medialität durchzieht den Körper: aufgrund seiner eigenen Hervorbringungsdynamiken ist er insbesondere offen für das, was Schwemmer als „artikulative Prägnanzmuster“ bezeichnet. Genauer: er ist, wo er nicht auf genetische Dispositionen zurückgreift, angewiesen auf diese Muster (man denke an die Kapazitäten der Musteranalyse bei Neugeborenen und ihre Bedeutung für frühkindliche Eltern-Kind-Kommunikation; vgl. Stern 1985). Somit ist der Aufbau innerer „Artikulation“, anders als bei Dilthey, nicht starr mit dem „äußeren“ Organismus verbunden; vielmehr formen sich beide im sozialen Gebrauch. Die Grenzen des Körpers sind nicht die Grenzen des Organismus; Körper ist medial konstituiert und zugleich qua Symbolhaftigkeit entgrenzt.\n
  • Das mediale Moment daran lässt sich unter Rekurs auf Lambert Wiesings Bild- und Medienphilosophie noch etwas deutlicher herausarbeiten: die Genesis als in der Zeit stehende Hervorbringung von etwas sinnlich Wahrnehmbarem, das dennoch nicht physikalisch, also in dieser Zeit existiert, sondern etwas zeitlich Unveränderliches ist: etwas, auf dass alle sich immer wieder beziehen können, das in diesem SInne „Geltung“ hat (nicht in seiner Auslegung, sondern in seiner strukturellen (Zeit- und raumunabhängigen) „Selbigkeit“.\nDieser medientheoretische Zugang scheint mir sehr genau das zu beschreiben, was Jung als Parallelismus zwischen Körperlichkeit und symbolischer Artikulation (medientheoretisch eher unterbelichtet) darstellt. Der Körper selbst ist Genesis (iterativer materieller Prozess), der Geltung (und Geltungsansprüche, Äußerungen in jeweils „geltenden“ Formen und unter Bezug auf „geltende“ Vorstellungsbilder) hervorbringt. (Habermas)\n
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  • Die Praxen der Verfertigung von Identität - i.S. von Geschlecht, Generationenzugehörigkeit etc. sind diskursiv und dispositiv organisiert; sie sind wesentlich mediale Praxen (Schrift, Listen, Romane, Bilder etc.). Die Medialität betrifft \ndie Inszenierung von Formen und Mustern (z.B. bestimmte Erinnerungspraxen);\ndie Strukturebene (z.B. Tagebuch vs. Facebook) und\ndrittens die sinnliche Wahrnehmung (Sehen/Zentralperspektive).\n
  • In der erziehungswissenschaftlichen Anthropologie ist dieser Umstand am Beispiel der sozialen Mimesis ausführlich dargelegt und diskutiert worden (Wulf/Gebauer 1990, 1998, 2003). Mimesis steht prototypisch für den Konnex von körperlicher Hexis, Bewegungen, Gesten einerseits und kulturellen Formen andererseits. Zudem ist am Begriff der Mimesis die Bedeutung von Medialität für soziale Prozesse deutlich geworden; so etwa anhand der Bedeutung verschiedener Typen von Bildlichkeit für mimetische Bezugnahmen. \n
  • Medialität von Erinnerungpraxen zwischen Körperlichkeit (zB Trauerarbeit, Ricoeur) und medialen Inszenierungen (zB mnemotechnik); Vermitteltheit durch Erinnerungsmedien\nMedialität von Praktiken der Selbstsorge (M. Poster)\nMedialität und Mediatisierung von Körperlichkeit, z.B. das Phänomen von Avataren\nMedialität und Mediatisierung von Wahrnehmung, z.B. des Sehens, des Hörens durch mediale Formen\nmediale Eigendynamiken von Lebensalters-Diskursen und -praxen (Generationenbildung; z.B. Honig: Kinderkultur als medial kokonstituierte)\nimmanente Medialität der Erziehung Prange, Spanhel, Oelkers\n\n
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Körper der Artikulation. Zum Verhältnis von Medialität und Anthropologie. Körper der Artikulation. Zum Verhältnis von Medialität und Anthropologie. Presentation Transcript

  • Dr. Benjamin Jörissen http://joerissen.name benjamin@joerissen.name Körper der Artikulation.Zum Verhältnis von Medialität und Anthropologie. Universität Köln, 9.7.2012
  • „Artikulation“ als zentraler Begriff im Diskurs um „Medienbildung“ (bildungstheoretische Lesart eines anthropologischen Sachverhalts)
  • „Wer sich artikuliert, deutet seine qualitative Erfahrung, indem er sie (...) zur Sprache, zum Bild, zur Musik oder wozu auch immer bringt.“Jung, Matthias (2005): „Making us explicit“: Artikulation als
  • „… Symbolmedien haben sich von der […] Bindung an das Hier und Jetzt der Erfahrung gelöst und werden dafür genutzt, den Sinn den Erlebten durch Bezug auf intersubjektiv geltende Systeme der Bedeutungsbestimmung zu explizieren.“Jung, Matthias (2005): „Making us explicit“: Artikulation als
  • „In diskursiven Äußerungen werden Erfahrungen artikuliert, die vor dem Hintergrund von Lebensinteressen und Handlungsproblemen gemacht wurden, entweder im meta- reflexiven (argumentativ) oder aber reflexiven (erzählend, beschreibend usw.) Modus. Der Diskurs wird als (multimediale) Artikulation von Erfahrungsräumen thematisierbar. Die Betonung multimedialer Artikulation des Menschen erlaubt es, gerade den in den Neuen (Kommunikations-)Medien vorfindlichen Kommunikationsweisen einen systematischen und nicht substituierbaren Stellenwert einzuräumen. Multimediale Kommunikations- und Artikulationsarchitekturen wie beispielsweise multimediale Weblogs können in diesem Sinne also als multimediale und multimodale Artikulationen aufgefasst und analysiert werden.“ Winfried Marotzki: Weisen der Artikulation in bildungstheoretischer Hinsicht am Beispiel von Web 2.0-PhänomenenBenjamin Jörissen/Winfried Marotzki: Wissen, Artikulation, Biographie: theoretische Aspekte einer strukturalen Medienbildung.
  • diskursgeschichtliche LinienW.v. Humboldt Marx ∣ ∣ Dilthey, Althusser Cassirer ∣ ∣ …Trabant, Jung, ∣Schwemmer, Hall, Marotzki Butler
  • diskursgeschichtliche Linien Verknüpfung von „prägnante „Basis“ und „Überbau“Ausdrucksgestalt“ („Anrufung“)
  • diskursgeschichtliche Linien Verknüpfung von „prägnante „Basis“ und „Überbau“Ausdrucksgestalt“ („Anrufung“)
  • I. Artikulation als triadischer Prozess(Ausdruck, Wahrnehmung, Anerkennung) II. Artikulation, Körper, Medialität III. Anthropologie und Medialität
  • I. Artikulation als triadischer Prozess 1. Artikulation als „prägnanter Ausdruck“2. Artikulation als „prägnante Wahrnehmung“ 3. Artikulation und Anerkennung
  • I. Artikulation als triadischer Prozess 1. Artikulation als „prägnanter Ausdruck“
  • Anthropologisch-kulturphilosophische PerspektiveOswald Schwemmer: Kulturphilosophie. Einemedientheoretische Grundlegung. München: Fink 2005ders.: Die symbolische Existenzform des Menschen –Zur Anthropologie der Medien.In: Jörg Albertz (Hrsg.): Anthropologie der Medien – Mensch und Kommunikationstechnologien.Berlin: Freie Akademie 2002, S. 9-36.
  • „Vielmehr ist es die Wahrnehmung selbst, die kraft ihrer eigenen immanenten Gliederung eine Art von geistiger ‚Artikulation‘ gewinnt – die, als in sich gefügte, auch einer bestimmten Sinnfügung angehört. […] Diese ideelleVerwobenheit […] auf ein charakteristisches Sinn-Ganzes, soll der Ausdruck der ‚Prägnanz‘ bezeichnen.“ Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen. Dritter Teil: Phänomenologie der Erkenntnis. Hamburg: Meiner 2002, S. 231.
  • Artikulation meint die Strukturierung sprachlicher Äußerungen, soll aber„auch allgemein für andere Äußerungsformen wie etwa der bildlichen oder motorischen Äußerungund darüber hinaus überhaupt für unser Handeln […]“ gelten. Schwemmer 2005, S. 49.
  • Artikulation und Wahrnehmung Artikulationen bezieht sich vermittelt ebenso auf Wahrnehmung, indem sie deren „Prozesse der Musterbildung und -anwendung“, die „Grammatiken der Sinneswelten“ strukturieren:„Wir sehen sozusagen durch die Bilder unserer Bildwelten hindurch, was wir sehen. Wir hören durch die Werke unserer Tonwelten und übrigens auch Geräusch- und Lautwelten hindurch, was wir hören.“ Schwemmer 2005, S. 165
  • Medialität der Artikulation Keine Artikulation außerhalb medialer Strukturbedingungen: Medien als „dynamisches System, in dem dieArtikulationsprozesse dessen Selbststrukturierung in Gang setzen bzw. nutzen.“ Schwemmer 2005, S. 55.
  • Medientaxonomie substantielle instrumentellehistorischemaschinelle Schwemmer 2005, S. 58 f.
  • Medientaxonomie substantielle instrumentellehistorische Sprachemaschinelle Schwemmer 2005, S. 58 f.
  • Medientaxonomie substantielle instrumentellehistorische Sprache Schriftmaschinelle Schwemmer 2005, S. 58 f.
  • Medientaxonomie substantielle instrumentellehistorische Sprache Schrift interaktivemaschinelle – Medien Schwemmer 2005, S. 58 f.
  • Anthropologisch-sprachphilosophische PerspektiveJürgen Trabant (1998): Artikulationen. Historische Anthropologieder Sprache. Frankfurt/M.: Suhrkamp.Matthias Jung (2005): „Making us explicit“. Artikulation alsOrganisationsprinzip von Erfahrung.In: Magnus Schlette/Matthias Jung (Hrsg.), Anthropologie der Artikulation. BegrifflicheGrundlagen und transdisziplinäre Perspektiven. Würzburg: Königshausen & Neumann, S.103-142.Matthias Jung (2009): Der bewusste Ausdruck. Berlin/NewYork: De Gruyter.
  • „Doppelte Artikulation“ von sprachlicher und gedanklicherArtikulation: die „unzertrennliche Verbindung des Gedanken, der Stimmwerkzeuge und des Gehörs zur Sprache […]“ Wilhelm v. Humboldt: Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus […]. Paderborn: Schöningh 1998, S. 180.
  • Artikulation ist „die – meist okkasionelle, manchmal planmäßige –  Explikation menschlicher Erfahrung durch diePerformanz von symbolischen Akten […], in denen die implizit-qualitative Gestalt gelebter Erfahrung in die explizit-semantische Gestalt eines prägnanten Symbolismus transformiert wird.“ Jung 2005, S. 105
  • PRODUKTPROZESS
  • ArtikulationReflexion Anerkennung
  • I. Artikulation als triadischer Prozess 2. Artikulation als „prägnante Wahrnehmung“
  • „Vielmehr ist es die Wahrnehmung selbst, die kraft ihrer eigenen immanenten Gliederung eine Art von geistiger ‚Artikulation‘ gewinnt […].“ (Cassirer)„Die Entwicklung der Lebewesen zu höheren Formen ist also nach der Innenseite gesehen eine Artikulation […].“ (Dilthey)Dilthey, Wilhelm: Leben und Erkennen. In: ders., Ges. Schr. XIX. Göttingen 1982, S. 345.
  • „upon analysis, we find that we begin not with a sensory stimulus, but with a sensori-motor coordination, the optical-ocular, and that in a certain sense it is the movement which isprimary, and the sensation which is secondary, the movementof body, head and eye muscles determining the quality of what is experienced. [...] More technical stated, the so-called response is not merely to the stimulus; it is into it.“John Dewey: The Reflex Arc Concept in Psychology. In: Psychological Review 3 (1896), S. 358 f.
  • Artikulation und Wahrnehmung 1) Formung und Transformation vonWahrnehmungsmustern durch Artikulation:a) auf der Ebene kultureller Prägnanzmuster b) auf der Ebene individueller Explikation mittels dieser Prägnanzmuster
  • Artikulation und Wahrnehmung 1) Formung und Transformation von Wahrnehmungsmustern durch Artikulation: a) auf der Ebene kultureller Prägnanzmuster b) auf der Ebene individueller Explikation mittels dieser Prägnanzmuster Pierre Bourdieu:Habitus als „strukturierte und strukturierende Struktur“, als Erzeugungsprinzip von Praxis
  • Artikulation und Wahrnehmung 1) Formung und Transformation von Wahrnehmungsmustern durch Artikulation: a) auf der Ebene kultureller Prägnanzmuster b) auf der Ebene individueller Explikation mittels dieser Prägnanzmuster Pierre Bourdieu:Habitus als „strukturierte und strukturierende Struktur“, als Erzeugungsprinzip von Praxis
  • Bsp. „Sehen“ Spielerperspektive im Multiplayer-Egoshooter „Counterstrike“Constanze Bausch/Benjamin Jörissen: Erspielte Rituale. Kampf und Gemeinschaftsbildung auf LAN-Partys. In: Ch. Wulf e.a.: Bildung im Ritual. Schule, Familie, Jugend, Medien. Wiesbaden:VS, S. 303-357.
  • I. Artikulation als triadischer Prozess3. Artikulation und Anerkennung
  • „I“ HandelnAnerkennung „me“
  • „I“ArtikulationAnerkennung „me“
  • „I“ Artikulation Praktiken der Praktiken der Selbstsorge Selbstführung Ökonomien der Anerkennung „me“Poster, Mark (2008): Die Sorge um sich im Hyperrealen. In: Paragrana 17 (2008) 1, S.
  • Jennette Kate Winslet http://www.mtv.com/onair/i_want_a_famous_face/meet_the_patients/
  • Ökonomien der Anerkennung
  • Ökonomien der Anerkennung private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • Ökonomien der Anerkennung private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • Ökonomien der Anerkennung private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • Ökonomien der Anerkennung private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • Ökonomien der Anerkennung private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • Ökonomien der Anerkennung private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • I. Artikulation als triadischer Prozess(Ausdruck, Wahrnehmung, Anerkennung) II. Artikulation, Körper, Medialität III. Anthropologie und Medialität
  • II. Artikulation, Körper, MedialitätKörper als „artikuliert-artikulierender“
  • II. Artikulation, Körper, MedialitätKörper als „artikuliert-artikulierender“
  • II. Artikulation, Körper, MedialitätMedialität als Prozess der Trennung von „Genesis und Geltung“ Lambert Wiesing: Artifizielle Präsenz. Studien zur Philosophie des Bildes. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2005.
  • II. Artikulation, Körper, Medialität Medialität als strukturierendes Prinzip - der Welterfahrung– des reflexiven, anerkennungsfähigen Ausdrucks - der „Artikulation“ des Körpers als habitualisierende Formgebung
  • I. Artikulation als triadischer Prozess(Ausdruck, Wahrnehmung, Anerkennung) II. Artikulation, Körper, Medialität III. Anthropologie und Medialität
  • III. Zur anthropologischen Konstitutivität von MedialitätDie Praxen der Verfertigung von Identität finden im Schnittfeld von Körper und Medialität statt– als Inszenierung von Formen und Mustern (z.B. bestimmte Erinnerungspraxen); – als medial strukturierte, subjektivierende Ausdruckspraxen (z.B. Tagebuch vs. Facebook) – auf der Ebene sinnlicher Wahrnehmung
  • Bsp: soziale MimesisChristoph Wulf/Gunter Gebauer 1990, 1998, 2003
  • • Medialität von Erinnerungspraxen• Medialität und Mediatisierung von Körperlichkeit, z.B. das Phänomen von Avataren• Medialität und Mediatisierung von Wahrnehmung, z.B. des Sehens, des Hörens durch mediale Formen• mediale Eigendynamiken von Lebensalters- Diskursen und -praxen (Generationenbildung; z.B. Honig: Kinderkultur als medial co-konstituierte)• immanente Medialität der Erziehung Prange, Spanhel, Oelkers• …
  • Fazit: Medialität als „zu artikulierendes“ Forschungsdesideraterziehungswissenschaftlicher Anthropologie